Folge 8: Kriegsgefährten

GeschichteKrimi, Mystery / P16
Javier Esposito Kate Beckett Kevin Ryan Richard Castle
27.07.2018
27.07.2018
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27.07.2018 3.203
 

Kriegsgefährten

Staffel 9, Episode 8

Geschrieben von InkyCoffee und whatifellinlove

Übersetzt von AnChager

Gegengelesen von Copop83

Der nachfolgende Text ist eine fiktive Geschichte von Autoren ohne jegliche Beziehung zur ABC-Sendung “Castle”. Erkennbare Charaktere sind Eigentum von Andrew Marlowe und ABC. Namen, Orte und Geschehnisse sind Produkt der Kreativität des Autors oder werden fiktiv genutzt. Jegliche Ähnlichkeit zu tatsächlichen Personen, lebend oder tot, Unternehmen, Firmen, Ereignissen oder Örtlichkeiten ist rein zufällig.

***

Kapitel 1

Marcus keuchte etwas, als er Mrs. Sanchez die Holztreppe in den 3. Stock folgte. Er versuchte auch ihr Nörgeln, das zwischen Englisch und Spanisch wechselte, auszublenden. Er bedauerte bereits, den kürzeren Halm gezogen zu haben. Aber mit einem kleinen Geschäft, so wie ihrem, hatte jemand auch diese Art von Arbeit zu übernehmen.

Er hoffte nur, dass er nicht einen Haufen Peinlichkeiten verursachen würde.

Aber nein, Andy wusste, wie wichtig diese Woche für die Firma war. Es war einfach nicht typisch für ihn ohne Erklärung nicht zur Arbeit zu erscheinen. Der Typ war einfach zu verantwortungsbewusst dafür.

Mrs. Sanchez hielt vor Nr. 3C an und klopfte gegen die Tür, blickte finster, als die Sekunden verstrichen und keine Antwort kam. „Andy? Andy, mach auf. Ich bin es. Mrs. Sanchez von unten!“

Sie klopfte erneut gegen die Tür und verursachte dadurch ein Klappern, das Marcus zusammenzucken ließ. Sie war laut genug um Tote zu erwecken. Ein Baby in einer anderen Wohnung im Flur weiter hinten begann zu schreien.

„Andy, ich komme rein!“ Ihre Stimme war etwas schrill und es dauerte einen Moment, bis sie den richtigen Schlüssel gefunden hatte. „Das ist es hoffentlich wert, dass ich ‚Santos Desperadas‘ verpasse.“

Die Tür öffnete sich einen Spalt und Marcus nahm sofort den unangenehmen Geruch war. Als wenn ein Abfluss verstopft war… und vielleicht verbrannte Mandeln?

„Andy? Ich bin’s. Mrs. Sanchez. Dein Kollege ist da. Bist du zu Hause?“ Mrs. Sanchez hatte offensichtlich den Geruch nicht bemerkt und wuselte hinein. Marcus blieb zurück. Er konnte hören, dass im Fernsehen leise Werbung lief. Und als er der Vermieterin durch die kleine Küche folgte, wurde der Geruch immer stärker.

Mrs. Sanchez hielt am Übergang von Küche zum Wohnzimmer an. Eine Gestalt saß abgewandt von ihnen in einem Sessel in der dunkelsten Ecke des Zimmers. „Andy, da bist du ja! Warum hast du die Tür nicht aufgemacht?“

Marcus ging langsam auf Andy zu. Der Geruch wurde mit jedem Schritt immer aufdringlicher. Sein Magen drehte sich um, als sein Kollege ihn nicht bemerkte. „Andy?“

Schließlich war er dicht genug um zu es zu sehen. Marcus japste nach Luft als er den verzerrten Ausdruck, die leblosen Augen und die gläserne Haut wahrnahm.

„Mrs. Sanchez, rufen Sie den Notruf“, sagte er und hoffte, ihr den Anblick ersparen zu können.

„Warum? Ist er krank?“ fragte sie und kam eifrig herüber.

Und dann schrie sie.

***

„Hey!“

Castle drehte sich herum als er hörte, dass seine Frau hereinkam. Er machte nur kurz halt um die Sauce nochmals umzurühren und die Hitze herab zu drehen. Dann umrundete er die Küchentheke um sie in den Arm zu nehmen, der nun bereits offensichtliche Bauch sicher zwischen ihnen.

„Hey. Du bist aber früh zu Hause.“ Er küsste sie auf die Schläfe und drückte sie nochmals an sich. Dann grüßte er auch das Kleine, in dem er mit seiner Hand über ihren Bauch streichelte. Danach entließ er sie aus der Umarmung und dirigierte sie auf einen der Barhocker.

„Ich war den ganzen Nachmittag im Präsidium und so kam ich gleich nach Hause anstatt nochmal zum 12. Revier zu gehen, wie ich es ursprünglich geplant hatte.“ Sie grinste und das kleine Grübchen in ihrer Wange zeigte genau, dass sie nicht wirklich traurig war ihre Arbeit früher zu beenden.

Er konnte ein eigenes Lächeln nicht verbergen als er zum Kühlschrank ging, etwas Saft herausholte und diesen ihr fragend zeigte. „Waren alle Deine Besprechungen so furchtbar langweilig? Ich hätte dich mit Kurznachrichten unterhalten können, weißt du?“

„Ja bitte“, antwortete sie in Bezug auf den Saft und wartete, bis er die Gläser herausgeholt hatte, bevor sie fortfuhr: „Es war nicht ganz so schlimm. Edmund vom 18. Revier geht in den Ruhestand und es sieht so aus, als ob Snaith nun befördert wird, um seinen Platz zu übernehmen. Und das bedeutet, dass ich Esposito am Monatsende zum Sergeant befördern kann.“

Castle hielt inne, bevor er einen Schluck Saft nahm. „Das ist dann sehr ungewohnt. Was passiert mit Ryan?“

Sie trank ihr Glas Saft halb leer. „Ich werde wahrscheinlich ein paar Leute umsetzen und ihm sein eigenes Team geben. Für Ryan wird das in Ordnung sein. Ich denke da bereits an ein paar Detectives, die von ihm lernen könnten.“

Er konnte ein leicht wehmütiges Lächeln nicht unterdrücken. „Es ändert sich alles, nicht wahr?“

Kate stand auf, lief um den Küchentresen herum und schlang ihre Arme um seine Taille. „Bloß, weil die Dinge nun anders sind, muss das nicht heißen, dass sie schlechter sind, Babe.“

Er brummelte zufrieden, als sie sich an ihn schmiegte und beugte sich gerade zu ihr, um sie zu küssen, als…

…das Klingeln ihres Telefons die Stille unterbrach.

„Aber natürlich ändern sich einige Sachen nie“, murmelte er, als sie ihr Telefon aus der Tasche fischte.

„Beckett“, blaffte sie. „Whoa… Ryan, langsamer… Uh huh… Ja, ist gut… Nein. Du hast das Richtige gemacht. Schicke mir die Adresse. Wir werden hinkommen. Pass‘ auf ihn auf.“

„Es gab einen Mord“, sagte sie.

***

Castle nickte Officer Hernandez zu, als er Kate in die Wohnung folgte. Der unterschwellige Geruch des Todes war so vertraut, dass er ihn kaum wahrnahm, als er durch die Tür trat. Er stoppte nur, um sich an der Hüfte seiner Frau abzustützen und nicht in sie hinein zu laufen in diesem engen Raum. Sie warf ihm einen leicht verärgerten Blick über die Schulter zu, weil er die „Kein Anfassen auf Arbeit-Regel“ gebrochen hatte. Doch dieses veranlasste ihn sofort ihr mit seinen Händen sanft den Rücken zu massieren. Dann aber wandte sie ihre Aufmerksamkeit Ryan zu, dessen Haare und Krawatte, nicht typisch für ihn, schief hingen.

„Danke fürs Kommen, Captain. Ich wusste nicht, was ich machen sollte“, begrüßte er sie leise.

„Du hast das Richtige getan, Kevin. Wo ist er?“, fragte Kate.

„Im Schlafzimmer. Er spricht mit dem Kollegen, der die Leiche gefunden hat. Officer Aragon ist auch da. Ich sagte ihr, dass sie aufgrund der Umstände ein Auge auf ihn haben soll.“

Kate drehte sich ein wenig zu Castle um. Gerade genug um einen Blick mit ihm zu wechseln und sich von ihm zu entfernen, so dass er seine Hände fallen ließ. Dann schritt sie voran und führte beide Männer in das Wohnzimmer, wo Lanie und die Spurensicherung dabei waren, den Tatort zu sichern.

„Und weil wir gerade dabei sind, warum gibst du uns nicht eine Zusammenfassung der Situation?“

Ryan begann zu sprechen, während sie sich vorsichtig einen Weg durch den Raum suchten. „Macht die Bekanntschaft mit Andy McLaughlin, 36 Jahre alt, ehemaliges Mitglied der Special Forces und derzeit ein Mitarbeiter der Firma Willis Security. Die Leiche wurde gefunden, als einer seiner Kollegen, Marcus Garner, die Vermieterin, Theresa Sanchez, um Hilfe bat, um nach ihm zu schauen, weil er nicht zur Arbeit erschienen war und auch die Telefonanrufe nicht entgegen nahm.“

Lanie schaute auf, als sie sie erreichten. Die Erleichterung, dass ihre Freunde nun da waren, war ihrem Gesicht deutlich abzulesen. „Er ist bereits seit ein paar Tagen tot. Meine beste Einschätzung aktuell ist irgendwann Freitagnacht. Aber ich kann erst genauer sein, wenn ich ihn im Leichenschauhaus habe. Nach seinem verzerrten Gesichtsausdruck zu urteilen, würde ich denken, es handelt sich um Ersticken…“

Ein Schauer plötzlichen Wissens brannte in Castle, als er die fast volle Tequila-Flasche auf dem Couchtisch und das Schnapsglas, das zu Füßen des Opfers auf dem Teppich lag, wahrnahm und er unterbrach Lanie: „Er wurde vergiftet!“

Lanie warf ihm einen stechenden Blick zu, nickte aber zustimmend. „Ich bin mir im Moment noch nicht ganz sicher, aber genauso sieht es derzeit aus.“

Kate nickte. „Die Frage ist nun, war es ein Mord oder nahm er bewusst eine Überdosis?“

Castle stieß sie an. „Dort ist ein weiteres Schnapsglas auf dem Tisch. Wahrscheinlich trank er also nicht allein.“

Kate schaute zu dem besagten Tisch und nickte wieder. „Ich werde mit Esposito reden.“

***

Kate machte an der Tür des kleinen Schlafzimmers halt und beobachtete, wie Espo seine letzten Fragen stellte. Sie suchte die Aufmerksamkeit von Officer Aragon, lächelte leicht und zuckte mit dem Kopf. Marissa nickte mit Verstehen, warf Esposito einen langen Blick zu und begleitete Marcus aus dem Zimmer und weg vom Tatort.

Esposito blickte finster, als er seinen Captain bemerkte.

„Mir geht es gut, Beckett.“

„Nein Javi, geht es dir nicht“, antwortete sie einfach und schaute zu, wie sich sein Kinn verkrampfte und er sich eine Antwort verbiss. „Ich würde mir Sorgen machen, wenn es dir gut ginge.“

Das Feuer der Rebellion in seinen Augen dimmte zu Glut und er senkte seinen Kopf. „Es ist egal, wie oft du durch die Absperrung kommst, nichts bereitet dich darauf vor einen Freund zu finden“, brach seine Stimme.

Kate ging zu dem kleinen Fenster hinüber und gab ihm so einen Moment um sich wieder zu sammeln. „Erzähl‘ mir etwas über ihn.“

„Andy war in meiner Einheit während ich bei der Special Force war. Er und Miguel Santiago waren meine beiden besten Freunde. Wir waren uns immer sehr nah. Vielleicht nicht so sehr in der letzten Zeit. Mit all‘ den Sachen, die auf dem Revier passiert sind, habe ich ihn ein paar Monate nicht gesehen. Aber schau, Beckett. Ich weiß, was du sagen wirst. Ich darf den Fall nicht bearbeiten, ich bin zu nah dran. Ich verstehe das. Ich sage mir das auch. Aber Kate, er war mein Freund. Ich muss das tun. Bitte.“

Die ganzen Zeiten, die Esposito an ihrer Seite war, schossen ihr durch den Kopf. Ihre eigene Geschichte mit dem „zu nahe sein“ und wie genau diese Verbindung häufig den Extra-Kick gegeben hatte, um Gerechtigkeit zu erlangen. Ihre Verantwortlichkeiten als Captain, ihr Training und ihr Wissen um genau die Dinge, die schief gehen könnten, wenn sie seiner Forderung entsprach.

Ihren Kopf schüttelnd seufzte sie: „Ryan übernimmt die Führung für diesen Fall.“

„Captain…“, begann er zu widersprechen.

Mit stählernem Blick starrte sie ihn an. „Es ist meine endgültige Anweisung, Detective.“

„Jawohl, Madame.“ Das Feuer in seinen Augen verringerte sich nicht und Kate zog eine Augenbraue hoch und steckte sich ihre Zunge in die Wange um weitere Kommentare zu unterdrücken. Wäre es jemand anders gewesen, hätte sie ihn wegen Aufmüpfigkeit zur Rede gestellt, aber sie kannte ihren Freund und sie verstand seinen Schmerz, seinen Drang danach diesen Fall zu lösen, wahrscheinlich besser als jeder andere.

Ein Klopfen erklang hinter ihnen und sie drehten sich um, um Ryan zu erblicken, dem man die Sorge um seinen Partner ansah. „Captain, wir haben etwas gefunden.“

***

Castle klatschte eine Fotografie an das Mordfallbrett. Das Papier schimmerte mit der Ansicht des eher überladenen und schnörkelhaften Frauenarmbands, das am Tatort gefunden worden war. Er drehte sich triumphierend zu seinen Freunden um: „Die Freundin war es! Das ist zwar langweilig, aber ich denke, in diesem Fall wünschen wir uns alle eine einfache Aufklärung.“

Beckett und Ryan nickten beide, aber Esposito stand still mit gekreuzten Armen da.

„Er hatte keine Freundin, Bro.“

„Er… er hatte keine?“, stotterte Castle.

„Espo, du hast gesagt, dass du ihn 6 Monate nicht gesehen hast?“, fügte Beckett hinzu.

„Er kam zur Armee nachdem seine Ehefrau und sein Kind bei einem Autounfall ums Leben gekommen waren. Er ist in Heimen aufgewachsen und so waren sie die einzige Familie, die er jemals hatte. Er hat immer gesagt, dass sie seine Seelenverwandte war und niemals jemand anders da sein würde. Und ich kann mich nicht daran erinnern, dass er jemals auch nur eine andere Frau angeschaut hat. Ich mag ihn zwar lange nicht gesehen haben, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich geändert hat.“

Seine hochgezogene Stirn war das einzige Anzeichen dafür, dass offenbarte, wie schwer es ihm fiel, so über seinen Freund zu reden.

„Er hat also keine Familie?“

Esposito schüttelte seinen Kopf. „Er und Miguel teilten sich eine Wohnung drüben in Queens, bis Miguel in diesem Mai heiratete. Das war auch das letzte Mal, dass ich beide sah. Weißt du, er war ein Ruhiger. Ein Denker. Er hatte nicht viele Freunde.“

„Wenn Miguel derjenige ist, der ihn am besten kannte, dann müssen wir mit ihm reden.“

„Ich rufe ihn an, dass er herkommen soll.“

***

„Hey, Mann, es ist gut, dich zu sehen. Wie geht’s Kev?“ Miguel Santiago war nicht viel größer als Esposito, gut aussehend mit einer stämmigen Figur und durchdringenden, dunklen Augen. Die Männer klopften sich begrüßend auf den Rücken.

„Danke, dass du gekommen bist. Lass uns in den Pausenraum gehen, dort ist es etwas ruhiger“, antwortete Esposito und führte Ryan und Miguel weg von der Hektik des Großraumbüros.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Miguel, als er sich auf eines der Sofas setzte.

„Es gibt keinen Weg es dir einfacher zu sagen, aber Andy wurde heute Abend in seiner Wohnung tot aufgefunden“, sagte Esposito mit leiser Stimme.

Miguel fluchte und schlug die Hände vor sein Gesicht. Er verharrte so einen Augenblick bevor er sich über die Augen wischte und seinen Kopf wieder hob. „Meinst du das ernst? Das kann nicht sein.“

„Es tut mir leid, Bro. Ich weiß, ihr hattet eine enge Beziehung.“

Er lehnte sich gegen die Kissen zurück. „Ich kann es einfach nicht glauben. Was ist passiert?“

Esposito seufzte. „Wir sind immer noch dabei das heraus zu finden. Im Moment sieht es so aus, als ob er vergiftet wurde.“

Miguel fluchte erneut.

Ryan unterbrach die Unterhaltung, sein Blick strahlte Sympathie aus. „Hör‘ mal. Du warst sein bester Freund. Hatte er irgendwelche Feinde? Irgendeiner, der ihm etwas antun wollte?“

Miguel schüttelte seinen Kopf. „Auf keinen Fall. Espo hat dir bestimmt erzählt, dass Andy nicht leicht Freunde gefunden hat. Er ist… Er war… ein sanfter Riese.“

„Keine Freundin? Niemand neues in seinem Leben?“

„Eigentlich… eigentlich ja, ich denke, er hat gerade damit begonnen jemanden zu treffen.“

„Warte, was? Willst du mir erzählen, dass Andy eine Freundin hatte?“ Espo zog die Augenbrauen hoch.

„Ich bin nicht sicher. Es war in etwa zu der Zeit als Chrissie mich verlassen hat und da war ich echt durcheinander. Andy kam nicht mehr vorbei, wie er es üblicherweise machte und ich denke, eine Frau war im Spiel. Er sagte allerdings nie etwas und so bin ich mir nicht wirklich sicher.“

„Chrissie hat dich verlassen? Nach nur ein paar Monaten?“ Espo holte tief Luft und das schlechte Gewissen, sich nicht genügend um seine Freunde gekümmert zu haben, machte sich breit. „Und ich glaube nicht, dass Andy so etwas vor dir verheimlichen würde.“

„Ja, tut mir leid. Ich hätte dich auf dem Laufenden halten sollen. Und tatsächlich gab Andy eine Menge Zeit und Geld für die Tussi aus. Aber ich durfte sie nie treffen. Weißt du, ich hatte das Gefühl, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen war.“

„Auf keinen Fall. Andy war schlau, er würde sich nicht mit jemanden einlassen, der Ärger bedeuten könnte.“

Ryan rutschte auf seinem Stuhl umher. „Hey, ich weiß es ist hart, aber ich muss das fragen. Wo warst du Freitagnacht?“

Miguel zuckte mit den Schultern. „Ich habe bis spät gearbeitet und auf dem Weg nach Hause war ich noch in Arties Bar, wie meistens am Freitag. Ich habe mit all‘ den Sachen, die so passiert sind, Andy ein paar Wochen nicht gesehen. Hört zu, wäre es in Ordnung, wenn ich ein wenig hier bliebe um zu schauen, wie es ausgeht?“

Es klopfte an der Tür des Pausenraumes und Vikram steckte seinen Kopf rein. „Uh, Jungs? Ihr wisst, dass ihr mich nach den Finanzen von Andy gefragt habt? Vor 20 Minuten wurde seine Kreditkarte benutzt.“

***

„Die Karte wurde im Country Club der Oakfield Rich Gemeinde in Greenwich, Connecticut benutzt.“

Ohne Castle stand die Gruppe vor dem Mordfallbrett. Ryan und Esposito hörten Vikram aufmerksam zu. Miguel, der sich nicht sicher war, ob es ihm erlaubt war dabei zu sein, der aber unbedingt alles wissen wollte, hielt sich etwas im Hintergrund. Kate hatte bereits einen Stift in der Hand und schrieb die Informationen, die Vikram ihnen gab auf das Mordfallbrett.

„Ein Country Club in Connecticut?“, wiederholte Ryan.

„Warum hört sich das so bekannt an?“, murmelte Kate zu sich selbst und tippte mit dem Stift gegen ihr Kinn.

„Ich schätzte Andy überhaupt nicht als einen Country Club Typ ein.“ Esposito blinzelte bei seinen Worten als wären sie eine Fremdsprache.

„Nein, aber die geheimnisvolle Frau könnte es sein. Wir wissen nichts über sie“, antwortete Kate.

Esposito runzelte die Stirn. „Wie machen wir das nun? Möchtest du, dass Ryan und ich dort hinfahren und mit dem Fragenstellen beginnen? Werden sie uns überhaupt rein lassen?“

Ryan schaute zu Kate. „Können wir einen Beschluss bekommen? Ohne diesen werden wir wahrscheinlich nicht herausfinden, wer die Karte benutzt hat.“

„Selbst mit einem Beschluss sind die Chancen nicht gut. Diese Art von Club rühmt sich für ihre Diskretion. Da wird es keine Kameras in der Bar geben. Und die Belegschaft wird auch dafür bezahlt, sich an solche Details nicht zu erinnern.“

Vikram meldete sich, als wenn er sich in einer Schulklasse befinden würde. „Geht man von dem aus, was ich bisher herausgefunden habe, ist der Club nur für Mitglieder der Gemeinde zugänglich.“

„Und das mindert den Kreis der Verdächtigen auf etwa 100 – 150 Personen?“ Espo bedachte Vikram mit einem tadelnden Blick.

Vikram verlagerte sein Gewicht. „In etwa…“

Ryan seufzte. „Und ohne die Einladung eines Mitgliedes oder einem Beschluss, werden wir nicht einmal durch das Tor kommen.“

Aus dem Hintergrund hörte man Miguel. „Ihr seid doch Polizisten! Könnt ihr nicht Undercover gehen oder sowas ähnliches?“

Bevor Beckett fragen konnte, warum Miguel überhaupt dem Gespräch zuhörte, nickte Esposito: „Hey, ja, warum nicht? Was sagst du dazu, Ryan? Denkst du, ich könnte den Country Club Look managen?“ Er stupste seinen Partner an der Schulter, während die anderen anfingen zu grinsen und auch sein Partner mit einstimmte. „Warum lachst du? Ich kann total Country Club sein.“

Miguel war der erste, der sich wieder erholte. „Du, Bruder? Dieser Platz ist voll mit reichen, weißen Leuten. Der einzige Weg, dass sie dich da hinein lassen, wäre dann, wenn sie glauben würden, dass du der Gärtner bist.“

„Und auch dann würden sie dich nicht sehen und nicht mit dir sprechen“, fügte Vikram hinzu.

„Nein, du brauchst jemanden, der da rein passt. Jemanden der nach Geld riecht und nicht nach Polizist. Jemand wie….“

Er wurde unterbrochen, als sich die Fahrstuhltüren öffneten und Castles freudige Stimme durch das Großraumbüro schallte. „Hier Captain, eine weiße Schokolade mit Pfefferminze. Genau wie das Kleine bestellt hat… Oh, Oakfield Ridge in Connecticut? Du hast mir gar nicht erzählt, dass du eine neue Spur hast. Hat Bob Weldon auf meiner Buchpremiere nicht gesagt, dass er gerade von einer Feier dort gekommen ist, die von der Schwester des Polizeipräsidenten ausgerichtet wurde? Erinnerst du dich, Kate? Er hat gesagt, dass sie ein Fan ist und dass wir irgendwann dorthin fahren sollten, um sie zu treffen.“

Kate nahm ihm ihr Getränk ab und gab ihm ihren besonderen „Ich liebe einen Quatschkopf“-Blick als sie einen Schluck nahm. Alle anderen schauten Castle nur mit offenem Mund an.

„Jemand wie die beiden“, beendete Miguel den Satz.
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