Der Schattenkrieg

GeschichteFantasy / P16
OC (Own Character)
27.07.2018
08.09.2019
18
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Hallo, dies ist meine zweite FF und auch bei dieser freue ich mich sehr über jegliche Anregung, jegliches Lob und jegliche Kritik. Soweit die Orte und Charaktere dieser Geschichte in Christopher Paolinis Werken vorkommen, gehören sie Christopher Paolini, falls nicht gehören sie mir. Und jetzt genug der Vorrede und viel Spaß beim Lesen des ersten Kapitels.
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Es war dunkel,es war neblig und Wellen schlugen gegen die felsige Küste der Insel Illium. Doch dass war angesichts der späten Stunde keine Besonderheit. Allgemein gab es auf dem Wachtposten Lothon, einem kleinen Militärstützpunkt auf der Insel Illium keine besonderen Vorkommnisse. Etwa siebzig Soldaten bewachten den westlichsten Militärstützpunkt Alagaësias, die aufgrund der Nähe der Insel zum Königreich Broddring, dem Reich der Menschen, allesamt menschlich waren. Zusätzlich zu den Soldaten befanden sich auch der elfische Drachenreiter Flingolin und seine ebenfalls elfische Schülerin Satillya mit ihren Seelenpartnern, dem großen grünen Drachen Nidhögr und der kleineren, hellblauen Shaina als Gäste auf dem Stützpunkt. Jenem Stützpunkt, der den ersten Verteidigungspunkt Alagaësias gegen jegliche Gefahren aus dem Westen darstellte.
"Gibt es irgendwelche besonderen Vorkommnisse, Commander Jacoln?" fragte Satillya den Kommandanten des Stützpunktes und zu dieser Zeit diensthabenden Wachsoffiziers zum gefühlt zehnten Mal, während sie sich eine Strähne ihres tiefschwarzen Haars aus dem Gesicht wischte.
"Wie schon die ganzen Male zuvor gibt es keine besonderen Vorkommnisse, Lady Satillya" antwortete der Kommandant pflichtbewusst "Genau genommen gab es noch nie ein besonderes Vorkommniss seitdem ich vor drei Jahren meinen Dienst auf diesem Wachtposten begonnen hatte.".
"Das mag sein Commander, aber dieser Wachtposten ist dennoch wichtig" gab die junge Reiterin zurück "Sollte es jemals eine Gefahr aus dem Westen geben ... Wartet, ich glaube ich höre etwas.".
"Ich glaube nicht, dass ich euch folgen kann Sir" erwiderte Jacoln verwundert "Ich höre nichts außer das Rauschen des Meeres.".
"Ich bin eine Elfe, ich habe ein feineres Gehör als ihr" erklärte Satillya "Und wenn ich mich nicht täusche, klingt das so, als ob ein Schiff durch das Wasser gleiten würde.". "Unmöglich" antwortete Jacoln "Kein Schiff könnte bei diesen Bedingungen ohne jegliche Beleuchtung unterwegs sein. Und wenn würden wir es von unserem Leuchtturm aus eher sehen, als dass ihr es hören würdet.".
"Jetzt spüre ich auch etwas. Eine große Dunkelheit. Etwas mächtiges" sagte die junge Reiterin weiter, während sie sich mit der linken Hand die Stirn hielt.
"Was genau spürt ihr?" fragte der Commander verwirrt "Befinden wir uns in Gefahr?".
Satillya wollte gerade etwas erwidern, als ein deutlich hörbares pfeifen ertönte und plötzlich quasi aus dem Nichts ein brennendes Geschoss auftauchte, welches nur knapp neben ihnen auf der Aussichtsplattform des Leuchtturmes einschlug und diese beschädigte.
"Wir werden angegriffen" rief Satillya nun ebenfalls panisch "Schlagt sofort Alarm.".
Ohne zu zögern läutete Jacoln die Alarmglocken, woraufhin alle nicht diensthabenden Soldaten so schnell wie möglich ihre Nachtruhe beendeten und sich kampfbereit machten, während immer weitere Geschosse in das Mauerwerk des Leuchtturmes und des restlichen Stützpunktes einschlugen und diesen immer stärker beschädigten. Da die Geschützstellungen des Wachtpostens als erstes zerstört worden waren und die Besatzung nicht zurück schießen konnte, versammelten sich alle Soldaten im Innenhof des Stützpunktes. Mittlerweile war auch Leuchtturm so schwer getroffen, dass zum einen die Treppe nach unten nicht mehr begehbar war und er zum anderen jeden Moment einzustürzen drohte. In dieser chaotischen Situation konnte Satillya nur noch einen klaren Gedanken fassen "Shaina".
"Braucht ihr jemanden der euch abholt? Die Drachentransportgilde steht zur Verfügung." sagte die junge Drachendame, die sich der Gefahr offensichtlich nicht bewusst war, zu ihrer Reiterin.
"Ich habe jetzt keine Zeit für deine Scherze" antwortete Satillya hektisch, woraufhin Shaina ihre Reiterin und den Soldaten auf ihren Rücken steigen ließ und ohne ein weiteres Kommentar nach unten flog. Kaum war Shaina wieder losgeflogen, wurde der Leuchtturm schon wieder von einem Geschoss aus der Dunkelheit getroffen und stürzte ein. Kurz darauf spürte Satillya, dass fünf Soldaten es nicht geschafft hatten rechtzeitig aus dem einstürzenden Bauwerk zu entkommen und daraufhin unter den Trümmern begraben wurden und starben.
"Entschuldigung für die Reaktion meine Schöne, aber da oben war alles etwas hektisch" entschuldigte Satillya sich bei ihrer Seelenpartnerin, als sie sich wieder ein wenig beruhigt hatte.
"Ist schon in Ordnung" antwortete die Drachendame "In der Situation war es wirklich auch nicht angebracht witzig sein zu wollen.".
Kurz danach hatten sie den Hof des Stützpunktes erreicht, wo die restlichen Soldaten sich versammelt hatten und wo auch Meister Flingolin auf seine Schülerin wartete wartete.
"Meister, wir werden angegriffen" sagte Satillya ganz außer Atem.
"Beruhige dich Satillya, ich habe es auch gespürt" antwortete Flingolin ruhig "Und wenn es das ist was ich vermute, haben wir ein großes Problem.".
"Könntet ihr uns bitte alle ins Bild setzen, Meister Flingolin" bat nun Commander Jacoln "Immerhin sind wir alle davon betroffen.".
"Wir haben jetzt keine Zeit für Erklärungen, wir müssen den Stützpunkt verteidigen" antwortete Flingolin kurz "Wenn ich Recht haben sollte und wir hier versagen, ist ganz Alagaësia in Gefahr.".
"Dann ab auf eure Posten" rief Jacoln seinen Soldaten zu "Bekämpfen wir diese Angreifer mit allem was wir haben.".
Noch während die Soldaten scheinbar durcheinander auf ihre Posten gingen, explodierte ein Teil der westlichen Mauer unter lautem Getöse. Während sich die Besatzung des Stützpunktes ebenso wie die beiden Drachenreiter zu dem entstandenen Loch zuwandten, strömten bewaffnete Kämpfer in dunklen, glänzenden Rüstungen durch das dort entstandene Loch.
"Hindert sie daran, in den Stützpunkt einzudringen" rief Flingolin und ging gemeinsam mit seiner Schülerin sowie mit den Soldaten auf die Angreifer zu, die ihre Kontrahenten sofort attackierten. Die beiden Drachenreiter und Jacolns Soldaten schienen ihre Position für eine kurze Zeit lang halten zu können, doch für jeden besiegten Angreifer kamen scheinbar immer mindestens zwei neue Angreifer nach, die dessen Platz einnahmen, weshalb die Verteidiger immer weiter zurückgedrängt wurden, immer mehr Verluste hinnehmen mussten und sich schließlich in die letzte noch intakte höhere Ebene zurückziehen mussten.
"Seit wann gibt es Menschen mit roter Haut und gelben Augen, Meister?" fragte Satillya ihren Meister, nachdem die Drachenreiter und die überlebenden Soldaten es gerade so geschafft hatten, den Angreifern zu entkommen.
"Das sind keine Menschen, das sind Korrabanti" antwortete Flingolin ruhig, auch wenn er es nur mit Mühe schaffte, seine Besorgnis zu verbergen.
"Korrabanti?" fragte nun Commander Jacoln entsetzt und die letzten zehn verbliebenen Soldaten stimmten in die verunsicherten Blicke ihres Kommandanten ein.
"Die Eingeborenen der Insel Korraband. Das Schatten-Imperium ist hier, Alagaësia befindet sich in größter Gefahr." antwortete der Elf.
Bevor Flingolin noch mehr sagen konnte sah er von der erhöhten Position aus, wie die Korrabanti-Soldaten sich links und rechts von dem Loch in der Mauer aufreihten und zwei großgewachsene Männer durch das Loch kamen. Der eine Mann trug eine blutrote Kutte mit einer Kapuze die er über den Kopf gezogen hatte, hatte gelblich glühende Augen und eine unnatürlich blasse Haut. Seine Haut war sogar so blass, dass die Blutgefäße unter der Haut als dunkle Muster im Gesicht zu erkennen waren. Der andere Mann trug eine leichte, schwarz-rote Rüstung mit goldenen Verzierungen wie einen Helm der sein Gesicht verdeckte. Nur seine ebenfalls glühenden Augen waren durch Schlitze in seinem Helm zu erkennen.
"Das sind Schatten" flüsterte Flingolin Satillya und den Soldaten zu "Satillya, du musst verschwinden und den Orden warnen.".
"Und was ist mit euch, Meister?" fragte Satillya verunsichert.
"Ich werde die Schatten ablenken" antwortete der ältere Reiter.
"Ich sollte an eurer Seite sein" widersprach Satillya "Ich bin kein Kind mehr, ich kann kämpfen.".
"Wenn du wüsstest, womit wir es hier zu tun haben, würdest du das anders sehen." erklärte Flingolin ruhig "Wenn du an meiner Seite bleibst, wirst du mit mir sterben und diese Leute werden den Rest von Alagaësia überraschen können, aber wenn du jetzt gehst sind sie vorbereitet und viele Leben können dadurch gerettet werden.".
"Ich verstehe, Meister" antwortete Satillya, die mittlerweile den Tränen nahe war, schniefend "Möge eure Klinge scharf bleiben, Meister Flingolin.".
"Möge deine Klinge ebenfalls scharf bleiben Satillya, möge der Wind deine Schwingen tragen Shaina" entgegnete Flingolin und sprang elegant von der erhöhten Plattform hinunter zu den Schatten und ihren Soldaten. Kurz darauf folgte ihm auch sein Seelenpartner Nidhögr, der wütend fauchte und einen Feuerstoß auf die beiden Schatten und ihre Soldaten schickte. Der rechte der beiden Schatten, der mit der schwarz-roten Rüstung, hob jedoch blitzschnell seine Hand und murmelte etwas unverständliches, woraufhin die Flammen an einer scheinbar unsichtbaren Wand abprallten.
"Das ist lächerlich" zischte der andere Schatten während sein Gesicht sich zu einer grinsenden Fratze verzog und die zehn übriggebliebenen Soldaten mit einem roten Energieblitz tötete "Und jetzt werdet ihr sterben.".
Daraufhin zogen sowohl Flingolin als auch die beiden Schatten ihre Schwerter und die beiden Schatten griffen sofort an. Doch Flingolin war ein exzellenter Schwertkämpfer, weshalb er es schaffte, jeden Hieb seiner Kontrahenten abzublocken. Gerade tauchte Flingolin elegant unter einen wuchtigen Schwerthiebs des Schattens mit der roten Rüstung hindurch, nur um direkt im Anschluss die Klinge des anderen Schattens wenige Zentimeter vor seinem Gesicht abzublocken. Insgesamt versuchte der Elf, seine Wendigkeit zu seinem Vorteil zu nutzen, da die beiden Schatten zwar offensichtlich sehr gute Kämpfer waren, aber schlecht aufeinander abgestimmt waren und eher wie zwei Individualkämpfer als wie ein eingespieltes Team kämpften. Daher gelang es den Schatten zwar, ihren Gegner komplett in die Defensive zu drängen aber sie schafften es nicht, einen klaren Vorteil zu erkämpfen und den Kampf zu entscheiden. Während die Kontrahenten sich immer weiter bekämpfen und Flingolin sein ganzes können aufbringen musste, um nicht getötet zu werden, sah er im Augenwinkel, wie der hellblaue Drache seiner Schülerin losgeflogen war. Doch der Schatten mit der roten Kutte hatte dies ebenfalls bemerkt, woraufhin er mittels Magie einen Feuerball beschwor, welchen er in Richtung von Satillya und Shaina schoss. Nachdem er die junge Drachendame nur knapp verfehlt hatte, beschwor er einen weiteren Feuerball, wobei er jedoch von Flingolin gestört wurde, der mit seinem Schwert nach ihm schlug, woraufhin er sich verteidigen musste. Der Schatten mit der Rüstung hatte jedoch seine Chance erkannt und während Flingolin mit dem anderen Schatten beschäftigt war, rammte er ihm sein Schwert in den Rücken. Während Flingolin zu Boden fiel und und seine Sehkraft nachzulassen begann, konnte er jedoch noch erkennen wie Shaina als kleiner Punkt am Himmel verschwand, woraufhin er nun sicher sein konnte, dass seinen Schülern die Flucht geglückt war. Und mit diesem Wissen starb der Drachenreiter Flingolin. Nun stand Nidhögr den beiden Schatten alleine gegenüber, doch obwohl seine Zähne und Klauen gefährliche Waffen waren, wurde die geringere Größe zum Vorteil für die beiden Schatten. Während Nidhögr rasend vor Wut versuchte, den Mörder seines Reiters mit seiner Vorderpranke zu zerquetschen und immer wieder nach ihm schlug, gelang es dem Schatten mit der roten Kutte auf den Hals des Drachens zu springen und ihm sein Schwert mehrfach in den Hals zu rammen. Mit einem lauten brüllen starb auch der große grüne Drache.
"Ihr habt den jungen Drachen entkommen lassen, Lord Kadros" zischte der Schatten mit der Rüstung seinen Kollegen an "Nun werden sie gewarnt sein.".
"Das ist egal, Lord Cravenious" antwortete Lord Kadros "Denn egal ob vorbereitet oder nicht, sie werden trotzdem keine Chance haben und dieses Land wird an unser Imperium fallen.".
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