Pokémon Blark

von KiraNear
GeschichteAllgemein / P6
26.07.2018
26.07.2018
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Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, was ich hier noch groß sagen soll, ohne, dass ich einfach wiedergebe, was ich bereits in der Meinung oben wiedergegeben habe. Der Band hat mir sehr stark Spaß gemacht und ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich sagen würde, dass hier war eines meiner Lieblingsbände. Ich bin sehr gespannt auf Band 6, versuche aber, meine Erwartungen auf einem normalen Level zu halten. Zu meinem Glück oder Unglück, je nachdem, wie man es betrachten will, habe ich noch genug andere Bücher, die ich noch lesen darf/sollte/muss, bevor ich mich auf Band 6 der Reihe stürzen darf. Freuen tue ich mich auf jeden Fall und es gibt nicht nur einen Charakter, bei dem ich mich frage, wie es mit ihm oder ihr weitergehen wird, unabhängig davon, ob es nun ein Lieblingscharakter ist oder nicht. Das hat der Band hier geschafft und das finde ich irgendwie super. Daher bekommt der Band von mir 5 Rubine…

Ein letztes Mal warf ich einen Blick über die Rezension, überprüfte, ob sich darin noch das eine oder andere Fehlerchen versteckte oder nicht. Wie immer versteckten sich manche von ihnen im hohen Buchstabengewirr und erst nach Wochen oder mehrfachem Durchlesen fielen sie mir auf. Ich hatte mir bereits dank meiner Mutter eine unfreiwillige Pause genommen, als sie mich mit lautstarker Stimme hinunter ins Wohnzimmer zitierte und anschließend darum bat, die frisch gewaschene Wäsche aus der Waschmaschine herauszuholen und auch zugleich aufzuhängen. Langsam war ich die Treppe hinunter getrottet, hatte die Wäsche im Korb verstaut und vorsichtig die Kellertreppe hinaufgetragen. Kaum wurde die Wäsche fein säuberlich am Ständer aufgehängt, hatte ich mich wieder an meinen Computer gesetzt und den Rezensionstext noch einmal sorgfältig vom Anfang bis zum Ende gelesen. Zufrieden setzte sich ein Lächeln auf meinen Lippen fest. Nein, noch genauer konnte ich meine Meinung zu diesem Buch, dem fünften Band der Game of Thrones Reihe, nicht auf den Bildschirm bringen.

Zeitgleich überlegte ich mir, wann ich mir den nächsten Band besorgen könnte. Theoretisch war der Band immer verfügbar, wann immer ich in der Bibliothek meines Freunds unterwegs war, zumindest hatte ich ihn so gut wie jedes Mal gesehen, wenn ich einen Blick auf das entsprechende Regal geworfen hatte, zusammen mit Band fünf, neun und zehn. Doch so schnell wollte ich mir den sechsten Band nicht besorgen.

Mal sehen, da wäre erst einmal die Kastellanin, dann noch Winnetou I und der neue Band von King und seinem Sohn … ne, bis ich das gelesen habe, dauert es bestimmt noch mindestens zwei oder drei Wochen. Bei meinem Tempo ist das auch kein Wunder.

Kichernd überflogen meine Augen den Text, achteten auf Unstimmigkeiten, wurden jedoch nicht fündig. Schließlich öffnete ich drei zusätzliche Tabs, öffnete die üblichen Seiten und speicherte wie gewohnt meine Rezension auf Animexx, meinem Bücherblog und Lovelybooks. Kaum hatte ich die beiden Blogeinträge auf den nächsten Tag vordatiert, legte ich meine Arme an meinen Hinterkopf und entspannte mich. Aus meinen Computerboxen lief in einer angenehmen Lautstärke Musik aus meiner Sammlung, wie schon so oft in letzter Zeit ließ ich Spotify im Shufflemodus im Hintergrund laufen, solange ich meine Rezension schreib und postete. Wie immer war es ein angenehmes Hintergrundgeräusch, das mir auf eine seltsame, fast schon magische Art und Weise dabei half, mich zu konzentrieren, selbst, wenn ich die Melodie dabei immer ausblendete und höchstens am Rand mitbekam, welcher Song gerade abgespielt wurde.

So, und was mache ich nun als nächstes? Gönne ich mir noch mehr Steven Universe auf Deutsch? Oder sollte ich lieber noch ein wenig lesen … huch, das ist so schwer … irgendwie will ich beides machen und gleichzeitig was anderes … wie machen das andere Menschen? Die, die sich nur für ein Hobby entschieden haben? Oder die, die einfach nichts tun können. Ist das einfacher? Ist das Leben dann angenehmer, wenn man sich nicht entscheiden muss, welches Hobby man jetzt ausführen möchte? Sitzen sie auch stundenlang da, in denen nichts passiert, obwohl sie sich so viel vornehmen? Dass sie es machen, weil sie es sich vorgenommen haben? Wäre schon echt mal interessant, die Gedanken anderer Leute lesen zu können. Ob sie auch die ganze Zeit nachdenken? Ob sie auch die ganze Zeit Ohrwürmer haben? Oder ob es bei ihnen auch mal stumm ist? Auf die nicht unheimliche Art? Oder ist es für mich nur unheimlich, weil ich es nicht gewohnt bin, dass es in meinem Kopf stumm ist? Dass immer irgendwas in meinem Kopf passiert? Uff, ich denke schon wieder zu viel nach, aber was soll man machen?

Ein weiteres Mal sah ich auf die Uhr. Zum einen wäre es mir ganz recht gewesen, wäre die Zeit soweit fortgeschritten, dass ich ins Bett gemusst hätte. Auf der anderen Seite aber wollte ich nicht, dass der Tag schon zu Ende geht. Ich wollte nicht schon wieder einen sinnlosen Tag hinter mich bringen, an dem ich effektiv nichts erreicht hatte. Jahrelang war ich einfach nur Zuhause gesessen, ohne wirklich etwas zu tun und wenn man mich gefragt hätte, wäre das vermutlich meine Antwort gewesen: YouTube und sonst nichts. In diesem Moment zeigte mir meine Uhr dreiviertel Eins am Rechner an und es dauerte auch nicht lange, bis ich gelangweilt nach meinem Handy griff. In der linken, oberen Ecke leuchte das Lämpchen grün und ich fragte mich, was die Ursache dafür wäre.

Ob ich wieder eine Meldung von Pokémon Go erhalten habe? Oder ob mich jemand wieder bei Quizduell herausgefordert hat? Das hab ich ja auch wieder so vernachlässigt … irgendwie wird es immer schlimmer mit mir. Je älter ich werde, desto mehr fange ich an und lasse es einfach fallen. Oder war ich schon immer so und wollte es nur nie wahrhaben?

Mein Zeigerfinger strich über das kleine Lesefeld auf der Rückseite des Smartphones, mein Fingerabdruck wurde augenblicklich erkannt. Pink Diamond blickte wie jeden Tag aus meinem Wallpaper heraus auf die linke Seite und wie immer erfreute ich mich an ihrem Anblick. Doch der Anblick war nur von kurzer Dauer, sofort strich ich über den Bildschirm, um mir die Benachrichtigung anzusehen. Es war eine Mitteilung meines Kalenders, ich hatte mir wohl irgendwann eine Erinnerung erstellt und diese erschien nun auf meinem praktischen Vielzweckgerät. "Ex-Raid Blumenwiese" war dort zu lesen, wie auch die Uhrzeit. Ich blickte von der Beschreibung des Termins, genauergesagt von der Zeitangabe hinauf zur Anzeige der aktuellen Uhrzeit und wieder zurück. In meinem Hirn begann es zu rattern. Ja, das Datum stimmte mit dem heutigen überein und auch die Uhrzeit wäre in zehn Minuten erreicht. Gleichzeitig erkannte ich, dass ich mal wieder die anderen Erinnerungen, welche bereits am vorigen Abend und vor ein paar Stunden eingetrudelt waren, ignoriert hatte. Dunkel tauchte eine Erinnerung auf, die mir sagte, dass ich auch bereits vor über einer Woche über den Ex-Raid informiert wurde, konnte aber auch mit einer ziemlichen Sicherheit davon ausgehen, dass ich diese erste Benachrichtigung wie immer sofort vergessen hatte. In meinen Gedanken begann es zu rattern, ich konnte die Zahnräder geradezu vor meinem inneren Auge sehen, als mein Hirn eins und eins zusammen zu zählen begann.

Mist, verdammt, ich komme zu spät!

Deutlich unruhiger griff ich nach meiner kleinen, braunen Umhängetasche und begann, die üblichen Dinge einzupacken, die ich so auf einem Raid benötigte: meine zwei Smartphones, eine Powerbank und die zwei dazugehörigen Kabel, Auto- und Hausschlüssel, meinen Geldbeutel und eine komplett neue Packung an Taschentüchern. Die Autoschlüssel verschwanden in der Hosentasche - zum Laufen war die Ex-Raid-Arena dann doch zu weit weg.

Kaum war ich im Flur angekommen, setzte ich mir meine "Rick and Morty" Cap auf, eine die sich wie eine sanfte Umarmung auf meinen Kopf legte und band mir meine rot-schwarze Harley Quinn Jacke um. Zwar war es draußen noch ziemlich warm, doch in letzter Zeit hatte sich das Wetter mitten am Tag geändert und von warm/heiß in kalt und nass gewandelt. Da ich allerdings kein Interesse hatte, noch mehr Tage auf meinem Krankheitskonto zu sammeln, als überhaupt schon tragbar war, wollte ich dieses Mal kein Risiko eingehen.

"Mama, ich bin nur mal kurz weg, ich komme bald wieder!", sagte ich in die Richtung des Wohnzimmers.

"Gehst du wieder Pokémon sammeln?" rief sie zu mir hinaus in den Flur. Nickend beantwortete ich ihre Frage positiv.

"Viel Spaß!", rief sie mir nun zu. Ich schluckte, wusste ich doch, was mich erwarten würde. Ich würde zum zweiten Mal versuchen, Mewtu in meinen Apps zu fangen. Doch ich würde es ihr nie erklären können, dazu war sie viel wenig mit der Materie vertraut oder überhaupt daran interessiert.

"Danke schön, das werde ich brauchen! Bis später!", entgegnete ich und hoffte, dass ich nicht allzu gestresst klang. Doch selbst wenn meine Mutter etwas davon bemerkt hätte, ich konnte es bereits nicht mehr hören, da ich augenblicklich das Haus verlassen hatte, mit dem Ziel ins Auto zu hüpfen und zur Arena zu fahren. Gedanklich war ich bereits voll bei dem Ex-Raid, malte mir meine Chancen gegen das Mewtu aus, das ich bei diesem Raid bekämpfen würde, wie viele Beleber mal wieder drauf gehen würden und auch, wie viel Zeit ich noch hatte. In Gedanken hatte ich auch meine Teamkollegen zigmal angeschrieben, dass ich mich für ein paar Minuten verspäten werde.



Doch kaum hatte ich die Haustür mit einem kräftigen, aber vorsichtigen Zug verschlossen und mich wie aus dem Muskelgedächtnis für den kleinen Absatz, der sich vor unserem Hauseingang befand bereit gemacht, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Vor mir tat sich ein großes, fremdartiges Gebäude auf. Es schien aus hellbraunen Backsteinbauern zu bestehen und befand sich direkt vor mir. Irritiert rieb ich mir die Augen, das konnte sich nur um einen seltsamen Tagtraum handeln. Oder hatte ich mich vorhin wieder vor lauter Müdigkeit ins Bett gelegt und bisher nur noch nicht aufgewacht? Gewundert hätte es mich nicht, immerhin waren meine Träume schon immer eine Mischung aus meinem normalen Alltag und fantastischen Dingen, die für mich in diesem Moment allerdings vollkommen nachvollziehbar waren.

Es gab nur einen Weg, um herauszufinden, ob ich mich wirklich in einem Traum befand oder nicht. Energisch griff ich mir an den Arm und zwickte mich, so fest ich konnte. Doch ich wachte nicht auf, stattdessen breitete sich an der Stelle, welche sich zwischen meinen zwei Fingern befand, ein unangenehmer Schmerz aus. Das war kein gutes Zeichen. Unabhängig davon, wie tief ich mich in einem Traum befand oder wie sehr ich an ihn glaubte, es gab immer ein sicheres Zeichen: Ich konnte nichts spüren. Mein Hirn konnte mir zwar sagen, wie sich etwas anfühlte und doch war es kein richtiges Gefühl. Ich spürte es nicht richtig. Doch in diesem Moment zwickte es an meinem Arm, weswegen ich ihn sofort losließ. Die Umgebung vor mir hatte sich nicht verändert. Statt unserem kleinen Weg, der von unserem Haus wegführte oder der Hecke, mit der sich die Nachbarn vom Gehweg abgeschottet hatten, sah ich nur ein großes, orangefarbenes Backsteingebäude.

Was ist hier los?, fragte ich mich verwirrt in Gedanken und sah mir das Haus näher an. In meinem Hinterkopf kribbelte es und ich wurde das Gefühl nicht los, als wäre mir das Gebäude nicht unbekannt. Als hätte ich es vor einer langen Zeit bereits einmal gesehen, in einer Zeit, die längst vergangen war.

Irgendwie hab ich das Gefühl, als müsste ich das Haus kennen. Nur, woher? Woher sollte ich das Haus kennen? Ist es vielleicht eine Erinnerung aus einem alten Leben? Oder ist es nur wieder eine Erinnerung, die von meinem Hirn über die Zeit verfälscht wurde? Naja, darüber nachzudenken bringt mir jetzt auch nichts. Vielmehr sollte ich mal zusehen, dass ich was herausfinde ... aber zuerst sollte ich meinen Mitraidern verraten, was mit mir los ist. Die warten doch auf mich.

Mit einem geübten Griff fischte ich mein Haupthandy aus der Umhängetasche, doch statt dem üblichen und gewünschten 4G konnte ich nur erkennen, dass mein Handy hier keinen Empfang hatte, zumindest was das mobile Internet anging. Meine Leute über Whatsapp also über meine Abwesenheit zu informieren, war also unmöglich.

Na toll, jetzt warten die umsonst auf mich ... hoffentlich finde ich heraus, was los ist. Rechtzeitig schaffen werde ich es bestimmt nicht mehr, aber ich möchte wenigstens wieder nach Hause.

Verwirrt drehte ich mich um, doch hinter mir befand sich ebenfalls nur ein Haus aus Backstein. Meine Haustüre war wie der Rest meiner normalen Umgebung verschwunden, irgendwo hin an einen Ort, den ich nicht kannte. Um den Akku zu schonen, schaltete ich das Handy wieder in den Standby zurück und steckte es in die Umhängetasche. Dabei fiel mein Blick wieder auf das Gebäude vor mir und zum ersten Mal bemerkte ich, dass sich ein Schild davor befand. Neugierig ging ich auf das Schild zu und las, was darauf wie in Stein eingraviert worden war:  Bahnhof.

Toll, das ist ja echt hilfreich. Bahnhof ... ja und was bitte schön für einer? Da ist ja die Bahn sogar effektiver, indem sie den Haltestellen Namen verpasst hat. Oder steht da eigentlich noch mehr? Das ist alles so verwittert ... uff, das könnte wirklich ein Bahnhof der DB sein, bei dem Zustand des Schildes ...die sind ja auch nach wie vor zu geizig fürs W-LAN im Regionalzug. Vielleicht sollte ich mich ein wenig mehr umsehen.

Noch immer ziemlich verwirrt ging ich die Straße entlang, darauf achtend, dass mir kein Fahrzeug entgegen kam. Der Bode bestand ebenfalls aus einer Art Fliesen, fast so, wie wenn man seinen Garten dekorieren würde. Doch im Gegensatz zu meiner alten Heimatstadt war der Kopfsteinboden eben und damit sehr einfach zu begehen. In ein paar wenigen Schritten hatte ich eine Kreuzung erreicht, welche in vier verschiedene Richtungen führte. In die, aus der ich gekommen war, unter den hochliegenden Gleisen des Bahnhofs hindurch und zu verschiedenen Gebäuden dieser fremdartigen Stadt. Manche der Gebäude machten einen höchst technologischen Eindruck und doch passten diese futuristischen Häuser ganz gut in diese Backsteinumgebung. Denn dank verschiedener Designelementen wie geschwungenen, weißen Dächern oder großen Fenstern machten auch die Backsteinhäuser einen recht modernen Eindruck. Sie wirkten, als wären sie höchstens zwanzig Jahre alt und nicht, als würden sie wie Fachwerkhäuser bereits mehrere hundert Jahre auf dem Buckel haben.

Gerade, als ich mich noch ein wenig umsehen und mich für eine der drei anderen Straßen der Kreuzung entscheiden wollte, sah ich noch im Augenwinkel etwas, das sich mir näherte. Instinktiv hob ich die Arme, um mich vor der möglichen Bedrohung zu schützen, da wurde ich bereits zu Boden gerissen. Die unteren Körperteile, besonders meine Hüfte, begannen zu schmerzen und ich brauchte ein paar Sekunden, um zu verarbeiten, was gerade eben passiert war. Als ich die Augen wieder öffnete und versuchte, mich wieder aufzurichten, spürte ich, wie etwas warmes und schweres auf mir lag. Genauer gesagt ein menschlicher Körper, der zu einer Person gehörte, die ich nicht kannte. Ohne dass ich einen Ton gesagt hatte, kletterte die Person von mir herunter und blieb neben mir auf den Knien sitzen. Ihr Oberkörper bebte und allein schon die Hände, die sie sich ins Gesicht gepresst hatte, sagten mehr als 1000 Wörter. Beim Anblick ihrer pinken Haare kitzelte es erneut in meinem Hinterkopf, doch auch dieses Mal konnte ich das Gefühl nicht zuordnen.

"Hey, es ist schon in Ordnung, es war bestimmt nur ein Unfall. Oder hast du dir wehgetan?", fragte ich, kramte nach einem Taschentuch und reichte es dem Mädchen. Es dauerte ein paar Sekunden, bis sie die Hände vom Gesicht runternahm und schwach den Kopf schüttelte, ihre zwei pinken Zöpfe flogen ihr nur so um den Nacken. Schließlich nahm sie das Tuch an sich, schnäuzte kräftig und blickte mir in die Augen. Ihr eigenen waren stark verweint, noch immer konnte ich einzelne Tränen in ihnen erkennen. Wie auch die Region um ihre Augen waren auch ihre Wangen gerötet. Was auch immer passiert war, es hatte vermutlich nichts mit unserem Sturz zu tun. Schniefend sah sie mich an und ich überlegte, ob und was ich tun könnte. Konnte ich überhaupt etwas tun? Oder wird sie gleich aufstehen und weglaufen? Ich beschloss, es auf einen Versuch angekommen zu lassen.

"Hey ... ist alles in Ordnung? Kann ich dir vielleicht helfen?"

Wieder sah sie zu mir hoch und blickte mir direkt in die Augen. Je länger ich sie betrachtete, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass ich sie eigentlich bereits kannte. Es lag mir auf der Zunge, doch ich erreichte es nicht.

"Ich ... bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob du mir helfen kannst. Du siehst nicht gerade wie ein Pokémon Trainer aus...", schniefte sie vor sich hin.

Wie ein Pokémon Trainer? Naja, ich bin einer dank Pokémon Go, aber das wird sie kaum meinen. Oder war sie auf dem Weg zu einem Raid und konnte das Pokémon nicht besiegen, weil sie alleine zu schwach war? Sind ihr etwa die Beleber ausgegangen? Ne, das kann es nicht sein. Am besten sage ich gar nichts in der Richtung, wenn, dann wird sie es wohl von selbst erwähnen. Aber was könnte sie sonst damit gemeint haben? Niemand, egal in welcher der beiden Gruppen, nennt einen anderen Spieler Pokémon Trainer ... nein, wir nennen uns alle Spieler. Das ist schon etwas seltsam.

"Naja, nein, ich bin kein Trainer, aber vielleicht kann ich dir ja trotzdem helfen, wenn du möchtest", versuchte ich so aufmunternd wie möglich zu sagen, zweifelte aber gleichzeitig daran, ob ich wirklich damit bei ihr etwas erreichte oder ob es wirkungslos war.

Ein weiteres Mal wischte sie sich mit dem Taschentuch über Nase und Auge, bevor sie sich vor mir aufrichtete. Zwar wirkte sie kein Stück zufriedener, aber immerhin konnte ich ihr Weinen stoppen. Ein kleiner Anfang.

"Ich ... ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", meinte sie unsicher. "Am besten, ich fange einfach von vorne an. Mein Name ist Bianka und ich bin, nein, Moment, war Arenaleiterin dieser Stadt", sagte sie mir und reichte mir beschämt ihre Hand. Ohne irgendeinen Hintergedanken erwiderte ich ihre Geste.

"Mein Name ist Kira und ich bin neu in dieser Stadt", sagte ich vorsichtig, versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Ihr Name war wie eine Ohrfeige gewesen, eine, die mir sagte: Erinnere dich an mich. Sämtliche Gefühle kamen in mir hoch: Das hier war die Arenaleiterin, die ich in der zweiten Generation von Pokémon am meisten gefürchtet hatte. Sie und ihr verdammtes Miltank! Aber das konnte nur eines bedeuten: Dass ich mich in der Welt der Pokémon, genauer gesagt in der Kanto Region in einer Stadt befand, an deren Namen ich mich genauso wenig erinnern konnte, wie an den Namen des Mädchens vor mir, noch vor ein paar wenigen Minuten.

"Hallo Kira ... willkommen in Dukatia City. Tut mir leid, dass ich dir keinen schöneren Empfang geben kann. Vermutlich bist du gerade erst mit dem Zug angekommen, nicht wahr?"

"Ja, so könnte man das sagen", antwortete ich und hoffte, dass sie nicht weiter nachfragen würde. Woher ich kommen würde, was ich hier wollte oder anderes. Daher beschloss ich, das Gespräch in eine andere Richtung zu lenken. Fragen, die ich verhindern konnte, waren keine Fragen, die ich beantworten musste. Fragen, die ich sowieso nur schwer beantworten konnte.

"Was meintest du damit, dass du die Arenaleiterin gewesen warst? Hast du etwa damit aufgehört? Oder wurde die Arena in dieser Stadt geschlossen?"

Am besten ist es, wenn ich so tue, als wäre ich schon immer ein Teil dieser Welt gewesen, ein bisschen Ahnung kann ich ja haben. Haben ja die NPCs in den Spielen ja auch. Ist ja nicht so, als wäre das Trainer-Dasein und auch das mit den Arenen und alles exklusives Wissen, das nur die Trainer und Arenaleiter besitzen. Ein bisschen was kann ich als normaler Zivilist ja auch mal gehört haben.

Für einen kurzen Moment befürchtete ich, dass ich das Falsche gesagt haben könnte und dass sie wieder in einen Tränenfluss ausbrechen würde, doch zu meinem Glück passierte es nicht. Wieder schüttelte sie ihren Kopf schwach.

"Nein, nicht wirklich. Das ist mir ein wenig unangenehm, vor allem, einer Fremden gegenüber."

Sie schniefte ein wenig, doch schien ihre Kontrolle über sich immer mehr und mehr wieder zurück zu gewinnen.

"Ich habe gegen den gegenwärtigen Arenaleiter verloren, leider. Es beschämt mich, aber wie es aussieht, habe ich das Training wohl viel zu sehr schleifen lassen. Ich habe mich zu sehr auf meine Pokémon und ihre Stärke verlassen. Ich habe sie im Stich gelassen und das hat sich nun gerächt."

Sie strich sich über ihre Augen, auch, wenn es dort nichts wegzustreichen gab. Ihre Tränen waren längst versiegt.

"Dagegen muss ich etwas tun. Ich muss trainieren und wieder zu meiner alten Stärke zurück finden, wenn ich die Arena wieder zurückbekommen möchte. Sag mal ... ich weiß, du bist keine Trainerin, aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, eine zu werden?"

OMG OMG OMG OMG OMG ... is this really happening? This is not a dream! Und auch keine Übung! Lass dir jetzt bloß nicht anmerken, wie sehr du dir das schon seit deiner Kindheit wünscht. Bestimmt kann man es mir trotzdem im Gesicht ablesen.

"Offenbar war es wohl Schicksal, dass wir uns hier getroffen haben. Ich kann es in deinen Augen ablesen, dass du offenbar dem Trainerdasein nicht ganz abgeneigt bist", sagte sie mit einem kleinen Zwinkern und ich konnte sogar ein kleines Lächeln auf ihren Lippen erkennen.

"Dann ist es ja perfekt. Ich möchte ein wenig Abstand nehmen, von hier, von dieser Stadt und von meiner Arena ... sieh mich an, ich kann immer noch nicht aufhören, sie als meine Arena zu bezeichnen. Jedenfalls ...", sie griff an ihren Rücken und reichte mir einen Pokéball. Verwirrt sah ich sie an.

"Ich werde nach Kanto fahren und versuchen, mich selbst zu finden. Ich werde sehr viel Zeit in mein Training bringen müssen, auch an mir selbst. Das kann ich hier nicht, zu viel würde mich ablenken und nur an meine Niederlange erinnern. In Kanto habe ich die Chance, einen Neuanfang zu starten. Und hiermit kannst du dein allererstes Pokémon fangen oder zumindest erste Erfahrungen sammeln. Das ist doch gar nicht so schlecht oder?"

Nun schüttelte ich den Kopf, war zu unfähig, irgendetwas zu sagen oder mich sonst verbal zu äußern.

"Vielen Dank", sagte ich mit zitternder Stimme und nahm den Pokéball vorsichtig entgegen. Er fühlte sich kühl in meiner Hand an und viel leichter, als ich es mir immer vorgestellt hatte.

"Ich habe nur eine Bitte", sagte Bianka und ich blickte ihr ins Gesicht. Sie sah nun viel erleichterter aus.

"Ich gebe dir für eine unbestimmte Zeit mein geliebtes Pixi in deine Obhut. Kümmere dich gut um es. Sei gut zu ihr und sage ihr, dass ich sie nie vergessen werde. Dass ich sie eines Tages stark genug sein werde, um wieder würdig als ihre Trainerin zu sein. Dass ich sie liebe und wenn es soweit ist, dass ich sie zurückholen werde."

Sie biss sich auf ihre Lippen und ich konnte mir nur halbwegs vorstellen, wie sie sich fühlte. Fragend stand ich vor ihr und wusste wieder nicht, ob und was ich erwidern sollte.

"Danke für dein Vertrauen", brachte ich schließlich heraus.

"Ich werde mich gut um dein Pokémon kümmern und ihr alles mitteilen, was du mir gerade gesagt hast. Sie wird es bestimmt verstehen, wenn ich es ihr erkläre. Und wenn es soweit ist, dann werde ich es dir sofort zurückgeben ... aber wir machen wir das am besten?"

Ob sie wohl will, dass ich auch nach Kanto reise, damit sie immer in meiner Reichweite ist?

Stattdessen holte sie ihr Handy hervor und begann, etwas herauszusuchen.

"Hast du auch ein Handy? Dann könnte ich dich anrufen, wenn ich wieder bereit bin, mich erneut der Arena hier zu stellen", sagte sie und wieder fühlte ich mich wie ein Depp.

Natürlich, ab der zweiten Generation konnte man hier ja Nummern austauschen. Mann, wie konnte ich das nur vergessen? Vermutlich, weil sie es in den nachfolgenden Generationen wieder rausgeworfen haben. Oder? Uff, ich bin immer noch so durcheinander.

Flink kramte ich mein eigenes Handy heraus und wenige Minuten später hatten wir unsere Nummern ausgetauscht. Bianka nahm einen tiefen Atemzug, streichelte noch einmal Pixis Pokéball und begann, sich von uns zu entfernen.

"Also dann, Kira, ich wünsche dir viel Spaß hier in Dukatia City. Und pass bitte auf mein geliebtes Pixi auf!"

Wieder tauchte vor mir der Trainer auf der kleinen Insel der zweiten Generation auf, der einem ein gewisses Pokémon anvertraute, in der Hoffnung, dass man es ihm eines Tages mit einem höheren Level zurückbringen würde. Doch ich hatte das komplett vergessen und das Pokémon stattdessen auf irgendeiner Box gebunkert. Ein Schicksal, dass ich Biankas Pokémon ersparen wollte. Ihr und auch ihrer Trainerin.

"Und dir wünsche ich viel Erfolg bei deinem Training, du schaffst das schon!", sagte ich und versuchte, so ernst wie möglich zu klingen. Zwar mag ich ihr Pokémon Miltank nicht, doch deswegen musste ich sie selbst ja nicht hassen. Abgesehen davon machte sie einen sehr netten Eindruck, ganz anders als im Anime damals.

"Danke, das ist sehr nett von dir. Wir sehen uns!", sagte sie, nahm die Beine in die Hand und rannte so schnell sie konnte in das Bahnhofsgebäude hinein. Ich sah ihr noch kurz nach, bis ich sie nicht mehr sehen konnte und überlegte mir meine nächsten Schritte.

Am besten gehe ich in das Pokémon Center, dort kann ich dann überlegen, was ich als nächstes sehen, was ich dann tun kann. Bestimmt kann mir Schwester Joy helfen, die weiß bestimmt, was zu tun ist. Nur, wo war das nochmal? Hm, am besten ich sehe mich nochmal um, ist schon eine Weile her, dass ich ein Spiel der zweiten Generation gespielt habe. Zwar hatte ich mal vor, dass ich mal wieder Kristall spiele, aber so hatte ich das eigentlich nicht im Sinne.

Mit diesem Gedanken im Sinne nahm ich meine Beine in die Hand - und lief wie gewohnt in die falsche Richtung. Ich durchquere den dunklen Schatten der Bahngleise, über mir war das Vorbeirauschen des Zuges, der immer mehr an Geschwindigkeit zunimmt zu hören. Kurz darauf drang ein feiner Luftzug zu mir heran, verursacht durch pressenden Sog des schnellfahrenden Zuges über mir. Die Straßen um mich herum waren wie leergefegt, vermutlich war ich in genau in der Zeit in dieser Welt gelandet, in der alle möglichen Personen mit ihren Arbeiten und Tätigkeiten beschäftigt waren. Überhaupt hatte ich mir noch nie groß Gedanken über die NPCs dieser Stadt oder dieser Welt gemacht und so kam mir die Stadt nun wie verlassen vor. Wenn ich sie nicht aus den Spielen kennen würde, würde mir das mehr seltsam vorkommen und mich an die ein oder andere Zombie-Serie erinnern. Doch als ich sah, dass ich das Stadtende erreicht hatte. Zu meiner Rechten sah ich die örtliche Arena, wie immer in einem orange-braunen, rundlichen Design. Auf der linken Seite dagegen sah ich nur ein zeltartiges Gebäude, das nichts in meiner Erinnerung wach rief und ein weiteres, kleines und seltsam aussehendes Gebäude daneben. Doch nichts davon war das Pokémon Center, nach welchem ich auf der Suche war.

Dann muss es eben in der anderen Richtung liegen.

Mit ein paar wenigen Schritten hatte ich die Kreuzung, an welcher ich vorhin Bianka getroffen habe, erreicht und folgte nun einem anderen Weg, bis ich schließlich mein Ziel erreichte: Das örtliche Pokémon Center! Es war ein ziemlich auffälliges Gebäude, mit wenigen großen Fenstern, einem grauen Anstrich und einem auffälligen, orange-rotem Dach. Ohne mir groß Gedanken zu machen betrat ich das Gebäude.

"Willkommen im Pokémon Center von Dukatia City! Mein Name ist Schwester Joy, wie kann ich dir weiterhelfen?", begrüßte mich die freundliche Dame mit den rosafarbenen Zöpfen, die sie zu zwei Loopings gedreht hatte.

"Guten Tag, Schwester Joy. Mein Name ist Kira und ich ..", dabei blickte ich auf den Pokéball auf meiner Hand. "Sieht so aus, als wäre ich ab heute ein Pokémon Trainer."

Oder zumindest der Babysitter für das Pokémon einer ehemaligen Arenaleiterin.

"Ah, verstehe, herzlichen Glückwunsch", gratulierte mir Schwester Joy aufrichtig, doch für mich fühlte es sich nur seltsam an.

Naja, so ein richtiger Trainer bin ich ja nicht, aber immerhin hat Bianka gemeint, dass ich mit ihrem Pixi ein eigenes Pokémon fangen könnte ... also warum nicht?

"Vielen Dank, Schwester Joy, das ist wirklich sehr nett von ihnen", sagte ich und bekam vor Freude ein breites Grinsen. Dann kratzte ich mir, wie aus Gewohnheit, am Hinterkopf.

"Wissen sie, das Pokémon hier hat mir eine sehr liebe Person geliehen, damit ich mir mein erstes eigenes Pokémon selbst fangen kann. Allerdings habe ich keine Ausrüstung und leider auch nicht das Geld, welche zu besorgen..."

Wie um meinen Satz zu unterstreichen, holte ich meinen Geldbeutel hervor. Da sich allerdings darin nur Euroscheine und Münzen befanden, aber keine Pokédollar, war mein Geldbeutel im Moment ziemlich nutzlos für mich. Schwester Joy kicherte, dann winkte sie ihr Chaneira heran und flüsterte dieser etwas ins Ohr. Kaum hatte Joy ihre geheime Botschaft überbracht, machte sich ihre Partnerin auf den Weg in den hinteren Bereich des Centers, nur um dann wenige Minuten später mit einem Tablett zurückzukommen. Dieses nahm ihr Schwester Joy ab und stellte es auf den Tresen zwischen uns ab.

"Das ist absolut kein Problem, Kira. Neue Trainer in ihrer Anfangszeit neu auszustatten gehört auch zu den Aufgaben eines Pokémon Centers. Immerhin lauern im hohen Gras wilde Pokémon und man braucht von Anfang an gewisse Gegenstände, die einen bei der eigenen Reise unterstützen können. Nur bevor ich dir das gebe, musst du dich noch als Trainerin registrieren lassen. Keine Angst, das dauert nur ein paar Minuten. Darf ich dich in unserem System als neue Trainerin eintragen lassen?"

Ich nickte ein wenig.

"Klar gerne, das wäre sehr nett von ihnen."

Sie lächelte mich an.

"Natürlich, wie gesagt, dass gehört auch zu meinen Aufgaben. Also gut, unter welchen Namen darf ich dich eintragen? Kannst du mir deinen Namen bitte buchstabieren?"

Ich tat es, wobei ich mir kurz überlegte, ob ich nicht meinen echten Namen nehmen sollte. Was ich mir dann aber doch verkniff. Ich hatte bereits Kira als Namen genannt und damit war der Zug bereits abgefahren. Schließlich nahm sie noch ein paar mehrere meiner Daten, wie mein Alter, meinen Geburtstag und auch meinen Herkunftsort zu Protokoll, wobei ich hier lediglich "von hier" angab, in der Hoffnung, sie würde nicht näher nachfragen. Was sie zu meinem Glück auch nicht tat. Stattdessen gab sie mir einen Ausweis in die Hand.

"Glückwunsch, damit bist du nun in unserem System als Trainerin eingetragen. Ging doch ganz schnell. Und hier ist dein Ausweis, dein vorläufiger. Damit kannst du zu Professor Lind gehen, er gibt dir dann deinen Pokédex, der auch gleichzeitig als dein Trainerausweis dient. Damit kannst du dann in Arenen kämpfen und dich auch für die Liga bewerben. Aber vorher musst du noch mindestens acht Orden sammeln, vorher kannst du bei der Liga nicht mitkämpfen. Bis dahin ist noch genug Zeit, du stehst du ja direkt am Beginn deines eigenen, wundervollen Abenteuers. Ich wünsche dir viel Spaß damit."

Auf dem Tablett vor mir befanden sich drei Pokébälle, die ich für das Fangen meines nächsten Pokémon verwenden konnte. Dazu noch mehrere Tränke und Gegengifte.

"Mach dir wegen der Bezahlung keine Gedanken, das hier geht als Starterpaket aufs Haus", beruhigte mich Schwester Joy.

"Haben Sie dann vielleicht eine Idee, wie ich an Geld kommen könnte ... meine Eltern wollten nämlich, dass ich endlich mal auf eigenen Beinen stehe und da wäre vielleicht eine Art Nebenjob ziemlich hilfreich, damit ich immer ein bisschen Geld für weitere Tränke oder Pokébälle parat habe."

Schwester Joy dachte ein wenig nach, dann deutete sie auf die schwarze Tafel, die sich direkt an der rechten Mauer befand.

"Nun ja, direkt einen Nebenjob wüsste ich jetzt nicht. Aber dort gibt es immer mal wieder Aufträge, für die meisten davon benötigt man allerdings ein Pokémon. Du hast deines noch nicht so lange, vielleicht wäre es erst einmal besser, wenn du dich mit deinem Pokémon vertraut machst, bevor du dich auf eine Mission stützt. Vertrauen ist wichtig, ansonsten wird dir dein Pokémon nicht helfen und das kann dann für euch beide sehr gefährlich werden. Möglicherweise braucht dein Pokémon auch ein wenig Training. Ihr könntet beide erst einmal trainieren und wer weiß, vielleicht fängst du dabei auch schon deinen allerersten Freund? Die Tafel rennt dir ja nicht davon, es kommen jeden Tag neue Aufträge hinein oder sie bleiben dort länger als eine Woche, du wirst also garantiert nicht mit leeren Händen ausgehen ...oh, Moment, nimm das hier am besten noch. Vielen Dank Chaneira, das ist wirklich sehr aufmerksam von dir."

Sie bekam von ihrer Assistentin eine kleine Tasche gereicht, in welcher sie all meine Items verstaute. Es war ein blauer Sportbeutel, ähnlich wie der, den Misty in der alten Animeserie immer getragen hatte.

Ich bin jetzt nicht so ein Fan davon, aber für den Anfang ist es besser als nichts.

"Vielen Dank dafür, das ist wirklich sehr nett von ihnen", bedankte ich mich, nahm mir aber vor, bei der nächstbesten Gelegenheit eine größere und bequemere Tasche zu besorgen, damit ich Joy den Sportbeutel wieder zurückgeben konnte.

"Gern geschehen! Jetzt heilen wir nur noch dein Pokémon und dann ...", die Maschine hinter hier leuchtete auf, kaum hatte sie den Pokéball darin verfrachtet. Keine zwei Minuten später hatte ich den Ball wieder in meinen Händen.

"Damit sollte dich nun nichts mehr aufhalten können. Ich wünsche dir und deinem Pokémon viel Spaß und viel Erfolg!"

Wieder bedankte ich mich ausladen, lud mir den Sportbeutel auf den Rücken und verließ, mit dem Pokéball in der Hand, das Center. Immer weiter stieg die Aufregung in meinem Körper, der Ex-Raid, weshalb ich überhaupt das Haus verlassen hatte, war längst vergessen. Das hier war um Welten besser, als es nur an einem Handybildschirm zu erleben.

"Na dann, dann werden werde ich mal versuchen, mich mit dir bekannt zu machen, Pixi. Bianka verlässt sich auf uns", sagte ich zu dem Pokéball, unsicher darüber, ob mich Pixi überhaupt hören konnte und machte ich auf den Weg in Richtung Route 34.
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