Crash and Love

GeschichteRomanze / P16
26.07.2018
18.09.2019
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Hallo Ihr Lieben,

es tut mir leid, dass ihr schon wieder so lange warten musstet, aber ich kann das nicht immer so im Akkord abrufen, auch zeitmäßig nicht. Ich hoffe, ihr habt Interesse und freut euch, dass es weitergeht, wenn auch mit einem kürzeren Kapitel.
Ich bin kein Arzt und alles ist nur Phantasie.


„Herr Rajamaa, wollen Sie sich nicht doch hinsetzen? Ich denke, es dauert noch ein bisschen.“, Riku sah in die gütigen Augen der Krankenschwester, die ihn schon mehrmals nach seinem Befinden gefragt hatte. „Danke, es geht schon.“, Riku fuhr sich durch die Haare. Seit Samu vor drei Stunden in den OP gebracht worden war, tigerte er vor dessen Türen auf und ab. „Kommen Sie, Sie können im Schwestern-Ruheraum warten, dann sind Sie hier vom Gang weg und haben Ruhe. Dort können Sie auch auf Ihre Freunde warten. Ich gebe Ihnen sofort Bescheid, wenn es etwas Neues gibt.“
Energisch schob Schwester Anna Riku vor sich her. Dieser war ganz blass und sie hatte Angst, dass er auf dem Gang noch zusammenklappen würde. Außerdem wusste sie sehr wohl, wer er war und vor allem wer sein Freund war. Unfassbar, dachte Anna, während sie Riku Richtung Ruheraum schob, unfassbar, was da passiert war und sie hoffte sehr, dass Samu alles gut überstehen würde. „Sehen Sie, hier können Sie etwas ausruhen. Bedienen Sie sich gern auch am Kaffee und Wasser.“, Schwester Anna schloss die Tür des Zimmers hinter sich und deutete auf ein kleines Sofa. „Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber ich wäre lieber....“, stammelte Riku. „Herr Rajamaa, Ihr Freund ist in den besten Händen und Sie helfen ihm nicht, wenn Sie zusammenklappen. Er wird Sie später brauchen. Und vielleicht waschen Sie sich einmal die Hände. Ich gebe Ihnen ein auch ein anderes Shirt, wir haben zwar nur weiße, aber das geht schon.“ Anna deutete auf Rikus Hände und dann auf seinen Pullover. Zum ersten Mal seit sie im Krankenhaus angekommen waren, sah Riku an sich herunter und was er sah, ließ ihn noch blasser werden. Seine Hände und sein Pullover waren blutverschmiert. Samu’s Blut, schoss es Riku durch den Kopf und ihm wurde schwindlig. „Setzen!“, Schwester Anna drückte Riku auf das Sofa und reichte ihm dann ein Glas Wasser., „So und jetzt bleiben Sie hier, ich schicke Ihnen Ihre Freunde, sobald diese da sind. Gehts wieder? Dann sehe ich mal, ob es etwas Neues gibt.“ Mit einem letzten Blick auf Riku ging sie hinaus.

Eine Stunde später flog die Tür auf und Mikko, Raul und Sami purzelten ins Zimmer. „Wie gehts ihm?“, fragte Mikko sofort und sah Riku an, der vom Sofa aufgesprungen war. „Ich weiß es nicht. Im Krankenwagen haben sie ihn stabilisieren können und hier haben sie ihn gleich in den OP gebracht und seitdem habe ich nichts mehr gehört.“ „Ist das dein Pullover?“, mit großen Augen hielt Sami Rikus Hoodie hoch, den er vom Boden aufgehoben hatte. Riku nickte. „Ja“, flüsterte er, „Samu hat viel Blut verloren, das haben die Ärzte hier gleich gesagt.“ „Was ist überhaupt passiert? Wer war diese Frau? Das gibts doch alles gar nicht.“, Raul strich sich über den Kopf als es an der Tür klopfte.  
Kommissar Alpunen betrat den Raum. „Herr Kommissar!“, begrüßte Mikko den älteren Herren, „Riku“, wandte er sich an den Gitarristen, „das ist Kommissar Alpunen, er leitet die Ermittlungen und hat ein paar Fragen an dich. Kriegst du das hin?“ Ehe Riku antworten konnte, klopfte es abermals und zwei Herren in weiß in Begleitung von Schwester Anna kamen herein. Riku’s Herz klopfte und er versuchte in den Gesichtern der drei zu lesen. „Herr Saukkonen?“, fragte einer der Ärzte. „Das bin ich!“, Mikko trat ein Schritt vor. „Dr. Viklund und das ist mein Kollege Dr. Ulma. Laut Patientenverfügung darf ich Ihnen Auskunft geben.“, Dr. Viklund reichte Mikko die Hand. „Ja! Wie geht es Samu?“, Mikko räusperte sich, da er das Gefühl hatte seine Stimme zitterte. Dr. Viklund zögerte und sah kurz von einem zu anderen. „Sie dürfen offen sprechen.“, Mikko sah den Arzt auffordernd an. „Herr Haber hat die Operation gut überstanden, sein Zustand ist so weit stabil, dass einmal zuerst.“, sagte der Arzt und ein allgemeines Aufatmen ging durch den Raum. „Die Kugel hat die Milz getroffen und dadurch kam es zu einem hohen Blutverlust. Wir konnten die Kugel jedoch entfernen und auch die Milz erhalten. Die nächsten 24 bis 72 Stunden werden zeigen, ob es zu Nachblutungen kommt und die Milz doch noch entfernt werden muss, davon gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht aus. Wir werden Herrn Haber noch eine Weile schlafen lassen, damit sich sein Körper von dem Blutverlust erholen kann. Aus diesem Grund haben wir ihn auf die Intensivstation verlegt, wo er besser überwacht werden kann. Dr. Ulma, Leiter der Intensivstation, wird Ihnen alles weitere erklären.“, emotionslos ratterte Dr. Viklund die Informationen herunter, „Sie entschuldigen mich jetzt, ich habe noch eine weitere OP hereinbekommen.“, ehe Mikko oder die anderen noch etwas fragen konnten, war der Arzt zur Tür heraus.
Kommissar Alpunen schüttelte innerlich den Kopf, gefühlsloser ging es wohl nicht. Diese Menschen hatten eine dramatische Situation erlebt, aber auch er war froh, dass Samu erst einmal so weit stabil war. Er wird noch genug zu verarbeiten haben, dachte der Kommissar Kurz hatte er sich bereits über die Band informiert und war dabei auch über den Hype, der um deren Frontmann herrschte, gestolpert.
„Entschuldigen Sie meinen Kollegen, heute ist ein harter Tag.“, Dr. Ulma sah freundlich in die Runde. „Was heißt, Sie lassen Samu noch schlafen? Ist das Koma?“, Riku sah den Arzt mit großen Augen an. Dr. Ulma schüttelte den Kopf: „Nein, wir sprechen hier nicht von einem künstlichen Koma. Der hohe Blutverlust hat Herrn Haber sehr geschwächt, so dass sein Körper den Schlaf braucht, um sich zu erholen. Mit einem speziellen Narkotikum haben wir diesen herbeigeführt. Ihr Freund wird auch nur nichtinvasiv beatmet, dass heißt eine Maske hilft ihm bei Atmen, da er ja doch sehr tief schläft. Ich erwarte, dass er morgen Nachmittag oder am frühen Abend wach wird. Bis er sich dann vollständig stabilisiert hat, bleibt er bei uns auf der Station. Schwester Anna wird sich speziell um Herrn Haber kümmern, da ich absolutes Vertrauen zu ihr habe. Ich nehme an, wir werden bald von der Presse Besuch bekommen. Ich habe unsere Verwaltung bereits informiert, um geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und natürlich werden wir keinerlei Informationen herausgeben.“
„Da möchte ich mich kurz einklinken. Ich werde die Klinik und speziell Herrn Habers Zimmer überwachen lassen. Die Täterin ist immer noch flüchtig und ich möchte kein Risiko gehen. Nach einem ersten schnellen psychologischen Profil ist es zwar eher unwahrscheinlich, dass sie noch einmal versucht, sich Herrn Haber zu nähern, aber darauf möchte ich mich nicht verlassen.“, sagte Kommissar Alpunen und Dr. Ulma nickte verstehend. „Wer ist diese Frau überhaupt…was ist überhaupt los…wie konnte das alles passieren…ich verstehe gar nichts…“ Riku ließ sich auf das Sofa fallen und vergrub das Gesicht in den Händen, dann sah er wieder auf: „wir müssen Eve anrufen..und ….und Lena und ich möchte zu Samu.“ Dr.Ulma schüttelte den Kopf. „Herr Haber braucht absolute Ruhe und wenn ich ehrlich bin, Sie auch. Schlafen Sie ein wenig und kommen morgen früh wieder, dann wissen wir auch schon mehr. Entschuldigen Sie mich jetzt, ich muss auf meine Station. Herr Saukkonen, ich rufe Sie an, wenn etwas sein sollte.“ Ehe Riku protestieren konnte, verließ der Arzt mit Schwester Anna das Zimmer.
„Die sind ja schon speziell hier.“, maulte Riku und die anderen mussten trotz der ernsten Lage schmunzeln. „Aber er hat Recht Riku. Wir können jetzt nichts tun. Samu ist stabil und schläft und du, wir alle brauchen auch Ruhe. Eve habe ich angerufen, sie ist auf dem Weg. Sie wird Lena informieren.“, Mikko fand zurück in den Managermodus. „Herr Rajamaa, würden Sie mir noch schildern, was passiert ist, das muss ich noch wissen. Nur vorab, die Täterin heißt Milla Hasanen. Es sieht so aus, als ob sie sich wohl extra den Job bei diesem Caterer besorgt, um heute hier arbeiten zu können und sich damit die Chance geschaffen, sich Herrn Haber nähern zu können. Sie wohnt in Helsinki. Die Kollegen vor Ort haben ihre Wohnung durchsucht, die voller Fotos, Zeitungsausschnitte etc. von Herrn Haber war. Vermutlich hat sie sich in ihre Liebe zu Herrn Haber völlig reingesteigert. Bis jetzt konnten wir sie leider noch nicht finden, die Fahndung läuft auf Hochtouren. Herr Rajamaa, was ist in dem Raum in der Konzerthalle passiert?“, Kommissar Alpunen sah Riku an. Der schüttelte fassungslos den Kopf: „Das ist doch Wahnsinn….viele Fans sind durchgeknallt…wie oft ist Samu schon gestalkt worden….alles krank, aber das…..“, er holte tief Luft und berichtete dann, was passiert war. „Hat Frau Hasanen auf Herrn Haber geschossen?“, fragte der Kommissar als Riku geendet hatte. „Nein, zumindest nicht bewusst oder vorsätzlich. Samu wollte ihr die Waffe aus der Hand reißen, es gab ein Gerangel und dabei muss sich der Schuss gelöst haben.“, Riku zuckte mit den Schultern. „Das macht es auch nicht besser. Ihn überhaupt mit der Waffe zu bedrohen, ihn überhaupt zu bedrängen…das ist das Letzte.“, Sami sah grimmig in die Runde.
In diesem Moment klingelte Kommissar Alpunens Handy. „Ja…ich verstehe, danke, ich komme ins Präsidium. Nein, das ist nicht mehr nötig, danke!“, der Kommissar legte auf, „Frau Hasanen ist gerade völlig verwirrt an einem Taxistand aufgegriffen worden. Kommen Sie bitte alle morgen ins Präsidium, wir müssen ihre Aussagen aufnehmen. Sobald Herr Haber dazu in der Lage ist, brauche ich auch seine. Ich wünsche trotzdem eine gute Nacht.“

„Zum Glück haben sie die Irre.“, sagte Raul als der Kommissar zur Tür raus war. „Ich habe uns ein Hotel gebucht, lasst uns gehen, Riku braucht Ruhe.“, sagte Mikko mit einem Blick auf seinen Freund, der total blass auf dem Sofa kauerte und vor sich hin starrte. Sami scrollte durch sein Handy: „Das Netz ist voller Spekulationen warum das Konzert so kurzfristig abgesagt wurde, aber nichts genaues…Samu Haber schwer verletzt, steht hier.“ „Na ja, irgendein Statement werden wir geben müssen, aber darüber denke ich morgen nach. Lasst uns fahren.“, Mikko schob die Jungs zur Tür hinaus.

„Ach, das tat gut. Ich fühle mich total entspannt.“, Lena rubbelte mit einem Handtuch ihre Haare trocken als sie mit Sophie in die Küche trat. Sauna tat einfach Seele und Körper gut. „Lena, dein Handy klingelt andauernd.“, Luka kam mit Lenas Handy in der Hand auf sie zu. „Was ist denn Luka, du guckst so komisch?“, Sophie sah ihren Mann fragend an. „Ich weiß nicht…irgendwas stimmt nicht…Lena…im Radio haben sie gerade gesagt, dass das Konzert von Sunrise Avenue in Tampere überraschend ausfällt.“ „Was? Warum das denn?“, verwirrt sah Lena ihren Onkel an. „Nimm dein Handy Lena und rufe zurück, die haben gesagt im Radio, dass Samu schwer verletzt worden ist.“, Luka sah Sophie besorgt an. Lena wurde heiß und kalt zugleich. Zitternd griff sie nach ihrem Handy und erkannte Eves Nummer auf dem Display. Ihr Blick verschwamm als sie die Nummer von Samus Mutter wählte. „Eve, hier ist Lena. Ja..ich höre…Oh Gott, wie…was ist passiert, wie geht es ihm?“, Lena schluchzte und Luka und Sophia sahen sich erschrocken an.