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Machtlos

von Laura006
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
25.07.2018
07.08.2022
24
91.617
170
Alle Kapitel
186 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
06.08.2022 6.241
 
Es kam nicht überraschend. Nicht überfordernd plötzlich wie ein unaufhaltsamer Vulkanausbruch.

Eren erkannte es nur zu gut. An der Art und Weise wie empfindlich er wurde. Gegenüber allem. Gefühlen,  Gerüchen, Auren … es war fucking lächerlich eindeutig. Aber nicht nur das, auch sein Körper fühlte sich anders an als gewöhnlich. Weicher. Alles an ihm fühlte sich weicher, wärmer und einladender an. Für jeden. Aber ganz besonders für Alphas. Seine Haut, sein Geruch, seine Bewegungen. Es war so verdammt offensichtlich.

Tche.

An den Blicken der anderen konnte er ablesen, dass er recht hatte.

Marek war … sehr … beflügelt von seinem Zustand. Was nicht ungewöhnlich war, betrachtete man die Umstände. Den ganzen Tag über sonderte der hellblonde Omega diesen harmonischen, freudig erregten Geruch ab. Für Omegas in einem gemeinsamen Rudel…., auch wenn ihres eher, naja, … erzwungen war … galt dies als durchaus normal. Auch wenn Eren gut darauf verzichten könnte. Marek war halt Marek … nur wie Marek seine Verzückung zeigte ließ zu Wünschen übrig.

Unangenehme Schauer rieselten über seinen Rücken als er spürte wie jemand nahe seines Nackens tief einatmete. Zu nah, an einer  empfindlichen Stelle! Die sonst so spöttische Stimme raunte ungewöhnlich sanft: „Ich würde sagen da ist jemand reif.“

Wie aufdringlich.

Niemand konnte ihm verübeln dass er dieser unerfreulichen Nähe auswich, indem er seinen Kopf diskret weg zog. Eren versuchte sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Auch…, wenn Mareks Worte ein mittelgroßes Kribbeln in seinem Magen ausgelöst hatten. Reif. Ein beliebtes Wort für Omegas die bereit zum decken waren. Erens Magen zwickt erneut …. vorfreudig.

„Schon aufgeregt?“, fragte Marek schadenfroh entzückt.

„Tche.“, zischte der Angesprochene abweisend. Aufgrund der schamlosen Neugier des anderen Omegas breitete sich eine dezente Röte auf Erens Wangen aus. Natürlich! – versuchte er dies gekonnt zu überspielen.

Marek grinste wölfisch. „Hab gehört,  dass die Alphas in der Hitze ihre Triebe gar nicht mehr im Griff haben. Soll alles sehr … instinktiv ablaufen.“

„A-Achso?“, stotterte Eren. Instinktiv? Das hörte sich … gut an.  Irgendwie. Der Gedanke löste in Eren ein weiteres erregtes prickeln und ziehen in seinem Unterbauch aus. Es hörte sich danach an als ob der Alpha gar nicht anders konnte, als … naja … , sich um den Omega zu kümmern. War es krank,  wenn sich ein dunkles Gefühl der Vorfreude in ihm breit machte? Oder lag das nur an seinem Wesen? Weil er ein Omega war und jeder Omega einfach ein Freak war?

„Hab aber auch gehört dass das ziemlich heftig werden kann. Und bei einem Alpha wie Levi…“ Marek ließ die Sprachpause bewusst auf Eren wirken bevor er fortfuhr. „Ich meine…versteh mich nicht falsch , aber ich bin froh dass er nicht mein Alpha ist.“

Als wenn Levi mich verletzen würde. Absurd.

„Gut, dass dich niemand nach deiner Meinung gefragt hat.“, knurrte er unüberhörbar frostig. Marek war so ein beschissener –

„Hör auf Eren zu ärgern.“, grätschte Farlan mit seiner ätzend sympathischen Stimme dazwischen. Der Blonde Alpha befand sich nicht weit weg von ihnen, im Pool des Ackermann Anwesens. Sein Haar war noch nass. Er war gerade erst aus dem Wasser aufgetaucht. Wenn man genau hinsah, konnte man noch sehen wie vereinzelte Tropfen an seiner gebräunten Haut hinab rannen. Eren und Marek hatte es an diesem Tag nicht in den Pool gezogen. Sie waren beide vollständig bekleidet und hielten sich im Schatten auf, was kein Wunder war, denn Eren stand es gerade nicht so nach der kräftigen Mittagssonne. Neben ihm stand ein blitzblank poliertes Glas Mineralwasser mit einem Stück Zitrone und einem kleinen grünen Sonnenschirmchen. Wie oft eine von den zahlreichen blonden und blutjungen Dienstmädchen, die allesamt wirklich gut aussahen, ihm ein neues Glas brachten konnte er wahrhaftig nicht mehr sagen. Er musste nicht mal etwas sagen. Sie kümmerten sich in einer derart professionellen Art und Weise um ihn dass es ausgeschlossen war das Levi nicht seine Finger im Spiel hatte. So wie Levi in letzter Zeit drauf war… kein Wunder.

Eren.“, raunte der mächtigste Alpha des ganzen Ackermann Clans genervt. Sein Omega benahm sich seit kurzem auffällig. Empfindlich. Er zuckte bei zufälligen Berühren zusammen, erschrak bei normalen Alltagsgeräuschen wie dem bellen der Wachhunde. Und er roch… er roch anders. Und dieses anders weckte eine Seite in ihm die extrem wachsam war. „Was denn?“ Wunderschöne grüne Augen schossen giftige Pfeile in seine Richtung. Der Alpha atmete tief durch. „Warum lässt du das nicht die Angestellten machen? Wir haben dafür einen Koch.“

Eren blieb in seiner Sturheit überraschend still. Mit ungeübten griffen Schnitt er Gemüse für einen Salat klein. Man sah ihm an dass er darin nicht viel Erfahrung hatte. Einerseits völlig natürlich, denn er hatte nie selbst kochen müssen. Andererseits ärgerlich gefährlich. „Ich mag es nicht wenn du ein Messer in der Hand hast.“, wiederholte Levi sich dunkel. Langsam aber sicher floss seine erdrückende Aura aus ihm heraus. Ein deutliches Signal seines Unwillens. „Was soll schon groß passieren? Lass mich einfach diesen Salat machen, Levi. Es ist nicht so als würde ich mich direkt mit dem Messer umbringen, nur weil ich selten eins in der Hand habe!“ Levi kam mit verschränkten Armen näher. Er sah echt schlecht gelaunt aus. Eren hielt kurz in seiner Arbeit inne. „Wenn du mir jetzt dieses Messer abnimmst…“, knurrte der jüngere bedrohlich. „Was dann?“, wollte Levi wissen. Ein kleiner Teil in ihm war belustigt. Das hörte man. Und es machte Eren nur noch wütender. Seine Nackenhaare stellten sich auf.

Wieso auch immer wandte Levi sich daraufhin seufzend ab und stellte wieder eine größere Distanz zu Eren her. Seine fiese Aura zog sich jedoch nicht zurück. Er wirkte wie ein wunderschöner aber sehr schlecht gelaunter Teufel. Es dauerte nicht lange und Eren war mit der Zubereitung seiner Mahlzeit fertig. Vorausschauend hatte Levi ihm bereits eine Gabel aus dem Besteckkasten geholt und hielt ihm diese nun hin. „Danke.“, murmelte Eren. Levi antwortete nicht.

Sie machten es sich im Wohnzimmer bequem. Eren schaltete den Fernseher an während er aß. Und überraschenderweise nutze Levi diesmal nicht die Chance um Telefonate zu führen oder andere Geschäftliche Dinge zu klären. Er saß entspannt neben Eren auf der Couch und sah mit ihm zusammen Fernsehen. „Premiere.“, murmelte Eren irgendwann. Levi lüpfte eine Augenbraue. „Hm?“

„Wir können wie ein normales Paar sein. Hätte ich nicht gedacht.“, witzelte der Omega spöttisch. „Willst du das?“, fragte Levi auf seine spezielle emotionslose Art und Weise. „Ein normales Paar sein? Manchmal.“

Dann hätte er deutlich mehr Freiheiten. Müsste nicht hier in dieser Villa bleiben, dürfte Ausflüge machen. Allein. Oder seine Freunde sehen wann er wollte und nicht erst dann wenn Levi sein O.K gab. Oh, und vielleicht wollte ihn dann niemand umbringen.

Das Levi plötzlich so behaglich schwieg fasste Eren nicht als positive Reaktion auf. Hatte er seinen Alphadämon verletzt? Irgendwie fühlte er sich so als müsste er sich entschuldigen. Es zwickte unangenehm in seiner Magengegend.

Eren hielt seinen Blick zwar in Levis Richtung, hatte die Lider aber halb gesenkt. „Hör zu… so meinte ich das nicht – es ist nur“, versuchte er mit einer Sanftheit zu erklären, die ihn selbst unterschwellig überraschte. Doch der Alpha wollte das anscheinend gar nicht. „Doch. Genau so meintest du es. Du musst deine Worte nicht zurück nehmen. Es ändert sowieso nichts.Levi klang nicht anders als sonst. Als würde es ihn nicht kümmern. Und doch...

Warum hatte Eren dann trotzdem so ein scheiß Gefühl?

Es tut mir Leid.“, raunte er leise. Levi wandte sein Gesicht von ihm ab. Bevor er sprach atmete er tief durch. „Du bist nicht du selbst.“ Spielte er damit auf die Entschuldigung an?Deine Emotionen sind verstärkt durch die nahende Hitze. Das ist normal.“

Normal hin oder her. Er wollte Levi nicht verletzen. Auch wenn sein Alpha nichts dergleichen durchdringen ließ…, so hatte er doch das Gefühl etwas sehr falsches und schlimmes gesagt zu haben.

„Vielleicht…vielleicht ist das so.“, sagte er daher gefasster. Beruhigende Omegapheromone sickerten aus ihm heraus, ehe er es merkte. „Verstärkte Emotionen oder nicht. Ich hab … Levi Du weißt genau dass ich dich als Alpha haben will…und keinen anderen. Oh man, das war schrecklich unangenehm! Eren spürte seine Wangen verdammt rot werden. Doch als der Alpha sein Gesicht langsam wieder in seine Richtung drehte, und ein leises Lächeln dabei an seinen Mundwinkeln zupfte, da pochte Erens Herz laut und stark. Dieser Kerl war einfach verflucht attraktiv.

Der Alpha näherte sich ihm langsam. Eren zuckte nicht zurück. Mit geröteten Wangen ließ er zu dass Levi ihm so nah kam, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. „Du bist wirklich süß. Warum bist du nicht öfter so?“, stellte Levi spöttisch seine Frage. Eren schluckte angestrengt. Gerade als er eine empörte Antwort geben wollte überbrückte Levi die letzten Zentimeter und legte seine Lippen auf Erens. Eine kurze Sekunde lang riss Eren sein Augen weit auf, doch dann übernahmen seine Hormone. Levi nahm den berauschenden Geruch wahr und konnte nichts anderes tun als den Geruch und die Situation zu genießen. Eren ergab sich seufzend dem Kuss. Levis Zunge stieß verführerisch sanft gegen seine Unterlippe und Eren konnte nichts anderes tun als ihn gebührend zu empfangen. Glücksgefühle strömten so heftig durch seinen Körper, dass er spürte wie sein Magen kribbelte und sich Feuchtigkeit zwischen seinen Pobacken bildete. „Gieriger Omega.“, kommentierte Levi spöttisch. Natürlich…, hatte er sofort gerochen was mit Eren passierte. Der Alpha zögerte nicht. Levi folgte seinen Trieben. Er kam noch näher, drückte Eren rücklings auf die Couch und bedeckte ihn mit seinem Körper. Erens Antwort bestand in einem sehr verführerischen Blick. Er wehrte sich nicht. Im Gegenteil. Er lud Levi mit seinem benebelten Grinsen eher noch ein. Der Omega schien entweder nicht oder aber sehr genau zu wissen was er da tat. Und was für ein Alpha wäre Levi wenn er diese Einladung nicht annehmen würde? Mit funkelnden Augen nahm er Eren immer mehr und mehr in Besitz, suchte Nähe über erstaunlich sanfte aber tiefe Küsse. Und Eren tat nichts anderes als es einfach zu genießen. Keine Zurückhaltung. Levis Küsse waren unglaublich. Dieses Gefühl … von so einem mächtigen Alpha begehrt zu werden! … von Levi begehrt zu werden – das gab ihm eine ungeahnt tiefe Befriedigung.

Das erste Mal, ohne dass ein Kampf zwischen ihnen herrschte während sie sich wollten. Eren schnurrte als Levi sich tiefer sinken ließ. Ganz automatisch wichen seine Schenkel auseinander, um seinem Alpha Platz zu machen. Eine warme Hand legte sich um Erens Wange. Er spürte wie Levis Daumen sanfte Kreise zog. „Braver Omega.“, raunte Levi dunkel. Und anstatt wie sonst wütend zu werden erfüllten Eren diese Worte mit Stolz und Zuneigung. Sofort fing er Levis Lippen wieder ein, griff sogar nach dem Nacken des Alphas und zog ihn wieder zu sich hinab. Fast gleichzeitig spürte er Levis hartes Glied gegen seines drücken. Ein gieriges Gefühl raste durch seinen Unterleib und seine Zunge rieb sich augenblicklich wilder gegen Levis. Die obszönen Geräusche und das sanfte Knurren von Levi triggerten Eren erschreckend stark. Der Omegaschlick rann aus ihm heraus und durchnässte bereits seine Hose. Levi könnte ihn direkt nehmen. Ein Gedanke der heiße Lust durch seinen Körper schickte.

Er konnte nicht anders…“Bitte.“, bettelte er. „Bitte fick mich.Levi unterbrach ihre Küsse um zu sprechen und Eren konnte absolut nichts gegen das Gefühl von Verlust tun das ihn heftig dabei durchströmte. „Nein.“, befahl Eren verzweifelt. „Nicht sprechen. Küss mich einfach, Alpha.“ Und das tat Levi. Er küsste ihn drängender. Bewegte seinen Schoß heftiger. Gott, es war ein Wunder dass er noch nicht über ihn hergefallen war wie ein Tier. Die Triebe eines Alphas waren…anders. Intensiver. Und schwerer zu bändigen. Glücklicherweise wollte Eren nicht dass Levi sie bändigte.

Doch als Levi schlussendlich seine Lippen von seinen entfernte, brummte Eren unzufrieden. Dass Levis Daumen weiterhin seine Wange streichelte und eine andere warme Hand sich unter sein T-Shirt stahl linderten seine negativen Gefühle nur halbwegs. Du brauchst meinen Schwanz, hm?“ Scheiße. Wieso klang das so mitfühlend. Und wieso machte es Eren so sehr an dass sein Schwanz zuckte wie elektrisiert? „Ja!“, wimmerte er vor Verlangen. Guter Omega.“, schnurrte Levi lobend. „Bettel nach meinem Schwanz wie ein anständiger Omega es tun sollte.“ Erens Herzschlag raste davon, angestachelte durch Levis dreckige Worte die ihn tief in seinem Wesen trafen. Er wollte ein guter Omega sein. Er wollte für Levi … alles sein! Das beste! „Gib mir deinen Schwanz, Levi. Komm in mich, bitte. Ich bin bereit für dich.“, maunzte Eren angetan. Levi konnte nicht anders als darauf mit einem dunklen spöttischen Blick auf seinen Omega herab zu sehen. „Wieso drehst du dich dann nicht um und präsentierst dich mir angemessen?“

Uh. Etwas benommen blinzelte Eren seinen letzten Schub beiseite. Jetzt musste er wirklich unbestreitbar nach Hitze und Lust riechen. Mit zitternden Händen fuhr er sich über die Augen und krallte sich in seinen Haaren fest. Tief ein und ausatmen. Das half. Einfach ignorieren dass Marek neben ihm saß. Das Farlan anwesend war. Ein Alpha. Levis bester Freund. Es war normal, alles normal.

Levi wollte dass er bei den beiden war. Dass er sicher war, solange er nicht da war. Mikasa musste sich schon seit ein paar Tagen von ihm fernhalten. Sie durfte nicht in seine Nähe. Das ertrug Levi nicht ohne unangenehm Besitzergreifend zu werden. Zu Erens Nachteilwie der feste Biss in seine Schulter bewies der immer noch Lila schimmerte. Levi hatte ihn aus purem Instinkt, aus Raserei einfach gebissen als Mikasa Anzeichen gezeigt hatte dass sie Erens Hitze wahrnahm. Levi hatte sie extrem laut angeknurrt, Eren war bis heute geschockt … und dann ging es ziemlich schnell und Levi hatte deutlich gemacht wem der Omega gehörte. Wem Eren gehörte. Ihm.

Es wäre untertrieben zu sagen, dass Levi ihn noch stärker als sonst in seinen Augen hatte. Hm. Tja. Levi war in letzter Zeit wirklich anders gewesen. Er war zusätzlich sehr einfühlsam für seine Verhältnisse. Versuchte ihn von Gefahren und Unannehmlichkeiten fernzuhalten.  Und dann wiederum war er weiterhin das dominante Arschloch, welches er schon immer gewesen war. Oder veränderte sich nur ihre Beziehung zueinander? Eren runzelte die Stirn.

„Er hört mir schon wieder nicht zu.“

„Es sind die Schübe, mein Herz. Riechst du das nicht? Du weißt doch wie das ist.“, antwortete Farlan in beschwichtigender Gelassenheit. „Ich glaube eher der Holzkopf ist sich zu fein zum antworten.“, widersprach der blonde Omega. Der einzig anwesende Alpha seufzte. „Es ist die erste gemeinsame Hitzeperiode die sie miteinander verbringen. Ich denke die beiden sind einfach nur total-“

„In ihrer Besessenheit zueinander gefangen und komplett von ihren Hormonen gesteuert wie zwei Notgeile Kaninchen?“

„Abgelenkt. Ich wollte abgelenkt sagen.“, verbesserte Farlan streng. Er liebte seinen Omega aber er mochte die Respektlosigkeit nicht die er ungezogener weise oft an den Tag legte. Vor allem in Bezug auf Levi. Sein bester Freund und Clananführer war ein rotes Tuch. Dafür war Farlan zu loyal. Und da Eren zwangsläufig zu Levi gehörte fühlte es sich nicht richtig an zu zulassen wie Marek über eben diesen sprach.

Ein kurzer Blick zu Eren.

„Sie werden bald Welpen zeugen. Und vielleicht kannst du dir nicht vorstellen wie sehr ich mich für Levi freue. Wie ich mich für beide freue. Ich liebe den Gedanken Eren mit Levis Welpen im Bauch zu erleben. Hör auf Eren zu provozieren oder ich zwinge dich dazu. Auch wenn ich das wirklich nicht tun möchte.“

Marek wandte mit geröteten Wangen den Blick ab. Diese Worte. Es war… sie lösten selbst bei ihm ein Kribbeln aus. Omegas reagierten sehr auf Alphas die bereit waren für Nachwuchs. Und Farlans Worte…,die … wie loyal konnte man nur sein? Farlan hatte ihm viel über sich, Levi und ihre enge Bindung zueinander erzählt aber Farlan lebte es auch. Er freute sich wirklich und ehrlich. Das war schön. Und selten. Zusätzlich… zusätzlich war der Gedanke an eine Erziehungsmaßnahme durch einen Alphabefehl zu unangenehm. Er war an Farlan gebunden und musste gezwungenermaßen loyal gegenüber Eren und Levi sein. Andernfalls würde es ihm bedeutend schlechter gehen. Er könnte immer noch in der Zelle im Keller des Anwesens eingesperrt sein. Oder einfach tot, weil Levi sich doch spontan umentschieden hatte. Auch wenn es ihm oft schwer fiel Eren als Ranghöheren Omega zu akzeptieren. Vielleicht lag es daran dass er ihn noch immer als Feind ansah, irgendwo tief in sich. Vielleicht lag es einfach nur daran dass sie beide dominant waren. Das biss sich oft. Wortwörtlich. Allein der reine Augenkontakt war pure Provokation. Wie jetzt auch.

Erens Augen fokussierten ihn. Die Aufmerksamkeit war wieder vorhanden. Er war wieder im hier und jetzt. Leider. Das hochmütige Grinsen, welches aus dem dunkelsten Abgrund seines innersten empor kam, konnte Eren sich nicht verkneifen. Ihn zog es im Moment sehr zu Streitereien hin … Sein Kinn hob sich etwas , und die Ozeanfarbenden Augen funkelten herausfordernd im Licht der Sonne.

„Genau. Hör auf dein Herrchen.“, purzelte es boshaft aus seinem frechen Mundwerk. Ein bissiger Blick aus Mareks blauen Augen streifte ihn, missbilligend. Hn, na und!? Eren sprühte vor Streitlust.

Unmissverständlich gefiel es dem blonden Omega nicht mit einem Köter verglichen zu werden. Dabei fand Eren diese Bezeichnung mehr als perfekt.

Aufgrund der beiden Streithähne verzog Farlan genervt sein Gesicht. Diese zwei Idioten.

„Nicht mal heute könnt ihr friedlich nebeneinander existieren.“, seufzte er.

Ob sich das wohl noch ändern würde? Farlan hoffte es. Das würde so ungemein viel erleichtern. Die beiden waren wirklich wie Feuer und Wasser. Echt anstrengend.

Aber … Marek hielt sich schon seit dem gemeinsamen Morgen auffällig nah in Erens Umgebung auf. Trotz Erens provozierendem Verhalten.  Belustigender weise würde Farlan sagen er scharwenzelte um Eren herum. Aber das konnte er natürlich nicht laut aussprechen, ohne von einem der beiden geköpft zu werden. Heh. Marek war eben doch nur ein Omega. Sein Omega. Und sie waren ein Rudel. Egal ob Levi und Eren ihm vertrauten oder nicht. Marek gehörte ab jetzt zu ihnen, wegen zwei einfachen Tatsachen: Erstens, sein Zeichen prangte gut sichtbar auf Mareks Rücken. Farlan stand dort, sauber, und für alle unmissverständlich in die helle Haut geritzt. Er brauchte es ... nicht so auffällig wie Levi, der seinen Namen direkt unter Erens linken Schlüsselbein platziert hatte. Schamlos deutlich, für jeden eine Warnung, der wagen sollte Interesse an Eren zu zeigen. Shit, man sah die Zeichnung bereits wenn Eren normale Kleidung trug. Wenn der Ausschnitt seines Hemdes etwas verrutschte, oder sogar ganz eindeutig, ohne dass man Stoff zur Seite wischen musste. So wie Levi es gewollt hatte, seit ihrer ersten Begegnung. Fuck, sein bester Freund war so besitzergreifend. Er war aber auch in seinen prägenden jungen Jahren, viel zu jungen Jahren, sprichwörtlich durch die Hölle gegangen. Und zweitens weil eben doch das Band zwischen ihm und Levi so viel stärker war als bloße Freundschaft. Sie waren mehr als Freunde. Brüder.

Levi musste seit seiner Kindheit mit mächtigen Dämonen kämpfen. Kein Wunder also, dass diese Urinstinktive Verhaltensweise gewisse Handlungen zu Tage brachte. Komplett unterschiedliche Alphas bevorzugten komplett unterschiedliche Stellen für die Zeichnung. Verständlicherweise.

Und ja.

Levis Bissmahl in Erens Nacken war verdammt tief. Tiefer als es müsste. Deutlich tiefer. Farlan wandte seinen Blick nachdenklich ab. Der laue Sommerwind trug unschuldig den Geruch von Erens Pheromonen in seine Richtung, und er konnte nichts anderes tun als instinktiv einzuatmen. Natürlich war er ein gestandener Alpha, geprägt dazu, …und hatte auch seinen eigenen Omega bisweilen gezeichnet,  trotzdem Drang der Duft nach reifem Omega direkt in seine Synapsen ein,  und hinterließ ein kleines Feuerwerk in seinem Nervensystem. Dieser Geruch, … Er würde lügen wenn er abstritt dass es ihn geil machte. Er würde niemals wie ein Tier über Eren herfallen aber … nun ja. Das leise aufbauende prickeln von Lust in seinem Schoß sagte alles. Farlan konnte es gut verbergen. Sollte er. Musste er! Bei Gott, wenn Levi nur wüsste dass er Erens Geruch mehr als gut fand… , er konnte nicht leugnen, dass es etwas mit ihm anstellte. Seine animalische Seite reagierte darauf. Eren wollte Sex. Wollte schwanger werden!... Das roch man so eindeutig wie Benzin auf einer Tankstelle. Unwillkürlich schluckte Farlan den überproduzierten  Speichel in seinem Mund hinunter.

Ein zittriges einatmen ließen alle Blicke zu Eren wandern.

Der Omega fuhr sich mit leicht bebender Hand über die Brust. Über den Tag verteilt hatte er immer wieder minutenlange Schübe bekommen; Eren zitterte in diesen unkontrolliert, sonderte einen stärkeren Duft ab, schwitze vermehrt… und wirkte auch mal abwesend und in sich gekehrt. Wie eben. Alle spürten dass es nicht mehr lange dauern würde, bis es richtig los ging.

„I-ich…sollte-“ , murmelte Levis Omega zerstreut. Er erreichte langsam eine Schwelle, an der nur noch unzusammenhängende Sätze aus seinem hübschen Mund kamen.  Erens Augen wanderten unruhig umher. „Das Nest…i-ich sollte unser Nest…“

Vorbereiten, ja.

Farlans Nasenflügel weiteten sich als er tief einatmete. Ohja. Das sollte Eren. Der lockende, süßliche Geruch von einem Omega in Hitze verstärkte sich zunehmend.

Scheiße, er freute sich so sehr für Levi, dass sein Magen kribbelte vor lauter Freude und Aufregung.

Levi hatte es verdient. Und Eren…

Farlan sah dem Omega nach, der von der Sonnenliege aufgestanden war,  und sich auf den Weg ins Innere der Villa machte.

Eren hatte es auch, verdammt nochmal, verdient!

Allein die Vorstellung. Uff. Eren mit einem dicken Bauch zu sehen, gefüllt mit Levis Welpen. Daneben Levi der beschützend eine Hand auf diesem platzierte. Farlan konnte Levis eiskalten, bedrohlichen Blick sehen, den er jedem schenken würde der eine Gefahr für Eren und ihre Welpen darstellen würde. Aber auch das glückliche Lächeln, dass nur Eren galt. Das wäre so fucking süß..!

„Es ist endlich so weit.“, sagte Farlan voller wohlwollen.  Sein Omega sah Eren ebenfalls wie gebannt hinterher. Das zustimmende, sanft gebrummte „Mhhm.“ erfreute den Alpha. Er roch ehrliche Freude aus den Poren des hellblonden dringen. Diese Gesten bewiesen ihm die stetige Eingliederung seines Omegas in das Rudel. Perfekt. „Glaubst du er nimmt direkt auf?“, fragte Marek in einem seltsam neuen Ton, einer ungewöhnlich erfreuten, leicht hoffnungsvollen Art. Hm, wusste er wie attraktiv ihn das machte? Am liebsten würde er sich seinen Omega schnappen und ihn in einen leidenschaftlichen Kuss ziehen. Farlans Mundwinkel zuckten, er war knapp davon entfernt es Wirklichkeit werden zu lassen. Seufzend, weil er bemerkte wie anziehend Marek auf ihn wirkte, und wie wahrscheinlich es war dass dies durch Erens Hitze verstärkt wurde, antwortete er: „Gute Frage. Ich hoffe es...“

~



Kühles, erholsames Wasser prasselte auf Erens erhitzen Körper herunter. Der Kontrast dieser starken Temperaturen ließ in kürzester Zeit die gläserne Wand der riesigen, offenen Dusche beschlagen.

Er benötigte Abkühlung. Dringend…

Gott, wie viel Wasser hatte er heute bitte getrunken? Aber es half nicht. Das Feuer in seinem Inneren erlosch nicht dadurch. Natürlich nicht. Ein zittriges ausatmen verließ seine Kehle. Shit, sein Kopf drehte sich. Die Gedanken bestanden nur noch aus flüchtigen Bildern. Bebend stellte seine rechte Hand das Wasser aus, dann ließ sich der Omega langsam in die Hocke sinken.

Mit den Unterarmen stützte er sich an der Wand ab. Das Gesicht fest gegen eben diese gepresst.

Ihm war heiß. So heiß. Nein…, ehrlich gesagt war das schon kein Ausdruck mehr für seinen Zustand. Sein Körper stieß unaufhörlich Hitze ab, er wollte sagen dass er das gewöhnt war, aber das wäre Unsinn. An diesen Zustand gewöhnte man sich nicht. Er nicht.

„Ouh man. Scheiße.“, jammerte er erbärmlich. Ja, nichts anderes war er!

Noch fester presste er seine Stirn gegen die kühle Wand.

Seine Haut würde in wenigen Minuten wieder feucht überzogen,  von seinem Pheromonlastigem Schweiß, sein. Die kurze Abkühlung würde nicht lange andauern, seinen Geruch nicht von der extremen Süße reinwaschen können. Ein Alpha würde es riechen. Trotz der Seife mit der er sich überall gereinigt hatte. Wenigstens die unangenehme, stark duftende Nässe zwischen seinen Beinen war vorübergehend fort. Aber die würde schnell, zu schnell, wiederkommen. Das würde erst einmal ein Dauerzustand bleiben.

Mit schamroten Wangen konnte er einen erneuten Erregungsreflex ausmachen. Sein Glied zuckte…

Eren konnte spüren wie sein Prejakulat von der geröteten Spitze in langen Fäden auf die Fliesen tropfte. Oh, Fuck. Er war so geil. Zitternd wichen seine Beine in einer Mikrobewegung auseinander, die Muskeln in seinen Lenden arbeiteten spasmisch. Vor Verzweiflung biss er sich in seine Unterlippe. Noch ein bisschen mehr und er würde kommen, ohne je selbst Hand angelegt zu haben. Verrückt. Aber lindern würde das seine Lust trotzdem nicht. Egal, ob er nun aus einem Reflex heraus oder einer aktiven Stimulation seiner Hand zum Höhepunkt fand. Es würde nichts bringen sich selbst anzufassen. Das war nicht das was er wollte. Was er wirklich wollte…, brauchte.

Er sollte es wenigstens noch ins Nest schaffen. Das wäre besser. Dort würde er sich etwas besser fühlen, Sicherer und wohler. Umgeben von Levis Geruch.

Aufregend.

Es war das erste Nest was er Levi jemals präsentieren würde. Ob es seinem Alpha gefallen würde? Als Jugendlicher hatte er sich schon verdammt viel Mühe gegeben. Aber dieses Nest war wirklich perfekt geworden, wie er stolz festgestellt hatte. Allein die Vorstellung, wie Levi sich mit ihm dort Vergnügen würde, machte den Omega verrückt. Erens Schwanz zuckte erneut und aus seinem Mund Stahl sich ein leises keuchen.

Langsam öffnete er seine glasigen Augen. Fuck, er brauchte seinen Alpha. „Levi.“, jammerte er. „Levi…Levi…“ Wo war sein Alpha?

Das lustvolle Gefühl in seinem Unterbauch verstärkte sich, langsam aber sicher wandelte sich seine Erregung in Schmerz. Bis es unerträglich wurde würde es noch dauern, aber trotzdem. Er bemerkte die Veränderungen. Ein Kampf dieser beiden Gefühle, von überwältigendem Schmerz und unersättlicher Lust, würde ihn schon bald ganz einnehmen, wenn Levi sich nicht bald um ihn kümmerte. Hoffentlich kam es nicht soweit. Es war schlimm,… einfach eine kranke Mischung.

In diesem Ausmaße, wäre es doch nur nicht so eskalierend hart, …  könnte er vielleicht sogar Spaß daran haben. Eren würde lügen wenn er behauptete, dass er nicht gerne härter rangenommen werden wollte. Aber Schmerz und Lust in dieser Intensität? Nein, danke. Er wusste nur zu gut wie heftig der Strudel dieser beiden Gefühle war. Und wie endlos lang die Zeit dieses Zustandes in der Hitze ihm jedes Mal wieder vor kam.

Nach einem langem Augenblick sammelte er seine Kräfte und stand auf, um wackelig zu ihrem Nest zu gehen. Hatte er dabei Ähnlichkeiten mit einem neugeborenen Fohlen? Vielleicht. Ab und zu musste er inne halten um nicht zu stürzen. Er war verdammt schwach auf den Beinen. Ob das wohl von der Natur gewollt war? Damit ein Omega in Hitze gar nicht erst die Chance hatte vor einem paarungsbereiten Alpha zu flüchten?

Kurz wurde es schwarz vor seinen Augen und er gab einfach nach, ließ sich auf den Boden sinken. Das Ziel war nicht mehr weit entfernt.

Hnnhg. Scheiße.

Eine Welle von Lust brach erneut über ihn herein und er konnte nur noch wimmern als seine Schenkel zuckend auseinander wichen. Stärker diesmal. Kein gutes Zeichen. Er wollte sich einem Alpha anbieten. Ihn einladen … Levi einladen. Sein Bauch kribbelte. Eren krümmte sich wie ein räudiger Köter und weitere flüssige Fäden seiner Lust drangen aus seiner Eichel und tropften auf den dunklen Mamorboden. Erens Haare hingen ihm wie ein nasser Vorhang im Gesicht. Sein Nacken war heiß. Er schämte sich. Als der Schub vorbei war Sank er in sich zusammen. Den Blick hatte er auf die Sauerei gerichtet, die er Ungewollt veranstaltet hatte.

Das war so erniedrigend.

So dreckig.

„Mhmm. Levi wird sich freuen.“ , kommentierte er krächzend. Ein schmunzeln auf den Lippen. Woher er noch die Kraft nahm sich über den verschmutzten Boden zu amüsieren wusste er nicht. Es war einfach Irrational belustigend. Tche. Er war einfach drüber, ganz klar. Als er spürte wie etwas nasses an seinen Schenkeln hinab rann verlor er sein Grinsen.

Bah.

Das würde nicht mehr aufhören. Er sollte es akzeptieren. Alles normal, alles bekannt. Eren wusste das. Er hatte so viele Hitzeperioden hinter sich, dass er sie nicht mehr zählen konnte. Aber diese übertriebene Nässe die aus jeder Öffnung seines Körpers Drang. Aus jeder Pore,… und Drüse. Das war sau unangenehm. Für ihn. Alphas aus aller Welt würden das anders sehen.

Allein seine jetzigen Pheromone würden die meisten Alphas bereits ihre Kontrolle verlieren lassen. Scheiße er roch wirklich intensiv. Nach Lust. Dazu sein schwaches, Willenloses Verhalten. Gott, welcher Alpha würde dem widerstehen können?

Ich biete mich ja quasi an. Auf dem Silbertablett.

Dabei war es noch nicht einmal der Höhepunkt seiner Hitze. Das beste kam ja noch…

Erschöpft schloss er seine Augen. Er verlor sich in den Gedanken rund um seinen Alpha. Wann würde Levi von seinem Geschäftstermin zurück sein? Scheiße, gerade heute musste sein Alpha natürlich nochmal weg fahren! Ihre…, nein – Levis! – Geschäfte, denn Eren wurde ja von diesen ausgeschlossen, bestimmten ihr Leben. Das war einfach so. Und sonst störte es ihn auch nicht. Aber gerade heute?

Eren seufzte. Es musste ja so kommen. Bene.

Nach der ganzen Zeit in diesem Zustand würde man seine Hitzepheromone schon beim betreten der Villa riechen. Das… konnte im schlimmsten Falle bedeuten, dass Levi keine Kontrolle mehr über sich hatte und gnadenlos seinen Trieben verfiel. Die große Frage war also: Würde er noch bei Verstand sein oder würde Levis animalische Seite ihn einnehmen sobald er auch nur einen Hauch seines Geruchs aufgenommen hatte? Die Wahrscheinlichkeit Levis innerem Alpha zu begegnen war mehr als hoch. Ein Zustand in dem der Alpha nicht mehr die Möglichkeit hatte rational zu denken und zu handeln. Er war dann wirklich ganz das Tier was er im inneren war. Gefährlich. Und ausschließlich Instinktgesteuert. Mh, was dann das erste Mal wäre, dass er ihn so erlebte. Es war so verrückt, dass Eren darauf sogar ein wenig hoffte, einfach weil das hieß dass Levi ihn dieses mal nicht alleine durch die Hitze gehen lassen würde. Und auch weil,… - Eren schluckte – Levi ihn heute wahrscheinlich decken würde. Er würde gar nicht anders können, wenn ein Großteil seiner animalischen Seite hervorgebrochen war. Was einerseits beängstigend war und andererseits wirklich… wirklich schön wäre.

Trotzdem war es gefährlich. Das sollte man sich vor Augen halten. Er sollte Angst davor haben, wenn er klug wäre. Denn mal ehrlich das würde nicht unbedingt angenehm für ihn enden. Levi war immer fokussiert, immer kontrolliert. Wie würde es sein wenn er diese Kontrolle abgab?...

Als er das nächste Mal seine Augen öffnete befand er sich im Nest. Wie er es dort hin geschafft hatte konnte er im Fieber der Hitze wirklich nicht mehr sagen, er hatte keine Erinnerung daran.

Unter sich spürte er Nässe. Der feuchte Stoff rieb an seiner Haut als er sich auf den Rücken drehte. Noch ein Schub. Erens Kopf fiel in den Nacken, die Finger grub er tief in das Nest aus Decken und Kissen.  „Ohh scheiße.“, stöhnte er verzweifelt. Selbst in seinen Ohren hörte er sich verdammt hinreißend an. Er war so scharf. So knapp an der Grenze zum Schmerz wenn es so weiter ging. Sein Schwanz zuckte und stieß wieder ein paar Lusttropfen aus. Eren spürte sich, ausgelöst vom Erregungsreflex, ins Hohlkreuz gehen. Seine Oberschenkel waren weit geöffnet, die Fersen vor Lust in den weichen Untergrund gedrückt. Er präsentierte sich. „Fuck!“, stieß er bebend aus.

Er wollte kommen. Erlösung…! Wo war dieser Bastard?

Omega.“, knurrte jemand gierig neben ihm. Etwas in Eren wollte zerspringen aber sein Körper rührte sich plötzlich nicht mehr. Sein Puls aber war in die Höhe geschossen wie eine Supernova.

Fuck. D-Das… war Levi.

Er hatte nicht mitbekommen wie Levi sich ihm genähert hatte. Kein Geruch, kein Geräusch. Nichts! Hatte er ihn in ihr Nest gelegt? Seine Finger zuckten desorientiert, wollten in die Richtung des Alphas…

Langsam drehte Eren sein Gesicht, so dass er in Levis Augen sehen konnte. Träges, zittriges Blinzeln. Einmal. Zweimal. Ein Schauer rieselte über seinen Rücken als sein dichter Wimpernvorhang sich langsam hob und er in das schönste Grau sah das er kannte. Die Farbe war sehr dunkel geworden. Und dann…!

Gott, dieser Geruch!

Levis Geruch war … war … so krass. Er nahm Erens Sinne ein und schubste ihn noch etwas tiefer in den Nebel der Hitze.

Der Omega schluckte.

Er wollte etwas, irgendetwas, sagen aber es kam niemals dazu. Levis Finger fuhren über seinen Kiefer, gelitten tiefer über die Kehle… tasteten die weiche, erhitzte Haut ab, fuhren noch tiefer…. dorthin wo sein Name stand. Levi.

Erens Mund war wie zugeklebt.

„Eren…“, raunte Levi verzückt. So hatte Eren ihn noch nie gehört. Ein glückliches ziehen breitete sich in ihm aus, tief hinter seinem Bauchnabel. Es fühlte sich gut an. Der Omega lächelte sanft. Glücklich. Verliebt, in seinen Alpha.

Von Levi begehrt zu werden fühlte sich… unglaublich gut an.

Dann zog Levi seine Hand zurück, zog sich selbst aus, während er ununterbrochen seinen Omega anstarrte. Gruselig. Aber heiß. Wie konnte es das nicht sein, bei diesem mächtigen Alpha? Könnte Eren Herzen in den Augen bekommen, hätte er sie spätestens jetzt.

Obwohl der Omega spürte dass Levi bei ihm war, körperlich, ... hatte Er nicht das Gefühl dass das hier Levi war. Ja, natürlich war es Levi, sein Einer, aber….

Dieser Blick.

Der Alpha starrte ihn an. Wie Beute. Levis ganzer Fokus hatte sich auf seinen Omega gerichtet.

So etwas hatte Eren noch nie gesehen…!

Marek hatte also Recht, was? Es lief wohl wirklich sehr instinktiv ab.

„Mitten in der Nacht, huh? Hast dir ganz schön Zeit gelassen.“, krächzte Eren. Seine Stimme hörte sich an als ob er sie die letzten Jahre kaum benutzt hätte. Es war anstrengend.  Er musste etwas sagen, die Situation auflockern. Wissen, ob Levi ihm noch vernünftig antworten konnte oder ob seine Triebe ihn bereits vollkommen vereinnahmt hatte.

Der Alpha erstarrte für wenige Nanosekunden zu Stein, sein Blick bohrte sich ungnädig in den des Omegas. Eren schluckte bereits unwohl, doch dann bebten Levis Pupillen. Ganz unscheinbar, fast hätte Eren es übersehen. Aber er hatte es nicht. Levi wirkte kurz unkonzentriert, unzufrieden - bis sein Gehirn wieder umschaltete und er erneut seinen Omega fixierte wie ein teures, leckeres Steak. „Sei still.“ Hart wie eine Kugel schoss dieser Befehl aus dem Mund des schwarzhaarigen.

Und Eren konnte nichts anderes tun als still zu sein. Levis Stimme war in den tiefen Alphabass abgerutscht  welchen Alphas nutzten, um andere Menschen einzuschüchtern oder Omegas ihren Willen aufzuzwingen. Ganz klar war das hier ein Befehl gewesen. Also…? War das noch Levi? Oder sprach da nur der Alpha in ihm? Eren wusste es nicht. Fragen konnte er ihn leider gerade schlecht. Aber viel mehr Zeit zum Nachdenken wurde ihm auch nicht mehr gegeben.

Schon kurz nach dem Befehl stieg Levi auf das Bett, in ihr Nest. Ihm schien egal zu sein dass er sich in Erens Körperflüssigkeiten kniete. Da er komplett nackt war konnte der Omega sehen wie hart Levis Glied von seinem Körper Abstand. Der Alpha war auf jeden Fall bereit.

Levis Blick wanderte kurz umher.

Mit starkem Herzklopfen beobachtete Eren wie sein Alpha das Nest Begutachtete. Oh mein Gott. Sein Alpha sah ihr erstes gemeinsames Nest! Wie gerne würde er Levi sagen dass er sich besonders viel Mühe gemacht hatte… aber das war nicht möglich. Er durfte nicht sprechen.

Levi beugte sich über ihn und vergrub sein Gesicht in Erens Halsbeuge. Er spürte weiche Lippen auf der empfindliche Bissnarbe, genoss sichtlich den Schauer der dadurch über seine Haut rieselte. Er wollte sich äußern, wollte Levi etwas mitteilen aber er konnte nicht. Seine Finger zuckten, seine Hand schnellte hoch und wollte Levi berühren aber dieser umgriff sein Handgelenk und hielt es fest.

Levi lehnte sich zurück, schenkte Eren einen Blick der heiß und kalt zugleich war, dann schloss der Alpha die Augen und zog Erens Handgelenk an seine Nase.

Wenige Sekunden später trafen Levis Lippen sanft die warme Haut, knapp über einer pulsierenden Ader.

„So gut. Mein Omega riecht so gut.“, raunte der Alpha kratzig. Oh Gott. Das war…

Scheiße heiß.

Eren schluckte.

Die grauen Augen öffneten sich, fixierten seine Ozeangrünen. Dann öffnete der Alpha seinen Mund ein wenig, spitze Eckzähne blitzten hervor – auch Eren öffnete gebannt seinen Mund, unterbewusst, nur wenige Zentimeter …- und eine zarte rosa Zunge zog eine samtig-feuchte Spur über die gebräunte Haut des Omegas. In den Augen des Alphas funkelte es raubtierhaft. Einzelne Strähnen seines schwarzen Haares fielen ihm in die Stirn. Ohh.

Die Wangen des Omegas leuchteten. Levi liebte diesen Anblick.

Eren war verdammt schön. Und er war seins. Er gehörte ihm. Nach den ganzen Jahren war er endlich seins. Und das sollte jeder sehen…!

Angetrieben von seinen Wünschen und Ängsten, aus den tiefen seines Unterbewusstseins, grinste Levi für den Bruchteil einer Sekunde bösartig-

Er würde lügen wenn er sagen würde dass er Erens aufgerissene Augen, den schockierten Blick darin und das erschrockene Keuchen nicht geil fand. Er fand es geil. Er liebte es Eren zu ärgern, zu schockieren… und zu besitzen

-Dann biss er zu.

Eren stieß einen Laut zwischen Lust und Schmerz aus. Mehr Schmerz. Aber das war okay. Levi konnte damit leben. Seine Alphaseite konnte es.

Er hatte seine Zähne noch nicht aus Erens Handgelenk gelöst, da durchfuhr ihn ein dunkles Prickeln als er Erens Blick sah. Aus Halb geöffneten, glasigen Augen sah der Omega zu ihm hoch. Tränen schimmerten in seinen Augenwinkeln. Hn. Ob Eren wusste wie gut er aussah? So schwach und unterwürfig. Verletzlich. Er liebte es Eren zum weinen zu bringen.

Langsam und bedächtig entfernte er seine scharfen Zähne und seinen Mund von Erens Haut. Ein Blick auf das Ergebnis verleitete ihn erneut zu einem dunklen Lächeln.

Der Abdruck seiner Zähne auf Erens Haut. Er würde Erens Körper damit übersähen. Ob der Omega wollte oder nicht. Das hatte nichts mehr mit den Handlungen zu tun, die er normalerweise im Bett tun würde. Die Spuren waren ein tiefer Drang seines Wesens. Seines Alphas. Ein  uraltes Bedürfnis. Geboren in längst vergangenen Zeiten, aus grausamer Furcht. Levi runzelte kurz seine Stirn.

Das war jetzt unwichtig.

Der ungewöhnlich schöne Omega vor ihm war wichtig. Sein Geschenk des Schicksals. Nichts könnte wichtiger sein.















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