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Camp Mittelerde

GeschichteHumor, Parodie / P12
OC (Own Character)
25.07.2018
18.08.2018
6
4.729
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18.08.2018 744
 
„Sag mal, Lucy, was machst du da?“, fragte Galadriel verwirrt, als ich spätabends am Zelteingang hockte und mit einem Eimer Wasser und etwas Seil herumhantierte.
„Frau Galadriel“, erwiderte ich mit einem beruhigenden Lächeln, „Ich sorge nur für ihre Sicherheit vor, es soll ja passieren, dass Leute nachts auf Toilette gehen oder Schlafwandeln und dann das falsche Zelt erwischen.“
In Wirklichkeit dachte ich an Haldir und sein verdächtiges Getuschel von heute Abend, aber Frau Galadriel musste ja nicht wissen, dass ich ihren Hauptmann gegen mich aufgebracht hatte.
„Das ist beruhigend zu wissen. Ich wünsche dir noch einen erholsamen Schlaf.“ Damit war sie eingeratzt. Also im Ernst Leute: Der Mythos, Elben seien perfekt ist reines Kaugummi. Und ich habe Infos aus erster Hand (meiner Hand): Frau Galadriel schnarcht, denn sie hat eine Allergie gegen bestimmte Chemikalien, in die unsere Toiletten dank Thorins erfahrener Hand quasi getränkt war.
Als die Falle (fragt lieber gar nicht erst, was für eine) fertig war, legte auch ich mich schlafen. Die fiesen nächtlichen Streiche konnten kommen.

Und sie kamen, aber hallo.
Irgendwann, sehr früh morgens, wurde mein annähernd traumloser Schlaf von einem lauten Schrei gestört, der definitiv von Galadriel kam. Ein Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus, als ich im Schein der Petroleumlampen, die vor jedem Zelt standen, die Situation erkannte.
Da lag Haldir, auf dem Boden und ein Eimer mit Wasser hatte sich gerade über seinem Kopf ausgeleert.
„Sag mal, alles in Ordnung da drinnen?“, hörte ich Lindirs Stimme von vor dem Zelt.
„Alles super Lindir“, erwiderte ich und zog an einer Schnur, die ich vorrausschauend neben meine Isomatte gelegt hatte. Ein dumpfes Geräusch verriet mir, dass meine Konstruktion voll funktionierte.
„Haldir“, begann Galadriel zu schimpfen, „Hat man dir nicht beigebracht, dass man nicht mitten in der Nacht in fremden Zelten herumspannert?“
„Also äh.. wir wollten ja eigentlich gar nicht… äh…“
„Wir?! Das heißt, Lindir und Legolas sind mit von der Partie?“
„Ähm, ja?“
„Haldir, verdammt noch mal! Was stiftest du noch andere zu solchen dummen Aktionen an? Ich hielt dich immer für einen sehr ehrbaren Elb, aber in letzter Nacht benimmst du dich echt daneben!“ Vor Wut hatte Galadriel ihre gehobene Sprechweise abgelegt und stattdessen die Lautstärke in die Höher geschraubt.
Bald war das ganze Camp wach.
Ich hatte meinen Plan gestern außerordentlich gut durchdacht und war in Hose und T-Shirt in den Schlafsack gestiegen. Diese Voraussicht ermöglichte es mir jetzt, genervt vor die nicht vorhandene Tür zu treten und dort Lindir zu erblicken, der gut verschnürt mit Heringen auf dem Boden verankert war.
„Also ich hätte ja alles Mögliche erwartet, aber nicht so etwas!“, tönte Galadriels Stimme an mein Ohr.
Inzwischen war auch die Augenbrauen-Kohte aufgestanden und Thranduil baute sich dank seiner Größe erfolgreich vor mir auf. „Kannst du mir bitte erklären, wieso mein Sohn gefesselt am Boden liegt?“
Tatsächlich, neben Lindir lag auch Legolas, auf die gleiche Weise gefesselt.
„Ich hab euch gesagt, wir sollten das lieber nicht durchziehen“, brummte der Kronprinz Düsterwalds.
„Vollidioten“, kopfschüttelnd besah ich mir das verrückte Schauspiel, als Galadriel (im Nachthemd) Haldir durch das Lager schimpfte und Elrond anklagend ansah, als wäre es nur seine Schuld, das ihr Hauptmann so einen Blödsinn angestellt hatte. Langsam versammelte sich das ganze Lager vor der Großjurte und ich ließ Elronds Berater und Legolas in den Händen Thranduils, der ihnen eine gehörige Standpauke hielt. Ich erkannte Thorin, der zweifellos einige Argumente vorbrachte, warum Zwerge nie so etwas Dämliches machen würden. Elrond begab sich zu seinem Berater und befreite ihn von meiner durchaus kreativen Falle, während er ihm erklärte, dass er, wenn er so weiter machen würde, wohl nie einer Elleth an die Wäsche kommen würde. Und so trommelte ich, die ich ja für den Haufen zuständig war, das Camp zusammen.
„Einen wunderschönen guten Morgen! Nach diesem etwas… abartigem Start in den Tag, haben wir noch die Dienste zu besprechen, dass habe ich nämlich gestern Abend vergessen. Wer macht freiwillig Schmierdienst?
Keiner?
Gut, dann übernimmt das die Kings-Kohte. Wer möchte den Platz nach Müll absuchen?
Wieder niemand, dann macht das die Mini-Lounge. So und wer zur Hölle macht den Kloputzdienst?“
Da deutete alle, die die Hände frei hatten auf die Junge-Elben-Kohte, einige Zwerge brüllten auch "Strafe!". Ob sie nun Galadrielfans waren, oder einfach Elben ärgern wollten, ich war definitiv ihrer Meinung.
„Scheint mir offensichtlich zu sein. Herzlichen Glückwunsch, Jungs! Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag.“
Damit war ich fertig und der Tag konnte so richtig losgehen.
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