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GeschichteAllgemein / P16
Clay Jensen Justin Foley
25.07.2018
20.01.2019
15
20.595
6
Alle Kapitel
35 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
25.07.2018 933
 

hallo ihr lieben,
mir ist in letzter zeit (was das schreiben angeht) justin total ans herz gewachsen.
deswegen möchte ich mich gerne an einer "längeren" story über ihn ausprobieren.
meine story setzt irgendwo nach der ersten staffel an, aber ich verändere einige dinge,
weil ich zum beispiel auf die beziehung zwischen clay und justin nicht verzichten möchte.
aber genug gelabert. ich hoffe es gefällt dem ein oder anderen.
viel spaß & vielleicht liest man sich ja.
j u s t i n  f o l e y ♥


»Regen, so viel Regen.«, denkt der kleine, dunkelblonde Junge, der inmitten des Eisenhowerparks steht. Seine einst knallgrüne Regenjacke ist ausgeblichen und an einigen Stellen kaputt, aber es stört ihn nicht, dass er nass wird. Das kalte Wasser fühlt sich erfrischend auf seiner Haut an und während alle Kinder fast schon panisch von ihren Eltern in Richtung Parkplatz gezogen werden, bleibt der Fünfjährige stehen. Keiner nimmt seine Hand um ihn nach Hause zu bringen. Keiner macht ihm eine heiße Schokolade und wickelt ihn in eine Decke, wie es die Mutter von einem Freund aus der Kinderbetreuung immer tut. Seine Mutter ist anders, daran hat er sich gewöhnt und es macht ihn nicht mehr so traurig wie früher, wenn ihm das klar wird.

Der Junge streicht sich eine Strähne seiner Haare aus der Stirn und steckt sie zurück unter die Kaputze, ehe er sich in den Sand sinken lässt und mit einer flinken Bewegung die Schuhe von den Füßen zieht. Das Regenwasser ist kalt, aber er mag das Gefühl von nassem Sand unter seinen nackten Zehen. Sein Mund verzieht sich zu einem Lächeln, als er in der Matsche einsinkt und der Sand seine Füße bis zum Knöchel verschlingt. Wahrscheinlich wird er Ärger kriegen, weil er so schmutzig nach Hause kommt, aber das ist ihm egal.

Alles ist egal.


Justin fährt aus dem Schlaf hoch. Er braucht einen Moment um die Müdigkeit abzuschütteln und in der Realität anzukommen. Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals und sein Brustkorb hebt und senkt sich hektisch. Er holt tief Luft und saugt den Sauerstoff in seine danach schreienden Lungen. Ein Blick auf seinen Elektronikwecker zeigt ihm, dass es erst vier Uhr morgens ist, allerdings ist an Schlaf jetzt sowieso nicht mehr zu denken. Schon wieder haben ihn Bilder aus seiner Kindheit im Schlaf heimgesucht. Schon wieder muss er sich zusammenreißen um nicht loszuheulen. Schon wieder bricht er ein Stück weiter auseinander.

Er lauscht in die Stille und versucht herauszufinden ob seine Mutter oder sein ekelhafter Stiefvater Seth bereits wach sind, aber er kann kein Geräusch hinter der geschlossenen Zimmertür erahnen. Bereits vor Jahren hatte er ein Schloss von Innen an die Tür gebaut. Er hatte damals gehofft, dass er so die Angst aussperren könnte, aber bis heute kann er keine Nacht durchschlafen. Die Albträume lassen ihn niemals los. Damals hatte er von dem Ex-Freund seiner Mutter eine ordentliche Tracht Prügel abbekommen, weil er ihm den Zutritt zu seinem Zimmer versperrt hatte, aber das Schloss war dran geblieben. Bis Heute.

Vorsichtig, wohl darauf bedacht keinen Laut von sich zu geben, steht der junge Mann auf. Er streckt seine eingeschlafenen Gliedmaßen und schlüpft anschließend in seine Collegejacke der Schule. Seine Schultasche schmeißt er aus dem Fenster, ehe er selbst hinterher in die kühle Nachtluft klettert. Automatisch zieht er den Kragen seiner Jacke enger um seinen Hals. Er fröstelt, denkt aber nicht daran wieder in sein Zimmer zurück zu gehen.

Sein Zimmer. Als er die zwei Worte in seinen Gedanken wiederholt, verlässt ein frustriertes Schnauben seinen Mund. Er kennt das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in den vier Wänden hinter sich nicht. Das ist nicht sein Zuhause, sondern ein Gefängnis, aus dem er unbedingt ausbrechen muss. Als er losläuft brennt die Kälte des Windes in seiner Luftröhre, aber er wird nicht langsamer. Mit jedem Schritt, mit dem er sich von dem Haus seiner Mutter entfernt, fühlt er sich besser. Das beklemmende Gefühl verschwindet und er kann stehen bleiben.

Justin lehnt sich keuchend gegen einen Baum vor dem Haus seines besten Freundes. Oder zumindest ist er das einmal gewesen. Vor ewig langer Zeit, bevor sein Leben noch vorkorkster und komplizierter geworden war, als ohnehin schon. Bryce Walker. Früher wäre Justin jetzt einfach ins Poolhaus gegangen, hätte sich auf die Couch gelegt und ein paar Stunden Schlaf nachgeholt - Jetzt wird ihm schon bei dem Gedanken daran eines der Gebäude zu betreten schlecht.

Ein Geräusch hinter ihm reißt ihn schließlich aus seinen düsteren Gedanken. Er zuckt herum und kneift die Augen zu engen Schlitzen zusammen, aber es ist so dunkel, dass er nichts erkennen kann. Das Gefühl beobachtet zu werden wird in ihm ausgelöst und eine Gänsehaut kriecht ihm den Rücken hinauf. Seine Kopfhaut kribbelt und seine Alarmglocken schrillen, also dreht er sich um und geht geradewegs in die Richtung aus der das Geräusch gekommen ist. Mechanisch setzt er einen Fuß vor den anderen und bleibt erst stehen, als Bryce Walker's Haus bereits komplett aus seinem Blickfeld verschwunden ist.

»Du benimmst dich lächerlich.« Seine eigene Stimme versucht ihn zu beruhigen. »Da ist niemand.«

Aber so sehr er sich das auch versucht einzureden, das Gefühl verlässt ihn nicht. Auch nicht, als es hell wird und er die Auffahrt der Highschool hinauf geht und die Türen hinter ihm zu fallen.

Etwas weiter entfernt, hinter einer großen Eiche, steht ein muskulöser Mann. Er trägt eine schwarze Jacke, dessen große Kaputze er sich tief in die Stirn gezogen hat. Sein Augen folgen dem Dunkelblonden Jungen, fixieren ihn förmlich. Seine Mundwinkel ziehen sich nach oben und geben den Blick auf eine Reihe schneeweißer Zähne frei.
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