Love all

von piratess
KurzgeschichteDrama, Romanze / P16
25.07.2018
20.03.2019
4
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Anzahl der Wörter: 3064


Das leise „Pling“ lässt dich mitten in deiner Rückschlagbewegung innehalten. Langsam hebst du deinen Schläger zu deinem Gesicht um dir die Katastrophe genauer an zu sehen. Da war sie, die gerissene Saite. Deine neue, vor gerade einmal drei Wochen, bespannte Saite war gerissen. Einfach so, bei einer einfach ausgeführten Vorhand. Ohne besonders viel Druck oder ähnliches. Einfach so.

„Ich fass es nicht.“, murmelst du, während du deinem Gegenüber ein Handzeichen gibst und dann zur Bank trabst. Du hättest nie auf diese Saite umsteigen sollen. Deine alten waren dir nie gerissen und das war jetzt schon die zweite innerhalb von 2 Monaten. Genervt stopfst du den kaputten Schläger in deine Tasche und greifst nach deiner Wasserflasche.

„Hey, was ist los?“, deine Trainingspartnerin kommt angelaufen und bleibt neben deiner Bank stehen. „Meine Saite ist gerissen“, murmelst du, bevor du einen Schluck trinkst. „Oh nein.“ Sie sieht dich mitleidig an. „Hast du deinen Ersatzschläger nicht dabei?“ Du trinkst noch einen Schluck bevor du auch die Flasche in die Tasche pfefferst. „Ist auch kaputt.“, knurrst du dann, während du nach deiner Trainingsjacke greifst. „Ich glaub ich bin für heute fertig.“ Du siehst dein Gegenüber entschuldigend an. „Alles klar“, sie grinst dich an, bevor sie anfängt ihre eigene Tasche zu packen. „Dann kann ich mich heute noch um diese blöde Chemieaufgabe kümmern und musst das nicht am Samstag vor der Feier machen.“ Sie lugt zu dir, doch du schüttelst mal wieder schnell den Kopf. „Vergiss es.“, zischt du, während du deine Tasche schulterst.

Gemeinsam verlasst ihr ein paar Minuten später den Platz. Auf den meisten anderen Plätzen packten die Spieler auch gerade zusammen oder waren in den letzten Zügen. Ihr ward noch nicht all zu weit gekommen, als die donnernde Stimme eurer Mannschaftsführerin euch zusammenzucken lässt. „Wo wollen wir denn hin? Das Training beende immer noch ich.“ Ihr seht euch kurz an, bevor ihr euch langsam umdreht und auf den Platz zusteuert, auf dem euer Captain steht und das Training der Erstklässler überwacht.

„Ich denke nicht, dass ich euch die Erlaubnis gegeben habe, heute früher Schluss zu machen.“, fängt sie an, als ihr vor ihr zum stehen kommt. „Das Training ist doch eh gleich vorbei und ihr ist eine Saite gerissen.“ Deine Freundin deutet auf dich. „Seit wann besitzt die Rikkaidai keine Ersatzschläger mehr?“, kommt es prompt von der Älteren. „Ja, ähm, also…wir müssen auch noch ein Projekt zu Ende machen. Für Chemie.“, redet deine Freundin weiter. Du nickst bestätigend, bevor du deinen Blick einmal prüfend über die Anlage schweifen lässt. Du wolltest hier weg, bevor du ihm wieder über den Weg laufen würdest. „Das ist mir herzlich egal. Ihr müsst eure Zeit besser einteilen. Ihr wisst, dass ich solche Ausreden hasse.“ Ihr senkt entschuldigend eure Köpfe. „Gut, für heute lass ich es mal gut sein. Haut schon ab.“ Sie wedelt kurz mit einer Hand vor euch herum und ihr beide verlasst schnell den Platz.

„Sie hat ausnahmsweise mal gute Laune.“, sagt deine Freundin, während sie in ihre Alltagsschuhe schlüpft. „Ja.“, du nickst, während du dir nochmal durch deine halbtrockenen Haare fährst. „Hey.“, dein Gegenüber war aufgestanden und näher an dich herangetreten. „Kannst du bitte einmal für mich lächeln, nur einmal.“ Sie legt ihren Kopf etwas schief. „Wieso?“ Du weichst ihrem Blick aus, während du an deinem Reißverschluss herumnestelst. „Weil du seit Wochen mit dieser traurigen Miene herumläufst. Ja ich weiß, dass dir die Trennung zusetzt, aber hey, das Leben geht weiter.“ Sie kneift dir kurz in den Oberarm, bevor du ihre Hand weg schlägst. „Lass mich doch einfach in Ruhe.“, murmelst du. Sie seufzt und schüttelt den Kopf. „Na gut.“ Sie greift nach ihrer Tasche. „Wir sehen uns dann morgen beim Training.“ Mit einem letzten Blick, verlässt sie die Umkleide und lässt dich allein zurück.

Als sich die Tür wieder schließt, lässt du dich zurück auf die Bank fallen und vergräbts dein Gesicht in deinen Händen. Sie hatte ja Recht. Du musstest endlich damit aufhören, dir die Stimmung vermiesen zu lassen. Die Trennung war nun einen guten Monat her und immer noch fühltest du dich schlecht. Dabei war dieser Schritt die einzig logische Lösung gewesen. Und trotzdem vermisst du ihn immer noch jeden Tag, dass er dir dabei fast täglich über den Weg lief, machte es nicht gerade besser. Du atmest einmal laut aus, bevor du dich wieder erhebst, dir deine Tasche schnappst und die Umkleide verlässt.

In deiner Tasche nach deinen Kopfhörern kramend, achtest du nicht auf deinen Weg und läufst prompt in jemanden hinein. Mit einer bösen Vorahnung, hebst du langsam den Kopf. Da stand er, der Junge dem du auf keinen Fall begegnen wolltest. Du schluckst einmal und lässt deine Hand, ohne die Kopfhörer, aus deiner Tasche gleiten. „Hi.“, murmelst du leise und weichst seinem Blick aus. „Hi.“, kommt es zurück. „Wie geht’s?“, schiebt er dann noch hinterher. Kurz schaust du ihm doch in die Augen. Meinte er das jetzt ernst. Wie sollte es dir schon gehen? Die erste Woche hattest du dir die Augen ausgeheult und danach war deine Laune immer weiter gesunken. Aus diesem Tief kamst du gerade erst wieder langsam heraus, also wie sollte es dir wohl gehen.  „Gut, danke.“, antwortest du dann so selbstbewusst wie es eben ging. Er nickt langsam. „Okay, cool.“, meint er dann. „Ja.“, du machst eine etwas seltsame Handbewegung und willst dich an ihm vorbei drängen. Flink greift der größere nach deinem Handgelenk. „Warte…bitte.“ Er verstärkt seinen Griff etwas, damit du dich zu ihm umdrehst. „Was?“, rufst du etwas lauter als beabsichtigt. Wütend blickst du ihn an. Seine grauen Haare stehen wie immer etwas wild von seinem Kopf ab. „Ich….“, fängt er an. „Nein.“ Du unterbrichst ihn. „Ich will nichts hören, Niou. Die Sache ist erledigt. Ich…ich will nicht mehr darüber diskutieren.“ Du versuchst dich aus seinem Griff zu befreien. „Du hast es mich nicht mal erklären lassen.“ Er zieht dich etwas näher zu sich. „Was gibt es denn da zu erklären. Wenn du eine andere küsst, ist das für mich etwas was man nicht großartig erklären muss.“ Wütend funkelst du ihn an. Kurz scheint er zu überlegen, was er sagen soll. „Es tut mir leid. Das war unglaublich dumm von mir.“, kommt es dann kleinlaut von ihm. Kurz bist du überrascht, doch dann schüttelst du den Kopf und machst dich von ihm los. „Das ändert nichts daran.“ Damit drehst du dich um und lässt ihn stehen.

Du hattest ihm viel durchgehen lassen. Dir war natürlich von Anfang an klar gewesen, dass es nicht einfach sein würde eine Beziehung mit ihm zu führen. Niou, der Trickser höchstpersönlich. Und doch hattest du es versucht und warst letztendlich gescheitert. Wieso warst du so dumm gewesen und hattest gedacht, dass du es wirklich schaffen würdest. Er brauchte einfach zu viel Freiraum und so viel konntest du ihm nicht geben. Du warst niemand der klammerte, aber trotzdem. Es hatte einfach nicht funktioniert und dann noch diese Sache mit dem Kuss. Wieso hatte er das gemacht?

Erst als du daheim in deinem Zimmer ankamst, kamen wieder die Tränen. Wieso konnte er dich nicht einfach in Ruhe lassen. Irgendwann wäre es dir dann vielleicht egal, wenn du ihn auf dem Flur oder auf dem Platz sehen würdest, aber nicht, solange er immer wieder versuchen würde mit dir zu reden. Was wollte er denn noch von dir? Er hatte eine andere geküsst, damit war ja wohl klar, dass du nur irgendein Zeitvertreib gewesen warst. Du reibst dir einmal über die Augen. Du solltest endlich mit dem Heulen aufhören. Das war er doch gar nicht wert.
Das Klingeln deines Handys reißt dich aus deiner Grübelei. Du blickst auf den kleinen Bildschirm und erkennst eine SMS deiner Freundin.

>> Hey, Marui hat mir gerade geschrieben und meinte, dass Niou versucht hat mit dir zu reden? Was wollte er denn? Geht’s dir gut? <<

Du atmest aus. Solltest du ihr zurückschreiben? Und wieso plapperte Marui schon wieder alles weiter. Du wolltest gerade etwas schreiben, als eine weitere Nachricht von deiner Freundin eintraf.

>>Und ich weiß, dass du es nicht hören willst, aber willst du nicht am Samstag mit auf die Feier? Ja, Niou wird vermutlich auch da sein, aber wir könnten doch trotzdem Spaß haben. Zur Not betrinken wir uns einfach komplett. Komm schon. Atobe will bis spätestens heute Abend die Zusagen haben und ohne dich macht es nur halb so viel Spaß. <<

Du seufzt. Eigentlich hattest du dich auf die alljährliche Sommerparty bei Atobe gefreut. Dort konnte man auch mal die Leute der anderen Teams treffen und sich austauschen, aber gerade hattest du so gar keine Lust auf Austausch und feiern. Außerdem wollte deine Freundin nur dahin, damit sie Shishido sehen konnte. Seit dem letzten Jahr schwärmte sie etwas für den Braunhaarigen und nahm jede Gelegenheit war um in seiner Nähe zu sein. Aber sie hatte dir die letzten vier Wochen beigestanden, da konntest du dich ja wohl mal einen Abend für sie zusammenreißen.

>> Okay, ich komm mit.
Lass uns aber bitte nicht mehr über Niou reden <<


~~***~~


Jetzt stehst du also hier. Laute Musik dröhnt an dein Ohr, dein Becher mit Bowle ist noch immer unberührt und am liebsten würdest du einfach wieder verschwinden. Aber du hattest es deiner Freundin versprochen und du warst niemand der einfach so verschwindet.

„Hey.“ Du erschrickst leicht, als sich der große Hyotei Spieler neben dich stellt. Als Chotaro das bemerkt, sieht er dich entschuldigend an. „Hey.“, sagst du dann und lächelst ihn freundlich an. Du mochtest Chotaro. Ihr hattet euch schon oft auf Turnieren getroffen und mit der Zeit war eine Freundschaft entstanden auf die du nicht mehr verzichten wolltest. „Wie geht’s dir?“, fragt er vorsichtig und du weißt worauf er anspielt. Du seufzt leise. „Naja, es ging schon mal besser, aber hey, das Leben geht weiter.“ Du grinst ihn kurz an. Du wolltest nicht, dass er sich auch noch Sorgen um dich macht. Du hattest schon genug Leute, die dich in Watte packten. „Okay.“ Er hatte verstanden, dass du nicht darüber sprechen wolltest und wechselte das Thema. „Bei der Bowle wäre ich übrigens vorsichtig. Ich weiß nicht genau was Atobe-san da reingetan hat.“ Er deutet auf den Becher in deiner Hand. „Oh, okay danke.“ Du hebst den Becher als Zeichen des Verständnisses. „Na gut. Wir sehen uns dann.“ Er stupst dich kurz mit dem Ellenbogen an, bevor er zurück zu Wakashi geht. Die Bowle hatte es also in sich? Gut für dich. Mit einem letzten Blick auf Chotaro, ext du den Becher. Vermutlich nicht deine beste Idee.

Du hattest dich verlaufen. Du warst irgendwo in Atobes Garten und wusstest nicht, wie du wieder zum Haupthaus zurückkommen solltest. Stimmen hörtest du nur noch gedämpft, das half dir nicht wirklich. Auch, dass sich der Garten die ganze Zeit drehte, war nicht besonders hilfreich. Nach weiteren Minuten in denen du ziellos umher irrst, lehnst du dich an einen Baum und versuchst wieder etwas klarer zu werden. Wieso warst du nicht einfach gegangen. Deine Freundin hattest du schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und auf Gespräche mit anderen hattest du so gar keine Lust gehabt. Also war die Bowle zu deinem besten Freund an diesem Abend geworden und jetzt war dir schlecht und schwindelig. Keine gute Kombi. Und das alles nur wegen Niou. Das war alles nicht fair.

„Verdammt nochmal.“, fluchst du und trittst nach dem Baum. Verfehlst ihn aber, verlierst das Gleichgewicht und drohst nach hinten um zu kippen, hätte dich nicht in letzter Sekunde jemand aufgefangen. „Was zum…“ Du drehst dich etwas verwirrt um und blickst in vertraute Augen. „Lass mich los.“ Du machst dich etwas ungeschickt von dem Älteren los und versuchst so wenig wie möglich zu schwanken. „Du bist betrunken.“ Er sieht dich leicht belustigt an. „Na und? Kann dir doch egal sein. Hast du nicht noch irgendwen zu küssen.“ Du willst dich umdrehen, bewegst dich aber etwas zu schnell, woraufhin dir wieder schwindlig wird und du dich einfach ins Gras fallen lässt. Das sich der Grauhaarige neben dich setzt, kannst du in diesem Moment nicht verhindern. „Geh weg.“ Versuchst du es daher einfach, doch der junge Mann denkt gar nicht daran. Du verschränkst die Arme vor der Brust und starrt einfach gerade aus. Vielleicht würde er dann ja einfach irgendwann gehen. „Du bist ziemlich süß, wenn du so bockig bist.“ „Lass mich in Ruhe.“, fauchst du. „Nein.“, kommt es prompt von ihm. „Ich lass dich nicht Ruhe. Du bist betrunken und irgendjemand muss auf dich aufpassen.“ Du schielst kurz zu ihm „Und du meinst, dass du das sein musst?“ Er lächelt dich an. „Siehst du hier sonst noch jemanden. Und besser ich, als dieser Atobe-Idiot, oder?“ Das entlockt dir ein kurzes Lächeln, bevor du wieder stur gerade ausschaust.

Die nächste halbe Stunde sagte keiner von euch was. „Was macht der Schwindel?“, kommt es dann von Niou. „Wenn ich mich nicht bewege geht es.“, kommt es prompt von dir. Wolltest du ihn nicht eigentlich ignorieren. „Gut.“ Du hörst es neben dir rascheln, als er sich ins Gras legt. Du schielst erneut zu ihm. Die Arme hatte er hinter dem Kopf verschränkt, während er aufmerksam in die Sterne schaute. Wieso sah er denn einfach so verdammt gut aus. Wieso schlug dein Herz jetzt schon wieder so wild bei seinem Anblick. „Ich vermisse unsere Abende auf meinem Hausdach. Das war immer mein Highlight des Tages.“ Erstaunt blickst du ihn an. Das hattest du jetzt gar nicht erwartet. „Ich weiß, dass ich Mist gebaut hab und ich verstehe, wenn du nie wieder etwas mit mir zu tun haben willst, aber ich vermisse dich wirklich und ich muss mich gerade wirklich überwinden dir das zu sagen.“ Er richtet sich etwas auf und blickt dich nun wieder an. „Wieso hast du es gemacht?“, fragst du leise. Du warst dir gar nicht sicher ob du die Antwort überhaupt wissen wolltest. „Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe.“ Das war nicht die Antwort die du gerne gehabt hättest. Aber welche Antwort hättest du denn haben wollen? Du sagtest nicht. Was solltest du auch sagen. Für dich war die Sache doch erledigt. Oder? Du hattest ihm doch vor Wochen schon alles an den Kopf geworfen. Du hattest ihn angeschrien und das vor dem gesamten Tennisclub. Und er hatte es einfach hingenommen. Hatte sich nicht mal verteidigt. Erst Marui und deine beste Freundin hatten dich schließlich beruhigen können.

Das du weinst merkst du erst als die ersten Tränen auf deine Handfläche tropfen. „Ich…“, fängst du an und brichst wieder ab. „Ich versteh das einfach nicht. Ich frag mich die ganze Zeit was ich falsch gemacht habe.“ „Du hast überhaupt nichts falsch gemacht.“ Jetzt hatte er sich wieder komplett aufgerichtet und sieht dich ernst an. „Doch, irgendetwas muss ich ja gemacht haben. Sonst hättest du das nicht gemacht.“ Jetzt laufen dir die Tränen wieder über die Wangen. Er will dir die Tränen wegwischen, doch du weichst aus. „Nein.“ Du schüttelst Kopf. „Bitte. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber kannst du mir nicht noch eine Chance geben? Ich weiß, ich habe es nicht verdient, aber…“ Du schüttelst den Kopf und lässt ihn nicht ausreden. „Es geht nicht darum, dass ich dir nicht verzeihen kann. Was, wenn du es wieder machst? Ich will nicht eins von diesen Mädchen sein, die auf Kerle wie dich reinfallen.“ „Kerle, wie mich?“ Er sieht dich fragend an. „Ja, ich, ach, was weiß ich.“ Du warst noch zu benebelt um eine ernsthafte Konversation mit ihm führen zu können. „Ich muss nach Hause.“, meinst du dann plötzlich und stehst so elegant wie möglich auf.

Weit kamst du nicht. Niou hatte dich schnell wieder eingeholt. „Du gehst sicherlich nicht allein nach Hause.“ „Ich bin nicht alleine.“ Du hältst nach deiner besten Freundin Ausschau. Natürlich sahst du sie nicht. Du sahst überhaupt niemanden. „Weißt du überhaupt wo du hin gehst?“ Er läuft weiterhin neben dir her. „Natürlich.“ Du hattest nicht den Hauch einer Ahnung, aber das musste er ja nicht wissen. „Ich denke nicht.“, kommt es von ihm. „Du kannst ja woanders hin.“ Du beschleunigst deine Schritte etwas, doch er hält natürlich locker mit. „Geh weg, Niou.“ „Ich lass dich hier jetzt nicht allein. Du bist betrunken und hast keine Ahnung wo du überhaupt hin gehst.“ Du drehst dich zu ihm um und schaust ihn wütend an. „Ich kann auf mich allein aufpassen.“ „Das weiß ich, aber gerade eben nicht.“ Er streicht dir eine Strähne aus dem Gesicht und du lässt es zu.

Irgendwann warst du wieder beim Haupthaus angekommen. Niou war die ganze Zeit hinter dir geblieben. Viel war nicht mehr los. Du hattest keine Ahnung wie spät es war. Etwas umständlich angelst du dein Handy aus deiner Tasche und schaust auf die Uhrzeit. Es war schon weit nach Mitternacht. Außerdem hattest du zwei verpasste Anrufe von deiner Freundin. Du hattest vergessen dein Handy auf laut zu stellen. Vor circa einer Stunde hatte sie dir eine SMS geschickt.

>> Ich weiß nicht wo du bist. Ich geh einfach mal davon aus, dass du schon daheim bist und schläfst. Meld dich morgen mal bei mir. Ich hab dich den ganzen Abend nicht gesehen. <<

Kurz überlegst du ihr noch zu schreiben, lässt den Bildschirm dann aber wieder dunkel werden und vertagst das ganze auf eine spätere Zeit. Jetzt musst du erstmal nach Hause kommen.

Kurz darauf verlässt du das Anwesen. Bus und Bahn fuhr nicht mehr und du hattest kein Geld für ein Taxi. Also musstest du wohl oder übel laufen. Du kanntest den Weg. War nicht das erste Mal das du am Abend heimlaufen musstet. Allerdings war dir nicht ganz wohl bei der Sache. Der Weg war doch etwas weiter als sonst. Kurz drehst du dich um. Niou stand im Schatten hinter dir. Kurz haderst du mit dir. „Also, ich glaube, ähm, ich wäre vielleicht doch ganz froh, wenn ich nicht allein gehen müsste.“ Du schaust ihn dabei nicht an, sonst betrachtest deine Schuhe. Er sagt nichts, sondern setzt sich langsam in Bewegung. Kurz siehst du ihm nach, bevor auch du los läufst und schnell zu ihm aufholst. Ihr sprecht beide nicht. Lauft nur nebeneinander her. Die angenehm kühle Nachtluft, lässt dich immer klarer werden. Kurz schielst du zu dem Älteren. Noch immer schlug dein Herz viel zu schnell in seiner Gegenwart. Du konntest einfach nichts dagegen tun und gerade in diesem Moment wolltest du es auch eigentlich gar nicht. Daher ziehst du auch deine Hand nicht weg, als seine Finger deine streichen und sich langsam mit ihnen verflechten.

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Hallohallo,

wow, ich weiß gar nicht wie lang das jetzt her ist, dass ich hier was hochgeladen habe. Aber es hat mich einfach wieder in den Fingern gejuckt.

Kurz zum Titel: "Love all" nennt man beim Tennis den Spielstand 0:0, also sprich den Anfang eines Satzes, das kann der erste oder auch der zweite sein. Meine Geschichten werden so gut wie immer etwas mit einem "Anfang" zu tun haben. Sei es ein Neuanfang, der klassische Anfang einer Beziehung oder auch eine zweite Chance.

Die Geschichten die ich hier hochlade, habe ich meistens in den letzten Jahren schon begonnen und nie fertig geschrieben oder einfach nicht hochgeladen. Daher wird das hier auch irgendwie eine Sammlung meiner ganzen OneShots, die es bisher einfach nicht auf diese Plattform geschafft haben.

Es wird vermutlich keine regelmäßigen Updates geben, da ich bedingt durch Arbeit und Privatleben, natürrlich nicht so viel Zeit habe, aber sobald ich etwas fertig habe, wird es, denke ich, hochgeladen.

Über Reviews freue ich mich natürlich immer, ist aber kein Muss.

Wünsche für Charaktere und OneShots nehme ich gerne an, kann aber natürlich nichts versprechen.

Hoffe, euch hat die erste Story gefallen.

Bis zum nächsten Kapitel

piratess
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