Warum man eine Schüssel für Schlüssel braucht

von lula-chan
OneshotAllgemein / P12
Hei Misaki Kirihara
23.07.2018
23.07.2018
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Die Charaktere und die Geschichte von Darker than BLACK gehören Tensai Okamura und wir verdienen kein Geld mit ihnen. Einzig und allein die OCs und die individuelle Geschichte dieser Fanfic gehören uns und es ist nicht erlaubt diese zu kopieren.

Diese Geschichte nimmt auf animexx an dem Wettbewerb "Worst Dates" von Schreifalter teil.



Misaki läuft singend durch ihre Wohnung. Sie ist glücklich, denn bald würde ihr großer Schwarm Hei vor ihrer Tür stehen und sie würden ein romantisches Dinner genießen. Misaki hat alles genau durchgeplant. Sie würde es schaffen und sein Herz für sich gewinnen, da ist sie sich sicher. Es muss einfach funktionieren.

Als endlich alles vorbereitet ist, ist es bereits 17:30 Uhr - noch eine halbe Stunde bis Hei hier sein würde. Nur noch ihr Kleid muss sie anziehen. Sie hat sich für ein knöchellanges, rotes Kleid mit Spaghetti-Trägern entschieden. Dazu einen silbernen Gürtel, rote Schuhe mit Absatz und eine rote Rose im Haar. Schminken würde sie sich nur dezent.

18:00 Uhr - pünktlich klingelt es an der Tür. Misaki beeilt sich dort hinzukommen. Das Klackern ihrer Schuhe hallt durch die Wohnung. Sie tritt an die Gegensprechanlage und drückt auf den Knopf, um mit ihrem Gast zu kommunizieren.
“Wer ist da?”, fragt sie.
“Hier ist Hei. Lässt du mich rauf?”, erklingt seine Stimme durch die Gegensprechanlage.
“Ja, warte kurz”, erwidert sie und öffnet durch Drücken eines anderen Knopfes die Tür zum Appartementblock. “Bis gleich.”
“Bis gleich”, sagt auch Hei, dann ist alles still.

Es dauert noch gute zehn Minuten, ehe es an ihrer Tür klopft. Mit leicht zitternden Händen öffnet sie die Tür und lässt Hei rein.
“Für dich”, sagt er und reicht Misaki einen Strauß roter Rosen.
“Vielen Dank”, freut sich diese und nimmt ihm den Strauß ab. “Die duften herrlich.” Misaki lächelt glücklich.
Beide versinken kurz in Schweigen.

“Setz dich doch schonmal”, biete Misaki Hei schließlich an, “Ich suche in der Zwischenzeit nach einer Vase.”
“Gut.” Hei nickt ihr zu und folgt ihr durch den Flur in die offene Küche, um sich an den Tisch zu setzen.

Es dauert nur einen Moment bis Misaki eine passende Vase gefunden hat. Sie stellt die Vase ins Waschbecken und füllt sie mit Wasser. Mit ihrer rechten Hand hebt sie die nun gefüllte Vase am Rand heraus, in der linken hält sie immer noch den Strauß. Vorsichtig trägt sie die Vase zum Tisch und stellt sie dort ab. Misaki lächelt Hei zu, während sie den Blumenstrauß in das Wasser gleiten lässt. Dabei kommt sie auch an die Vase und schiebt sie so näher an den Rand. Als sie den Strauß dann schließlich loslässt, passieren zwei Dinge auf einmal: Hei stößt aus Versehen an den Tisch, als er etwas aus seiner Tasche holen möchte, und Misaki kommt erneut an die Vase.
Durch diese zwei Ereignisse passiert schließlich, was passieren muss: Die Vase kippt über den Rand des Tisches und zerschellt mit einem Klirren auf dem Boden. Tausend kleine Scherben verteilen sich über eine große Fläche und eine Wasserlache breitet sich aus. Der Blumenstrauß steht kopfüber auf dem Boden.

Misaki starrt perplex auf den Boden, ihre linke Hand halb erhoben. Auch Hei ist wie erstarrt. In ihn kommt jedoch schneller wieder Leben als in Misaki. Er erhebt sich in einer flüssigen Bewegung und schiebt seinen Stuhl nach hinten. Schweigend geht er in die Küche und holt eine Rolle mit Küchenpapier, die er schon vorher entdeckt hatte, steht sie doch ziemlich zentral. Mit der Rolle kniet er sich neben die Wasserlache und beginnt sie mit dem Papier aufzusaugen. Erst jetzt löst sich Misakis Starre und sie macht sich ebenfalls an die Arbeit das Malheur zu beseitigen.

Sie geht zu einer kleinen Abstellkammer und holt daraus einen Handfeger, eine Kehrschaufel und einen kleinen Plastikeimer. Mit diesen kniet sie sich gegenüber von Hei hin. Den Feger und die Schaufel legt sie jedoch erstmal zur Seite. Die großen Teile will sie mit der Hand aufsammeln. Vorsichtig legt sie die Scherben in den Eimern. Bei der letzten Scherbe passiert es jedoch: Sie schneidet sich an der Scherbe. Blut tropft auf den Boden. Fluchend steckt sie sich den blutenden Finger in ihren Mund.
“Alles in Ordnung?”, fragt Hei besorgt.
“Ja, geht schon”, erwidert Misaki, nimmt ihren Finger wieder aus ihrem Mund, betrachtet ihn.
Hei holt ein sauberes Stofftaschentuch aus seiner Tasche und neigt sich leicht zu Misaki, um ihr das Tuch zu geben. “Hier”, sagt er.
Dadurch erschreckt sich Misaki jedoch und stößt mit ihrer unverletzten Hand gegen den Eimern mit den Scherben, die sich daraufhin wieder auf dem Boden verteilen und zum Teil weiter zersplittern.
“Verdammt”, flucht Misaki.
Sie macht sich nun direkt daran alles mit dem Handbesen und der Kehrschaufel aufzukehren und in den Eimer zu verfrachten. Die Wunde an ihrem Finger hat sie bereits vergessen. Erst als alles aufgeräumt ist, wird sie wieder darauf aufmerksam und verschwindet kurz ins Bad, um sich ein Pflaster zu holen. Hei richtet derweil den Strauß Blumen wieder her und stellt ihn in eine neue Vase, die er dann auf der Anrichte platziert. Als Misaki aus dem Bad wiederkommt, sitzt Hei wieder auf dem ihm angebotenen Platz.

Misaki streicht sich angespannt lächelnd eine lose Haarsträhne hinter ihr Ohr und seufzt auf, als sie sich hinsetzt.
“Ich hoffe, es schmeckt dir”, meint sie, ehe sie zu ihrem Besteck greift und zu essen beginnt.
Hei ist kurz verwundert über ihre Aussage, zuckt dann aber mit den Schultern und beginnt ebenfalls zu essen. Es schmeckt sehr gut, was er ihr auch sofort kundtut. Auf Misakis Wangen bildet sich ein leichter Rotschimmer. “Danke”, sagt sie lächelnd.
Danach essen sie schweigend weiter.

Als sie fertig mit essen sind, räumt Misaki den Tisch ab
“Wie wäre es mit einem Film?”, fragt sie schließlich. Für sie ist der Abend noch lange nicht vorbei.
“Gerne”, antwortet Hei lächelnd. Er scheint der selben Meinung zu sein.
“Gut. Du kannst dir einen aussuchen”, sagt Misaki, deutet dabei auf ein Regal voller DVDs.
Hei nickt und schaut sich die Titel an.
“Wollen wir vielleicht einen guten Wein dazu trinken?”, fragt Misaki nach.
“Klingt gut”, erwidert Hei immer noch auf der Suche nach einem passenden Film.
Misaki geht derweil zu ihrem Kühlschrank und öffnet ihn. Von der Weinflasche ist jedoch keine Spur zu sehen. Sie muss vergessen haben ihn hochzubringen.
“Hei?”, fragt sie, während sie den Kühlschrank wieder schließt.
“Ja?”, kommt es zurück.
“Ich gehe eben in den Keller, die Weinflasche holen”, erklärt sie, befindet sich bereits auf dem Weg zur Tür.
“Warte. Ich begleite dich”, sagt er und folgt ihr, lässt die DVDs DVDs sein.
“Das musst du nicht”, erwidert Misaki.
“Ich möchte es aber”, stellt Hei klar.
Misaki wird daraufhin dezent rot. “O… Okay. Dann lass uns gehen”, sagt sie und greift noch schnell nach den Schlüsseln für den Keller.
Hei lächelt nur. Gemeinsam verlassen sie die Wohnung.

Der Keller ist ein Gemeinschaftskeller. Jeder Mieter hat dort einen separaten Raum, dessen Inhalt von außen nicht einsehbar ist. Misaki steuert auf ihren Raum zu und zückt schon mal ihren Schlüssel. Vor der Tür des richtigen Raumes bleibt sie stehen und schließt die Metalltür auf. Den Schlüssel lässt sie stecken. Sie geht in den Raum hinein und macht das Licht an. Sie muss ans Ende des Raums gehen, um zu den Weinflaschen zu kommen. Hei bleibt währenddessen in der Tür stehen.

Misaki lässt ihren Blick über die Weinflaschen schweben, zieht hier und da eine heraus, um das Etikett anzusehen, doch die gesuchte Flasche ist nicht dabei. Suchend lässt sie ihren Blick durch den Raum schweifen und wird schließlich fündig. Die gesuchte Flasche steht an einer recht unzugänglichen Stelle. Misaki seufzt. Ihre Mitbewohnerin Kanami wollte sie sicherlich ärgern. Wahrscheinlich war es auch sie, die die Flasche vom Kühlschrank wieder zurück in den Keller gebracht hat. Misaki ist sich nämlich ziemlich sicher, dass sie die Weinflasche nach oben gebracht hat.
“Könntest du mir kurz helfen?”, fragt sie Hei, der ihrer Aufforderung sofort nachkommt und zu ihr geht.
Erst als die Tür mit einem lauten Krachen ins Schloss fällt, ist Misaki klar, was für einen Fehler sie gemacht hat.
“Sag mir, dass du den Schlüssel mitgenommen hast”, richtet sie sich schon fast panisch an Hei.
Hei ist irritiert. “Nein. Wieso?”, fragt er.
Misaki stöhnt auf. “Weil man die Tür ohne Schlüssel von innen nicht mehr aufbekommt”, antwortet sie. “Wir sind also eingeschlossen.”
Hei braucht einen Moment bis ihm die Schwere dieser Worte erreichen und ihm seine Gesichtszüge entgleisen. “Gibt es jemanden, der wissen könnte, dass wir hier sind?”, fragt er nach.
Misaki nickt. “Meine Mitbewohnerin”, antwortet sie mit kurzem Blick auf die Weinflasche, “Sie ist ausgegangen, um uns nicht zu stören. Wann sie wiederkommt, weiß ich nicht, und ich habe mein Handy nicht hier.”
“Und ich besitze kein Handy”, erwidert Hei.
“Na ganz toll”, meint Misaki stöhnend.
“Dann müssen wir wohl das beste daraus machen”, meint Hei. “Hast du hier vielleicht ein paar Stühle drin?”
“Ja, habe ich. Sie müssten irgendwo dort sein”, sie deutet auf eine Ecke des Raumes, “Ein kleiner Tisch müsste auch dabei sein.”
Hei nickt und geht dorthin. Die gesuchten Teile findet er schnell, obwohl sie mit einem weißen Laken abgedeckt sind. Die Stühle und den Tisch baut er daraufhin auf einer freien Stelle auf. Das Laken breitet er ordentlich auf dem Tisch auf. Anschließend hilft er Misaki an die Weinflasche zu kommen. In Ermangelung passender Weingläser nehmen sie zwei kitschig gestaltete Tassen, von denen Misaki gar nicht mehr wusste, dass sie noch existieren. Hei entfernt mit einem sauberen Tuch noch schnell den Staub, ehe Misaki den Wein hineingießt. Sie stoßen an und trinken einen Schluck des Weines ehe sie die Tassen zurück auf den kleinen Tisch.

Misaki weiß nicht, was sie tun soll. Die beiden starren sich gerade einfach nur an. Es ist aber kein romantisches Starren sondern eher ein unangenehmes, weswegen Misaki ihren Blick schnell wieder von ihm nimmt und stattdessen einen äußerst interessanten schwarzen Punkt in einer der oberen Zimmerecken anstarrt. Nach einem Moment wird ihr jedoch klar, was der Fleck wirklich ist, und stößt darauf einen spitzen Schrei aus.
“Spi… Spinne!”, kreischt sie panisch, versteckt sich hinter Hei, lugt vorsichtig an ihm vorbei zu dieser unheimlichen Kreatur.
“Entspann dich. Die Spinne bleibt schon da oben”, versucht Hei sie zu beruhigen.
“Und wenn nicht?”, fragt Misaki immer noch panisch nach.
“Das wird sie nicht. Sie ist tot”, antwortet Hei mit monotoner Stimme.
“Was?”, kreischt Misaki jedoch nur.
“Sie ist tot”, wiederholt Hei sich irritiert, aber immer noch recht monoton.
Jetzt wird Misaki erst recht panisch. Sie sieht sich hektisch im Raum um.
“Was ist denn nun los?”, fragt sich Hei, spricht es auch gleich darauf aus.
“Ganz einfach: Wenn die Spinne da oben tot ist, muss irgendwo noch eine lebende sein”, erklärt Misaki.
“Warum denn das?”, möchte Hei wissen.
“Spinnen häuten sich. Das da oben ist also nur eine Spinnenhaut”, führt Misaki darauf weiter aus.
Hei kann darüber nur den Kopf schütteln. Er schiebt Misaki leicht nach hinten und sorgt dafür, dass sie sich auf einen der Stühle setzt, damit sie die tote Spinne oder Spinnenhaut oder was auch immer nicht mehr sehen muss.
“Gibt es hier eigentlich eine Lüftung drin?”, fragt Hei nach, um Misaki von der Spinne abzulenken, “Ich habe nämlich keine große Lust hier drin zu ersticken.”
Misaki deutet als Antwort Richtung Tür. Hei dreht sich um und entdeckt so das waagerecht Lüftungsgitter etwas oberhalb der Tür. Er ist erleichtert, so können sie hier wenigstens einige Zeit bleiben. Beruhigt setzt er sich auf den Stuhl gegenüber von Misaki hin und schüttet ihnen beiden nach. Der Wein schmeckt wirklich gut und der Alkohol wird ihre derzeitige Reaktion erträglicher machen. Hei hebt seine Tasse, prostet Misaki zu und leert es dann in wenigen Zügen. Danach füllt er es wieder auf, lässt die Tasse dann aber erstmal unberührt auf dem Tisch stehen. Die beiden verfallen wieder in Schweigen. Misaki starrt auf ihre Hände, die sie in ihrem Schoß abgelegt hat, und Hei beginnt nach einiger Zeit den Inhalt seiner Tasse hin und her zu schwenken.

Immer wieder geht sein Blick kurz zu Misaki, ehe er sich weiter im Raum umsieht. Irgendwann fällt ihm dann auf, dass Misaki zu zittern beginnt. Im Keller ist es auch ziemlich kalt und sie trägt nur ein dünnes Kleid mit Spaghetti-Trägern ohne Jacke. Hei erhebt sich und knüpft sein Hemd auf. Misaki beobachtet ihn, das Geräusch des sich bewegenden Stuhls hat sie aus ihren Gedanken gerissen. Sie sagt aber nichts. Hei hat in der Zwischenzeit sein Hemd ganz ausgezogen und tritt nun schweigend hinter Misaki, um es über ihre Schultern zu legen. Auch als er sich wieder hinsetzt, sagt er nichts. Sein Oberkörper ist nun komplett frei.
“Danke”, murmelt Misaki, zieht das Hemd etwas enger. “Frierst du denn selbst nicht?”, fragt sie etwas schuldbewusst hinterher.
“Schon gut, mir macht das nichts”, winkt er ab.
Die beiden versinken wieder in Schweigen. Misaki ist dies sehr unangenehm, doch sie weiß einfach nicht, was sie sagen soll. Hei scheint es ähnlich zu gehen.

Nach gefühlten Stunden räuspert sich Hei, zieht somit die Aufmerksamkeit Misakis auf sich.
“Was ist los?”, fragt sie.
Sie erhält jedoch keine Antwort, stattdessen lehnt sich Hei zu ihr rüber. Misakis Herz beginnt schneller zu schlagen, da sie ahnt, was gleich kommt. Sie schließt ihre Augen, Hei tut es ihr gleich. Kurz bevor sich ihre Lippen berühren, wird jedoch die Tür schwungvoll geöffnet. Die beiden stieben auseinander. Hei, der seine Augen durch den Schreck geöffnet hat, schließt sie kurz wieder und atmet tief durch. Misaki dagegen ist rot angelaufen.
“Störe ich wobei? Soll ich wieder gehen?”, fragt eine weibliche Stimme mit neckischem Unterton von der Tür aus.
Misaki wird daraufhin nur noch röter.
Hei bleibt jedoch gefasster. “Nein, das sollen Sie nicht. Wir sind schon viel zu lange hier drin eingeschlossen und ich habe keine Lust noch länger zu bleiben”, sagt er ruhig und erhebt sich.
Misaki tut es ihm gleich. Sie streift sich gleich darauf sein Hemd von der Schulter und reicht es ihm.
“Danke”, flüstert sie.
“Keine Ursache”, erwidert er genauso leise, nimmt das Hemd entgegen und zieht es sich wieder an.
Misaki nimmt noch die beiden Tassen und die Weinflasche, bevor sie Hei und Kanami nach draußen folgt. Kanami schließt hinter ihr die Tür wieder ab und zieht den Schlüssel raus. Schweigend gehen sie wieder nach oben. Vor der Wohnungstür bleiben sie stehen.
“Ich habe meinen Schlüssel vergessen, also…”, erklärt Kanami und schaut abwartend zu Misaki.
“Achso, okay”, antwortet sie und streckt Hei die Tassen und die Weinflasche entgegen. “Könntest du vielleicht…?”, fragt sie ihn.
“Natürlich”, antwortet Hei und nimmt ihr die Sachen ab.
Kaum hat Misaki ihre Hände frei sucht sie nach ihrem Wohnungsschlüssel, nur um festzustellen, dass sie ihn nicht dabei hat. Mit einem Stöhnen stellt sie fest, dass sie nur die Schlüssel für den Keller mitgenommen hat und nicht den Wohnungsschlüssel.
Kanami weiß sofort, was das bedeutet. “Oh nein”, sagt sie, nun kann sich auch Hei vorstellen, was los ist.
“Gibt es noch jemanden, der einen Wohnungsschlüssel hat?”, fragt er.
“Der Hausmeister hat einen”, antwortet Misaki, “aber, ob er noch wach ist, weiß ich nicht.
“Ich gehe schon”, seufzt Kanami und macht sich auf den Weg ins Erdgeschoss zu der Wohnung des Hausmeisters.
Misaki und Hei bleiben schweigend zurück. Keiner sagt ein Wort bis Kanami wieder da ist. In ihrer Hand hält sie den begehrten Schlüssel.
“Er war noch wach. Trotzdem war er nicht begeistert”, erklärt sie, “Ich muss den Schlüssel sofort zurückbringen.”
“Gut”, meint Misaki.
“Ja, für dich”, murrt Kanami, während sie die Tür aufschließt.
Kaum hat sie sie geöffnet, zieht sie den Schlüssel wieder raus und verschwindet damit wieder nach unten.

Misaki und Hei betreten stattdessen die Wohnung. Die Tassen und die Flasche stellt Hei auf die Anrichte.
“Wollen wir nochmal anstoßen? Die Tassen sind schließlich noch gefüllt”, fragt Misaki, da sie nicht weiß, was sie sonst sagen soll.
“Gerne”, erwidert Hei.
Die beiden greifen nach jeweils einer Tasse, stoßen an und trinken es genüsslich leer. Hei ist der erste, der seine Tasse wieder hinstellt. Misaki tut es ihm gleich darauf gleich.
“Also dann…”, sagt sie unsicher.
“Ich sollte wohl besser gehen, bevor deine Mitbewohnerin wieder hier ist”, meint er.
“Ja, da hast du wohl recht”, erwidert Misaki.
Sie begleitet ihn zur Tür, sie umarmen sich und dann geht Hei. Als er hinter einer Ecke verschwunden ist, schließt Misaki die Tür wieder, kann sie ihm schließlich nicht mehr nachsehen, und lehnt sich von innen dagegen. Sie hatten sich nicht geküsst, das deutet sie als schlechtes Zeichen.

Nur einen Moment steht sie so da, ehe ein Klopfen sie aus ihren Gedanken reißt.
“Kanami”, denkt Misaki und öffnet die Tür wieder.
Vor dieser steht jedoch nicht Kanami sondern Hei. Misaki beißt sich auf die Lippen, schaut ihn abwartend an.
“Ich habe etwas vergessen”, sagt er.
“Und was?”, fragt Misaki ihn. Sie kann sich nicht daran erinnern, dass er außer den Blumen noch etwas mitgebracht hat.
“Das”, haucht Hei und küsst sie auf den Mund. Es ist ein ganz zärtlicher Kuss, den Misaki nach einer Schrecksekunde erwidert.

Hei löst sich nach einiger Zeit wieder von ihr. Er schaut ihr einen Moment in die Augen, ehe er ihr einen Zettel in die Hand drückt und geht. Misaki ist über dieses Verhalten etwas perplex. Ihre Aufmerksamkeit wird jedoch schnell auf den Zettel in ihrer Hand gelenkt. Leicht zitternd faltet sie den Zettel auseinander. Ihre Wangen färben sich rot.
“Morgen um 19 Uhr bei mir”, steht darauf, darunter seine Adresse.
Misaki ist glücklich. Das schlimmste Date ihres bisherigen Lebens hat doch noch ein gutes Ende genommen. Sie könnte Luftsprünge vor Freude machen. Ein seliges Lächeln legt sich auf ihre Lippen.
“Was ist denn mit dir los?”, fragt Kanami, die nach dem Abgeben des Schlüssels wieder nach oben gekommen ist.
“Ach, ich bin einfach nur glücklich”, erwidert Misaki immer noch lächelnd.
Kanami kann darüber nur ihren Kopf schütteln, freuen tut sie sich aber trotzdem für ihre langjährige Freundin. Ihr Plan, die beiden zusammen im Keller einzuschließen, hat also etwas gebracht.
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