Folgenschwerer Fehler

von Anna5000
GeschichteSchmerz/Trost, Tragödie / P18 Slash
Izaya Orihara Shizuo Heiwajima
23.07.2018
16.09.2019
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23.07.2018 781
 
,,IZAYA-KUNNN!,“ schrie der Blonde aufgebracht, während er seinem Feind hinterherrannte.
Doch dieser lachte nur und rannte um die nächste Ecke.
,,Shizu-chan ist einfach zu langsam!,“ setzte der Schwarzhaarige noch hinterher, ehe er endgültig verschwand.
Schnaubend vor Wut, die ihn vollkommen auszufüllen schien und seinen Verstand vernebelte, riss das Monster einen neuen kalten Metallkasten, gefüllt mit unterschiedlichen Getränken aus dem abgenutzten Asphalt und warf ihn, kaum das er um die Ecke gebogen war, nach dem verhassten Jüngeren.
Doch anstatt den zierlichen jungen Mann traf der verbeulte Getränkeautomat auf der stark befahrenen Straße auf und riss ein Loch in die zuvor unbeschadete Betonschicht, sodass der herannahende LKW quitschend auspreschte und auf den Bürgersteig auswich.
Die Reifen gaben ohrenbetäubende Laute von sich als die Bremsen sie fast schon verzweifelt zu halten versuchten.
Erst die massive Mauer eines Blumenladens stoppte den Koloss aus Metall.
Die Menschen schrien und rannten in Panik davon.
Vergessen war der Zorn über Izaya und tiefe Schuldgefühle machten sich in dem Blonden breit.
Was, wenn jemand verletzt war?
Zögernd trat Shizuo näher.
Die Glassplitter unter seinen Füßen knirschten als er durch einen Spalt zwischen LKW und Mauer in das Innere kletterte.
Er hatte erwartet, dass er nur Verwüstung und Chaos vorfinden würde, als er die Besitzerin lebendig und unverletzt in einer Ecke kauernd erblickte.
Doch dann fiel sein Blick zum Boden und sein Atem stockte.
Geschockt und vor Unglaube erstarrt, sah er zu seinem Erzfeind.
Leblos lag der Schwarzhaarige in seinem eigenen Blut und schien in der dunkelroten, immer größer werdenden Lache zu ertrinken.
Seine Haut war leichenblass und seine nachtschwarzen Haare hatten sämtlichen Glanz verloren.
Das Schlimmste hedoch waren die toten, roten Augen, die leblos in die Ferne starrten und aus denen das spöttische Funkeln gewichen waren.
,,Izaya...,“ hauchte Shizuo ungläubig und fiel kraftlos vor dem blutbefleckten Laib auf seine Knie.
,,Nein.,“ sprach er verzweifelt als ihm bewusst wurde, dass es seine Schuld war.
Izaya, sein Izaya, der ihn nicht wie alle anderen behandelt hatte wegen seiner Stärke und Temperament, war tot.
Unwiederruflich verloren...
zitternd streckte der Größere seine Hand nach dem kalten Körper aus und zuckte plötzlich zurück.
Izaya war über und über mit schneeweißen Blütenblättern bedeckt.
Dach das dunkelrote Blut raubte ihnen auf grausame Art ihre Unschuld.
Nur schwer konnte sich der Ältere dazu überwinden die bleiche Haut zu berühren.
Sanft, als könnte er ihn zerbrechen, strich Shizuo ihm eine Strähne seines weichen Haares aus dem blassen Gesicht.
Er wollte ihn schon in seine Arme schließen, ihm nahe sein, als er auch schon wieder mitten in seiner Bewegung stoppte.
Izayas komplette untere Hälfte war noch unter dem schweren Lastwaagen gefangen und hatte ihm wahrscheinlich jeden einzelnen Knochen gebrochen.
Tief einatmend erhob sich das Monster und schmiss den LKW in einer aufkommenden Welle aus blankem Zorn von seinem ehemaligen Feind.
Dieses Ding war mit Schuld an Izayas Tod.
Geräuschvoll ließ der Blonde sich wieder fallen als er den verkrüppelten Körper des Jüngeren betrachtete.
Die untere Hälfte war ein blutiges Gemisch aus weißen Knochensplittern, die deutlich aus den einzelnen Muskelfasern und matschigen Fleischmassen herausragten, sowie den vertreuten, stinkenden Organen, die den dreckigen Boden zierten.
Wild verteilten sich die Gedärme, die zuvor aus dem unteren, schmalen Bauch Izayas gequollen waren.
Flatternd schlossen sich Shizuos braune Iriden, als die Schuldgefühle sich in sein wundes Herz gruben und dafür sorgten, dass sein Magen den Inhalt der letzten Tage preisgab.
Entfernt vernahm der Blonde die Sirenen des Krankenwaagens, doch er wusste, dass es bereits zu spät war.
Alles woran er im Moment denken konnte, war der zierliche Laib vor ihm, den er nun in seinen Armen hielt und der nichts weiter verkündete, als die unbarmherzige Kälte des Todes.
,,Tod! Tod! Tod! Du hast ihn umgebracht!,“ hallte es in seinem Schädel unnachgiebig wieder und brach seine Seele.
,,Es tut mir leid...,“ wimmerte das Monster und vergrub sein gerötetes Gesicht in der Halsbeuge der Leiche.
Nasse Perlen rannen seine gebräunten Wangen hinab und tränkten das alzu bekannte schwarze V-Shirt.
,,Verzeih mir... Izaya...,“ schluchzte er herzzerreißend, während die Schritte der Sanitäter auf den kristallenen Scherben, die einst die Ladenfront gebildet hatten, erklangen.
,,Es tut mir leid... dass... dass ich erst gemerkt habe, was du mir bedeutest... nachdem ich dich...,“ Shizuo unterdrückte ein krampfartiges Aufschluchzen ,,... verloren habe.“
Sanft und mit tränennassem Gesicht beugte sich der Blonde vor und hauchte seine Lippen auf die eisigen Izayas.
,,Ich liebe dich.,“ flüsterte er mit gebrochener Stimme ein letztes Mal, ehe die Sanitäter ihn aus seinem kraftlosen Griff rissen und davon trugen.
Fort von ihm... und er wusste, er würde ihm erst in einem blutroten Samt überzogenen Sarg wiederbegegnen, wenn er in die kalte Erde hinabgelassen wird und er ihn endgültig verlieren wird.
,,Lebe wohl... mein Izaya...“