Studentenfutter

von Tatu
GeschichteThriller, Horror / P16
22.07.2018
12.09.2018
10
20685
7
Alle
23 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
Hallo Ihr Lieben,
Schön, dass Ihr reinschaut.
Das ist meine 2. Fanfiktion. Ich hoffe sie gefällt Euch.
Ich möchte mich bei meiner lieben Wildcat fürs Beta-Lesen bedanken.
Du bist super!
Die Geschichte ist schon fertig geschrieben, sie besteht aus zehn Kapiteln. Ich habe mir vorgenommen wöchentlich ein neues Kapitel zu veröffentlichen. Vielleicht auch mal zwei.
Reviews sind wie immer willkommen.
Tatu


Disclaimer
Ich habe keinerlei Rechte an Supernatural und den Charakteren.

Ich verdiene damit kein Geld

__________________________________________________________________________________

Prolog

Es war Samstag am frühen Nachmittag. Nelly und ihr Freund Mark nutzten den sonnigen Novembertag, um im Cottage Grove Ravine Regional Park spazieren zu gehen. Beide studierten hier in Cottage Grove, Minnesota, am College.
Die Sonne schien durch die Baumwipfel und bildete auf dem Waldboden ein verflochtenes Schattenspiel.
Der Waldboden war matschig, da es hier zur Zeit ungewöhnlich oft und viel regnete. Auf einer Lichtung befand sich ein einzelner Baumstamm, der sie zum Verweilen einlud. Direkt hinter dem Stamm war ein kleiner Abhang.

Nelly und Mark setzten sich. Verliebt kuschelte sich Nelly an ihren Freund. Sie schloss ihre Augen und träumte vor sich hin. Er tauchte sein Gesicht in ihr lockiges, honigfarbenes Haar und sog hingebungsvoll ihren Duft ein. Sie glitt an ihm hinab und legte ihren Kopf auf seinen Schoß. Liebevoll guckte sie ihn aus ihren braunen Augen an. Seine Grauen spiegelten Verlangen wieder. Sanft legte er seine Lippen auf die Ihren. Schon bald wurde aus der zarten Berührung eine innigere. Sie küssten sich immer intensiver und vergaßen die Welt um sich herum.
So bemerkten sie auch nicht, dass der matschige Boden unter dem Baumstamm nachgab und der Stamm ins Rollen kam. Sie verloren den Halt und fielen hinten über.
Überrascht quietschte Nelly auf. Ihr wurde schwindelig von den vielen Seitwärtsdrehungen, die der Fall, den Abhang hinunter, mit sich brachte. Ihr Sturz wurde schmerzhaft von einem Gebüsch gestoppt.
Mark erging es ähnlich. Dadurch, dass er rückwärts fiel, konnte auch er den Sturz nicht abfangen. Hilflos musste er die Überschläge, die sein Körper durch den Schwung verübte, hinnehmen. Insgesamt vier Überschläge dauerte es, bis er, nicht weit von Nelly entfernt, in einem moorigen Untergrund landete. Gepeinigt stöhnte er auf. Als er sich erheben wollte, rutschte er erneut aus und landete mit dem Hintern auf etwas Hartem.
Nachdem er sich wieder aufgerafft hatte, drehte er sich um. Er wollte sich gerade mit den Händen abstützen, da sah er zu seinem großen Schrecken einen menschlichen Kopf direkt vor seinen Augen aus dem Boden herausragen. Leere Augenhöhlen starrten ihn an. Das Fleisch war zur Hälfte verwest oder abgefressen, so dass man teilweise den Knochen darunter sehen konnte. Diese Tatsache gab dem leblosen Gesicht den Ausdruck eines bizarren Grinsens.
Mit schreckensweiten Augen schrie Mark auf. Hektisch krabbelte er rückwärts...



Montag

In den Wäldern von Montana wurde es langsam ungemütlich kalt. Der Herbst lag in den letzten Zügen und der Winter guckte ab und an schon vorbei. An diesem Montag Morgen lag auf Rufus‘ Hütte eine weiße Frostschicht. In dem Holzhaus loderte ein wärmendes Feuer und entließ Rauchschwaden aus dem Schornstein in die kalte Luft.

Sam Winchester hatte keine Augen für die Schönheit dieses Momentes. Dabei hätte er nur aus dem Fenster schauen müssen, das sich rechts von ihm befand. Er saß an dem kleinen Esstisch, der sich vor besagtem Fenster befand. Er starrte auf den Bildschirm seines Laptops und laß die Nachrichten. Blind tastete er nach der Tasse, die neben seinem Computer stand. Der Kaffee darin war schon lange nicht mehr heiß. Er trank einen Schluck und verzog angeekelt das Gesicht.
Bei einem Artikel blieben seine Augen hängen.

Cottage Grove, Minnesota
Am Samstag Nachmittag entdeckte ein Pärchen, während eines Spaziergangs im Cottage Grove Revine Regional Park, die menschlichen Überreste der Studentin Elli Parker.
Parker wird seit drei Wochen vermisst. Wie die zuständige Polizei mitteilte, geht der lokale Gerichtsmediziner von einem Raubtier-Angriff, als Todesursache, aus.
In Cottage Grove gibt es seit einigen Monaten immer wieder Studenten, die plötzlich verschwinden und nicht wieder auftauchen.
Ob auch die anderen Vermissten, Opfer von Tierangriffen wurden, ist noch unklar.


Das hört sich nach einem Fall für uns an,
dachte Sam.
Er sah zu seinem schlafenden Bruder hinüber. Dieser lag auf dem Bauch und hatte einen Arm um das Kopfkissen gelegt.
„Hey Dean, wach auf. Ich habe einen Fall für uns!“, sprach er in dessen Richtung.
Als Antwort erhielt er nur ein dumpfes Murmeln.
„Okay, ich besorge uns Frühstück und du stehst in der Zwischenzeit auf.“
Sam erhob sich und schnappte seine Jacke.
Im Bett drehte sich Dean stöhnend auf den Rücken. Verschlafen rieb er über seine Augen.
„Frühstück hört sich gut an“, nuschelte er.
„Kaffee ist schon durchgelaufen!“,  rief der Jüngere, der beiden Brüder. Während er zur Tür hinaus ging, streckte Dean seine Gliedmaßen und gähnte herzhaft. Nachdem die Tür ins Schloss fiel, schälte er sich aus dem Bett und schlurfte träge zum Badezimmer.

Eine halbe Stunde später kam Sam mit Kuchen, Pancakes und Waffeln zurück.
Dean war mittlerweile geduscht und angezogen. Er saß schon mit einem Becher heißen Kaffee am Tisch und hatte den Laptop vor sich offen.
„Ich hab mich schon informiert“, begrüßte er seinen jüngeren Bruder, „hört sich verdächtig nach einem Ghul an.“
Sam stellte die Tüte mit dem Essen auf den Tisch. Und holte Teller aus dem Schrank. Dean schob den Laptop zur Seite und nahm sich einen. Neugierig äugte er in die Tüte. Ehe sich Sam versah, hatte sich Dean schon, verzückt, den Kuchen und die Waffeln gekrallt.
Sam begnügte sich mit den Pancakes.

Nachdem sie ihre leeren Mägen gefüllt hatten, sah er seinen älteren Bruder erwartungsvoll an: „Und, was meinst du?“
Dean kaute noch und spülte den Rest des Kuchens mit einem Schluck Kaffee hinunter.
„Lass uns aufbrechen“, meinte er und sprang auf, „je eher, desto besser. Die Fahrt wird gute 19 Stunden dauern.“
Sie packten ihre Siebensachen zusammen, überprüften noch einmal das Waffenarsenal, im Geheimversteck, im Kofferraum des Impalas. Die Waffen hatte Dean gerade erst in den letzten Tagen alle gereinigt. Und so waren sie einsatzbereit.

Sie fuhren Richtung Osten. Nach sechs Stunden machten sie in  Mosby halt, um Benzin und Kaffee aufzufüllen. Dean beschloss, dass er eine Pause und Essen brauchte.

Sie betraten das, an die Tankstelle angrenzende Diner. Man konnte deutlich erkennen, dass das Restaurant eine hohe Fluktuation hatte.
Die Bänke und Tische waren ziemlich abgewetzt und das Linoleum deutlich abgenutzt.
Da es sehr gut besucht war, nahmen sie an einem der vorderen Tische Platz.
Eine dralle Endfünfzigerin kam an ihren Tisch. „Was darf ich euch zwei Süßen bringen?“, fragte sie die erstaunten Brüder.
„Ich hätte gerne den Chefsalat mit French-Dressing und dazu ein Mineralwasser, bitte“, fand Sam als erster die Sprache wieder.
„Für mich den doppelten Bacon-Burger mit Käse, dazu Pommes und ein Bier“, bestellte Dean und las das Namensschild an ihrer Uniform, „danke Ruth. Ach, und kann ich auf den Burger extra Zwiebeln bekommen?“
Sie lächelte den älteren Winchester verschwörerisch an. „Schätzchen, du kannst von mir haben, was du willst.“
Sam sah seinen Bruder nicht oft sprachlos, aber da blieb ihm doch die Spucke weg. Er musste sich ein Lachen verdrücken. Irritiert und tatsächlich verlegen, suchte Dean händeringend nach einer Antwort.
„Wohl etwas schüchtern, junger Mann“, stellte die Bedienung fest und zwinkerte ihm belustigt zu.
Dann drehte sie sich um und eilte zum Tresen.
„Alter, was war das denn?“, fragte Sam.
Dean war immer noch in Schockstarre. „Ich habe keine Ahnung“, antwortete er mit weit aufgerissenen Augen.

Während sie auf ihr Essen warteten, besprachen sie ihre Vorgehensweise.
„Wir suchen erstmal ein Motel. Bis wir da sind, haben die Behörden eh zu. Und das College auch.“ stellte Dean fest.

„Wir können ja...“,
Sams Antwort wurde von Ruth unterbrochen, die das Essen und die Getränke brachte.
„So Schätzchen, hier ist dein Bacon-Burger mit Käse und extra Zwiebeln“, meinte sie mit einem Zwinkern zu Dean und stellte auch die restlichen bestellten Speisen und Getränke vor den Jungs auf den Tisch.
„...heute Abend einen Zwischenstopp einlegen, dann kommen wir morgen ausgeschlafen in Cottage Grove an. Die Behörden haben dann auch wieder geöffnet.
„Ja, vielleicht“, überlegte Dean.
Als sie fertig gegessen hatten, zahlten sie und verließen, gesättigt und erfrischt das Diner. Ruth winkte den beiden hinterher. „Kommt bald wieder!“ rief sie noch. Den Rest hörten sie nicht mehr.

Beim Impala angelangt, fragte Sam: „Soll ich fahren?“
Dean sah ihn mit einem belustigten Blick an. „Machst Du Witze? Natürlich fahre ich.“
Sam verdrehte genervt die Augen. „War ja nur ein Vorschlag“, murmelte er.

Sie fuhren weiter auf der Interstate 94 Richtung Osten.
Während Dean seine Aufmerksamkeit ganz der Straße und seiner Musik widmete, es lief Led Zeppelin, surfte Sam im Internet, um neues zu dem Fall zu finden. Die Suche ergab aber leider nichts Brauchbares.

Nach weiteren acht Stunden Fahrt, mit kurzer Unterbrechung, fuhren sie durch Fargo, Norddakota. Dort ging der Verkehr zähflüssig. Dean war müde. Sollte er vielleicht doch Sam bitten, die letzten Stunden zu fahren. Er kämpfte damit, die Augen offen zu halten. Kurz entschlossen sprach Dean seinen Bruder an, der durch die lange Fahrt müde geworden und irgendwann eingeschlafen war.
„Hey Sam, aufwachen, ich brauch `ne Pause.“ Der angesprochene reagierte nicht.
„Komm schon Sammy, wach auf! Du musst fahren. Mir fallen gleich die Augen zu!“, er wurde lauter. Sam schlug die Augen auf. Verschlafen blickte er um sich. „Wo sind wir?“ wunderte er sich. „Fargo, Norddakota“, bemerkte Dean kurz. Er sah eine Tankstelle und fuhr zur Zapfsäule. Er stieg aus und steckte den Zapfhahn in Babys Tank. Sam vertrat sich in der Zwischenzeit die Beine und versuchte wach zu werden.
Als der Impala vollgetankt war, ging Dean in den Laden, um noch ein paar Snacks zu besorgen. Sam setzte sich schon mal hinter das Steuer.
Dean glitt erschöpft auf den Beifahrersitz.
„Also doch kein Zwischenstopp?, fragte Sam.
„Lohnt sich nicht mehr. Wir fahren durch“, war Deans klare Ansage. Er aß seinen Schoko-Riegel und trank eine Cola. Sie waren gerade erst zehn Minuten unterwegs, da war er schon eingeschlafen.


Endlich, mitten in der Nacht, in Cottage Grove angekommen, hielt Sam Ausschau nach einer Bleibe.

Er fand ein einigermaßen passables Motel nach weiteren fünfzehn Minuten. Sam parkte den Wagen und stupste Dean an der Schulter an. „Hey Alter, wir sind da, Zeit zum Aufwachen.“
„Wird auch endlich Zeit. Mir tun die Knochen weh. Ich brauche dringend ein Bett“, stöhnte dieser.

Sie stiegen aus und gingen zur Anmeldung des Motels.
Sam reichte dem jungen Mann hinter dem Empfangstresen eine Kreditkarte. „Wir hätten gerne ein Doppelzimmer mit Einzelbetten erstmal für eine Nacht“, meinte er.
Der Mann zog die Karte durch das Lesegerät und gab Sam den Schlüssel. „Angenehmen Aufenthalt Mr. Leroy.“

Die Beiden bedankten sich und gingen, nachdem sie ihre Taschen geholt hatten, zu ihrem Zimmer.
Als sie die Tür öffneten, guckten sie sich erstaunt um. Der Raum war zwar eingerichtet, wie hunderte andere Motelzimmer auch, machte aber einen sehr sauberen, gepflegten Eindruck. Alles schien wie neu. Sogar die Tapete war diesmal in einem dezenten Café-Latte-Braun gehalten. „Wow, Sammy, dass nenne ich mal eine gute Wahl.“
Dean schmiss sich gleich auf das erste Bett und gab einen Ausruf des Erstaunens von sich. „Mann, ist das bequem und es gibt eine Massage-Funktion.“
Er suchte in seinen Hosentaschen nach dem benötigten Kleingeld. Erfreut, etwas gefunden zu haben, schmiss er die Münze in den Schlitz und war nach wenigen Minuten wieder eingeschlafen.

Sam ging ins Badezimmer, putzte sich die Zähne und zog sich bis auf die Boxershorts aus. Er schnappte sich ein T-Shirt aus seiner Tasche, zog es an und fiel ins Bett. Kurze Zeit später war auch er im Land der Träume...
Review schreiben
 
'