Kleine Prinzessin, große Sorgen

von Lady0409
GeschichteDrama, Familie / P12
Dr. Niklas Ahrend Julia Berger
22.07.2018
06.12.2019
33
70963
4
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Vielen Dank für die bisher
           10.924 Zugriffe
           2 Downloads in Offline-Bibliotheken,
           14 Reviews,
           4 Empfehlungen und
           die 27 Favoriteneinträge zu dieser Geschichte.
Ich freue mich sehr über die netten Rückmeldungen von euch.
Und nun viel Spaß beim nächsten Kapitel.

-------------------------

Kapitel 30 der Hauptgeschichte

"Ich habe einen Verdacht"



Der besorgte Oberarzt Niklas saß in den nächsten zwei Stunden, ohne etwas zu sagen oder sich zu bewegen, am Inkubator, in dem seine kleine Tochter Leonie Malina seit ihrer Geburt vor einigen Tagen lag und in welchem das kleine Mädchen beunruhigt um ihr Leben kämpfte, während sich ihr Vater immer größere Sorgen um sein Baby machte.
Auch, wenn das kränkliche, kleine Mädchen bereits seit mehr als zweieinhalb Stunden nicht mehr narkotisiert wurde, machte sie noch immer keine Anstalten dafür, wieder aus der Narkose aufzuwachen.
Natürlich wusste Niklas durch seine alltägliche Arbeit, dass es eine ganze Weile dauern könnte, bis sich der Zustand der kleinen Leonie Malina verbessert hätte und sie wieder aus der Narkose zurückkam. Aber die Zeit, in der das kleine Mädchen schlief, wurde ihm nun wirklich doch zu lange.

„Meine arme, kleine Prinzessin… Mein krankes Mädchen. Was ist denn nur mit dir los, meine Kleine? … Mein Süßes… Mein süßes Mädchen. Wenn ich doch nur wüsste, wie ich dich… wie ich dich endlich wieder aufwecken könnte… Und wenn ich auch nur wüsste, wo dein großer Bruder ist…“, flüsterte der besorgte Oberarzt leise und er streichelte sanft über das Köpfchen seiner kleinen Tochter. „Na… Na, meine Süße… Du bist doch… Du bist doch auch immer noch ganz heiß. Hast du Fieberlein? Soll dein lieber Papa denn… Soll dein Papa denn mal dein böses, kleines Fieberchen messen? … Dein Papi wird auch ganz ganz sicher alles wieder gut machen.“

Leonie Malina schien in Niklas´ Gedanken gar nicht begeistert zu sein, als er sich vornahm, die Temperatur seines Babys zu prüfen und er streichelte ruhig und sanft über den Kopf seiner Tochter.

Leicht beunruhigt nahm Niklas anschließend, als er sich selbst beruhigt hatte und sich sicher war, dass auch seine tapfere, kleine Leonie Malina nichts von der Temperaturprüfung fühlen würde, das Fieberthermometer vom Tisch an der Seite und er drehte mit einer sehr sanften Bewegung das fiebernde Mädchen auf die Seite.
„Dein Papa macht dich jetzt gleich schon wieder gesund. … Schau doch mal, mein süßes Mädchen, jetzt messen wir beide ganz schnell dein… Jetzt messen wir beide ganz ganz schnell dein Fieberlein. … Es ist alles gut. Du brauchst nicht weinen. … Ich weiß, dass du das ganz bestimmt nicht so gerne magst, aber der Papi hilft dir. Versprochen.“, meinte Niklas und strich kurz noch einmal über den erschöpften Körper seines erst wenige Tage alten Babys, bevor er auch schon die Messspitze des Fieberthermometers, welches er vorbereitend mit einer Creme einfettete, in den Po des Säuglings einführte.

„Maus, das tut dir weh… Ja, mein Liebling, es tut dir weh… Ja, das tut weh… Du musst jetzt durchhalten. Du musst nicht weinen, mein Schatz. Keiner tut dir weh.“, beruhigte der Oberarzt seine Tochter und strich ihr sanft über den Kopf. „Papa wird nichts Schlimmes mit dir machen. … Das wird auch nur ein einziges Mal in deinem Leben passieren, was ich jetzt mit dir machen muss. … Es ist alles vorbei. Es ist vorbei… Süße, das muss sein. … Dein großer Bruder hat das auch schon in seinem kurzen Leben hinter sich bringen müssen. Und ihm hat es überhaupt nicht weh getan, wenn der Papa Fieber gemessen hat. … Schau mal, meine süße, kleine Maus. Jetzt ist es schon gleich wieder vorbei…“

Sanft streichelte Niklas seiner glühend heißen Tochter über den Kopf und merkte, wie kräftig sein Baby doch fieberte und er wusste daher auch, dass seine Prinzessin auch sehr litt.
„Du brauchst jetzt gar nicht leiden, mein Mädchen… Deine liebe Mama passt vom Himmel aus auf dich auf. … Schau mal, meine Süße, deine liebe Mami passt auf dich auf. Sie hat mir doch auch gesagt, dass ich bei dir bleiben muss, weil es dir nicht gut geht. … Siehst du, mein Mädchen… jetzt wirst du gleich… Jetzt wirst du gleich wieder schlafen können.“, seufzte der Oberarzt leise und er merkte, dass das Baby sich wohl immer schlechter fühlte.
„Ich weiß, dass es schlimm ist, was Papa macht. Aber… Aber dein lieber Papi wird dich schon wieder ganz gesund und munter bekommen. Und dann wirst du wieder nach Hause kommen. … Ich habe extra für dich ein ganz ganz tolles Zimmer vorbereitet. Aber… Aber in den ersten Tagen wirst du sowieso bei Papa schlafen. Du darfst in einem tollen Himmelbettchen liegen und schlafen. … Kämpf´ bitte bitte um dein Leben, du süßer Zwerg. Ich bin doch für dich da… Ich brauche dich. … Du bist das einzige Baby, was mir deine Mama noch vor ihrem Tod geschenkt hat.“

Endlich piepte das Fieberthermometer und sanft zog der beunruhigte Oberarzt die Spitze wieder aus dem Po seines fiebernden Babys heraus, während er sanft über den Körper des Säuglings streichelte und sie beruhigend in den Schlaf zu singen versuchte.
„Sooo… Siehst du. Das war es auch schon. Jetzt hast du es geschafft. Und… Und jetzt schaue ich… Jetzt schaue ich mir dein kleines Fieberlein an.“, sprach der Oberarzt beunruhigt auf das Baby ein und blickte anschließend auf das Fieberthermometer, das ein sehr hohes Fieber anzeigte. „Maus… Mein Mädchen… Meine kleine Maus. Es ist doch alles in Ordnung. … Jetzt wird… Jetzt wird dein lieber… Jetzt wird dein lieber Papa mal schauen, wie dein Fieberlein aussieht. … Oh Gottchen, du hast ja schon… 38,6 Grad. Das ist doch für so ein kleines Wesen, wie dich viel zu hohes Fieberlein. Ein ganz böses Fieber hast du…“

Beunruhigt betrachtete Niklas die Vitalwerte seiner kleinen Prinzessin Leonie Malina und ihm fiel sofort auf, dass das Herz des erst wenige Tage alten Säugling sehr unruhig klopfte und auch der auf dem Monitor des EKGs angezeigte Blutdruck des Säuglings gefiel dem erfahrenen Oberarzt absolut nicht.
„Leonie… Leonie?! Was ist denn los, mein Mädchen? … Es ist doch alles wieder in Ordnung. … Gleich ist es vorbei, du süße Prinzessin…“, erschrak der Vater der Kleinen darüber und er hoffte, dass es vielleicht auch nur eine Einbildung von ihm war.
„Leonie, mein armes, kleines Mädchen… Was fehlt dir? Was hast du denn? … Hast du Probleme mit deinem Herzen, meine… meine tapfere Prinzessin?“, fragte er sein Baby und legte das Fieberthermometer wieder weg, bevor er sich erneut an das Bettchen seiner Tochter setzte und ihr sanft über den Kopf streichelte.

Er schien sich wirklich sehr große Sorgen um den Säugling zu machen und doch wusste er, dass er mit seinen Sorgen nicht alleine war. Julia, seine geliebte Julia, machte sich im Himmel bestimmt auch Gedanken, was plötzlich mit der gemeinsamen Tochter los war.

Lange blieb Niklas am Bett seiner Tochter sitzen und dachte darüber nach, was seine geliebte Julia jetzt machen würde und wie er seiner Prinzessin nur helfen sollte. Vielleicht sollte er noch einmal mit Julia sprechen.
Seit Julias Tod sprach er häufig mit einem Foto seiner Geliebten und er glaubte manchmal, dass sie ihm antwortete. Vielleicht, so hoffte er, wusste Julia jetzt einen Ausweg aus dem Problem mit der kleinen Leonie Malina.

Kaum hatte sich Niklas allerdings nun dazu entschieden, wieder ins Ärztezimmer zu verschwinden, um in Ruhe mit seiner geliebten Julia zu sprechen, öffnete sich auch schon die Tür zum Zimmer der kleinen Leonie Malina und Arzu trat, mit der kleinen Pauline auf dem Arm, in den großen und leicht abgedunkelten Raum.
„Hey… Hey, Niklas. Wie geht es deiner kleinen Maus denn im Moment? Ich hoffe doch besser…“, erkundigte sich die erfahrene Oberschwester der Leipziger Sachsenklinik bei ihrer Ex-Affäre und sie setzte sich, mit der immer noch leicht kränkelnden Pauline, die sich von ihrer Blinddarmoperation erholte, auf dem Schoß, zu der kleinen Leonie Malina an den Inkubator. „Hat sich der Zustand von deiner Prinzessin denn endlich gebessert?“

Neugierig warf die kleine Pauline dabei einen Blick auf die kleine Leonie und sie fragte Arzu: „Mama… Ist das Baby bei seiner Mama im Himmel? Muss das Baby ganz lange schlafen? … Der Papa von dem Tim ist auch ganz müde und schläft sooo ganz lange… Ist das Baby jetzt bei dem Papa von dem Tim?“
„Nein, Pauline. Das Baby ist… Das Baby hat eine ganz ganz schlimme Operation hinter sich bringen müssen. Sie… Sie ist ein bisschen zu früh aus dem Bauch von ihrer Mama geholt wurden. Und dann hat sie schlimmes Aua aus dem Bauch… Dann hat sie ein schlimmes Aua im Bauch gehabt. …  Schau mal, der Papa von dem Baby kümmert sich auch ganz toll um das Baby, damit es wieder gesund wird.“

„Wie geht es denn der Prinzessin?“, erkundigte sich Arzu noch einmal bei Niklas und er antwortete: „Ich… Ich weiß es momentan gar nicht. Eigentlich würde ich gerne die Kleine einmal von oben bis unten durchchecken. Mir gefällt der Herzschlag der Kleinen momentan gar nicht… Und die Narkose von Leonie… Die Narkose meiner Kleinen ist auch schon eine ganze Weile abgeschaltet. Aber sie schläft immer noch. … Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich der Zustand von Leonie immer weiter verschlechtert.“, seufzte Niklas und er fühlte kurz an der Stirn des Besuchs die Temperatur. „Aber dir geht es wohl auch noch nicht besser, hm? … Kam denn die Schwester schon zum Fiebermessen?“
„Mama hat Aua macht…“, erzählte Pauline und deutete auf ihre Mutter. „Mama… Mama… Will nach Hause. Papa soll da sein.“

„Ist Philipp denn momentan gar nicht da? Wieso will Pauline denn ihren Papa wieder bei sich haben?“, erkundigte sich Niklas und Arzu schüttelte den Kopf, als sie antwortete: „Sie ist ein absolutes Papakind. Ich glaube, es liegt daran, dass ich manchmal zu viel arbeite und sich dann Philipp um unsere Zwerge kümmert. … Momentan ist Philipp aber noch… Philipp hat sich noch einmal auf die Suche nach… nach unserem Kleinen gemacht. Und deswegen ist er nicht da. Aber ich habe das Gefühl, dass wir nie wieder unseren kleinen Max in den Arm nehmen können.“
Review schreiben