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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
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13.03.2020 1.661
 
Epilog




Es war Abend geworden. Die Sonne war schon hinter dem Horizont verschwunden und nur ein paar letzte Strahlen hüllten die zerstörte Gegend in Zwielicht. Zum dritten Mal tauchte Goku neben Louise auf. Sie saß auf dem Boden und lehnte an einem Felsbrocken, während sie ausdruckslos in die Ferne starrte.
>>Louise, lass mich dich zu Dende bringen.<<
Der Saiyajin sah auf seine Freundin hinab und seufzte, als sie wieder den Kopf schüttelte.
>>Lass mich in Ruhe Goku.<<
Louise wollte seine Hilfe nicht. Sie wollte gerade gar keine Hilfe, sondern allein sein und ihre Kräfte sammeln, um diesen Ort verlassen zu können.
>>Warum sagst du mir nicht, was sich zwischen dir und Cell abgespielt hat? Komm schon Louise, mir kannst du es doch sagen.<<
Noch immer keine Erklärung der junge Frau und Goku machte sich immer größere Sorgen.
>>Hat Gero etwas mit dir angestellt? Ist das die Verbindung zwischen dir und Cell?<<
Es wunderte Louise das Goku den Namen des Doktors kannte. Doch darüber wollte sie sich keine Gedanken machen, sondern stand auf, ohne den Blick vom immer dunkler werdenden Horizont abzuwenden.
>>Gero ist seit Jahren tot. Ich hab seine Überreste gesehen. Also nein, er hat mir nichts getan.<<
>>Aber was ist es denn dann?<<
Louise sah den Größeren an.
>>Er hat mich gerettet. Cell hat mein Leben und meinen Geist gerettet…. Jetzt lass mich in Ruhe Goku. Und tauche nicht mehr einfach bei mir auf.<<
Bevor der Saiyajin weitere Fragen stellen konnte, hob die Brünette ab und flog davon. Sie wollte sich nicht rechtfertigen. Sie konnte es einfach nicht. Wie sollte sie denn irgendjemanden erklären was in den letzten Monaten alles passiert ist? Sie wollte nichts mehr mit Goku und den anderen zu tun haben, so sehr sie diese auch als Freunde schätzte und liebte. Sie würden nie vergessen das Louise um ein Monster geweint hat, das alles Leben auslöschen wollte. Den Fragen , die immer wieder auf sie einprasseln würden, konnte sie sich nicht stellen. Und so wählte sie die Flucht. Flucht vor den Fragen, vor ihren Freunden und letztlich auch vor der Wahrheit, die Louise ihrem Umfeld nie wirklich verständlich erklären könnte.

Es dauerte einige Zeit bis Louise ihr Ziel erreichte. In ihrem Zustand konnte die junge Frau nicht schnell fliegen, sondern musste genau darauf achten ihre Kräfte einzuteilen, um ihr Ziel zu erreichen.
An den Toren angekommen die, in der inzwischen herrschenden, Dunkelheit kaum auszumachen waren, blieb sie einen Augenblick davor stehen. Kurz hatte sie das Bedürfnis den Berg und alles, was sich darin befand, in die Luft zu jagen. Doch das Gefühl war zu kurzweilig um diese Aktion ernsthaft in Betracht zu ziehen. Stattdessen trat Louise in das Labor, schloss das Tor hinter sich und ging auf den Computer zu, der noch immer arbeitete, selbst jetzt nachdem Geros Rache gescheitert war.
Die Augen der jungen Frau wirkten glanzlos, während sie auf den Bildschirm schaute, auf dem noch immer dutzende, ungeöffnete Ordner zu sehen waren. Louise fühlte sich schrecklich. Damals, als sie herausgefunden hatte wie Yamchu wirklich war, hatte sie sich verletzt gefühlt. Doch der Schmerz, den sie jetzt empfand, war so viel intensiver und qualvoller, als die Trauer um die geplatzte Hochzeit. Vor über einem Jahr hatte die junge Frau geglaubt Yamchu zu lieben und es tat weh ihn zu verlieren. Vielleicht war es auch Liebe, das konnte Louise jetzt kaum noch sagen. Sie hatte sich in dieser Zeit zu sehr verändert, um noch nachvollziehen zu können, was ihr damaliges Ich wirklich empfand. Irgendwas war da gewesen, aber es kam nicht an das heran was sie jetzt fühlte. Cells Verlust war so viel schlimmer, so das es der Brünetten vor kam, als sei jedes vorherige Gefühl nur eine Illusion gewesen. Kaum mehr als eine spielerische Verliebtheit, die es nicht wert war, sich daran zu erinnern, geschweige daran festzuhalten. Mit dem tot des Mischwesens war Louise etwas genommen worden, das sie kaum in Worte fassen konnte. Es fühlte sich an als hätte man der jungen Frau einen Teil ihrer selbst entrissen. So als wäre sie nicht mehr sie selbst, sondern nur noch das zerbrochene Stück, eines Ganzen. Wie nur konnte sie damals so in Trauer versinken? Ihre Trauer und Enttäuschung waren nichts, angesichts dessen was sich gerade in ihr abspielte.
Und während Louise daran dachte wie sie sich fühlte, wie sehr sie Cell schon jetzt vermisste, stiegen ihr wieder Tränen in die Augen.
>>Warum hast du ihn nicht einfach frei gelassen?<<
Es war verrückt dies einem Computer entgegen zu brüllen. Doch es kam Louise alles so schrecklich unfair vor. Warum musste es so sein? Warum durfte Cell nicht in dieser Welt leben? Warum musste sie jetzt hier allein stehen? Louise waren in diesem Moment die Menschen egal, die unter Cell gelitten hatten. Ihr waren all die Toten egal, die das Mischwesen zu verantworten hatte. Sie wollte egoistisch sein und Cell zurück haben. War es denn so falsch das sie glücklich sein wollte, selbst wenn es ein Wesen wie Cell war, der sie glücklich machte?
Die junge Frau ballte die Fäuste und schlug mit Beiden auf das Tastenfeld.
>>Los! Antworte mir du verdammte Höllenmaschine!<<
Ein Ordner öffnete sich, nachdem Louise das Tastenfeld mit ihren Fäusten traktiert hatte und gab den Blick auf übereinander liegende Bilder frei. „Fehleranalyse“, stand deutlich sichtbar in der Beschreibung des Fensters, das sich geöffnet hatte.
Es war ein neuer Ordner, selbstständig von Geros Computer angelegt, während dieser versuchte Cells Verhalten zu analysieren. Da das Mischwesen seiner Aufgabe nicht nach ging, hatte der Computer eigenständig Untersuchungen angestellt. Dazu gehörte auch die käfergroßen Minidrohnen los zu schicken und Bildmaterial zu sammeln. Und genau eins dieser Bilder war es, das Louise klar machte wie viel mehr sie wirklich für Geros Schöpfung empfand.
Eine glücklich lächelnde Louise lehnte mit dem Rücken an Cells Brustkorb, hatte die Arme verschränkte und schaute zu ihm hinauf. Der Cyborg lächelte nicht weniger zufrieden, wie die junge Frau, während er einen Arm um ihren Körper geschlungen hatte und sie leicht an sich drückte.
Es war einer der letzten Momente in der Wüste, bevor alles in die Brüche ging. Sie hatten trainiert und Louise war Mal wieder frech geworden, nachdem Cell das Training beendete. Gespielt trotzig hatte die junge Frau sich umgedreht. Das Mischwesen umgriff sie dann, zog Louise an sich heran und spielte einfach mit.
Louise starrte das Bild einen Moment an, bevor sie vollends in die Knie ging, den Kopf auf ihren Arm legte und hemmungslos weinte. Eine der letzten Erinnerungen, die nicht von Kämpfen, Lügen oder Gefühlsausbrüchen getrübt war und die Brünette sehnte sich zu genau diesem Moment zurück. Louise glaubte nicht, dass sie jemals wieder so glücklich sein würde, wie zu dieser Zeit. Sie glaubte im Moment nicht, überhaupt noch einmal so etwas wie Glück empfinden zu können.
Die junge Frau drehte sich und ließ ihren erschöpften Körper gegen den Computer sinken. Sie saß auf den kalten Stahlplatten, ein Bein an den Körper gezogen und legte den Arm darüber, um ihren Kopf darauf ablegen zu können. Ihre traurigen, geschlagenen Augen lagen auf dem Totenschädel Geros. Dieser schien sie anzugrinsen und zu verhöhnen.
>>Ich weiß was du denkst altes Scheusal.<<
Weiter sah Louise den Schädel unter dem Stahltisch an und redete einfach, um sich nicht vollkommen allein zu fühlen.
>>Du willst das ich Cell zurück hole.<<
Langsam griff sie in ihre Westentasche und holte den Dragonballradar daraus hervor, den sie nach Cells tot zufällig zwischen den Felsen entdeckt hatte.
>>Aber was passiert wenn ich es tue? Wird er noch er selbst sein?<<
Louise hob den Radar und sah ihn sich an, dann ließ sie die Hand wieder sinken.
>>Wird wieder alles von vorn los gehen und er will Goku töten? Die Welt zerstören?<<
Der Schädel antwortete natürlich nicht, sondern grinste nur weiter und schien die junge Frau aus seinen schwarzen Augenhöhlen anzusehen.
>>Es ist unfair…. Warum muss ich diese Dinge fragen, statt ihn einfach zurück zu holen? Ich will ihn wieder haben und darf es nicht, weil sonst alle in Gefahr geraten….<<
Erneut bahnten sich Tränen ihren Weg über Louises Wangen.
>>Ich will ihn zurück…. Bitte gib ihn mir zurück Gero….. Du hast ihn mir weg genommen, also tu etwas….<<
Es würde nie dazu kommen. Entweder sie ging das Risiko ein oder lebte ohne das perfekte Wesen weiter. Allein der Gedanke bereitete der Kämpferin Kopfschmerzen und sorgte dafür, dass ihre Innereien sich schmerzhaft verkrampften. Wie könnte sie so eine Entscheidung treffen? War sie wirklich bereit das Leben anderer zu riskieren, nur um selbst glücklich sein zu können?
Noch während die junge Frau darüber nachdachte, schlief sie ein und ließ sich von ihren Träumen in fröhlichere Zeiten tragen, in denen es nie zu diesem Tag gekommen war. Schon wenige Augenblicke später lächelte Louise und flüsterte so leise, das es kaum mehr als ein sanftes Seufzen war.
>>Cell, ich liebe dich…..<<




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Hiermit endet meine FF und ich hoffe das sie  euch gefallen hat.

Hier möchte ich noch einmal allen Lesern danken, die sich hierher verirrt und diese Geschichte bis zum Schluss verfolgt haben.
Ein besonderer Dank geht an die lieben Reviewer, die mir durch ihre Worte halfen, diese Geschichte zu ende zubringen.

Während ich schrieb, hab ich diese Geschichte und ihre Protagonisten ins Herz geschlossen und bin inzwischen ernsthaft am überlegen eine Fortsetzung zu schreiben.
Gibt es Leute, die eine Fortführung dieser FF begrüßen würden? Wenn ja, dann lasst es mich wissen. Vielleicht finde ich wirklich die Muße die Story fortzusetzen, wenn es denn Leser gibt, die sich darüber freuen würden.

Dies war es hier aber von mir und ich wünsche euch allen auch weiterhin viel Spaß beim lesen und selber schreiben.

Ganz liebe Grüße wünscht euch Draco. ^.-.^
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