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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
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23.02.2020 2.393
 
Kapitel 32




Die zwei Tage, die Louise wartend zuhause verbrachte, waren alles andere als leicht für diese zu ertragen. Noch immer hingen ihr die Wort Cells nach und dann und wann hatte sie einen fürchterlichen Kloß im Hals, den sie nur schwer wieder los wurde. Ihrem Vater gegenüber zeigte sie nicht wie niedergeschlagen sie in dieser Zeit war. Sie wollte nicht das er sich zu sehr sorgte. Seltsamerweise war es Cell zu verdanken, dass die Brünette überhaupt noch die Kraft hatte zu denken und sich Ziele zu setzen. Denn ohne das Mischwesen hätte Louise nie die Stärke erlangt weiter zu machen. Ohne Cell wäre sie wieder in Depressionen versunken, wie einst, nach der geplatzten Hochzeit. Die junge Frau spürte förmlich das sie nicht nur körperlich, sondern auch Mental an Kraft gewonnen hatte. Das schütze sie jedoch nicht davor, die letzten Stunden, bevor Goku sie abholen würde, auf ihrem Himmelbett zu liegen, zu den Stoffen darüber zu sehen und sich nach der Zeit mit Cell zurück zu sehnen.
Kurz bevor der Saiyajin-Krieger einfach im Zimmer der Millionärstochter auftauchte, wischte sich diese wieder einige Tränen weg. Es war unglaublich schmerzhaft zu akzeptieren was Cell gesagt hatte. Und jetzt, nachdem sie ihren ersten, heftigen Gefühlsausbruch hinter sich hatte, da wollte etwas in der Brünetten die Worte des Mischwesens nicht mehr für bare Münze nehmen. Doch noch war alles zu frisch und nah. Sie brauchte Zeit und genau deshalb wollte sie in diesen Raum. 4 Stunden hier draußen, das waren 2 Monate im Raum von Geist und Zeit. Das musste reichen um Louise wieder auf einen Kurs zu bringen, den sie selbst, bewusst gewählt hatte und nicht von emotionalen Ausbrüchen bestimmt wurde.

Louise erschreckte sich nicht einmal als Goku plötzlich neben ihrem Bett stand und mit schief gelegten Kopf zu ihr hinab sah. Immerhin hatte sie den Saiyajin erwartet und war bei weitem nicht mehr so schreckhaft, wie noch vor knapp einem Jahr.
>>Hey Louise, na bereit? Vegeta kommt gleich aus dem Raum und ich hab mit….<<
Mitten im Satz unterbrach sich Goku selbst. Er mochte ja nicht der Feinfühligste sein und so manches offensichtliche übersehen, doch das Louise geweint haben musste, sprang selbst ihm ins Auge.
>>Wow… Ist alles in Ordnung? Hast du Angst? Das ist okay, du musst das nicht machen. Jeder darf selbst entscheiden ob er kämpft oder nicht.<<
Es überforderte den Krieger ein wenig sie so zu sehen. Er kannte Louise als fröhlich, aufgeweckt und neugierig. Wie oft hatte er ihr die Geschichten seiner Kämpfe erzählt? Dutzende Male, da war er sich sicher. Denn immer wieder fragte die junge Frau ihn danach. Lauschte seinen Worten und sog diese förmlich in sich auf. Das mochte er so sehr an ihr. Ihre unstillbare Neugier und die liebe zum Kampf. Traurig und niedergeschlagen zu sein passte einfach nicht zu dem Bild, das Goku von Louise hatte. Das letzte Mal als er sie weinen sah, war sie danach Monate von der Bildfläche verschwunden.
Doch Louise musste sofort lächeln. Goku war ein Quell der guten Laune, von dem sie sich gern etwas anstecken ließ. So setzte sich die junge Frau auf, atmete einmal kurz durch und stellte sich dann vor den Älteren.
>>Nein, nein. Ich möchte unbedingt in diesen Raum. Ich hab nur an etwas gedacht. Aber mach dir Mal keinen Kopf. Mir geht‘s schon besser.<<
Das war nicht einmal eine Lüge. Es ging ihr besser. Gokus Lächeln war angenehm und so wunderbar ehrlich, dass es der jungen Kämpferin einfach besser gehen musste.
Goku hinterfragte das nicht und akzeptierte Louises Worte einfach. Sofort war die Sorge weg und er war wieder der Alte.
>>Wollen wir dann los?<<
Louise nickte, berührte den Arm ihres Saiyajin-Freundes und nur einen Wimpernschlag später fand sie sich auf der Plattform wieder, von der sie schon so viel gehört hatte. Vor ihr stand ein erstaunter, junger Namekianer.

>>Goku? Wen hast du da mitgebracht?<<
Der Junge, mit der grünen Haut und den Antennen auf dem Kopf sah Louise mit einer Mischung aus Neugier und Misstrauen an. Etwas wodurch die junge Frau lächeln musste. Der kleine Kerl vor ihr schien ein wenig Angst vor ihr zu haben. Das war verrückt.
>>Hey Dende.<<
Der Saiyajin grinste breit und sah den neuen Hüter der Erde dabei an.
>>Das ist Louise. Eine Freundin und sie möchte gern in den Raum von Geist und Zeit, sobald Vegeta da raus ist.<<
Mit einem ungläubigen Blick schreckte der junge Hüter zurück und sah von Goku zu Louise.
>>Äh…. Aber du brauchst den Raum um dich, zusammen mit Gohan, auf den Kampf gegen Cell vorzubereiten.<<
Ein freches Lachen von Seiten Gokus.
>>Ach, das hat auch noch ein paar Stunden Zeit. Außerdem muss sich Louise auch auf den Kampf vorbereiten.<<
Wieder ein ungläubiges Zucken des Namekianers.
>>Aber? Was? Entschuldige bitte, ehm Louise. Aber du hast nicht die Stärke gegen jemanden wie diesen Cell zu bestehen. Selbst Goku wird all seine Kraft und sein Können brauchen.<<
Der Junge war erst seit ein paar Tagen der Hüter der Erde und ihm gefiel der Gedanke nicht, gleich als erste seiner Handlungen, eine übermotivierte, junge Frau in den Tot zu schicken.
Doch Louise lächelte immer noch sanft und nickte zustimmend. Etwas das Dende nur noch mehr verwirrte.
>>Ich weiß das. Aber ich habe meine Gründe das zu tun. Bitte erlaube es mir.<<
Der arme Namekianer hatte keine Ahnung was er davon halten sollte. Diese Frau wusste genau was sie tat, was sie erwartete und doch lächelte sie ihn an und wollte ihre Entscheidung durchziehen. Außerdem war sie eine Freundin von Goku, weshalb er ihr vertrauen konnte. Das hatte Dende schnell gelernt. Gokus Freunden, so eigen und seltsam sie einem erscheinen mögen, konnte man vertrauen.
Geschlagen nickte er dann.
>>Na gut, wenn es für Goku Okay ist, dann habe ich nichts dagegen.<<
Glücklich kniete Louise sich etwas hinab und umarmte den Namekianer.
>>Vielen Dank Dende.<<
Der Junge wurde schlagartig etwas rot und rieb sich den Hinterkopf, als Louise ihn wieder los gelassen hatte. Als Hüter hatte er eine gewisse Würde zu bewahren, was ihm ziemlich schwer fiel, angesichts der offenen Art so einer Frau.
>>Sch-schon gut. Gar kein Problem.<<
Noch immer verlegen raffte er sich etwas und nahm wieder Haltung an.
>>Und wie lange willst du da drin bleiben?<<
Gerade als Louise antworten wollte, mischte sich Goku ein.
>>Ich dachte erst an 4 Stunden. Aber ich denke 6 Stunden sind besser. Dann haben Gohan und ich immer noch genug Zeit. Das geht doch klar für dich, oder Louise?<<
Er sah zu der Kleineren neben sich und verschränkte, wieder einmal, die Arme hinter dem Kopf.
Diese zusätzliche Zeit überraschte Louise ein wenig. Doch das sollte ihr nur recht sein. Sie brauchte jede Minute, die sie kriegen konnte.
>>Ja klar doch. Danke Goku. Und das macht dir ganz sicher nichts aus?<<
Der Saiyajin-Krieger lachte.
>>Ne, kein Problem. Ich hab dann immer noch 2 volle Tage. Als nutze du ruhig die 6 Stunden aus.<<
Goku war eben wirklich ein guter Freund. Er wusste, Louise könnte nie gegen Cell ankommen, schätze und respektierte aber ihren Ehrgeiz und ihren Mut.

Die letzten 20 Minuten, in denen Louise darauf wartete, das Vegeta aus dem Raum von Geist und Zeit kam, unterhielt sie sich mit Goku und Dende. Sie erfuhr warum der kleine Namekianer hier war und das Mr. Popos Unterricht ziemlich hart für diesen war. Dennoch war der Junge gern hier und lernte mit Freuden ein würdiger Hüter zu werden. Dieses Gespräch tat Louise unerwartet gut. Frei über Ereignisse reden, Gokus Lachen und auch die, manchmal etwas aufgeregte, Art Dendes fühlten sich angenehm an. 20 Minuten ohne Sorgen, ohne Erinnerungen, die Trauer mit sich brachten, ohne Gedanken, die ungreifbar durch ihren Geist gewirbelt wurden. Es war schön einfach Mal ein wenig zu reden und Freunde um sich zu haben.
Nachdem die 20 Minuten vorüber waren kam Vegeta aus dem Raum und sah zu den, inzwischen 4 Leuten, da sich Mr. Popo dazu gesellt hatte, die sich unterhielten und ziemlich gute Laune zu haben schienen. Mit einem Blick, der jeden, der ihn nicht kannte und auch einigen, die ihn kannten, kalte Schauer über den Rücken jagte, kam er zu den Vieren und schnaubte einmal. Wohl eine Begrüßung auf Vegeta-Art.
Die, sich unterhaltende, Gruppe sah den Saiyajin-Prinzen an.
>>Hey Vegeta, da bist du ja. Und wie ist es gelaufen?<<
Goku ließ sich von Vegetas Blick nicht beeindrucken und grinste fröhlich. Etwas das den Kleineren irgendwie immer auf die Palme brachte. Louise fragte sich ob Goku das absichtlich machte, während sie das Ganze gerade beobachtete.
>>Tsk! Wisch dir dein verdammtes Grinsen aus dem Gesicht Kakarott! Ich habe ganze neue Sphären erreicht. Es ist vollkommen überflüssig, das du jetzt noch trainierst. Ich werde diesen Cell ungespritzt in den Boden rammen!<<
Dabei grinste der Saiyajin-Prinz überheblich.
Aber das ging bei Goku in ein Ohr rein und zum anderen wieder raus. Er kümmerte sich wenig um Vegetas Angeberei. Immerhin war er selbst ein Meister im angeben.
>>Na ja, jetzt ist eh erst einmal Louise dran.<<
Der Saiyajin-Krieger sah zu der jungen Kämpferin und lächelte sie an. Ein anspornendes und aufbauendes Lächeln. Vegeta hingegen hob eine Augenbraue und musterte Louise kritisch.
>>Und was will das Gör da drin?<<
Louise hob ihrerseits eine Augenbraue und verschränkte die Arme.
>>Gör? Na besser ein Gör, als ein alter Sack.<<
Das Spielchen konnte Louise auch. Oft genug hatte sie sich schon auf solche Gefechte mit Vegeta eingelassen, wenn sie Bulma besucht hatte. Und das war zu Zeiten, wo sie noch mager und blass war.
Wie zu erwarten gefiel das dem Saiyajin-Prinzen ganz und gar nicht.
>>Lehn dich Mal nicht zu weit aus dem Fenster Kleine, sonst kannst du was erleben!<<
Goku ging dann doch Mal dazwischen. Er war sich zwar ziemlich sicher, das Vegeta nichts dummes tun würde, aber eskalieren lassen musste man das Ganze ja nicht.
>>Hey Leute, kommt schon. Wir haben doch nun wirklich besseres zu tun.<<
Louise aber schmunzelte nur und sah Vegeta weiter an, der seine Arme verschränkte. Das hier war alles andere als ernst. Hin und wieder Streiten konnte ebenso gut tun, wie ein nettes Gespräch. Aber das würde der sanfte Goku nie verstehen.
>>Ich werde auch gegen Cell antreten. Und ja, bitte jetzt keine Beleidigungen, das ich ein Schwächling bin oder ähnliches. Ich weiß selbst das ich keine Chance habe.<<
Die junge Frau nahm die Arme runter und ging an den Anderen vorbei.
>>Vegeta, sag Bulma bitte Grüße von mir, wenn du es irgendwie einrichten kannst.<<
Dann war sie auch schon an der Tür, öffnete sie, schritt hindurch und verschloss sie hinter sich.

Kaum das Louise den Raum betreten hatte, ging sie erst einmal in die Knie. Sie wusste nicht was sie erwarten würde, doch das hatte sie sich nicht vorgestellt. Ihr Körper fühlte sich eigenartig bleiern schwer an. Alles in ihr zog sich zusammen und die Luft wirkte unangenehm drückend. Sie spürte Übelkeit, die sich in ihren Eingeweiden fest setzte und die junge Frau dazu zwang sich den Unterleib zu halten. Dieses unangenehme Gefühl stieg nicht in ihre Kehle auf, sondern setzte sich in einem schmerzhaften Klumpen, in ihren Innereien fest. Es dauerte Minuten bis Louise wieder aufstehen konnte. Das war aber auch das Einzige wozu sie erst einmal fähig war. Kalter Schweiß lief ihr den Nacken hinab und verursachte eine widerliche Gänsehaut, sie sich über ihren ganzen Körper zog. Sie versuchte richtig zu atmen, aber diese Luft wirkte dick wie Sirup und es war geradezu anstrengend diese in ein- und wieder auszuatmen. Der jungen Kämpferin wurde klar, dass sie allein um sich hier drin bewegen zu können, Zeit brauchte.
Um sich nicht noch mehr anstrengen zu müssen, setzte sich Louise erst einmal und sah sich um. Dieser Raum schien endlos zu sein. Es gab keine Fixpunkte, nichts woran man sich orientieren konnte.  Wagte man sich zu weit, dann würde man sich hier drinnen verirren und elend zu Grunde gehen. Kein wunder das Goku sie gewarnt hatte. Hier konnte man wirklich verrückt werden. Doch das würde der Brünetten nicht passieren. So schrecklich die ersten Eindrücke waren, war dies aber genau das was sie brauchte. Ein abgeschiedener Ort, ohne äußere Einflüsse von Anderen. Langsam ließ sie Louise den Blick weiter schweifen, bis hin zum Wohnbereich. Es gab alles was nötig war. Spartanisch aber mehr als ausreichend. Eigentlich war es sogar ganz nett. Selbst einige Lebewesen, in Form von Pflanzen gab es im Wohnbereich.
Nach 15 Minuten schaffte es die junge Frau wieder aufzustehen und sich zum Wohnbereich zu schleppen. Und was anderes war es auch nicht, sie schleppte sich voran, bis zu einem Tisch, an dem sie sich abstützen konnte. Der Knoten in ihren Eingeweiden löste sich allmählich und auch das Atmen wurde ganz langsam etwas leichter. Als sie wieder aufrecht stehen konnte, ging Louise um den Tisch herum und zum Kühlschrank, aus der sie sich eine Wasserflasche nahm. Dabei sah sie auch, das es hier mehr als genug essen gab. Denn kaum das sie die Flasche weg genommen hatte, stand eine neue an der Stelle. Sie setzte sich letztlich mit der Flasche an den Tisch und trank erst einmal etwas.
Dann lehnte sie sich zurück, und sah hinauf in das endlose Weiss.
>>Tja Cell. Ich bin gespannt ob ich dich mit meinen Fortschritten hier drin beeindrucken werde.<<
Die junge Frau schloss die Augen. Bald würde sie sich vollkommen beruhigt haben. Sie würde sich an diesen Ort gewöhnen, wie sich an die Berge und an die Wüste gewöhnt hatte. Wenn erst ein paar Wochen vergangen sind, dann könnte sie auch ihre Gedanken wieder ordnen. Bis dahin war erst einmal hartes Training angesagt. Louise hatte sich vorgenommen nicht aufzugeben, weder sich noch Cell. Auch wenn das Ganze nur einer winzigen Ahnung, ihres naiven Ichs zu verdanken ist.
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