Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.01.2020 2.401
 
Kapitel 30




Es war nicht weit zu ihrem Ziel. Kaum 15 Minuten später war Louise dort und stand vor den Stahltoren, des gut versteckten Labors. Die Tor waren so matt und schmutzig grau, das sie nicht Mal in der Sonne glänzend und so diesen Ort verraten könnten. Unruhig stand Louise vor dem kalten Stahl und sah die Tore an.
Dieser Ort machte ihr mehr Angst, als sie es in Erinnerung hatte. Es war schwer für die Brünette sich diesem auch nur zu näheren. Doch der Gedanke, das dort hinter vielleicht etwas war, das ihr helfen konnte, trieb Louise weiter. Keine Angst konnte größer sein, als die Hoffnung, die sich in ihr fest gesetzt hatte. Das Herz der jungen Frau schlug gegen ihren Brustkorb, als sie die Hand auf das kalte Metall legte und eins der Tore langsam aufdrückte. Das Blut rauschte so stark durch den Körper von Louise, das sie es spüren und in ihrem Kopf hören konnte. Dann endlich stand sie im Labor und vor ihr türmte sich der Computer auf. Ein widerliches Ungeheuer, das jedes Mal schrecklicher zu werden schien, wenn sie es sah.
>>Komm runter Louise! Das ist nur ein verdammter Computer!<<
Es half nichts. Diese irrationale Angst saß weiter in der Brünetten und machte jeden Schritt bleiern schwer. Dennoch stand sie irgendwann an einer der Konsolen und sah auf einen der vielen Bildschirm. Ein wenig ratlos sah sie den Bildschirm vor sich an. Auf ihm, wie auf allen anderen, schossen Unmengen an Informationen von unten nach oben. Ständig öffneten sich Fenster, blinkten auf, schlossen sich wieder und machten neuen Programmabläufen und Daten Platz, die dort unentwegt angezeigt wurden.
>>Oh man…. Ich hab echt keine Ahnung was ich eigentlich jetzt machen soll….<<
Noch immer unschlüssig gab Louise letztlich einfach vier Buchstaben ein.
C E L L
Kurz stoppten die zahllosen Zeilen an Informationen und verschwanden dann einfach. Der Bildschirm wurde einen Moment dunkel, leuchtete wieder auf und schon einen Augenblick später füllte er sich mit Fenstern, die alle irgendwas mit Cell zu tun hatten. Wirklich helfen tat dies der jungen Frau nicht. Für einen kurzen Moment wünschte sie sich Bulma wäre hier. Doch den Gedanken verwarf Louise ganz schnell wieder. Niemand durfte hiervon erfahren, noch nicht. Es musste erst wieder alles ins Reine gebracht werden bevor Louise irgendjemanden von dem erzählen konnte, was sie alles erlebt hatte. So blieb ihr nichts anderes übrig, als sich selbst langsam durch die Berge an Infos zu arbeiten. Zumindest lenkte dies die junge Frau von der bedrückenden Angst ab, die sie hier drin empfand.
Anfangs war Louise wie erschlagen von all den Daten. Doch nach etwa 2 Stunden war sie zumindest so weit, das sie relativ schnell jene Fenster schließen konnte, die für sie doch recht belanglos waren. Während sie sich immer weiter in die Tiefen dieser Daten begab, dachte sie daran, dass sie Doktor Gero sogar gemocht hätte, wenn er kein irres Scheusal gewesen wäre. Ein wenig kannte sie sich mit Evolution und Genetik aus, allein schon weil es für die Firma ihres Vaters wichtig war. Dies waren Dinge, mit denen sich die junge Frau gern beschäftigte. Zwar wäre ihr gerade lieber, sie würde sich für Computer interessieren, aber damit musste sie jetzt so klar kommen.
Immer Mal wieder blieb sie an einem Fenster hängen, das ihr bei ihrer Suche und ihren Fragen nicht im geringsten half. Doch es war zu interessant um es ungelesen einfach zu schließen. Was hätte sie nicht alles von diesem Mann lernen können?
>>Hey altes Scheusal.<<
Die Brünette sah zu dem Totenschädel, der neben dem Computer, unter einem Stahltisch lag, zusammen mit den anderen Überresten Geros.
>>Ich hoffe hier drin ist etwas, das mir hilft Cell zu finden und das Ganze zu beenden, bevor jemand getötet wird.<<
Danach sah Louise wieder auf den Bildschirm, unterdrückte ihre Neugier und schloss einige der Fenster.

Draußen vor dem Labor stand seit einer Stunde Cell und lauschte der jungen Frau bei ihren Recherchen. Der Cyborg hatte Louise nie wirklich aus den „Augen“ gelassen. Die ganze Zeit war er ihrer Aura auf der Spur und als er bemerkte wo genau sie sich aufhielt, musste er einfach her kommen und sehen was sie in dem Labor trieb. Immerhin wollte sie es nie wieder betreten und doch stand sie da drin, überwand ihre Abscheu und die Angst.
Die Augen Cells waren geschlossen und sein Gesicht zu kaltem Ernst versteinert.
„Was treibst du nur da kleines Mädchen? Das ist doch Irrsinn. Jemand wie du, sollte seinen Geist nicht mit so viel Wahnsinn, wie dem von Gero beflecken.“
Jedoch konnte das Mischwesen nicht einfach hinein spazieren und seine Schülerin dort weg holen. Louise vor dem beschützen, was diese vielleicht sehen würde, wenn sie nur lang genug die zahllosen Fenster und Seiten überflog, die sich immer weiter auf dem Bildschirm aufbauten.
Auch verstand er nicht was das sollte, warum sich die Brünette solch eine Mühe machte irgendwas zu finden. Aus den kurzen Selbstgesprächen, die sie auf Geros Schädel projizierte, hatte Cell heraus gehört was genau Louise eigentlich suchte und zu finden hoffte. Eigentlich sollte sie ihn doch hassen. Sollte Cell verachten, für das was er tun wollte. Aber es schien dem Cyborg ganz so, als hätte er Louises Naivität und Gutmütigkeit ebenso unterschätzt wie alles andere an ihr.
Das musste Cell ändern. Und er würde Louise ein für alle Mal aus ihrer Traumwelt raus reißen. Es musste sein, so empfand es Geros Schöpfung. Es war für alle besser, wenn Louise akzeptierte, dass sie manche Dinge nicht ändern konnte, egal wie sehr sie es auch versuchen würde.
Ein klein wenig noch blieb er dort. Spürte ihre Aura aus solcher Nähe, wie es nie wieder möglich sein würde. Und auch die Neugier, die sich in ihrer Aura deutlich widerspiegelte. Dieses zucken und leichte anschwellen ihrer Kraft, wenn die junge Frau wieder etwas interessantes entdeckt hatte, dem sie nicht widerstehen konnte.
Kurz lächelte Cell über diese Empfindungen von Louise. Kein verhöhnendes grinsen, sondern ein sanftes, freundliches Lächeln.
Nach weiteren 10 Minuten löste sich Geros Schöpfung von dem Ort und der Nähe, die von Louise vollkommen unbemerkt blieb. Er musste etwas tun, damit die junge Frau endlich aufhörte nach etwas zu suchen, das sie niemals finden konnte, weil es schlichtweg keine Lösung, keine Hoffnung gab.

Louise hatte nichts von Cells Anwesenheit bemerkt und nach einer weiteren Stunde rieb sie sich mit Daumen und Zeigefinger über den Nasenrücken.
>>Okay…. Ich brauch eine Pause. Du passt auf, das hier niemand rein kommt, kapiert altes Scheusal?<<
Der Blick der jungen Frau ruhte einen Moment auf dem blanken Schädel, dann drehte sie sich um und verließ das Labor. Mit den Überresten von Gero zu sprechen half ihr in dem Labor nicht vor Angst auszurasten. Zu sprechen war gut, um der Panik zu entgehen, die ihr ständig im Nacken saß und mit kalten Klauen nach ihr gegriffen hatte.
Kaum das die Brünette wieder im Freien war und der Wind ihr die Haare in leichten Strähnen um ihr Gesicht wehte, erklang das penetrante Piepen ihres Handys.
>>Was denn jetzt….?<<
Seufzend zog sie das elende Ding aus ihrer Hosentasche und sah auf den leuchtenden Bildschirm. Bulma hatte sie versucht anzurufen. Es schien, dass das Labor wirklich alles abschirmen konnte. Erst wollte Louise nicht darauf reagieren, entschied sich letztlich aber doch dafür bei Bulma zurück zu rufen. Während das Mobiltelefon durchwählte, strich sich die junge Frau einige Strähnen aus dem Gesicht und bemerkte, das sie Schweißnass war und ihr das Haar teilweise auf dem Gesicht klebte. Nicht gerade angenehm, vor allem da Louise klar war, das ihr nicht zu warm war. Die nackte Angst musste diese Schweißausbrüche verursacht haben. Aber darum konnte sie sich auch nach dem Telefonat kümmern.
Nach kurzem klingeln nahm Bulma auf der anderen Seite der Leitung ab.
Mit Engelsgeduld hörte Louise sich an, was ihre Freundin zu sagen hatte, rieb sich wieder mit Daumen und Zeigefinger über den Nasenrücken und seufzte.
>>Bulma. Bitte, etwas leiser. Ich bin nicht taub. Und okay, ich komme vorbei sobald ich duschen war. Gib mir eine Stunde, okay?<<
Wieder hörte Louise der Blauhaarigen zu. Manchmal war Bulma wirklich anstrengend. Doch was sollte das schon, sie mochte die Erfinderin mit all ihren Macken.
>>Ich hab trainiert, darum will ich erst duschen. Gute Güte Bulma, ich möchte dir wirklich nicht von jedem Detail berichten müssen, was ich so den Tag über treibe. Also bis in einer Stunde.<<
Noch einmal seufzend legte Louise auf. Ihr Vater hatte Bulma gesagt, das Louise wieder in der Stadt war und jetzt wollte die Erfindern ihre Freundin natürlich treffen. Außerdem gab es einiges mit den Anderen zu bereden und die Brünette sollte wohl dabei sein, wenn sie schon in der Nähe war. Anfangs wollte Louise eigentlich nicht, schon deshalb weil sie noch immer diese Wut auf Goku im Bauch trug. Doch sie dachte sich, das sie damit zurecht kommen würde und willigte deshalb ein.

Nach einer Stunde landete Louise dann bei Bulma im Garten und sah sich um. Es waren alle da, selbst Vegeta. Na zumindest alle, außer Yamchu. Doch der würde sich eh nie wieder blicken lassen. Ruhig ging die junge Frau zu den Anderen und ließ erst einmal Bulmas stürmische Umarmung über sich ergehen.
>>Also ehrlich Bulma. Wirst du mich jetzt jedes Mal fast umhauen, wenn wir uns sehen? Mir gehts doch bestens.<<
Um dies zu unterstreichen, schenkte Louise ihrer Freundin ein kleines Lächeln. Diese ließ von der Brünetten ab und lächelte verlegen zurück.
>>Entschuldige. Ich bin einfach so froh das du hier bist. Es ist Momentan nicht sicher allein.<<
Das mochte Ansichtssache sein, aber Louise hielt sich mit Gegenaussagen lieber zurück und nickte einfach.
>>Nun gut, ich bin hier. Und was war so wichtig, das ich hier dabei sein soll?<<
Verdutzte Blicke von Einigen aus der Gruppe um Goku.
>>Hast du schon vergessen? Cell? Das Monster, das uns töten will.<<
Fragend sah Krillin die junge Frau an. Manchmal verwirrte sie ihn doch sehr. Der ehemalige Mönche hatte eh das Gefühl, das er nur selten verstand wie Louise tickte.
>>Und?<<
Es fiel der jungen Kämpferin nicht leicht zu verberge, das sie es hasste wenn man so über Cell sprach. Aber sie musste sich zusammen reißen. Um nichts in der Welt durfte Louise sich verraten.
>>Äh…….. na ja, wir wollen halt planen, was wir tun, damit wir diesen Cell besiegen können...<<
Das war Louise alles mehr als klar. Doch welche Rolle sollte sie schon dabei spielen? Oder dachte irgendeiner der Anderen, sie könnte zu diesem Kampf etwas produktives beitragen? Das war irgendwie doch sehr abwegig.
Doch Louise wollte nicht weiter nachfragen, sondern nickte einfach. Sie hatte andere Dinge im Kopf und würde sich das ganze hier anhören, Interesse heucheln und ihre Gefühle im Zaum halten. Denn die Brünette erwischte sich fast sofort dabei, das sie Goku einen kurzen, bösen Blick zuwarf. Der Saiyajinkrieger hatte davon allerdings nichts mitbekommen. Wäre ja auch ganz neu wenn Goku  so etwas mitbekommen würde.
Geduldig hörte Louise den anderen zu. Sie redeten über den „Raum von Geist und Zeit“. Vegeta musste natürlich als erste da hinein, was er lautstark kund gab. Die anderen nahmen das hin und winkte mehr oder minder ab. Es war ziemlich egal wer wann in diesen Raum ging um zu trainieren. Während der ganzen Zeit, in der ihre Freunde planten und diskutierten, schwieg Louise einfach. Sie hatte nichts zu all dem beizutragen und überlegte lieber wie sie wichtige Information aus dem Ungeheuer von einem Computer heraus filtern konnte.
Irgendwann war die junge Frau so in Gedanken, dass sie den Anderen nicht mehr zuhörte. Erst ein aufgeregtes Rufen riss sie und alle anderen, die sich gerade bei der Capsule Corp. befanden ins Hier und Jetzt.
Bulmas Vater stand auf einem der Balkone und rief in den Garten hinab.
>>Kommt schnell alle rein und seht euch das an!<<
Dann war der alte Mann auch schon wieder verschwunden. Ratlose Blicke trafen sich, bis die Gruppe sich doch nach in das Gebäude bewegte. Dort erwartete sie ein riesiger Fernsehschirm, vor dem Bulmas Eltern und einige Angestellte saßen oder standen. Zur Überraschung aller war Cell dort zu sehen, der überheblich in die Kamera grinste.
>>Ich nehme an Goku und sein kleiner Club dürften das hier sehen.<<
Das Mischwesen lachte.
>>Ich habe mir was überlegt Goku, damit unser Aufeinandertreffen noch etwas lustiger wird. Ich werde ein Turnier veranstalten. Dabei bin ich der einzige Gegner. Jeder der will darf gegen mich antreten. Falls einer von euch gewinnt, gut für euch, dann ist alles vorbei und ihr dürft weiter in eurer Welt aus Friede-Freude-Eierkuchen leben.<<
Das Grinsen des Cyborgs wurde breiter und um einiges gefährlicher.
>>Wenn ich gewinne, werde ich diesen Planeten und all seine Bewohner Stück für Stück auseinander nehmen. Und damit niemand glaubt der gute, alte Cell würde lügen.<<
Mit einem nicken zum Fenster deutete Cell dem armen Kameramann, er soll nach draußen filmen, was dieser unter Schweißausbrüchen tat. Auf unzähligen Bildschirmen auf der ganzen Welt konnten die Bewohner eine der gr0ßen Städte im Norden sehen. Wolkenkratzer zwischen denen sich Fahrbahnen entlang schlängelten. Geschäfte, die sich aneinander schmiegten und hunderte Passanten, die an ihnen vorbei gingen, hielten, einkauften oder sich nur umsahen. Die Stadt ging ihrem Alltag nach. Nichts wissend, das ein Monster sein Klaue darüber erhob um zu richten.
Nur noch einen Moment, dann war von all dem nichts mehr übrig. Eine Explosion verwandelte Wolkenkratzer in Geröll und Leben in Tot. Die ganze Aufzeichnung ging kaum länger als eine Minute und doch wurde davon die ganze Erde erschüttert.
Als Cell wieder zu sprechen anfing hatte Louise sich bereits weg gedreht. Tränen bahnten sich ihren Weg über das Gesicht der Brünetten. Eine übel erregende Mischung aus Wut und Unglaube, sowie Trauer und Enttäuschung erfüllten sie von jetzt auf gleich. Während Cell noch einige Informationen dazu gab wo und zu welcher Uhrzeit sein Spektakel beginnen sollte und die Freunde um Goku über ihr weiteres Vorgehen sprachen, während sich der ein oder andere erst einmal von dem Entsetzen erholen musste, ging Louise einfach langsam los. Sie verließ das Gebäude, flog auf und verschwand in den Weiten des Himmels.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast