Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P16 Slash
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
26.01.2020
31
71641
8
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Dieses Kapitel
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So, da ich heute fleißig war kommt doch noch eines. Ich habe es überarbeitet und dann weiter an zukünftigen Kapiteln geschrieben.
Auch kam mir beim lesen endlich der Richtige Titel in den Sinn! Jetzt bin ich zumindest damit zufrieden. Ich hatte schon Angst es müsste bei diesem unbefriedigenden Titel bleiben >.-.<
Es wird auch nicht mehr so schmalzig. Aber lasst euch überraschen.

Viel Spaß.


Kapitel 2



Tage vergingen, dann Wochen, in denen sich die junge Frau in ihrem Liebeskummer suhlte und Niemanden auch nur in ihre Nähe ließ. Ihr Vater war endlos besorgt um seine kleine Tochter. Die ihm immer wieder versichern musste, das es ihr gut ging und sie nicht nur seine „kleine Tochter“, sondern eine erwachsene Frau war. Geschlagen ergab sich der alte Herr immer wieder und hoffte, Louise würde allein aus ihrem Tief finden.
Hin und wieder kam vor allem Bulma zu Besuch und erkundigte sich nach ihrer Freundin. Doch es gab nie etwas anderes zu erzählen. Louise blieb meist in ihrem Zimmer, schottete sich ab und ging im Selbstmitleid unter.
Nach ganzen zwei Monaten, in denen sie Yamchu hinterher trauerte und gleichzeitig verfluchte. Wobei sie sich auch gern selbst die Schuld an der Situation gab und sich selbst mit Gedanken strafte, in denen sie es nicht besser verdient hatte, änderte sich etwas im Gefühlszustand von Louise.
An einem Morgen, mitten im Sommer stand sie im Badezimmer, das an ihr eigens Zimmer grenzte und schaute in den Spiegel.
Seit gut 20 Minuten schaute sie schon in den Spiegel, der ihr eine seltsam krank wirkende Frau zeigt. Ihre Augen lagen tief in den Höhlen und dunkle Schatten umringten die sonst so fröhlichen, gesunden Augen. Ihr Gesicht wahr nicht leicht blass, sondern wirkte fahl und grau. Adern schimmerten unter der scheinbar Pergament dünnen Haut blassblau hervor. Die Haare wirkten strohig und ebenso ungesund, wie der Rest von Louise.
Es war irgendwie schockierend für die Frau, die noch vor zwei Monaten vor Lebensfreude strahlte. Wer um alles in der Welt war diese fremde, kranke Frau im Spiegel?
>>Das kann doch nicht wahr sein….<<
Mit einem dünnen Finger strich sie sich über die Wange. Das war tatsächlich sie selbst. Weitere Minuten vergingen, in denen sich ihr Kopf erst schrecklich leer anfühlte. Doch dann ließ der Schock nach und die Erkenntnis traf Louise mit voller Wucht.
Sie selbst hatte sich das angetan, wegen eines Mannes den sie geliebt hat. Ein Mann der es nicht verdiente. Wie konnte sich die sonst so kluge Frau nur selbst die Schuld an all dem geben? Sie hatte nichts falsch gemacht, sondern Yamchu. Er hatte ihr das Herz gebrochen und ihr nur etwas vorgespielt.
Wieder vergingen einige Momente. Louise sah sich weiter dieses unwirkliche Spiegelbild an, während ihr Blick ernster wurde. So konnte es nicht weiter gehen. Sie konnte doch nicht zulassen das sie krank wurde. Der Entschluss war gefasst. Sollte Yamchu doch glücklich werden oder irgendwo verrotten, ihr konnte es Gleich sein.

Zu dem Zeitpunkt als Louise ihre Erkenntnis traf begann weit entfernt ein ganz anderes Problem Form anzunehmen. In einem Labor, weit weg von jeder Zivilisation, versteckt in einem Berg, arbeitet ein Computer leise surrend vor sich hin. Ein Programm begann seine Arbeit und läutete ein neues Zeitalter des Chaos ein.
Denn unentdeckt, seit fielen Jahren reifte in einer Kammer ein Wesen. Von Menschenhand geschaffen. Vor 20 Jahren sollte es noch einem anderen Zweck dienen. Eine Waffe, die die Welt unterjochen sollte. Doch manche Dinge ändern sich und so auch der Zweck dieses einzigartigen Wesens.
Ein ebenso genialer wie verrückter Wissenschaftler hatte sich nach dem Untergang seiner einstigen Gruppe in die Einsamkeit zurück gezogen und seine Rache geschmiedet. Doch er selbst würde diese Rache nie erleben.
Neben dem blinkenden Pult lagen die kläglichen Überreste des einst so gefürchteten wie angesehenen Doktor Gero. Ein Skelett, an dem noch vereinzelt vertrocknete Hautfetzen hingen, lag mit dem Oberkörper über einen Tisch gebeugt. Der kahle Schädel schien jedoch zu grinsen, jetzt wo seine Schöpfung kurz vor dem Erwachen war.
Vor zwei Jahren war es ihm noch gelungen eine weitere Probe zu seinem perfekten Organismus hinzuzufügen. Dann fand er den Tot durch eine seiner eigenen Kreationen. Das zertrümmerte Rückgrat war die letzte Spur, von diesem blutigen Ereignis. Die einzelnen Glieder der Wirbelsäule von Doktor Gero lagen inzwischen, teils zersplittert unter dem Skelett, oder hatten sich in der zerrissenen Kleidung verfangen. Der, der den Tot des alten Scheusals zu verantworten hatte lag wieder in einer Kapsel, kaum drei Schritte entfernt. Dort ruhte und wartete er auf sein eigenes, unvermeidbares Schicksal.
Ein rot blinkendes Licht, neben der skelettierten Hand des Wahnsinnigen wurde mit einem Mal grün. Alle Monitore leuchteten auf und weiter hinten im Labor, das teilweise in Trümmern lag, begann sich das Wesen in seinem gläsernen Behältnis zu regen. Zuckend rührte sich das noch ziemlich formlose Geschöpf in der grünlichen Nährflüssigkeit. Und so primitiv und unvollkommen es jetzt wirken mochte, war sein Verstand doch schon messerscharf.
Der Computer war seine Augen und Ohren gewesen und so wusste er alles Wissenswertes über den Planeten, über den er bald hereinbrechen würde, wie ein Sturm.
Wieder zuckte das Wesen, regte sich und machte einen Schwimmzug. Dann wurde die Flüssigkeit abgepumpt, der Behälter öffnete sich zischend und das Larvenartige Geschöpf kroch heraus. Mit einem feuchten klatschen landete es auf dem Metallboden und kroch dann durch das Labor. 20 Jahre hatte er für die erste Phase seiner Erschaffung gebraucht, jetzt war es Zeit für den nächsten Schritt. Das unförmige Wesen kroch über den Boden, getrieben von seiner Programmierung, oder doch einem Instinkt? Wer hätte das schon sagen können. Dieses Wesen war einmalig und nicht einmal Doktor Gero hätte vorhersagen können, wie genau es nun handeln würde. Das war auch egal, solang nur seine Hauptprogrammierung funktionierte.
Er kroch weiter, bis zu einer Bodenplatte, die ausgerissen da lag. Kaum das es den Boden berührte begann sich das Wesen, groß wie eine menschliche Hand, in den Boden zu graben. Dort nistete es sich ein und seine äußere Hautschicht verhärtete sich. Wieder hieß es warten. Doch was war das schon? Ein paar Wochen, vielleicht Monate und er wäre reif um aufzusteigen.

Nachdem sich Louise über das Ausmaß ihres Verfalls bewusst geworden war, war es genug für sie. Es reichte ihr weiter in Selbstmitleid zu versinken. Sollte dieser Mann tun und lassen was er wollte. Die junge Frau strich ihn mit nur einem Gedanken aus ihrem Leben.
>>Das wird nie wieder passieren!<<
Das sagte sie ihrem grimmig drein schauenden Spiegelbild. Jetzt war es Zeit etwas zu ändern und zwar sofort. Zu lange hatte sie ihre Zeit verschwendet. Das war vorbei, jetzt!
Und so verließ sie das Badezimmer und ging zu ihrem Kleiderschrank. Schwungvoll öffnete Louise die Türen und sah sich die Sachen an.
>>Hm….<<
Lange suchte sie nicht. Eine Hose aus reißfesten Stoff, schwarz und bequem, dazu ein einfacher Gürtel. Jetzt noch ein Shirt ohne irgendwelche verspielten Aufdrucke oder Stickereien, in dunklem weinrot war schnell übergezogen und zum Schluss noch eine schwarze Weste aus Jeansstoff. Da waren auch die dunklen, schweren Stiefel, die sie sich einst geholt hatte, weil sie mit Yamchu wandern gehen wollte. Etwas das nie geschehen war.
Schnell waren auch diese übergestülpt und Louise betrachte sich im Spiegel des Schrankes. Zufrieden nickte sie. Ja, das entsprach ihr doch mehr als dieses liebe, reine Weiß. Wie hatte sie nur vergessen können, das sie als Kind ein richtiger Wildfang war? Immer schmutzig, immer aufgeschürfte Knie und blaue Flecken vom herumtoben. Wann fing sie nur an so entgegen ihrer Natur zu leben? Das wusste sie nicht. Irgendwann war es ebenso. Ständig beschützt und behütet. Letztendlich auch von Yamchu, den sie manchmal richtig angebettelt hatte, ihr doch zu zeigen wie man Kämpft. Wie man trainiert und stärker wird. Aber nichts. Immer nur die gleichen Worte, das seine kleine Rose doch nicht kämpfen müsste, Dafür sei immerhin er da. Wie oft hatte er sie lachend unterbrochen, wenn sie sich daran versuchte nachzuahmen, was sie in den unzähligen Aufzeichnung über den waffenlosen Kampf gesehen hatte. Ein so zartes Blümchen sollte sich nicht damit abgeben. Er hatte sie absichtlich Klein gehalten, kam es ihr jetzt. Sie gezwungen anders zu sein, als sie es doch war. Aber das war vorbei. Es reichte ihr. Louise war erwachsen, niemand konnte ihr jetzt noch verbieten endlich für sich selbst zu entscheiden, nicht einmal ihr Vater.
Und so verließ sie strammen Schrittes ihr Zimmer, ging durch die Flure und steuerte die Küche an. Entgeistertes Personal sah ihr nach und sagten dem Vater des Mädchens Bescheid, das sie tatsächlich ihr Zimmer verlassen hatte.
Die entschlossene Frau achtete gar nicht auf das Personal, sondern steuerte weiter die Küche an. Wann um alles in der Welt hatte sie zuletzt etwas richtiges gegessen!? Es kam ihr vor, als wäre das ein Leben lang her. Und jetzt wo sie sich wieder aufrichtete und nicht mehr in Trauer versank meldete sich ihr Magen mit Nachdruck. Dem würde sie gern nachgeben. In der Küche angelangt sah sie sich um.
>>PERFEKT!<<
Da wurde doch tatsächlich gerade alles für ein ausgiebiges Mittagessen zubereitet. Wahrscheinlich hatte ihr Vater Gäste. Immerhin war der Gute ein vielbeschäftigter Mann. Hemmungslos nahm sich die junge, sehr hungrige Frau einen Teller und belud ihn mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Bodenständig, sättigend und lecker. Ja das mochte sie.
Dann setzte sie sich an einen der Arbeitstische und begann zu essen. Dabei musste sie ein bisschen darauf achten nicht ihre Manieren zu vergessen und es hinunter zu schlingen. Dieser Hunger war ja schrecklich. Ein wahres Monster in ihren Eingeweiden, das grollte und sein Recht einforderte.
Nach dem Essen lehnte sich Louise zufrieden zurück.
>>Louise! Kind, du isst ja und bist aus deinem Zimmer raus!<<
Überglücklich kam der Mann, groß, etwas zu dick, aber nicht fett und mit Halbglatze zu seiner Tochter geeilt. Seine Augen glänzten als er sie etwas grob vom Stuhl hoch zog, zu sich drehte und sie ansah.
>>Ich kann es kaum glauben. Ich dachte schon ich müsste Bulma schicken um dich aus deinem Zimmer zerren zu lassen!<<
Er lachte und sah in das leicht lächelnde Gesicht seiner Tochter. Auch er sah ihren Verfall. Doch wirkte es bei weitem nicht so schlimm, wie Louise selbst es empfunden hatte.
>>Alles gut Papa, ich habe mich ein gekriegt. Aber ich habe noch einiges vor. Kannst du mich los lassen?<<
Etwas verwundert sah Nathan seine Tochter an und bemerkte erst dann, das er immer noch ihre Schultern umfasst hatte.
>>Oh, ja natürlich Schatz. Bitte entschuldige. Ich bin nur so froh das du aus deiner Depression raus bist.<<
Wieder ein freudiges, erleichtertes Lächeln. Dann drückte er seine Tochter einmal an sich. Louise machte erst ein grimmiges Gesicht, entspannte sich dann aber zufrieden seufzend und genoss die Nähe zu ihrem Vater. Nach der Umarmung ließ er seine Tochter dann ziehen. Nichts wollte er tun, das sie wieder in ihr Zimmer zurück trieb. Und er wusste ja, das sie auf sich selbst acht geben konnte. Auch wenn er das nicht gern zugab.
Louise ging nach der Umarmung ihrer Wege, hinaus aus dem Haus und in die Stadt. Nach dem guten Essen wollte die junge Frau zu ihrer Freundin Bulma und sie besuchen. Sich entschuldigen und ihr erzählen was sie sich in den Kopf gesetzt hatte. Wofür sie Bulmas Hilfe brauchte. Ja, jetzt würde sich so manches ändern und darauf freute sich Louise wirklich. Auch wenn sie dafür einiges anderes aus ihrem Leben strich. Nie wieder würde sie sich einem Mann so hingeben um erneut verletzt zu werden. Das war vorbei. Sollten doch andere sich verlieben, sie selbst brauchte das nicht mehr, nie mehr!
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