Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P16 Slash
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
25.07.2019
29
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Kapitel 25





Cell war sich sicher das hier draußen niemand mitbekommen würde, wenn Louise trainiert. Er war mit ihr weit entfernt von jedem, der zu Son-Gokus Truppe gehörte und keiner hatte solch ausgeprägte Sinne, um ihre Kraft an diesem Ort zu spüren. Dafür waren die Kraftspitzen, die seine Schülerin erreichen konnte nicht hoch genug.
Es wurde Abend. Louise kannte jetzt die Wasserstelle, die sich als gut verborgene Quelle unterhalb der Felsen entpuppte, die sie über ein Loch zwischen zwei Steinplatten erreichen konnte. Ein kleiner unterirdischer Bach, der sauberes und erstaunlich kühles Wasser zum überleben bot. Essen war eine kleine Überwindung. Als sie sich die erste Echse aufs Feuer geworfen hatte wurde der jungen Frau schon etwas anders. Aber sie hatte hunger, keine Wahl und aufgeben nur weil das Umfeld, in dem sie aufwuchs, Echsen nicht unbedingt als Nahrung sah, kam auch nicht in Frage. In anderen Ländern wurden diese Tiere auch gegessen. Also konnte es so schlecht nicht sein. Außerdem war sich Louise sicher, das sie in nächster Zeit noch ganz anderes als Nahrung betrachten würde, wenn sie keine verhältnismäßig gewöhnliche Echsen fand. Aber den Gedanken an Skorpionspieße verdrängte sie erst einmal erfolgreich. Das Fleisch des Kriechtieres schmeckte erstaunlich gut und als es endlich Kühl genug wurde, war Louise gestärkt und bereit für das Training.
Die junge Frau hätte es ahnen müssen. Cells Trainingsmethoden hatten nicht viel mit Erklärungen und Vorbereitungen zu tun. Der Cyborg gehörte eher zu den Typen, die jemanden das Schwimmen beibrachten, indem er denjenigen in einen See warf. Ganz nach dem Motto, schwimm oder saufe ab. So auch bei Louise, die ihr Ki jetzt zwar gefunden hatte, es aber noch nicht kontrollieren konnte. Sie standen sich auf einer großen Düne gegenüber und gerade als Louise fragen wollte, was sie jetzt tun sollte, kam schon Cells angriff. Ein Energieangriff, in Form einer Klinge die er mit einer schwingenden Bewegung seines Armes auslöste, jagte auf Louise zu. Ihren Instinkten folgend wich sie nach oben aus und sah zu wie die Energie die Düne im Grunde zerschnitt, die dann wieder in sich zusammen fiel, als wäre nichts gewesen.
>>Verdammt Cell, ein ganz klein Wenig Zeit, um zu sehen das du mich angreifen willst, könntest du mir schon geben.<<
Doch anstatt darauf groß was zu sagen grinste der Kerl wieder Mal nur, zuckte mit den Schultern und richtete seine Handfläche auf Louise. Beschwerden waren vollkommen zwecklos und so ließ sich Louise wieder auf Cells Methoden ein. Leider neigte Louise immer noch zum Ausweichen, anstatt einen Gegenangriff zu starten. Einige Zeit sah Cell sich dieses Spielchen an. Dann entschied er, das es Zeit war dafür zu Sorgen, das Ausweichen allein nicht mehr reichte um den Angriffen zu entgehen.
Er streckte Beide Hände vor und ehe es sich Louise versah, flog ein ganzes Feuerwerk an grünen Ki-Kugeln auf sie zu. Vor Schreck nahm die Brünette die Arme vor und feuerte ihrerseits Ki-Kugeln auf die von Cell. Entgegen ihrer Erwartungen, brachte das sogar etwas. Die Energien prallten aufeinander und explodierten, ohne das sie Louise zu nahe gekommen waren. Die restlichen Kugeln  flogen an der jungen Frau vorbei und schlugen in den roten Sand hinter ihr ein. Ein wenig verdutzt sah sie auf ihre Hände und ballte sie einige Male zu Fäusten.
>>Fühlt sich eigenartig an.<<
Irgendwie war das Gefühl sehr seltsam. Sie nahm Kraft aus ihrem Inneren und manifestierte es in reine Energie, die sie dann kontrolliert abfeuert. Doch spürte sie regelrecht das sie zu viel Kraft nutze. Es fühlte sich so einfach nicht effektiv genug an. Als würde ein nicht unerheblicher Teil an Energie einfach ungenutzt verpuffen.
>>Cell, liegt das an mir, das es sich anfühlt als würde ich Energie verschwenden?<<
Fragend blickte sie den Cyborg an.
>>Ein gewisser Teil geht immer verloren. Das ist selbst bei mir so. Auch wenn du gut 30% ungenutzt lässt, weil du noch ungeübt bist.<<
Ein wenig verzog Louise das Gesicht. 30% an Energie, die einfach ins Nirgendwo hin verschwinden. Das klang alles andere als effizient. So würde die Brünette einen Kampf niemals richtig durchhalten können, wenn sie ihre Kraft so verschwendete. Doch sie war ja jetzt im Training und konnte diese Energieverschwendung bestimmt reduzieren. Das hoffte sie zumindest. Denn so fühlte sich das Ganze sehr falsch an.
>>Na los, greif mich an. Einfach wie du willst. Nahkampf, Fernkampf. Lass deine Instinkte handeln und schalte Mal deinen Kopf etwas aus.<<
Louise nickte darauf hin und ging auch sofort in den Angriff über. Sie flog auf den Cyborg zu und attackierte ihn mit Tritten und Schlägen. Es war belanglos, das sie ihm nichts anhaben konnte. Hier ging es einzig um Kontrolle, Präzision und das Einteilen der Kräfte. Nach einigen Nahangriffen nahm Louise Abstand von ihrem ungewöhnlichen Lehrer und versuchte sich erneut darin Ki-Kugeln abzufeuern. Es war nach den ersten Versuchen kein großes Problem diese Energie in der Hand zu Formen und dann weg zu stoßen. Doch die Verschwendung, die sich so Falsch anfühle, ließ Louise einfach nicht los. Es war Falsch. Auch als Anfängerin empfand sie so.
Nach einigen Angriffen ging sie wieder in den Nahkampf über. Kraft zu verschwenden konnte sich die junge Frau nicht leisten. Noch immer hatte sie damit zu kämpfen, das es ihrem Körper an Substanz fehlte und sie daher schnell schlapp machte. Da war es nicht gerade Hilfreich wenn sie sich mit Energieangriffen auch noch schneller selbst auspowerte. Es frustrierte die junge Kämpferin, das ihr Körper an gewisse Grenzen stieß, die sich nur schwer überwinden ließen.
Cell hingegen sah dies eher als etwas, das Louise nutzen konnte. Sie selbst mochte das nicht merken, aber dem Cyborg entging so gut wie nichts. Eben Weil Louise nicht über extreme Reserven verfügte neigte sie dazu viel Präziser mit ihren Angriffen zu sein und auch besser mit ihrer Kraft zu haushalten. Schon das ihr die Enorme Verschwendung an Energie aufgefallen war zeigte Geros Schöpfung, das seine Schülerin sich ihren Möglichkeiten sehr bewusst war. Was sie konnte, was angebracht war und womit sie lieber Sparsam sein sollte.
Während Cell daran dachte und von den Schlägen und Tritten der jungen Frau traktiert wurde, sah er plötzlich überrascht Louise an. Die ganze Zeit hatte der Cyborg ruhig dagestanden, die Arme verschränkt und die Angriffe eingesteckt, ohne das er viel spüren konnte. Doch der letzte Schlag war anders gewesen. Nichts was ihn verletzen konnte, aber doch sehr deutlich. Als Cell in das ebenso überraschte Gesicht seiner Schülerin sah, wusste er das sie irgendwas getan hatte, das so anscheinend nicht geplant war. Der Cyborg war nicht Mal in der Lage zu sagen, was nun eigentlich den letzten Schlag von allen vorherigen Unterschied.
>>Was hast du getan?<<
Er sah seinen Arm an und versuchte das Gefühl zu bestimmen, das der letzte Treffer darin zurück gelassen hatte, konnte es aber nicht.
>>Ich bin nicht ganz sicher.<<
Louise sah auf ihre Faust. Streckte die Finger und ballte sie erneut.
>>Ich hab mich wieder auf mein Ki konzentriert. Ich dachte das ich Mal probieren sollte so eine Energie-Kugel aus nächster Nähe auf dich los zu lassen. Und wenns nur ist um dich zu ärgern.<<
Weiter musterte Louise ihre Hand. Ihre Arm fühlte sich bis zum Ellenbogen hinauf etwas eigenartig an und schmerzte leicht. Was hatte sie gemacht?
>>Hm, belassen wir es für heute dabei.<<
>>Ach komm schon Cell… willst du jetzt echt deswegen das Training abbrechen?<<
Louise schmollte und verschränkte beleidigt die Arme. Cell konnte nicht anders als Lachen. Diese Frau war so ein Trotzkopf.
>>Nein, ich beende das Training weil du genug trainiert hast für heute. Vergiss nicht, das du immer noch in der Genesungsphase bist. Ich will dich trainieren und nicht zum Krüppel machen, nur weil ich dir zu viel zumute. Also, Schluss für heute.<<
Er hatte es zwar nicht nötig sich vor der jungen Frau zu rechtfertigen, die er auch einfach zwingen konnte mit dem Training aufzuhören. Doch Louise hatte ihn genauso um den kleinen Finger gewickelt, wie er sie. Darum machte er sich die Mühe ihr zu sagen, warum etwas nötig ist, oder eben nicht.
Schulterzuckend gab Louise sich mit dieser Erklärung zufrieden und flog mit dem Cyborg zurück zu ihrem Lager. Es war spät geworden und die Nächte in der Wüste waren so kalt, wie die Tage heiß waren. Hier würde die junge Frau noch einiges mitmachen. Obwohl sie am Feuer saß, war ihr kalt und sie rückte noch näher an die züngelnden Flammen. In den Bergen kam ihr die Kälte nicht so schlimm vor. Ob es daran lag, das der Tag so heiß war? Oder vielleicht weil sie noch nicht 100 prozentig wieder fit war? Das war schwer einzuschätzen. Es konnte auch gut Beides sein.
>>Etwas Kälteempfindlich heute, wie?<<
Nur ein Grummeln kam von Louise. Cell musste sich ja nicht auch noch über sie lustig machen.
>>Das kann man ja nicht mit ansehen.<<
Der Cyborg stand auf und setzte sich neben Louise. Wäre ja wohl der Inbegriff eines schlechten Witzes, wenn die Kleine jetzt erfrieren würde, nach allem was war. So zog der Cyborg Louise zu sich ran und sah zu ihr runter.
>>Du bist zu empfindlich. Aber ich lass das Mal durchgehen, da du ja noch etwas schwächelst.<<
Nach dem Spruch hatte Cell sofort Louises Ellenbogen in den Rippen. Wieder grummelte die junge Frau, während Cell lachte. Er konnte es sich manchmal schwer verkneifen Louise zu necken. Dieses Gesicht was sie zog, wenn er sie ärgerte und ihr unverständliches vor sich hin gegrummel waren einfach zu köstlich. Mal war Louise erwachsen, wie man es erwarten sollte bei einer Frau in ihrem Alter, nur um dann einem kindlichen trotz zu folgen. Diese Wandlungen konnten urplötzlich sein und waren so unberechenbar wie Louises ganzes Wesen.
>>Du bist bei weitem nicht so witzig wie du denkst Cell.<<
Doch sie lächelte bereits wieder, schon weil ihr endlich warm wurde. Es war erstaunlich, Cell mochte den Eindruck machen als wäre sein Körper eher kalt. Aber eigentlich war es wirklich angenehm und Louise lehnte sich an den Cyborg, um die Wärme noch mehr in sich aufnehmen zu können.
>>Ich bin perfekt. Also bin ich auch witzig.<<
Was für eine Schlussfolgerung. Louise konnte nach dieser Aussage nur laut los lachen. Die Logik und Selbstverliebtheit dieses Typen war einfach großartig.
>>Siehst du. Ich sag doch ich bin witzig.<<
Er grinst dreckig, als Louise sich an ihrem Lachen verschluckte. Und danach Hustend und mit tränenden Augen zu ihm hoch sah.
>>Du bist echt ein Penner.<<
Cell zuckte nur mit den Schultern und behielt sein dreckiges Grinsen bei. Damit konnte er sehr gut leben.
Nachdem Louise sich ausgehustet hatte, lehnte sie sich wieder an den Cyborg an und sah ins Feuer. Kaum war sie zur Ruhe gekommen arbeitete ihr Geist wieder daran, sie zu Fragen und Gedanken zu führen, um die sie nicht gebeten hatte.
>>Weißt du warum der 11 April 702 ein besonderer Tag war?<<
Man sollte meinen Cell war inzwischen an diese Fragen, ohne jeden Zusammenhang und aus dem Nichts heraus gewöhnt. Doch es verwirrte den Cyborg jedes Mal aufs Neue, wenn Louise so etwas von sich gab.
>>Kann ich nicht behaupten.<<
Geros Schöpfung mochte Unmengen an Wissen gespeichert haben. Aber solche Dinge gehörten nicht dazu. Louise nannte diese Art von Informationen „unnützes Wissen“ und davon hatte sie eine ganze Menge auf Lager.
>>Der 11 April 702 wird der langweiligste Tag der Geschichte genannt. Weil an dem Tag absolut nichts wichtiges passiert ist.<<
Der Cyborg hob eine Augenbraue nach dieser Information, von der wohl nicht einmal Louise selbst wusste, warum das jetzt so wichtig wahr, das sie es mit Cell teilen musste.
>>Noch irgendwelche Weltbewegenden Dinge die du mir mitteilen willst?<<
>>Lass mich überlegen… Vor 620 Millionen Jahren war ein Tag nicht einmal 22 Stunden lang.<<
Der Cyborg schüttelte den Kopf und drückte Louise einen kurzen Moment enger an sich.
>>Du musst wirklich viel Langweile gehabt haben, wenn du deinen Kopf mit solchen Sachen gefüllt hast.<<
Die junge Kämpferin schmunzelte. Ihr ungewöhnlicher Lehrer hatte ja keine Ahnung wie oft sie irgendwelchen Kram gelesen hatte, nur um Langweile zu vertreiben. Es machte ihr Spaß ihn mit solchen Blödsinn aus der Ruhe zu bringen, so wie es ihm Spaß machte sie zu ärgern, indem er sie neckte. Wenn es nach Louise ging, hätte sie auch noch Jahre so verbringen können. Irgendwo draußen, mit Cells Gesellschaft, trainieren, reisen und einfach nur das Leben in vollen Zügen genießen. Und noch war Louise nicht darauf gekommen, das dies irgendwann vorbei sein könnte. Für sie lief alles wie es sein sollte.
Nach einigen Minuten begann Louise zu gähnen und ließ der Müdigkeit freien lauf. Der Tag war gut gelaufen. Auch wenn das Training ein wenig eigenartig verlief, war es ein produktiver Tag gewesen. Und so war sie nur wenige Augenblicke später eingeschlafen, was wieder Mal einen etwas verwirrten Cell zur Folge hatte. Denn in seinen Armen Eingeschlafen war die junge Frau noch nie. So sah er auf sie hinab und war kurz am überlegen sie einfach in ihren Schlafsack zu packen. Doch während er sie sich ansah, verwarf Cell den Gedanken fürs erste. Sie sah zufrieden aus und außerdem konnte es gut sein, das sie wieder zu frieren anfing. Darum behielt er Louise im Arm. Ohne das es der Cyborg merkte, rückte das Flüstern seines Programms etwas von ihm weg, während er die junge Frau ansah und über sie nachdachte. Eine Ruhe der er sich erst Stunden später bewusst werden würde.
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