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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
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17.03.2019 3.702
 
Kapitel 22




Nachdem alle weg waren, saß Bulma in ihrem Labor. Die junge Mutter wollte herausfinden woher sie den Namen Gero kannte. Doch immer wieder füllten sich ihre Augen mit Tränen. Immer wieder dachte sie an ihre Freundin Louise, deren letzte Momente das grauen gewesen sein müssen. Wenn selbst Krillin und Piccolo beinahe starr vor Angst waren, beim Anblick dieses Cell, dieses Monsters, wie musste es dann der jungen Frau ergangen sein? Wenn Kampf geprüfte Krieger, die dem Tod schon so oft ins Auge geblickt haben, schon so viele Schlachten geschlagen haben, diesem Ungeheuer nichts entgegen zu setzen hatte, wie musste sich dann eine unerfahrene Kämpferin wie Louise gefühlt haben?
Es machte die Blauhaarige halb verrückt darüber nachzudenken. Immer wieder stellte sie sich vor wie Louise ganz allein Cell gegenüberstand. Zitternd, Tränen in den Augen und nichts tun konnte.
Und wieder schossen Bulma die Tränen in die Augen, liefen über ihre geröteten Wangen und fielen dann auf die Tastatur ihres Computers. Leise Schluchzte sie und wischte sie die Tränen weg, nur damit sie sich erneut ihren Weg bahnten.
Und es war nicht nur das was Bulma so fertig machte. Auch die kalte Ignoranz von Yamchu lastete auf ihr. Wie konnte er nur so ruhig bleiben? Warum war er nicht wütend oder von Trauer zerfressen? Immerhin hatte er Louise doch einmal geliebt. Und ja, es gab die Dragonballs und sie würden Louise zurück holen, sobald dieser Schrecken gebannt war. Doch war das Grund genug um den Tot eines Freundes einfach so gelassen hin zu nehmen? Für Bulma war die Antwort eindeutig Nein. Die anderen waren doch auch schockiert gewesen. Krillin, Son-Gohan selbst Piccolo waren Regungen nach dieser Nachricht anzusehen. Es war für Bulma kaum auszuhalten das nur der ehemalige Wüstenbandit scheinbar vollkommen unberührt blieb. Den Saiyajin-Prinzen ließ sie außen vor. Er zeigte nie Regungen, doch wusste sie am besten das er durchaus Gefühle hatte, die er nur so gut wie nie zeigte.
Nachdem Bulma die Tränen erneut weg gewischt hatte und wieder klarer sehen konnte, versuchte sie erneut ihre Recherchen zu Gero durchzuführen. Und nach einigen Minuten war ihr Desktop voll mit Artikeln und Bildern zu diesem Mann.
Gerade als sie angefangen hatte sich einzulesen klopfte es an der Labortür.
>>ICH HABE ZUTUN!<<
Freundlich jemanden bitten, sie in Ruhe zu lassen, war das Letzte was Bulma gerade tun konnte. Und trotz ihrer eindeutigen Worte öffnete sich die Tür.
>>Ich bin gleich wieder weg.<<
Die Blauhaarige riss die Augen auf und drehte sich um. Dieser Kerl hatte sich tatsächlich noch einmal hier her gewagt.
>>Verschwinde Yamchu! ODER ICH SCHWÖRE ICH LASS DICH VON VEGETA RAUSSCHMEIßEN!<<
Der ehemalige Wüstenbandit schreckte zurück und hob beschwichtigend die Hände, nachdem er das Brüllen von Bulma über sich ergehen lassen hat.
>>Ich bin sofort wieder weg. Ich will nur den Dragonballradar um die Kugeln zu suchen, damit wir sie bereit haben, wenn es soweit ist.<<
Der Mann schluckte und hoffte von weiteren Keiferein verschont zu bleiben.
Bulma knurrte und zeigte auf einen Schrank.
>>Da drin! Nimm ihn und verschwinde!<<
Schnell holte Yamchu den Dragonballradar und verließ das Labor wieder. Länger wollte er sich das nicht antun. Warum auch immer alle wollten das er verschwand. War auch egal. Der Kämpfer hatte den Radar und keinen Grund länger dort zu bleiben.
>>Scheißkerl<<
Nachdem Yamchu endlich wieder weg war widmete sich Bulma den Texten und verbrachte so die nächsten Stunden.
Am Abend saß Bulma in der Küche, trank ein Glas Wein und sah aus dem Fenster. Sie hatte sich weitestgehend abgeregt und war zur Ruhe gekommen. Erst als Vegeta die Küche betrat und sie seine typisch ruhige Stimme hörte, wendete sich die junge Mutter vom Fenster ab.
>>Warum hat dieser Cell sie getötet?<<
Bulma glaubte sich zu verhören. Musste der Typ denn jetzt wirklich noch Salz in die Wunde streuen?
>>Weil das Ding ein Monster ist vielleicht!?<<
Sie trank das Glas Wein in einem zug aus und wollte gehen, als Vegeta unbeeindruckt weiter sprach.
>>Ich habe nachgedacht. Ergibt es irgend einen Sinn das er die Kleine umgelegt hat?<<
>>Na hoffentlich hast du dir beim Denken nicht weh getan.<<
Noch einmal machte sich Bulma daran aufzustehen, denn gleich würde ein Streit los brechen. Wie immer wenn sie ihren Mund so weit aufriss. Und im Normalfall wäre das auch passiert. Doch der Saiyajin-Prinz, so sehr er die neckischen Streitereien mit Bulma genoss, war nicht in der Stimmung dafür.
>>Du bist doch sonst so clever. Denk Mal nach Weib. Dir kam doch was seltsam an diesem Waldschrat vor. Ich hab es dir genau angesehen. Auch wenn ich keine Ahnung habe was dich so misstrauisch gemacht hat. Und es stimmt, irgendwas an der Story von dem Kerl ist faul.<<
Zufrieden beobachtete Vegeta wie die Mutter seines Sohnes sich langsam wieder setzte und nachdachte. Er konnte ihr förmlich ansehen, wie die Zahnräder ihres Geistes zu rotieren begannen.
>>Na, merkst du es langsam? Hör zu.<<
Nun setzte sich der Saiyajin-Krieger und lehnte sich zurück.
>>Warum sollte dieses Ding deine kleine Freundin töten? Das ergibt einfach keinen Sinn. Im Gegensatz zu der Kleinen waren der Grünling und die Glatze doch weitaus bedrohlicher. Aber den Beiden hat er nur eine Tracht Prügel verpasst.<<
Nachdenklich schloss Vegeta die Augen und verschränkte die Arme.
>>Ich nehme an, nachdem Cell die Zwei Pfeifen zusammen gefaltet hat ist er den Kis von dem Waldschrat und der reichen Göre gefolgt. Wahrscheinlich um zu sehen um wen es sich handelt.<<
Bulma hörte ihrem Saiyajin-Prinzen aufmerksam zu. Und mit jedem seiner Worte formte sich auch in ihr das Bild einer Situation, die so jeder Logik widersprach.
>>Nach den Erzählung des Glatzkopf gab es Kampfkraftsteigerungen. Zuletzt eine von deiner Freundin und dann waren sie für ihn nicht mehr wahr zu nehmen. Wahrscheinlich wegen der Entfernung. Aber was, wenn das nicht der ganze Grund war?<<
Der Griff der Jungen Mutter um ihr Weinglas wurde fester. Was Vegeta da gerade im Begriff war auszusprechen konnte einfach nicht sein. Doch es ergab erschreckend viel Sinn.
>>Ich bezweifle das die Kleine so blöd war und dem Spaten von einem Ex einfach so sagt, alles sei wieder bestens. Der Kerl hat sie angegriffen. Ich erinnere mich ganz gut wie er ausflippt, wenn man seinem kleinen Ego einen schlag versetzt.<<
Vegeta öffnete ein Auge. Er dachte an die Situation, als Yamchu von Bulma aus dem Haus geworfen wurde. Er hatte sie angeschrien und einzig Vegetas Anwesenheit war der Grund das der Kerl nicht Handgreiflich geworden ist.
>>Klingt das so unwahrscheinlich? Der Idiot wollte sie bestimmt nicht umbringen, so sehr wie er ihr nach geiert und alles versucht, um wieder sein feines Leben zu bekommen. Viel mehr glaube ich er hat sie wohl versehentlich umgebracht, weil der Penner sich nicht unter Kontrolle hatte. Und lda niemand da war, der ihm einen Dämpfer verpassen konnte, ist es soweit gekommen. Klingt für mich um einiges Glaubwürdiger als die Story von ihm.<<
Bulma sah Vegeta mit einem Blick aus entsetzen und unglauben an. Es dauerte einige Momente dann senkte sie den Blick. Ja, es war Yamchu zu zutrauen. Er war in der Lage so dumm zu sein. Und es war auch um eniges Sinnvoller, als das Cell die Brünette getötet haben soll. Warum sollte er das machen, wenn er bisher nur Warnung ausgesprochen hatte und wohl Goku sein Ziel war.
Dieser Verdacht war schrecklich. Aber es war nur ein Verdacht. Und Bulma würde diese Vermutung erst einmal für sich behalten. Bis sie die Gelegenheit hatte mit Yamchu zu reden. Doch würde sie Vegeta im Rücken haben. Nach diesen Gedankengängen war ihr nicht wohl dabei ihren Ex allein mit dieser Geschichte zu konfrontieren.
>>Behalte das erst einmal für dich Vegeta….<<
Der Saiyajin-Prinz zuckte mit den Schultern.
>>Ich hab nicht vor das raus zu posaunen.<<
Vegeta hatte nicht vor gehabt seine Frau mit dieser Sache zu ärgern oder ähnliches. Vielmehr ging es darum das Bulma wieder klar sehen konnte. Ihm blieb eher selten verborgen wenn etwas seine Frau beschäftigte. Und nun hatte sie zumindest etwas das ihr Misstrauen gegenüber Yamchus Geschichte erklären konnte. Sollte sich das Ganze bewahrheiten, würde noch einiges an Ärger anstehen.
Jetzt wo es sich Vegeta so überlegte. Vielleicht hätte er das Ganze für sich behalten sollen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen dieser Bande waren ihm zu blöd. Da bevorzugte er doch einen Kampf gegen ein Feind auf Leben und Tot.
Was sollte es  schon. Jetzt war sein Verdacht raus und es würde sich mit der Zeit schon zeigen was daraus wird.

Drei Tage waren vergangen seitdem Cell seine perfekte Form erreicht hatte. Er wäre fähig Goku, seine Freunde und die ganze Erde zu vernichten. Und doch stand er entweder neben der Kapsel in der Louise lag, oder draußen vor den stählernen Toren des Labors, die er wieder eingesetzt hatte.
So auch jetzt. Geros Schöpfung stand, mit verschränkten Armen auf dem Felsvorsprung und beobachtete wie die ersten Strahlen der Sonne sich langsam über den Horizont schoben und die Welt scheinbar in Flammen hüllte. Die Apparaturen seines Schöpfers waren wirkliche Wunderwerke. Er musste nur warten bis sie aufwachte und nichts weiter tun. Wenn Gero kein wahnsinniger, rachsüchtiger Mensch gewesen wäre, sondern ein anständiger Kerl. Wer weiß was er alles für diese Welt hätte tun können. Doch Gero war kein guter Mensch und diese Technik würde nie jemanden Helfen. Außer Louise, deren Wunden in der Kapsel schneller abheilten, als es je in einem Krankenhaus möglich gewesen wäre.
Am Morgen dieses dritten Tages, nach Cells Vollendung, öffnete sich die Kapsel in der die Brünette lag leise zischend und gab sie so frei. Louise wusste nicht ob sich die Kapsel öffnete weil sie aufgewacht war, oder ob sie aufwachte weil die Kapsel sich öffnete. Sie war zu schlaftrunken und mit allerhand Medikamente vollgepumpt. Ihr noch ziemlich vernebeltes Hirn konnte sich nicht einmal vor der Situation erschrecken, in der sich Louise wieder fand. Die Erinnerungen der jungen Frau waren ein Wirrwarr aus echten Erinnerungen die irgendwie mit einem Kampf zu tun hatten und Träumen, in denen sie Ewigkeiten durchs Nichts schwebte.
>>Das Nichts kann gar nicht so existieren Louise. Also bist du da auch nicht durch geschwebt.<<
Das sagte sie sich, als sie sich aufsetzte und umsah. Großartige erste Gedanken, wenn man gerade an einem fremden Ort aufwachte, ohne Orientierung und ohne Zeitgefühl.
>>Wo bin ich denn hier gelandet und wie?<<
Als sie aus der Kapsel raus wollte zuckte Louise zusammen und griff sich an den Brustkorb. Sie spürte erst jetzt den dicken Verband und sah an sich herab. Der erste Schock waren die Beiden dicken Kompressen, wovon sich eine längs über ihren Brustkorb zog, vom Ansatz der untersten Rippen bis hinauf über das Brustbein. Die andere lag quer über ihrem Bauch unterhalb des Bauchnabels. Der Zweite Schock war eher banaler Natur. Sie war obenrum, bis auf die Verbände, nackt.
>>Okay! Was ist passiert!?<<
Wieder ließ sie ihren Blick durch das Labor streifen und entdeckte neben sich Kleidung. So konnte sie zumindest ein Problem lösen. Etwas zittrig stand Louise auf. Sie keuchte, da sie zum einen ziemlich geschwächt war und zum anderen doch Schmerzen hatte. Obwohl sie an dem leichten Gefühl über den Dingen zu schweben, merkte das sie wohl eine ordentliche Menge Schmerzmittel intus hatte. Es brauchte einige Versuche bis sie es endlich auf den Metallboden geschafft hat und die Kälte der Stahlplatten wie kleine Blitze durch ihre Fußsohlen in ihren Körper zuckten.
>>Okay, okay. Ganz langsam… Erst einmal anziehen.<<
Wer hätte gedacht das Dinge wie Aufstehen und sich ein Hemd überzuziehen einen Solchen Kraftakt bedeuten könnten. Louise hätte das bis zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten. Nachdem sie es nach 15 Minuten geschaffte hatte, sah sie sich nach Schuhen um. Bei den anderen Sachen waren keine und sie warf unwillkürlich einen Blick in die Kapsel. Dort lagen ihre eigenen Schuhe, sie muss sie sich im Schlaf abgestreift haben. Kurz wägte sie die Mühen mit dem Nutzen ab und entschied das es nicht Kalt genug war, um sich in die Kapsel zu beugen und die Schuhe da raus zu holen.
Jetzt sah sich einmal richtig um und es gefiel ihr hier überhaupt nicht. Der riesige Computer, der das Zentrum dieses Raumes zu sein schien, verursachte in Louise ein unangenehmes Gefühl. Dieses Ding war zu groß und bedrohlich. Es schien einem kranken Geist zu entspringen und obwohl dieses Ding eindeutig nur aus Kabeln, Platinen und anderen elektrischen Teilen bestand, wirkte dieser Computer irgendwie lebendig.
Nach einigen Augenblicken wandte sich die junge Frau ab. Sie bekam eine Gänsehaut von diesem Ding und wollte es nicht länger ansehen. Darum schaute sie sich weiter um. Sie konnte niemanden hier drin entdecken und ging dann letztlich zu den Stahltoren. Sie waren geschlossen, aber Louise war sich sicher, da sie durch diese Tore nach draußen kam. Wenn sie denn die Kraft hatte sie zu öffnen. Als die junge Frau davor stand zweifelte sie. Dennoch drückte sie mit der flachen Hand gegen eines der Stahltore und entgegen ihres ersten Eindrucks öffnete es sich federleicht.
Das Erste was die Brünette wahr nahm, war die frische Luft. Eine wahre Wohltat nach dem eigenartigen Geruch in diesem Raum. Als nächstes Drang die Wärme zu ihr und ließ Louise angenehm seufzte. Jetzt fühlte sie sich schon viel besser. Nach den ersten Eindrücken trat sie heraus und sah über den Felsvorsprung zu der Person, die dort am Rand stand. Die Silhouette konnte Louise nicht zuordnen. Die Sonne verwischte die Konturen und blendete die junge Frau etwas. Es mochte an ihr selbst liegen, oder den Mitteln die durch ihren Körper pulsierten, aber sie war keinen Deut vorsichtiger geworden, seit den Vorfällen die sie überhaupt hier her gebracht haben.
>>Hallo?<<
Cell drehte sich um. Er war in Gedanken gewesen, weshalb er Louise auch erst mitbekam als er ihre Stimme hörte. Und der Klang ihrer Stimme entfachte ihn dem Cyborg ein hoch gefühl. Endlich war sie wach, nachdem er sich Tagelang besorgt immer wieder auf ihren reglosen Körper in der Kapsel geschaut hatte.
Doch er wäre nicht Cell wenn er sich dieses Gefühl der Erleichterung und Freude anmerken lassen würde.
>>Wurde langsam Zeit das du aufwachst. Aber wer hat dir erlaubt aufzustehen, hm?<<
Louise überbrückte die paar Meter zu Cell mit einem erwartungsvollem Lächeln und blieb dann vor ihm stehen.
>>Cell? Was zum? Was ist denn mit dir passiert?<<
Sie legte den Kopf leicht schief und musterte ihren eigenartigen Freund. Er sah ganz anders aus, als noch vor ein paar Wochen. Menschlicher, größer und bei weitem nicht mehr so Echsen- und Inketenartig.
>>Was mit mir passiert? Sieh dich Mal an. Außerdem hast du meine Frage nicht beantwortet.<<
Leichte Strenge lag im Blick des Cyborgs und er hatte noch immer die Arme verschränkt.
>>Ich habs mir selbst erlaubt. So und nun sag schon. Was ist mit dir passiert? Bist du wegen dieser äh… Verwandlung einfach abgehauen?<<
Cell nahm die Arme runter und grinste. Diese Frau. Nichtmal jetzt konnte ihre Neugier gebrochen werden. Dabei sollte man meinen sie hätte anderes im Kopf. Doch es schien ihr gut genug zu gehen damit Cell sich keine Sorgen mehr machen musste und sie war auch offensichtlich nicht sauer auf ihn. Da konnte man ruhig Mal nachgiebig werden, selbst als perfektes Wesen.
>>Ja. Du weißt was ich bin. Ich musste meiner Programmierung folgen und meine Metamorphose zu Ende bringen.<<
Aufmerksam hörte Louise zu und sah ihren Freund dabei weiter neugierig musternd an.
>>Hm, du bist stärker geworden und noch arroganter.<<
Die junge Frau lachte kurz. Soweit es ihr Körper im Moment eben zu ließ.
Der Cyborg konnte nicht anders und ebenfalls lachen. Louise nahm sich Dinge raus für die jeder andere mit seinem sofortigen Ableben bezahlt hätte. Doch sie konnte sich das ruhig erlauben. Es gehörte zu ihr.
>>Na was für starke Worte. Nicht gerade sehr angebracht, wenn man bedenkt das du ohne mich tot wärst.<<
>>Tot?<<
Louise dachte nach. Langsam wurde ihr Verstand wieder klarer und sie erinnerte sich an den Kampf gegen Yamchu.
>>Moment Mal? Hat er mich wirklich fast umgebracht?<<
Sie kannte die Antwort, aber das zu akzeptieren war schwer.
>>Du brauchst nicht antworten. Ich weiß schon.<<
So ganz wusste Louise nicht damit umzugehen. Wütend war sie im Moment nicht. Wahrscheinlich überwog die Freude über Cells Rückkehr alles andere. Ihr Zorn über das was Yamchu getan hatte würde sich noch früh genug zeigen. Im Moment wollte sie nicht an diesen Irren denken. Louise wollte sich freuen und ging einen Schritt auf Cell zu.
>>Ich bin froh das du wieder da bist Cell.<<
Ein wenig eigenartig war das Ganze schon. Normalerweise neigte sie zu dem ein oder anderen Wutausbruch. Aber Cell wieder zu haben drängte jeden Zorn und jede Enttäuschung in den Hintergrund. Sie fühlte ein leichtes Kribbeln nur weil sie Cell ansah. Noch nie hatte sie jemanden so sehr vermisst wie den Cyborg.
Dieser grinste und machte eine ausladende Bewegung.
>>Das ist ja auch kein Wunder, angesichts der Tatsache das es sich dabei um mich handelt, auf den du gewartet hast.<<
Der Cyborg grinste noch breiter als Louise eine Augenbraue hob.
>>Oh ja Cell, ganz besonders deine Selbstverliebtheit habe ich vermisst.<<
Danach überbrückte die junge Frau die letzten Schritte zu Cell und lehnte ihre Stirn gegen seine Brust. Er war jetzt ein gutes Stück größer und überragte Louise um mehr als zwei Köpfe.
Da Geros Schöpfung so eine Reaktion nicht erwartet hatte stand er erst einmal ziemlich ratlos da und sah zu ihr runter. Seine kleine Schülerin war vollkommen ruhig und schien sich wirklich einfach nur auf ihre eigene Art zu freuen und dies auszudrücken.
>>Weißt du Cell. Ich habe echt keine Ahnung was ich tun würde wenn du einfach weg gehst. Eigentlich wollte ich ja unabhängig sein. Mich nach niemanden richten und einfach für mich selbst leben.<<
Ein leises seufzten kam von der Brünetten, in dem man ihr Lächeln hören konnte.
>>Du hast meine Pläne ganz schön über den Haufen geworfen. Wenn ich ganz alleine bin werde ich verrückt und nur noch traurig. Das nun grad ein Wesen wie du mein bester Freund werden würde, hätte wohl niemand ahnen können.<<
Schweigen nach diesen Worten die Louise auf der Seele lagen. Einige Momente tat keiner der Beiden etwas. Kein Wort wurde gesprochen und letztlich legte Cell seine Arme um die Frau.
>>Du bist ein eigenartiger Mensch.<<
>>Und… du hast mir auch gefehlt kleines Mädchen.<<
Er lächelte einen Moment bis Dieses langsam schwand und einem nachdenklichen, beinahe traurigen Ausdruck wich.
Das Herz des Cyborgs pochte etwas schneller. Es war nicht gut das er ihr das sagte, nach allem was er inzwischen raus gefunden hatte. Und das Louise so empfand, wie sie es gerade gesagt hatte. Es war nicht gut das diese junge Frau ihn so sehr ins Herz geschlossen hatte. Und es ihm nicht anders ging. Denn schon bald würde er weg gehen. Gehen um einen ihrer Freunde zu töten und jeden anderen, der sich einmischen wird.
Anfangs trieb ihn schlichte Neugier und die Herausforderung sie zu trainieren dazu sich mit der Menschenfrau zu umgeben. Nie sollte es mehr sein als der Rausch des Neuen, das Cell an Louise anziehend fand. Er wollte sie irgendwann einfach stehen lassen und seiner Aufgabe nachgehen. Nicht mehr und nicht weniger. Doch wann war das alles vorbei? Wann hatte er zugelassen das Louise so wichtig für ihn wurde? Cell konnte sich nicht daran erinnern wann er in der Frau mehr sah, als ein Studienobjekt das seine Neugier stillen sollte. Und nun stand er vor einem Problem, das er so nie erwartet hätte.
Eines Tages, in schon naher Zukunft würde er Louises Feind sein. Die junge Frau, die er, entgegen jeder Logik und jeder Vernunft, noch immer im Arm hielt würde ihn schon bald hassen. Vielleicht würde sie sich sogar gegen ihn stellen. Denn er wusste, niemals würde Louise an seiner Seite bleiben wenn er mit dem begann wozu er geschaffen wurde. Es würde der Tag kommen an dem Zuneigung zu Verachtung umschlug, Freude zu Hass und wo alle Verbundenheit mit einem Mal gekappt wird.
Daran dachte Cell als er weiter zu Louise hinab sah. Ihren Körper noch etwas näher an sich drückte und dabei ihr kichern hörte.
Jetzt konnte sie noch fröhlich sein und Cell dies miterleben. Noch war der Moment nicht gekommen in dem die junge Frau alles erfuhr. Doch der Tag würde kommen. Es gab nichts zwischen Himmel und Hölle, das verhindern konnte das Louise in Cell das Monster sehen würde, als das er geschaffen wurde. Und zum ersten Mal verspürte das perfekte Wesen so etwas wie Angst. Es war ihm Egal was Menschen von ihm hielten und wie sie auf ihn reagierten. Immerhin war er eine Killermaschine und wenn Menschen bei seinem Anblick in Panik gerieten, so war dies nur recht und billig. Sollten die Menschen ihn doch als Monster sehen, ihn grauenvolle Bestie nennen. Sie hatten damit schlicht recht.
Doch Louise. Bei dem Gedanken Louise könne ihn als Monster sehen, ihn so nennen, wurde dem sonst so selbstsicheren Wesen unangenehm flau in den Eingeweiden. Doch er konnte nicht verhindern das dies passiert. Es musste passieren. Genauso wie es passieren musste, das er Goku bekämpfte und auslöschte. So war es bestimmt und an diesem Aspekt seines Lebens konnte Cell nichts ändern. Durch sein Programm und die Saiyajin-DNA in seinen Zellen wollte er dies auch nicht ändern. Und so blieb nur das er die Zeit, die ihm blieb bis sein Programm unnachgiebig nach dem Tot von Son-Goku verlangte, genoss.
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