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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.08.2018 1.812
 
Wie immer, wünsche ich allen Lesern auch diesmal wieder viel Spaß beim lesen.

Liebe Grüße, Draco ^.-.^

Kapitel 14



Der Griff von Cell um den Hals des Mannes war fest und nichts konnte ihn lösen. Sein Blick war ebenso erbarmungslos und als der Cyborg seinen Schwanz hob, an dem der Stachel im Sonnenlicht gefährlich aufblitzte, schlich sich ein Lächeln auf dessen Gesichtszüge.
Der Jäger hingegen versuchte irgendwie zu Atmen. Eine Hand umgriff den Arm des Cyborgs und er versuchte sich von dem Griff zu befreien, während sein anderer Arm nutzlos an seiner Seite runter hing. Nicht einmal den Schmerz des zertrümmerten Knochens konnte der Bärtige spüren, so sehr rang sein Körper nach Luft.
>>Genießt du deine letzten Momente?<<
Cells Stimme klang wie ein unheilvolles Omen, zwischen den panischen Angstschreien, der fliehenden Menschen des Dorfes. Sein Opfer konnte nur keuchen, während jetzt auch der andere Arm des Mannes seine Gegenwehr aufgab und hinab sackte.
>>CELL!<<
Louise hatte sich endlich gefangen, nachdem sie zusehen musste, wie der Cyborg dem Mann das Leben langsam aus dem Leib zu quetschen drohte. Mit entsetzen war sie jetzt an die Seite Cells gesprungen und legte ihre Hände um sein Handgelenk. Die junge Frau spürte die Muskeln des künstlichen Wesens unter ihren Händen. Angespannt zu einem eisernen Griff, den Nichts und Niemand lösen konnte.
>>CELL! Cell hör auf! Bitte! Du darfst ihn nicht töten. Hör auf!<<
Schreiend sah sie Cell in die roten Augen, die noch immer glänzten vor Vorfreude diesem Menschen das Lebenslicht auszublasen. Er sah Louise nicht an. Es war als wäre sie gar nicht da, in diesem Moment. Für den Cyborg schien nur noch der Jäger zu existieren, dem nicht mehr viel Zeit blieb.
Langsam verzweifelte die junge Frau. Sie wollte nicht zusehen wie Cell, den sie wirklich mochte, jemanden tötete.
>>CELL! BITTE!<<
Ihr liefen Tränen über die Wangen. Und als ihr, entgegen ihres Willens, ein Schluchzen aus der Kehle fuhr, löste sich Cells Blick von dem Jäger und richtete sich auf Louise.
Der Cyborg lockerte seinen Griff, ließ den Mann fallen und sah weiter die junge Kämpferin an. Sie weinte, wegen eines Mannes den sie nicht kannte. In seinen Augen war Louise zu nachgiebig und sanft. Aber nicht einmal das konnte der Cyborg ihr übel nehmen.
>>Verschwinden wir.<<
Mit diesen Worten schwebte Cell auf und Louise folgte ihm. Die junge Frau wollte weg. Nur einen kurzen Blick warf sie zurück und sah wie der Jäger sich den Hals rieb. Er war am Leben. Geschockt und mit gebrochenem Arm, aber lebendig.
Mit diesem Wissen flog sie Cell nun hinter her, schloss zu ihm auf und wischte sich die Tränen weg. Ansehen konnte Louise ihren eigenartigen Freund nicht. Diese ganze Situation hatte die junge Frau verstört. Natürlich hatte sie gewusst wozu Cell fähig war. Das wusste sie, aus ihr unbekannten Gründen, schon im ersten Moment als sie ihn sah. Er war fähig Städte auszulöschen, und dafür musste sich der Cyborg nicht einmal anstrengen. Doch jetzt zu sehen wie unglaublich leicht es ihm fiel einfach so jemanden umbringen zu können war schmerzhaft. Und damit dachte sie nicht einmal an das Körperlich, sondern vielmehr wie wenig ihn das Leben dieses Mannes interessierte, wie unbedeutend  der Cyborg diesen Mann zu finden schien.
>>Geht es denn? Hat der Kerl dir weh getan?<<
Louise sah weiter vor sich hin und schüttelte nur den Kopf. Ihr ging es Körperlich bestens. Was hätte der Jäger auch schon tun können? Mit einem Griff an de Arm, konnte man das Mädchen schon lange nicht mehr verletzen. Da war sie nun inzwischen doch wirklich ganz anderes gewohnt.
Cell sah die junge Frau neben sich an. Sie hatte einen Schock, zumindest machte es den Eindruck. Und das nur wegen irgendeines Fremden. Unverständlich für den Cyborg.
>>Wieso ist dir das Leben dieses Typen so wichtig? Er ist nur irgendein Kerl, der auch noch meinte dich anpacken zu müssen.<<
Einen Moment schwieg Louise noch. Dann atmete sie seufzend durch.
>>Weil es falsch ist jemanden zu töten. Er hat eben gedacht das du mich gefangen hältst oder ähnliches. Ihn deshalb zu töten ist einfach falsch.<<
Die junge Frau warf einen Seitenblick zu Cell.
>>Du hast von Anfang an gewusst das die Menschen dich als Monster sehen würden. Das kannst du ihnen jetzt nicht zum Vorwurf machen.<<
Erneut seufzte sie und sah wieder geradeaus. Es war eigenartig das der Cyborg sie tröstete und andere Menschen scheinbar ohne Reue töten konnte. Dieses Verhalten verwirrte Louise. Auch hatte sie keine Kraft noch mehr zu erklären. Wenn Cell es jetzt nicht verstand, dann auch nicht wenn sie ihm eine Predigt hielt.
Schweigend flogen die Beiden den Rest des Weges zu der alten Hütte zurück. Der Cyborg versuchte Louise zu verstehen. Problem war jedoch, das dies im krassen Gegensatz zu seiner Programmierung und seinem Lebenszweck stand. Doch wie sollte er das der jungen Frau erklären? Geros Geschöpf verwarf den Gedanken es Louise erklären zu wollen. Sie würde das Ganze ebenso wenig verstehen, wie er ihre Einstellung zum Leben verstand.

Drei Tage vergingen, in denen die Beiden kaum redeten. Louise musste sich von dem Schock erholen, der noch immer tief in ihr saß. Es hatte sich nichts an ihrer Einstellung zu Cell verändert. Noch immer mochte die junge Frau ihren ungewöhnlichen Begleiter. Und sie hoffte das so etwas einfach nicht noch einmal geschehen konnte.
Cell hingegen hatte mit etwas ganz anderem zu kämpfen. Seitdem er diesen Jäger beinahe getötete hätte, verlangte eine Stimme in seinem Hinterkopf nach Aufmerksamkeit. Immer unnachgiebiger meldete sich die Programmierung des Cyborgs. Und mit jeder Stunde, die verging wurde diese Stimme in seinem Geist fordernder. Er musste sein perfekte Form erreichen. Das schrie ihm seine Programmierung inzwischen permanent entgegen.
Nach diesen drei Tagen, in denen Louise sich wieder gefangen und die Situation im Dorf verarbeitet hatte, ging sie hinaus. Auf einem umgestürzten Baumstamm fand sie Cell sitzend. Er hatte den Rücken zu der jungen Frau gedreht  und schien irgendwas zu beobachten. Eigenartigerweise schlug sein Schwanz immer wieder auf dem Boden auf. Ein Verhalten das Louise so bisher noch nicht beobachtet hatte. Auch die Flügel des Cyborgs zuckten hin und wieder.
>>Cell?<<
Keine Reaktion des Angesprochenen. War er denn so sehr in Gedanken? Oder gab es da irgendetwas interessantes? Mit ein paar Schritten war Louise bei Cell und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
>>Ce….<<
Ein Schwanzhieb beförderte Louise gegen einen Baum. Keuchend fiel sie nach dem Aufprall zu Boden und drehte sich schwerfällig auf den Rücken. Sie fühlte sich, als wäre sie von einem Laster angefahren worden. Gerade als sich die junge Frau aufsetzen wollte, wurde sie an der Schulter hoch gerissen und gegen den Baum gedrückt.
Mit aufgerissenen Augen sah sie Cell an. Irgendwas schient mit ihm nicht zu stimmen. Sein Blick war so wütend und angespannt, während er sie anstarrte und weiter gegen den Baum drückte. Kein Wort kam Louise über die Lippen. Sie fragte sich nur was sie falsch gemacht hatte, das sie Cells Zorn auf sich zog.
Nachdem er Louises Hand auf der Schulter hatte, schlug es in seinem Hirn Alarm und nun fixierte er sie an den Baum, gegen den der Cyborg seinen Schützling geschmettert und war bereit seinem Programm folge zu leisten. Doch dann erkannte Cell die junge Frau. Es dauerte einen Moment, denn vor seinem Geist hatte sich ein roter, wütender Schleier gelegt, der nur spärlich die Umgebung zu ihm durch dringen ließ. Er wich zurück, ließ Louise los und sah zu wie seine Schülerin den Baum hinab rutschte und weiter mit einem fragenden Blick zu ihm aufsah. Es lag weder Angst, noch Wut in ihren braunen Augen. Nur Fragen darüber was sie getan hatte, das er so reagierte.
Es brachte nichts. Cell musste seinem Programm nachgeben und seine perfekte Form erreichen. Wenn ihn diese elende, bohrende Stimme in seinem Hinterkopf dazu veranlasste, jene anzugreifen, die er vor ein paar Tagen noch voller Wut verteidigt hatte, dann musste er seinem Programm gehorchen. Nur so konnte er seinen Verstand wieder selbst kontrollieren und nicht von dem, was Gero ihm eingepflanzt hatte.
Noch einmal sah er Louise genau an. Ein Stich in seiner Brust, als er sah wie sich die Schulter der jungen Frau blau zu verfärben begann. Und dann dieser Ratlose Blick von ihr. Dem Cyborg wäre lieber, Louise wäre wütend auf ihn. Denn dann würde sie nicht so hilflos wirken.
Ohne ein Wort der Erklärung oder des Abschieds flog er letztlich einfach davon. Cell hatte keine Wahl. Und sobald er seine perfekte Form hatte, könnte er zurück kommen und dem Mädchen erklären was mit ihm los war.

Zehn Minuten saß Louise an den Baum gelehnt und starrte in den Himmel, in den Cell verschwunden war. Und noch immer bohrte in ihr die Frage, was sie falsch gemacht hatte.
War er wütend weil sie verhindert hatte, das er diesen ahnungslosen Jäger tötete. Oder lag es an den drei Tagen, in denen sie ihm etwas aus dem Weg gegangen ist um die Situation zu verarbeiten? Egal warum Cell sie nun angegriffen und verletzte hatte. Der jungen Frau versetzte es einen tiefen Stich. Es war alles in Ordnung gewesen. Louise war bereit mit Cell über das Geschehene zu reden. Und dann dieser Ausbruch. Jetzt fühlte sie sich vollkommen allein und wusste nicht wohin mit sich. So blieb sie an dem Baum sitzen, sah in den Himmel und hoffte Cell würde zurück kommen. Und wen es nur deswegen sei, das sie ihn fragen konnte warum er wütend auf sie ist.

Lange brauchte der Cyborg nicht bis er das Labor seines Schöpfers erreichte. Es würde nur wenige Augenblicke brauchen, dann würde die Stimme in seinem Hinterkopf endlich schweigen und er konnte sich auf das konzentrieren, was er wollte.
Als er den Eingang in das Geheimlabor erreichte stutzte Geros Geschöpf jedoch. Die Stahltür war raus gesprengt worden. Ruhig landete Cell und betrat Räume, die in den Berg hinein gebaut wurden. Doch kaum hatte er sie betreten, knurrte er verärgert. Die Kapseln, in denen sich C-17 und C-18 aufgehalten hatten, waren offen und leer. Sie mussten schon vor Tagen verschwunden sein und nun hatte das perfekte Wesen ein Problem. Ohne diese Beiden konnte er sich nicht voll entwickeln.Und solang das nicht geschehen war würde das Programm, das ihn noch immer nervte, nicht schweigen. Ohne einen Anhaltspunkt musste er sich wohl oder übel auf die Suche mache. Auren besaßen die Beiden nicht die Cell hätte aufspüren können. Er musste die Erde abfliegen und nach ihnen Ausschau halten. Konnte es denn noch nervtötender werden?
Es brachte nichts. Und so verließ Cell das Labor wieder um sich auf die Suche nach den beiden Cyborgs zu machen, damit er danach zu Louise zurück kehren konnte.
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