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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.08.2018 2.197
 
Hallo zusammen ^.-.^

Ich grüße alle Leser und hoffe das euch auch das neueste Kapitel gefallen wird.



Kapitel 11



Wäre diese Situation nicht schon ernst und absurd genug, Cell hätte bei den Worten der Frau, die er an sich drückte, laut los gelacht. Das gerade Louise jemanden getötet haben soll war absolut widersinnig. Und doch lächelte der Cyborg nicht einmal. Für ihn selbst war es kein Problem das Leben eines Menschen zu nehmen. Genau dafür war er geschaffen worden. Er kannte jedoch die Moralgrundsätze der Menschen. Das Leben eines anderen zu nehmen fiel den Meisten schwer. Und Louise? Es schien so unmöglich wie ein Eisberg in der Wüste, das gerade sie jemanden etwas angetan haben könnte.
>>Wie kommst du darauf? Und warum glaubst du es nur?<<
Er spürte wie die junge Frau sich etwas bequemer hinsetzte, aber nicht von ihm wich.
>>Ich bin nicht sicher. Es ist so ein Gefühl. Ich kann mich einfach nicht erinnern. Meinst du ich irre mich und das ist doch nur irgendeine Art Albtraum, der sich fest gesetzt hat?<<
Louise glaubte nicht daran. Aber es wäre doch eine Möglichkeit. Und ihr war alles recht, was dazu führte das sie den Gedanken einen Menschen  getötet zu haben, einfach als Hirngespinst abtun konnte.
>>Kann ich dir nicht sagen. Ich weiß nur, das genau diese unvollkommene Erinnerung zwischen dir und deiner Energie steht.<<
Louise nickte. Das wusste sie inzwischen.

Es dauerte noch einen Moment, dann löste sie sich letztendlich aus der Umarmung von Cell und blieb neben ihm im Schnee sitzen. Sie wusste jetzt das da auf jeden Fall Energie war. Eine angenehme Energie. Aber sie kam nicht ran, weil ihr Verstand es blockierte. War das jetzt ein Fortschritt oder Rückschritt?
Seufzend ließ sich die junge Frau rücklings in den Schnee fallen und sah in den glasklaren, blauen Himmel.
>>DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN!<<
Grummelnd verschränkte Louise die Arme vor der Brust und machte ein genervtes Gesicht. Sie klang wie ein kleines Kind, das etwas nicht bekam, was man ihr versprochen hatte. Und das aus Gründen, die nicht Mal wirklich klar waren.
Cell sah die junge Kämpferin an und versuchte aus ihrem Verhalten schlau zu werden. Sie war nicht Ängstlich oder Traurig. Aber richtige Wut konnte er auch nicht feststellen. Verdammt, was war nur mit dieser Menschenfrau los? Er hätte genauso gut versuchen können, eine ihm unbekannte Sprache zu verstehen. Und so sah er weiter auf die im Schnee liegende Louise, die immer noch vor sich hin grummelte.
>>Okay, so kann ich also auch nicht auf mein Ki zugreifen. Irgendwelche Ideen Mister Cyborg?<<
Cell legte den Kopf schief. Was war das wieder für eine Anwandlung? Mister Cyborg? Er schüttelte nur den Kopf über dieses neue Verhalten und dachte nach.
>>Jemanden finden, der dir sagen kann was du getan hast, oder eben nicht.<<
Und in dem Moment riss Louise die Augen auf.
>>Papa!<<
Sie sprang auf die Beine und sah Cell mit großen Augen an.
>>Ich erinnere mich das er auch vor kam in diesen… diesen Erinnerungsfetzen.<<
Der Cyborg nickte.
>>Dann mach hin, damit wir hier weiter machen können. Frag deinen alten Herren was passiert ist.<<
Louise begann bereits zu schweben.
>>Ich bin so schnell wie möglich zurück Cell.<<
Dann flog sie los, ohne eine weitere Reaktion des künstlichen Wesens abzuwarten.

Louise brauchte, in ihren Augen, viel zu lange für den Weg. Es gab zu viel Zeit um sich Gedanken zu machen. Nur schwer konnte die junge Frau sich konzentrieren. Aber jetzt hatte sie zumindest eine Chance darauf diesen ganzen Mist los zu werden. Auch wenn ihr unwohl bei dem Gedanken war ihren Vater etwas über diesen Mann zu fragen.
Stunden dauerte es bis die junge Frau endlich das Anwesen ihrer Familie sah. Der riesige Garten war in der Sommerhitze von Insekten erfüllt, deren Geräusche sich laut von der sonstigen Ruhe abhoben. Schnell flog sie darüber hinweg und zum Haus. Sie musste ihren Vater unbedingt fragen was passiert war. Louise würde sonst noch verrückt werden.
Kurz bevor sie das Haus erreichte sah sie ihren Vater mit anderen Leuten im Garten, unter einem Pavillon sitzen und reden. Drinks standen auf dem großen Holztisch, um den sich die Geschäftspartner Nathans versammelt hatten.
>>Papa!<<
Sie landete direkt im Pavillon, beachtete weder die Leute noch den Schweiß, der ihren Körper bedeckte und ihr bis in die Augen lief. Nach der Kälte der Berge, war diese Sommerhitze erschlagend. Doch das merkte die junge Kämpferin kaum. Ihre Gedanken drehten sich nur um das was sie hier her trieb.
>>Louise, Kind du bist her! Wie wundervoll.<<
Der ältere Mann erschrak, als er sich Louise genau ansah.
>>Was ist mit dir passiert!?<<
Der große, rundliche Mann griff seiner Tochter an die Oberarme und sah sie voller Sorge an.
>>Wie siehst du nur aus? Wer war das!?<<
Louises Platzwunde an der Stirn war von Schorf verkrustet. Ihre Arme hatten Blutergüsse, Schürfwunden und noch mehr Zeugen von Gewalteinwirkung, die den Vater das Blut gefrieren ließen.
Louise riss sich jedoch los.
>>Das ist nichts, nur Training. Ich muss mit dir reden, Papa.<<
Sie versuchte möglichst ruhig zu bleiben, doch es viel ihr unsagbar schwer nicht die Geduld zu verlieren.
Nathan aber hörte kaum zu. Eine scheußliche Angewohnheit gegenüber seiner Tochter, die er nie ganz abgelegt hatte.
>>Erst einmal müssen wir dich zu einem Arzt bringen. Louise meine Kleine, sieh dich doch an.<<
Er lächelte sorgenvoll. Und genau das machte Louise wütend. Er hörte nicht zu, so wie fast ihr ganzes Leben.
>>Habe ich jemanden getötet!?<<
Die aufgebrachte Frau wollte nicht länger diskutieren und sich grundlos behüten und bemuttern lassen. Das war doch für sie vorbei. Louise wollte Klarheit und ehrliche Antworten.
Die anderen Leute waren bisher noch recht guter Laune gewesen. Sie alle kannten die Tochter ihres Geschäftspartners. Doch jetzt herrschte unangenehmes Schweigen. Unruhige und verstohlene Blicke wurden ausgetauscht. Nur Nathan selbst lächelte etwas schief seine Tochter an und schluckte.
>>Wovon redest du denn mein Schatz? Das ist doch Blödsinn.<<
Ein leichtes zittern in der Stimme ihres Vaters. Ein kurzes Zögern und Louise war überzeugt, das sie mit ihrer Vermutung richtig lag. Tatsächlich hatte das Mädchen jemanden umgebracht. Und sie konnte sich an absolut nichts erinnern. Doch spürte sie wieder wie die Tür, tief unten in den dunkelsten Winkeln ihres Geistes sich wieder öffnete. Nur einen Spalt, durch den man nichts sehen konnte. Doch strömten Gefühle daraus hervor, wie ein nasskalter Luftzug, der einen unangenehm über den Nacken fuhr.
>>Wen und warum? Wie habe ich jemanden töten können?.<<
Die Wut wurde größer. Auf ihren Vater und auf sich selbst, das sie absolut nichts davon wusste.
>>Und wann ist das passiert? WARUM ERINNERE ICH MICH NICHT DARAN!? Papa! Jetzt sag es mir doch endlich!<<
Die junge Frau hatte die Fäuste geballt, sah ihren Vater unbeugsam an. Sie würde Antworten bekommen. Jetzt! Vorher würde sie ihren Vater nicht einmal einen Schritt machen lassen.

>>Sag es ihr Nathan. Jetzt kannst du es nicht mehr verheimlichen.<<
Ungläubig drehte sich Louise zum Ursprung der weiblichen, krächzenden Stimme. Ihr Blick blieb auf einer alten Frau hängen. Eine der Geschäftspartner ihres Vaters. Ihre weißen Haare waren zu einer Hochsteckfrisur gebunden. Das Gesicht war knochig und von Falten geprägt. Sie sah edel aus in ihrem feinen, rotweinfarbenen Kleid, mit dem schwarzen Schleier über den Schultern. Diese Frau strahlte Würde aus. Etwas das Louise immer an ihr gemocht hatte. Doch jetzt fühlte sie sich von der Frau verraten und betrogen. Wussten etwa alle davon und nur Louise war die Dumme?
Ihr Blick streifte weiter, weiter über die Gesichter der anderen Leute, die sie schon ihr Leben lang kannte.
>>Ihr alle….?<<
Einen Moment konnte die junge Frau nicht atmen. Dann sah sie ihren Vater wieder an, der sich geschlagen geben musste. Während sie ihn anstarrte und sich ihr Blick wieder verfinsterte, konnte sie endlich wieder durchatmen.
>>Sag es mir Vater.<<
Die Stimme von Louise war dunkel und quillt über vor Wut, die sie mit aller Kraft im Zaum hielt.
Und so gab sich der Mann geschlagen. Er strich sich über die Halbglatze, setzte sich auf seinen Stuhl und senkte den Blick. Dann begann er zu erzählen. Und mit jedem Wort öffnete sich die Tür in Louises Geist etwas mehr. Entließ die Erinnerungen und die junge Kämpferin fand sich in einer Welt wieder, in der sie schon einmal ihrer wahren Natur nachging, bis ihr dies geraubt wurde.

Seid einem Jahr trainierte das junge Mädchen jetzt in einer Schule für den Waffenlosen Kampf. Mitten in der westlichen Hauptstadt gab es eine kleine, aber gute Schule, in die ihr Vater sie gehen ließ. Louise hatte von Anfang an Talent bewiesen und war nach diesem einem Jahr ihren Altersgenossen weit voraus. Jeder dort mochte den Kampf, doch für die kleine Brünette war dieses Training so wichtig wie die Luft zum atmen. Jeden Tag trainierte sie, schaute sich Turniere an, las alles was sie finden konnte. Sie lebte wie es sein sollte und eines Tages würde Louise eine großartige Kämpferin sein. So zumindest wollte es das Mädchen.
In einem Turnier sah sie den Kampf zwischen einem jungen Mann namens Son-Goku und einem grünen Wesen, das sich letztlich als Piccolo herausstellte. Und was diese konnte ließ Louise nur noch mehr trainieren. Sie wollte das auch können. Fliegen, Energien bündeln. All diese spannenden, unglaublichen Dinge ließen ihren Körper voller Erwartung kribbeln. Vierzehn Jahre war sie gerade alt, als sie für sich selbst anfing genau diese Dinge zu üben. Denn in ihrer Schule lehrte man das nicht. Und ihr Vater erlaubte nicht wo anders zu trainieren. Sie musste in der Stadt bleiben. Und so blieb nur dies. Doch es schien nicht als würde Louise das je können. Immer wieder spürte sie ein unglaubliches prickeln auf der Haut, das sich in ihren Körper grub, doch es geschah nichts. Aufgeben war jedoch keine Option für das Mädchen. Sie wollte es lernen und wenn es ein Leben lang dauern würde.
Eines Tages ging sie gerade durch eine Seitengasse auf den Weg nach Hause. Sie nahm immer diesen Weg. Es ging einfach schneller, als sich über die großen Hauptwege durch die überfüllte Stadt zu quetschen. Und nach einem Tag Training genoss sie die Ruhe. Louise ahnte dabei nicht das sie beobachtet wurde.
Schon seit Wochen spähte ein Mann sie aus, der sich viel von diesem Mädchen erhoffte. Allem voran ein Leben ohne Sorgen. Und an diesem Tag im Herbst war es soweit. Er kannte alle Gewohnheiten des Mädchens. Kannte ihre Stärken und Schwächen. Und jetzt war er bereit genau diese Schwächen auszunutzen. Niemand war in dieser Gasse. Nur das Mädchen, das gut gelaunt ihrer Wege ging. Sein Wagen stand um die Ecke in einer menschenleeren Straße. In seinen Taschen verbarg er alles was er brauchte um sich dieses spezielle Mädchen zu holen.
>>Hallo.<<
Der Mann ging auf sie zu. Er war groß, schlank, trug Jeans und ein Hemd, das nicht bis ganz oben zu geknöpft war. Seine schwarzen Haare waren kurz und etwas wild. Er lächelte und klang eben so sympathisch wie er aussah.
>>Hallo?<<
Louise hielt Abstand von dem Mann. Fremde waren immer eine Sache für sich. Aber ihre Neugier ließ sie nicht gleich fliehen. Außerdem sah er harmlos aus und schien etwas zu suchen, so wie er sich umschaute.
>>Zum Glück habe ich endlich jemanden gefunden. Entschuldige, ich habe mich hoffnungslos verirrt und weiß einfach nicht wie ich zur Hauptstraße zurück komme. Kannst du mir helfen?<<
Louise war erleichtert. Nur jemand der sich verirrt hatte. So etwas geschah öfter in dieser riesigen Stadt und Louise zeigte nicht zum ersten Mal jemanden den Weg.
>>Ja natürlich Sir. Ich kann sie gern dort hinbringen. Es ist nicht sehr weit von hier, aber doch stark verwinkelt.<<
Der Fremde lächelte erleichtert und nickte.
>>Oh ja, das wäre nett. Du bist wirklich ein höfliches, gut erzogenes Kind.<<
Louise wurde etwas rot, drehte sich um und ging dann los. Der Mann schloss zu ihr auf und ging neben ihr. Immer noch lächelte er und sah sich um. Dabei zog er eine Hand aus der Hosentasche, in der er ein Tuch hielt. Noch ehe Louise reagieren konnte war es geschehen. Der Mann hatte ihr das Tuch auf Nase und Mund gedrückt. Keine Kampfkunst der Welt konnte ihr jetzt helfen. Sie dämmerte weg, ehe sie begriff was überhaupt geschehen war. Der Schwarzhaarige fing sie mit dem anderen Arm auf, legte sie auf den Boden und fesselte ihre Hände und Füße mit Kabelbindern. Noch einmal sah er sich um. Niemand hatte ihn gesehen. Schnell schulterte er das Mädchen, ging zu seinem Wagen und legte sie hinten in den Van. Dann fuhr er los, ein triumphierendes Grinsen auf dem Gesicht.
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