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Zeiten ändern sich und dich

GeschichteSchmerz/Trost / P18 / Gen
Cell OC (Own Character)
20.07.2018
13.03.2020
40
100.156
12
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.08.2018 2.463
 
Und ein neues Kapitel.
Ich wünsche allen ganz viel Freude und Spaß beim lesen ^.-.^

Liebe Grüße, Draco



Kapitel 10



Am Abend hatten sich die Beiden äußerlich so unterschiedlichen Wesen in eine Höhle zurück gezogen. Ein Feuer brannte und darüber briet ein wildes Huhn. Cell brauchte keine Nahrung, aber der jungen Frau ihm gegenüber lief das Wasser im Mund zusammen.
Etwas lädiert war Louise nach diesem Tag. Schrammen, Schürfwunden und Blutergüsse waren deutlich zu sehen. Genau wie eine Platzwunde am Kopf. Dennoch ging es ihr gut. Sogar richtig gut. Denn im Gegensatz zu Krillin oder auch Goku nahm Cell nicht die geringste Rücksicht. Er achtet zwar darauf sie nicht zu töten. Aber wenn die junge Frau unvorsichtig war gab es eben Verletzungen.
Louise sah auf das Tier über dem Feuer, das sie, mit Cells Hilfe und Unterweisung, gejagt hatte. Es kostete sie Überwindung. Doch wenn sie leben wollte musste sie das tun. Außerdem hatte der Cyborg das wilde Huhn schnell und schmerzlos getötet. Dabei musste Louise zusehen, denn auch sie sollte es lernen. Und sie hatte es sich genau eingeprägt, damit das nächste Tier das sie selbst töten würde keinen Moment litt nur um ihren Hunger zu stillen.
Cell sah hingegen Louise an. Er hatte sie grob behandelt während des Trainings. Wollte die Kraft in ihr raus locken, doch nichts geschah. Nicht einmal zur Verteidigung, wenn es wirklich gefährlich wurde, wollte sich ihr Ki aus einem Überlebensinstinkt heraus bündeln lassen. So hatte sich Louise die Platzwunde an der Stirn zugezogen. Jetzt überlegte der Cyborg. Es musste anders angegangen werden. Und er hatte auch schon eine Idee. Wie praktisch war doch sein Verstand, scharf wie eine Rasierklinge. Doch für diesen Tag war es genug. Er wusste was morgen kommen würde wäre um einiges härter für die junge Kämpferin. Und so ließ er ihr die Ruhe, die sie dafür brauchen würde.

>>Was bist du eigentlich Cell?<<
Aus dem Nichts kam Louises Frage, die jetzt durch das Feuer in die Reptilienaugen ihres Gegenübers sah.
Cell grinste sie an.
>>Na ja. Ein Cyborg, so ganz im Groben. Wobei das wohl nicht ganz stimmt.<<
Erstaunt sah Louise das Wesen weiter an. Aus Sciencefiction-Büchern und Filmen hatte die junge Frau eine ungefähre Vorstellung wobei es sich bei Cyborgs handelte. Aber waren die nicht zum Teil Maschinen? Zumindest den Filmen und Büchern nach zu urteilen.
>>Du glaubst es nicht richtig, was kleines Mädchen? Aber es ist so. Wobei ich doch ein wenig komplizierter bin als das was sich ein Mensch unter Cyborgs vorstellt.<<
Amüsiert sah er in das überraschte Gesicht der jungen Frau und wartete was sie wohl als nächstes tun würde. Vielleicht doch Reißaus nehmen?
Tatsächlich stand Louise auf. Jedoch anstatt aus der Höhle zu fliehen ging sie ums Feuer herum, hockte sich neben Cell und berührte seinen Arm.
>>Du fühlst dich weich und ledrig an. Überhaupt nicht nach Metall.<<
Der Cyborg ließ das ganze ungerührt zu und nickte.
>>Wie gesagt, es ist kompliziert. Vielleicht erkläre ich es dir ja irgendwann Mal.<<
Wissend das die Neugier Louise halb in den Wahnsinn treiben würde, grinste er. Doch anstatt beleidigt zu sein, setzte sie sich neben Cell und sah wieder ins Feuer.
>>Nun bin ich dran. Warum hast du so spät wieder mit dem Kämpfen angefangen?<<
Louise sah auf und in ihrem Blick lag absolute Verständnislosigkeit.
>>Wie meinst du das,“Wieder“? Ich habe vorher noch nie gekämpft. Erst vor etwa sechs Monaten habe ich damit angefangen. Das hab ich dir doch gesagt.<<
Das künstliche Wesen sah die junge Frau an. Log sie ihn jetzt tatsächlich einfach an? Aber dieser Blick wirkte ehrlich.
>>Du musst schon einmal damit angefangen haben. Nach dem was du erzählt hast, kann es gar nicht anders sein. Talent hin oder her. Du hast schon einmal Trainiert.<<
Cell verfolgte aufmerksam wie Louises Kopf sank und sie wieder ins Feuer sah. In ihrem Geist ratterte es, das sah der Cyborg ihr an.
>>I-Ich weiß es nicht, wirklich. Ich habe noch nie trainiert. Das müsste ich doch wissen.<<
Die junge Frau sah wieder auf.
>>Oder nicht?<<
Ihre Stimme war leiser geworden. Und Cell spürte ein leichtes, unangenehmes Ziehen in seiner Brust. Was war mit dem Mädchen los?
>>Mach dir Mal keinen Kopf. Wichtig ist das du kämpfen kannst. Und mit meiner Hilfe wirst du irgendwann vielleicht Mal gut darin.<<
Sofort hellte Louises Gesicht sich auf und sie gab Cell mit dem Ellenbogen einen Stoß in die Seite.
>>Vielen Dank. Du solltest Motivationtrainer werden Cell. Einer von Zehn Teilnehmern wird sich bestimmt nicht von einem Hochhaus stürzen.<<
Sie lachte, dankbar dafür das Cell so schnell schaltete und sie sofort wieder in das Hier und Jetzt holte.
>>Na gut das du fliegen kannst. Ist also egal ob du von einem Hochhaus springst.<<
Cell war ebenso froh wie Louise das ihr kurzes Stimmungstief sich im Sand verlaufen hatte. Auch das unangenehme Ziehen in seiner Brust hatte wieder aufgehört. Ein neues Gefühl, das der Cyborg noch nicht einordnen konnte.
Das Mädchen nahm inzwischen das Huhn vom Feuer und begann Fleisch von den Knochen zu lösen.
>>Ich bin wohl die eine Person, die sich nicht von einem Wolkenkratzer stürzen würde.<<
Dann aß sie zufrieden. Wissend das sie es geschafft hatte Cell mit dem Satz überrascht zu haben.
Es wurde an dem Abend auch nicht mehr viel gesprochen. Louise war müde nach diesem anstrengenden Tag. Satt legte sie sich in einen Schlafsack neben das Feuer und schlief schon Augenblicke später ein.

Am nächsten Morgen verließ Louise schlaftrunken die Höhle und stapfte durch den Schnee. Die Kälte war herrlich erfrischend, so das sie schon bald hellwach war. Jedoch ging sie weiter, bis hin zu dem Bach in der Nähe und trank dort erst einmal einen kräftigen Schluck. Das Wasser war sauber und schmeckte ihr. Es hatte etwas gehaltvolles, mineralisches das es so in der Stadt aus der Leitung nicht gab.
Cell war ebenfalls aus der Höhle gekommen und beobachtete die junge Frau vom Eingang aus. Sie hatte sich schnell auf diese Kälte eingestellt, wie er feststellte. Seine Reptilienaugen verfolgten jeder ihrer Bewegung. Auch wie sie sich das Wasser einmal ins Gesicht warf und einen schrillen, überrschten Ton von sich gab, bei der Kälte auf ihrer Haut. Der Cyborg gab ihr die Zeit richtig wach zu werden. Denn das was er vor hatte würde sie ziemlich anstrengen. Als sie aufstand, sah er Louise weiter an und nickte ihr zu, als diese ihm zum morgen Grüßte.
Zusammen mit Cell ging Louise wieder in die Höhle und wärmte das Fleisch von vorigen Abend über dem neu entzündeten Feuer auf, das sie dann verspeiste. Danach ging es wieder in den Schnee.
>>Und, was willst du heute machen? Rücken und Kopf hast du mir ja schon lädiert.<<
Die junge Kämpferin grinste.
>>Du wirst dich jetzt hinsetzen, genau vor mich. Mal sehen ob wir dein Ki nicht doch Mal unter Kontrolle bekommen.<<
Der Cyborg setzte sich in den Schnee und wartete darauf das auch Louise dies tat. Er sah wie sie kurz zögerte, sich dann aber im Schneidersitz nur eine Handbreit direkt vor ihn setzte.
>>Okay, was soll ich tun?<<
Die Kälte schlich sich bereits in ihren Körper. Aber sie hatte vertrauen in Cell und seine Fähigkeiten. Ein Vertrauen das schon jetzt tief verankert war.
>>Schließe die Augen. Und dann beginne alles um dich herum auszublenden. Zuerst die Geräusche, dann die Kälte. Konzentriere dich nur auf dich selbst.<<
Eindringlich sah der Cyborg in Louises Augen, die diese dann schloss. Es war schon erstaunlich, sie hinterfragte nicht was er tat. Egal ob nun ein grobes, stellenweise gefährliches Training. Oder das hier. Sie tat was er sagte weil sie selbst es wohl, nach seiner Vermutung, für richtig hielt. Er war überzeugt, das die junge Frau nicht blindlings einfach alles tun würde.
>>Ruhig atmen Mädchen.<<
Louise tat was Cell sagte. Es dauerte etwas, allein schon durch die Kälte, doch dann wurde ihre Atmung ruhiger. Ganz langsam begann sie die Geräusche auszublenden. Vögel die in der Nähe ihre Lieder sangen. Der leichte Wind, der über den Schnee fegte und ihn ein wenig aufstoben ließ. Langsam verblassten die Geräusche um Louise herum. Dafür war die Kälte um so präsenter. Es dauerte erst Minuten, dann eine halbe Stunde vollkommener Bewegungsunfähigkeit bis die junge Frau die Kälte endgültig ausgeblendet hatte. Jetzt war da nichts mehr. Nur ihre eigenen Gedanken, die sich in einem Wirbel drehten. Zu frisch waren noch all die neuen Eindrücke und die Bekanntschaft mit Cell.
>>Ganz ruhig. Du atmest wieder zu schnell.<<
Die Stimme des Cyborgs drang zu Louise und sie wurde ruhiger. Ihre Gedanken wurden fließender, sanfter und letztlich blieb sie nur an einem hängen. Ihr Ki, das wollte sie finden. Und so konzentrierte sie sich auf dieses Wort, diese Energie, die irgendwo schlummerte.
Keinen Moment ließ Cell seine Schülerin aus den Augen. Er achtete auf jede noch so kleine Bewegung. Auf jede Änderung in ihrer Atmung, oder die Augen, sie sich unter ihren Lidern anfangs noch hektisch bewegt hatten, jetzt aber ruhig waren. Bisher war er ziemlich zufrieden. Louise konzentrierte sich und er spürte die Ruhe, die sie im Moment ausstrahlte. Wenn es nicht möglich war Louises Energie durch Konfrontation raus zu locken, dann war das hier die beste Möglichkeit.

Ein schwaches Schimmern begann sich vor Louises innerem Auge zu manifestieren. Die junge Frau konnte ein violettes, schwaches Licht erkennen und spürte wie ihr Herz etwas schneller pumpte. Das Licht strahlte eine Wärme aus, die Louise fast auf ihrer Haut spüren konnte. Angenehm und Vertraut kam es ihr vor. Alles andere war weit weg gerückt, nur noch das Schimmern war da. Das langsam ihr ganzes Denken einnahm.
Der Cyborg wurde aufmerksam als Louise wieder schneller atmete, sagte diesmal aber nichts. Er spürte ihre Aura, wie sie ein wenig stärker wurde. Nur minimal aber deutlich. Ein violettes Licht erschien langsam und anfangs flackernd um Louise. Der Schnee in ihrer direkten Umgebung begann zu tauen, als es gleichmäßig blieb und ihren Körper einhüllte. Sie hatte ihr Ki also gefunden, wie Cell feststellte. Jetzt musste sie nur noch üben um es auch zu beherrschen. Doch genau in dem Moment als der Cyborg sich sicher war, die junge Kämpferin hätte ihre Barrikade überwunden, begann sich ihr Brustkorb zitternd zu heben und zu senken. Sie atmete zu schnell und unregelmäßig. Die Augen unter ihren Lidern bewegten sich zuckend hin und her und Louises Hände verkrampften sich ineinander.

Gerade als Louise das Licht beinahe fassen konnte, erschien vor ihrem inneren Auge ein neues Bild. Ein Mann, den sie nicht einordnen konnte, lag mit weit aufgerissenen, erschreckten Augen da. Blut ran ihm aus der Nase und den Ohren. Sie fühlte Angst und Machtlosigkeit in sich aufsteigen. Was war mit diesem Mann geschehen? Warum hatte sie solche Angst vor diesem Anblick? Louises Geist begann sich wieder zu drehen. Ihr Verstand entzog sich ihrer Kontrolle und riss sie weg von der Realität. Der Mann tauchte wieder in einem Gedankenfetzen auf. Schreiend und abwehrend die Hände vor sich haltend. Es verschwand. Wieder lag er am Boden, doch diesmal hörte sie dabei ein Wimmern von irgendwoher. Louise wollte weg. Sie wollte das nicht mehr sehen, hören und fühlen. Die Panik drohte sich wieder in sie hinein zu graben und zu übernehmen. Doch Kampflos wollte sie das nicht zulassen. Louise wollte nicht wieder vor Angst zusammenbrechen und suchte irgendwo einen Punkt, der sie in die Realität zurück führen würde.
Dann war da Cells Stimme. Wieder so eindringlich. Wieder so viel stärker als dieser grausame Sturm aus Gefühlen und Bildern in ihrem Verstand.
>>Genug Mädchen, öffne die Augen!<<
Und daran hielt sie sich fest, folgte der Stimme und riss letztlich die Augen auf.
>>CELL!<<
Louise zitterte am ganzen Leib obwohl ihr schrecklich heiß war. Die Angst hatte sie noch im Griff, aber nicht so fest wie in der ersten Nacht, in der sie Cell kennenlernte. Dennoch war es wieder übermächtig und sie stütze ihre Unterarme auf ihren verschränkten Beinen ab, ließ den Kopf hängen und versuchte wieder ruhiger zu atmen.
Der Cyborg war aufgestanden, hockte neben ihr und hatte eine Hand auf ihrem Rücken liegen.
>>Gut so, ganz langsam. Beruhige dich, ich bin hier.<<
Die junge Frau nickte nur und konzentrierte sich weiter darauf ihren Körper wieder in den Griff zu kriegen. Sie wollte sich nicht schon wieder an Cell lehnen. Aus einer eigenartigen Befürchtung heraus, er könnte sie für Schwach halten. Dabei wusste er doch das sie nicht im Ansatz mit ihm mithalten konnte. Es war dumm so zu denken, aber Louise war nicht fähig es abzuschalten.
Der Cyborg hingegen setzte sich und zog Louise zu sich ran. Sanft, wie er es sich selbst kaum zugetraut hätte, drückte er Louise an sich. Ihren Kopf an seine Brust und er sah wie sie die Augen schloss. Sofort wurde die junge Frau ruhiger. Es brauchte keine Worte, allein das er dort war schien zu reichen um Louise jede Angst zu nehmen, wovon auch immer sie ausgelöst wurde.
Seine Nähe hatte schon einmal geholfen und er tat es, wie er sich eingestand, gern für Louise. Außerdem war da auch wieder dieses unangenehme Gefühl in seiner Brust. Ein zwickender, leichter Schmerz. In dem Moment als die junge Frau in ihre Angst verfiel und es schien als käme sie dort nicht raus, begann auch das Ziehen in Cell. Es war ein Gefühl, eine Emotion, für die er den Namen erst langsam greifen konnte. Nicht mehr nur einfache Sympathie hegte er für das Mädchen. Er mochte sie nach so kurzer Zeit und sie so zu sehen tat ihm weh. Mitgefühl also. Das war eine wirkliche eigenwillige Erfahrung für den Cyborg.

Minutenlang saßen sie so im Schnee. Louise ging es schon besser, allein durch die Nähe des Cyborgs. Und der Sicherheit die er ihr gab, ohne sie einzuengen. Ihr war egal das Cell so eigenwillig aussah und irgendwie grob war. Seine grobes, direktes und unvorhersehbares Verhalten zog sie von Anfang an in den Bann. Für Louise war er fast sofort zu einem unverzichtbaren Freund geworden. Eigentlich hätte die junge Frau sich schon aus der Umarmung lösen können. Ihre Angst war vergangen und sie hatte ihren Verstand wieder im Griff. Aber sie wollte gern noch etwas so sitzen bleiben. An dieses Mischwesen gedrückt und von ihm umarmt. Dann würde ihr leichter fallen das zu sagen was sie Vermutete.
>>Ich glaube, ich habe jemanden getötet Cell.<<
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