A spark of hope

GeschichteFamilie / P12 Slash
18.07.2018
21.04.2019
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Es waren zwei Tage vergangen.
Zwei Tage in denen Rey nichts von Ben gehört hatte.
Auch wenn er sie fast umgebracht hatte, liebte sie ihn trotzdem.
Außerdem war er aus einem guten Grund so wütend. Sie hatte ihm schließlich so viel verheimlicht. Und er hatte ein Recht es zu erfahren.
Sie erinnerte sich noch gut an die Situation auf Yavin, wie sie dort mit Novum, ihrer Tochter, an der Hand gestanden hatte und gehofft hatte, er würde wenigstens die Kleine verschonen. Als diese sie jedoch ‚Mama‘ nannte, wusste sie, dass es aus war. Es war nicht neu für sie, dass sie so genannt wurde, ganz und gar nicht. Novum nannte sie häufig so und sie fand es gar nicht unangenehm. Jedes Mal fühlte sie eine Wärme in ihrem Herzen, wenn die junge Jedi so genannt wurde.
Doch in diesem Moment wusste Rey, dass es zu spät war.
Sie wusste, alles was jetzt passieren würde, würde Auswirkungen auf alles haben. Vor allem auf ihre Beziehung zu Ben.
Kurz schaute sie auf ihre schlafende Tochter.
Sie war kurz zuvor schreiend aus einem Albtraum erwacht. Doch dieses Mal war sich Rey sicher, dass es keine Visionen waren.
Novum hatte in den letzten zwei Tagen immer wieder solche Träume und sie handelten immer von demselben. Nämlich von dem Kampf zwischen ihren Eltern.
Auf ihren Wangen konnte man noch immer die Spuren der Tränen sehen, die vor einigen Minuten noch wie aus Strömen aus ihren Augen geflossen sind.
Das alles war zu viel für die Fünfjährige geworden und Rey war sich sicher, dass sie das noch lange verarbeiten musste. Falls sie das überhaupt jemals vollständig schaffen wird.
Ein Kind sieht ja nicht jeden Tag, wie ihr Vater, den sie gerade einmal das erste mal in ihrem Leben gesehen hatte, ihre Mutter vor ihren Augen erwürgt.
Die junge Jedi hatte in den letzten Tagen viel über alles nachgedacht. Nun war sie sich auch sicher, dass Novum die Lichtschwerter deaktiviert hatte und auch den Riss im Boden verursacht hatte. Sie war mächtiger als erwartet. Ob das gut oder schlecht war, wusste sie selbst noch nicht.
Für ihre anderen Schüler konnte sie im Moment leider nicht so viel da sein. Sie kam kaum aus der Mannschaftskabine heraus. Und wenn, dann hauptsächlich, wenn alle anderen schliefen. Sie wollte definitiv keinem eine Erklärung abliefern.
Sie hatte noch genügend Zeit dafür. Sie würden wieder zurück in die Unbekannten Regionen kehren und das war eine Reise von ungefähr einer Woche.
Die letzten zwei Tage hatte sie auch gar nichts gegessen. Novum konnte sie zum Glück dazu überreden.
Leia kümmerte sich um alles andere und Finn passte zum Glück gut auf Vivet, Indoles und Alumnus auf. Darüber war Rey nur mehr als Dankbar.
Dennoch fragte sie sich, wie es nun weiter gehen könnte mit ihr und Ben. Konnte er ihr jemals verzeihen oder sie wenigstens verstehen? Oder würde er auf ewig nichts mehr von ihr wissen wollen?
Sie drückte unbewusst ihre Tochter näher an sich heran, die auf ihrem Schoss eingeschlafen war.
Rey bemerkte nun auch wie ihre Lider immer schwerer wurden und auch sie schließlich einschlief.
Doch bevor ihre Gedanken vollständig abdrifteten, sah sie noch für einige Sekunden eine Gestallt direkt vor ihr, die daraufhin wieder verschwand.
War das gerade Ben oder hatte sie sich das eingebildet?

Er wusste, dass sie ihn gesehen hatte. Zwar nur für eine kurze Zeit aber dennoch lange genug um zu erkennen wer dort auftauchte.
Der Anblick jedoch versetzte ihm einen Stich.
Rey saß dort auf dem Bett mit ihrer Tochter auf dem Schoß. Diese schlief friedlich, doch bei näherem Hinsehen erkannte der dunkle Ritter auf ihren Wangen Spuren von Tränen. War er der Grund warum sie geweint hatte?
Rey sah auch nicht besonders gut aus. Dunkle Schatten lagen unter ihren Augen und auch sonst machte sie einen sehr matten Eindruck. Auf ihrem Hals konnte er Würgemale entdecken. Male die er ihr zugefügt hatte. Nur weil die Dunkle Seite in ihm stärker war in diesem Augenblick.
An diesem Abend hatte er so einiges kaputt gemacht.
Vor allem aber seine Beziehung zu Rey. Würde es je wieder so sein wie früher?
Er liebte sie noch immer. Er konnte diese Gefühle nicht einfach abstellen. Sie waren tief verankert in ihm. Er musste Leia in diesem Punkt recht geben. Es hatte ihn zerrissen. Allein der Versuch sie umzubringen und der Kontrollverlust hatte bewirkt, dass er wirklich innerlich zerstört war. Er hasste sich so dafür.
Nach einem kurzen Blick auf die Beiden verschwand er wieder.
Sie hatten erneut eine Pause zum Treibstoff bunkern gemacht und diese Zeit hatte er auch genutzt.
Sie waren jetzt nur noch zu fünft unterwegs. Nachdem Rey ‚The Rogue‘ aus dem Fenster befördert hatte, war er nicht mehr zurückgekommen. Er war immerhin aus dem ersten Stock des Tempels auf die harte Erde von Yavin geprallt. Er hatte es nicht überlebt.
Ren war sich nun sicher, dass Rey in diesem Moment gebrauch von der Dunklen Seite gemacht hatte. So viel Wut wie er in diesem Moment gespürt hatte.

Es klopfte an der Tür. Rey, die bereits wieder wach war, hob den Kopf. Novum hopste zur Tür und öffnete. Dahinter stand Leia.
Novum grinste und umarmte ihre Großmutter.
„Hey. Wie geht’s euch?“, fragte sie.
„Es geht schon…“, antwortete die junge Jedi und stand auf.
„Er… er war vorhin hier, nicht wahr?“, wollte die Generalin wissen während sie die Kleine hochnahm.
„Ich denke schon. Ich bin mir aber nicht sicher. Ich bin eingeschlafen und hab nur kurz etwas gesehen.“, gab sie zu.
Die Ältere nickte und schaute zu Novum danach wieder zurück zu ihrer Mutter.
„Du solltest mit Finn reden. Er macht sich große Sorgen. Ich kann solange auf Novum und deine Schüler aufpassen.“, meinte Leia. Dankend nahm die Jüngere an und begleitete die anderen beiden nach draußen.
Im Gemeinschaftsraum trafen sie auf die anderen. Finn stand sofort auf und auch Vivet, Indoles und Alumnus liefen zu ihrer Meisterin und umarmten sie.
Sie sagten auch nichts. Das brauchten sie auch gar nicht. Sie spürten ihre Gefühle durch den gesamten Falken und natürlich wussten sie auch was passiert war.
Nachdem Leia die drei mit genommen hatte stand Rey erst mal schüchtern im Raum herum. Bis Finn endlich das Wort ergriff.
„Also… willst du… willst du mir vielleicht erklären was passiert ist?“
„Ich… wir… ich… hab einen großen Fehler gemacht.“, war das erste, das Rey herausbrachte.
Er seufzt, „Als wir vor ein paar Wochen von Yavin verschwunden sind war noch alles in Ordnung. So in Ordnung wie es eben sein kann… dann sind deine Nachrichten von den Angriffen gekommen und das… war auch noch im Bereich des Normalen. Danach deine Nachricht, dass Kylo Ren weiß wo ihr seid und, dass du daran schuld bist… Erstens, wieso bist du daran schuld und zweitens, woher wusstest du, dass er überhaupt über euren Aufenthaltsort beschied weiß?“, Rey wollte gerade antworten als Finn sie unterbrach und weitersprach, „Warte… Dann sind wir nämlich gekommen. Und zwar mitten in eine Art Schlacht oder Flucht. Als deine Schüler auch noch gekommen sind aber nur drei von ihnen und du mit der Jüngsten von ihnen fehlst hab ich schon das schlimmste befürchtet. Ich wollte nicht noch eine Freundin verlieren. Und du bist meine beste und älteste Freundin. Neben Poe natürlich… aber das ist jetzt egal. Worauf ich hinaus will ist, dass ich vor Sorge beinahe gestorben bin. Bis ich dich zusammen mit Novum und Leia herrennen sah. Und im Falken, als du zusammengebrochen bist und so geschrien hast wie noch nie… ich habe nicht gewusst was ich tun soll. Ich hab noch nicht mal gewusst was passiert ist. Und noch schlimmer war als ich die Würgemale an deinem Hals gesehen hab. Was ist passiert?“
Rey war den Tränen nahe als sie antwortete, „Ich… ich hab es gewusst, weil es meine Schuld war… Ben… Kylo und ich sind in der Macht verbunden. Wir können uns sehen und miteinander reden und uns berühren. Diese Verbindung besteht schon seit ich auf Ach- To die Ausbildung bei Meister Skywalker angefangen hatte. Nur als ich den Widerstand für ein Jahr verlassen hab, hab ich auch unsere Verbindung gekappt… Aber ich weiß was du jetzt denkst…“, erklärte sie und beobachtete ihren Freund, der die Arme vor der Brust verschränkt hatte, „Ich habe ihm nichts vom Widerstand erzählt und er auch nichts von der Ersten Ordnung. Das haben wir uns ausgemacht… auf jeden Fall hab ich die Verbindung ein halbes Jahr nachdem ich wieder da war, auch wieder hergestellt. Bis ich… wir… die Kontrolle darüber verloren haben. Ich musste ihn noch einmal blockieren, weil die Verbindungen unkontrolliert auftraten und zwar einfach so. Und bei einem meiner Trainings Einheiten draußen vor dem Tempel hab ich die Blockade vernachlässigt und nachdem Novum einen Alptraum gehabt hatte und ich das gespürt hatte war ich so abgelenkt, dass er auch meine Umgebung sehen konnte. Und wäre ich nicht so… so dumm gewesen und hätte ihn nicht blockiert… dann wären wir vermutlich nicht in diesem… Schlamassel und wir wären vielleicht noch auf Yavin. Und das alles wäre nie passiert, wenn…. Wenn ich ihn nicht fünf Jahre angelogen hätte… dann hätte er mich nicht fast umgebracht… dann wäre alles so wie früher… dann… dann wäre Ben vielleicht wieder auf der Hellen Seite… aber nur weil ich so Angst vor seiner Reaktion hatte hab ich alles nur noch schlimmer gemacht. Ich habe vielleicht seine Reaktion noch schlimmer gemacht…“, sie fing bereits an zu schluchzen und sie hielt ihre Tränen zurück. Zumindest versuchte sie es noch.
Finn hatte seine Arme wieder sinken lassen und ging einen kleinen Schritt auf die aufgelöste Frau zu. Verwirrt fragte er, „Seine Reaktion… auf was?“
„Darauf…, dass… Novum seine… und meine… Tochter ist…“. Antwortete die junge Jedi kleinlaut. Sie senkte ihren Blick und nun endlich ließ sie ihren Tränen freien Lauf.
„Deine… Tochter…? Deshalb warst du weg. Nicht um neue Schüler zu finden…“, erkannte der Widerstandskämpfer in diesem Moment.
„Nein…“, sie schüttelte ihren Kopf und versuchte aufzusehen, „Die drei hab ich schon davor ausgewählt. Aber danach habe ich sie erst geholt… als ich zum Widerstand zurückgekehrt bin.“, es war still in dem Raum. Rey wusste nicht, was sie sagen sollte. Es gäbe so viel zu sagen. Und was ist Finns Reaktion? Sie schlang ihre Arme um ihren Körper und schaute ihm in die Augen, „Finn, es tut mir so leid…“, wisperte sie. Er starrte sie an und sie fühlte sich schlecht- so ausgeliefert und beinahe schon nackt. Bis er endlich eine Reaktion zeigte.
Er ging auf sie zu und nahm sie nach einem kurzen Blick in den Arm.
„Es muss dir überhaupt nichts leidtun. Es war nicht deine Schuld und es war das Richtige.“, beruhigte er sie, während die junge Jedi sich schluchzend und halt suchend an ihrem besten Freund festklammerte.
Es tat so gut, dass alles los geworden zu sein.
Es tat so gut, zu wissen, er war ihr nicht böse.
Es tat so gut zu wissen, es war jemand für sie da.
Und es tat so gut zu wissen, egal was passiert, sie konnte sich immer auf ihn verlassen.


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Hi!
Ich bin endlich wieder zum Schreiben und Veröffentlichen gekommen...
Hoffe es gefällt euch.
GLG
Nelly
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