▪Zɪɴɴᴏʙᴇʀsᴛᴜʀᴍ▪

von Hakuma
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
Eustass 'Captain" Kid OC (Own Character)
18.07.2018
30.09.2018
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Iᴍ Aᴜɢᴇ ᴅᴇs Sᴛᴜʀᴍs




Sechs Monate waren seit deiner ersten Begegnung mit dem roten Rabauken vergangen. Sechs Monate, in denen du die fehlgeleiteten Entscheidungen deiner Mitbewohnerin nicht mehr allzu kritisch betrachtetest und ihr zumindest zugestandst, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn fand. Sechs Monate, seitdem dir dein liebster Film, der er seit diesem Abend unangefochten war, so viel Freude wie nie bereitet hatte und sechs verdammte Monate, in denen du jetzt vergeblich auf Sex wartetest!

Ein frustriertes Schnauben überkam deine vollen Lippen, als du genervt deinen Kopf in den Nacken fallen ließest und dir deine leicht gewachsenen Haare rauftest, die nach der verstrichenen Zeit nun wieder bis knapp über dein Kinn reichten.
Es wurmte dich und war zum Verrücktwerden, denn seit jenem Tag, jenem Abend, war es so, als würdet ihr zwei euch schon ewig kennen. Als hättest du nie einen anderen Ort oder Menschen gehabt, mit dem du deine Zeit verbrachtest – wobei für dich beides, auf das Gleiche hinauslief.
Kid war zu dem Menschen geworden, der den Ort deiner Zuflucht symbolisierte. Es war dir unbegreiflich, nach wie vor, doch war das, was du für den impulsiven Rotschopf empfandest, so intensiv und tiefreichend, dass es dir hin und wieder Sorge bereitete, gar Angst machte, weil du wusstest, wie er war. Dem lag nicht die Tatsache zugrunde, dass er ein einfach gestrickter Mensch war, der leicht zu lesen wäre. Nein. Sondern der Grund war schlicht und ergreifend, dass er keinen Hehl um seine Persönlichkeit machte. Man nahm und mochte ihn, so wie er war oder man konnte sich verpissen und ihn am Arsch lecken.
Denn Kid selbst interessierte es einen Scheiß, was man von ihm hielt, schließlich war er der Ansicht, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein und damit hatte er genau genommen nicht mal ganz Unrecht. Er gab einfach nichts auf soziale Gepflogenheiten, die einem die Gesellschaft vorschrieb – daher vermutlich auch das Fehlen eines Mindestmaßes Anstandes. Doch unter anderem war genau diese Eigenschaft an ihm eine der vielen, die du zutiefst bewundertest, wenngleich sie auch furchtbar verletzend sein konnte.
Die Abende, an denen er dich mitten im Nichts, für eine heiße Nummer hatte stehen lassen, waren lange schon im zweistelligen Bereich gelandet und hätte seine bessere Hälfte, die zweifelsfrei sein Gewissen darstellte, nicht regelmäßig bei dir ein gutes Wort für ihn eingelegt und dir versichert, dass das nichts mit dir zu tun hatte, dann hättest du wohl längst zu jenen gehört, die ihn mit Freuden am Arsch geleckt hätten.


Das wäre immerhin etwas, dachtest du schmunzelnd und rügtest dich im nächsten Moment zur Vernunft. Scheiße. Du hattest keine Erklärung dafür, was da schiefgelaufen war.
Immerhin warst du sicher gewesen, vom fast ersten Augenblick an, dass auch er Gefallen an dir gefunden hatte. Du warst an diesem Morgen vor sechs Monaten davon ausgegangen, dass er dich am Abend abholen würde, du dich in seiner Gesellschaft betrinken, den Film schauen und abschließend Sex haben würdest und zwar welchen von der Sorte, dass man am nächsten Morgen wund und beschämt vom eigenen triebhaften Verhalten sein Heil in der Flucht suchte.
Es war nie geplant gewesen, dass er dich noch am selben Abend all seinen Kumpels vorstellte, die ebenfalls grölend vor dem versprochenen 70 Zoll 4K Flat Screen hockten oder dass dich diese wandelnde Freakshow so herzlich aufnahm, dass du dich direkt heimisch fühltest und auch nicht, dass Kid zu einem wahrhaft verlässlichen Freund wurde, der er entgegen aller leisen Zweifel tatsächlich war.

~ Wasn’t all along your Master Plan ~ drang es zutreffend aus den Boxen deines Wagens an deine Ohren und wurde zwischen den elektronischen Beats von der melodischen Stimme, Blasterjaxx, mit Black Rose gesungen. Du ließest deinen Blick auf die kleine Digitalanzeige der Uhr deines alten Ford Focus’ schweifen und stemmtest kurz deine Hände ungeduldig gegen das Lenkrad, ehe du resigniert all die Anspannung von dir abwarfst und stattdessen nach deinen Zigaretten angeltest, um dir eine anzuzünden.
Seit knapp zwei Stunden verschwendetest du nun schon deine Zeit auf diesem Parkplatz vor dem Apartmentblock, in dem Kid eine Eigentumswohnung besaß und wartetest darauf, dass er sich endlich fertig amüsiert und ausgevögelt hatte.
Warum du so töricht warst? Das wusstest du selbst nicht allzu genau, nur, dass es genau das war, was du im Moment tatest – warten. Du rutschtest tiefer in den abgenutzten Sitz und winkeltest dein linkes Bein so an, dass du es an der Armatur, neben dem Lenkrad, abstützen konntest, während du gelangweilt die Asche deiner Kippe aus dem Fenster tipptest und grüblerisch auf deiner Unterlippe kautest. Fuck.
Du wolltest wütend werden, müsstest es längst sein, wenn man mal ehrlich war und doch war alles, was du spürtest, der unbehaglich, stechende Schmerz der Eifersucht in deiner Brust. Seufzend umschlangen deine filigranen Finger den Bildschirm deines Handys und drückten den Knopf der Tastensperre, um auf dem Display nach neuen Nachrichten zu sehen.
Nichts. Nach wie vor.
Verflucht Kid, dachtest du dir und gerade als du im Begriff warst, drauf zu scheißen, den Schlüssel im Zündschloss umzudrehen und zu verschwinden, stakste die vollbusige Blondine mit der furchtbar verschmierten Schminke in ihrer Visage unbeholfen auf ihren viel zu hohen High Heels zu ihrem schicken, neuen Kleinwagen.

Schnaubend verdrehtest du die Augen, griffst nach deinem Zeug und öffnetest deine Wagentür, aus der du schwungvoll ausstiegst, nur um sie anschließend mit weit mehr Schmackes zuzuschlagen, als es nötig gewesen wäre. Erschrocken zuckte die Blondine zusammen, an der du mit bitterbösem Blicken vorbeistapftest und sie mit deinen Blicken zu erdolchen versuchtest, da sie letztendlich der Grund deiner verschwendeten Lebenszeit war – zumindest redetest du dir das gerade ein.
Tätest du das nicht, so würdest du Gefahr laufen, prompt all deine angestaute Wut gleich dem roten Rabauken an den Kopf zu schmeißen und das würde nur in einer riesigen Katastrophe enden.
Da hättest du auch gleich nach Hause fahren können. Verdattert blickte sie dir hinterher, rief nach dir und wollte vermutlich freundlich sein, indem sie dir mitteilte, dass du vergessen hattest, deinen Wagen abzuschließen, doch du gingst weiter und hobst lediglich den mittleren Finger deiner Rechten, um ihr gestikulierend zu zeigen, was du davon hieltst.
Fick dich, Bitch.


Schnellen Schrittes und mit quietschenden Sohlen deiner Chucks erklommst du die endlos vielen und maßlos eleganten Marmorstufen bis hinauf zu Kids Wohnung. Sicher hättest du auch den Fahrstuhl nehmen können, doch so geladen wie du warst, hieltest du es für klüger, so wenig Puste wie möglich mit zu ihm zu schleppen.
Kein Atem, kein Schreien – einfache Rechnung, dachtest du. Vor seiner Tür verschwendetest du daher auch keine Zeit damit, deinen Herzschlag zu regulieren, indem du ausreichend Luft holtest, sondern griffst gewohnt nach der Klinke der Tür, die sich dank des Türschnappers einfach aufstoßen ließ.
Eine Gewohnheit, die dir durchaus bekannt vorkam, da auch du in den seltensten Fällen deine Türen verschlossest. Das Risiko, den Schlüssel zu vergessen, war bei dir einfach zu hoch. Mal davon abgesehen, dass es heute nun mal nicht das erste Mal war, dass du hier standest. Ihr wart verabredet, eigentlich seit zwei Stunden schon, doch hin und wieder schien sich eine Synapse im Hirn des Rothaarigen schlicht zu verabschieden, durchzubrennen, und er musste sich einen solch querschlagenden Fehltritt erlauben, um seine Überlegenheit zu demonstrieren.
Sich selbst zu beweisen. Denn die Tatsache allein, dass du noch da und nicht nach Hause abgezogen warst, verschaffte ihm die Genugtuung, die Befriedigung, nach der er sich scheinbar so sehr sehnte. Kurzum absolute Narrenfreiheit. So zumindest kam es dir regelmäßig vor. Daher hattest du zur vereinbarten Zeit bereits einmal hier gestanden, wie immer die Tür geöffnet und deinen Blick geradewegs auf die am anderen Ende liegende Fensterfront gerichtet, die gewöhnlich alles in ein sanftes Licht tauchte. Wäre da nicht Mister Macho gewesen, der mit keinem anderen Verhalten deinerseits gerechnet hatte. Natürlich hatte er just in diesem Moment, reinewegs aus purer Provokation, die vollbusige Blondine geradewegs an diesen Ort gezerrt und dort hemmungslos gegen die Scheiben gevögelt, damit es auch ja nicht an dir vorbeiging.


»Ach, tauchst du auch mal auf? Wurde auch Zeit, du bist verdammt spät dran...«



Drang es überheblich an deine Ohren kaum, dass du die Tür lautstark hinter dir hattest ins Schloss fallen lassen und der Hüne mit dem feuerroten Haar offensichtlich frisch geduscht aus seinem Badezimmer trat. Arschloch, formten deine Gedanken, doch entgegen all deiner eigentlichen Gefühle zierte ein Lächeln deine Lippen, während du ihn unverhohlen mustertest, da er dich keines Blickes würdigte und deine innere Stimme unwillkürlich ein attraktives ergänzte und vor der Beleidigung positionierte.
Dicke Tropfen Wasser perlten ihm noch aus seiner verruchten und unbeherrschbaren Mähne, liefen an seinem Nacken entlang über seine breiten Schultern den ganzen Weg hinab, nur um im Schutze seiner dunklen Jeans zu verschwinden. Denn jenes Kleidungsstück hing ihm bereits locker um seine vergleichsweise schmalen Hüften.


»Entschuldige, war keine Absicht. Aber als ich das erste Mal hier war, pünktlich vor zwei Stunden, hab’ ich mich an dermaßen viel Ego verschluckt, dass es mich hat kotzen lassen und zwar in einen Nigel nagelneuen, beigefarbenen Blondie vom Fabrikat Flittchen«



Obwohl deine Stimme in den Ohren eines jeden anderen wie Zucker geklungen hätte, ungeachtet deiner Worte, traf eben jenes nicht auf ihn zu. Er wusste um deine Provokation, die Tatsache, dass du ihm jedes dieser Worte bösartig vor die Füße gespuckt hättest, wenn es in deiner Macht gestanden hätte und es reizte ihn. Bis auf sein leicht zum Kochen bringendes Blut.


»Hättest dich ja vom Acker machen und verpissen können«



Gab er dir bissig zur Antwort, erinnerte dich daran, mit wem du sprachst und ließ dir gerade so ein winziges Schlupfloch, um diese ganze Situation zu entschärfen und es nicht eskalieren zu lassen. Denn wenn du jetzt Einsicht zeigtest, dich entschuldigtest und ihm für die nächsten Stunden ausreichend Honig ums Maul schmiertest, dann wäre alles wie gehabt. Vergeben und vergessen.
Doch etwas in dir weigerte sich. Du warst dir nicht sicher, was es war, das dich derart unvernünftig hatte werden lassen, doch der Fakt, dass er dich noch immer nicht ansah, brachte auch dein Blut in Wallung.
Wenigstens diesen Anstand hatte er bisweilen immer gehabt! Warum? Warum war er jetzt nicht einmal mehr dazu imstande, dich anzusehen!?


»Ja. Hätte ich. Wäre vermutlich sogar das Beste gewesen. Verdammt Kid, was ist los? Warum zum Teufel bestellst du mich hierher, wenn du überhaupt kein Interesse an meiner Gesellschaft hast? Ich dachte, wir wären mittlerweile so was wie Freunde – warum tust du mir das also an? Warum lässt du mich hier auflaufen und dabei zusehen, wie du Sex mit anderen Frauen hast?!«



Aufgebracht hattest du all deinem Unmut auf einmal Luft gemacht, warst hoffnungslos an die Decke gegangen und hattest dich deinen negativen Emotionen hingegeben, weil du am Ende deines Lateins warst und dich nach nichts mehr sehntest, als einem klaren Statement. Fuck.
Warum war das alles nur so unnötig kompliziert geworden? Alles was du damals von diesem Fremden wolltest, war eine Nacht die du nie vergessen hättest und was hattest du im Endeffekt bekommen? Ja. Was eigentlich?


»Verpiss dich«



Richtete er seine abweisend kalten Worte an dich und traf dich mitten ins Herz. Autsch. Doch du schlucktest den brennenden Schmerz runter, stopftest ihn in einen weit entlegenen Ort deines Seins und beschlossest, später daran ersticken zu können, doch erstmal galt es, herauszufinden, was zur Hölle mit dem ungehaltenen Teufel vor dir nicht stimmte. Warum er dich nicht ansehen konnte.


»Nein«



Erwidertest du ihm mit fester Stimme und wusstest, dass dieses einfache, kleine Wort bei ihm eine weit größere Reaktion hervorrief, als ellenlange Ausschweifen, in denen man schlicht den Überblick verlor.
Und tatsächlich.
Leise grollend kündigte sich an, was dir bereits klar war und von jetzt auf gleich, wie von der Tarantel gestochen, wandte er sich dir zornerfüllt zu und funkelte dich wütend durch das faszinierende Farbenspiel seiner bernsteinfarbenen Seelenspiegel an. Mit jedem Schritt, den er auf dich zu machte, schien er in deinen Augen zu wachsen und an einschüchternder Größe zu gewinnen, wenn nicht du es warst, die unter seinen strengen Blicken schrumpfte, doch trotz alledem warst du nicht bereit, zurückzuweichen.
Ob du Angst hattest, dir eine einzufangen? Ja.
Doch du wusstest, dass die Chancen dafür weit höher standen, würdest du nachgeben und Schwäche zeigen, statt hart zu bleiben und Stärke zu beweisen. Wenn es etwas gab, das der Mann vor dir, in seiner vollen und imposanten Körpergröße, auf den Tod nicht ausstehen konnte, dann waren das Schwächlinge. Menschen, die nicht bereit waren, alles für ihre Überzeugung zu geben und sich von Nichtigkeiten aufhalten zu lassen.


»Wie war das? Sag das nochmal«



Knurrte dir seine dunkle, Baritonstimme drohend entgegen und obwohl es den Anschein machte, sah er dich doch noch immer nicht an. Mehr über dich hinweg. Als wärst du nicht mehr als ein Geist. Ein Schatten deiner Selbst. Ermutigt und beflügelt von eben jenem Gedanken, bautest auch du dich zu deiner, wenn verhältnismäßig schmächtigen, vollen Lebensgröße auf und stemmtest demonstrativ die Hände in die Hüften bevor du ihm wiederholtest, was er offensichtlich nicht verstanden hatte.


»N e i n«



Entkam es erneut deinen Lippen und plötzlich, aus dem Nichts, spürtest du einen eiskalten Windzug, der Millimeter an deinem Gesicht vorbei unmittelbar neben dir in der Wand einschlug. Geschockt weiteten sich deine Augen kaum merklich, als sie realisierten, dass es die Faust deines Gegenübers war, die nur knapp dein Gesicht verfehlt hatte und ungebremst ein riesiges Loch in die Rigipsplatten des Flures gerissen hatte.
Dein Mund wurde staubtrocken und ein leichter Schwindel ergriff Besitz von dir. Scheiße. Klappte dir etwa gerade der Kreislauf weg? Wie irgend so einer Halbstarken, die kein Blut sehen konnte? Für den Bruchteil einer Sekunde blickte Kid dir in die Augen, ehe er sich so ruckartig von dir abwandte, als hätte er sich an dir und deinem Anblick verbrannt und brachte zügig einige Distanz zwischen euch.


»Fuck. Sieh mich verdammt nochmal nicht so an«



Seine Stimme klang rauchig, hallte in jedem Winkel deines Körpers wider und ließ all die feinen Haare deines Körpers aufstellen, während er sich weiter von dir abwandte und den Flur entlang in Richtung Fensterfront schlenderte. Seine Hände tief vergraben in seinen Haaren raufte er sich scheinbar unentschlossen seine feurige Mähne und wanderte ziellos durch sein geräumiges Wohnzimmer.


»Wie soll ich dich nicht ansehen? Sag es mir, Kid. Bitte«



Verließ es wispernd deine Lippen, ehe du dich bedachten Schrittes daran machtest, ihm zu folgen und ihm nicht genug Freiraum zu gewähren, sich dir vollends zu entziehen. Denn würde er die Chance zur Flucht sehen, würde er alles daran setzen, sich keine Sekunde länger mit dem abgefuckten Gefühlschaos, das ihn scheinbar gerade heimsuchte, auseinanderzusetzen als zwingend notwendig.


»Fuck so! Genauso! Mit diesem nachsichtig sehnsüchtigen Blick in deinen undurchschaubaren Augen. Diesen verfluchten Augen, die mich jedes Mal auf’s Neue anzubetteln scheinen, dich erst über’s Knie zu legen, um dir all deine Widerworte auszutreiben und dich zu brechen, bevor ich anschließend über dich herfalle, um dich so hart zu ficken, dass du nicht weißt wie du am nächsten Tag stehen sollst!«



Sprachlos. Das war es, was du warst und eine ganze Weile bliebst, während seine geraunten Worte, mit denen er sich zu erklären versucht hatte, sich wieder und wieder in dir wiederholten, dich ausfüllten und auf eine verstörende Art und Weise erregten. In einem Maß, das für dich sowohl völlig fremd als auch aufregend neu war.
Ein heißer Schauer jagte über deinen Rücken und eine Gänsehaut, die deinen gesamten Körper überzog, breitete sich auf deiner erhitzten Haut aus, ehe sich ziehend dein Unterleib bemerkbar machte, der voller Verheißung durch seine schmutzigen Worte vorfreudig pulsierte.


»Scheiße. Wenn ich gewusst hätte, dass dieser ganze Rotz so aus dem Ruder läuft, dann hätte ich an diesem Morgen vor ‘nem halben Jahr einfach meinem Instinkt vertrauen und dich gleich an Ort und Stelle vögeln sollen. Dann wär’ diese ganze Scheiße hier völlig irrelevant, weil er nie passiert wäre und ich müsste nicht ständig mit dem Gedanken Krieg führen, einen meiner Kumpels bumsen zu wollen…«



Ob du es wolltest oder nicht, jedes seiner Worte, so abfällig er sie auch versuchte rüberzubringen, ließ dein ohnehin bereits wild pochendes Herz nur noch schneller schlagen und völlig aus dem Rhythmus geraten.
Himmel. All deine Gebete schienen auf einmal erhört worden zu sein und jeder Zweifel, jedes Zögern und jedes Schwanken war mit einem Schlag verschwunden. Das war also sein Problem. Der Grund, weshalb er dich regelmäßig im Regen stehen ließ, ob nun metaphorisch oder im wahrsten Sinne, und sich mit anderen Frauen auf und davon machte.
Er hatte versucht, dich zu treffen. In einem so gewaltigen Maß, dass du schlichtweg das Interesse an ihm verlorst. Denn die Blicke, die du ihm unter bisherigen Augenblicken zu schenken schienst, quälten ihn genauso, wie du dich selbst damit foltertest und so hatte er versucht, die Situation zu beheben.
Auf seine eigene, verdrehte und völlig absurde Art. Denn mit deinen zornigen Blicken konnte er umgehen. Zorn. Ein Gefühl, das ihm so vertraut war wie kaum ein zweites.
Unentwegt hattest du dich ihm genähert, spürtest bereits die Hitze, die von seinem nackten Rücken ausging und dich willens in Empfang nahm, bevor er sich ruckartig umdrehte und einen Schritt zurücktrat, um dir auszuweichen. Ein Lächeln schlich sich auf deine vollen Lippen, über die du provokant deine Zunge fahren ließest, während du deine rechte Hand hobst und sie an seine stählerne Brust legtest.

Im Gegensatz zu ihm war dir bewusst, dass sich unmittelbar hinter ihm seine schwarze Ledercouch befand und unter Aufbietung all deiner Kräfte und dem Ausnutzen des Überraschungsmoments gelang es dir, den Hünen vor dir von seinen Füßen zu zwingen. Schwer knatschend gab das glänzende Leder unter dem beachtlichen Gewicht des Rothaarigen nach, ließ ihn rittlings in die Lehne sinken und du ergriffst die unverhoffte Chance, die sich dir gerade darbot.
Dein rechtes Knie fand seinen Weg zwischen seine Schenkel und du beugtest dich im halben stand über ihn, während sich deine Hände in seinen dichten Haaren vergruben und ruppig seinen Blick in deinen zwangen. Knurrend folgte er deiner Vorgabe, war zu überrascht, um sich dir zu entziehen und dir war unlängst klar, dass du ihn nicht einmal hättest verletzten können, selbst wenn du gewollt hättest.
Daher verstärktest du deinen Griff noch ein wenig, rücktest mit deinem Knie bedrohlich nah an seine Mitte und lecktest dir lasziv über die Lippen.


»Mich übers Knie zu legen, um mich zu züchtigen und mich Demut zu lehren, muss man sich verdienen, Eustass Kid. Daher mache ich dir einen anderen Vorschlag. Merk dir doch vorerst einfach Folgendes – ich werd gern geküsst, bevor ich gefickt werde«
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