▪Zɪɴɴᴏʙᴇʀsᴛᴜʀᴍ▪

von Hakuma
KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18
18.07.2018
30.09.2018
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▪Zɪɴɴᴏʙᴇʀsᴛᴜʀᴍ▪
Iᴍ Sᴛᴜʀᴍ ᴅᴇʀ Gᴇғᴜ̈ʜʟᴇ






|   ᑭᖇOᒪOG   |




► Sᴛᴜʀᴍᴋɪɴᴅ ◄


Eɪɴᴇ ᴀᴜғᴋᴏᴍᴍᴇɴᴅᴇ Bʀɪsᴇ






Dröhnend pulsierte der elektronische Sound von Paris Blohms - Into Dust - in deinen Ohren und rhythmisch wippte dein Kopf im Takt der Musik, während deine Finger unaufhörlich über die Buchstaben deiner Tastatur tanzten und zielsicher die richtigen Kombinationen tippten.  
Zeile für Zeile überflogen deine geübten Blicke die im Bildschirm flimmernden Textpassagen, durch die sich dann und wann schlängelnd eine rote Korrekturlinie zog, weil du mal wieder zu schnell warst. Oder die Autokorrektur deinen freien Geist anprangerte. Du seufztest. Die Vibration schwerer Schritte hatte bereits angekündigt, was du befürchtet hattest und das dunkle Grollen seiner zornerfüllten Stimme ließ sich selbst über deine Kopfhörer noch vernehmen.
Into Dust verebbte die melodische Stimme in deinen Ohren, als du deinen Kopfhörer von deinen Lauschern schobst und ihn dir um den Hals legtest. Wenn’s nur so wäre, dachtest du.


Genervt verdrehtest du die Augen und ließest dich mit Schwung rittlings in die Lehne deines übertrieben großen Schreibtischstuhls fallen, nur um dir eine kühle Hand an deine Stirn zu legen. Himmel! Wie lange das wohl noch so gehen würde? Vermutlich eine ganze Weile, vorausgesetzt deine dämliche Mitbewohnerin war überhaupt da.
Denn was da zweifelsfrei vor deiner Tür wütete, war offensichtlich mal wieder einer der armen Idioten, die ihr auf den Leim gegangen waren – warum nur waren Männer in ihrem Stolz und ihrer Eitelkeit so leicht reizbar? Es war ja schließlich auch nichts dabei, wenn die Typen eine Tussi nach der anderen abschleppten und sie anschließend entsorgten.
Dazu fiel dir immer dieses Zitat aus einem deiner Lieblingsfilme ein - Das Kondom ist der gläserne Pantoffel unserer Generation. Du schlüpfst hinein, wenn du einen Fremden triffst... Du tanzt die ganze Nacht... Und weg damit. Das Kondom mein ich, nicht den Fremden.
Wozu also die ganze Aufregung? Scheiße. Du hattest keine Zeit für so was. Vor dir lagen bergeweise Arbeit und da war eine Seifenoper wirklich das Letzte, das du gebrauchen konntest.


»Hör zu – Hör. Zu. Verdammt nochmal! Is’ mir scheißegal, wem du dafür den Arsch aufreißen oder die Kronjuwelen kraulen musst, aber du erledigst das – heute noch!«



Bellte das dunkle Bariton der Stimme vor deiner Tür und ließ dich aufmerken. Seltsam. Das klang überhaupt nicht nach einer der typischen Hasstiraden, die die Kerle sonst vom Zaun rissen. Eher nach einem Telefonat, vielleicht Monolog. Du schnaubtest.
Großartig, dachtest du, noch so ein Irrer.
Wobei eventuelle Selbstgespräche bei weitem nicht ausreichten, um dich aus der Fassung zu bringen. Dem Wahnsinn, den deine Mitbewohnerin regelmäßig hier anschleppte, wurdest du schließlich bisweilen immer Herr und gebotst ihm Einhalt. Nicht zuletzt, weil du das verletzte Männerego schlicht der Tür verwiesen hattest. Notfalls mit Nachdruck. Du. Sie. Aus der Tür.


»Sehr schön. Ich wusste, ich kann mich auf dich verlassen, Killer. Ja. Hau rein. Bis dann.«



Fantastisch. Gerade als du dich aus deinem Stuhl quältest, um dein Vorhaben in die Tat umzusetzen, ihn aus der Wohnung zu schmeißen, nachdem du dem Fremden höflichkeitshalber eine Tasse Kaffee angeboten hattest, die auch du dringend brauchtest, stelltest du mit gespitzten Ohren fest, dass du nicht noch unhöflicher als nötig sein musstest und er sein Gespräch beendet hatte.
Kühl landeten deine nackten Füße auf den alten Holzdielen, die ächzend unter deinem Gewicht nachgaben und du tapstest schnurstracks durch die Unordnung deines Zimmers auf deine Tür zu, die knarzend ihren Dienst tat und sich schwerfällig öffnete. Ein kurzer Blick galt deiner langen Strickjacke, die auf einem Wäschekorb neben dir lag, doch du betrachtetest es nicht als nötig, dir etwas überzuziehen und schrittest daher lediglich in deinen schwarzen Pantys und deinem weißen Top durch die Tür.
Jeder, der etwas für deine Mitbewohnerin übrig hatte, empfand dich aus Prinzip als langweilig und uninteressant. Denn alles, was du hattest, hatte sie mehr und alles, was du nicht hattest, eben nicht. Mehr Brust. Weniger Bauch. Mehr Po. Weniger geistige Kapazitäten – tja, alles hatte seinen Preis.

Suchend blicktest du in den teils schummrig erhellten Flur deiner Wohnung, von dessen Wänden sich einige Ecken der Tapeten gelöst hatten und sahst die feinen Staubpartikel in den ersten Strahlen der Sonne tanzen, die euer Gast vermutlich aufgewirbelt hatte.
Die Tür zu deiner Rechten war verschlossen. Unberührt. Du hättest es gehört, falls er sich zurück in das verwüstete Schlachtfeld, das deine Mitbewohnerin als Zimmer bezeichnete, gestohlen hätte und die zu deiner Linken stand sperrangelweit offen. Prüfend ließest du für den Fall der Fälle dein Augenmerk durchs Bad schweifen, doch auch hier war keine Spur von eurem Übernachtungsgast – ob er wohl gegangen war? Einfach so, ohne Drama? Der Gedanke ließ dich schmunzelnd den Kopf schütteln. Das wäre zu schön, um wahr zu sein.


Wie auf’s Stichwort drangen Schritte an deine Ohren, die gewichtig genug waren, um den Boden unter dir in Schwingungen zu versetzen. Großer Gott.
Was hatte sie da angeschleppt – den Hulk? Gespannt richtetest du suchend deinen Blick in Richtung Wohnküche, erkanntest dabei leicht von Dreck abgezeichnete Fußabdrücke auf den Dielen, der wohl aus dem Profil seiner Schuhe gefallen sein musste und ein schemenhafter Schatten huschte von rechts nach links über den Boden. Wohl wissend, dass er sich daher auf dem Balkon befinden musste, da sowohl eine kühle Brise als auch Zigarettenqualm deine Sinne umspielte, startetest du erst gar nicht den Versuch, einen Blick auf ihn zu erhaschen. Die orangefarbene Morgensonne stand auf der richtigen Höhe, um dir bei dem Versuch die Hornhaut von den Augen zu brennen und darauf konntest du getrost verzichten.


»Kaffee?«




Erkundigtest du dich in deinem gewohnt selbstsicheren Ton und strebtest zielsicher die provisorische Arbeitsplatte an, die euch oder vielmehr dir als Zubereitungsstätte für Köstlichkeiten aller Art diente.


»Mit Milch und Zucker



Erwiderte dir der Fremde grummelnd, obgleich seine dunkle Stimme überrascht klang. Natürlich. Deine Mitbewohnerin hielt es in den seltensten Fällen für nötig, dich zu erwähnen, gar angebracht, Rücksicht auf dich zu nehmen und wenn es sich dabei nur um ihre Lautstärke handelte.
Verfluchte Egoistin. Doch ohne sie wärst du kaum dazu imstande, die Miete zu zahlen und außerdem, wenn du ganz ehrlich zu dir warst, wäre dein Leben verflucht langweilig. Routiniert bereitetest du alles vor und die Tassen fanden klimpernd ihren Platz unmittelbar vor der Kaffeemaschine, als sich quietschend die Balkontür schloss.
Hünenhaft zeichneten sich die Umrisse des Mannes in dem Schatten ab, den er auf den Boden deiner Wohnung warf und neugierig wandtest du deinen Blick letztendlich nach links, um ihn zu betrachten. Überrascht weiteten sich deine Augen und du blinzeltest einige Male verdutzt. Heilige Mutter Gottes. So falsch hast du mit deiner Vorstellung vom Hulk gar nicht gelegen, mit dem einen Unterschied, dass der Riese vor dir nicht komplett grün war.
Dafür aber stand ihm im wirren Chaos seine wilde Mähne wüst zu Berge. Rot. Ein zinnoberrotes Meer an Haaren. Weit gefehlt jedoch jedem, der dachte, dass es das war, was an ihm die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog.
Nein. Sicher nicht.
Seine Augen. Diese unglaublich intensiven Augen, die einen direkt und unvermittelt in ihren Bann zogen. Wow, dachtest du. Es war das allererste Mal, dass du einen der vielen Kerle, die hier ein- und ausgingen, auch nur im Entferntesten attraktiv fandest und das waren ‘ne Menge. Der Ausdruck auf seinen Zügen wirkte angespannt und abgekämpft, vermutlich Folgen des schweren Besäufnisses, das er hinter sich haben musste, da aus jeder seiner Poren purer Wodka zu oxidieren schien und dennoch strahlte er ein einschüchterndes Maß an Autorität aus. Daher verwarfst du auch den Gedanken, dass er dich mangels fehlender Gesichtsfarbe und Selbstbeherrschung jede Sekunde ankotzen würde, sondern gestandest ihm schlicht zu, ein sehr hellhäutiger Mensch zu sein.


»Gibt’s ‘n Problem?«



Erkundigte er sich streng, die unterschwellige Drohung darin kaum zu hören und spielte sicher darauf an, dass du ihn bereits eine ganze Weile unverhohlen anstarrtest. Und das hattest du. Wie um Gottes Willen hättest du denn den Blick von einem Mann wie diesem abwenden sollen, wo er mit diesem Körperbau doch zweifelsohne irgendeiner Heldenlegende, einer Sage oder zumindest einem verflucht guten Actionfilm entsprungen sein musste!


»Nein. ‘Tschuldige. Mich hat nur dass Milch und Zucker irritiert – Männer, die hier landen, stehen in der Regel nicht auf Süßes«



Meintest du vielsagend, deutetest mit einem Nicken in den dunklen Flur und erneut zogen sich deine Mundwinkel in ungeahnte Höhen. Er tat es dir gleich, bleckte die Zähne und das flüssige Gold, das in seinen Augen schimmerte, folgte deiner Vorgabe.


»Manches kriegt man eben nur bekömmlich, indem man‘s streckt - sei‘s mit Zucker oder Alkohol«



Überrascht wandtest du deinen Blick wieder auf dein Gegenüber, ehe du deine Haltung strafftest und ihm auffordernd die Hand entgegenstrecktest, um dich namentlich vorzustellen. Das war auch noch nie passiert, weder dass einer der Typen scheinbar nicht völlig besessen von deiner Mitbewohnerin sprach noch dass du einem deinen Namen verraten hattest.
Kid. So hatte er sich dir vorgestellt, nachdem er dich eine Weile verständnislos gemustert und gefragt hatte, was der Scheiß sollte, aber nachdem du es ihm erklärt hattest, grinste er ebenfalls und ließ deine zierliche Hand in seiner gewaltigen Pranke vollkommen verschwinden, um sich auch dir vorzustellen.


»Fuck. Kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so zugesoffen hab’ – an welchem Arsch der Welt bin ich hier überhaupt gelandet? Die Gegend kenn’ ich überhaupt nicht«



Schnaubte er und just in diesem Moment stelltest du die dampfende Tasse, gestreckt mit Milch und Zucker, vor seiner Nase ab. Kichernd schüttetest auch du dir einen Schluck Milch in deinen Kaffee, rührtest ihn mit dem Klimpern des Löffels in den Ohren einmal um und lecktest ihn ab, ehe du ihn auf den Tresen legtest und ihm Auskunft über seinen Verbleib erteiltest.
Offenkundig frustriert zog er daraufhin sein Handy aus seiner dunklen Jeans und tippte, nachdem er dich noch einmal nach der Richtigkeit gefragte hatte, eine Nachricht mitsamt der Adresse an jemanden, von dem er meinte, dass er ihn abholen kommen würde, bevor er sich begann, über den Kaffee herzumachen.
Du nicktest und nach einem Moment des Schweigens botst du ihm völlig gegen deiner Natur sogar noch eine weitere Tasse an. Eigentlich war es dir immer egal gewesen, was die Typen zu erzählen hatten, da meist ohnehin nichts Sinnvolles dabei rumgekommen war, doch der Rotschopf faszinierte dich irgendwie.


»Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt so, als wärst du unter normalen Umständen überhaupt nicht hier«



Erkundigtest du dich neugierig, während du dich über die Arbeitsplatte beugtest, auf der du dich mit den Ellen abstütztest, dein Gesicht in deine rechte Hand stemmtest und deine Beine überkreuztest. Abschätzend lag dabei dein Blick auf seiner undurchschaubaren Gestalt, musterte ihn und wog ab. War das möglich? Konnte das sein? Denn du warst dir fast sicher, dass ihm tatsächlich gefiel, was er sah. Du ihm gefielst. Schwerenöter.


»Vertrau mir, mit mir ist nichts normal«



Erwiderte er. Bestätigte deine bisweilen lediglich vage Vermutung und jagte dir eine Gänsehaut über den Körper. Jedoch warst du dir sicher, dass viel mehr hinter der Aussage steckte. Allein der Gedanke an sein geführtes Telefonat, in dem er herrisch jemanden namens Killer anschnauzte, hatte dich zu dieser Annahme verleitet.
Seitdem du ihn allerdings in seiner gesamt imposanten Erscheinung hattest begutachten können, waren auch deine letzten Zweifel daran verflogen. Er wusste um sein Auftreten, seine Wirkung auf andere und nutzte sie gekonnt zu seinem Vorteil. So zumindest dein Eindruck. Außerdem war er gefährlich, das wusstest du und zwar so gut wie er.



»Verständlich. Das ist dein Leben und es endet jede Minute auf’s Neue«



Zitiertest du einen weiteren Satz aus diesem einen deiner Lieblingsfilme und beschlossest, dass es dringend Zeit wurde, ihn dir mal wieder anzusehen. Mit einer Tüte Wasabi Chips und ‘ner Flasche billigen Whiskey, die Kopfschmerzen garantierte. Überrascht weiteten sich die bernsteinfarbenen Augen des Rothaarigen, ehe sich seine gesamte Miene erhellte und er sich in schallendem Gelächter auf den Oberschenkel schlug.


»Hast du gerade ‘ne Szene aus Fight Club zitiert?«



Wollte er amüsiert wissen und du antwortetest mit einem Nicken samt schelmischen Grinsen. Diese Reaktion war nicht ungewöhnlich. Du wusstest um deine Art, dein Eigensein. Kurz: Deiner Eigenart. Für dich gab es keine Norm, keine Schublade, in die man dich stecken konnte und kein Klischee, das du erfülltest. Es begann an dir selbst und endete in deinem Job.
Dein frecher Kurzhaarschnitt, der all den Mädels zu gewagt war und ohne weiteres von einem Mann hätte getragen werden können oder dein Grundsatz, deine natürliche Schönheit, die zwar nicht makellos war, nicht hinter Unmengen von Schminke zu verstecken.
Vielleicht lag es aber auch an deinem Kleidungsstil, der durchweg eher pragmatisch statt stylisch war – für und gegen nichts auf der Welt würdest du deine geliebten Cargos eintauschen. Meistens lag es dann aber an der Tatsache, wie du deine Brötchen verdientest, waren Frauen in dem Berufsfeld doch alles andere als normal.


»Klar. Ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, den ich, wie ich gerade festgestellt habe, schon viel zu lang’ nicht mehr gesehen hab’«



Aufmerksam hatte dich der hünenhafte Rotschopf beobachtet, gemustert und mit seinen Blicken durchbohrt, um anschließend seinen Blick kritisch durch das minimalistische Provisorium, das du als Wohnküche betiteltest, schweifen zu lassen.


»Und wo zum Teufel hast du vor, dir den reinzuziehen?«



Schnaubte er höhnisch und provozierte dich mit unergründlich arroganten Augen, ehe sich ein spottendes Grinsen auf seine Züge schlich. Du schütteltest leicht den Kopf und verdrehtest die Augen. Dass es Männern scheinbar immer auf die Größe ankam. Denn was er zweifelsfrei gesucht hatte, war wohl der Fernseher in Übergröße. Du allerdings hattest etwas Besseres.


»Auf meinem Laptop«



Antwortetest du ihm, beobachtetest wie sein Ausdruck immer überheblicher wurde und gerade als er dir etwas erwidern wollte, klingelte sein Telefon. Einen Moment schien er es ignorieren zu wollen, blickte dann aber doch auf das Display und ging ran.


»Ja?! Hat ja auch lange genug gedauert... ja… ja bin sofort da - hat Killer? Fantastisch, bis gleich«



Gebannt verfolgtest du das Gespräch und prägtest dir dabei unwillkürlich das faszinierende Mienenspiel auf Kids heller Haut ein. Ein komischer Mann. Scheinbar war seine Mitfahrgelegenheit hier, um ihn abzuholen, denn kaum dass er das Gespräch beendet hatte, steckte er sein Handy zurück in seine Hosentasche, trank den letzten Schluck seines Kaffees und ließ die Tasse mit einem leisen Klirren in der Spüle verschwinden, nachdem er vom Barhocker gerutscht war.
Im Vorbeigehen griff er nach seiner schweren schwarzen Lederjacke, die über der Lehne deines alten Ohrensessels gelegen hatte und schlüpfte zwischen seinen wuchtigen Schritten zur Tür in sie wie in eine zweite Haut. Ohne sich umzudrehen, sich zu bedanken oder eine anderweitige Floskel an dich zu richten, öffnete er die Tür und trat hindurch, um anschließend das ächzende Holz hinter sich ins Schloss fallen zu lassen.
Weg war er.
Du empfandest sein Verhalten nicht als unhöflich oder auf eine andere Art seltsam, dafür hattest du einfach schon zu viel in dieser Wohnung erlebt. Daher gossest du dir die letzte Tasse Kaffee ein und wolltest dich gerade auf den Weg zurück in dein Zimmer machen, ehe du die Schritte, die sich gerade erst im Flur entfernt hatten, erneut wahrnahmst.
Ohne ein Zeichen des Respekts, gar Anstandes öffnete sie sich ruckartig und gab erneut das Antlitz des rothaarigen Riesens preis.


»Ich hol’ dich um Neun ab und dann wird dem Film der Respekt gezollt, der ihm gebührt! Auf einem 70 Zoll 4K Flat Screen, kapiert!? Tse, Laptop… diesen Film guckt man nicht auf einem beschissenen Laptop«



Mit diesen Worten drehte er sich abermals zum Gehen, stapfte erneut über die Schwelle und zog die Tür hinter sich zu, ohne dir den leisesten Hauch einer Chance zu gewähren, in irgendeiner Art zu reagieren.
Verrückt.
Doch entgegen aller Vernunft begannst du zu schmunzeln und ein seltsames Gefühl der Vorfreude machte sich in dir breit...
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