Voice in the Darkness

von Enigma
GeschichteAllgemein / P16
17.07.2018
17.07.2018
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"300 Jule, mehr kann Nummer 54 nicht ablenken." Nachdenklich nickte er.
"Sind sie sich sicher?" Es war schon eine Weile her. Damals wurde er gewarnt. Von einem anderen Labor, welches sich durch ein Kind hatte täuschen lassen. Viele Menschen hatten ihr Leben gelassen, da dieses Balg ihnen vorgegaukelte, es würde nicht die Kraft dazu haben die schweren Geschosse abzulenken.

Es kam ihm vor, als wäre es gestern gewesen, dass man ihn davor gewarnt hatte. Ständig schwirrte dieser Vorfall in seinen Gedanken, veranlasste ihn diese Frage immer und immer wieder zu stellen. Vorsicht war immerhin besser als Nachsicht. Allerdings war es inzwischen nicht mehr nötig das Leben von Menschen zu gefährden.

Nicht seitdem sie Nummer 47 hatten. Sie war ein einfach zu führendes Werkzeug. Bereitwillig tötete sie ihre eigene Rasse, fügte sich den Menschen. Sie gehörte zu den ehr sanfteren Naturen ihrer Art. Mit zwei Vektoren, welche lediglich eine Reichweite von einem Meter vorzuweisen hatten wurde sie oftmals unterschätzt.

Allerdings stellte sich dies als Fehler heraus. Ihre Arme waren um einiges Stärker, als die des Durchschnittes. Mühelos konnte sie schwere Gegenstände in die Luft schleudern oder zerschlagen.
Er winkte ab, als er den fragenden Blick der anderen Forscher auf sich spürte. Er lächelte daraufhin verhalten. "Angewohnheit, holen sie Nummer 47."

Nummer 54 saß zitternd auf den Knien. Nackt, angekettet. Verletzt und verängstigt. Wie ein Tier, nicht wie die überlegene Spezies, die wir hätten sein sollen, schoss es Nummer 47 durch den Kopf. Wie sehr sie ihren Namen hasste. Es war nicht einmal ein richtiger Name, bloß eine Nummer. Sie war nichts anderes. Sie war ebenso ein Tier wie die Diclonie vor ihr.

"Tut mir leid", formten ihre Lippen lautlos, bevor sie Nummer 54 enthauptete. Blut spritzte an die weißen, sterilen Wände des Versuchsraumes. Gaben diesem wenigstens etwas Farbe. Sie mochte Rot. Selbst dann, wenn es das Blut ihrer Rasse war. Sie war zwar ebenso ein Tier wie die Mädchen in diesen grausamen Versuchsräumen, doch sie wurde wesentlich besser behandelt.
Als wäre sie ein Haustier, ein Hund oder eine Katze, während die anderen nichts weiter als Laborratten waren.

Dumpf schlug der Kopf von Nummer 54 auf dem Boden auf. Er rollte ein Stück in Richtung Ausgang. Als würde sie selbst jetzt im Tod noch flüchten wollen. Raus, nur raus aus diesem Raum in der sie zu Lebzeiten unvorstellbare Quallen ertragen musste. Nummer 47 lächelte schwach. Dies tat sie immer, wenn sie wütend wurde. Weshalb wusste sie nicht.

Es verschaffte ihr keine Linderung, im Gegenteil. Ein nasses Reißen ertönte, als sie die Arme des toten Mädchens herausriss und in Richtung ihrer Betreuerin schleuderte. Ein schriller Schrei ertönte.

"Noch mehr rot", murmelte sie, schaute hinüber zu der verängstigten Frau, deren Namen sie schon lange vergessen hatte. Nummer 0, nannte sie sie im Stillen.