Neue Welten, alte Feinde

von Trumis
LeseprobeFantasy, Sci-Fi / P12
OC (Own Character)
17.07.2018
24.07.2018
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17.07.2018 1.968
 
01 April 2556 00:56

Mit einem Ruck zog sich sein ganzer Magen zusammen, plötzlich befand er sich wieder in seiner kleinen Kammer. Eis tropfte von der Decke, seine Arme fühlten das kalte Metall an den Seiten, welches sich so überwältigend von seiner Gel-gefüllten Rückenlehne abhob. Das Gefühl schoss durch seinen betonten Körper durch seine breiten Schultern in den Kopf, seine Lippen rot gefärbt durch den auftretenden Blutrausch, welche sich beim aufzucken der sonst so ruhigen Augenlider zusammen zogen.

Nun war er hellwach und am wichtigsten, einsatzbereit. Mit einem krachendem Geräusch öffnet sich die bis dato unbewegliche Tür und fährt langsam nach oben. Dahinter, gleißendes Weißes Licht und ein Mann mit weißer Maske. Fast schon als könne er es nicht erwarten legte der Mann in der Kammer eine Hand auf die sich nach oben bewegende Tür und lehnte sich langsam nach vorne. Auch wenn er nicht sehen konnte wusste er dennoch das, selbst offen, die Tür nicht hoch genug war um ihn aufrecht hinauszulassen. Also beugte er sich tiefer geduckt langsam nach vorne unter seine Hand hindurch, welche die Tür über ihn hielt, als wolle sie gleich über ihn hineinbrechen. Er fühlte wie mit einem Mal kleine Hände nach ihm Griffen und versuchte, verzweifelt, seinen Körper zu stützen während er seine Augen langsam öffnete und das Licht direkt auf sie prallen ließ. Es war ein kreißend helles Licht, erst dachte er an den Unterricht während seines Trainings über Religionen.An einen Himmel gefüllt mit einem solchen Licht umgeben von weichen makellosen Wolken. Doch das Bild verfinsterte sich schnell als seine Ohren wieder anfingen Geräusche wahrzunehmen und sich zu dem weißen Licht das verzehrte Geräusch von Dampfleitungen, polternden Verschlüssen und das nur allzu vertraute ringen von Stimmen mischte. Nun kamen ihm die Bilder eines längst vergessenen Krieges in den Kopf, eine Granate direkt vor ihm, ein Marien ohne Arme, welcher versucht sich mit Schmerz und Angst verzehrtem Gesicht versucht sich auf sie zu werfen. Brutes welche die wenigen noch lebenden, in seinem Blickfeld, in Stücke rissen. Ein lautes Schreien, Schmerz, es klingt so nah so, so real. Er schaut sich um, immer verbitterter ballte er seine Fäuste an, aber er kann den Ursprung nicht finden. Bis er schließlich an sich hinuntersah. In seiner Hand hing der Arm jenes Mariens oder was davon noch übrig geblieben war, welcher sich gerade dabei war sich für ihn zu opfern. Mit all seiner Kraft hatte der Spartan sie Zerquetscht ohne es zu merken. Blut floss über seine Rüstung, ein ungewohntes Gefühl der Bitterkeit Überkamm ihn. Loslassen, er wollte schon loslassen als er merkte das etwas an dem Arm zog, ja sie sogar anspannte und nicht nur das, er fühlte sich, als würden gerade dutzende Finger versuchen ihn von ihr weg zu ziehen, sie ihm zu entreißen. Als er auf schließlich aufblickte zu erkennen, wessen Finger es waren und sich von ihnen zu lösen sah er sich nur noch einem Brute gegenüber. Kein Schlachtfeld, kein toter Marien auf einer Granate, nur der Brute welcher auf ihn zustürmte und die spitze von dessen Spickers, welche wie ein gezielter Faustschlag sich in sein Visier grub und ihn zu Boden brachte. Benommen, so hätte er sich jetzt gerne gefühlt. Stadt dessen war er hellwach, das weiß licht war verschwunden und legte ihm den Blick auf die Cryobay der "Last Hopes" frei. Sie schien ihm wie ein endloser Canyon mit Cyrokammern wie seiner. Mansche offen mit Rauchschwaden wie ähnlichen dämpfen welche an der unteren Kante hinaus flossen. Andere wiederum noch geschlossen oder dabei geöffnet zu werden, mit Männern und Frauen in Weißen Masken und Anzügen, welche an den Kammern standen um die Erwachenden als erste in Empfang zu nehmen und zu untersuchen. Der Schrei brachte ihn wiedermal aus seinen Gedanken und brachte ihn dazu zu versuchen sich aufzurichten. Vielleicht die falsche Entscheidung als ihn ein weiterer Schlag trifft und ihn wieder zu boden wirft. Wieder dasselbe. Keine Benommenheit, nur das Gefühl eines gepanzerte Handschuhes auf seiner Wange und der nun aufkommende Geschmack frischen Blutes in seinem Mund. Er richtete nun leicht irritiert und verwirrt seinen Blick auf und sah direkt in die Augen eines Schädels, eines Sangheilischädels wie er glaubte es ihn aber nicht weiter interessierte. Welcher aufgemalt war auf den Ganz-Visier-Helm eines Spartans und wie eine weiße Bergspitze auf einem sonst grauen Berg thronte in Form eines voll gerüsteten Spartan III und seiner geballten Faust. Die schlanke Figur, wenn auch nur angedeutet, brachte ihn in Verlegenheit als er sich versuchte erneut aufzurichten. Nur um zu erkennen wie sie sich erneut für einen Schlag aufrichtete. Diesmal jedoch schaffte er eine Hand zu heben um zu signalisieren das alles in Ordnung ist. Ihre Bereitschaft zum Schlag linderte sich jedoch nicht im geringsten, ihrem vorgesetztem über. Im Gegenteil sie fixierte ihn, wie als wäre er ihre Beute und sie warte auf eine Öffnung zum Zuschlagen. Er bemerkte auch schnell wieso, die Hand, die Hand welche er schlichtend zwischen sich und ihr hielt.Sie war getränkt in Blut, ohne es zu realisieren, folgte er langsam der richtung, aus der sein arm gekomen war mit seinem Kopf. Der über ihm residierende Spartan schien schon anzufangen ihn aufhalten zu wollen doch er konnte nur noch die Worte "Daniel..." und "..nicht.." verstehen als er die Szenerie welche sich vor ihm ausbreitete verinnerlichte. Neben ihm lag einer der Männer welche ihre Hände nach ihm, haltend, entgegengestreckt hatten. Jetzt jedoch lag dort nur noch ein Schatten des Mannes selbst, zusammengesunken gesunken und insichgekauert, etwas haltend das man nur noch schwer als seinen damaligen rechte Hand identifizieren konnte. Der Anblick genügte um ihn umspringen zu lassen. Sein Jahrelanges Training hatte ihn jetzt im Griff, ein Training welchem er seit seinen jüngsten tagen unterzogen wurde. Seine Stimme wurde hart und der Blick kalt. Frei jeglicher Emotion schaute er zum spartan auf "Leutnant, entfernen sie ihn und kommen sie danach zu mir". Er belegte sie mit einem steinernen Blick bevor er sich mit einem kraftvollen Stoß aufrichtete und zum nächsten Ausgang marschierte, die Gruppe, welche sich um ihn stand und versucht hatte ihn aufzuhalten ignorierend. Zurück blieb nur der Weißgraue Spartan und ihre unergründlichen Gedanken und Gefühle, welche sie dazu veranlagten noch einen Moment innezuhalten und ihm hinterzublicken bevor sie sich dem, mit vor angstverzerrten Gesicht hinaufblickenden Mann zuwendete. "Tut mir leid" war alles was sie noch unter ihrem Helm hervorbringen konnte.

01 April 2556 02:13

Die Waffenkammer des Spartan war schlicht bestückt, aber zugegebener maßen auch für einen Spartan normal. Ein Quadratischer 8x8 Meter großer Raum mit einer 6 Meter hohen Decke und verschiedenen Waffenschränken auf beiden Seiten. In der mitte befand sich der Anzugsmechamismus welcher bereits alle teile, mit seinen sechs Armen fest im griff hatte. Zwischen Maschine und der Trü gegenüberligenden Wand befand sich des weiteren eine einfache Metallische Sitzgelegenheit in Form einer Bank, beinahe so konstruiert, dass es wie ein tragendes Gerüst durch die runde Halterung der Sechs arme aussah. Was es zugegebenermaßen wohl auch sein müsste, wenn es ein zwei Spartans tragen wollen würde, dachte sich Daniel nur und trat unter die Arme im Kreis wo er sich mit beiden Händen fest an, an den Kreis angebrachten griffen, festhielt. Ab diesem Moment fühlte er sich bereits ruhiger, klarer. Nichts war so entspannend für ihn, so hilfreich wie fünf Minuten in dieser Maschine. Jede sich in die Rüstung bohrende Schraube, jede Drehung um die eigen Achse alles Spielte ohne Probleme harmonisch ineinander. Sein Herzschlag, seine Muskeln, die frisch angelegte Rüstung alles entspannte sich in dem Moment in dem er seine Hände von den Griffen löste und den ersten Schritt in seiner gewohnten Gestalt machte. Sie war wirklich kein Prachtstück mehr in den Augen anderer, das gab er zu, aber die schwarzen Platten und roten Streifen, welche noch unter all den abschürfungen erkennbar waren zeigten auf destruktive weise das Leben des mittlerweile alternden Kommandeurs und auch seine Erschöpfung auf. Daniel ließ sich auf die Bank hinter seiner -Rüstmaschine- fallen und starrte, die Hände auf die Beine gestemmt, an die Decke. Er hatte es wieder getan, grundlos jemanden verletzt. Auch wenn es ihm schwer viel Mitleid mit dem am Boden liegenden Mann zu haben so betrübte es ihn doch das er sich nicht selbst zurückhalten konnte. Zu viele Jahre zu viele in denen jedes noch so unvorsichtige verhalten bestraft wurde forderten ihren Preis. So etwas jedoch, er hoffte einfach darauf das es nicht noch schlimmer würde denn..

"Sir..?"

Seine Gedankengänge wurden unterbrochen, als sein Herz einen kleinen Sprung machte. "Komm, Magred" Er drehte seinen Kopf in ihre Richtung wieß sie mit einer Hand zu sich. Magred, sie war die einzige, die ihn so kannte wie er unter dieser Rüstung war. Ob es jetzt daran lag das sie die einzige ist, welche unter seinem Kommando solange überlebt hat oder weil sie seine genetische Schwester war, wusste er nicht. Sie stellte sich vor ihn und Salutierte kurz bevor sie sich neben ihn auf die Bank Fallen ließ und unter knackendem sowie knarzenden Protest neben Daniel rutschte und einen Arm um den Hals warf. Dieser schaute störrisch durch sein Visier auf ihres. Seines Verständnisses nach lag diese offene Art an einem Fehler im Training der Spartan III. Ihnen fehlte es, auch wenn nicht an der Körperlichen sowie Geistigen kraft, doch an der nötigen Indoktrination welche die anderen unterliefen. "Wie geht es dir, Daniel?" sie ging ihm mit zwei Fingern von der einen Seite des Visiers zur anderen. "Du bist ein stur Kopf, wie immer." Sie entließ ihn aus ihrem griff und rückte, wieder unter -Bankprotest-, ein Stück zurück um ein besseres Bild zu bekommen. "Es ist nichts, die Cryokapsel muss wohl eine Fehlfunktion gehabt haben und mich beeinträchtigt." mit einem verstärkenden Handschwung tat er es damit ab. Das brachte sie aber dazu ihn noch Misstrauischer zu beäugen. "Solltest du weiter Beschwerden bemerken musst du das melden," Stieß sie eindringlich auf ihn ein. Sie öffnete mit einem drücken, unter den Augen Daniels ihren Helm und nahm ihn ab. "Aber genug davon.." sie formte ein Lächeln auf ihrem Gesicht und seufzte kurz, aus gründen. die sie selbst bereits längst vergessen hatte und offenbarte Daniel ein Spartan untypisches Gesicht. Schmal, unbeschädigt und mit Eisblauen Augen. Dazu entfaltete sich ihre den Vorschriften verstoßenden langen Haare in Schwarz mit Weißen Strähnen und bedeckten ganze teile ihres Gesichtes. Die Haare aus dem Gesicht gestrichen starrte sie ihn jetzt tief ins Visier und versuchte irgendeine Regung erkennen zu können, auf die sie so gehofft hatte. Daniel jedoch welcher ohne es zu merken in seinem Helm schon versuchte das Grinsen nachzustellen nicht sehr erfolgreich, war tief in Gedanken gefangen. Normalerweise würde er sie jetzt aufgrund des Regelverstoßes gemäß der Verordnungen melden müssen, aber er wusste, dass er dies nicht konnte und realisierte auch jetzt erst das er schon mitten drin war seinen Helm zu entfernen. Dies offenbarte Magred ein Kantiges Gesicht mit vielen schnitten furschen, kurzem schwarzen Haar, Staalblauen Augen und einem misslungen versuch ihr lächeln zu imitieren. "Du lernst dazu" sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Er hingegen starrte sie nur an und nickte Formell bevor er es noch einmal angestrengt versuchte. Anscheinend war es aber das worauf sie abzielte. In dem moment in dem er anfing seine Deckung herrunterzulassen sprang sie auf und war in einer flüssigen bewegen mit ihrem Gesicht direkt neben seinem. Sie brauchte noch einen kleinen stoß, ein kleine Bewegung, doch beim Gefühl seines atems an ihrem Hals stockte sie kurz, aber lange genug um es in ihr aufzunehmen bevor sie mit einem letzten Ruck ihre Lippen auf seine presste.
Der Störrische Spartan hingegen hatte in deisen moment nur eine sache, welche ihm durch den Kopf ging. Ein Gedanke.


Vielleicht war es ja doch kein Fehler zu fühlen, so wie sie.
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