Nichts mehr Real! [MMFF]

von Nymphen
MitmachgeschichteDrama, Krimi / P18 Slash
Monkuma OC (Own Character)
15.07.2018
23.08.2019
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Real Arc ~ Chapter 04: Nachts im Museum

~The Chambers: There it is ageless.~


Sachi
Ich konnte nur den Kopf schütteln, während ich von Metaruhato wegtrat und einfach alles um mich herum ignorierte.
„Gute Nacht“, schaffte ich es noch zu murmeln, bevor ich auf ein Zimmer zuging und dieses von innen abschloss. Wieder ein Motiv. Schon wieder. Dieses Mal hatten wir noch nicht einmal Freizeit bekommen, so als, ob es Monokuma darauf anlegte uns zu überfordern. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann war dies das wahre Motiv, denn ich konnte mir schwer vorstellen, wie ich noch besser als Geisterjägerin werden könnte, als ich es zu diesem Moment war. Wieso konnte das alles nicht aufhören? Am liebsten hätte ich mir selbst ins Gesicht geschlagen, als ich merkte, wie mir die Tränen kamen, stattdessen schmiss ich meinen Hut auf die Kommode neben dem Bett und fiel in dieses hinein, sodass ich meine Tränen ins Kissen drücken konnte. Das wurde mir einfach alles zu viel. Viel zu viel. Und schon wieder diese Frage. Wieso konnte das alles nicht aufhören?
Ich wusste nicht, wie lange ich so dalag und einfach nicht verhindern konnte, dass Tränen nachflossen, sobald ich es geschafft hatte mich kurz zu beruhigen. Meine Nerven waren strapaziert und genau deswegen wollte ich es nicht glauben, als ich eine Stimme hörte, welche ich überhaupt nicht vernehmen sollte.
„Monokuma ist wirklich das Letzte! Einfach eine arme hilflose Pflanze in ein Zimmer ohne Zugang zu Sonnenlicht stellen. Pah! Aber gut, dann hast du zumindest einen kleinen Freund, welcher dich trösten kann, doch tu mir einen Gefallen und gieß ihn nicht nur mit deinen Tränen.“
Meine Augen wurden groß, während ich für einen kurzen Moment wie erstarrt dalag. War ich so müde, dass ich mir sogar schon Sachen einbildete? Langsam, fast schon bedacht, drehte ich mich zur Seite, nur um zu einer Gestalt zu blicken, welche nackt vor der Pflanze kniete und ihr leise etwas zuflüstern zu schien.
„Ah!“
Entsetzt drehte ich mich wieder um, während ich fast schon das Augenrollen von Eurydike erblicken konnte. Warum um alles in der Welt stellte ich mir diese Wahnvorstellung ohne Kleidung vor? Das passte doch gar nicht zu mir. Was war denn nur mit mir los?
„Meine Güte bist du empfindlich. Ich kann Geister einfach nicht verstehen, welche mit unbequemer Kleidung, bestehend aus einem Teil der Natur, rumlaufen, obwohl sie sowieso niemand sehen kann.“
„Kannst du dir trotzdem etwas anziehen?“
Ich wusste überhaupt nicht, wieso ich mit ihr redete. Das machte doch alles nur schlimmer. Natürlich, sie sah so unendlich echt aus, aber wenn man das schon glaubte, war es doch schon zu spät. Und dennoch entschloss ich mich, es schlimmer zu machen.
„Na gut!“
Stille. Es dauerte mehrere Minuten, bevor ich die Kraft aufwand mich wieder umzudrehen. Konnte es sein, dass sie weg war? Das musste doch der Fall sein, oder? Ja, das war nur eine kurze Schwäche von mir gewesen…
„Ich dachte schon, du wärst eingeschlafen.“
Automatisch, ohne darüber nachzudenken, schlug ich mir eine Hand auf den Mund. Sie sah wirklich so aus, als würde sie direkt vor mir stehen, doch als sie mir eine Hand auf die Schulter legte, spürte ich nichts. Sie war nicht echt. Sie war tot. Und das reichte aus, damit ich meine Tür aufsperrte, sie zuschmiss und so schnell ich konnte an das Zimmer neben mir klopfte, in welchem Metaruhato wohnen sollte. Ich wurde hier noch verrückt und das wollte ich nicht und genau deswegen tat ich das Vernünftigste, was man tun konnte. Viele die Geister sahen, sagten es niemanden, aber so war ich nicht, denn ich holte mir Hilfe, sonst würde ich das niemals überwinden können… Auch wenn ich Eury nicht wirklich vergessen wollte und es schön war sie zu sehen…

Ephraim
Ich war müde. So viel zu der Wahrheit. Doch schlafen konnte ich nicht. Nein, das hatte ich noch nie können. Schon vor diesem ganzen Killinggame hatte ich immer mehr Albträume als normale Träume gehabt und immer wenn ich jetzt die Augen schloss, hatte ich diese Bilder in meinen Kopf. Diese schrecklichen Bilder. Ich wusste nicht, wie es da jemand schaffen konnte zu schlafen. Doch ich schlief ein. Ich wusste nicht für wie lange. Ein paar Sekunden? Ein paar Minuten? Ganze Stunden oder Tage? Wahrlich, ich wusste es nicht, doch das Zuschlagen einer Tür sorgte dafür, dass ich wieder hochschreckte. Genau in dem Moment, in welchen sich all die Leute, welche bisher gestorben waren, an meinen Körper festgekrallt hatten. Die Bilder… Wie wäre ich jemals in der Lage diese zu verarbeiten? Bei Gott, ich war ja noch nicht einmal in der Lage die Geschehnisse von damals zu verarbeiten.
Schneller, als ich überlegen konnte, hatte ich die Schublade vom Nachttisch aufgeschoben und ein Stück Holz rausgeholt. Ob das wohl schon zum Motiv gehörte, dass ich überall im Zimmer plötzlich solche Scheitel entdecken konnte? Wer wusste schon, was sich der Bär ausgedacht hatte? Ich für meinen Teil wollte darüber gar nicht nachdenken. Ich fing einfach an Kerben rein zu schnitzen. Ohne festes Ziel vor Augen, einfach nur um etwas zu tun, was rein gar nichts mit meiner Situation zu tun hatte. Etwas, was nichts mit Eurydike, Risa, Maya oder Fabula zu tun hatte. Mit keinen von Ihnen. Einfach nur schnitzen und alles vergessen. Mein Blick glitt auf den Boden, wo sich bereits das Holz ansammelte, während ich im Geheimen unheimlich froh war, mittlerweile mit geschlossenen Augen dieser Tätigkeit nachgehen zu können. An meinen Anfängen hatte ich des Öfteren meine Hände erwischt, doch dies war nicht mehr der Fall.
Schockiert weiteten sich meine Augen, während ich das gefertigte Kunststück fallen ließ. Was hatte ich getan? Wieso hatte ich ausgerechnet das gemacht? Ich konnte nicht anders, als mit großem Grauen auf die Statue zu blicken, welche perfekt den Schleier von Risa abbildete, welcher ihr Gesicht und ihren ganzen Körper umrahmt. Doch nicht nur ihr Aussehen wirke so echt, sondern auch die Flügel, welche ich aus irgendeinen Grund mit geschnitzt hatte. Das war etwas, was ich nicht hätte tun sollen. Ich wusste ganz genau, auch wenn dies nicht mein Glaube war, dass sie diesen Anblick verabscheut hätte. Wieso also tat ich ihr dies jetzt an? War das meine Form der Rache, um mit ihrem Verrat abzuschließen? Nein, ich hatte es doch schon geschafft damit abzuschließen, oder?
„Nein, hast du nicht“, flüsterte ich mir selbst zu, während ich an meine Albträume dachte. Ich hatte mit rein gar nichts, was hier passierte, abgeschlossen. Ich war hier noch mitten drinnen und würde niemals irgendwas davon verarbeiten können. Vor allem nicht, wenn es immer und immer wieder Motive gab!
„Erkennst du nun, dass dein gnädiger Gott dich in Stich lässt? Glaubst du nicht auch langsam daran, dass es der meinige Gott wäre, dem man huldigen sollte?“
Ein Zucken glitt durch meinen Körper, während die Figur vor mir zu Sprechen begann. Sich sogar bewegte. Das konnte nicht wahr sein… Ultimative Ultimativen, war dies das was es bedeutete? Bedeutete es, dass ein Ultimativer Figurenschnitzer dazu in der Lage war seinen Figuren Leben einzuhauchen? Das… Das klang absolut absurd und hätte ich nicht ganz genau gewusst, dass hier weder etwas rational war, noch hätte ich gesehen, wie die kleine Risa ihre Hände faltete, hätte ich mich wohl für verrückt erklärt. Doch ich wusste es und sah es. Das alles hier war echt. Und erneut durchfuhr mich ein Zucken, als ich zusammen geschreckt zur Tür blickte, wo gerade jemand dagegen geklopft hatte.
„Kommt mal bitte alle raus!“, hörte ich Lucas von draußen schreien. Das hieß wohl, das Motiv hatte begonnen.

Lucas
Ein Stupsen an meiner Hand riss mich aus meinen auch so schon unruhigen Schlaf. Obwohl ich normalerweise eher länger aufblieb, war ich kurz nach allen anderen schlafen gegangen. Wir hatten nichts gesagt, aber es war auch so schon klar, dass keiner von uns jetzt noch Energie aufbringen konnte. Mich nahm Fabulas Tod zwar nicht so mit, aber auch meine Ressourcen waren erschöpft.
Das war dann wohl auch der Grund, für die Störung meines Schlafes.
Entschuldigend strich ich über den weichen Kopf von Ace: „Tut mir leid. Du hast sicher Hunger.“
Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen, während mein Tiger mich erneut mit seinem Kopf anstupste.
„Ich suche dir ja schon was“, beschwichtigte ich ihn leicht knurrend, was er mit einem Knurren erwiderte. Wir waren wirklich gute Freunde geworden.
Deswegen zog ich mir auch schnell den Mundschutz über und öffnete die Tür. Da ich mit den Klamotten ins Bett gefallen war, konnte ich mir zumindest das Anziehen sparen. Doch erst jetzt fiel mir auf, dass ich keine Ahnung hatte, woher wir Essen nehmen sollten. Immerhin waren wir an keiner Kantine vorbeigelaufen.
Ich zuckte mit den Schultern. Dann würde ich mich halt auf die Suche machen. Auf dem Gang war es leer und nur unter Metaruhatos Tür konnte ich noch Licht hin ausstrahlen sehen.
Ein Knurren ertönte hinter mir. Es klang tief und bedrohlich.
Das war nicht Ace. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht nach ihm klang, stand er vor mir.
Langsam drehte ich mich in gebeugter Haltung um und da stand sie: Eine ausgewachsene Wildkatze. Ein Tiger mit einer auch im dunklen wunderschönen Fellmusterung aus schwarzen und orangenen Streifen. Seine Augen blitzen angriffslustig.
Ich lächelte unter meiner Maske, was er zum Glück nicht sehen konnte, da er dies sicherlich als Angriffsaufforderung verstanden hätte.
Doch ich wusste, wie ich ihn zähmen konnte. Mein Talent war das des Ultimativen Tigerzähmers und auch wenn ich mein Talent als langweilig ansah, so konnte mich niemand mit einem Tiger umbringen. Schon recht nicht Monokuma.
„Hat dich ein böser Bär einfach in ein Museum gesteckt. Das ist kein Ort für eine Dschungelkatze“, fing ich das Gespräch an. Die Unterhaltung dauerte nicht lange, denn schon kurz darauf lag der Tiger müde auf dem Teppichboden des Flures. Er war schon alt und gar nicht mehr in Angriffslaune. Dennoch ... Ich konnte ihn nicht einfach hier lassen. Am Ende würde noch einer von den anderen über ihn stolpern und es wäre meine Schuld, dass dieser Tollpatsch zerfleischt werden würde. Darauf konnte ich verzichten. Fehlte mir noch, dass man mir dies dann auch noch als Mord anhing.
Genervt klopfte ich an allen Türen.
„Kommt mal bitte alle raus“, schrie ich, so laut ich konnte, „Aber bitte nicht allzu hastig. Ich denke nämlich, dass das Probleme bereiten könnte.“
Nach und nach kamen sie alle meiner Aufforderung nach, angefangen mit Sachi und Metaruhato. Und alle reagierten gleich erschrocken auf den Tiger.
„Anscheinend läuft er hier frei herum“, erklärte ich, obwohl Mike und David noch fehlten, „Er wird nicht angreifen, wenn man ihn nicht provoziert. Das habe ich so eingerichtet. Dennoch würde ich euch raten, keine allzu lauten Geräusche oder allzu lebhafte Bewegungen in seiner Nähe auszuführen.“
Im Einvernehmen nickten alle und ich versuchte zu ignorieren, dass es den Feiglingen ihre Sprache verschlagen hatte.
„Er i‘t nicht allein‘“, durchbrach Aria die erschrockene Stille.

Aria
Tatsächlich schockierte mich der Anblick eines Tigers nicht gerade, die Tatsache, dass dieser aber in der Lage war einen von meinen Freunden zu verletzen, schon. Ich wollte niemanden hier sterben oder verbluten sehen, weswegen ich hier mein Vertrauen in Lucas setzten musste, doch konnte ich trotzdem noch etwas anderes machen. Und zwar konnte ich meine Kameraden vor dem Tier beschützen, welches bedrohlich sein Maul öffnete.
„Verschwind’t. Jetzt!“
Ich machte eine Handbewegung, während die Leute langsam verschwanden. Ob in ihre Zimmer oder in ein anderes Stockwerk wusste ich nicht, da ich die ganze Zeit über dem bedrohlichen Krokodil in die Augen blickte. Es war nicht das erste, was ich jemals in meinen Leben sah und doch war es nicht ungefährlich. Leute, welche vergaßen, dass Krokodile auch auf dem Land schnell unterwegs waren, hatten danach meist keine Beine mehr, wenn sie denn Glück hatten. Dieses Tier zu unterschätzen war der erste Fehler und wohl etwas, was ich Eagle hätte zutrauen müssen. Doch der Junge war einfach nicht zu bändigen. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht lief er auf das Tier zu und während ich noch meinen Bumerang warf, um das Reptil davon abzuhalten, sprang er nach oben und machte ein Salt über das Krokodil hinweg. Ich war so überrascht, dass ich fast übersehen hätte, wie mein Bumerang nun den Vierbeiner erwischte und ihn ins Jenseits schickte. Das war absolut nicht die feine Methode, doch ich hatte kein Lasso und ganz bestimmt kein Käfig, welches dieses Tier ruhigstellen konnte, weswegen es eben nicht anders gegangen war. Traurig zog ich die Klinge meiner Waffe wieder aus dem Fleisch, während ich meinen Hut zog und bemerkte, wie Eagel es mir gleichtat und mir sogar tröstend eine Hand auf die Schulter legte. Ich war froh, dass er mir keine Vorwürfe darüber machte, dass ich im Class Trial nicht gesagt hatte, dass mein Bumerang tatsächlich über versteckte Klingen verfügte. Dies hätte ich jetzt nicht ertragen, immerhin war ich mir selbst bewusst, dass Ehrlichkeit wichtig war und dennoch hatte ich es nicht sagen wollen, denn es hätte den Verdacht gegen mich nur verstärkt, etwas was alle nur auf eine falsche Fährte geführt hätte. Nein, so war es wohl besser.
„Tut mir leid für dich, Aria.“
„Schon in Ordnung. Das ist sowieso nicht echt.“
Ich versuchte zu lächeln, auch wenn mir diese Art überhaupt nicht gefiel. Ich mochte es nicht, wenn man Krokodile aufgrund ihres Leders tötet und das gefiel mir auch nicht, doch wenn ich entscheiden konnte, ob meine Freunde, welche echt waren, starben oder ein virtuelles Tier, so wusste ich immer, wie ich entscheiden würde. Und so wechselte ich das Thema und blickte leicht hoch.
„Wie hast du's geschafft, so hoch zu spring‘n?“
„War ein geiler Stunt, oder? Schau mal…“
Damit zeigte er auf seine Schuhe, welche wie aus dem nichts Sprungfedern an ihrer Sohle hatten, als er in die Luft sprang. Doch sobald der Junge landete, verschwanden sie sofort wieder.
„Ist das nicht cool? Ich bin wie Inspektor Gadget!“
Ich lächelte fast sofort, während Eagle mit so viel Begeisterung bei der Sache war. Ja, ich sah den Schmerz in seinen Augen und doch versuchte er sein Bestes, um mich aufzuheitern und weiterzumachen. In diesem Moment wurde mir auch bewusst, dass ich so unendlich froh war, ihn bei mir zu haben. So froh, dass er nicht tot war.
„Was…?“
Überrascht legte er seine Arme um mich, als ich ihn in eine Umarmung schloss und dann auf seinen Rücken klopfte.
„Du bist schon ein feiner Kerl, weißt du das?“

Kiyoshi
Nach der Aufregung mit den Wildtieren hatte ich mich erstmal ins Musikzimmer zurückgezogen. Es war schon eine Ewigkeit her, dass ich zuletzt gespielt hatte. ... Genau genommen, seit dem letzten Motiv. Es war eine Quälerei gewesen, diese Verzweiflung zu spüren, aber gleichzeitig auch nichts machen zu können. Machtlos zuzusehen, wie sie anstieg und sich selber einfach nicht durch ein Gitarrenspiel beruhigen zu können. Und dennoch war ich nahe dran zu sagen, dass dieses Motiv durchaus schlimmer anfing. Tiere ... Wilde Tiere! Wie kam jemand nur auf solche verrückten Ideen? Aber es war ja alles zum Wahnsinnig werden!
Ich zupfte an den Gitarrensaiten und sofort stellte sich die erhoffte Wirkung ein. Ein Ruhepol entstand in meinen Inneren und ich genoss einfach nur das Gefühl: Das Metall an den Fingerspitzen, der Klang in meinen Ohren und das Gefühl als würde die ganze Welt nur noch aus Musik bestehen.
Und dann war da noch die Dankbarkeit, welche ich gegenüber meinen Bruder spürte. Ohne ihn hätte ich nie mit diesem Hobby angefangen und wohl auch nie mein Talent gefunden. Nie das gefunden, was mir deutlich aufzeigte, dass mein Vater Unrecht hatte und ich doch etwas wert war.
Automatisch war mein Spiel düsterer geworden, doch nicht deswegen hörte ich auf zu spielen.
Von einer Sekunde auf die nächste war ich erstarrt. Vor Angst. Zur Salzsäure.
Alles wozu ich fähig war, war auf die vier Hände vor mir zu schauen.
Zwei davon waren meine und die Übrigen: Waren auch meine.
Mir waren weitere Arme gewachsen und es fühlte sich einfach nur krank an. Ungewohnt traf es eigentlich besser, aber es war krank, wenn man es logisch betrachtete. Es konnten nicht einfach Gliedmaßen aus dem Nichts wachsen und es konnte einen vor allem auch nicht möglich sein, damit zu hantieren. Doch genau das war der Fall! Ich konnte sie beherrschen und wenn ich es darauf anlegen würde, dann könnte ich sicherlich auch mit ihnen musizieren.
Und dennoch konnte ich nicht anders, als aufzuspringen und die Tür zu verriegeln. Das Letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte, war, dass jemand hereinstürmte und mich so sah.
Ich verkraftete den Anblick schon nicht. Wie sollte es da erst anderen ergehen?
Alles in mir verkrampfte sich und ich wusste nicht, wie lange ich in meinen Gedanken gefangen war, ehe ich einen panischen Aufruf hören konnte.
„Feuer!“, schrie Sachi aus Leibes Kräften. Um anderen zu warnen oder aus Angst, konnte ich nicht sagen. Ich wusste nur, dass ich nicht helfen konnte.
Ich würde viel mehr alles nur schlimmer machen.
Also blieb ich dort wo ich war.
Ona würde schon helfen. Immerhin war sie die Ultimative Löschmeisterin!

Ona
Von Sachis Schrei angelockt, war ich ihm sofort gefolgt. Da es bei meinem Talent ohne Frage hauptsächlich um Schnelligkeit ging, war ich auch die Erste am „Tatort“.
Passenderweise war es die Ausstellung zur Hexenverbrennung und eben dieser Scheiterhaufen stand lichterloh in Flammen. Und davor lag Sachi, welche wohl erschrocken nach hinten umgefallen sein musste. Auch jetzt lag sie dort erschrocken und verfolgte den Tanz mit ihren Augen.
Ich war kurz versucht, es ihr gleichzutun, aber dafür war ich einfach schon zu professionell.
Schnell hatte ich sie unter den Achseln gepackt und so nach oben gehievt.
„Es gibt hier kein Wasser. Wir können nur so weit vom Feuer weg, wie möglich“, schrie ich gegen das Knacken des Holzes an.
Immer noch wie eine Puppe, nickte Sachi. Ein Wunder, dass sie überhaupt um Hilfe hatte rufen können. Metaru kam mir entgegen und half mir Sachi mit uns zu ziehen. Zivilisten waren in Angesicht der Gefahr von Flammen immer unleicht zu bändigen. Fast so wie die Flammen selber.
„Hoffentlich hast du keine Rauchvergiftung“, murmelte ich zur Geisterjägerin, welche aber zum Glück nicht hustete. Mir selber brannte leicht die Kehle, aber ich hatte versucht das Atmen in dem Raum zu meiden.
Dennoch ... Sicherheit ging vor, also schmiss ich die Tür zu.
„Wollen wir es nicht löschen?“, runzelte der Talentlügner seine Stirn.
Ich funkelte ihn böse an: „Und womit? Nein, wir haben keine Möglichkeit und selbst wenn, das Feuer hört auf zu brennen, sobald kein Holz mehr da ist, da es Steinboden ist. Wir haben also nichts zu befürchten, außer den Rauch.“
Damit verzog ich mich. Ich konnte es nicht ausstehen, dass ich nicht wusste, was für ein Talent der Junge wirklich hatte, aber dennoch war ich mir sicher, dass die Orangehaarige in seinen Armen gut aufgehoben war.
Ich hatte etwas gesehen, was mich mehr interessierte: Lucas, welcher abwesend wirkend mit Shawn aus dem Lift trat und an seiner Seite der gebändigte Tiger und sein kleiner Ace.
Dennoch war ich zu stolz um direkt auf ihn zuzugehen. Deswegen hielt ich bei Drew an, welcher wie gebannt auf ein Plakat starrte.
„Liest du da etwas Interessantes?“, fragte ich ihn leicht neckend.
Er schüttelte kurz stumm den Kopf, ehe er zögernd auf seine Brille zeigte: „Ich habe es nicht gelesen und dennoch wusste ich mit einem Blick, was darauf steht. Ist das nicht seltsam?“
Ich blinzelte kurz, ehe ich auflachte: „Du meinst seltsamer als eine plötzliche Dschungelkatze?“
Leicht müde erwiderte der Bücherwurm mein Lächeln und gab mir recht.
Und schon drehte ich mich mit perfektem Timing zu Lucas um, welcher gerade an mir vorbeigehen wollte. Nur aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie Drew sich Richtung Aufzug davon machte.
„Hey, Lucas!“, begrüßte ich den Mann mit einem Grinsen, dass nur ich zustande bringen konnte, „Coole Aktion mit dem Tiger. Hat er schon Kunststückchen beigebracht bekommen?“
Ich bekam einen bösen Blick geschenkt.
„Nein. Nein, habe ich noch nicht. Ich dachte mir, dass ich ihn erstmal darauf trainiere, keine Menschen anzufallen“, war seine Stimme so kühl wie eh und je.
Ich ignorierte seinen Tonfall: „Das musst du unbedingt als Nächstes machen. Ich wollte schon immer mal dein Talent bei einem ausgewachsenen Tiger mitbekommen.“
Bildete ich es mir ein oder verzog sich sein Mund unter der Maske zu einem Grinsen.
„Weißt du Ona: Das habe ich mir bei deinem Talent noch nie gedacht. Wer braucht schon ein großes Feuer?“

Rochelle
Ein Tiger, ein Krokodil und Fledermäuse. Anders konnte es nicht sein. Hier musste es doch auch noch weitere Fledermäuse geben, mit denen Lucius spielen konnte und welche es schaffen würden, mich zu beruhigen. Und tatsächlich als ich den einzigen Ort betrat, welcher dunkel genug für die empfindlichen Augen der Tiere war, sah ich sie in den Schatten. So viele, dass ich es gar nicht zu zählen vermag.
„Komm Lucius. Du darfst zu ihnen.“
Ich lächelte, während ich die letzten Ereignisse in den Hintergrund schob und mich auf den Boden setzte. Vampire… So wie ich begeistert von ihnen gewesen war und unbedingt einer von ihnen hatte sein wollen, hatten sie mir doch alles genommen. Ich biss mir auf die Lippe, während ich mich an die Wand lehnte und merkte, wie mir langsam eine Träne die Wange runterlaufen wollte.
Ja. Diese Fantasiewesen, denn nichts anderes schienen sie mittlerweile für mich zu sein, hatten wohl oder übel mein Leben zerstört. Sie hatten so eine Bewunderung auf mich ausgeübt, dass sie mir jede Möglichkeit genommen hatten, Freunde zu finden. Auch meine Liebe hatten sie in tausend Stücke zerbrochen, als sie mein Vertrauen genommen und zerstört hatten. Sie hatten dafür gesorgt, dass sich mein Vater von meiner Familie abgewandt hatte. Dass er mich aufgrund meines komischen Verhaltens verstoßen hatte. Sie hatten dafür gesorgt, dass meine Mutter sich eingeredet hatte, dass dies nur eine Phase sei und sich einen neuen Mann gesucht hatte. Doch nicht alles war negativ und so hatte ich zumindest meine Schwester dazubekommen. Meine dumme kleine Schwester, welche die Geschichten von Vampiren noch nie als wahr angesehen und trotzdem meine Liebe bekommen hatte. Ja, auch wenn ich Jessica liebte, so hatte sie doch die meiste Aufmerksamkeit bekommen, dadurch, dass sie mit Epilepsie geboren worden war. Und was hatte ich gewollt? Ich hatte einen Freund, ein Haustier gewollt, welches eines Vampirs würdig war. Hatte ich eins bekommen natürlich nicht! Nicht einmal diesen einen Freund hatte man mir gegönnt, immerhin gehörte solch ein Tier ja nicht in ein Haus.
„Lucius!“
Sofort flog die Fledermaus auf meinen Arm und hing sich daran hin, während ich sanft mit meinem Finger über seinen Bauch streichelte. Mein einziger Freund. Auch wenn ich es gewesen war, welche gesagt hatte, dass er zu den anderen gehen soll, so hatte mich die Panik für einen Moment ergriffen. Ich wollte nicht, dass er verschwand. Nicht auch noch er. Er sollte bei mir bleiben, immerhin hatten wir zueinander gefunden. Er hatte sich hinter meiner Gardine zum Schutz vor Kälte versteckt und ich hatte in meinen Glücksgefühlen mich um ihn gekümmert. Er war mir nie von der Seite gewichen und das würde ich jetzt auch nicht mehr zulassen. Damals hatte ich den Fachmann gerufen, damit er die Fledermaus wieder ins Freie ließ, doch Lucius war geblieben, bei mir. Doch das traf nicht nur auf ihn zu, denn wie jetzt weitere Fledermäuse zu mir flogen, war es damals auch passiert. Sie klammerten sich an mir fest und wollten nicht mehr loslassen. Und ich… Ich wollte auch nicht loslassen, denn es fühlte sich so gut an, zumindest von diesen Tieren geliebt zu werden. Etwas, was Maya niemals geschafft hatte und dadurch, dass sie ohne auf mich zu achten, sich umgebracht hatte, hätte sie mich wohl auch niemals geliebt. So langsam war ich mir sicher, dass ich ihr nie etwas bedeutet hatte und das schmerzte. Es schmerzte mehr als die Tatsache, dass ich sie in meiner Dummheit immer noch liebte. Warum musste das so wehtun?
„Alles in Ordnung?“
Ich hatte gar nicht bemerkt, wie mir die Tränen ohne Halt über die Wangen gelaufen waren, bis sich Ephraim neben mir fallen ließ und sich dabei nicht an den Feldermäusen zu stören schien. Generell wirkte er wohl genauso fertig wie ich und trotzdem brachte er es fertig zu fragen, wie es mir ging. Dabei war ich mir ganz sicher, dass er sowohl mich als auch Maya gehasst hatte.
„Nein, aber wie könnte es das auch sein?“
„Gar nicht. Ich möchte nicht lügen, da das eine Sünde ist und doch glaube ich, dass ich langsam nicht mehr an diesen Glauben glauben kann. Verstehst du, was ich sagen möchte? Wir sind alle in unseren Glauben erschüttert und ich schätze, dass wir ihn nicht mehr ohne weiteres aufbauen können. Ich kann nur versuchen, für andere da zu sein, aber wirklich in Ordnung wird nie wieder etwas sein.“
Ich blieb stumm. Er hatte wohl bemerkt, dass ich meinen Glauben an Vampire verloren hatte und ich hatte mir nie darüber Gedanken gemacht, ob er ebenfalls nun langsam an seinen Gott zweifeln könnte. Ich hatte mir noch nie wirklich über andere einen Kopf gemacht, oder? Kein Wunder, dass nur Lucius mein Freund war. Sollte ich es wagen? Sollte ich wirklich jemand anderes in mein Leben lassen? Es war wohl keine Frage, ob ich es sollte, sondern einfach eine Frage, wie lange ich es würde durchhalten können und ob es überhaupt etwas ändern würde.
„Risa hatte ihre Argumente, wieso sie die Kirche verachtet hat, doch du hast dafür doch keinen Grund oder? Die Kirche hat dir doch nie etwas angetan, außer dir etwas zu geben, was dir Halt im Leben bieten kann, richtig? Vielleicht solltest du dich gerade jetzt mehr dem Glauben zuwenden. Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass es hilft.“
Ich Heuchlerin. Niemals würde ich wohl mehr an Vampire glauben oder diese Glaubensrichtung verfolgen. Das würde ich nicht mehr tun und genau deswegen war dieser Rat einfach nur schwachsinnig. Vor allem als ich in Ephraims erstarrten Blick sah, wurde mir das bewusst. Ich hatte falsch gelegen.
„Ephraim? Wer hat dir was angetan?“
„Feuer!“
„Tut mir leid…“, murmelte der Junge nur noch, als er den Schrei vernommen hatte und rannte da auch schon los. Ich aber blieb sitzen, mit meinen Gedanken, mit meinen Feldermäusen und ganz allein.

Metaruhato
Während ich Sachi langsam durch den Raum führte, zur Treppe hin, konnte ich nicht umhin nur wenige Momente zurückzudenken.
Ich hatte eigentlich schon vorgehabt mir Energie zu besorgen, da es langsam echt knapp wurde, da hatte sie an meine Tür geklopft und war regelrecht in mein Zimmer gesprungen, als ich die Tür für sie öffnete.
Ihr Gesicht war die Trauer so sehr anzusehen, dass es sofort in meinen Herzen schmerzte.
„Bist du hier um nach meinem Talent zu fragen?“, nannte ich das erst Beste, was mir in den Sinn kam.
Zu meiner Überraschung schüttelte die Orangehaarige nur ihren Kopf und zeigte auf die Wand hinter mir, hinter welcher ihr eigenes Zimmer liegen musste: „Ich bin ihretwegen hier.“
Jetzt vollkommen verwirrt drehte ich meinen Kopf und erstarrte vollkommen.
„Wahrscheinlich siehst du sie gar nicht“, schluchzte Sachi auf, „Aber ich muss mit jemanden darüber reden. Denn ich möchte sie nicht loswerden, weswegen ich mit ihr leben muss.“
„Du redest von mir, als wäre ich Ungeziefer“, verzog Eurydike ihre Mundwinkel zu einer Fratze, welche nichts mehr elegantes hatte.
„Sachi meint es nicht so. Sie ist nur leicht überfordert. Wie ich. Könntest du bitte kurz verschwinden“, bat ich höflich und selbst jetzt wollte mir nicht einfallen, wo ich diese Worte hergeholt hatte. Doch tatsächlich hatte Eury mit den Schultern gezuckt, war ein „Wenn es der Metallgolem so will“ losgeworden und verschwunden.
Die Ultimative Geisterjägerin wirkte jetzt, nach dem Feuer, genauso hilflos auf mich, wie in diesem Moment, wo sie ihrem Talent nicht nachgehen konnte, ganz einfach, weil sie es nicht wollte.
Ich strich ihr beruhigend über den Rücken: „Geht es? Weißt du, wie es zu dem Feuer kam?“
Mein Gegenüber schüttelte nur den Kopf, sodass ihre Locken durch die Luft flogen: „Nein. Ich war in dem Raum. Es war dunkel. Bumm. Feuer. Ob da wohl jemand drinnen war, der es angezündet hat? Ich kann noch nicht einmal mehr sagen, wann ich geschrien habe und wann Ona kam. Alles ist irgendwie verschwommen.“
Ich nickte. Das war nur verständlich, wenn man unter Schock stand. Und genau das teilte ich ihr auch mit, zusammen mit einer tiefen und ernstgemeinten Entschuldigung.
„Wofür entschuldigst du dich?“, legte meine Freundin ihren Kopf schief.
„Ich habe nicht aufgepasst, wer in den Raum gegangen ist. Gut möglich, dass ich somit den Täter verpasst habe.“
„Das war auch nicht deine Aufgabe“, beruhigte mich Sachi. Oder probierte es. Gelingen tat es ihr leider nicht, denn ich fühlte mich schuldig.
Doch endlich waren wir am anderen Ende des Raumes angekommen, wo bereits Ephraim, Ona, Lucas und Shawn im Aufzug verschwanden. Wir nickten ihnen kurz zu und machten uns dann an den Treppenaufstieg. Es war zwar mühseliger, aber irgendwie konnten wir gerade beide nicht stillstehend auf dem Aufzug warten.

Drew
Ich war über mein Motiv erleichtert. Es war nichts, was mich in irgendeiner Weise bedrängte. Das einzig beängstigende an dem Motiv waren eher die vielen Tiere, welche sicherlich nicht harmlos waren. Aber Aria und Lucas schienen es im Griff zu haben. Und in so Räumen wie dem Lift, wo ich mich gerade befand, waren sowieso sicher. Langsam bewegte er sich Richtung Erdgeschoss, wo ich vorhatte, mir auch dort die Informationstafeln anzusehen. Wenn man die Fähigkeit schon hatte, dann konnte man sie auch ausnutzen. Vielleicht würde es ja etwas bringen und sei es am Ende nur Wissen. Während ich in Gedanken gewesen war, hatte Ephraim anscheinend ein Gespräch mit Shawn geredet, doch war jetzt frei. Ich hätte mich zwar auch mit Ona und Lucas unterhalten können, aber da es eher ein Monolog von Ona über ihre eigene Fernsehserie war, entschied ich mich doch dagegen. Nicht zuletzt, weil Lucas ziemlich übel gelaunt wirkte und sich dies auch langsam auf den ausgewachsenen Tiger zu seinen Füßen auswirkte. Es war also kein Wunder, dass wir alle ausstiegen und Lucas somit im Aufzug alleine ließen, welcher sich auch schon prompt schloss und weiter nach unten fuhr.
„Ich wollte auf jeden Fall sagen, dass ich es fantastisch finde, wie sehr du dich um die anderen kümmerst“, beendete ich den Smalltalk mit Ephraim.
Dieser lächelte schief: „Mach ich das? Habe ich gar nicht mitbekommen. Ich schätze, ich möchte einfach nicht, dass sich jemand unwohl fühlt.“
Ich überlegte kurz und nickte dann: „Du hast recht. Wir bräuchten mehr wie dich. Du machst anderen Hoffnung und ich kann nur hoffen, dass mir das irgendwann auch gelingen kann.“
„Ich glaube, dass du auch eine wichtige Rolle hast“, beeilte sich der Figurenschnitzer zu sagen, „Du hast einen klugen Kopf und ein gutes Herz. Und viel wichtiger: Man kann sich auf dich verlassen. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich das so sehe.“
Tatsächlich wurde ich leicht rot. Mit solch ehrlichen Komplimenten hatte ich echt nicht gerechnet.
Ich setzte an ein Bekundung meiner Dankbarkeit an, hielt aber inne.
„Hast du auch das Gefühl beobachtet zu werden?“
Der Junge vor mir schüttelte den Kopf, hielt kurz inne und zuckte dann mit den Schultern: „Ich weiß es nicht. Könnte tatsächlich sein, dass du recht hast.“
Das war ... beunruhigend. Und auch das Ende unseres Gespräches. Denn nach so etwas traute man sich irgendwie nicht weiterzusprechen.

Shawn
Verzweiflung! Ja, so musste sie sich anfühlen. Seit ich denken konnte, war ich dazu „auserkoren“ die Vergangenheiten anderer in meinen Träumen zu sehen. Schreckliche, wie gute. Aber hauptsächlich schreckliche. In der Zeit im Krankenhaus war es am schlimmsten. All die Toten ... all der Schmerz der Ärzte und Pfleger.
Doch das war nichts im Vergleich zu dem Traum, welche ich erst am heutigen Tag gehabt hatte. Er war lebendiger. Wahrscheinlich, weil ich mich nicht genug von allen abgekapselt hatte. Er war so lebendig gewesen und auf seine Weise auch schockierend.
Ephraim musste es mir irgendwie angesehen haben. Vielleicht hatten es die anderen auch gesehen, aber er war der einzige, der mich darauf ansprach. Wahrscheinlich wollten die anderen gar nichts mehr mit mir zu tun haben, nachdem was ich getan hatte. ... Oder wohl besser: Nicht getan hatte. Sie hassten mich sicherlich genauso sehr, wie ich mich.
Fabulas Tod war ganz und gar meine Schuld.
„Ist es nur Fabula oder beschäftigt dich noch etwas anderes?“, fragte Ephraim vorsichtig. Er tastete sich voran. Was für ein netter Mensch. Oder waren es etwa seine Erinnerungen gewesen und er log uns hier allen etwas vor?
Ich versuchte mich an einen Blick, der durch ihn hindurch blickte: „Weiß nur nicht, was sich an meinem Talent verändern sollte. Hab nichts mitbekommen.“
Automatisch verzog der Weißhaarige seinen Mund: „Ich habe meins schon gesehen. Ich hoffe für dich, dass deines auf sich warten lässt.“
Ich nickte und war dankbar, aber ich wollte es ihm nicht sagen. Denn wenn ich dies täte, dann würde er unter Umständen zu dem Schluss kommen, dass man mit mir reden konnte. Dass ich „Freundschaftsmaterial“ war. Das durfte nicht noch einmal passieren.
Denn wir wussten hier doch alle, wie es Fabula damit ergangen war.
Und damit folgte ich allen anderen aus dem Lift hinaus.

David
In gewisser Weise beleidigte mich das Motiv, während ich dennoch dankbar war. Solange niemand Verdacht geschöpft hatte und niemand über meine wirkliche Existenz wusste, war es so leicht gewesen alle zu beobachten. Mit jemanden zu reden, obwohl ich jemand ganz anderes in seinem Gespräch zuhörte. Es war einfach und effizient gewesen. Nur selten hatte man überhaupt bemerkt, dass ich die Rolle eines Beobachters eingenommen hatte und noch seltener hatte man bemerkt, wie gezielt meine Worte gewählt waren. Ja, Fabula zu manipulieren war ein Risiko gewesen, doch in Anbetracht von Mikes Hoffnung, wert gewesen. Und doch hatte sich alles anderes entwickelt, was es jetzt für mich schwerer machte, meiner Aufgabe nachzugehen. So hatte ich zumindest gedacht, bevor ich bemerkt hatte, dass mir das Motiv erlaubte in jeglicher Hinsicht unsichtbar zu werden. Ich musste mir nur einen nicht sichtbaren Umhang über den Kopf stülpen und schon konnte mich niemand mehr sehen, zumindest ich konnte es nicht, wenn ich den Spiegel blickte. Zwar waren meine Fähigkeiten als Ultimativer Mister X so gut, dass man mich unter Menschenmengen gar nicht wahrnahm, doch hier, jetzt wo jeder die Wahrheit wusste, half es nichts. Somit hatte ich nun eine Chance bekommen den Gesprächen unauffällig zu lauschen und mir daraus zu überlegen, wie stark die Leute verzweifelt waren und was nötig war, um sie wieder aufzubauen. Natürlich hätte ich damit einfach so beginnen können, aber ich musste nun schlau vorgehen und ein kluges Vorgehen war es nun mal im Voraus zu planen, damit nicht schon wieder etwas schiefging. Ich glaubte daran, dass man in dieser Welt ein Gleichgewicht herstellen musste. Niemand durfte zu sehr verzweifelt sein oder zu viele Hoffnungen haben, denn aus der größten Hoffnung wurde die größte Verzweiflung und umgekehrt. Dies würde ich nicht zulassen. Ich würde diese Welt auf meine Art retten und jeder der sich mir in den Weg stellte, selbst wenn es die Regierung und meine früheren Vorgesetzten es waren, würde es mit mir zu tun bekommen. Ich würde nicht von meinem Ziel abweichen. Ich würde diese Welt retten, angefangen bei dieser kleinen Gruppe, selbst wenn mich alle hassen sollten, das war mein Plan, welchen ich nun schon so lange verfolgte und ganz bestimmt nicht aufgeben würde.

Ich weiß nicht, woran ich es erkannt habe, aber du willst die Welt retten. Ich weiß nicht wie und vielleicht weißt du es selber nicht, aber das ist gut so. Ein toller Schritt und ich wünsche dir alles Gute dabei und wenn wir eines Tages beide Erfolg mit diesem Ziel haben, dann werden nicht nur wir glücklich sein.

Oh ja, Eurydike hatte mich komplett richtig eingeschätzt. Wäre da nicht diese kleine Tatsache gewesen, dass sie so hoffnungsvoll eingestellt war, wäre es vielleicht gar nicht vonnöten gewesen ihr das zu nehmen, was sie glücklich gemacht hat. Am Ende hatte sie es leider nicht mehr verarbeiten können, doch wäre Risa nicht gewesen, so hätte ich die Ultimative Nymphe bestimmt ins Gleichgewicht gebracht. Etwas, was ich jetzt auch bei den anderen machen würde. Und damit verließ ich sichtbar mein Zimmer, vorbei an Sachi, Metaruhato und Aria. Sie waren nicht begeistert mich zu sehen und ich grüßte sie auch nicht, während ich das Treppenhaus betrat und mich unsichtbar machte. Es war Zeit wieder meiner Arbeit nachzugehen.

Mike
Kaum hatte ich mein Zimmer betreten, die Tür hinter mir geschlossen, war es bereits um mich geschehen. Schneller, als ich es hätte kontrollieren können, hatten mich meine Gefühle eingeholt und ohne länger darüber nachzudenken, packte ich meinen Rucksack und warf ihn quer durchs Zimmer. Wütend trat ich nach dem Nachttisch, welches sofort umfiel und den Inhalt der Schublade entleerte. Doch darum kümmerte ich mich nicht, stattdessen packte ich die Decke und wollte sie auseinander reisen. Verzweifelt zerrte ich daran und konnte nur daran denken, wie es mir nur besser gehen würde, wenn alles um mich herum so zerstört, wie ich wäre. Doch die Decke blieb konstant und so sank ich auf meine Knie und konnte meine Tränen nicht länger zurückhalten. Das konnte doch nicht wahr sein…. Jetzt war ich noch nicht einmal mehr gut genug, einen einfachen Gegenstand zu zerstückeln. Ich war einfach nur nutzlos, denn ich hatte es ja noch nicht einmal geschafft, Fabula zu retten. Sie davon abzuhalten zu sterben.
Und während ich am Boden kauerte und einfach nur weinte und mir selbst Vorwürfe machte, vergaß ich die Zeit um mich herum. Doch diese war auch nicht wichtig, denn so langsam wurde ich mir einer Tatsache bewusst: Das alles war gar nicht meine Schuld. Es war Shawns! Es war ganz allein seine Schuld! Wäre er nicht gewesen, wäre das alles nicht passiert. Er mit seinen blöden Träumen und seiner ach so göttlichen Präsenz.
„Oh, diesen Blick kenne ich noch nicht, aber ich glaube, er gefällt mir.“
Ich grinste verschmitzt, während ich hoch blickte und in Fabulas Augen blickte. Ja, ich glaubte, mir gefiel dieses Gefühl auch. Es war im Moment das einzig Richtige. Mit neu gewonnen Eifer packte ich meinen Rucksack und zog mehrere Waffen heraus, bevor ich ein neues Material ergriff, welches ich überhaupt nicht darin hätte finden sollen.
„Überrascht? Monokuma hat dir doch gesagt, dass es ein Motiv gibt. Er unterstützt dich in deinen Plänen. Du darfst bauen, was du möchtest… Immerhin bist du der Ultimative Waffenhersteller, richtig?“
„Ja.“
Ich nickte, während ich nun zum ersten Mal vor ihren Augen etwas zusammenbaute. Egal was ich mir vorstellte, ich konnte jedes mögliche Bauteil aus meinem Rucksack ziehen, fast so, als hätte er einen unendlichen Boden.
„Du musstest so sehr leiden. Das bekommt er jetzt zurück.“
„Das ist richtig so, aber pass auf dich auf, ja?“
„Natürlich, aber du bleibst besser hier. Den Anblick tue ich dir nicht an.“
Ich spürte zwar nicht ihre Wärme, aber ich sah, wie sie die Arme um mich legte und das genügte mir. Ja, ich wusste, dass diese Fabula nicht echt war, aber das war egal, denn zumindest war sie hier. Hier bei mir. Und dafür, dass sie mich nicht berühren konnte, würde bald jemand büßen. Fast schon hinterlistig blickte ich auf die Pistole in meiner Hand, während ich sie in die Taschen meiner grauen Stoffjacke steckte und sie fest umklammert hielt. Ich beachtete weder Sachi noch Metaruhato, während ich in den Lift stieg und in den Keller fuhr. Kakerlaken versteckten sich immer dort, wo es kalt und feucht war. Vorsichtig trat ich raus, während ich mich etwas ins Lager begab und mich umblickte.
„Shawn! Komm raus!“
Natürlich tat er es nicht. Aber was hatte ich auch anderes von dem Feigling erwartet? Während ich mich wieder zum Fahrstuhl begab, erblickte ich ihn wieder. Er stand direkt vor den Türen und drehte sich nun mit einem leicht verschlafenen Ausdruck zu mir um, fast so, als wäre es ihm egal, dass er das Ultimative Orakel auf dem Gewissen hatte. Und damit tat ich das einzige Richtige. Ich rannte auf ihn zu, zog die Pistole und drückte ein paar Meter vor ihm stehend ab. Noch während ein lauter Knall ertönt und der Körper vor meinen Augen zusammenfiel, fiel ich auch auf die Knie. Hatte ich das gerade wirklich getan? Hatte ich gerade wahrhaftig jemanden umgebracht?
„Ha… Ha…. Ha…“
Ein Lachen entwich meiner Kehle, während ich die Waffe fallen ließ und mir meine Hände vor die Augen schlug. Das war doch wahrlich köstlich, oder? Ich hatte einfach jemanden erschossen und nun lachte ich hier, nachdem ich die Liebe meines Lebens gerächt hatte. Das machte so wahnsinnig viel Sinn. Ja, es war wie in einer Geschichte, die ich niemals so formuliert hätte. Der Böse war immer jemand, der alles Recht der Welt dazu hatte, das zu tun, was er tat. Er war wie der Held, jemand, der etwas verloren hatte, doch anstatt wie ein Held daraus Mut zu schöpfen und so etwas verhindern zu wollen, verdarb etwas tief in ihm drinnen und er fing an die ganze Welt zu hassen. Ah! Deswegen lachte ich also. Ich lachte, weil ich es nicht bei Shawn belassen wollte. Auch die anderen sollten sterben. Sollten sie doch wie Fabula leiden und hingerichtet werden. Dann wäre ich endlich frei und könnte damit den Mastermind auch noch erschlagen. Ich würde gewinnen. Noch während der Plan Gestalt annahm, wurde mir bewusst, dass ich gar nicht wusste, wie viel Zeit vergangen war, als ich auch schon etwas hörte, was gar nicht jetzt schon hatte ertönen sollen und schon gar nicht so…
„Drei Leichen wurden gefunden.“

Eagle
Noch immer spürte ich die Umarmung Arias, obwohl sie schon so lange her war. Es war wirklich einem Wunder gleich gekommen, aber in ihrer Nähe fühlte ich mich automatisch besser. Nach der unerfreulichen Sache mit dem Krokodil hatten wir uns in die Halle zurückgezogen und ich hatte erstmal meine neuen Schuhe ausprobiert.
Währenddessen hatte mir Aria etwas über ihren Vater erzählt. Allein von der Liebe in der Stimme konnte ich heraushören, wie wichtig er ihr war. Und die Geschichten bläuten mir Respekt ein. In ihren Geschichten kam er rüber wie ein Heiliger und irgendwie zweifelte ich nicht daran, dass dem tatsächlich so war.
Ich wollte sie schon aufmuntern, da er ihr wirklich zu fehlen schien, doch dann entdeckte sie etwas; an mir.
„Was macht d‘r Knopf da an dein‘m T-Shirt? War d‘r schon imm‘r da?“
Tatsächlich war er neu und nachdem ich einfach mal draufdrückte, ertönte laute Musik.
„Ein Sound-T-Shirt“, strahlte ich.
Zusammen schalteten wir ihn an und aus, nur um herauszufinden welche Songs es so gab. Wir kamen zu keinem Ende.
Dennoch war es schön den Klängen zu lauschen, neben einem hübschen und sportlichen Mädchen zu sitzen, zu rauchen und dabei dem Treiben in der Halle zuzusehen.
Drew verbrachte seine Zeit damit, sich die Schilder beim Schalter durchzulesen, während Ephraim hinter eben diesen verschwand.
„Na ihr Turteltäubchen“, hörten wir Ona hinter uns grinsen.
Ich grinste zurück: „Hast du extra auf das Lied gewartet für deinen Auftritt?“
Aria lachte: „Ist das nicht das Feuerwehrmann Sam Intro?“
Schmollend drehte uns die Rothaarige ihren Rücken zu: „Feuerwehrfrau Ona. Das wäre der perfekte Titel für eine Fernsehserie für Kinder.“
Lucas, welcher gerade aus dem Lift getreten war, sah so aus, als würde er am liebsten wieder zurückgehen, als er unser Gespräch mitbekam.
Ich winkte ihn zu uns rüber. Er hatte sicherlich seine Gründe, aber Kommunikation würde unsere Gruppenbildung nur stärken und er wirkte einfach wie jemand, den man fest einbinden musste, damit er auch wirklich Teil des Teams wurde. Wahrscheinlich war er ansonsten einfach zu schüchtern.
„Was klingt besser ‚Feuerwehrmann Sam‘ oder ‚Feuerwehrfrau Ona‘?“, fragte ich ihn beherzt.
Er schnaubte nur: „Beides klingt bescheuert. Habt ihr nichts Wichtigeres zu besprechen als solche Kinderreien?“
„Zum Beispiel?“, hob Aria eine Augenbraue hoch.
Kurz überlegte Lucas, ehe er mit den Schultern zuckte: „Vielleicht über Shawn. Er sieht wirklich nicht gut aus. Als wäre er völlig fertig. Vergisst es: Er ist völlig fertig.“
Ich war angenehm überrascht. Hatte ich es doch gewusst, dass der Tigerzähmer kein übler Kerl war. Er machte sich wirklich Sorgen um meinen ehemaligen Zimmergenossen.
Und wenn man über den Teufel sprach, dann erschien er auch.
Die Fahrstuhltür ging auf und Shawn lag in eben diesen schlafend in der Ecke.
„Ich kümmere mich mal um ihn“, verabschiedete sich Ona von uns mit einem Winken, während sie gerade noch so eine Hand zwischen die Türen strecken konnte.
Ich winkte zurück und war nur froh, dass sie sich so sehr um meinen Freund kümmerte.
„Feuerwehrfrau im Einsatz“, schrie ihr Lucas noch hinterher, als sich auch schon der Fahrstuhl schloss. Passen dazu lief ein Lied über Aufzüge in meinem T-Shirt los.

Kiyoshi
Ich atmete tief ein und aus, was nicht gerade half, was aber vielleicht daran lag, dass ich dies mit meinen schlagenden Herzen zu schnell machte. Gleichzeitig versuchte ich auch noch zu hören, ob irgendjemand draußen stand, was ebenfalls nicht gut gelang. Doch eins war mir klar: Ich würde hier unmöglich den ganzen Tag sitzen können, dahingegen wäre mir dies durchaus in meinen Zimmer möglich. Dort könnte ich einfach auf krank machen, während man mich hier in mein Zimmer würde bringen wollen. Ja, ich musste hier weg und einfach zurück in meinen Raum gehen, ohne dass mich jemand sah. Mit einer miesen Vorahnung und doch der Gewissheit, dass hinauszögern nichts bringen würde, schloss ich die Tür auf und schaute in die leere Halle. Sehr gut. Jetzt musste ich nur noch schnell genug zu den Treppen und dann nach oben. War ja nicht so schwer. Aber noch während ich versuchte zu der Treppenhaustür zu sprinten, wusste ich, dass dieser Gedanke naiv gewesen war.
„Was ist denn mit dir passiert?“
Geschockt drehte ich mich zu Rochelle um, welche lauter Fledermäuse um sich herum hatte, welche anscheinend nicht loslassen wollten.
„Das… Das könnte ich dich auch fragen.“
Ich war so mit meinem eigenen Problem beschäftigt gewesen, dass mir gar nicht klar geworden war, dass auch andere im Konflikt mit diesem Motiv standen. Ich wollte überhaupt nicht wissen, wie weit die anderen davon betroffen waren, denn auch wenn Rochelle im Moment noch einigermaßen glücklich wirkte, konnte ich mir gut vorstellen, dass auch sie irgendwann genug davon haben würde.
„Nein, die Frage bleibt bei dir, denn ich bin nicht diejenige, welche plötzlich unmenschlich erscheint.“
Mein Mund klappte mir auf und noch während ich mir eine Antwort einfallen lassen wollte, hörte ich ein leises „Pling“, welches das Erscheinen des Aufzuges ankündigte. Erschrocken fuhr ich herum, nur um zu sehen, wie sich die Türen öffneten und ich nichts anderes tun konnte, als erstickt aufzuschreien. Ein noch leicht brennender, pechschwarzer Körper kippte nach vorne um. Ob dies nun der Rücken oder der Bauch war, war nicht mehr zu sagen. Das einzige was feststand, war, dass sich die Asche beim Aufprall zerstreute und nichts lebendiges mehr übrig war. Doch das war wohl kaum das Schlimmste. Das Schlimmste war, dass nicht nur dieser Körper zu sehen war, denn auch im Aufzug konnte ich Aschehaufen erkennen.
„Drei Leichen wurden gefunden. Alle Spieler versammeln sich bitte im 1. Stock, damit ich ihre Fähigkeiten mit dem jetzigen Beenden des Motives, entfernen kann. Hierbei ist es Pflicht, die Treppe zu nehmen, da der Lift Tatortbestand ist und nicht bewegt werden darf.“

Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.
~ Onkel Ben (Spiderman)

₪₪₪
Hey :)
Wie bereits vorgewarnt, hat es länger gebraucht, bis dieses Kapitel erschien und leider wird dies auch beim nächsten Kapitel der Fall sein, doch da es wohl gemein wäre, euch drei bis vier Wochen warten zu lassen, bis ihr erfahrt, wer tot ist und wer noch lebt, habe ich meine bekannten Abschiedsworte zu einem toten Charakter, bereits in das Ende dieses Kapitel gepackt. Sollte es jemand trotzdem lieber nicht erfahren, so kann er ja einfach nicht weiter lesen.

Ich wünsche euch eine angenehme Zeit.
Herzliche Grüße
Nymphen



Allgemein lässt sich sagen, dass viele der Toten vielleicht noch nicht ihr ganzes Potenzial erreicht haben und auch noch nicht alles zum Vorschein von ihrer Vergangenheit und co. kam. Aus diesem Grund werde ich dies auch noch mit einbauen, keine Sorge. Also bitte bleibt ruhig, falls euer Charakter jetzt tot ist und ihr davon enttäuscht seid, dass ich etwas noch nicht erwähnt habe.
Fangen wir mit dem offensichtlichsten an:

Ona: Das Mädchen war wirklich ein außergewöhnlicher Charakter, aus welchen man nicht ganz schlau geworden ist. Ich schätze das hat ihren Charme ausgemacht. Gerade bei ihr war es sehr leicht, dass sie mit vielen verschiedenen Leuten geredet hat, da sie sehr offenherzig war und schätzungsweise somit weit oben steht bei der Liste, der Leute, welche viel mit anderen geredet haben. So etwas sehe ich als Autorin sehr gerne und es hat mich wirklich gefreut, aus ihrer Sicht schreiben zu dürfen.

Shawn: Wow. Niemand hat gesagt, dass diese Abschiedsworte wirklich leicht zum Schreiben sind. Ich für meinen Teil war seit Beginn der Meinung, dass Shawn eine Figur ist, welche so viel Liebe, wie nur irgendwie möglich, verdient hat. Er hatte es wahrlich nicht leicht in seinem Leben und auch im Todesspiel hat er hier wohl den Gegensatz zu Ona gebildet und dadurch wohl leider nicht sehr viele Freunde gefunden. Ich hätte ihn wirklich ein Happy End gewünscht, auch wenn ich denke, dass es hier wohl das gnädigste ist, dass er nicht mehr weiter leiden muss. An Einfallsreichtum hat es bei seinem Charakter aber auf keinen Fall gemangelt.

David: Der geheimnisvollste Charakter von allen. Ich weiß ich habe gesagt, dass ich wohl noch das ein oder andere ansprechen werde in den Kapiteln, doch lockte es mich schon, ein Geheimnis Geheimnis sein zu lassen und die Leser auf ihre eigene Vorstellungsreise zu schicken. Seine Ansichten waren auf jeden Fall sehr speziell und gar nicht so unlogisch aufgebaut. Hätte er doch nur etwas mehr Zeit gehabt, vielleicht hätte er dann wirklich etwas erreichen können. Doch so läuft es wohl nicht im Leben, was mir natürlich sehr Leid tut für den Ersteller.
Hierbei bedanke ich mich für die Teilnahme und hoffe natürlich, dass ihr weiterhin die Geschichte verfolgt oder zumindest euren Mörder erfahren möchtet.
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