Tetris - Rotationssperre

von Yumestar
GeschichteHumor / P12
Ai / I-Tetramino Elle / L-Tetramino Ess / S-Tetramino Jay / J-Tetramino Tee / T-Tetramino Zed / Z-Tetramino
15.07.2018
15.07.2018
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Rotationssperre


Prolog


„Status Report.“, bat Kapitän Tee, als er auf das vor sich schaute. ‚Das vor ihm‘ war eine Art Sternenschauer, nur ohne Sterne, aber mit Tetraminos, also ein ‚Tetraminoschauer.‘ Wahllos fielen die farbenfrohen Blöcke nieder und verschwanden, wenn sie den Boden berührten. Nur wenn einer der Tetris Crew mit diesen interagierte, würden sie nicht verschwinden, sondern eine Reihe bilden. Dann könnte man problemlos Tetris spielen, vielleicht ein kleiner Kampf zwischen Freunde, einfach aus Lust und Laune. Das hatte die Tetris Crew heute eigentlich vor gehabt und eigentlich hätten sie das hier nicht erwartet.
„Kannst du nicht selbst rausfinden, was da los ist?!“, entgegnete die grünhaarige Navigatorin, Ess, ein wenig gereizt. Sie hasste es, wenn Tee wieder mit seinem üblichen ‚Status Report‘ kam. Er machte ständig welche und niemand hörte sie sich an. Zudem war er gerade live dabei, wozu brauchte er jemanden, der ihm einen Status Report gab? Manchmal verstand die grünhaarige Dame ihren Kapitän nicht.
Wie eigentlich immer ignorierte Tee den Kommentar seiner Navigatorin und wendete sich stattdessen an den Ingenieur des Raumschiffes: „Ai? Weißt du, was hier los ist?“
„Ich weiß nicht, was los sein sollte.“, meinte der humanoide Hund und legte nachdenklich eine Pfote ans Kinn, „Der Tetraminoschauer ist doch normal. Alles ist in bester Ordnung.“
„Eben nicht!“, protestierte Ess, die das ‚Es ist alles in Ordnung‘ – Gerede satt hatte, „Als ich den Tetramino drehen wollte, hat es nicht funktioniert!“
„Hach, Ess, vielleicht hat dir nur der Schwung gefehlt!“, mischte sich nun Jay ein. Seine Zwillingsschwester gab ebenfalls ihr Kommentar ab: „Mit viel Schwung drehen sie sich sicher schneller als Ai auf dem Kinderkarussell.“
„Ich bitte euch, erinnert mich nicht daran.“, seufzte Ai und versuchte die aufkommenden Erinnerungen – und den aufkommenden Mageninhalt- zu verdrängen.
„An dem Schwung liegt es nicht.“, meldete sich nun wieder der Kapitän zu Wort. Er schaute für einen kurzen Moment auf einen T-Tetramino, bevor er weitersprach: „Ich habe es ebenfalls versucht. Auch bei mir funktioniert es nicht ordnungsgemäß.“
„P-Pi! P-Pi-Pi!“, stimmte O, Tees helfende Hand, zu.
„Meine Systeme spüren auch keine Möglichkeit zur Rotation.“, erklärte der Roboter Zed mit seiner metallischen, kühlen Stimme.
„Ah!“, plötzlich schien Ai einen Einfall gehabt zu haben, denn er hob deutlich eine Kralle, „Zed hat mich auf eine Idee gebracht. Ich denke, ich weiß, was hier vor sich geht.“
„Du weißt es?“, wunderte sich Tee, der davon nicht ganz überzeugt war. Er stand mit gekreuzten Armen noch immer vor diesem einen T-Tetramino, doch hatte er seinen ruhigen Blick seinem Ingenieur zugewandt.
„Ja, Käpt’n.“, antwortete Ai und wartete, bis jedes Teammitglied den Blick auf ihn gerichtete hatte, „Ich habe mal von einem sehr seltenen Phänomen gehört.“
„Phänomen?“, fragte Ess überrascht.
„Ein Phänomen ist etwas, was sich beobachten oder wahrnehmen lässt. Eine Art Erscheinung.“, klärte Zed sie auf.
„Das weiß ich doch, Papa!“, zischte sie, da sie nicht wollte, dass alle dachten, sie sei dumm. Das hätte aber eh niemand geglaubt, weil niemand so unfreundlich gewesen wäre.
„Und was für ein Phänomen, Ai?“, hinterfragte Tee mit einem entspannten und doch ernsten Blick, „Hat es einen genauen Namen.“
„Ja. Man nennt es ‚Rotationssperre‘.“, erklärte Ai und als er in die fragende Blicke seiner Freunde schaute, wusste er, dass er das genauer erläutern musste: „Die Rotationssperre sorgt dafür, dass sich ein Tetramino nicht mehr drehen lässt. Dadurch fallen die Tetraminos auch in seltsamen Formatierungen nieder. Es sollte dadurch schwieriger sein, Reihen aufzulösen.“
„Achso, ok.“, meinte Tee nur und warf einen Blick auf die fallenden Steine. Diese hatten wirklich seltsame Formatierungen angenommen; Sie sahen nicht so wie immer aus, nicht so, wie sie normalerweise aufs Spielfeld fielen. Er sah sogar Formen, in welche er die Tetraminos wahrscheinlich niemals bringen würde und er schaudert ein wenig. Wie konnte man mit diesen wahllosen Rotationen überhaupt Tetris spielen? Er schüttelte nur verständnislos den Kopf und wendete sich wieder dem Hund zu: „Wie lange wird dieser Zustand anhalten?“
„Oh, ich weiß nicht recht, Käpt’n. Das müsste ich nachlesen.“, informierte Ai, „Es könne sich um einige Stunden, einige Tage oder sogar um Wochen handeln. Vielleicht hält das auch ein Jahr an. Ich werde auf alle Fälle Informationen dazu heraussuchen.“
„Sehr gut.“, der Lilahaarige versuchte zu lächeln, doch schaffte es nicht. Selbst wenn scheinbar keine Gefahr von dieser ‚Rotationssperre‘ ausging, wer sagte ihm, dass er jemals wieder normal Tetris spielen könnte? Er fürchtete sich davor. Was wäre, wenn er niemals wieder ein richtiges Tetris Match haben könnte? Die Gedanken daran stimmten ihn traurig.
„Also kann man damit normal Tetris spielen?“, erkundigte sich Ess, die die Traurigkeit von Tee kalt ließ.
„Normal würde ich jetzt nicht sagen, aber ich denke, dass das Spielen kein Problem darstellen wird.“, erklärte Ai ihr.
„Super!“, freute sie sich und wendete sich den Blöcken zu, „Dann werde ich es versuchen!“
Doch bevor sie einen Tetramino berühren konnte, um das Spiel zu starten, hielt Tee ihren Arm fest: „Ess, wir wissen nicht, ob es nicht doch gefährlich sein könnte.“
„Spaßbremse!“, zischte Ess wütend und befreite sich aus seinen Griff. Dann sprach sie mit etwas ruhigeren Gemüt: „Ich werde das jetzt ausprobieren und niemand wird mich daran hindern.“
„Gut.“, meinte Tee nur, der innerlich am liebsten mit den Augen gerollt hätte, „Sie wird eh nie auf mich hören.“
„Käpt’n, keine Sorge. Ich denke nicht, dass von den Steinen eine Gefahr ausgeht.“, meldete sich der Ingenieur wieder zu Wort.
„Das werden wir ja noch sehen.“, meinte Tee nur unbeeindruckt. War er wirklich der Einzige, der darin eine Gefahr sah?
„Wir wollen auch!“, riefen Jay und Elle völlig synchron. „Wenn etwas völlig außer der Reihe tanzt,“, fing Jay den Satz an, der von Elle zu Ende gesprochen wurde: „Dann müssen wir noch mehr aus der Reihe tanzen!“
„Bitte, ihr nicht auch noch.“, der Lilahaarige seufzte nur und hielt sich die Hand an den Kopf, „Warum hört eigentlich niemand auf mich?“ Vielleicht wäre er lieber doch nicht Tetris-König geworden. Vielleicht hätte er dann nicht diesen verrückten Haufen als Crew bekommen… Andererseits mochte er diesen irren Haufen ja schon ziemlich. Jetzt musste er doch lächeln. Sie waren seine Freunde; sie waren wie Familie.
„Aber wir lassen dir gerne den Vortritt, Ess.“, meinte Jay, der mit seiner Zwillingsschwester ein Stück hinter Ess stand.
„Ja, versuch du es zuerst.“, rief Elle fröhlich und lächelte ihren Zwillingsbruder an.
„Ach, gibt doch einfach zu, dass ihr euch nicht traut!“, sagte Ess in einem leicht überheblich tuenden Tonfall.
„Wir trauen uns ja.“, fing Jay an und grinste hinüber zu seiner Schwester, die seine Gedanken schon verstand und den Satz beendete: „Aber du hast dich zuerst gemeldet. Da ist es nur fair, wenn du anfängst.“
„Ja, wir halten uns an die Spielregeln.“, redete Jay weiter.
Oh? Seit wann denn das?“, dachte Tee nur ironisch und rollte innerlich mit den Augen, „Das wäre ja zu schön um wahr zu sein.“
„Achso?“, machte Ess nur und blickte den S-Tetramino an, „Wenn das so ist, dann gebe ich dem Ganzen mal einen Versuch.“
Als sie das gesagt hatte, streckte sie ihre Hand aus und berührte den grünen S-Tetramino, wodurch ihre Hand grün aufleuchtete, „Tetris Battle!“ und das Spiel begann mit dem Countdown.
3… Tee und die Anderen stellten sich in einem Halbkreis um Ess auf und schauten ihr über die Schulter. Sie waren alle ziemlich neugierig auf diese ‚Rotationssperre‘.
2… Ess stellte sich schon einmal startbereit auf und zog eine entschlossene Miene. Sie würde den Anderen schon zeigen, dass sie keine Rotationen brauchte, um ein Tetris Spiel zu gewinnen.
1… Sie schaute sich schon einmal die Steine an, die gleich aufs ‚Spielfeld‘ fallen würden. Kurz schaute sie etwas schockiert bei diesen seltsamen, völlig wahllosen Ausrichtungen, doch von diesen würde sie sich nicht entmutigen lassen.
GO! und das Spiel begann. Zuerst fiel ein langer I-Tetramino auf das Spielfeld nieder und Ess platzierte ihn an den Rand des Spielfeldes.
„Das ist doch einfach!“, behauptete sie mit einem fröhlichen Lächeln.
„Du hast erst einen Stein gesetzt!“, stellte Tee klar. Irgendwie hatte er es heute nicht so mit seinen Nerven.
„Olle Spaßbremse!“, lachte Ess, die gerade einen S-Tetramino ans Ende des I-Tetraminos setzte, „Mach du es doch besser, wenn du dran bist.“
„Ich werde es nicht einmal versuchen.“, meinte er stur und verschränkte die Arme vor die Brust, „Ich weiß immer noch nicht, ob das gefährlich ist. Es könnte uns alle in Gefahr bringen. Erinnert ihr euch an letztes Mal? Da haben sich zwei Dimensionen miteinander vermischt!“
„Das war der Fehler dieses blöden Hüters, der nicht seinen Job macht.“, entgegnete Ess, die gerade doch einige Probleme auf dem Spielfeld hatte, „Uh?! Wo kann ich denn dieses Teil hinsetzen?“
Kurz blickte sie auf den T-Tetramino für den sie keinen Platz auf ihrem Spielfeld fand. Zumindest keinen Platz, der die Reihe lückenfrei lassen würde.
„Was ist das denn für eine blöde Ausrichtung?“, fragte sie etwas genervt, „Wie kann meinen T-Tetramino nur in T-Ausrichtung aufs Spielfeld bringen?!“
Tee räusperte sich einmal: „Ess, sag nichts gegen meinen Tetramino.“
„Tee! Wie kann man den nur in solch eine Form aufs Spielfeld fallen lassen?!“, wollte das Mädchen genervt wissen.
„Oh… Um… Also, solch eine Ausrichtung ist nützlich für einen T-Spin oder um Lücken zu füllen.“, er lächelte sogar etwas, als er anfing über seinen Lieblingsblock zu reden: „Eigentlich ist diese Ausrichtung sogar ziemlich praktisch. Einen T-Spin Double führt man damit ganz leicht aus und es ist einfach ihn in ein paar Lücken zu bewegen.“
„Teeeee.“, Ess ließ ein langes Seufzen aus, „Ich brauche keinen Vortrag über den T-Tetramino. Ach, ich halte den jetzt einfach fest, bis ich ‚eine Lücke zu füllen‘ habe.“ Und mit diesen Worten hielt sie den Steinen fest, sodass der Nächste aufs Spielfeld fallen konnte.
„Ich denke, ein T-Spin wird bei Rotationssperre nicht möglich sein.“, meinte Ai nachdenklich.
„Was?!“, platzte es aus Tee, „A-Aber… Aber das ist mein Move!“
„Hach.“, der Hund seufzte einmal und rückte seine Brille zurecht, „Dort einen Tetris zu verführen wird auch nicht einfach werden.“
„Du bist ja wenigstens noch nützlich.“, äußerte sich Tee mit ausdrucklosen Augen, „Aber der T-Spin hat keine Existenz mehr.“
„Ach, Tee.“, meldete sich nun wieder die Spielerin zu Wort, die gerade mit Mühe eine Reihe aufgelöst bekam, „Niemand braucht T-Spins, die sind viel zu kompliziert.“
„Das sagt die, die den S-Tetramino anbetet.“, erwiderte er und wendete seinen Blick ab, „Der S-Tetramino, der den T-Tetramino unwichtig macht.“
Dann warf er seinen Blick wieder aufs Spielfeld, welches schockierenderweise nicht mehr nach Tetris ausschaute. Eher wie ein Haufen Steine, die man wahllos aufeinandergesetzt hatte. Bei Tetris sollte man versuchen, das Feld möglichst lückenfrei zu halten und jetzt… Jetzt waren da auf dem Feld von Ess so viele Lücken, dass man nicht einmal mehr zählen wollte. Es waren schon viel zu viele und sie war beinahe schon oben.
„Ach verdammt! Das funktioniert nicht!“, schrie sie frustiert, als sie mit einem oben platzierten L-Tetramino das Spiel enden ließ. Dann ließ sie sich sauer auf den Boden nieder: „Ich hab nicht einmal Level 2 geschafft.“
„Oh? Hast du am Anfang nicht gesagt: Das ist ja einfach?“, Tee konnte nicht anders als Salz in ihre Wunde zu streuen.
„Du bist gemein!“, schrie sie und erhob sich, „Du hast es nicht einmal probiert und bist dann so gemein!“
„Ich bin also gemein?“, er hob nur eine Augenbraue in die Höhe.
„Käpt’n. Ich denke, ihr seid beide gemein zueinander.“, mischte sich nun Zed ein, der Streit überhaupt nicht mochte, „Tee, du solltest es erst einmal selbst ausprobiert haben, bevor du über andere urteilst und du, Ess, solltest deinen Frust nicht an Tee auslassen.“
„Tut mir leid.“, entschuldigten sich die beiden gleichzeitig und schauten geknickt zu Boden.
„Interessant.“, meinte Ai, der das Spielfeld noch für eine kurze Zeit betrachtete: „Die Rotationssperre gibt dem Spiel gewiss einen neuen Schwierigkeitsgrad und es macht wesentlich frustrierter.“
„Aber kein Spiel ist zu schwer für uns!“, riefen Jay und Elle gleichzeitig, „Jetzt sind wir dran!“

Hallo und herzlich Willkommen zu meiner kleinen Tetris-Fanfiktion mit dem Titel „Rotationssperre“. Eigentlich sollte es ein Oneshot werden, doch jetzt mache ich eine kleine Geschichte draus. In dieser geht es hauptsächlich um den Spielmodus ‚Rotationssperre‘ aus Tetris Ultimate, wo man die Tetris-Steine nicht drehen kann. Als ich mich an den Modus versucht hatte, habe ich daran gedacht, wie sich Tee und seine Crew an dem Modus versuchen und so ist die Idee entstanden. Ich hoffe euch gefällt diese kleine Tetris Fanfiktion, immerhin gibt es ja auch noch nicht so viel Tetris Fanfiktion.
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