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The Other Side

von Runa97
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18
Albus Dumbledore Draco Malfoy Hermine Granger Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle OC (Own Character) Severus Snape
15.07.2018
21.11.2020
83
125.478
85
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21.11.2020 972
 
In einer Woche würden die Verhandlungen sein. Es gab einige davon, viel musste aufgearbeitet werden, doch keine wurde medial so zelebriert, wie die von dem gefürchteten Lord Voldemort. Mit keinem Wort wurde erwähnt, was wirklich passiert war. Dumbledores Tod wurde wie ein Volkstrauertag dargestellt.

Wieder einmal ließ ich den Tagespropheten in meiner Hand in Flammen aufgehen. Severus kommentierte dies mit einer hochgezogenen Augenbraue.

„Sie lügen. Tag für Tag lügen sie und geilen sich an Tom auf!“ Der Kaffee in meiner Tasse fing erneut an zu kochen und mein Vater, der bisher schweigend sein Frühstück gegessen hatte, starrte erst auf meine Tasse und dann hilfesuchend zu Severus, der mit einer Handbewegung meine Tasse verschwinden ließ.

„Es bringt nichts, sich aufzuregen“, meine Mutter versuchte mich zu beruhigen. Ich biss mir auf die Zunge, sagte aber nichts. Ich wollte mich nicht auch noch mit meinen Eltern anlegen.

Ein großer Uhu ließ sich am Fensterbrett nieder. Dankbar für die Ablenkung stand ich auf und holte den wichtig aussehenden Brief, der an mich gerichtet war. Neugierig öffnete ich das Siegel und las es mir durch.

„Ich soll als Zeuge in Toms Verhandlung aussagen“, ich fühlte, wie mir die Farbe aus dem Gesicht wich. Aber das war noch nicht alles. „Sie haben mich als Mrs. Riddle angeschrieben“, ich reichte den Brief an Severus weiter, der ihn mir kommentarlos abnahm und ebenfalls durchlas.

„Das hatte ich nicht erwartet“, sagte er nach einer Weile. „Was verfolgt Kingsley damit?“, fragte ich ihn ernst und er schaute mich an. „Ich bin ehrlich, Elin. Ich befürchte, dass es mit dem Fake Prozess nichts mehr zu tun hat. Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen, dass es echte Prozesse werden.“

Ich sagte nichts, hatte ich doch eben dieses befürchtet.

„Dann wird Tom keine Chance haben“, ich sagte die Worte, eh ich wirklich darüber hatte nachdenken können.

„Sag sowas nicht, wir finden eine Lösung.“ Es war Hermine, die sich nun einmischte. Sie legte ihre Hand auf Severus Hand und redete weiter. „Es wird keiner Verurteilt werden. Wir müssen mit Harry sprechen, er wird sowieso Aussagen müssen. Wahrscheinlich müssen wir die Prophezeiung ins Spiel bringen und bei Merlin, wir werden jeden ausfindig machen, der etwas zu Dumbledores Machenschaften zu sagen hat.“ Entschlossen blickte sie mich an und ich nickte. „Vielleicht können wir nach Hogwarts, können unter den Schülern fragen. Ich weiß, dass gerade in Slytherin kaum jemand etwas von Dumbledore hielt.“

„Bedenkt, dass die Verhandlungen nächste Woche beginnen. Anstatt in der Masse zu suchen, reichen uns vielleicht die ein oder andere heftige Aussage. Was ist mit deiner Schwester, Elin? Dumbledore hätte sie retten müssen.“ Severus schaute zu mir. „Deine ganze Geschichte sollte genügend zu denken geben, warum bist du damals zum dunklen Lord gegangen, warum hast du dein Leben aufgegeben? Weil Dumbledore sich nicht kümmerte.“

Ich schmunzelte, Severus hatte recht. Ich selbst lebte in der Überzeugung, dass der dunkle Lord der Böse gewesen war. Aber würde ich die Richter davon überzeugen können? Unsicherheit machte sich in mir breit.

***
Als ich am nächsten Morgen erneut den Tagespropheten in Flammen aufgehen ließ, war meine Unsicherheit spurlos verschwunden. Was diese Rita Kimmkorn sich einbildete? Ich hatte bereits einen Menschen umgebracht, auf einen weiteren würde es jetzt auch nicht mehr ankommen!

Severus hatte sich das zweite Exemplar der Zeitung gesichert, eh ich es hatte vernichten können und blätterte gerade um, sodass mir die Überschrift der heutigen Schlagzeile erneut vor Augen geführt wurde.

„Entführt, Verführt, Verhext – die Liebschaft des dunklen Lords“

Auf fast fünf Seiten schrieb die ach so tolle Journalistin über mich. Ich hatte wirklich keine Ahnung, woher sie die Informationen hatte. Vielleicht hatte sie mit ehemaligen Klassenkameradinnen über mich gesprochen. Mein Leben als Muggle in Slytherin war mir egal, sollten die Leute denken, was sie wollten. Aber das ich von Tom entführt worden wäre, er mich hatte aufgrund meiner Herkunft ermorden wollen und sich dann aber entschlossen haben sollte, mich gefügig zu machen. Was nahm das Weib sich heraus?

„Schatz, dein Ei“, meine Mutter klang verzweifelt und ich blickte auf die verkohlten Überreste meines Spiegeleis.

„Ich werde sie umbringen“, knurrte ich und Severus klappte sie Zeitung zusammen. „Ich steh dir da nicht im Weg, aber warte wenigstens bis nach den Verhandlungen.“

Auch Severus war in einem etwas kleineren Artikel nicht gut weggekommen. Scheinbar hatte die gesamte Bevölkerung keine anderen Probleme mehr, als uns.

Mein Vater schaute kritisch zwischen uns hin und her. Ich rechnete ihm allerdings hoch an, dass er sich seit Toms Verhaftung zurückgehalten hatte. Er hatte vielleicht keine positiven Worte verloren, aber auch keine Negativen.

„Ich werde denen zeigen, mit wem sie sich anlegen. Wenn sie denken, Tom wäre der Einzige, der was könnte, haben sie noch nicht genug recherchiert.“ Wütend stand ich auf und schmiss den Teller mit dem verkohlten Ei in die Spüle. Keiner unterbrach mich.

„Ich werde mir das edelste Kleid anziehen, was ich finden kann. Ich werde die besten Schuhe tragen, das teuerste Makeup. Sie werden lernen, wer die Frau des dunklen Lords ist!“ Ich spürte, dass meine Magie kurz davor war, außer Kontrolle zu geraten. Da ich niemanden verletzen wollte, entschuldigte ich mich und warf mir die nächstbeste Jacke über.

Ohne weiter nachzudenken apparierte ich zu dem kleinen Cottage, dass Tom für uns gekauft hatte. Ich sah es zwischen den Dünen, doch lief Richtung Meer. Ich musste den Kopf frei kriegen und der Wind wehte heftig und kühl. Ich konnte es mir nicht vorstellen, die nächsten Jahre ohne Tom zu verbringen. Ich müsste dringend in Erfahrungen bringen, was die Anklagepunkte waren, wie die Erfolgschancen waren. Hatte er einen Verteidiger? Gab es sowas in der magischen Welt? Was wäre die Höchststrafe? Nun lief ich doch zum Cottage, noch waren keine Sachen von uns hier, doch Pergament war schnell gefunden. Ich formulierte meine Fragen und apparierte zurück zum Riddle Manor, um eine Eule ans Ministerium zu schicken. Ich würde Tom da rausholen, irgendwie.
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