Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Musik der Liebe

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
14.07.2018
21.12.2020
19
53.291
16
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
20.07.2018 2.317
 
Disclaimer: Die Figuren aus Vampire Academy gehören nicht mir, sondern Richelle Mead.
Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.

___________________________________________________________________________________



II

Schwungvoll warf ich das letzte Kleidungsstück in den Koffer und klappte den Deckel zu. Endlich! Die Woche war vergangen. In einer Stunde wurde ich abgeholt und zum Flughafen gebracht. Ich setzte mich auf mein Bett. Vielleicht würde jetzt langsam wieder alles besser werden. Leise seufzend sah ich in die Zimmerecke. Dort stand, sorgfältig verpackt, mein Cello. Ich hatte es nicht einmal ausgepackt während ich hier gewesen war. Aber zurücklassen würde ich es auf keinen Fall.

Also nahm ich meinen Koffer und den Cellokoffer und ging aus meinem Zimmer die Treppe hinunter in den Aufenthaltsraum.

„Auf Wiedersehen Dr. Barrow, auf Wiedersehen Dr. Conrads. Vielen Dank für alles was Sie getan haben.“ Diese Worte waren an die beiden Psychologen gerichtet gewesen, die im Aufenthaltsraum saßen. Sie erhoben sich und Dr. Barrow reichte mir die Hand. Nach ihm schüttelte mir Dr. Conrads die Hand.

„Auf Wiedersehen Rose. Passen Sie gut auf sich auf und vergessen Sie nicht was sie hier gelernt haben.“

„Das werde ich nicht.“

Mit diesen Worten verließ ich den Aufenthaltsraum und ging durch die Vordertür. Strahlender Sonnenschein empfing mich, als ich durch die Tür trat. Ich liebte das Sonnenlicht. Genießerisch seufzend schloss ich die Augen. Freiheit… Naja, zumindest so gut wie. Das Internat war jetzt auch nicht die große weite Welt, aber immerhin konnte ich mich dort freier bewegen als hier.

„Miss Rose Hathaway?“ riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken.

Vor mir stand ein Mann in einer Uniform. Einer Chauffeuruniform.

… Oh Gott…

Das war so typisch. Ich blickte auf eine schwarze Limousine. Die hatte wahrscheinlich mein Vater geschickt. Die Aufmerksamkeit aller Leute des Flughafens war mir damit wohl sicher. Einfach nur peinlich. Der Mann starrte mich jedoch immer noch abwartend an und mir fiel ein, dass ich seine Frage noch gar nicht beantwortet hatte.

„Ähm ja, das bin ich.“

„Dürfte ich bitte Koffer nehmen?“

Meine Koffer? Ich hatte doch nur einen. Doch dann verstand ich. „Mein Cello nehme ich mit zu mir, vielen Dank.“

Er öffnete mir die Tür, ich stieg ein und lehnte mich zurück. Mein Vater hatte mir gesagt der Fahrer hätte mein Flugticket. Ich ahnte schon das schlimmste. Wenn er mir schon eine Limousine geschickt hatte, war das Flugticket wahrscheinlich für die erste Klasse. Naja. Wenigstens hätte ich dann Platz. Und würde mein Cello zu mir nehmen können.

Ich schloss die Augen und lehnte mich zurück. Jetzt dauerte es nicht mehr lange.

Ich nahm meinen Koffer und mein Instrument und lief Richtung Ausgang.

„Rose! Hier sind wir!“

Das war Lissas Stimme. Ich sah auf und lächelte. Dort stand sie mit Christian. Ich lief auf sie zu und umarmte sie. Es tat gut die beiden wieder um mich herum zu haben. Als ich mich zu Christian umdrehte musterte er mich schockiert. „Rose. Was ist mit dir passiert?“ Er nahm mich trotzdem in den Arm, jedoch ganz sanft, als hätte er Angst mich zu zerbrechen. Oh, das war es. Ihm war natürlich aufgefallen, dass sich mein Gewicht erheblich verringert hatte.

„Was meinst du?“ fragte ich. Vielleicht ließ sich ja auf diesem Weg eine Konfrontation diesbezüglich umgehen.

„Du bist ja völlig abgemagert! Isst du nichts mehr?“

„Doch natürlich esse ich noch. Ich wollte nur gerne ein bisschen Gewicht verlieren. Lissa ist doch auch so dünn.“

„Du siehst aber nicht dünn aus Rose. Du siehst abgemagert aus. Lissa hat doch einen ganz anderen Körperbau als du.“

„Christian“ schaltete sich Lissa ein. „Lass sie doch. Wenn sie sich so besser fühlt ist es doch gut. Du siehst gut aus Rose.“

Vasilisa Dragomir war zwar seit wir klein waren meine beste Freundin, doch oft nahm sie Sachen nicht war oder bewertete sie anders. Dieses Mal war ich sehr froh darüber.

Wir gingen aus dem Flughafen raus, vor dem ein Auto des Internats auf uns wartete. Dieses war zum Glück nicht so protzig. Der Fahrer stieg aus. „Willkommen zurück, Miss Hathaway.“ sagte er förmlich. „Vielen Dank, Neal.“ antwortete ich. „Es ist schön nach Hause zu kommen.“

Die Fahrt zum Internat dauerte ungefähr eine Stunde. Lissa erzählte viel und ich hatte das Glück nur zuhören zu müssen. Oder eher gesagt, gelegentlich tat ich auch nur so als würde ich zuhören. Aber Lissa war glücklich und das war die Hauptsache.

Wir kamen am Tor an und der Fahrer meldete uns beim Pförtner an.

„Miss Rosemary Hathaway, Miss Vasilia Dragomir und Lord Christian Ozera.“

Christian hatte den Nachnamen seiner Mutter behalten. Diese war aus einem Adelshaus. Zu diesem Zweig der Familie bestand zwar kein Kontakt, aber er hatte durch seine Mutter den Adelstitel geerbt.

Unser Internat war sehr exklusiv und teuer, weshalb man sich anmelden musste. Dies galt als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. Schließlich „erwarteten unsere Eltern etwas für ihr Geld“. So hieß es auf jeden Fall.

Nachdem wir aus dem Auto gestiegen waren, ging ich erstmal auf mein Zimmer um dort meine Kleidung auszupacken. Am nächsten Tag würde der Unterricht wieder losgehen, deshalb waren inzwischen alle Schüler wieder da. Richtig geschlossen hatte diese Schule fast nie, da auf die Schule einige Schüler gingen deren Eltern viel unterwegs waren. Deshalb war es den obersten zwei Jahrgängen erlaubt während der Ferien dazubleiben. In dieser Zeit waren viel weniger Aufsichtspersonen da, jedoch wurde eine Betreuung falls nötig gewährleistet und es gab auch Freizeitangebote. Extra dafür waren dann Externe an der Schule.

Da es bis zum Abendessen noch ein wenig Zeit war beschloss ich eine kleine Runde auf dem Gelände zu drehen. Früher war ich oft mit Mason und unseren anderen Freunden hier langgelaufen, jetzt bevorzugte ich es dies alleine zu tun.

Ich nahm mir meine Kopfhörer und meinen IPod und ging los. Die Musik hatte ich extra laut gedreht. Mein Musikgeschmack war eher ungewöhnlich und ich hatte größtenteils klassische Musik auf dem Gerät. Während das Orchester in meinen Ohren rauschte ging ich völlig in Gedanken versunken den Weg entlang. Plötzlich stieß ich gegen etwas Hartes und stürzte. Mein IPod fiel runter, die Kopfhörer wurden dadurch aus meinen Ohren gerissen und ich ging auf die Knie.

„Au! Was zur Hölle…?“ Da hatte doch noch nie eine Statue gestanden.

„Haben Sie sich verletzt?“ ertönte da eine sanfte Stimme. Oh verdammt! Das war gar keine Statue gewesen. Ich sah auf. Vor mir stand ein sehr großer junger Mann mit braunen Augen und braunen Haaren. Seine Haare waren mit einem Haargummi im Nacken zusammengefasst. Er sah auf jeden Fall ziemlich gut aus.

„Oh… ähm nein, danke alles gut. Entschuldigung, dass ich gegen Sie gelaufen bin.“

Ich hatte ihn hier noch nie gesehen. Wahrscheinlich war er einer der externen Aufsichtspersonen für die Ferien.

„Das ist doch kein Problem, Sie sind hingefallen, ich habe mir ja nichts getan.“ Er sprach mit einem leichten russischen Akzent. Dass er nicht hingefallen war, war auch kein Wunder. Er sah unglaublich muskulös aus. Er reichte mir die Hand und zog mich hoch. Ich sah ihn an. Jetzt wo ich wieder stand sah er noch viel großer aus. Die dunklen Augen waren sanft und freundlich. Ich räusperte mich um etwas zu sagen.

„Dimitri!“ Ein anderer Mann kam angelaufen. Den kannte ich sogar. Es war Yuri Anez. Er war schon ein paar Jahre an St. Vladimir. Ich hatte ihn zwar nicht im Unterricht aber soweit ich wusste, dass er französische und deutsche Literatur unterrichtete.

Der in den ich gerade reingelaufen war, Dimitri hieß er anscheinend, drehte sich um.

„Hallo Yuri, da bist du ja. Ich dachte schon, du lässt mich hängen.“

Yuri trat zu uns und lächelte mich erfreut an: „Rose, wie schön Sie wiederzusehen. Geht es Ihnen gut?“

„Ja Mr. Anez. Mir geht es gut. Schön Sie wiederzusehen. Ich werde Sie dann mal alleine lassen. Auf Wiedersehen Dimitri. Es war nett Sie kennenzulernen.“

„Auf Wiedersehen Rose.“ antwortete er.

Ich drehte mich um und ging schnell zum Hauptgebäude. Das war so typisch ich. Die Schule hatte noch nicht einmal angefangen und ich lief irgendeinen Menschen um. Peinlich.

In meinem Zimmer angekommen merkte ich, dass ich meinen IPod hatte liegen lassen. Auch das noch. Leise fluchend ging ich zum Abendessen.

DimitriPOV

Ich sah dem ihr nach wie sie zügig davonging. Rose. Sie war einfach wunderschön. Aber ich würde sie wahrscheinlich sowieso nicht wiedersehen. Yuris Reaktion nach zu urteilen war sie wohl eine ehemalige Schülerin. Letztes Jahr hatte ich sie hier nicht gesehen, also musste sie vorher ihren Abschluss gemacht haben. Die langen dunkelbraunen Haare hatte sie in einem geflochtenen Zopf gebändigt. Und ihre Augen… Sie sah unglaublich exotisch aus.

Yuri räusperte sich und grinste. „Hallo. Jemand zu Hause?“ Ich sah auf. „Entschuldige. Ich war in Gedanken. Oh schau mal, sie hat ihren IPod fallen lassen.“ Ich bückte mich und hob den IPod und die Kopfhörer auf. „Du kennst sie doch, kannst du ihr ihn nicht wiedergeben?“

„Ich glaube, dass du sie eher sehen wirst.“ Anwortete Yuri immer noch grinsend. „Du unterrichtest doch Sport und Englisch. Rose wird in deinem Unterricht sein. Sie hat weder französische noch deutsche Literatur.“

Es war als hätte er mich ins Gesicht geschlagen. Was hatte er gesagt? Sie wird in meinem Unterricht sein? „Bitte?“ stammelte ich perplex „Sie ist Schülerin hier? Sie war letztes Jahr doch gar nicht an der Schule.“

„Sie war ein halbes Jahr in einer Klinik. Rose hatte einen Nervenzusammenbruch nachdem sie gesehen hat, wie ihr bester Freund von mehreren Leuten verprügelt wurde. Sie konnte nichts dagegen tun. Du hast doch bestimmt davon gehört. Mason war hier auf der Schule. Er ist noch auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben. Rose wurde verletzt. Noch vor Masons Beerdigung ist sie völlig zusammengebrochen. Eigentlich ist Rose eine der besten Cellistinnen ihres Alters. Sie ist unglaublich begabt und hatte eigentlich eine große Zukunft vor sich. Aber als sie nach Masons Tod wieder Cello üben wollte… Nun ja sagen wir mal so: Sie hat anscheinend seitdem ihr Cello nicht mehr angerührt.“

Mitleid überkam mich. Ich drängte es jedoch zurück. Das hätte sie nicht gewollt. Wenn man einen geliebten Menschen verliert, dann möchte man kein Mitleid.

„Sie ist immer noch todunglücklich.“ Stellte ich fest. „Ich habe es in ihren Augen gesehen.“

Verständnis blitzte in Yuris Augen auf. Er wusste, dass ich sie verstand. Ich hatte ähnliches durchlebt. Nur hatte ich nicht meinen besten Freund verloren, sondern meinen Zwillingsbruder. Ivan. Er war von einem Auto überfahren worden. Und ich hatte danebengestanden. Es hatte lange gedauert bis ich weitermachen konnte. Auch heute schmerzte der Gedanke an Ivan noch. Er fehlte mir. Aber ich war inzwischen wieder in der Lage nach vorne zu schauen und war glücklich.

Yuri legte mir den Arm um die Schulter und drückte sie. „Lass uns noch ein Stück gehen bevor wir zum Abendessen gehen. Du würdest Augen machen, wenn du Rose vorher gekannt hättest. Sie hat sich unglaublich verändert. Und das augenscheinlich nicht zum Positiven. Sie hat augenscheinlich extrem abgenommen und auch ihren Stil völlig verändert. So unscheinbar wie jetzt war sie nie. Sie hat sich immer sehr offen gekleidet. Nicht, dass sie unglaublich freizügig angezogen war, aber sie hätte nie das angezogen, was sie heute trägt.“ Er lachte kurz auf. „Und ihre Haare hat sie auch fast immer offen getragen. Aber vielleicht fühlt sie sich so besser. Ich würde es ihr wünschen. Sie war immer unglaublich freundlich und jeder hat sie gemocht. Jeden hat sie angelächelt.“

Wir redeten noch ein wenig über den morgigen Tag. Der Unterricht würde erst um 10 Uhr beginnen. Vorher hatten wir Lehrer noch eine Besprechung.

Nach dem Abendessen ging ich in mein Apartment. Jeder Lehrer hatte ein kleines 2-Raum-Apartment. Ein Wohnzimmer, was auch gleichzeitig als Arbeitszimmer diente und ein Schlafzimmer. Zum Glück hatten wir auch ein separates Badezimmer.

Ich legte den IPod von Rose auf meinen Schreibtisch. Wenn Yuri Recht hatte würde ich sie wohl bald wiedersehen. Es gab zwar mehrere Lehrer für Englisch und Sport, doch ich war vor allem für die Oberstufe zuständig. Also war es sehr wahrscheinlich, dass ich sie in einem von beiden Fächern haben würde.

Nachdem mein Blick immer wieder neugierig zu dem Gerät gewandert war, ging ich schließlich zum Schreibtisch. Es interessierte mich einfach was Rose für Musik hörte. Ich sah mir ihre Playlist an. Viel klassische Musik und ein paar Lieder aus den Charts. Interessanter Musikgeschmack, dachte ich. Was mich jedoch faszinierte war, dass sie auch Lieder hatte, die die beiden Bereiche kombinierte. Aktuelle Lieder, jedoch mit klassischen Instrumenten wie Geige, Klavier oder auch dem Cello interpretiert. Ich hörte mir einige ihrer Lieder an und driftete dabei in den Schlaf.

Viel zu früh klingelte mein Wecker. Ich bereitete in meiner kleinen Kochnische schnell Kaffee und ein Brot zu, dann war ich bereits unterwegs zur Lehrerbesprechung. Diese verlief recht uninteressant und dauerte zum Glück nicht allzu lange. Die Vertrauenslehrerin Alberta Petrov hatte am Ende der Besprechung noch ein paar Worte zu sagen: „Wie Sie alle wissen, wurde unsere Schule letztes Jahr von einem schrecklichen Schicksalsschlag heimgesucht als Mason gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde. Rose ist nun wieder aus ihrer Therapie zurück, aber ich bitte Sie alle, dass Sie sie darauf nicht ansprechen und behutsam bei diesem Thema sind. Sie soll sich hier wieder wohlfühlen und wir müssen ihr Zeit geben.“

Zustimmendes Gemurmel ertönte im Lehrerzimmer.

Als ich noch einmal in mein Zimmer ging um dort Unterlagen von mir zusammenzusuchen, warf ich einen Blick auf meinen Stundenplan. Die diesjährige Abschlussklasse hatte ich heute in der vierten Stunde in Sport und dann in der letzten Stunde in Englisch. Also konnte ich den IPod von Rose wohl einpacken.

Ich steckte die Sachen in meine Aktentasche und verließ mein Zimmer.


____________________________________________________________________________________

Das war also das erste Kennenlernen der beiden. Nicht viel ich weiß. Aber da ich quasi mitten in einen Geschehensablauf einsteige, muss ich immer mal wieder einiges erklären und Rückblenden machen.

Über Reviews freue ich mich natürlich sehr. Gerne auch mit Kritik. Denn nur damit kann ich besser werden oder auf Wünsche/ Vorschläge eingehen.
Ich werde versuchen pro Woche ein Kapitel hochzuladen, aber da ich berufstätig und alleinerziehend bin, kann ich das nicht immer versprechen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast