Change your mind

von 51pennys
GeschichteAllgemein / P6
Elladan OC (Own Character)
14.07.2018
14.07.2018
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Angespannt lief sie durch den Wald. Schau nicht zurück, hallte es durch ihren Kopf. Und dennoch schaute sie nach hinten, was ein ziemlich großer Fehler war, wie sie im nächsten Moment bemerkte. Beim Zurückschauen hatte sie einen Ast übersehen und nun fiel sie. Fluchend rappelte sie sich wieder auf. Es war doch alles scheiße, dachte sie sich. Ihren Bruder vermisste sie jetzt schon und die Wut auf ihren Vater war auch schon fast versiegt, denn sie wusste, dass er nur ihr Bestes und das Beste des Reiches wollte. Dennoch ließ sie nicht zu, dass er sie einfach wie Freiwild verschacherte, also lief sie weg. Nicht gerade ihre beste Idee, wie sie feststellte. Denn nun hatte sie sich auch noch verlaufen und dieser verdammte Wald wollte nicht enden.
Bei ihrem Glück war sie dann auch noch in ein Spinnennest gelaufen, welches zu ihrem Glück leer war, und danach hätte sie fast eine Orktruppe übersehen.
Man sollte eigentlich meinen, dass eine Elbin so etwas vorher bemerken würde, doch ihre Wut auf ihre Unfähigkeit hatte all ihre Sinne betäubt.
Frustriert kickte sie einen Stein weg, stieß sich dabei aber den Zeh.
Laut fluchend ging sie weiter und versuchte sich irgendwie zurecht zu finden.
Eigentlich hätte man meinen können, dass sie als Waldelbin den alten Grünwald kennen würde, aber erstens war ihr Orientierungssinn praktisch nicht vorhanden und zweitens hatte ihr Vater ihr verboten, den Wald alleine zu betreten.
Nach einiger Zeit - es könnten Stunden oder Tage vergangen sein, so genau wusste sie es nicht - entdeckte sie dann doch einen Pfad, der immer lichter wurde, je weiter sie ihm folgte.
Kurz vor dem Ende des Pfades kam sie an einer mit Efeu überwachsenen Statue vorbei, die ihre Mutter darstellen sollte.
Ehrfürchtig machte sie einen Knicks, überwältigt von traurigen Erinnerungen an ihre Mutter, die viel zu früh von Arda geschieden war.
Nach einiger Zeit der Ruhe und des Gedenkens an vergangene Tage, lief sie den Pfad weiter, bevor sie den Wald komplett hinter sich ließ.
Ein Gefühl der Freude durchflutete sie und verdrängte die Trauer.
Die Sonne versank fast am Himmel, um dem Mond seinen Platz zu lassen, als sie die freie Ebene hinter sich ließ.
Getragen von der Euphorie, den heimeligen Wald hinter sich gelassen zu haben, lief sie bis weit in die Nacht, den darauf folgenden Tag und die dann wieder anbrechende Nacht.
Erneut trat sie in einen, allerdings weniger dicht bepflanzten, Wald, um eine größere Entfernung zwischen sich und ihre Familie zu bringen.
Sie kam an eine Bergkette und machte sich nach kurzem Überlegen rasch an den Aufstieg.
Erst als sie das Gefühl hatte, ihre Beine würden sie nicht mehr tragen wollen, hielt sie im Licht der blasser werdenden Sterne Ausschau nach einem geeignetem Platz für ihr Nachtlager.
Sie stand auf einer Bergebene, die von Nadelbäumen umsäumt war, und schaute sich suchend um.
Nach einigem Überlegen nahm sie den etwas ansteigenden Weg durch die immer dichter werdenden Bäume, bis sie zu einer Felswand kam. Der Pfad führte durch eine Öffnung in den Fels. Ihr Schwert, welches sie an der Hüfte trug, am Knauf fest umklammernd, trat sie in den Berg.
Sie machte sich auf alles gefasst und suchte sich zögernd einen Weg durch das Dunkel. Geräusche drangen zu ihr, die weder menschlich, zwergisch noch elbisch klangen. An einer Biegung machte sie halt und das keine Minute zu früh, denn es traten hässliche kleine Geschöpfe, die sie als Goblins identifizierte, mit Fackeln in ihren Weg. Wäre sie einen Schritt weiter gegangen, wäre sie in die Viecher gelaufen.
Sie verschmolz mit dem Schatten und folgte mit einigem Abstand den Gestalten, die sie tiefer in den Fels führten. Es schien, als würde der Berg nur so vor Goblins wimmeln.
Eigentlich hatte sie vorgehabt zu ruhen, doch diesen Plan konnte sie vergessen, solange sie in dieser Höhle festsaß.
Nun schlich sie weiter in der Hoffnung, einen Ausgang zu finden und dabei möglichst nicht entdeckt zu werden.
Das Glück schien ihr hold zu sein, denn sie fand, nachdem sie lange ratlos umhergeirrt war, fast entdeckt wurde und schließlich einer Goblingruppe gefolgt war, einen Ausgang.
Schnell schlüpfte sie durch die schmale Spalte und drückte sich erschöpft, müde und erleichtert an die Felswand. Dennoch gönnte sie sich keine Rast, denn die Goblins waren immer noch zu nah.
Immer wieder schaute sie zurück, voller Angst, dass sie verfolgt wurde. Du bist so ein Narr, schalt sie sich. Sie schleppte sich noch eine Weile, bis sie gepeinigt auf die Knie sank. Tränen liefen über ihre Wangen und sie schloss ihre brennenden Augen. Bevor sie jedoch in das Land der Träume floh, verließen die Worte „Le mellin, Thranduil. Es tut mir leid“ ihre Lippen.
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Er stieg den Berg hinauf, als der Wind ihre Worte zu ihm trug. Blitzschnell suchte Elladan die Gegend ab, versuchte den Ursprung der sanften Laute herauszufinden, bevor er sich zu seinem Bruder umschaute. Hatte er die Worte auch vernommen? Er entnahm Elrohirs Blicken, dass sein Zwilling es ebenfalls gehört hatte. Erleichtert atmete Elladan aus. Er wurde also nicht verrückt.
Elrohir lief vor, genau auf das Geschöpf zu, welches gesprochen hatte. Elladan wappnete sich vor allem, was sie erwarten könnte, umfasste fest den Griff seines Schwertes, welches an seiner Hüfte hing, und folgte dann seinem Zwilling.
Sie fanden schließlich nach einiger Zeit des Laufens eine am Boden liegende Person. Schnell setzte sich Elladan neben die Gestalt, während Elrohir unruhig die Gegend im Auge behielt. „El, wir müssen weiter. Hier sind wir nicht sicher.“
Elladan untersuchte die schlafende Gestalt mit den feinen blonden Haaren und den feinen Gesichtszügen. Sanft strich er ihr eine Strähne hinters Ohr und sog erschrocken Luft ein. Elrohir zuckte zusammen und sah seinen Bruder alarmiert an. „El? Was ist los?“
„Wir müssen sie mitnehmen. Los. Weg hier!“ Elladan hob sie hoch und setzte sich, ohne auf die Antwort seines Bruders zu warten, in Bewegung. Elrohir schaute sich ein letztes Mal um, hob den Beutel vom Boden auf, der dem Mädchen gehören musste, und folgte Elladan ohne Widerstand. War sowieso zwecklos.
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Das Licht einer aufgehenden Sonne schien ihr ins Gesicht und weckte sie sanft. Vogelgezwitscher drang an ihr Ohr. Blinzelnd und verwirrt schaute sie sich um. Seit wann erreichte das Tageslicht den in Fels gehauenen Palast und wie hatten Vögel, die sonst schwiegen, wieder Singen gelernt?
Sie brauchte eine Weile, bis sie sich erinnerte. Nach ihrer Flucht war sie vor Erschöpfung zusammengesunken, doch wie war sie hierher gelangt? Sie konnte sich nicht erinnern.
Ihre Blicke wanderten über das große Himmelbett, in welchem sie lag, über die hell gehaltene Einrichtung zum Fenster. Der Ausblick war genauso schön wie beängstigend. Wie war sie nur hergekommen?
Vorsichtig, aus Angst, sie wäre zu schwach, versuchte sie sich aufzurichten. Nachdem ihr Körper nicht nachgab, schwang sie ihre Beine aus dem Bett und stellte sie langsam auf.
Obwohl ihr das alles zu langsam ging, wusste sie doch, dass Eile in ihrem Zustand auch nicht richtig war.
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Nach gefühlten Stunden des Herrichtens fühlte sie sich erholt, sauber und vorzeigbar, sodass sie sich bereit befand, ihrem Gastgeber gegenüber zu treten. Dennoch zögerte sie, bevor sie die Tür zu ihrem Zimmer öffnete und eintrat.
Sie hielt erschrocken in ihrer Geste inne, als sie eine Person entdeckte, die aus dem Fenster schaute und ihr dabei den Rücken zuwandte.
„Wer seid Ihr, Mylord?“ Langsam ging sie auf die Gestalt zu. Sie gehörte zu einem Elben und war dementsprechend groß und schlank. Er drehte sich zu ihr um und musterte sie neugierig.
Dann besann er sich seiner Erziehung und deutete eine Verbeugung an. „Lord Elladan und Ihr, Mylady?“
Sie verschluckte sich fast an ihrer eigenen Spucke, als er seinen Namen verriet. Schnell versuchte sie sich zu beruhigen, bevor sie knickste, ihm tief in die Augen schaute und antwortete.
„Ich bin Prinzessin Sarah, Mylord. Eure Verlobte.“
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