Oneshot-Sammlung

KurzgeschichteHumor, Romanze / P12
Abbey Bartlet Jed Bartlet
14.07.2018
14.07.2018
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Hallo ihr West Wing Fans. Ich dachte mir, ich versuche mich mal selbst als Autor. Viel Spaß!


Titel: #1 Fan

Charaktere: Abigail Bartlet, Jed Bartlet

Zusammenfassung: Sie weiß, dass er sie gerne beobachtet.


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Abbey sitzt im Schneidersitz auf ihrem Bett, umgeben von einem Halbkreis aus unterschiedlich hohen Papierstapeln. Sie ist sich bewusst, dass Jed im Türrahmen steht, aber sie blickt nicht auf. Sie weiß, dass er sie gerne beobachtet.

Und sie mag es, von ihm beobachtet zu werden.

Jed räuspert sich und endlich hebt sie den Kopf, das Gesicht zu einer perfekten Unschuldsmiene verzogen. „Hey, Baby. Ich hab dich gar nicht gehört. Du hast heute aber früh Feierabend gemacht.“

„Ich hab mich rausgeschlichen, als keiner hingeschaut hat.“ Er lächelt. „Gerüchten zufolge hat jemand eine wunderschöne Frau ins Weiße Haus gelassen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mich sofort auf die Suche nach ihr gemacht.“

„Na Weidmannsheil.“

„Oh, ich glaube, ich habe sie gefunden.“ Jed durchquert den Raum. Er schiebt die Papiere beiseite und setzt sich neben Abbey, dann küsst er sie. „Wann bist du zurückgekommen?“

„Vor ungefähr einer Stunde.“

Er küsst sie erneut. „Ich habe dich vermisst, weißt du.“

„Jed, ich war nicht mal acht Stunden weg.“

Er seufzt gespielt theatralisch. „Du hast mich wohl nicht vermisst, was?“

„Kein bisschen.“

„Na wenn das so ist, kann ich ja wieder nach unten ins Oval Office gehen. Irgendwo gibt es sicher eine Krise, die meiner Aufmerksamkeit bedarf.“

Er erhebt sich, aber Abbey greift nach seiner Hand und zieht ihn zurück aufs Bett.

„Erzähl mal, Abbey, wie war dein Ausflug?“

„Gut.“

„Ich habe dich im Fernsehen gesehen. First Lady Abigail Bartlet besucht überraschend ein Waisenhaus. Ich dachte, für heute war ein Krankenhausbesuch geplant gewesen.“

„Da war ich ja auch. Aber dann habe ich das Waisenhaus auf der anderen Straßenseite gesehen.“ Abbey lehnt sich nach hinten gegen die Kissen. „Stecke ich in großen Schwierigkeiten?“

„Keine Ahnung. Hast du denn eins der Kinder entführt?“

Sie wirft ihm einen unmissverständlichen Blick zu.

„Ok, dann bist du wohl aus dem Schneider.“ Jed nimmt sich ein Blatt Papier vom Stapel. „Was ist das?“

„Fanpost“, erwidert Abbey grinsend. „Von den Kindern.“

Dem Brief liegt eine Zeichnung bei, auf der eine kleine Katze zu sehen ist. „Liebe Mrs. Bartlet. Magst du Katzen? Katzen sind meine Lieblingstiere. Mag der Präsident Katzen? Ich mag den Präsidenten, aber dich mag ich mehr. Du bist wirklich hübsch. Alles Liebe, Billy“, liest Jed laut vor.

Er blickt zu Abbey. „Wie alt ist dieser Billy?“

„Zehn, oder elf.“

„Gut. Dann muss ich mir keine Sorgen machen.“ Er nimmt sich einen weiteren Brief. „Sehr geehrte Mrs Bartlet, ich bin wirklich froh, dass ich Sie getroffen habe. Bitte vergessen Sie uns nicht. Vielleicht könnten wir Sie irgendwann mal besuchen. Das wäre super cool. Ich werde Sie vermissen. Von Samantha.“

Jed legt den Brief weg. „Weißt du, genau das sollten wir tun.“

„Was meinst du?“

„Deinen Fanclub einladen, hierher ins Weiße Haus. Damit machen wir ihnen bestimmt eine Riesenfreude zu Weihnachten.“

Abbey erkennt das Funkeln in Jeds Augen; einmal angebissen, ist er von einer Idee nicht mehr abzubringen. „Einverstanden, aber nur unter einer Bedingung: Du musst Santa Claus spielen.“

„Okay“, sagt er, „darf ich dann der Präsident deines Fanclubs sein?“

„Ich weiß nicht. Es könnte sein, dass du mit Billy um diese Position kämpfen musst.“

Jed beugt sich vor und drückt sie mit seinem Körpergewicht in die weichen Kissen. „Liebe Dr. Bartlet. Mein Name ist Jed und ich bin dein allergrößter Fan. Um ehrlich zu sein glaube ich, dass ich in dich verliebt bin. Darf ich dich bitte küssen?“

Abbey lacht.
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