Geschichte: Fanfiction / Bücher / Bis(s) / alive

alive

von ashes
GeschichteAllgemein / P12
Caius OC (Own Character)
14.07.2018
23.05.2020
9
8.875
9
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
23.05.2020 1.487
 
Big Thanks to:
H ♥ Meine Inspiration für dieses Kapitel ♥
Den alten und neuen Follower, danke.


alive
Kapitel [07] » Der Deal mit dem Teufel


Sie war kurz vor dem Ziel. So kurz vor dem Ziel.
Langsam machte sie sich auf den Weg zurück zum Schloss, die Tüte mit den Büchern locker in der Hand haltend. Sie schlich sich Stück um Stück weiter um ihn, fragte nach immer mehr Freiheiten und er gewährte sie ihr, auch wenn es manchmal dauerte. Vielleicht, sie hoffte es zumindest, schaffte sie es irgendwie sich bei Ramsey zu melden. Sie musste ihm einfach sagen das es ihr gutging, irgendwie schuldete sie es ihm.

Caius lobte sie immer wieder für ihren klugen, geistreichen Kopf. Deshalb schenkte er ihr regelmäßig Bücher, die sie jedoch abholen sollte. Kaum etwas wurde direkt zum Schloss geliefert, um die niemand in Versuchung zu führen.
Ein kleines verschlagenes Grinsen legte sich auf ihre in einem sanften Rosé farbenen Ton bemalte Lippen. Sie war noch nicht so alt, hatte noch nie so viel Kontakt mit Jungen und Männern (Daniel und Ramsey zählte sie nicht dazu), und doch hatte sie das Gefühl das sie Caius ganz gut manipulieren konnte.

Ohne mit der Wimper zu zucken nahmen die Wachen zur Kenntnis das des blonden Meisters kleines Spielzeug wieder da war.
Jane beobachtete sie, wie sie die Flure durchquerte, ganz in Gedanken versunken und spürte den leichten Unmut wiederaufkommen. Niemand sollte dem Menschlein zu nah kommen oder gar etwas antun das war Meister Caius Befehl gewesen.
Aro hatte seinen Bruder nur lachend gefragt ob er auf seine alten Tage sentimental werden würde, worüber er nur geknurrt hatte. Doch seit dem ersten Tag wurde der Befehl befolgt und die Wachen waren wie Schatten, nur dazu da das sie nicht auf dumme Ideen kam.
Sie rümpfte leicht die Nase, ihr war die Arroganz und Naivität dieses Mädchens zuwider. Am liebsten hätte Jane, wenn sie verschwinden würde und sie mit ihrem Alltag nahezu fortfahren könnten.

„Na? Wie ist die Ausbeute?“
Laia machte einen kleinen Satz, sie hatte nicht damit gerechnet von einem der Wachmänner vor ihrer Tür angesprochen zu werden. Sonst waren sie Schatten die sie beobachteten und überwachten, aber nicht ansprachen.
Dieser Wachmann war groß und muskulös mit schwarzem Haar und leuchtend rote Augen, die sie alle hatten und sie nun aufmerksam musterten. Laia schluckte, hob das Kinn an.
Lass dir deine Angst nicht anmerken! Eine scharfe Stimme, Dagens scharfe Stimme die sie immer zurechtgewiesen hat.

Am liebsten wäre sie einfach ins Zimmer gespurtet und hätte die Tür hinter sich zugemacht.
Doch der Anstand den ihre Eltern ihr beigebracht haben verbot es ihr.
„Oh, ich bin Felix.“ Kurz blitze ein Grinsen auf. „Und du bist in der Stadt gewesen. Hat der Meister dir gute Lektüre besorgt?“
„Ich“, sie räusperte sich kurz aufgrund des unangenehmen Gefühls in ihrem Hals, „Ich durfte mir selbst welche im Laden aussuchen. Er hat sich welche bestellt die ich ihm mitgebracht hab.“

„Na, dann viel Spaß, Menschlein.“
Sie erstarrte, direkt an der Tür, direkt neben ihm. Ein Schalter legte sich um, die Finger die die Türklinke umschlossen hatten verkrampften sich.
„Ich heiße nicht Menschlein“, kam es leise und dunkel über ihre Lippen. „Entweder verstehst du das, oder ich werde nach Ersatz bitten, Vampirlein.“
Sie sah ihm direkt in die Augen, während ihn ein dunkles Lachen, ein herzhaftes Lachen schüttelte. „Ein gutes Temperament. Ja, du passt gut zu uns.“
Vergnügt nahm er wieder seinen Platz ein, während sie in ihr Zimmer ging und geräuschvoll die Tür hinter sich schloss.

„Na da hast du also Felix kennengelernt.“
Irgendwann würde sie noch an einem Herzkasper sterben! Die Hand auf ihr Herz gepresst drehte sie sich um. Caius saß in einem der Sessel mit Blick auf den Garten und nutzte die letzten Sonnenstrahlen aus um seine Lektüre zu beenden.
Irgendwie hatte die Szene was Beruhigendes wie auch beunruhigendes. Wie konnte sie sich in der Gegenwart eines Vampirs, eines Monsters inzwischen so wohlfühlen? Wie konnte sie das vergessen, was sie ihr, ihrer Familie angetan haben?
Und dann war da ihr verräterisches Herz das sich auf die Stunden freute die er da war, in der sie sprachen, sich über Literatur austauschten und er sie ab und an mit in seine Bibliothek nahm wo sie ihren Wissensdurst stillen konnte.

„Es wäre mal schön, wenn ihr euch nicht immer so anschleichen würdet.“
Sie warf die Tüte mit Büchern auf ihr Bett und nahm ihm gegenüber in ihrem Sessel Platz. Er legte das Buch auf das Beistelltischchen widmete ihr seine Aufmerksamkeit.
Wie soll ich ihn darum bitten?
Sie öffnete leicht die Lippen, schloss sie gleich darauf aber wieder. Gedanken und Sätze purzelten durcheinander, verknoten sich miteinander bis nichts mehr übrig war bis auf ein undurchdringliches Wollknäul.

„Lief in der Stadt alles gut?“
Laia nickte auf seine Frage nur kurz. Ich möchte nicht hier gefangen sein. Ich will noch so viel von der Welt sehen.
Caius spürte ihre Unruhe. Etwas stimmte nicht und sie redete nicht mit ihm. Er dachte sie wären damit durch anscheinend hatte er sich da geirrt. Bisher konnte er sich nicht dazu durchringen sie mithilfe von Chelsea an sie zu binden und er wollte das auch nicht. Freiwillig, aus eigenen Stücken wollte er sie bei sich haben. Dieses schlaue, schöne Mädchen.

Ihre Rehaugen blickten direkt in seine, etwas Unergründliches lag darin.
„Ich wollte immer die Welt sehen, noch so viel erleben“, Laia wandte den Blick in den Garten. „Ich habe Mama versprochen mit ihr und Papa zu Musicals zu fahren. Wir wollten zusammen nach Menorca fliegen. Und... ich wollte mit meinen Freunden nach Südfrankreich.“
So jung, so viele Träume, so viele Wünsche, ging es ihm durch den Kopf.
„Timo und Hannes haben es versprochen“, eine Träne rollte ihre Wange hinunter. „Hannes wollte noch, dass ich den Tauchschein mache, damit wir zusammen in Ägypten tauchen gehen können. Und Dagen...“ Er hörte den Schmerz aus ihrer Stimme heraus. „Ich wollte das er mir das Surfen beibringt.“

Caius neigte leicht den Kopf, den trotz den Tränen hatte sie ein kleines Lächeln auf den Lippen. „Er war in einen der Kellner verliebt aus dem Devil’s. Damon hasste es wenn wir da waren, aber er liebte mich zu sehr um uns rauszuschmeißen. Genauso wie Tony. Deshalb durften wir Sandro immer auf die Nerven gehen. Und ich wollte sie wirklich mal verkuppeln...“
Obwohl sie den Satz unbeendet ließ wusste er, dass dies nun der Vergangenheit angehörte.

„Warum hast du mir das erzählt?“
Er wartete während sie Luft holte. „Ich möchte einen Deal mit dir machen. Bitte, hör mich an.“
Sie hob die Hand als er etwas erwidern wollte.
„Gib mir Zeit bis ich einundzwanzig Jahre alt bin. Dann kann ich wenigstens auch in den United States trinken.“
„Nein.“ Alles in ihm weigerte sich sie gehen zu lassen. Ihr Blick kehrte wieder zu ihm zurück. „Caius, ich bitte dich.“
Sie stand auf, kam ganz langsam auf ihn zu. Wie ein kleines Kätzchen das sich einem Löwen näherte.
Vor ihm ging sie auf die Knie, nahm seine rechte Hand und schmiegte anschließend ihre Wange hinein.
„Laia...“ „Ein Jahr.“ Zwanzig? Kämpfe um deine einundzwanzig!, drängte Dagens Stimme sie. Diesmal ignorierte Laia ihn.
„Ein Jahr, danach komme ich her und du darfst mit mir machen was du willst.“

Verschwende ihr junges Leben nicht. Was ist schon ein Jahr? Und weiterer solcher Gedanken schossen ihm durch den Kopf.
Was ist schon ein Jahr?
„Also gut“, seufzte er. „Aber nur ein Jahr!“
Ein Freudenfunken strahlte ihm aus ihren rehbraunen Augen entgegen. Schön und so verletzlich. Ein Mensch.

Sie sprang auf, bereit mit den Vorbereitungen ihrer Reise zu beginnen, quietschlebendig hüpfte ihr Herz in ihrer Brust.
Er blieb ruhig sitzen und beobachtete sie.
Eventuell würde er das vermissen.


Mit der Fingerkuppe fuhr er über das Holz, neugierig wie sich die Oberfläche anfühlte, als er Schritte hörte.
Schritte die sich ihm unweigerlich näherten. Viel zu schnell war er auf den Füßen, er hatte sich immer noch nicht an seine neue Kraft und Schnelligkeit gewöhnt.
Nur das Brennen in seiner Kehle wurde stetig besser.
Er wartete, geduldig wie ein lauerndes Raubtier als der Blonde wieder sein Zimmer betrat. Wie er ihn hasste, er hatte ihn in seine neue Form gezwungen.
„Ich brauche dich.“
Seine Augenbraue hob sich.
„Wozu?“ Es fühlte sich komisch an nach so langer Zeit wieder zu sprechen.
„Laia möchte gerne reisen. Ein Jahr lang. Und ich will das du sie begleitest. Aber“, er war ihm plötzlich viel zu nah und packte sein Kinn, sodass er gezwungen war in seine dunklen Augen zu schauen.
„Im Schatten. Du wirst dich ihr vor Ablauf der Frist nicht zeigen. Und mir regelmäßig Bericht erstatten. Hast du mich verstanden?“
Er fletschte die Zähne. Seine Laia. Er sollte seine Laia beschützen ohne sich zu zeigen? Unmöglich.
„Ich kann auch Felix oder Demetri mit ihr schicken.“
Nein. Er wollte bei ihr sein.
„Also hast du mich verstanden, Dagen?“
Und Dagen nickte.



[ca. 1439 wörter | 23.mai'20]

À bientôt,
ashes
Review schreiben