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Die Rosenheim Cops Oneshots

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Michael "Michi" Mohr Miriam Stockl
13.07.2018
14.07.2018
2
2.082
1
Alle Kapitel
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13.07.2018 1.140
 
Diese Geschichte schließt an die Versöhnung zwischen Stockl und Michi aus Mord im Paradies an und endet viel schöner als das Original. Aus Mangel an Kreativität heißt das Kapitel einfach wie die Folge. :D
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Klar, in meinem Beruf war Nervosität vorprogrammiert, aber, das, was ich jetzt verspürte, schien noch über das hinaus zu gehen. Dabei war die Situation eigentlich gar nicht lebensgefährlich, wobei eine enttäuschte Stockl dem doch sehr nahe kam. Es tat mir so schrecklich leid, dass ich sie wegen des Falls hatte sitzen lassen. Auf ihrem Doppelzimmer, das sie jetzt mit Satori teilte. Obwohl sie das wahrscheinlich gar nicht so schlecht fand. Bei diesem Gedanken fühlte ich einen leichten Stich. Sie himmelte ihn an, das war klar und mit diesem Charmeur konnte ich bei weitem nicht mithalten.

Ich blieb abrupt stehen, ich musste ein seltsames Bild abgeben, wie ich so dastand, die Autotür geöffnet und in grotesker Stellung  beim Einsteigen erstarrt. Ein Doppelzimmer. Ich hätte mit Stockl in einem Bett geschlafen. Vielleicht hätte sie sich dabei das ein oder andere Mal an mich gekuschelt. Ich grinste idiotisch, doch ich erwachte viel zu schnell aus meinem Tagtraum, weil mir jemand lachend auf die Schulter klopfte. Schnell stieg ich ins Auto. Ich musste sowieso noch ein Gespräch mit dem stotternden Herrn Eitelhofer führen, das würde interessant werden, weswegen ich gleich Stockl im Hotel abfangen konnte und ihr meine ewige... mich bei entschuldigen konnte.

Während der Fahrt zerbrach ich mir den Kopf wie ich das anstellen sollte. Sie erwiderte keinen Anruf, also wollte sie nicht mit mir reden. Was sollte ich ihr dann sagen? Sie hatte sich wirklich auf diesen Urlaub mit mir gefreut und stattdessen war ich mit einer Gehaltserhöhung zum nächsten Fall gelockt worden. Etwas geknickt fuhr ich auf den Hof des Hotels ein. Als ich eben dieses betreten wollte, kamen mir direkt Satori und Corbinian entgegen, die mir direkt neue Arbeit auf dem Silbertablett überreichten. Dies hob meine Laune nicht unbedingt. Das kurze Gespräch mit Herrn Eitelhofer brachte mir zwar eine Information, die in dem Fallpuzzle noch fehlte, aber es wies immer noch größere Lücken auf, vielleicht hätte ich noch eine weitere füllen können, doch dann entdeckte ich Stockl hinter mir und brach das Gespräch ab.

Sie war im Moment wichtiger, als gestotterte Informationen. Was wollte ich nochmal zu ihr sagen? Selbst in ihrem blauen Sportanzug sah sie umwerfend aus. "Na Michi? Sind wir schon Polizeipräsident?", sagte sie schnippisch und lief los. Allerdings nur ein paar Schritte, denn dann begann sie den Hampelmann zu machen, sodass ich sie gut einholen und mich vor sie stellen konnte. Natürlich, sie war noch beleidigt, verdientermaßen, aber jetzt würde sie mit mir reden. "Sag mal, bist du böse mit mir?", fragte ich. Mir fiel schlicht nichts besseres ein. "Ich könnte fei auch böse sein mit dir." "Du?", rief sie entrüstet aus. "Wer wollte denn unbedingt Karriere machen?". "Und wer geht nicht mehr ans Telefon?", schoss ich zurück. "Und lässt nichts mehr von sich hören?".

"Hab ich Telefondienst oder Urlaub?". Ich wollte ihr gerade etwas entgegen setzen, doch dann entschied ich mich um. Stockl gewann man am besten mit Schmeicheleien, so wie Satori, doch jedes meiner Komplimente war immer aufrichtig ernst gemeint. "Es ist im Büro genauso leer wie in der Kirche am Faschingsdienstag." Und da war sie. Die Stockl, die Sonne war in ihrem Gesicht aufgegangen und sie grinste. Mein Herz machte einen Hüpfer. "Meinst du das ernst oder sagst du das nur so?", fragte sie, während sie süß von unten zu mir hoch sah. "Mei", sagte ich und lächelte. Sie war froh, also war ich es auch. Fürs erste war sie besänftigt, allerdings würde sie noch viele Gefallen von mir einfordern.

"Mei Michi", sagte sie gerührt. In diesem Moment packte es mich. Ich überrückte den letzten Schritt zu und stand nun dicht vor ihr. Wollte ich sie umarmen? Küssen? Beides hatte seinen Reiz und in den Genuss von Letzterem war ich noch nie gekommen, aber ich wollte es so so sehr. Ich wusste, dass sie mich sehr mochte, aber konnte da noch mehr sein? Mein Blick wanderte zu ihren Lippen und dann wieder zu ihren Augen. Ich war so nah. Doch dann realisierte ich, was sie gerade gesagt hatte und es passte absolut nicht zu dem, was ich gerade vor gehabt hatte. "Bei der Ayurveda Massage, da hast du was verpasst." Damit tauchte sie nach links weg und nahm mein Lächeln mit ihr. "Firdie!", rief sie noch über die Schulter. Ein paar Sekunden stand ich bedröppelt da, dann lief ich ihr hinterher.

"Stockl! Bleib stehen!". Die braunen Locken hörten auf zu wippen und etwas verwirrt drehte sich Stockl zu mir um. Sie hob die brauen und joggte auf der Stelle. "Was willst du?", fragte sie bereits leicht keuchend. Ich stand vor ihr, aber fand nicht die richtigen Worte. "Könntest du bitte still stehen, du machst mich ganz nervös." Sie verdrehte grinsend die Augen, aber tat mir den Gefallen. "Was willst du denn noch? Du musst doch bestimmt irgendwas richtig wichtiges bei deinem Fall regeln." Sie zwinkerte mir zu und bei ihrem Lächeln wurde mir ganz warm. "Also du sollst wissen, dass ich.. dass ich dir jetzt einen riesigen Gefallen schulde." "Das ist mir klar", sagte sie nickend.

Ich grinste und wrang die Hände. Ich hatte mir oft ausgemalt wie es wäre sie zu küssen, aber nicht, wie man die Atmosphäre dafür herstellt, wie machte man sowas? "Also Michi, was is denn jetzt. Ich wollte." In diesem Moment beschloss ich, dass die Atmosphäre gerade völlig unerheblich war und küsste sie einfach mitten im Satz. Ich hatte Angst, dass sie mich weg stoßen könnte und mein Herz fing noch wilder an zu hämmern, als sonst schon, als sie den Kuss erwiderte und mir ihre Hände auf die Brust legte. Das Gefühl, das durch meinen Körper jagte, war unglaublich. Wie elektrisiert stand ich da und wollte, dass dieser Moment nie endete, doch er musste enden und wie enden die schönsten Momente meistens?

Durch ein Handyklingeln. Widerwillig löste ich mich von Stockls schönen Lippen und kramte mit zitternden Fingern mein Handy aus der Tasche. Es war Korbinian, doch der konnte erst mal warten. Sie sah mich mit leicht glasigen Augen an. Ich konnte nicht wirklich sagen, ob es ihr gefallen hatte, doch das wurde im nächsten Moment klar, als sie mir eine Ohrfeige verpasste. "Wofür war das denn?", fragte ich kleinlaut und rieb mir die brennende Wange. "Das war dafür, dass ich mit Satori anstatt mit dir in einem Bett geschlafen hab und." Sie wurde rot. "Dafür, dass du das nicht schon früher gemacht hast."
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