Light of the Darkness ( Yoongi/OC)

von JessLee
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
OC (Own Character) Suga
11.07.2018
22.10.2019
56
183396
30
Alle Kapitel
145 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Trigger-Warnung gleich zu Beginn: Suizidgedanken, Gewalt, Missbrauch und co, werden in dieser Geschichte vorkommen. Ich hoffe trotzdem, dass es euch gefallen wird. Lg eure Jess

Melodie’s Sicht:

Der Wind war kalt auf meiner Haut, als ich auf einem Baumstamm saß und zum Mond sah.
Es war Vollmond, weshalb der Weg vor mir so hell war, wie am Tage, doch zugleich war er viel schöner, als das er am Tage je sein könnte.
Der Kiesweg wirkte wie ein Zauberteppich, während der Wald selbst wie die Unendlichkeit selbst wirkte.
Nichts außer ein paar knacksenden Ästen und ein paar Nachtaktive Tiere waren zu hören, als ich mir meinen Weg immer weiter durch die Stille der Nacht bahnte.
Ich sah auf meinen Arm. Selbst in der Dunkelheit konnte ich den Bluterguss und die Schnitte erkennen…
Mein Hals schmerzte, und mein Körper fühlte sich so schwer an.
War es die beste Idee in den Wald zu gehen und alles zu beenden? Doch wo wäre ich lieber, als nicht unter dem Mond, umgeben von Ruhe und Sicherheit?
Mein Handy war schon seit Stunden auf Flugmodus, so dass ich wenigstens noch etwas Musik hören konnte. Doch auch diese schaltete ich bald aus und legte meine Weißen Muschelkopfhörer um meinen Hals.
Mein Bauch stach und zerrte, als ich aufstand und umher lief. Wenn ich eine passende Stelle gefunden habe, setzte ich mich dorthin und nehme die Tabletten, um dann ruhig und geborgen in der Umarmung der Natur einzuschlafen.
Es gab nicht auf der Welt, was mich dort halten würde. Nichts was mir einen Grund gab zu kämpfen. Jeder hatte mich verlassen, also warum sollte ich dann noch an mich glauben?
Langsam lief ich durch das Unterholz. Der Wald wurde hier dichter und enger. Ich tat mir schwer etwas zu sehen, doch lief ich weiter. Weiter und immer weiter, bis ich mir sicher war, dass der Weg lang hinter mir liegen würde. Dieser Ort war schon dafür bekannt, dass Menschen hierher kamen und all den Schmerz, welches sie ihr Leben nannten, zu vergessen.
Einmal diesen Wald betreten, soll man ihn auch nicht wieder verlassen. Und das wollte ich auch nicht. Mir war es egal, was mit meinem Körper geschehen würde, wenn ich einst abgelebt hätte und so tat ich der Natur auch noch einen Gefallen… ist doch schön.
Still konnte ich das Rauschen des Windes vernehmen, das knacksen der Äste und das zirpen einiger Grillen. Alles wirkte so friedlich und mit sich im Einklang, dass ich nicht anders konnte und lächelte. Allerdings war da etwas. Etwas, das hier nicht hingehörte. Das gleichmäßige Knirschen und Knacksen von Laub und Ästen, ließ mich aufhorchen. Waren das… Schritte?
Ich sah mich um, doch konnte ich in dieser nebligen Dunkelheit niemanden erkennen. Tief seufzend, drehte ich mich wieder um und wollte weiter gehen, plötzlich eine Person vor mir.
Vollkommen Perplex starrte ich auf den großen Mann, der wie aus dem Nichts vor mir aufgetaucht war und schluckte, als ich diese Angst einflößende Ausstrahlung bemerkte, die jede Faser meines Körpers zu erfrieren drohte.
Wie kam er hier her? Oder viel wichtiger, warum stand er hier vor mir?
Wer läuft auch nachts durch den Wald?! Abgesehen von mir natürlich.
„Was suchst du hier?“ Seine rauchige Stimme klang so ernst, dass es mir im ersten Moment meine Worte nahm.
„I-Ich ahm…“ „Ich habe gefragt, was du hier machst?!“ Er wurde lauter und kam auf mich zu. Keinen Meter mehr von mir entfern blieb er stehen und starrte mich an, sein Blick so voller Kälte und Abneigung, dass es mir eiskalt den Rücken entlanglief. Alles in mir schrie, dass ich laufen sollte, dass ich mich verdammt nochmal in Sicherheit bringen sollte, doch… wo war diese Sicherheit? Was wäre sicher? Wo… wäre ich sicher?  Kein Muskel rührte sich, als ich die Aufforderung in seinem Blick erkennen konnte und schluckte. Wer war er? Auch jemand, der alles beenden wollte? Oder vielleicht doch der Mythos von einem Mörder, der dafür sorgte, dass die Menschen hier verschwanden? Egal, wer er wäre, es würde sowieso nichts an meiner Situation ändern. Wenn er ein Mörder wäre, dann wäre das wirklich ein amüsierender Zufall.
„Ich bin nur spazieren gegangen.“ Meine Stimme kam zurück, doch lachte mein gegenüber nur belustigt auf.
„Keiner geht hier spazieren.“ Offensichtlich amüsiert über meine nicht allzu weit hergeholte Lüge, sah er mich an, hielt aber plötzlich inne und musterte mich. Er war nicht all zu weit von mir entfernt und doch tat ich mir schwer, mehr als nur seine Umrisse zu erkennen. Seine Helle Haut, welche wirkte, als wäre sie dem Mond selbst entsprungen, strahlte mit diesem um die Wette, als er belustigt schnaufte.
Verwirrt sah ich zu, wie sich die Augen des Mannes vor mir begannen in ein giftiges Grün zu färben. Leuchtend wie ein Warnschild, starrten sie mich an und brannten sich in meine Seele, als ich nur ungläubig blinzeln konnte. Jedoch verschwand er, nach dem ersten Wimpernschlag spurlos, nur um direkt hinter mir wieder aufzutauchen.
„Bist du verletzt?“ Fragte er mit seiner heißeren Stimme und roch an mir. What the fuck?!  
„Nein…“ Log ich, doch woher sollte er das wissen? Wie nur, war er so schnell hinter mich gekommen? Das ergab doch keinen Sinn…
„Lüg mich lieber nicht an.“ Brummte er und stand auf einmal vor mir. Wie war das möglich?! Er packte meinen Arm und zog den Ärmel hoch, welchen ich immer so sorgfältig bis über meine Handflächen gezogen hatte und starrte auf das Bunte Kunstwerk vor sich. Ich war wie erstarrt.
Seine Augen leuchteten wie Smaragde, als er auf meine Schnittwunden am Arm sah.  
„Nicht verletzt, huh?“ Ich schluckte schwer. Wie konnte er das wissen?  
„Das ist nicht von eben.“ Warum sagte ich ihm das? Warum blieb ich dort stehen? War dieser Mann vor mir überhaupt echt? Oder war er eine Halluzination meines Gehirns?
„Was machst du hier in meinem Wald?“ Wiederholte er seine vorherige Frage. Sein Wald?
„Ich war spazieren.“ Beharrte ich auf meine Antwort, doch, funkelten er mich mit seinen grünen Augen an und presste mich gegen einen Baum.
„Ich sagte, lüg' mich nicht an.“ Was machte es für einen Unterschied, wenn er die Wahrheit wüsste?
„Ich kam zum Sterben her.“ Sein Griff lockerte sich als er mich musternd betrachtete.
„Warum?“ Belustigt schnaufte ich, als er diese Frage so vollkommen überrascht rüber brachte.
„Weil es keinen Grund für mich gibt weiter zu leben.“ Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht als er amüsiert in meine Augen sah.
„Wieso? Hat dich deine große Liebe betrogen? Oder ist deine Familie gestorben? Wirst du gemobbt? Welchen lächerlichen Grund hast du um hier zu sterben?“ Lächerlich? Was wusste er schon über mich? Was gab ihm das recht, so mit mir zu reden?
„Welche Rolle spielt das für Sie? Sind sie wohl der Richter, der entscheiden darf, wer leben darf und wer nicht?“ Wieder grinste er.
„Nein. Alle sterben hier.“ Ich nickte.
„Gut.“ Seinen Kopf schräg legend sah er mich weiterhin an.
„Also?“ Ich schnaufte belustigt. Was war das alles? Warum zum Teufel, war er nur so hartnäckig?
„Ich kann die schmerzen nicht mehr ertragen.“
„Schmerzen?“ Wiederholte er und kam näher zu mir. Seine Augen immer noch Leuchtend wie ein Warnschild. Lauf, sagten sie, doch ich wollte nicht.
Wortlos zog ich meinen Pulli hoch und zeigte ihm die Narben an meinem Bauch. All die Bunten Flecke und Brandwunden. Nein, ich hatte keinen schönen Körper und nein, ich hatte niemals vor ihn jemanden zu zeigen, doch wenn er mich dadurch endlich umbringen würde, dann tat ich dies. Ich war dem hier leid. Diesem Leben war ich leid.
„Hm.“ Brummend sah er mich von oben bis unten an.
„Werden sie mich jetzt umbringen?“ Seine Augen leuchteten auf, als er mich fixierte und näher kam. Ich blieb stehen. Sollte er machen.
Er lehnte sich über mich, strich meine Haare beiseite und nahm meine Kopfhörer runter so dass mein Nacken freigelegt war. Sachte spürte ich seinen heißen Atem, als er an meinem Hals roch und kurz zufrieden grummelte. Allerdings stoppe er und sah mich interessiert an.
„Hast du keine Angst vor mir?“ Fragte er mich, woraufhin ich den Kopf schüttelte.
„Weißt du, was ich bin?“ Ich konnte es mir denken. Die Art, wie er vor mir stand, und was er dort tat. Entweder war er einer dieser komischen Typen, die unfassbar auf Cosplay standen und sich nachts im Wald versteckten um dahergelaufenen Menschen zu erschrecken, oder, was total lächerlich kling, war er ein Vampir. Ein ausgedachter Vampir meines Verstandes, weil ich in meinen letzten Stunden nicht alleine sein möchte.
„Sind sie ein Vampir?“ Der Blondhaarige vor mir grinste verschmitzt und strich mir eine Strähne hinters Ohr.  
„Nenn' mich Yoongi, meine Süße.“ Vollkommen zufrieden, grinste mein Gegenüber und strich mir leicht mit seinem Daumen über meine Unterlippe.  
„Du wirst mich umbringen, nicht Yoongi?“  
„Das werde ich Kleines. Wie heißt du?“ Mein Name?
„Für was brauchst du meinen Namen?“ Er grinste ertappt und lachte kurz.
„Für mein Gewissen.“ Eine schlechte Lüge.
„Wow, ich dachte Vampire können besser Lügen.“ Lachte ich kurz, doch spürte ich seinen durchbohrenden Blick auf mir.
„Melodie.“
„Hm.“ Brummend lehnte sich der Mann, der von sich selbst behauptete ein Vampir zu sein, über mich.
„Bereust du es hier her gekommen zu sein?“
„Redest du immer so viel mit deiner Beute?“ Er lachte.
„Nein. Aber bisher war auch noch keiner so Interessant wie du.“ Ich spürte seinen Hauch an meinem Hals, als er näher kam. Kurz zuckte ich zusammen, als er über meinen Nacken leckte, die Stelle küsste und mir langsam seine Zähne in den Hals drückte. Es war ein Stechen mehr nicht und eine Hitze, die meinen Körper durchzog, als er mich an sich drückte und keuchend mein Blut trank. In dem Moment wurde mir klar, dass ich nicht Träumte. Dass dies kein Trugbild meines Verstandes war, sondern Realität, jedoch war das nun ohnehin schon egal. Nun würde ich sterben und um ehrlich zu sein, war diese Art zu sterben tausendmal angenehmer, als die andere. Denn so war ich nicht alleine...
Zu meiner Verwunderung spürte ich weder Schmerzen noch Angst, nur seine Wärme legte sich um mich und hinterließ eine Art Geborgenheit. Ich hörte seine hastigen schluck Geräusche, als er mich gierig an sich drückte. Es war ein Kribbeln, das mich durchzog, als meine Augen langsam schwerer wurden.
„Danke, Yoongi.“ Hauchte ich, als ich das Bewusstsein verlor.