Unerwartet

von SnowAlice
GeschichteDrama, Humor / P12
Atsushi Nakajima Ryunosuke Akutagawa
10.07.2018
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Es war eine schlechte Idee gewesen die Einladung seines Mentors anzunehmen. Eine verdammt schlechte Idee!
Atsushi hätte ahnen müssen, dass Dazai-san versuchen würde ihm mehr Alkohol unterzujubeln als er vertrug. Zu Mal Kunikida den braunhaarigen Ex-Mafioso erwürgt hätte, wenn er wüsste, dass er einen Minderjährigen in eine Bar mitnahm.
Erstaunlicherweise schien Atsushi eine größere Toleranz zu besitzen als erwartet. Vielleicht lag es an der Regenerationskraft des Tigers, aber wer wusste das schon genau.
Schlussendlich hatte Dazai-san es doch geschafft, dem Neuling genug Alkohol einzuflößen.
Genug, dass dieser den Mut aufbrachte, während eines günstigen Moments seinen Mentor allein in der Bar zurück zu lassen und den Heimweg anzutreten.

Torkelnd versuchte der Weißhaarige voran zu kommen, jedoch stolperte er über seine eigenen Füße.
Während er wieder auf die Beine kam, fiel ein langer Schatten auf ihn.
„Jinko, du stinkst.“
Er hob den Blick und sah sich Akutagawa gegenüber.
Ein unerwartetes Verlangen ergriff Besitz von Atsushi.
Schnell, schneller als Rashoumon reagieren konnte, überwandte der Tigerjunge die Distanz zwischen ihnen und drückte den Schwarzhaarigen gegen die kalte Wand und nahm ihm jeden Fluchtweg. Doch auch wenn er wollte, Akutagawa konnte sich nicht wehren. Zu sehr war er geschockt davon, die Lippen des Wertiger auf seinen eigenen zu spüren.
Als Atsushi den Kuss löste, blickte er in schreckgeweitete Augen. Mit einem Schmunzeln wandte er sich ab und verschwand in die Nacht.

„Was hab ich da bloß getan?!“ Der nächste Morgen begann mit Erkenntnis und Kopfschmerzen. Die Ereignisse der letzten Nacht beschäftigen Atsushi so sehr, dass er es kaum bemerkte, als er in der Detektei ankam.
„Atsushi-kun, wie konntest du mich gestern allein in der Bar zurücklassen?“
Der jammernde Sing-Sang wurde durch ein lautes „Was?“ übertönt. Im nächsten Moment schüttelte Kunikida den Bandagenträger wild durch.
„Was fällt dir ein, einen Minderjährigen in eine Bar zu bringen, Dazai!“
Der strenge Blick des Blonden fiel auch auf den abwesend wirkenden Jungen. „Und wieso bist du mit ihm mitgegangen, Junge? Das ist nicht gut, überhaupt nicht gut!“
„Ja, es war eine schlechte Idee. Eine verdammt schlechte.“
Erschrockene Blicke legten sich auf den ungewöhnlich verbittert klingenden Jungen. Selbst Dazai hatte seine Aufmerksamkeit auf Atsushi gerichtet.
„Junge, ist etwas passiert?“
„Nein, es ist nichts passiert.“
Mit abgewandten Blick ging er an Kunikida und Dazai vorbei.
„Du bist ein mieser Lügner, Atsushi.“
Ranpo aß wie immer Süßigkeiten, während er im Schneidersitz auf einem der Tische saß. Noch bevor der nächste Loli im seinem Mund verschwand, hatte er den erschrockenen Blick des Jungen analysiert. Das typische Grinsen begleitete die Auswertung. „Scheint, du hattest eine unangenehme Erfahrung letzte Nacht.“
Mit rot Wangen rannte der Wertiger aus dem Büro.