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once in a lifetime

von moosrose
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann
09.07.2018
26.01.2021
13
24.677
12
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Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
09.07.2018 1.175
 
Guten Morgen ihr Lieben,

ich weiss gar nicht, wie das passieren konnte… aber die Story geistert nun schon ein ganzes Weilchen in meinem Kopf rum und lässt mich nicht los. Naja, ein letzter Versuch vielleicht ;)

vielleicht ist ja der eine oder die andere noch dabei :D und kommt mit auf eine kleine Reise in eine ff-Zukunft ^^

ganz lieben Dank an Kati, die mich und meine spinnerten Ideen immer unterstützt :*

und nun VIEL SPASS!

Wenn es passt, gibt es Musik dazu... wenn nicht, dann nicht ;)

* * *

An empty soul shrouded in darkness
Alone and confused, what am I?
Images flash, memories jaded
He took my life, goddamn his lies


* * *
Kapitel 1: Alles, was er immer wollte
* * *


Müde schloss Ringo die Tür hinter sich. Sein Jackett hängte er wie immer sorgsam in die Garderobe. So viel Zeit musste einfach sein. Unordnung war nicht Seins. Einer der wenigen Vorteile, wenn man nicht mehr in einer Chaoten-WG mit Schmarotzer -Nachbarn wohnte. Ruhe und Ordnung. Zwei durchaus nicht zu unterschätzende Ideale. Zwar war auch oft genug der Kühlschrank leer, weil er es nicht zum Einkaufen geschafft hatte, aber daran wollte Ringo jetzt nicht denken.

Genauso ordentlich wie die Jacke wurden auch die feinen Schuhe im Regal unter der Garderobe verstaut, ehe er sich mit einer Hand die Krawatte vom Hals zog. Diese jedoch liess Ringo einfach auf der Anrichte liegen. Er brauchte sie morgen ohnehin wieder, da konnte er sie auch so drapieren, dass er sie gleich wieder griffbereit hatte. Wobei… zwei Tage hintereinander die gleiche Krawatte, das war bei ihm doch eher undenkbar. Somit landete das gute Stück doch auf dem Stapel für die Reinigung.

Es war viel zu spät, mal wieder. Aber das war Ringo genauso gewohnt, wie die leere, leise Wohnung. Und meistens machte es ihm auch nichts aus. Nein, eher genoss er die Ruhe, die er hier hatte. Nur heute... heute hätte er irgendwie gerne ein wenig mehr Trubel um sich herum. Immerhin war heute sein 27. Geburtstag und er hatte bisher nur einen einzigen Gruss bekommen. Ein Bild von Kira aus Südafrika. Auf dem Tafelberg, wo sie gerade in den Ferien war. Der Segen des gemeinsamen Geburtstages... den konnte sie nicht vergessen, auch wenn sie sonst nicht oft von sich hören liess.

Im Vorbeigehen nahm Ringo sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Dann trat er an das grosse Fenster, schaute auf den nächtlichen Rhein. Ein kurzer Blick auf seine Armbanduhr verriet, dass ihm heute wohl auch keiner mehr zum Geburtstag gratulieren würde. Es waren nur noch knapp 45 Minuten und wer bisher nicht angerufen hatte, würde es jetzt wohl auch nicht mehr tun.

Verdammt, wieso war er ausgerechnet heute so nostalgisch?! Fast schon sentimental. So war er doch sonst nicht.

Zu Tobias hatte er seit inzwischen 5 Jahren keinen Kontakt mehr, genauer gesagt, seit raus gekommen war, dass er das Büdchen an Huber verkauft hatte. Hatte Ringo auch gar nicht anders erwartet. Tobias hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihm Easy wichtiger war als sein Halbbruder.

Paco hatte ihn nur ein halbes Jahr später ausbezahlt, sodass er mit der Turnhalle auch nichts mehr zu tun hatte. War grundsätzlich zu erwarten gewesen, hatte ihn dennoch auf merkwürdige Weise getroffen. Mit Paco hatte ihn doch etwas verbunden, was in der Welt von Richard Beckmann einer Freundschaft am nächsten kam. Aber auch das war nach allem, was er sich geleistet hatte nicht abwendbar gewesen. Um ehrlich zu sein, hatte Ringo es auch gar nicht ernsthaft versucht. Dazu hatte er zu viel kaputt gemacht.

Der lose Kontakt zu Elli hatte am längsten gehalten, aber auch die wenigen Mails und SMS waren im Laufe der Jahre weniger geworden, bis schliesslich nichts mehr kam. Und er hatte sich auch nicht weiter gemeldet. Es war einfach allmählich eingeschlafen. Auch wenn es wehtat, mit Elli hatte ihn doch sehr viel verbunden. Aber nun war es wohl nicht mehr zu ändern.

Ringo schaute ein paar Schiffen nach, die langsam den Rhein hinauf schipperten. In der Glasscheibe sah er sein Spiegelbild, prostete sich selbst zu. Wenn es schon kein anderer tat.

Beruflich war Ringo dort angekommen, wo er immer hin wollte. Zwar nicht bei Huber Bau, sondern in einer anderen renommierten Firma, bei der er inzwischen sogar Juniorpartner war. Seit kurzem erst, aber immerhin. Daher auch das Arbeitspensum und die wenige freie Zeit.

Ausser seinen morgendlichen Laufrunden am Rheinufer hatte er ohnehin keine Hobbies mehr, alleine zu verreisen gab auch nur bedingt einen Kick und die Wochenende in den Clubs brauchte Ringo auch nicht mehr so sehr wie früher. Klar hatte er in den letzten Jahren die eine oder andere Affäre gehabt, unzählige One-Night-Stands. Aber nichts Festes, nichts Ernstes.

Nicht seit...

Ringo wollte lieber nicht an Easy denken. Es tat immer noch weh. Und er wusste immer noch, dass er damals feige gewesen war. Und dumm.  

Zu dumm und zu feige.

Er hatte es selbst versaut. Gründlich und unwiederbringlich. War abgehauen, ehe Huber dem Büdchen auf den Leib gerückt war. Und ehe er Easy von seinen Gefühlen für ihn hatte erzählen, geschweige denn sie zeigen können. Obwohl Paco ihn damals mehr als einmal ermutigt hatte, es doch noch zu tun. Aber mit dem Wissen über seine schändlichen Taten hatte Ringo dem einfach nicht nachgeben können. War stattdessen noch während des Karnevals in einer spontanen Nacht- und Nebel-Aktion erst umgezogen und dann schliesslich ganz aus der Schillerallee verschwunden.

Easys Blick, als er der WG damals von seinen Plänen erzählt hatte, hatte Ringo bis heute nicht vergessen. Ringo wusste nicht mal, ob er damals geblieben wäre, wenn Easy ihn darum gebeten hätte.
Vielleicht, wahrscheinlich eher nicht. Nicht mit dem Wissen, was er alles angestellt hatte, um Easy möglichst nachhaltig zu schaden.

Naja, spätestens als Easy den Büdchenverkauf mitbekommen hatte, hätte er Ringo nicht einmal mehr gefragt, zu bleiben. Aber das waren Spekulationen, da Ringo zu diesem Zeitpunkt längst weg gewesen war.
Auch wenn er selbst Easy nicht erzählt hatte, zu welchen Mitteln und Methoden er gegriffen hatte, um sein Ziel zu erreichen, Huber hatte es mit Sicherheit getan. Oder irgendein anderer. Spätestens seit dem hätte Easy ihn nicht mehr mit dem Arsch angeschaut.

Aber das war egal. So egal…

Er hatte damals keine Zukunft gesehen, keine gemeinsame zumindest. Und wenn er ehrlich war, sah er die heute auch nicht. Aber das war ohnehin ein Wunschgedanke, dem er nicht allzu oft nachgab. Nur in so sentimentalen Momenten, wie genau jetzt.
Da drehte sein Kopfkino kleine was-wäre-wenn-Filmchen. Inklusive Aussicht auf Happy End. Meistens.
Doch heute klemmte er sein Gedankenkarussell ab, ohne auf das Ende zu warten.

Seufzend drehte Ringo sich vom Fenster weg, nahm noch einen tiefen Schluck aus der Flasche.

'Prost Beckmann!'

Immerhin hatte er alles, was er je wollte, alles was er brauchte...Eine Eigentumswohnung mit Fussbodenheizung und Rheinblick.

Hurra.

Über den Rest, der ein anderes Leben gewesen war, sollte er einfach nicht mehr nachdenken.

* * *

I cheated myself for love
Love unconditional
Now just to see her face
I've lost it all

-Dark Saga –
Iced Earth

https://www.youtube.com/watch?v=if1ZIthQ9OM
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