Sonnenkönigin Sam

von Cortes
GeschichteAllgemein / P12
Lara Croft
08.07.2018
04.08.2018
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08.07.2018 997
 
Willkommen zu meiner ersten Geschichte im Tomb Raider Fandom.
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Bin mir sicher, ich bin nicht der erste mit dieser Art von Idee aber hier ist meine Variante. Wünsche viel Spaß. :)

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Und wieder war sie hier. Auf dieser verfluchten Insel. Ein Teil von ihr sträubte sich zu glauben, dass Sam willentlich und allein hierher zurückkommen würde. Aber genau deshalb war sie hier. Himiko war noch immer eingesperrt, ihre Seele im Spiegel gefangen. Sam war frei, frei von ihrem Einfluss, also warum war sie auf diese verfluchte Insel gekommen?
Lara wandte sich um, eine Hand spielte mit dem Griff ihrer Axt. Sie war nicht alleine hier und noch wusste sie nicht, ob sie darüber froh oder besorgt sein sollte. Jonah war hier und sie war froh drüber, er war ein Freund, ihm konnte sie vertrauen aber auch Sams Eltern waren hier. Hier begann das Problem. Die Insel war gefährlich, selbst jetzt noch und Lara traute den beiden nur bedingt zu, damit alleine zurecht zu kommen. Doch sie wollten nicht zurückbleiben, genauer gesagt wollte Sams Mutter nicht zurückbleiben. Ihr Vater schien zumindest zu verstehen, dass es Dinge gab, bei denen er nicht helfen konnte, auch wenn es ihm natürlich nicht gefiel aber Antonia weigerte sich strickt, Lara allein losziehen zu lassen. Außerdem gab es noch die Mannschaft des Bootes, mit welchem sie hergekommen waren und welche am Strand ein Lager errichteten. Darauf hatte Lara bestanden. Ihre Eltern mochten glauben, dass es so eine Art Spaziergang werden würde, einfach kurz auf die Insel, Sam eingesackt und wieder gegangen. Lara wusste jedoch, auf dieser Insel war nichts einfach. Selbst jetzt noch.
„Kleiner Vogel? Du hättest es besser gefunden, wenn sie nicht mitgekommen wären oder?“
„Ja, aber vielleicht ist es auch gut, dass sie hier sind. Wenn sie sehen, was hier passiert ist...“
„Mir macht weniger Sorgen, was hier passiert ist, als das, was hier passieren könnte.“
Dem konnte Lara nicht widersprechen.
„Ich hoffen nur, Sam ist okay.“


„Sie ist weg? Was soll das heißen, sie ist weg?“
„Genau das was ich gerade gesagt habe.“
Antonia starrte auf ihre Hände, die sie ohne Unterlass durchknetete. Sie sah aus, als ob sie nur auf ein Zeichen wartete um aufzuspringen und loszulaufen, wohin auch immer. Sich kopfüber in die Hölle zu stürzen, ihre Tochter zurückzuholen. Nur das Lara es bereits besser wusste. Sie wusste schon, wer in die Hölle marschieren würde, wer Sam retten würde. Die Frage war nur, wohin? Sie ließ sich wieder auf das Sofa sinken. Sams Eltern hatten sich mit ihr in einem Hotel in Tokyo getroffen und in diesem teuer aussehenden Zimmer stachen vor allem drei abgedeckte Leinwände heraus, die eindeutig nicht zum Rest der Einrichtung passten.
„Was ist passiert?“
Doch Antonias Gesicht wirkte plötzlich versteinert. Sie schien der Auffassung zu sein, es sei besser nichts zu sagen, als das Falsche zu sagen. Oder vielleicht konnte sie im Moment auch nichts außer das Falsche zu sagen. Sams Vater Hisao räusperte sich und warf seiner Frau einen kurzen Blick zu. „Ich denke, da muss ich zuerst ein bisschen weiter ausholen. Wir haben getan, worum du uns damals im Krankenhaus gebeten hast und für einige Zeit schien auch alles gut. Dann bat sie uns plötzlich um Pinsel, Farben und Leinwände. Sie wollte malen. Sie hatte sich nie zuvor wirklich für die Malerei interessiert aber wir dachten uns, wenn es sie glücklich macht, wenn sie es so will, wenn es ihr hilft, warum nicht? Also besorgten wir ihr alles und richteten ihr einen Raum ein. Und sie malte, manchmal stundenlang. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir gemerkt haben, was sie gemalt hat. Was sie immer wieder gemalt hat.“
Lara runzelte die Stirn, sie konnte die Tonart bei den letzten Wörtern nicht einordnen. Hisao seufzte, beugte sich rüber und zog nacheinander die Abdeckungen der Leinwände zurück. Lara schnappte unwillkürlich nach Luft. Nacheinander erblickte die junge Archäologin sich selbst, Yamatai und Himiko. Und mit welcher Meisterschaft diese Bilder erschaffen wurden!
Doch Lara besah sich die Bilder genauer.
„Sie hat verschiedene Variationen gemalt, doch letztlich waren es fast immer diese drei Motive. Zwei Frauen und eine Insel. Ich habe einfach die drei jüngsten, fertigen Erzeugnisse genommen.“
Lara trug auf ihrem Bild kurze Hosen, ein enges, bauchfreies Top, hatte zwei silberne Pistolen in den Händen und Sam hatte sich scheinbar eine gewisse, künstlerische Freiheit im Brustbereich herausgenommen.
Yamatai und Himiko sahen so aus wie immer, doch sie wirkten...friedlich, die Insel gar etwas heimatliches. Lara gefielen diese Wörter im Zusammenhang nicht, doch ihr fiel nichts anderes ein. Die Insel war im Schein eines wunderschönen Sonnenuntergangs gezeichnet und die Sonnenkönigin wirkte ein wenig wie die Darstellung eines Engels auf alten Gemälden der Renaissance. Doch etwas störte Lara am letzten Gemälde und sie ging näher heran. Und dann traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag: Sam hatte sich selbst als Himiko gezeichnet.
„Wir waren spazieren, plötzlich kam ein Sturm auf und dann war unsere Tochter auf einmal weg.“
Plötzlich wusste Lara, wo es hingehen würde. Doch vorher musste sie noch etwas prüfen.

„Gut, das Lager steht, die Mannschaft bleibt hier und wir können gehen.“
„Nein, können wir nicht.“
Antonia sah aus, als ob sie vor Wut gleich explodieren würde, doch Lara schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab.
„Ich will Sam genauso finden wir ihr auch aber keiner von uns wird ihr helfen, wenn er verletzt irgendwo am Grund einer Schlucht liegt oder von einer Klippe segelt. Es wird bereits Abend und bei Nacht ist es zu gefährlich.“
„Gut.“
Antonia starrte ihren Mann an.
„Lara hat unsere Tochter bereits früher gerettet. Ja, ohne sie wäre Sam überhaupt nicht erst in solche Situationen gekommen, doch sie hat gezeigt, dass sie unsere Tochter auch wieder aus solchen Situationen herausholen kann und wenn sie sagt, dass es auf der Insel bei Nacht zu gefährlich ist, glaube ich ihr. Ich vertraue ihr in dieser Hinsicht.“
Lara wusste nicht so ganz, ob sie sich jetzt geehrt oder verletzt fühlen sollte.



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