Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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11.07.2018 1.929
 
Teil 6 Die Flucht

Die folgenden Tage verliefen ähnlich wie der Tag, an den sie heraus fanden, wie sie das Band zwischen ihnen und den kleinen Drachendamen knüpften. Gemeinsam begannen Nele und Eragon ihren Tag, jeder erledigte sein Tagwerk und sobald sie konnten, liefen sie in den angrenzenden Wald hinaus zu ihren kleinen Schützlingen. An manchen Vormittagen, wenn Nele mehr in Haus oder Eragon mehr draußen zu tun hatte, halfen sie sie sich gegenseitig, um schneller fertig zu werden. Für Garrow und Roran, gab das ein verwirrendes Bild. Nele wusste wieso, sie und Eragon hatten einen holprigen Start, was durch die Umständen ihrer Begegnung nicht ungewöhnlich war, doch nun hatten sie ein gemeinsames Geheimnis und das mussten sie um jeden Preis beschützen. Einige Tage, nachdem die Drachen den angrenzenden Wald erkundend hatten, brauchten Nele und Eragon keine Fleischreste mehr vom Hof schmuggeln, da die beiden begangen ihre Beute lebend zu jagen. „Genau wie Brom es erzählt hatte“, lachte Eragon, als er sah das der kleinen Saphira noch ein Mauseschwänzchen aus den Maul hing. So wurden aus Tagen Wochen und langsam wuchsen die Drachen immer mehr und so auch ihre Beute, die sie erlegten.

Mit den kleinen Waldstück gaben sie sich nicht mehr zufrieden. Als Nele mal wieder bei Elain und Horst zu Besuch war, hörte sie, wie Horst erzählte, dass in der Gaststätte das Gerücht um geht, es sollen wieder Wölfe in der Nähe sein. Erschrocken sah sie auf, doch Horst lachte: „Keine Sorge, Wölfe kommen nicht in die Nähe der Dörfer“. Albriech saß Nele am Tisch gegenüber und spielte mit seinen Löffel. „Ich kann dich zum Bauernhof begleiten, wenn du dich fürchtest“, bot er ihr an, doch Nele lehnte ab. Als Nele dann am nächsten Tag wieder auf den Hof war, erzählte sie Eragon von den Gerüchten und dieser wirkte besorgt. Doch die mittlerweile Schulterhohen Drachen ließen sich nicht dazu überreden vorsichtiger zu sein. Wieder einige Tage später beim Abendbrot verkündete Roran: „Ich werde nach Therinsford gehen, um als Schmied Geselle zu arbeiten. Es geht gleich übermorgen los, mit Horst zusammen“. Auch für Nele war der Abschied am nächsten Morgen von Roran schwer, er war in den letzten Monaten für sie zu einen Familienmitglied geworden. Nachdem Eragon seinen Cousin abermals umarmt hatte, gingen dieser und Garrow nach Cravahall.

Den nächsten Tag verbrachten sie hauptsächlich draußen vor den Haus und die Drachen saßen bei ihnen, nun da keiner mehr da war, außer sie vier. Als es dunkel wurde, sahen sie von weiten ein einzelnes Licht, welches von einer Fackel ausgestrahlt wurde. „Garrow kann das nicht sein“, meinte Eragon beim aufstehen, „Er würde nie bei Anbruch der Nacht zurück kommen“. „Es sieht aus wie ein Reiter, so schnell wie das Feuer näher kommt“, ergänzte Nele und drehte sich zu den Drachendamen um. Stacy, Saphira versteckt euch lieber hinterm Haus. Wartet bis wir euch Bescheid geben. Passt auf.., bat Stacy Nele und sie und Saphira hievten sich auf und stampften um das Haus herum. Der einzelne Reiter kam immer näher und an seinen beiden Seiten jeweils noch ein Pferd. Eragon kniff seine Augen zusammen und staunte auf: „Das kann nicht sein.., dass ist Brom!“. Nele erkannte ebenfalls den schwarzen Umhang und den im Wind wehenden weißen Bart. Im vollen Galopp kam er auf sie beide zu und bremste kurz vor ihnen ab. Ohne sie auch nur ein Wort der Begrüßung verlieren verlieren lassen, fing dieser sofort an zu berichten.
Er war ganz aus der Puste, doch er machte keine Anstalt kurz Luft zu holen.
„Packt sofort eure Sachen, nur das nötigste und bindet es an die Pferde, wir müssen aufbrechen!“. Eragon ergriff die Zügel der beiden anderen Pferde und sah Brom verwirrt an. „Brom was ist passiert? Warum hast du es so eilig?“, fragte er, doch Brom schnitt ihn das Wort ab. „Junge, ich habe Gründe und jetzt los“, raste er aufgewühlt, stieg von seinen Pferd und hechtete zur Haustür. Sollen wir vor kommen?, hörte Nele im Hinterkopf fragen, doch sie verneinte: Nein, dass ist Brom der Geschichtenerzähler der so viel über Drachen weiß, warten wir noch. Brom stürmte ins Haus und schmiss einige Sachen auf den großen Holztisch. „Holt eure Sachen los! Und Eragon hol auch diesen blauen Stein, wir müssen ihn mitnehmen“, wirbelte er durch das Haus und drückte Nele eine Ledertasche in die Hand. Immer noch überfordert standen Nele und Eragon am Tisch und rührten sich nicht. „Brom was ist passiert? Sag es uns bitte...“, bat Nele hektisch. Dann wie nach einen Schlag, blieb Brom ganz ruhig stehen, drehte sich zu ihnen und sagte: „Heute waren Leute im Dorf, die nach euch gefragt haben. Sie sagten den König sei etwas abhanden gekommen und sie würden es zurück holen. Ich musste an deinen Stein denken Eragon“.
Ohne auf Fragen zu achten wurde Brom wieder hektisch. „Hört, dass waren nicht irgendwelche Leute, es waren die Schergen des Königs persönlich und wenn sie ihr auf kreuzen und wir noch hier sind, wird das nicht gut ausgehen, also kommt“.
Den König ist etwas abhanden gekommen? Kann Brom das Ei meinen?, Nele rannte sofort in ihre Kammer und griff nach ihren Umhang, nach ihrer alter Kleidung, den Gürtel mit den Dolch und einen kleinen Beutel voll mit Kräutern, den sie von Elain bekommen hat. Als sie wieder unten war hörte sie, wie Eragon und Brom schon draußen waren und sich stritten. „Wo ist er, Eragon? Ich muss ihn sehen“, drängte Brom und Eragon versuchte ihn auszuweichen. „Ich habe ihn nicht. Er ist weg“, stammelte der Junge. „Lüg mich nicht an Junge, du weißt gar nicht wie wertvoll er ist!“, schimpfte Brom und Nele ging heranrasend zwischen die beiden. Ihr schlug das Herz bis zum Hals und mit einen kurzen Blick zu Eragon sprach sie laut: „Kommt raus und zeigt euch. Er ist ein gerechter Mensch, er wird euch nicht schaden“.

Brom sah sie völlig entgeistert an, doch sein Gesicht veränderte sich, als er hörte wie es hinter ihn raschelte. Langsam drehte er sich um und hinter ihn standen Saphira und Stacy. Im Licht der einzelne Fackel wirkten sie dunkler, als sie waren und Brom sah an ihnen hoch. „Mir scheint, ihr wart doch nicht ehrlich zu mir“, flüsterte er und streckte seine Hand hoch. Sowohl Stacy als auch Saphira schnupperten an seinen Fingern und für einen Moment war alles still. „Ihr seit zwei wunderschöne Drachen...“, stellte Brom fest und drehte sich wieder um. Die Überraschung in seinen Gesicht war verflogen und er wieder ernst. „Wir verstecken uns erst im Wald und warten ob die Schergen des Königs hier her finden“. Das taten sie und wenig später saßen sie im angrenzenden Wald in den Nele und Eragon so viele Stunden mit ihren Drachendamen verbracht hatten. Die Nacht schlich langsam vorbei, ohne das sich etwas tat.


Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brachen, konnten sie vom Waldrand aus sehen, wie Garrow wieder zurück zum Hof kam und ins Haus trat. Erleichtert atmete Eragon auf: „Siehst du Brom? Keiner außer mein Onkel..mhnpf“, Nele schlug ihn gegen die Schulter und daraufhin verstummte Eragon. Denn nach Garrow näherten sich im schwarz gehüllte Gestalten den Hof und sahen sich um. Sie waren zu zweit und hatten beiden einen Buckel.Doch Nele konnte erkennen, dass das keine Menschen waren. „Sie heißen Ra´zac und dienen den König. Wenn man ihnen näher kommt - was ich niemanden wünsche, dann sieht man ihren langen Schnabel und große runde Augen, wie bei Insekten“, flüsterte Brom und drückte Eragon und Nele wieder hinter den Baumstamm, hinter den sie sich versteckten. Doch Eragon drängte sich wieder hoch, als er lautes gebeutelter hörte.
Die Ra`zac schienen den Weg ins Haus gefunden haben. Ohne zu zögern sprang Eragon auf und wollte los rennen, doch Brom hielt ihn an beiden Armen fest. Eragon konnte sich gegen den festen Griffs des alten Mannes nicht währen und flehte, er solle ihn los lassen. „Sie sind jetzt nur dort bei deinen Onkel, weil sie dich suchen Eragon, dich und deinen Drachen. Ihr seid es was sie wollen, nicht ihn“, flüsterte Brom hart und verstärkte seinen Griff. Eragon versuchte sich zu wenden, doch es gelang ihn nicht. „Wir müssen ihn doch helfen! Bitte Brom Bitte! Wir sind zu dritt mit den Drachen...bitte!“, flehte er weiter und Tränen schossen ihn in die Augen. Dann hörten sie vom Haus aus einen lauten Schrei, der nur von Garrow kommen konnte und Eragon fing laut an zu schluchzen. Nele, der auch die Tränen über das Gesicht liefen, stellte sich vor Eragon und versperrte so die Sicht aufs Haus. Doch Eragon flehte weiter und flehte auch zu Nele, sie könnten, müssten doch etwas tun. Selbst weinend, lag Nele ihre beiden Hände über Eragons Ohren und drückte sein Gesicht auf ihre Schulter, wie in einer Umarmung. Sie drückte ihn fest an sich und ihre Haare fielen in seinen Nacken. Doch Eragon schluchzte weiter und Nele weinte mit ihn. Sie hoffte, dass ihre Hände ausreichten, dass Eragon nichts mehr hörte, denn es folgten noch weitere Schreie, welche Nele das Mark in den Knochen gefrieren ließen. Sie verkrampfte sich, bis die Schreie verstummten. Eragon verließen seine Kräfte und Brom ließ ihn los, ohne sich zu währen, sackte er auf den Boden und Nele kniete neben ihn. Sie umarmte ihn immer noch und er ruhte mit seinen Kopf auf ihrer Schulter. Saphira näherte sich mit ihren Kopf und stupste Eragon behutsam an. Eragon..., flüsterte sie sanft und schnupperte ihn über seinen Rücken. Nele hörte was Saphira sagte, den auch Saphira war in ihren Geist, wie Stacy auch in Eragons war. Doch Eragon reagierte nicht und saß nur da, immer noch an Neles Schulter gelehnt.
Selbst Brom legte seine im Handschuh steckend Hand auf dessen Schulter und sprach: „Ich konnte das nicht zu lassen, es hätte dein Tot bedeutet..“, doch Eragon schlug seine Hand weg.
Schaut.., unterbrach Stacy leise und neigte ihren schuppigen Kopf in Richtung Bauernhof. Eine große Rauchfahne stieg auf und das Haus brannte lichterloh. Nele half Eragon auf die Beine und gemeinsam schauten sie zum brennenden Haus. In den letzten Monate, war dieses Haus ihr Zuhause gewesen, dass einzige an das sie sich erinnern kann und nun brannte es nieder.
Sie hielt immer noch Eragons Kopf an ihre Schulter gedrückt, sie hörte ihn schluchzen oder war es ihr schluchzen?
Eragon es tut mir so schrecklich leid..., dachte sie im Geiste und sie wusste das Eragon sie hört. Sein Schmerz war ihr so nah wie ihr eigener, den sie konnte ihn spüren, genau wie sie den von Stacy und Saphira spürte.

„Es wird zu gefährlich, wenn mir noch länger hier bleiben. Die Ra´zac können immer noch die Umgebung ab suchen. Rache muss für heute warten, Eragon“, entschied Brom nach kurzer Zeit und lief zu den Pferden. Nele und Eragon drehten sich schwerfällig um und sahen wie Brom mit den beiden übrigen Pferden, auf sie zu kam.
Dieser drückte Nele die Zügel, des hellbraunen Pferdes in die Hand und sagte: „Ich hoffe du kannst reiten“. Nele schüttelte zwar ihren Kopf, doch Brom schien das nicht weiter zu beachten. Eragon liefen immer doch die Tränen übers Gesicht, doch auch er ergriff die Zügel des übrigen Pferdes und kletterte in den Sattel. Langsam rochen sie den Rauch des brennenden Hauses und Eragon sah noch einmal Richtung Haus. Nele saß ebenfalls schon im Sattel und betrachtete Eragon schweigend. „Wohin werden wir reiten?“, fragte Nele betrübt an Brom gerichtet, dieser antwortete: „Nach Therinsford“. Nele zuckte unweigerlich zusammen, den sie wusste, dass ihr vermeintlicher Vater aus Therinsford nicht existierte. Doch wusste es Brom auch? Mit einen Schnalzen gab Brom seinen Pferd das Zeichen zum los traben und Nele und Eragon folgten ihn wortlos.
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