Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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11.07.2018 1.884
 
Teil 5 Brom der Geschichtenerzähler

„Denkst du wirklich wir sollten sie dort alleine lassen?“, fragte Nele besorgt, als sie und Eragon auf den Weg nach Cravahall waren. Sie hatten den Drachen provisorisch aus Ästen ein kleines Dach gebaut und die Umhängetasche als Höhle da gelassen. „Es geht keiner von meiner Familie dort an den Waldrand also sind sie dort sicher“, versicherte Eragon ihr. Doch Nele fühlte sich unwohl, seit sie die Drachen verlassen hatten, spürte sie das leichte kitzeln der vergangen Stunden nicht mehr. „Als würde etwas fehlen..also mehr als sonst“, beschrieb sie Eragon ihre Gefühle. Dieser nickte und sagte: „ Ich vermisse sie auch und ich hatte ein merkwürdiges Gefühl, als würde etwas meine Gedanken streifen, immer und immer als wollte es Einlass“. Nele nickte, genau das Gefühl fehlte ihr nun.

Sie liefen eilig den Trampelpfad entlang und erreichten recht bald Cravahall. Die Hütte in der Brom der Geschichtenerzähler lebte, lag nicht direkt im Dorf doch sie liefen die Hauptstraße entlang. „Was genau werden wir ihn erzählen?“, fragte Nele kurz bevor sie die Hütte erreichten. „ Gar nichts! Wir werden ihn nur fragen, ob er uns mehr über Drachen erzählen kann“, erklärte Eragon seinen Plan. Als sie vor der morschen Holztür standen, zog Nele ihren Ärmel über ihre linke Hand, um das Brandzeichen zu verbergen. Eragon wickelte sich ein Stück Leinen um seine rechte Hand, es sah nun aus wie ein Verband. Kaum hob er seine rechte Hand zum klopfen, sprang die Tür einen kleinen Spalt auf und der alte Mann mit weißen Bart streckte seinen Kopf heraus. „Es ist niemand zuhause“, brummte er schroff und wollte die Tür schon wieder verschließen, doch Eragon stellte seinen Fuß in die Tür. „Erzähl uns mehr von den Drachen!“, bat dieser und zog Nele ins Sichtfeld des alten Mannes. „Wir haben deine Geschichte am großen Feuer gehört und möchten mehr erfahren“. Der Geschichtenerzähler seufzte und öffnete seine Tür. „Mehr also? Dann kommt herein“,nuschelte er leise und schlürfte wieder in seine Hütte. „Verschließt die Tür. Ich bin noch nicht bereit zu sterben“. Doch Nele hatte die Tür bereits verschlossen. Dann folgten sie ihn und setzen sich ans wärmende Feuer. Ihren Wollmantel nahm Nele von den Schultern und legte ihn über ihre Beine. Es war dunkel in der Hütte und muffig, doch das schien den alte Mann nicht zu stören. Im Gegenteil, er schien sich in seinen vier Wänden am wohlsten zu fühlen. Der Geschichtenerzähler stand am Feuer und goss heißes Wasser in zwei Becher, welche er den beiden hin hielt. „Du bist der Junge von Garrow, Eragon, dass weiß ich aber wer bist du?“, fragte er während er Nele den Becher gab und sich ebenfalls setzte. Mittlerweile antwortete sie von selbst mit der Lüge: „Ich heiße Nele. Ich bin zur Zeit bei Eragons Onkel zu Besuch, Garrow ist ein alter Freund meines Vaters“. Doch Brom verengte seine Augen, sah sie direkt an und fragte weiter: „Und wo lebt ihr?“. Nele rügte sich auf ihren Stuhl zurecht und antwortete: „Therinsford“. Da nickte der Geschichtenerzähler gleichgültig und lehnte sich zurück. „Welche Geschichte über Drachen wollt ihr den so dringend hören?“, gähnte er und kratzte sich den Bart. „Wie groß werden sie?“, platze Eragon heraus und sowohl Nele als auch der Geschichtenerzähler sahen ihn verwundert an.
„Das ist eine sehr genaue Frage aber ich kann die beantworten. Es ist unterschiedlich, wie groß sie werden. Jedenfalls wurden sie so groß, das die Auserwählten auf ihn reiten konnten“.
„Und.. und was fressen sie so?“, fragte Nele zögernd. „Das ist auch sehr genau aber auch hier kann ich antworten. Sie fressen hauptsächlich Fleisch und jagen gerne ihre Beute lebend“. Der alte Man beugte sich nach vorne und sah die beiden eingehend an. Nele vertiefte sich mit ihren Blick in ihren Becher, ihren Ärmel immer noch über die linke Hand. „Seit ihr beiden ehrlich zu mir?“, seine Augen die von buschigen weißen Brauen umgeben waren suchten in Schein des Feuer ihre Gesichter. Eragon nickte und Nele gab ein leisen Laut von sich. „Gut, den für mich ist Wahrheit das wichtigste, ohne sie gewinnt das Böse. Habt ihr noch mehr solcher dringenden Fragen?“. Die hatten sie. Doch der Geschichtenerzähler unterbrach sie von selbst. Er beschloss ihnen einiges zu erzählen. Gegen Ende fragte Eragon, woher man den wissen ob ein Drache weiblich oder männlich sei. „Sie sagen es einen..spätestes dann wenn man ihnen einen Namen geben möchte“. Nun schauten sich Eragon und Nele fragend an. Der Geschichtenerzähler sah den Blickwechsel und erklärte weiter: „Wenn ein Drache sich einen Reiter ausgesucht hat, gehen sie eine Verbindung ein. Diese Bindung ist unwiderruflich und dieses Band ermöglicht es ihnen sich durch ihren Geist zu verständigen. Als Zeichen dieses Bandes entsteht nach der ersten Berührung mit den Drachen ein Mal, dieses nannte man in der Alten Sprache Gedwey Igasia. Schimmernde Handfläche“. Er zeichnete eine ovale Form auf seine Handfläche.
Nele ließ vor entsetzen fast ihren Becher fallen, doch konnte ihn noch rechtzeitig wieder festhalten. Ihre Handfläche juckte und kribbelte plötzlich und sie sah aus den Augenwinkel, wie Eragon das gleiche Gefühl hatte. Er schob seine verbundene Hand zwischen seine beiden Knie. Wieder streiften die wilden Augen des Geschichtenerzähler zwischen ihnen hin und her. „Eine Frage haben wir noch, bevor wir wieder gehen“, räusperte Eragon sich und Brom ließ ihn gewähren. „Wie nannten die Reiter ihre Drachen?“. Bei dieser Frage verengten sich die Augen von Brom wieder und er lehnte sich noch tiefer in seine Stuhllehne. Nach kurzen überlegen antwortete er: „Es gab unterschiedliche Namen, meistens etwas altes oder etwas was die Umstände ihrer Erscheinung beschrieb. Es gab große Drachen wie Umaroth, er war der Drache von Vrael und dieser war der Anführer des Ordens der Drachenreiter. Dann gab es noch Bid´Daum er war der Drache von Eragon, den ersten Reiter den es je gab und von den du deinen Namen hast“, dabei sah er Eragon direkt an, „Nur das Eragon im Gegensatz zu dir ein Elf war. Für weibliche Drachen benutzte man Namen wie Jura, Miemel oder..“, da hörte er auf zu sprechen und sah auf den Boden. Er schwieg und nach kurzen zögern flüsterte er nur: „Saphira....“. Nele und Eragon beugten sich vor. „Wie bitte?“, fragte Eragon doch wurde sofort von Brom mit einer Handbewegung zum Schweigen gebracht. „Ich habe eure Fragen beantwortet und nun geht auf der Stelle“, scheuchte er sie auf und nahm ihnen ihren Becher aus den Händen. „Aber..aber..“, protestierte Nele doch verstumme, als den Gesichtsausdruck des Erzählers sah. Der jagte sie beide zur Tür heraus und ließ diese zu knallen.
Nun standen sie wieder in der Kälte und Nele schaute irritiert zu Tür. „Was hat er den auf einmal?“, grummelte sie und hing sich ihren Wollumhang über die Schultern. Doch Eragon winkte ab: „Wir haben vorerst alles erfahren, was wir wissen wollten, lass uns wieder gehen“.

„Ist es nicht unglaublich, was er alles weiß?“, fragte Nele im gehen, als sie sich wieder auf den Trampelpfad Richtung Bauernhof befanden und Cravahall hinter sich gelassen hatten.
Die Sonne hatte bereits ihren höchsten Punkt verlassen und wanderte weiter. „Warum hat er sich nach der Frage nach den Namen so furchtbar aufgeregt?“, antwortete Eragon mit einer Gegenfrage. „Saphira...das war der letzte Name den er genannt hatte. Möglicherweise ist er etwas besonders für ihn. Aber Eragon, was er noch alles erzählt hat. Das sich Drachen und Reiter durch den Geist verständigen können..und als er das Mal die Gedwey Igasia erwähnt hatte, konnte ich es spüren. Meine Handfläche sie hat gejuckt und gekribbelt, es war erschreckend“. Nele musste sich unbedingt Luft machen, sie hatte sonst das Gefühl vor lauter neu erlangten Wissen zu platzen. Nun musste auch Eragon grinsen und sie beide tauschten ihre Gedanken den Rest des Weges aus.

Sie waren etwas tiefer in den angrenzenden Wald gegangen. Die Drachen hatten dort auf sie gewartet und nun wollten sie das gelernte von Brom den Geschichtenerzähler in die Tat umsetzen. Nele bemerke sofort, wie das streifen an ihren Bewusstsein wiederkehrte. Doch dieses mal, erschrak sie nicht. Sie saßen auf einen umgefallen Baumstamm, Eragon neben ihr und die beiden Drachen vor ihnen auf den Boden. Nun da sie im Ansatz wussten, womit sie es zu tun hatten, verspürte keiner der beiden Angst. So war jeder in diesen Moment für sich, als Nele ihre Augen schloss, sich lockerte und sich entspannte. „Wenn Brom Recht haben sollte“, hatte sie zuvor Eragon gesagt. „Dann müssten die Drachen das merken und uns entgegen kommen“. So saßen sie da im Wald, auf einen Baumstamm, völlig bemüht entspannt zu sein. Einige male atmete Nele ein und aus, bevor sie spürte wie das erst zögernde streifen an ihren Bewusstsein zu einen bestimmten aber sanften Stoß wurde. Ohne zurück zu schrecken, ließ Nele das sanfte Drücken gewähren. Es fühlte sich an, als würde etwas in ihr tiefstes Inneres hinein sehen, ganz langsam und bedacht, ohne Schaden anrichten zu wollen. Dann spürte Nele den Geist des kleinen Drachen vor ihr und sie öffnete die Augen. Sie hörte ein leises Summen und als sie bemerkte, dass es in ihren Geist war lächelte sie. Na du?, dachte Nele und kletterte vom Baumstamm herunter und kniete sich in den Schnee. Sie sah, wie der kleine Drache auf ihre Stimme reagierte. Wie ein kleines Kind neigte es seinen Kopf, doch als Antwort, bekam sie wieder nur ein summen. Du brauchst keine Angst zu haben. Ich heiße Nele, sprach sie in Gedanken, doch bewegte ihre Lippen aus Gewohnheit und bekam ein freundliches Summen zurück. Hast du auch einen Namen, mein Kleiner? Darauf hin spürte sie, wie der Drache ihr nicht zustimmte und sogar beleidigt seinen Blick von ihr abwandte. Sekunden später dämmerte es Nele und sie war sich sicher, dass der Drache das spürte. Du bist eine kleine Drachendame?, fragte sie mit einen Lächeln auf den Lippen weiter. Nele spürte sofort die Bestätigung der kleinen Drachendame.
Nele tat, was Brom erzählt hatte und schlug der kleinen Dame einige Namen vor. Doch diese gefielen ihr nicht und Nele gingen die Vorschläge aus. Voller Erwartung sah die Drachendame Nele an und diese spürte die aufkommende Ungeduld des jungen Drachens.
Stacy...*?, versuchte es Nele erneut und bekam eine positive Antwort. Dann soll dein Name Stacy sein..., damit zog sich die kleine Stacy aus Neles Geist. Auch wenn Nele jetzt wieder alleine in ihren Geist war, war ihr klar, diese Verbindung würden sie für immer haben. Nele sah mit tränenden Augen zu Eragon, der das gleiche erlebt haben muss. „Das war unglaublich..“, flüsterte Nele ihn zu und dieser konnte nur nicken. „Sie ist ein Mädchen und heißt Stacy“, erzählte Nele Eragon stolz und strich dabei Stacy über den schuppigen Kopf.
Eragon kniete sich nieder und begrüßte sie lächelt: „Freut mich dich kennen zu lernen, Stacy. Ich heiße Eragon“. Stacy tappte zum anderen Drachen. „Und wer bist du, Kleines?“, fragte Nele den Drachen, der sie darauf hin ansah, doch Eragon antwortete: „Sie ist auch ein Mädchen und wir haben uns für Saphira entschieden“. In diesen Moment war alles gut, sie knieten im Schnee bei ihren kleinen Drachendamen und alles schien vollkommen.

Dann bemerkten sie, wie die Sonne schon fast vom Himmel verschwunden war und sie wieder aufbrechen mussten. Schweren Herzens verabschiedeten Nele und Eragon sich von klein Stacy und Saphira und liefen aus den Wald heraus zurück zum Hof.
*Da Stacy schon 2013/14 Stacy hieß, konnte ich mich nicht überwinden ihr einen anderen Namen zugeben.
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