Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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16.05.2020 7.921
 
Teil 53 Ein langer Weg

Der gestrige Abend ging mit Eragons Entscheidung zu Ende, dass vor allem Orik bei ihm übernachten müsse. Ihr Zwergen Freund war viel zu betrunken gewesen, um die Wendeltreppen heil hinunter zu steigen. So übernachteten auch Nele und Stac im Baumhaus. Als der Morgen anbrach und Eragons Holzkugel zu brummen begann, war Orik bereits fort. Die jungen Reiter schätzen, er habe sich in aller früh davon geschlichen. Eragon wusch sich in der kleinen Wanne, während Nele sich es bei Stac und Saphira auf den Decken gemütlich gemacht hat. Als ihr bei Seara wart, hat Eragon Arya in eine äußert unangenehme Situation gebracht, erzählte Saphira. Ich muss gar nicht weiter drauf ein gehen..oder? Jedenfalls ist Arya wutentbrannt davon gestampft und würdigte ihn keinen Blickes. Seine Versuche sich bei ihr zu entschulden ließ sie abblitzen. Nele stemmte sich auf und ging durch Schlafzimmer um am Tisch platz zunehmen. Das muss schwer sein, Arya will ihn schließlich nicht verletzen. „Wie kommst du darauf? Hat sie mit dir gesprochen?“, kam Eragon zurück ins Schlafzimmer. Die Haare hingen ihn nass vor die Augen, sie müsste wieder geschnitten werden.
Unbequem rutsche Nele auf den Stuhl hin und her: „Wir sprachen mit einander ja, aber das ist schon länger her“. „Wieso hast du mir das nicht erzählt?“, platze Eragon mit roten Gesicht. „Weil es nicht um dich ging! Sie sprach mit mir nachdem ich auf dem Weg nach Tarnag die Traumsicht nicht lösen konnte. Sie sprach darüber wie sehr Gefühle uns von unseren Pflichten ablenken können, ob gute oder schlechte“. „Und wie kommst du dann darauf, dass sie mich nicht verletzten will?“. „Ich analysiere nur eure Situation. Sie ist eine Elfe, du ein Mensch. Der Altersunterschied, Kultur und Weltanschauung und die Tatsache, dass sie eine Prinzessin ist. Sie darf dich nicht zur Rede stellen, weil sie deine Ausbildung nicht stören will. Anders herum darf sie als Tochter der Königin dich und uns nicht ignorieren oder gar verärgern. Wir sind zu wichtig, als das sie uns beleidigen würde. Ich schätze mit deinen Gefühlen, für die du nun mal nichts kannst, bringst du sie in eine schwierige Lage“.
Eragon schüttelte beschämt den Kopf: „Ich wollte ihr doch nie Kummer bereiten, ich war leichtsinnig und unreif. Ich möchte ihre Freundschaft nicht verlieren“.  „Du kannst nichts dafür, ich bin doch nicht besser. Du solltest sie jedoch suchen gehen, dich entschuldigen und ihr versichern sie nie wieder in solch eine Lage zu bringen“. „Das werde ich tun“, fiel es Eragon schwer zu sagen, dennoch fühlte er sich erleichtert, seinen Fehler eingesehen zu haben.

Die morgendliche Schwertstunde mit den jungen Elfenkriegern Galena und Vanir ließen die jungen Drachenreiter erfolgreich hinter sich. Zwar konnte Vanri seinen Mund nicht halten und potenzierte Eragon den Kampf über. Dieser ließ es aber einfach über sich ergehen. Bei Meister Oromis angekommen, legte Eragon einen solchen Eifer an den Tag, dass ihr Meister ihn lobte. Nach dem gemeinsamen Rigmar widmeten sie sich der Magie. Zauber welche ein großen Kraftaufwand verknüpft waren, beherrschten Nele und Eragon gleichermaßen.
Es gelang ihnen immer genau zu schätzen, wie viel Kraft sie welche Aufgabe abverlangen würde. Meister Oromis legte viel Wert auf die Kunst, Gegenstände mit Energie aufzuladen, die entweder später entladen oder weiterhin gespeichert werden bleiben.
„Dank diesen Zauber, konnte Rhunön die Schwerter der Drachenreiter beeinflussen, so das diese niemals brechen oder stumpf werden. Die Zwerge und wir stellen damit die Erisdar, unsere flammenlosen Laternen her. Es sind mächtige Zauber, denn sie können tausende von Jahren verborgen in einen Gegenstand schlummern, ohne jemals entdeckt zu werden. Dazu sind sie schwer aufzuspüren oder abzuwenden“. Oromis erklärte ihnen, dass nur wenige Materialien dafür geeignet sind Energie zu speichern. Ist ein Material nicht geeignet, so entweicht der Zauber rasch oder er wird gar nicht erst gehalten. Am besten eignen sich Edelsteine, Quarze und auch andere Halbedelsteine, welche zwar weniger wirkungsvoll sind als reine Edelsteine. „Deshalb steckt im Schwertknauf der Drachenreiter auch stets ein Juwel“, fuhr Meister Oromis fort.
„Speisen sich unsere Anhänger deshalb von unserer Lebenskraft? Weil sie selbst keine Energie speichern können?“, fragte Nele. „Genau aus diesem Grund ja“.

Als Oromis fürs erste zufrieden war, zogen sie sich in die Hütte zurück. Ihrer Meister hielt eine sowohl spannende als auch schwierige Aufgabe für sie bereit. Um die Feinheit der Magie zu erlernen, sollten Nele und Eragon eine Mahlzeit zaubern. Ihre ersten Gerichte waren jedoch nicht mehr als schwarze Pampen, welche man von einer schlammigen Pfütze nicht unterscheiden konnte. Daraufhin zeigte Meister Oromis ihnen, wie man Vergiftungen aller Art aufspüren und neutralisieren konnte. Von nun an würde der Elf jeden Tag verschiedene Gifte in ihre Mahlzeiten schmuggeln und sie mussten diese finden und mit einen Gegenmittel neutralisieren. Nele und Eragon fanden in ihrer Mahlzeit ein Mittel welches bei Einnahme den Magen verstimmen würde, wo zu sie das Gegenmittel dank einer Schriftrolle kannten und neutralisierten es. Stolz über ihren Fund aßen sie ihren Eintopf, ohne sich über die einseitige Speise zu beschweren.
Der Elf trank einen Tee und aß ein paar Beeren. „Verlief die gestrige Sitzung bei Saera zu ihrer Zufriedenheit?“, erkundigte sich der Elfe bei Nele.
„Ich gebe mein bestes“, nickte sie wahrheitsgemäß. Saeras Auftrag war Nele nicht entfallen, die Elfe hatte sie gebeten darüber nachzudenken, ob ihr im Nachhinein etwas merkwürdig vorkam. Da der Elf ihre Mahlzeiten immer zum reden und diskutieren nutzte, erzählte Nele von ihren Denkauftrag. Meister Oromis könnte mit seinen Scharfsinn Überlegungen äußern, auf die Nele nicht kommen würde.
Sie formulierte ihre Frage und löffelte ihren Eintopf zu Ende. Zu ihrer Überraschung hielt Eragon eine Antwort bereit.  „Mich hat es damals gewundert, dass Onkel Garrow dich bei uns aufgenommen hat. Ich meinte du warst ein fremdes Mädchen, welches mitten in einer kalten Winternacht auf unseren Hof stand. Dir ein Obdach für die Nacht zu gewähren, hatte ich damals noch verstanden, aber dich gleich aufzunehmen?“.
Wie von selbst huschte Nele ein grinsen übers Gesicht: „Du mochtest mich wirklich nicht“. „War das so?“, funkte ihr Meister belustigt dazwischen. „Du warst mir unheimlich. Mitten in der Nacht tauchst du auf und erzählst du hättest dein Gedächtnis verloren“, stammelte Eragon vertieft in seinen Eintopf. Das Grinsen in Neles Gesicht verschwand, denn Eragon mit gesenkten Kopf und vertieft in seiner Mahlzeit dasitzen zu sehen, erinnerte sie an die Nacht von der sie gerade sprachen. Die Nacht in der sie sich zum ersten mal begegneten, er sie aber nicht beachtete. „Sein Onkel Garrow nahm mich noch in der selben Nacht bei ihnen auf, er gab mir eine Mahlzeit, ein Bett und Kleidung“, wandte sich Nele an ihren Meister. „Kein einziges Mal hinterfragte er meinen Gedächtnisverlust..meine Amnesie. Er glaubte mir“. „Dein Onkel war ein gütiger Mann“, dankte Meister Oromis Eragon mit einen Kopfnicken. „Dann haben ihn die Ra´zac unseretwegen brutal ermordet und unseren Hof in Brand gesteckt“, schluckte Eragons. Nele schlug beschämt die Augen nieder, die Schuld an Garrow Tot trugen sie gemeinsam. Die Ra´zac hatten schließlich Jagt auf sie und ihre Jungdrachen gemacht. Wäre Brom damals nicht zu Stelle gewesen, hätten die Ra´zac sie gefunden. „Ich wollte das nicht sagen“, bat Eragon um Verzeihung, „es sollte nicht beschuldigend klingen“. Lächeln gab Nele ihn zu verstehen, dass er sich nicht entschuldigen brauchte. Bevor sich Stille zwischen ihnen bilden konnte, hob Meister Oromis seinen Tee um den letzten Schluck aus zutrinken.
„Eine höchst interessante Erkenntnis findet ihr nicht? Eragon deine Bedenken damals waren durch aus verständlich und das du dich an sie erinnert hast, wird Nele bei der nächsten Sitzung helfen. Helft mir nun abräumen, damit wir uns den Schreiben in der Alten Sprache widmen können“. Der Nachmittag verflog vertieft in Oromis Schriften und Erklärungen über die Alten Sprache rasend schnell.

Wie an jeden zweiten Tag saßen die Elfe Saera und Nele auf einer oder mehrere Tassen Tee zusammen. Die Augen der Elfe leuchteten auf, als Nele ihr von Eragons Einfall berichtete. Das Garrow sie damals in Cravahall bei sich aufnahm, war nun auch für Nele im Nachhinein merkwürdig. „Womöglich war er nur gutmütig?“. Saera schüttelte den Kopf: „Das war er sicher, aber ich vermute mehr dahinter. Leider könnten wir vorerst nur Vermutungen aufstellen“. Nele schlürfte an ihren Tee, es bereits ihre zweite Tasse. Das Kratzen auf dem Pergamentbogen ertönte. Saera schrieb etwas nieder und Nele wartete mit durch die Hütte schweifenden Blick geduldig darauf, dass sie ihre Notizen beendete. Der Wolf lag dösend auf seinen Decken und schaute gelegentlich auf.
„Ich fasse es mal zusammen“, räusperte Saera sich, „Der ersten Person der du begegnet warst, war ein Mädchen namens Katrina, sie schickte dich darauf hin zum Hof auf den Eragon, sein Onkel Garrow und dessen Sohn Roran lebten. Garrow nahm dich in mitten der Nacht auf und du lebtest von dann an dort?“.
„Ja..“. „Eragon war dir zu Beginn skeptisch gegenüber“. „Ja, er hatte Schwierigkeiten meine Lage und Garrows Entscheidung zu verstehen. Als dann Stac und Saphira schlüpfen änderte sich alles, wir wurden Freunde. Zu minderst sind er und unsere Drachendamen die einzige Familie die ich kenne“.
„Sehr gut, das würde für den Anfang erst einmal genügen. Springen wir nun etwas vor. Hast du zu irgendeinen Moment das Gefühl gehabt, dir kommt etwas bekannt vor?“. Beklommen spielte Nele mit der Tasse zwischen ihren Händen, auf ihrer Reise mit Brom war sie förmlich davon besessen gewesen, jedes Dorf, jede Stadt, Straßen oder Personen mit eigenen Augen zu sehen, in der Hoffnung etwas wieder zu erkennen.
Sie erzählte Saera davon und von Broms Vorsichtsmaßnahmen, niemanden von ihrer Lage zu erzählen. Saera schrieb eifrig mit, sie wollte Nele unterbrechen um eine Frage zu stellen, doch sprach diese einfach weiter. Nele wollte nicht unhöflich sein, konnte sich aber nicht bremsen.
„Als Brom mit uns das erste mal den Schwertkampf übte, machte in instinktiv Schritte die ich nicht kannte. In Teirm, wohnten wir bei Jeod einen alten Freund von Brom. Dort entdeckte ich, dass ich lesen konnte. Davor in Therinsford das rechnen. Ich erinnere mich aber nicht, wer und wann mir das beigebracht wurde“, sie knetete die Hände zusammen. „Meine Kopfschmerzen klangen hin und wieder ab, aber nach Monaten spürte ich sie immer noch. Sie waren wie kleinlaute Begleiter, die immer wach waren wenn ich es war. Sie waren immer da, ganz leise und unauffällig im Hintergrund. Wie soll ich das beschreiben? Sie waren wie die Narbe einer längst verheilten Wunde, immer da und schmerzend“.
Sie machte eine Pause doch Saera hob ermunternd die Hand: „Sprich nur weiter“.
„Es war in Das-Leona“, Nele begann zu stocken, „wir hatten mit Hilfe von Jeod die Ra´zac bis dorthin zurück verfolgen können. Brom sagte uns, wir sollten unauffällig durch die Stadt laufen um uns umzuhören. Ich hatte die Hoffnung etwas wieder zuerkennen, schon fast aufgegeben.. Bis ich auf einen kleinen Laden stieß, der Schnitzkunst verkaufte. Die Schnitzkunst im Schaufenster waren wundervoll und der Besitzer hatte mich hinein gebeten. Ich möchte nicht ausschweifen... jedenfalls bemerkte der alte Mann, dass ich besonders von den Schnitzereien aus Narda fasziniert gewesen war. Sie zeigten Fischerboote umgeben von tobenden Wellen und eine Frau mit einen Krug in den Händen. Das Haar schlug förmlich Wellen um ihren Kopf und neben ihr stand ein Wolf. Als der Mann Narda erwähnt hatte, kamen meinen Kopfschmerzen wieder und mir war furchtbar schwindelig gewesen. Er erzählte mir von der Göttin der Seefahrt, welche vor langer Zeit in Narda verehrt worden war“, Nele brach langsam kopfschüttelnd ab, unbewusst stiegen ihr die Tränen in die Augen. „Trink einen Schluck Tee, atme ein und aus. Dann erzähl weiter“, bat Saera besorgt. Ich kann weiter erzählen wenn du möchtest, bot Stac durch das Fenster an. Danke, aber es geht schon wieder..

„Er erzählte mir von der Göttin und gab mir die Schnitzerei in die Hand. Ich sah sie an, hörte die Worte des alten Mann und wusste das es Narda war“. Das machst du sehr gut. „Du hast dich daran erinnert, dass du aus der Hafenstadt Narda stammst?“. Ablehnend schüttelte Nele den Kopf: „Ich erinnere mich nicht daran! Es war mehr ein Gefühl, die erste Spur der ich je begegnet war“.
„Konntest du dieser Spur weiter folgen? Was ist dann passiert?“.
Ein unkontrolliertes und starkes Zucken fuhr durch Neles Körper, die Tränen waren getrocknet, doch brannten ihre Augen. „Was danach passierte?“, entfuhr es ihr heiser, „die Ra´zac entdecken Eragon und wir mussten fliehen. Ich stürmte aus dem Geschäft und sah zu am Leben zu bleiben. Wir ritten die ganze Nacht um weit weg von Das-Leona zu kommen. Als wir dann Rast machten, bemerkte ich das ich die Figur eingesteckt hatte. Ich fragte Brom nach Narda und ob er schon einmal dort gewesen war. Er sagte nur ein mal vor Jahren, dann exploitierte in unserer Mitte ein greller Lichtball und die Ra´zac überfielen uns!“.
Schwer atmend mit ihrer Hand auf der Brust, sackte Nele in sich zusammen, ihre Wangen glühten feurig und das Herz schlug ihr bis zum Hals. Saera rührte sich nicht, hatte keine Notizen nieder geschrieben. Ruhig legte sie den Stift weg und lehnte sich im Stuhl nach vorne. „Verzeih mir, natürlich konntest du dich nicht weiter damit beschäftigen, schließlich wart ihr auf der Flucht und musstet um euer Überleben bangen“.
Neles Ausbruch, hatte auch den Wolf welcher bei Saera hauste erschreckt. Er stand auf seinen Decken, die Ohre dicht angelegt, mit seinen schwarzen Augen betrachtete er Nele. Diese lugte verunsichert zu dem mächtigen Tier, er würde sie doch nicht anfallen? Saera gab dem Wolf ein Handzeichen, worauf dieser sich mit plötzlicher Desinteresse wieder auf seine Decken nieder legte. Stac schmiegte sich geistlich dicht an Nele, denn sie erinnerte sich nur zu gut an die Qualen welchen Nele empfand. Stacs Zuspruch lösten Nele von ihren aufgebrausten Gemüt.  „Nein, bitte entschuldige mich. Ich habe die Beherrschung verloren“.
„Dafür ist der Tee“, lächelte Saera besonnen, „du konntest dem Gefühl also nicht nachgehen und ihr wurdet überfallen. Was geschah dann?“. Die Elfe nahm den Stift wieder in die Hand und lenkte die Aufmerksamkeit vorsichtig zurück auf ihr Gesprächsthema. Nele trank noch einen Schluck des Tees und atmete ruhig aus. Ihren Ausbruch konnte sie gar nicht verstehen, sie war bei Saera und Hilfe zubekommen. Es war die Aufgabe der Elfe ihr Fragen zustellen und sich ein Bild über die Schwere ihrer Krankheit zu machen.
„Der Angriff war vorüber, die Ra´zac fesselten uns und waren drauf und dran Brom zu töten. Eragon wollte das verhindert und dann schossen aus dem Wald Pfeile und trafen einen der Ra´zac. Es brach Hektik aus, einer der Ra´zac warf ein Messer nach Eragon, Brom warf sich mit letzter Kraft davor und fing es mit seinen Körper ab. Stattdessen traten sie Eragon in die Rippen und ergriffen darauf hin unter Pfeilbeschuss die Flucht. Ich konnte nicht mehr an die Figur der Seegöttin denken, weil sie nachdem Angriff verschwunden war. Ich vermutete damals schon, dass die Ra´zac sie an sich genommen haben, doch konnte ich es nicht beweisen. Es war angesichts unserer schweren Lage auch egal. Wir flohen, Tage später erlag Brom dem Gift der Ra´zac. Er bat mich, mich nicht vom Weg abzuwenden und so beschloss ich mit Absprache mit Stac, Eragon und Saphira das Gefühl, welches mich nach Narda zog zu verdrängen. Das einzige Ziel war und blieb es zu überleben um zu den Varden zu gelangen“. „Wer schoss die Pfeile?“, fragte Saera. Innerlich zog es Nele augenblicklich alles wieder zusammen. Nein. Sie würde nicht über ihn reden wollen. Bei diesen Sitzungen mit der Elfe ging es um die mögliche Heilung ihrer Amnesie.
Es ging darum sie von einer Krankheit zu befreien. Murtagh war keine Krankheit, kein Unheil welches sie erleiden musste. Er war eins der wenigen glücklichen Dinge die sie kennenlernen durfte und gleich wie groß der Schmerz und die Trauer um seinen Verlust auch waren, sie würde nicht über ihn sprechen.
Jegliche Farbe wich aus ihren Gesicht, sie musste Saera dennoch eine Antwort geben. „Ein Fremder Namens Murtagh, er rettete uns und begleitete uns auch noch zu den Varden“. Zu denen er nie wollte, er blieb meinetwegen.
„Wir werden zwangsläufig über ihn sprechen müssen“, ließ Saera Nele wissen. Sie wusste um ihre Gefühle für ihn, wurde Nele bewusst, woher konnte sie nur erahnen. Entschlossen schüttelte sie den Kopf: „Aber nicht heute“.
„Nicht heute“, gab die Elfe nach und widmete sich ihren Notizen. „Trink gern deinen Tee aus, dann darfst du gehen“. Die Aufforderung zum gehen, kam abrupt. Die Tasse in Neles Händen war mit einen großen Schluck geleert, doch fühlte sie sich unwohl jetzt zu gehen.
Es war unhöflich der Elfe so gegen den Kopf zu stoßen. Nele hörte wie sich die Drachendame draußen aufraffte und sich streckte. Du solltest dich entschuldigen. Nele räusperte sich kleinlaut beim aufstehen: „Es war nicht meine Absicht, es ist nur schwer. Ich vermisse ihn sehr“. Nun hatte sie ausgesprochen, was sie zu noch keinen Außenstehenden gesagt hatte. „Denke nicht, ich könne dich nicht verstehen. Jeden packt irgendwann im Leben die Liebe und ihre Leiden“, erhob sich nun auch Saera um Nele zur Tür zu begleiten.


Nele fand Eragon wie er ihn seinen Arbeitszimmer über einer Schriftrolle hing. Saphira und Stac hatten beschlossen außerhalb von Ellesméra auf die Jagt zu gehen. Die Jagt Ausflüge der beiden Schwestern hat sich seit ihren Aufenthaltes bei den Elfen auf ein erschreckendes Minimum reduziert. Die Ausbildung der beiden schritt ebenfalls rasch voran. Durch die Verbindung zu ihnen wussten Nele und Eragon, dass ihre Aufgaben von Glaedr eben so anstrengend wie herausfordern waren. Sie übten aus der Luft Felstein auf zu heben und halsbrecherische Sturzflüge und Flugmanöver zu fliegen. Um ihre Ausdauer zu stärken, ließ Glaedr sie Feuer auf Felssteine speien, bis diese schmelzten. Zu nächst gelang dies den beiden Drachendamen nur für wenige Minuten, was selbst schon eine enorme Leistung war, angesichts ihrer Anfänge. Doch mit der Zeit, konnten sowohl Stac als auch Saphira beinah eine Stunde ununterbrochen Feuer speien. Dies war der heutige Anlass zur Jagt aufzubrechen, ihnen sollte ein kleines Festessen gegönnt sein.
Die Sonne stand schon tief über Ellesméra und Nele entschuldigte sich, über ihre Verspätung. Eragon sah von der Schriftrolle hoch und rollte sie vorsichtig zusammen. Es stand ihn ins Gesicht geschrieben, dass ihn etwas betrübte. Nele fiel sofort ihr Rat von heute morgen, er solle sich bei Arya für sein aufdringliches Verhalten entschuldigen. Aus ihrer Umhängetasche, von den Elfen gefertigt aus Stoff, fischte sie zwei Äpfel hervor. Einen gab sie Eragon mit einen aufmunterten Lächeln in die Hand. Dann marschierte sie auf den Erker zu, welcher sich im Arbeitszimmer anstelle des kleinen Balkons befand und ließ unterwegs die Umhängetasche zu Boden gleiten. „Was hat Arya den gesagt?“. Eragon setzte sich zu ihr und lehnte sich gegenüber von Nele an die Wand.
„Ich habe über eine Stunde nach ihr gesucht und sie dann kurz vor den Tialdarí-Halle gesehen. Als ich nach ihr gerufen habe, ist sie weiter gelaufen und ich konnte sie nicht einholen“. „Sie weicht dir aus?“.
„Scheint so. Ich dachte vielleicht könntest du mit ihr reden?“. Nele schüttelte den Kopf: „Ich denke das wäre unklug. Wenn sie dir aus dem Weg geht, ist das ihre Sache. Du hast dein bestes getan und das muss erst mal reichen“. Eragon nickt bestärkt. „Wie war dein Treffen?“, erkundigte er sich stattdessen.
„Ich rede und sie stellt mir Fragen“, zuckte Nele mit den Schultern, „ich hätte nicht gedacht, dass es so sein würde. Ihre Fragen sind konkret und sie schreibt immer zu lange Notizen“. „Und was sagte sie zu Garrow?“. „Sie konnte sich schon denken, das sein Verhalten merkwürdig war. Sie sagt aber auch, ohne Beweise können wir nur Vermutungen anstellen“. Eragon biss von seinen Apfel ab.
„Ich dachte eher sie würde mit Magie deinen Geist untersuchen oder so, weißt du? Nicht das Reden verkehrt wäre..aber es verwundert mich“, gab er zu.
„Das hat sie auch noch vor, jedoch möchte sie mich erst kennenlernen und meine Geschichte analysieren. Ich schätze sie sucht nach Anhaltspunkten“.

Eragon nickte nachdenklich und schwieg. „Was hast du da gelesen?“, wechselte Nele das Thema und Eragons Augen glänzen kurz vor Wissensdrang.  „Die Geografie und Kartografie von Alageasia“. Sie hatten ihre Äpfel mit wenigen großen Bissen aufgegessen und Eragon kehrte aufgeregt zum Schreibtisch zurück um die Schriftrolle erneut aufzurollen. Nele holte einen zweiten Stuhl und setze sich zu Eragon, dessen Stimmung plötzlich aufgehellt war. Doch irgendwie neugierig über den Inhalt, lauschte Nele Eragons Zusammenfassung und einzeln Erklärungen über die geografischen Eigenschaften Alagesias.
Die jungen Drachenreiter beschlossen die Abende nun immer gemeinsam mit dem lesen von Texten zu verbringen. Es war eine Pflicht, welche Meister Oromis ihnen aufgetragen hatte, doch sollte es zur Gewohnheit werden. Immer wenn sie nicht mehr bei ihren Meister waren, lernten und lasen sie gemeinsam weiter.
Der Abend stritt voran und die beiden jungen Drachendamen kehrten mit vollem Magen von ihrer Jagt zurück. Bevor Nele zu Bett ging, schrieben sie und Eragon eine Liste, auf der sie Texte, Bücher und Schriftrollen festhielten, welche sie außerhalb von Meister Oromis Unterricht studieren wollten. Zusätzlich zu den Schriftrolle, welchen Meister Oromis Eragon und ihr bereits mitgegeben hatte, führten sie Texte über Geografie, Biologie, Anatomie (auch die der Drachen), Heilkunde, Kräuter, Philosophie, Ethik, Mathematik, Aufsätze und Geschichtsabhandlungen auf. Die Liste wurde immer länger und Nele befürchtete, in den nächsten Tag und Wochen ihre Baumhäuser in Bibliotheken zu verwandeln. Dann wurde ihr bewusst, dass dies der Grund war, warum sie in Ellesméra waren – um zu lernen.

Meister Oromis gab ihnen mit Freunde immer weitere Texte zum lernen und lobte seine Schüler für ihren eifrigen Einsatz, den sie seit Tagen und Wochen zum Vorschein brachten. Die Bücher und Schriftrollen türmten sich. Die Tage verstrichen im gleichen Muster.
Den Anfang machten die morgendlichen Schwertkämpfe mit Galena und Vanri. Die Elfenkriegerin legte deutlich mehr Wert in ihre Aufgabe Nele zu trainieren, als Vanri. Sie beide kämpften nicht nur mit Schwertern, Galena brachte auch Speere, Kurzschwerter, Pfeil und Bogen oder auch ihre Fäuste zum Einsatz. Die Fäuste zu schwingen, widersprach Nele immer noch. Wie damals auf ihrer Reise mit Brom, konzentrierte sie sich mehr aufs ausweichen. Galena sah das mit ehrlicher Begeisterung, denn die Elfen waren das eleganteste aller Völker und ausweichen lag ihnen im Blut. Aber die Elfe nahm Nele die Befürchtungen, sich wie Wilde über den staubigen Boden zu prügeln. Die Kampfkunst welche die Elfenkriegerinnen anwandten war eine, welche sich die robuste Kraft des Gegners zu nutzen machte um diese schlichtweg zum eigenen Vorteil umzuwandeln. Ausweichen war hierbei die Grundlage. Wenige male lag Nele auf den staubigen Boden, immer dann wenn Galena sie zu Boden drückte und ihr zeigte, wie man sich aus dieser Lage befreien konnte.
Wiederrum kämpften sie nicht nur zu zweit mit den Schwert, Galena ließ gelegentlich eine dritte Elfenkriegerin in den Kampf dazu kommen um Nele eine höhere Konzentration und mehr Schnelligkeit ab zu verlangen. Das Nele ihr allein immer noch weit unterlegen war, ignorierte Galena bewusst. So kam es, dass an manchen Tage Nele von mehreren Seite schmerzende Schläge der abgestumpften Klingen ab bekam, wenn sie diese nicht blocken oder parieren konnte.
Im Vergleich zu Vanri achtete Galena jedoch auf Neles Verfassung und schickte die zusätzliche Kriegerin mit einer Handbewegung aus dem Kampf, wenn sie sah, dass es Nele doch zu viel wurde. Sie sah keinen Reiz darin, Nele unnötig in die Enge zutreiben, nur um sie hintereinander zu treffen und sie mit einen „tot“, zu verhöhnen. Auch wenn die Elfe sie immer im Kampf besiegte.
Den Elf Vanri hingegen schien damit seine Verachtung Eragon gegenüber neuen Ausdruck zu verleihen. Seine beleidigenden Bemerkungen verletzten jedoch nie die formellen Grenzen der Höflichkeit.
„Schon wieder tot, Silberhand. Du langweilst mich“, stieß der Elf immer zu arrogant aus. Es war an einen Morgen, an den ihre Rivalität mit den Elf und die aufgebaute Spannung zu platzen schien. Eragon war stets bemüht sich von ihn nicht mehr provozieren zu lassen und gleich wie sehr er zurück stichelte, der Elf ließ sich nicht beirren. Wie Eragon das vollbrachte, war Nele ein Rätsel. Sie kämpfe nicht mit Vanri, hörte aber jede seiner Bemerkungen. Zusätzlich wurde Eragon jedes mal von mindestens einer Schmerzattacke heimgesucht, was ihn aber nicht so sehr störte wie die Bemerkungen, versicherte er zumindest Nele und ihren Drachendamen. Nele war nicht schlüssig wie Vanri und seine Gefährten, die offensichtlich zu einer jüngeren Elfengeneration angehörten, Eragon und sie so unverhohlen ablehnen taten, zu Stac und Saphira aber stets höflich blieben.
Sie konnte nicht verstehen, warum Galena und ihre Kriegerinnen so grundlegend, reifer zu scheinen waren. „Wie du schon erkannt hast Blutauge, sind wir vernünftiger“, missbilligte die Elfe mit kurzen schwarzem Haar überraschend offen das Verhalten ihre Artgenossen, in ihrer kurzen Trinkpause. Nele trank aus ihren Wasserschlauch, sie hatte schlichtweg aufgegeben, sich gegen den Namen Ariahen zu wehren. Die Elfen würden sie nicht mehr Blutauge nennen können, sobald ihr Auge geheilt war. Ihr Blut verfärbtes Auge und die Narbe am Haaransatz, waren die letzten Zeugnisse ihrer Begegnung mit Durza und auch sie würden mit der Zeit verblassen. Am heutigen Morgen, konnte Nele bereits einen winzigen weißen Fleck in der Ecke ihres Augen sehen, die Absolutheit das ihr Auge sich heilte.
Der Kampf zwischen Eragon und Vanri hatte erneut begonnen, jedoch entwaffnete der Elf Eragon binnen weniger Schläge und und traf ihn mehrfach. „Ihr müsst mir verraten. Wie gelang es dir bei deiner Langsamkeit den Schatten Durza zu besiegen? Ihr wart doch zu zweit“, höhnte Vanri laut und richtete dann sein Schwert auf Nele, welche mit Galena nicht weit entfernt stand. „Verrate es mir, Blutauge. Wie gelang ihn das?“. Nele knirschte mit den Zähnen, sie sollte sich nicht zu einer Antwort provozieren lassen. „Durch eine Ablenkung“.
„Natürlich konntet ihr Menschen den Kampf gegen ihn nur mit einer List gewinnen!“. „Immerhin hat Eragon den Schatten getötet, du kannst das von dir nicht behaupten“, warf scharf Nele zurück. „Du auch nicht, Blutauge“. „ Ach lass gut sein“, meinte Galena verteidigend, auch wenn Nele es nicht hörte. Ihr war der Geduldsfaden gerissen. Kurzerhand stampfte sie zu Vanri, ihren wütenden Blick auf ihn geheftet.
„Du schwingst ganz schön große Reden, für jemanden der noch nie einen Schatten gegenüberstand. Warst du überhaupt schon mal außerhalb des Du Weldenvardens und hast in einer Schlacht gekämpft?“. Vanri nahm die Grundstellung ein und obwohl es Nele gelang, den unerwarteten ersten Schlag noch zu blocken, entwaffnete er sie beim nächsten Schlägen. „Du solltest vor einen bessern Schwertkämpfer nicht angeben, Blutauge“. „Wären wir Elfen, hättest du uns nichts entgegen zusetzen“, erwiderte Eragon immer noch schwer atmend nach der letzten Schmerzattacke. Über Neles eigenen Rücken, kroch ein kaum spürbarer Schmerz. „Möglich, doch glaube ich es nicht“. Mit einen schnellen Wort und einer Handbewegung, flog Neles Schwert zurück in ihre Hand und noch bevor sie zum erneuten Schlag ausholen konnte, stockte ihr Arm in der Luft.
Eine fremde, lautlose und unsichtbare Kraft brachte ihren Arm zu stehen, dann den Rest ihres Körpers und für einen ewig langen Moment auch der Atem selbst.
Es war Vanri der seine Augenbrauen zu einer Linie zusammen zog.
Die unsichtbare Kraft wirkte auf Neles Arm weiter ein, bis diese sich gegen das zittern nicht mehr wehren konnte und ihr das Schwert aus den Hand glitt.
„Du solltest auch nicht vor jemanden angeben, der besser mit Magie umgehen kann als du. Ein wahrer Schwertkämpfer lässt sein Schwert erst gar nicht fallen“. Galena kam nun endgültig sie ihnen gelaufen und wollte Vanri wieder zu Vernunft bringen. Eragon kam ihr jedoch zuvor und sprang auf den Elfen zu, er wollte ihn an der Schulter packen, damit dieser seinen Zauber löste. Ohne Vorwarnung traf ihn jedoch die selbe lautlose Kraft an der Brust und schleuderte ihn zehn Meter quer über die staubige Erde. Er landete schwer auf der Seite und rang keuchend nach Luft, Sterne tanzten vor seinen inneren Auge.

„Vanri, hör auf“, verlangte Galena lauter. Nele schulte zu Eragon, der immer noch am Boden nach Luft rang. Blanke Wut gemischt mit den Drang Eragon zu schützen überkam sie, wie ein Schiff auf hoher See, welches von der Sturmflut versenkt wurde. Leise, mit finsteren Blick sprach sie die Worte, welche Vanris Kraft auf ihren Körper mindern würde, so wie Meister Oromis es ihnen beigebracht hatte.
Niemals Absolutheit verwenden. Tatsächlich minderte sich die Krafteinwirkung auf Neles Körper und sie bewegte, sehr zu Vanris stauen ihren Arm. Der Zauber verlangte Nele einiges an Kraft ab, jedoch weniger als gedacht, da sie Vanri überraschen konnte, schließlich hatte der Elf nicht damit Gegenwehr gerechnet. Zu spät reagierte Vanri auf den Minderungszauber und nach wenigen Sekunden, die Nele vor Anstrengung den Schweiß auf die Haut trieb, war sie wieder Herrin über ihren Körper und der Zauber von Vanri brach ab.
„Vanri, hör gefälligst auf du gehst zu weit“, verlangte Galena unterdessen weiterhin. Der Elf ignoriere die Elfe und starrte perplex zu Nele, der es gelungen war seinen Zauber zu überlisten. Sie lehnte sich zum sprachlosen Vanir vor, damit nur er sie hören konnte: „tot“. Ihr Minderungszauber hätte niemals zum Tod des Elfen geführt, doch hielt Nele es passend, ihn dieses Wort zu verwenden. Schließlich schien er selbst es, gern zu gebrauchen. Ohne auf seine Reaktion zu warten,wandte sich Nele zum gehen und eilte Eragon entgegen, der immer noch nicht zurück auf den Beinen war.
„Du musst mir nicht hoch helfen“, meinte dieser beschämt darüber, dass Nele ihn unter die Arme griff. „Ich werde dir immer helfen“, versprach sie und zog Eragon auf seine wackligen Beine. Sie sahen zu den Elfe, Galena sprach immer noch auf Vanri ein, dieser hörte ihr aber wenig zu. Dann schwang sie Galena leichtfüßig zum gehen. Als die jungen Drachenreiter bei Vanri ankamen, wollte der junge Elf gehen. Eragons Frage hielt ihn jedoch auf: „Was ist eigentlich dein Problem mit uns?“. Womöglich konnte sie ja einmal seit ihrer ersten Begegnung vor Wochen, mal vernünftig reden, dachte Nele. „Meine Meinung, hat wenig Bedeutung“.
„Wir wollen sie trotzdem hören“. „Es macht mich krank, dass solche Gaben an unwürdige Menschen wie euch weiter gereicht worden waren. Ihr versteht weder was vom Schwertkampf noch von Magie“. „Komm zum Punkt“, unterbrach Nele ihn. Unwürdig Magie zu verstehen? Immerhin hatte sie ihn gerade besiegt.
Der Elf lächelte kalt, fuhr dann aber fort.
„Nach dem Untergang der Drachenreiter haben wir uns achtzig Jahre mit Hilfe von Magie unfreiwillig im Du Weldenvarden verstecken müssen, damit Galbatorix uns nicht ausfindig machen und uns auslöschen kommt. Dann hatten wir wieder eine wahre Chance Galbatorix zu besiegen und womit wurde unsere Geduld belohnt? Mit Menschen und dann auch noch....“, seine Hand zeigte an ihnen hoch und runter er beendete seinen Satz aber nicht. „Ihr habt uns den Untergang geweiht, wundert euch also nicht, wenn ihr nicht willkommen seid“.
Der Elf fuhr Mittel- und Zeigefinger an seine Lippen und verließ den Übungsplatz. Nele und Eragon blieben erstarrt stehen, die Antwort war durchaus ehrlich gewesen. Jeder Elf, sogar er wäre ein besserer Drachenreiter als ich, dachte Eragon. Wie kannst du das sagen? Schätzt du mich etwa so gering ein?, fauchte Saphira, verstärke aber auch gleichzeitig das Band zischen ihnen.
Arya hat unser Ei zahlreichen Varden und Elfen Kindern gezeigt, doch wir haben sie alle abgewiesen. Wir wollten Reiter, welche allen Völkern helfen können und das seid ihr beide. Es musstet ihr beide sein, ihr seid die Richtigen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, verstärkte Stac ihre Schwester.
Das war bevor Durza mich verwundete, wie soll ich jemals wieder in eine Schlacht ziehen, wenn mich schon ein Übungskampf in die Knie zwingt?
Sie waren allein und Nele nahm Eragon behutsam in den Arm. Sie schlang die Arme um seinen Hals und zog ihn an sich. Sein Kopf ruhte an ihrer Schulter und langsam, als wäre er sich der Situation nicht sicher, schlang er seine Arme um ihren Körper. „Denk nicht schlecht von dir“, tröstete Nele ihn und kraulte ihn durch die wuscheligen Haare. „Du hast mal zu mir gesagt, das alles zusammen finden wird. Wir vertrauen auf die Entscheidung, die uns zu Drachenreitern gemacht hat. Es mussten wir sein, du wie ich. Deine Verwundung macht dich nicht zu Ballst, im Gegenteil. Sie ist ein Zeugnis deiner Stärke, du hast Durza besiegt und niemand anders. Da kann Vanri oder sonst wer, sich drüber aufregen wie er will. Sie haben nicht erlitten was du erleiden musstest, sie haben kein Recht dich zu schmälern“. Eragon murmelte unverständlich und vergrub sein Gesicht weiter in ihrer Schulter. Wann haben sie sich eigentlich das letzte mal umarmt?, fragte sich Nele traurig, als sie genau darüber nachdenken musste. Als Murtagh spurlos verschwand und dann nochmal in Tarnag, als sie einen Alptraum über Murtaghs Tod gehabt hatte, es war lange her gewesen. Nun war sie dran, Eragon zu trösten.
„Wir werden nicht zulassen, dass du dich selbst schlecht redest. Seit ich dich kenne, gehst du an deine Grenzen und darüber hinaus. Wir werden dir immer beistehen und helfen, hast du gehört?“, schloss Nele auch Stac und Saphira mit ein. Eragon löste nickend die Umarmung. „Danke“, brachte er hervor. „Nicht dafür“.


Da ihre morgendliche Stunde im Schwertkampf wohl oder übel abgebrochen war, flogen die jungen Drachenreiter und ihre Drachendamen zu den Felsen von Tel´naeír und traten in Meister Oromis Hütte. Der Elf saß am Tisch und malte mit schwarzer Tinte den Rand einer Schriftrolle entlang, welche bereits voll geschrieben war. Weder grüßte er Nele und Eragon, noch sah er zu ihnen auf.
Zum warten verdammt, knieten sie sich nieder und ließen die Zeit verstreichen. Minuten verstrichen, bis Oromis sich erhob um seine benutzen Pinsel in einen mit Wasser gefüllt Tontopf zu reinigen.
„Ihr seid ziemlich früh“, stellte er fest. „Entschuldigt, wenn wir euch stören, aber Vanri hat unsere Übungen abgebrochen und ist gegangen. Wir wussten nicht wohin“, sprach Eragon. Ihr Meister zog seine Augenbraue hoch: „Warum bist du ihr Nele? Hat Galena ihre Übungen auch abgebrochen“. Nele senkte beschämt den Kopf. „Das Vanri den Kampf mit Eragon abgebrochen hat war meine Schuld. Ich hielt es nicht für richtig, weiter zu üben wenn es Eragon verwehrt ist“.
Ihr Meister nahm auf seinen Stuhl platz und faltete die Hände um Schoß.
„Was ist vorgefallen? Mir scheint du streitest oft mit Vanri“. Neles Wangen begannen zu glühen, mit immer noch gesenkten Kopf nuschelte sie verlegen: „Ich habe mich provozieren lassen“. Eragon funkte dazwischen, schließlich wurde Nele von Vanri absichtlich mit rein gezogen. Er erzählte ihren Meister von der Auseinandersetzung mit den jungen Elfen. „Wir haben beide die Beherrschung verloren, dass hätte nicht passieren dürfen“. „Ja, hättet ihr nicht“, bestätigte Oromis, „Ihr müsst lernen eure Gefühle im Zaum zu halten. Es könnte euch das Leben kosten, wenn ihr in einer Schlacht wütend werdet. Wut verringert euer Urteilsvermögen, vergesst das nicht. Verstärkt ihr außerdem nicht die Meinung gegen euch mit solch ein Verhalten?“. Ihr Meister gab ihnen zu verstehen wieder in den Stand zu kommen und sich zu ihn an den Tisch zu gesellen.
„Es tut uns leid. Es wird nicht mehr vorkommen“, versicherten sowohl Nele als auch Eragon. Oromis betrachtete Nele nachdenklich, bevor er sprach.
„Du sagst du hast seinen Zauber gegen dich vermindert?“. Sie nickte zurückhaltet. „Ich habe keine Absolutheit benutzt, so wie Ihr es uns gelehrt habt“. „Mhm“, macht ihr Meister, „und du bist dir sicher, dass er den Zauber nicht von selbst beendet hat?“. Jetzt schüttelte Nele den Kopf. „Ich muss ihn überrascht haben, zumindest hat er sich so verhalten. Warum fragt Ihr das?“.
„Es hat mich nur interessiert, bitte denk nicht weiter daran“, schloss Oromis damit ab. „Wie ihr wünscht.. Aber wie konnte Vanri ohne zu sprechen, den Zauber wirken?“, fragte sie stattdessen. „Hat er das getan?“, verlangte Oromis zu wissen. „Ja! Und an unseren ersten Tag in Ellesméra hat Königin Islanzadi einen Blütenschauer herabregnen lassen, nur mit einen klatschen“, warf Eragon ein. „Unter unseren Umständen, kann ich dieses Wissen wohl kaum vor euch verbergen, auch wenn es einen Drachenreiter nur dann beigebracht wurde, wenn alle Aspekte der Magie gemeistert worden waren. Den innersten Kern der Magie und der Alten Sprache zu gebrauchen, führt zum erlangen großer Macht aber auch enormes Risiko. Zu erst erklärt mir“, er sah seine jungen Schüler scharf an, „wie ist die Alte Sprache an die Magie gebunden?“.

„Mit Worten die Energie freisetzten und einen Zauber aktivieren“. „Ihr denkst also das die Laute welche ein Zauberer macht, die Energie in Bewegung versetzt? Laute die jedes Lebewesen oder Gegenstand zufällig machen kann?“.
„So klingt es absurd“. „Aber das ist eure Antwort gewesen. Wie soll ein einfacher Laut eine mächtige Wirkung erzielen?“. „Aber das tut er doch?“. Oromis schüttelte resignierend den Kopf. „Nein. Geräusche habe keine Macht über die Magie.
Es ist nicht wichtig ein Wort in der Alten Sprache zu sprechen, sondern es in der Sprache zu denken“. Auf seiner Handfläche entfachte eine kleine Flamme welche sofort wieder erlosch. „Zauber werden nur ausgesprochen um zu verhindert, dass abschweifende Gedanken Einwirkung auf den Zauber nehmen“.
Unglaublich! Denk doch nur an die vielen Situation, in denen wir das gebraucht hätten, war Eragon fasziniert. Er dachte zurück zu den Wasserfall der Varden, in dem er beinah ertrunken wäre, weil er glaube unter Wasser kein Zauber wirken zu können. Ja, oder wenn man gefesselt und geknebelt ist, stimmte Nele ihn zu.
„Also haben Wörter keinen Einfluss, warum tut es dann die Gedanken?“, fragte Eragon laut.
„Dafür muss ich betonen, dass nicht wir, die Elfen die Quelle der Magie sind. Magie existierte aus sich selbst heraus, unabhängig und ungezähmt. Sie war tückisch, unberechenbar und viel zu mächtig als das jemand sie wirklich wirken konnte. Diejenigen die sie benutzen konnten, mussten die Fähigkeit besitzen Magie mit ihren Geist wahrnehmen zu können und die Kraft besitzen um diese dann auch zu gebrauchen. Zu dieser Zeit, Äonen vor unserer Zeit, war die alte Sprache ohne Struktur und die Magier konnten ihre Fähigkeiten allerdings nicht kontrollieren und brachten großes Unheil mit sich. Sie begriffen, dass sie ihre Absicht leichter kontrollieren konnten, wenn sie diese in ihrer Sprache aussprachen und nicht nur in Gedanken. So gelang es ihnen, Irrtümer zu vermeiden, jedoch kam es zu einen furchtbaren Unglück, welches beinah alles Leben auslöscht hätte.Woher wir das so genau sagen können? Es gibt nur wenige Manuskripte und Schriftrollen welche überliefert worden. In ihnen steht, dass so genannte graue Volk,- nicht wir Elfen, seine Kraft gebündelt hat um einen gewaltigen Zauber zu weben, welcher diese Unheil abwendete. Sie befanden die rohe Magie als zu gefährlich und beschlossen, sie mit ihrer Sprache – der Alte Sprache, zu kontrollieren und ein zu grenzen. Aus diesem Grund brennt ein Baum, wenn ihr sagt 'Baum, brenne' und nicht ich der euch gerade in den Sinn gekommen oder zufällig an euch vorbei gelaufen ist. Zusätzlich verlieh das graue Volk der Alten Sprache noch ihre wohl eigenartigsten Eigenschaften, nämlich dass man ihn ihr nicht lügen und dass man mit ihr die wahren Namen der Natur der Dinge beschreiben kann. Wie ihnen das gelang ist nicht überliefert“.
„Was wurde aus dem grauen Volk?“, unterbrach Nele. „Da widersprechen sich die Überlieferungen leider. Entweder schwand die Kraft des grauen Volkes nach ihrem Werk so sehr, dass sie sich zurück in ihre Städte zogen um dort zu Schatten ihrer selbst wurden. Oder sie haben sich mit den anderen Völkern vermischt und sind allmählich in Vergessenheit geraten“. „Es ist für uns möglich Magie ohne Worte, nur mit Gedanken heraufzubeschwören?“, fasste Eragon zusammen.
„Aus diesem Grund speien Drachen Feuer“. „Können wir das mal ausprobieren?“. Oromis verneinte. „Ihr solltet in erster Linie weiterhin die alte Sprache studieren. Mit ihr könnt ihr bewirken, was auf herkömmliche Art zu anstrengend oder zu gefährlich ist. Nutzt dies, wenn ihr geknebelt oder auf andere weise am sprechen gehindert seid. Hütet euch aber vor der Versuchung, diese Macht leichtfertig gebrauchen. Selbst die Weisesten unter uns, nutzen diese Fähigkeit nur selten“.


Nach diesen Vorfall sollte es während ihres Aufenthaltes in Ellesméra nicht mehr zu einer Auseinandersetzung mit Vanri kommen, egal wie arrogant der Elf war.
Eragon investierte aber auch nicht mehr all zu viel Kraft in dessen Schwertstunden.
Sein schmerzender Rücken überfiel ihn immer häufiger und trieben ihn die Grenzen seiner körperlichen Belastbarkeit. Nele konnte zu beginn erschreckend dabei zu sehen, viel rasch Eragon in diese Spirale des körperlichen Schmerzens versank. Sein Gesicht wurde hager und seine Bewegungsabläufe, die ihn zuvor nie Probleme bereiteten, zwangen ihn nun zu Boden. Er wurde empfindlich, selbst beim morgendliche Rigmar mit ihren Meister, bekam er Anfälle. Schlechte Tage zählten sechs bis sieben Anfälle, vermeintlich gute vier oder fünf.
Er schlurfte nur noch und machte seine Bewegungen langsam und bewusst, um seine Kräfte zu schonen. Es schien absurd, doch die körperlichen Einschränkungen mit denen Eragon zu kämpfen hatte, spiegelten sich in Neles Geist wieder.
Die Treffen Saera, an jeden zweiten Tag, verlieren zwei Wochen wie die ersten Zusammentreffen der Beiden. Eines Tages jedoch, eröffnete Saera Nele, sie habe genug Notizen, Analysen und Anhaltspunkte für eine geistige Untersuchung gesammelt und niedergeschrieben. Von da an verlief ihr Treffen anders.
Nele hatte ihre Angst vor einer geistlichen Verbindung zu bedenken gegeben. Damals bei den Varden wurden sie auf ihre Absichten geprüft und der vergorene Geist von einen der Zwillinge hatte sich absichtlich langsam und schmerzend durch ihren Geist geschlängelt, um zu prüfen ob sie Freund oder Feind waren. Nie würde Nele solch eine Begegnung erneut zu willigen. Die Elfen, deren meisterliches Handwerk es war sich in Geister von Lebewesen zu begeben, gab Nele erschüttert Entwarnung. Was die Zwillinge da ihr und Eragon angetan hatten, war unfein, unnötig und zeugte von mangelnden Verständnis.
Saera aber war eine Meisterin und wusste sich einen fremden Geist zu bewegen. Als alle Besorgnisse und Fragen ausgemerzt waren, gab sie Nele einen starken Kräutertee, welcher ihren Geist entspannen sollte. Dies sollte zum Beispiel das ausbrechen von Panik verhindern, weil das während der Untersuchung fatale Folgen haben könnte. Jedoch blieb Nele voll bei Bewusstsein, ebenfalls ein notwendiger Zustand. Die Elfe konnte nicht durch Neles Geist wandern ohne sie als roten Faden dabei zu haben.
Nele war vor der ersten Untersuchung sehr unruhig und mulmig zu Mute gewesen, doch konnte Stac sie weitestgehend besänftigen. Auch wenn es keiner von ihnen glaube, würde Stac sie beschützen und verteidigen, selbst wenn Saera darum gebeten hatte die Verbindung nur zwischen Nele und ihr herzustellen.

Nele empfand es von dann an nicht schlimm ihren Geist für die Elfe zu öffnen, damit diese sich durch ihn bewegen konnte. Die ersten zwei Untersuchungen verliefen friedlich, wenn auch ungewohnt. Erst nach der dritten, bemerkte Nele kleine Nebenwirkungen der Sitzungen. Ihr Schlaf wurde unruhiger, ständig wälzte sie sich im Bett hin und her, weil sie alte Gedanken verfolgten. Aus diesen Unruhen wurde zeitweilig Alpträume, an manche konnte sich Nele nach dem aufwachen nicht mal erinnern. Andere wiederum trug die den nächsten Tag mit sich herum, so das dadurch die nötige Konzentration bei Meister Oromis Lektionen fehlte.
Eragon verlor geplagt von seinen Rücken ebenfalls die Konzentration, weshalb sie versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Aus dem Alpträumen, kristallisieren sich wiederum kleine Einbildungen heraus. Winzige schattenhafte Bewegungen im Augenwinkel oder Gemurmel selbst wenn keiner sprach. Nele berichtete Saera von diesen Nebenwirkungen und diese nickte ernüchtert, leider war das ein häufiges Vorkommen, aber sie versicherte ihr, dass sie wieder aufhören würden. Sowohl sie als auch Meister Oromis empfahlen besonders die täglichen Mediationen dazu zu nutzen, um den Geist für diese Situationen zu stärken.
Nele würde die Einbildungen als solche erkennen können und das helfe ihr mit diesen besser um zugehen. Tatsächlich gelang Nele das auch, die Einbildungen blieben winzig und ihr gelang es sogar diese zu ignorieren oder wenigstes als solche zu identifizieren.

Als Saera und sie allerdings den einen Tag durch ihre Erinnerungen schritten und die Begegnung mit Durza in Tronjheim erneut erlebten, veränderten sie die Halluzinationen drastisch. Die flinken Bewegungen im Augenwinkel wurden feuerrot, wie Durzas Haar. In der tiefen Dunkelheit die sich Nachts in ihren Schlafzimmer ausbreitete, funkelten seine gelben Augen auf sie nieder.
Seine verschwommene Gestalt stand an der Wand gelehnt und betrachtete sie nur, sagte nie ein Wort. Auch wenn er schwieg, schienen seine Worte von damals durch den Raum zu schweben. Die Worte über den Tod ihrer Mutter und dein unbekannten Preis welcher bezahlt wurden war. Eines Nachts schreckte Nele von einen Alptraum auf, dessen Inhalt sie so gleich vergaß und wie die Nacht zuvor stand Durza an der Wand gelehnt. Seine schlanke doch mächtige Gestalt stand neben der ovalen Öffnung und blickte hinaus in den düsteren Wald. Der nächtliche Wind wehte kühl sein feuerrotes Haar über seine Schultern. Genervt und ihrer Kräfte beraubt rieb sich Nele die Augen, auch wenn es keinen Sinn machte, sprach sie laut: „Verschwindet!“. Sie warf etwas nach der Einbildungen, was einfach durch die Gestalt hindurch und somit auch durch die Öffnung flog. Durzas Abbild drehte sich weder zu ihr um, noch verschwand es. Sie legte sich zurück aufs Kissen und beschloss ihn einfach zu ignorieren. Für einen Moment sah sie der Gestalt noch hinterher, dann schloss sie die Augen. Am nächsten Morgen war niemand von ihr und Stac abgesehen im Schlafzimmer.


„Eragon so geht das nicht weiter. Was wenn dir etwas zustoßt?“, hatte Nele ihn gefragt, als er mit verzogenen Gesicht versuchte einige Bücher in seinen Arbeitszimmer von Schreibtisch zum Erker zu tragen. Nele stellte ihre gepackte Umhängetasche ab und nahm ihn den Stapel Bücher umgehend ab.
„Ich fände es vernünftig, wenn Stac und ich zu euch ziehen, um dir helfe zu können“. Eragon winkte mühselig ab. „Ich brauch niemanden der mich pflegt“.
Das sehen wir anders...Ich bin auch dafür, entgegnete Saphira fürsorglich.
Die Drachendamen lagen zusammen unten im Schlafzimmer. „Es ist mir gleich, wegen meiner schlaf ich auch auf dem Boden oder im Esszimmer. Alles ist besser als dich allein zulassen. Stell dir vor, du fällst hin und Saphira kann dir nicht helfen kommen. In der Kammer zum Beispiel. So leid es mir tut, aber dein körperlicher Zustand verlangt danach“, argumentiere Nele während sie ihre Tasche wieder aufhob und die Leiter ins Schlafzimmer hinunter kletterte.
Eragon folgte ihre langsam, jeden Schritt auf der Leiter tat er mit Bedacht. Nele war unten stehen geblieben und gab ihn Hilfestellung. Sobald Eragon die Leiter geschafft hatte, lief Nele vor. Eragon folgte ihren Bewegungen, sie hatte bereits alles nötige um bei ihn zu bleiben dabei, fiel ihn auf. Stumm beobachtete er sie dabei wie, Kamm und Tiegel auf seinen Spiegeltisch landeten. Nach einander fische Nele stumm Hemden und Kleinkram aus der Tasche bis Eragon sie stoppte. Die Schritte auf sie zu, hatten ihn sehr angestrengt. Behutsam griff er nach ihrer Tasche um ihr sie aus der Hand zu nehmen.
Sie sah zu Boden, doch war ihr bewusst wie Eragon sie ansah. Er machte sich um sie sorgen, wie sie um ihn. „Du willst nicht allein schlafen, nicht wahr?“. Auch wenn sie durch ihre Band zu den Drachen niemals wirklich allein waren, waren sie es im Schlaf irgendwie doch. Ihre kürzlichen Alpträumen, waren für Eragon kein Geheimnis. Ertappt hob Nele den Kopf und sie nickte. „Ja. Ich würde gern hier übernachten wenn es dir nichts ausmacht“. „Natürlich nicht, so wie früher“.
Da es bereits Abends war, beschlossen sie, die restlichen Dinge wie Bücher und Schriftrollen bei Nele und Stac im Baumhaus zu lassen. Die könnten sie immer noch holen, wenn sie gebraucht werden. Das nötigste hatte Nele ja schon mitgebracht. Die Drachendamen brummten fürsorglich, selbstverständlich würde Stac nun auch bei ihnen übernachten. So lagen die beiden Geschwister schon zusammengerollte und bereit zum schlafen auf ihren Decken.
Ich finde es sehr schön, nur wir zusammen unter einen Dach.
„Du wirst auf keinen Fall auf dem Boden schlafen! Schau das Bett ist so groß, wir werden uns nicht einmal in die Quere kommen“, erklärte Eragon ohne jegliche versteckte Intension und lief ums Bett herum. Nele nickte. Eragon behielt recht, nachdem sie sich beide Bett fertig gemacht hatten, lag jeder auf seiner Seite und zwischen ihnen war noch mehr als genug Platz. Es war ein wenig wie früher.
„Weck mich, wenn etwas ist ja?“, verlangte Nele leise und rollte sich auf die Seite. „Nur wenn du mich auch weckst“. Schlaft gut, ihr Lieben. Ihr auch...
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