Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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18.04.2020 7.689
 
Teil 52 zweischneidiges Schwert

Ein dreist rein schauender schwarzhaariger Elf namens Vanir holte sie am nächsten Morgen ab und führte sie zu den Übungsplatz der Elfen. Auf ihnen kämpften beide Geschlechter, mit atemberaubender Geschwindigkeit gleichermaßen. Das Feld war umstellt mit Kiefern, unter denen manche Elfen anmutig den Tanz von Schlange und Kranich durchführten. Alle anwesenden Elfen unterbrachen ihre Übungen um die jungen Drachenreiter oder vielmehr die jungen Drachendamen zu grüßen. Eine einzelne junge Elfe mit ungewohnten kurzem Haarschnitt löste sich aus einer Gruppe Kriegerinnen und lief leichtfüßig aber standhaft auf sie zu. Vanir trat zur Seite und machte ihr Platz. Sie verneigte sich, führte zwei Fingerspitzen an die Lippen und begrüßte die Neuankömmlinge. „Möge das Glück euch hold sein. Ich bin Galena. Ich habe die Ehre mit dir Nele Airahen zu Üben“. Vanirs auf schnauben unterbrach sie. Sie funkelte zu den Elfen der offensichtlich nicht viel von Höflichkeit hielt, sprach dann aber geduldig weiter. „Königin Islanzadi und Meister Oromis befinden es für besser, wenn wir auf die körperlichen Unterschiede achten. Das soll dich aber nicht beleidigen, im Gegenteil. Für mich und meine Kriegerinnen ist es eine Ehre dich zu unterrichten“. Vanir trat ungeduldig zurück und zückte sein Schwert. „Stumpfte deine Klinge Schattentöter, wir sollten anfangen“. Ich blamiere mich bloß!, nörgelte Eragon. Mach dir keine Sorgen, beruhigte Saphira ihn, auch wenn sie sich sorgte. Schwerfällig zog Eragon Za´roc und stumpfte es mit einen Zauber. „Auch wir sollten anfangen Airahen“, befand die Elfe Namens Galena und ging davon. Sie mussten genügend Abstand zu Eragon und Vanir gewinnen, um sich nicht gegenseitig zu behindern. Wir machen das schon, sagte Nele tröstend zu Eragon und folgte der jungen Elfe. „Darf ich fragen, warum du dein Haar kurz trägst? Ich habe bisher noch keine Elfe mit kurzem Haar gesehen“. Die junge Elfe wandte sich in einer geschmeidigen Drehung zu Nele um. Das Haar der Elfe war völlig und reichte nicht einmal bis auf ihre Schultern. „Ich mag mein Haar so, Ariahen. Warum trägst du dein Haar, wie du es trägst?“,erwiderte sie mit einer Gegenfrage und stumpfte ihre Elfenklinge. Nele lächelte und tat es ihr gleich. „Mein Haar war noch kürzer als deines, auf unserer Reise hier her ist es lang gewachsen“. Die Elfe ging in Position und warte darauf, dass Nele sie angriff. Diese hielt jedoch respektvoll Abstand, schließlich wusste sie wie sehr sie der Elfe als Mensch unterlegen war. Galena hechtete vor und Nele wich ihr aus, sprang zur Seite und parierte wenn es überhaupt möglich war ihre schnellen Schläge. Wie zu erwarten landete Nele keinen Treffer bei der Elfe, jedoch traf die Elfe sie zu genügend. Der erste Schlag den Nele nicht abwehren konnte ging gegen die Rippen. „Dein Haar sah sicher gut aus“. Das die Elfe ihr Gespräch wieder aufgriff überraschte Nele und die Elfe landete den zweiten Treffer am Oberarm. Die stumpfte Schläge schmerzend auf ihre Knochen und ließen sie vor Schmerz auf keuchrn, doch wusste Nele, dass es bei Eragon noch schlechter lief. Sie lächelte den Schmerz weg, mit der Zeit wurde Nele mutiger und griff von selbst an. Galena konterte ohne Anstrengung, fast schon langsam die Schläge und schlug zurück. Trotz der absichtlichen Gelassenheit der Elfe, spürte Nele jeden Schlag den sie abwerte, wie eine Druckwelle durch ihren Körper ziehen. Ihr Übungskampf lief in diesen Muster weiter, bis Nele ihn unterbrach. Das Vanir nichts von ihnen als Drachenreiter zu halten schien, hatte er schon deutlich gemacht, nun aber schien er Eragon beleidigt zu haben. „Warum kämpfst du dann nicht selbst gegen Galbatorix, anstatt dich in Ellesméra zu verstecken?“, brüllte Eragon den jungen aufmüpfigen Elfen an. Alle anwesenden Elfen stellten ihre Tätigkeiten ein, verstummten und drehten sich zu den beiden. „Verzeih mir, aber ich muss..“, erklärte Nele beunruhigt und wandte sich den entstanden Streit zu. Sollte sie eingreifen? „Vanir kann sich nicht benehmen..“, sagte die Elfe, steckte ihr Schwert fort, verschränkte die Arme und verlagerte ihr Gewicht auf das Standbein. „Ich würde gegen Galbatorix kämpfen, wäre ich ein Drachenreiter. Jedoch hat sich Saphira für einen verweichlichten, menschlichen Feigling entschieden. Galbatorix muss ihr in der Gefangennahme den Geist verwirrt haben“. Eragon wandte sich knurrend von Vanir ab, sah in den Himmel und dann zu Nele. Das ist ein Test, ich darf mich nicht provozieren lassen. Das ist frech!, erwiderte sie selbst erzürnt. Auch die umstehenden Elfen murmelten aufgebracht, sie konnten die unvorstellbare Beleidigung Saphira gegenüber nicht glauben. „Feigling habe ich gesagt“, wiederholte Vanir verachtend. Eragon knurrte aufgebracht und wirbelte mit hochgerissenem Schwert herum. Der Schlag hätte Vanri auf der Stelle getötet, hätte er ihn nicht noch in letzter Sekunde abgeblockt. Es schien ihn zu überraschen wie wild Eragon geworden war. Voller Wut trieb Eragon Vanri in die Mitte des Feldes, er schlug weiter auf den Elfen ein. Keiner der Anwesenden rührte sich, bis auf Nele die eilig zwischen den Elfen hindurch hechtete, dicht hinter ihr Galena. Eragon traf Vanir so hart an der Schulter, dass trotz stumpfer Klinge Blut floss. Der junge Elf holte knurrend aus und setzte zum Gegenschlag an, traf halb Eragon, halb Zar´roc. In Eragons Rücken explodierte ein fürchterlicher Schmerz und er fiel, übermannt von einen Anfall auf den staubigen Boden. Bis zu den Zeitpunkt haben die Drachendamen zwar die Situation beobachtet aber nicht eingegriffen, nun knurrten sie aber warnend und die umstehenden Elfen gingen auf Abstand. Auch Nele hatte sich sich trotz der Phantomschmerzen, welche sich kalt über ihren Rücken zogen aus ihren Kampf raus halten wollen. Sie wollte Vanir und seine Verachtung ignorieren und Eragon der zitternd am Boden lag helfen. Vanir jedoch holte mit verzerrter Miene mit seinen Schwert über seinen Kopf aus und ließ es auf Eragon niedersausen. Nele stürmte mit ihren Schwert dazwischen und schlug Vanir auf halben Weg von der Seite die Klinge aus den Händen. Saphira brüllte aufgebracht und fletschte ihre Zähne. Einen am Boden liegenden noch anzugreifen war unmöglich, darauf einigten sich auch die anderen Elfen. Ein erschrockenes Rauen ging durch die Menge. Vanir sah seinen davon geschleuderten Schwert hinterher und starrte Nele wutentbrannt an. Er machte einen Schritt auf sie und Eragon zu und Nele hob ihr immer noch stumpfes Schwert an. „Halt“. „Geh mir aus den Weg“, zischte Vanir wütend. „Euer Kampf ist vorbei“, stieß Nele aus. Vanir machten einen Versuch an Neles Schwertspitze vorbei zu kommen, doch sie hielt ihn die stumpfe Spitze warnend gegen seine blutende Schulter. „Das würdest du nicht wagen“, knurrte er amüsiert. „Versuchs doch“. Hinter ihr kam Eragon wieder auf die Knie und spuckte Blut auf den Boden. „Euer Blut ist dünn, wie das aller Menschen“, lachte Vanir und spuckte vor ihnen auf den Boden. Nele erwiderte nichts, nur ihr Blick verfinsterte sich. Einige Sekunden verstrichen, bis Vanir genervt aus atmende und zu seinen Schwert lief, um es auf zu heben. Seine Gesicht verzog sich beim bücken, Eragons Schlag an seine Schulter musste ihn mehr schmerzen als er zeigen wollte. Zähnefletschend presste er seine Handfläche gegen die blutende Wunde. „Dein Blut sieht nicht anders aus“, konterte Nele trocken. Vanir wandte sich zum gehen, da meldete sich Eragon. Er stand auf und wischte sich mit den Handrücken das Blut vom Mund. Nele wandte sich ihn zu um seinen Zustand zu begutachten. „Wo willst du hin? Wir sind noch nicht fertig!“. Der Elf ob sein Schwert und deutete ihn ins Gesicht. „Das sind wir. Du bist nicht gesund, du kannst nicht kämpfen“, höhnte er. „Doch“. Eragon bestand auf seine volle Übungsstunde, schließlich hatte Meister Oromis es so fest gelegt. Vanir willigte widerwillig ein und auch Galena holte Nele flüsternd zurück zu sich. Am Ende ihrer Stunde, stampfte Saphira auf Vanir zu und fletschte erneut mit ihren rasiermesserscharfen Zähnen. Vanir wurde blass und suchte das Weite.

Vor Oromis Hütte ging es wie gewohnt weiter. Die jungen Drachenreiter und ihr Meister führten den Rigmar durch. Auch wenn Eragon einen weiteren Anfall oder Schmerzen befürchtete, blieben diese aus. Die Dehnungsübungen waren vorbei und Nele fühlte sich gleich viel ruhiger. Eragons Auseinandersetzung mit Vanir knabberte noch an ihr. Sie war bereit, seinen Hass auf Eragon und sich selbst hinzunehmen, aber auf jemanden einschlagen der am Boden lag? Das wollte sie nicht hinnehmen. Eragon fühlte sich ebenfalls wohler und war bereit die Auseinandersetzung als Zwischenfall abzutun. Die anschließende Meditation half ihnen beide, ihren Geist und ihre Gedanken zu sammeln. Ihre geistige Übung ging vorbei und sie fanden sich wieder in Oromis Hütte ein. Während sie fort waren, hatte ihr Meister das Mittagessen vorbereitet und gemeinsam deckten sie den Tisch. „Ich habe die Antwort auf Eure Frage. Ich weiß jetzt warum wir gegen Galbatorix kämpfen müssen, auch wenn es möglicherweise tausende von Leben kosten könnte“, eröffnete Eragon nach einigen Happen von seinen Eintopf. „Wirklich?“, lehnte sich Oromis zurück. „Bevor du sie mir erzählt. Nele hast du auch eine Antwort? Oder seid ihr gemeinsam auf die selbe gekommen?“. Nele sah von ihren Eintopf auf: „Ich konnte bei der Meditation nicht darüber nachdenken, aber Eragon hat mir von seiner Antwort erzählt und ich stimme ihn voll und ganz zu. Ich stehe hinter seiner Antwort“. „Oh“, machte ihr Meister, „erzähl mir bitte später warum nicht. Nun wieder zu dir Eragon, erklär dich bitte“. „Wir müssen gegen Galbatorix kämpfen, weil er in den letzten hundert Jahren mehr Leid und Unheil angerichtet hat, als eine ganze Generation jetzt noch anrichten könnte. Er ist nicht wie andere schreckliche Könige, seine Macht hält ihn am Leben und wenn wir es nicht verhindern, noch weitere hundert Jahre oder sogar noch länger“. Eragon brach ab und Nele ergriff die Gelegenheit seinen Standpunkt weiter aus zuführen. „Außerdem würde Galbatorix mit Leichtigkeit gegen die Zwergen und dann gegen die Elfen marschieren, wenn er stark genug geworden ist. Er wäre im Stande ganze Völker zu unterjochen und aus zu rotten, das muss um jeden Preis verhindert werden“. Eragon sprach weiter: „Wenn wir die Drachen retten wollen, müssen wir die Dracheneier von Galbatorix stehlen. So kann eine Generation von Drachenreiter entstehen, welche nicht von einen Tyrannen geführt werden“. Die Falten um Oromis Auge wurden weicher: „Ihr hab es verstanden. Nun können wir zuversichtlich sein, dass ihr nicht von euren Weg abkommt“. „Ich verstehe es zwar, aber es gefällt mir nicht“, meinte Eragon. „Das muss es auch nicht. Wichtig ist, dass ihr angesichts der unvermeidlichen Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten, die vor euch liegen nicht an eurer handeln zweifelt“. Oromis faltete seine Hände zusammen und betrachtete den feinen Dampf der von seinen Tee aufstieg. „Was ist heute morgen vorgefallen?“, wollte er wissen. Eragon und Nele berichteten von Vanir und seinen Verhalten. Eragon überraschte Neles Schärfe, als sie sich über ihn beschwerte. „Es ist mir gleich ob er uns mag oder nicht. Er hat nur nicht jemanden an zugreifen der kampfunfähig am Boden liegt“. Oromis hörte sich Neles Beschwerde geduldig an. „Sein Verhalten ist nicht zu verteidigen, dennoch muss ich anmerken das Vanir noch sehr jung ist. Sein Temperament und Stolz sind noch umgeformt“. „Ich werde schon mit ihn klar kommen“, lenkte Eragon das Thema vom Tisch. „Trotzdem“, schimpfte Nele weiter. „Ihr müsst lernen auch mit denen zusammen zu arbeiten, mit denen ihr nicht unbedingt funktioniert“, schloss Oromis dieses Thema ab und eröffnete so gleich ein neues in der Alten Sprache. Er wollte seine Schüler an seine Aufgabe, in der Alten Sprache zu sprechen erinnern. „Glaubt ihr Galbatorix ist böse?“. Verdutzt starrten die jungen Drachenreiter ihren Meister an. „Ja!“. „Denkt ihr er weiß das er böse ist?“. „Vermutlich nicht, nein. Niemand hält sich selbst für böse“, entgegnete Eragon in der Alten Sprache. „Interessant..und was ist mit Durza? War er böse?“. Nele wollte nicken, schließlich hatte der Schatten ihr und Eragon furchtbare Schmerzen zugefügt. Nicht zu vergessen, dass Durza behauptet hatte, Nele zu kennen und ihre Mutter getötet zu haben. Seine gelben Augen strahlten die Aura des Bösen aus. Eragon hingegen schüttelte den Kopf. „Er selbst war nicht böse, sondern die Dämonen die seinen Geist fraßen und in Besitz nahmen“. „Das klingt als würdest du ihn verteidigen“, platze Nele heraus. Eragon verwunderte ihre Anschuldigung. „Nein. Ich berufe mich nur auf dem, was Brom uns beigebracht hat. Schatten sind Menschen, welche von bösen Dämonen besessen sind“. Oromis Blick wanderte zu Nele und wartete auf ihre Antwort. Er schien die Meinungsverschiedenheit nicht unterbrechen zu wollen. „Besessen oder nicht, er war böse. Sein Schwerthieb machte dich zum Krüppel und ich habe um ein Haar mein Augenlicht verloren“. „Doch nur weil er von mächtigen Dämonen besessen war“, widersprach Eragon erneut. Mit einen Mal verlor Nele die Beherrschung und schlug mit der Faust auf den Tisch. Ihre Schüsseln wackelten und Oromis lugte nach seinen übergeschwappten Tee, bevor er wieder zu Nele sah. „Verdammt Eragon, er hat meine Mutter ermordet!“, wütete sie in ihrer Muttersprache. „Aber das wissen wir doch gar nicht mit Sicherheit..“, stammelte Eragon überrascht. „Nicht? Ich fand ihn sehr überzeugend“. Erinnerungen über den Moment zu Durzas Füßen brachen über sie hinein. Wie er sein blutendes Schwert an ihre Kehle führte und über ihre Mutter sprach. Darüber wie er sie tötete, nachdem er sie hatte um ihr Leben flehen lassen und wie Nele es ihr gleich tun sollte. „Er kann dich auch belogen haben, schließlich erinnerst du dich selbst nicht“. Nele stieß sich aggressiv vom Tisch ab, so dass der Stuhl nach hinten über fiel. Doch anstatt etwas zu sagen, stampfte sie aus der Hütte. Eragon sah ihr verdutzt hinter her und Oromis nahm wehleidig einen letzten Schluck von seinen Tee. „Unser Mittagessen ist wohl beendet, komm mit raus Eragon“. Dieser stand zwar auf, blickte aber zurück zum Tisch, auf den noch das beinah unberührte Mahl stand.
Nele stand mit verschränkten Armen draußen vor der Hütte und rang mit ihren Tränen. „Bitte verzeih mir, ich habe nicht über meine Worte nachgedacht“, nährte sich Eragon seiner Freundin, „seine Taten sind unverzeihlich“. Nele wandte sich zu ihn um und machte sich keine Mühe ihren gekränkten Gesichtsausdruck zu verstecken. „Ich dachte wir halten zusammen“. „Das tun wir auch, bitte verzeih mir“, sagte Eragon sanft und streckte ihr seine Hand entgegen. Nele betrachtete diese kurz zögern, doch ergriff schließlich doch. Ihr Meister war im Türrahmen stehen geblieben. „Ziel eines Streitgespräches ist es, seinen Standpunkt sachlich, gesittet zu erklären und sich an die Regeln eines Gespräches zu halten, nicht sich die Köpfe ein zuschlagen. Wenn ich beim nächsten mal ein Streitgespräch zwischen euch zu lasse, haltet ihr euch an die Regeln und verliert euch nicht in euren Gefühlen. Nun wollt ihr euren Eintopf noch essen oder sollen wir mit der Lehre der Alten Sprache fortfahren?“. Sowohl Nele als auch Eragon entschieden sich dafür, erst auf zu essen. Zu mal sie beide hungrig waren und sie später für die magischen Übungen Kraft brauchten.

Sie studierten die Alte Sprache den ganzen Nachmittag über, dann gingen sie nach draußen um sich den magischen Übungen zu widmen. Oromis hielt ihnen einen Vortrag über das kontrollieren und manipulieren von Licht, Wärme, Magnetismus und sogar der Schwerkraft. Er erklärte ihnen wie schwer es war, diese Energien zu nutzen, da sie schneller an der Lebenskraft zerrten als andere Zauber. Es sei sicherer, sie aus der Umgebung zu entziehen und sie mit Hilfe der Gramarye, der Magie für den jeweiligen Zweck zu formen. Nachdem Nele und Eragon seine Fragen zum Vortrag richtig beantworten konnten und sogar die ihnen gestellten Aufgaben erfüllen konnten, wandte sich Meister Oromis dem nächsten Thema zu. „Es gibt wirksamere Methoden eine Person und sogar ganze Armeen mit kleinsten Energieaufwand zu töten. Auf eurer Reise habt ihr schon mit Magie getötet, wie habt ihr das gemacht?“. „Ich habe Urgals die Beine oder Genicke gebrochen. Einmal habe ich auch das Herz eines Mannes zum Stillstand gebracht“, erwiderte Eragon. „Ja oder beim Jagen“, bestätigte Nele. „Was braucht es um jemanden zu töten? Die Liste ist lang...ein Schwert, Messer, Dolch oder Gift? Es genügt jedoch einzig und allein eine Arterie in seinen Gehirn zum platzen zu bringen oder bestimmte Nervenbahnen zu blockieren. Mit den richtigen Zauberspruch, kann man mit minimalen Aufwand ganze Streitmächte auslöschen“. „Warum hat Brom uns das nie beigebracht? In Farthen Dur hätten wir das gut gebrauchen können“, entgegnete Eragon. Oromis schüttelte den Kopf: „Solches Wissen, gibt man nicht in die Hände von unerfahrenen Drachenreitern. Außerdem wird er nicht damit gerechnet haben, dass ihr so früh einer Armee entgegentreten müsst“. „Wenn es so leicht ist Menschen zu töten, warum stellen die Varden und Galbatorix noch Streitmächte auf?“, Eragon kam ihren Meister mit seiner Frage zuvor, das konnten man von seinen Gesichtsausdruck ablesen. Eigentlich hätte Oromis seinen Schülern gern die Frage gestellt. „Aus taktischen Gründen, könnt ihr euch vorstellen warum?“, wollte er wissen. Nele und Eragon schüttelten den Kopf. „Nun Zauberkundige sind, wenn sie Magie wirken körperlich sehr angreifbar. Deshalb brauchen sie Krieger, die sie vor körperlichen Angriffen schützen, welche sie wiederum mit ihrer Magie in Form von Schutzwälle beschützen“. „Eine Person allein, kann doch nicht eine ganze Armee verteidigen“, sagte Nele. „Nein, kann er auch nicht. Es brauch mehre Zauberkundige und die Masse abzudecken. Allerdings muss man bedenken, dass es unter den verschiedenen Völkern nicht mehr viele Magier gibt. Wir Elfen bilden keine Ausnahme. Die meisten die magische Fähigkeiten besitzen, sind generell nicht sonderlich talentiert. Nur wenige Zauberkundige sind mächtig genug um einer Armee gefährlich zu werden. Diejenigen die es sind, verbringen eine Schlacht damit, ihren Feinden auszuweichen, sie aufzuspüren und sie zu bekämpfen. Ein Kampf, von dem die gewöhnlichen Krieger meist wenig mitbekommen, dennoch verdanken sie dem Zauberkundigen ihr langes überleben. Ohne einen eigenen Zauberkundigen, wären sie alle dem Gegner ausgesetzt“. Nele machte eine besorgte Feststellung: „Die Varden haben kaum Magier, geschweige denn talentierte..“. „Deshalb seid ihr für sie so wichtig“. Eragon hob die Hand: „Diese Schutzwälle, zehren sie nur an der eigenen Lebenskraft wenn sie aktiviert werden?“. „Ja“. „Also so wie der Schutzzauber auf unseren Anhängern von Gannel?“, fragte Nele. „Ja. Wie bei dem Silberhammer hängt die Kraft der Schutzwälle von euren Körpern ab. Ist diese Kraft verbraucht, sterbt ihr. Es ist auch nicht möglich mehre Schutzwälle übereinander zu stapeln. Ihr könnt einen Angriff nur so lange abblocken, wie eure Körper die Kraft dazu haben. Aber das hat euch sicher schon Arya erklärt, als man euch den bei Varden mit damit geschützt hat“. Fragende Blicke wechselten zwischen den jungen Drachenreitern hin und her, Arya hatte ihnen nicht von Schutzwällen erzählt. „Wollt ihr mir sagen, weder Arya noch der Du Vrangr Gata haben vor der Schlacht einen Schutzwall um euch gelegt?“. „Nein, Meister“. Oromis verschränkte die Hände auf dem Rücken und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen, Regungslos stand er da, bis er sagte: „Ich sprach mit Arya. Sie meinte, die Zwillinge haben eure Fähigkeiten getestet. Sie sagten, ihr seid in der Lage einen Schutzwall um euch und andere zu errichten. Weder Arya noch Ajihad haben ihre Aussagen angezweifelt. Sie müssen gelogen haben“. „Diese Mistkerle!“, schimpfte Eragon in seiner eigenen Sprache. „Mir kamen die Mistkerle die ganze Zeit über hinterhältig vor“, schloss sich Nele seiner Schimpferei an. „Hütet eure Zungen! Aber ja hinterhältig triff es wahrlich am ehesten, denn ich vermute sie wollten euch ungeschützt in den Kampf ziehen lassen, aber nicht damit ihr sterbt, sondern damit Durza sich euch stellen kann. Ihr sagtet selbst, der Schatten wollte euch gefangen nehmen“. Nele und Eragon verstummten und ihn lief ein kalter Schauer über den Rücken. „Wie meint Ihr das?“. „Sowohl Arya als auch ihr erzählten davon, wie sicher sich Ahjihad war, das es bei den Varden Spione geben musste. Nun ich vermute das es die Zwillinge gewesen waren. Sie wussten alles über die Varden und Ajihad, sie waren es auch, die euch nach Tronjheim gelockt haben, damit ihr Durza euch gefangen nehmen konnte. Es ist nur logisch das sie die Verräter waren“. Nele verlor sich zuerst in ihren Schimpfwörtern, die Zwillinge waren von Anfang an unheimlich und merkwürdig gewesen. Die Rolle der Verräter passte sehr gut zu ihnen. Eragon hingegen zuckte mit den Schultern: „Selbst wenn sie es waren, spielt es keine Roller mehr, sie sind tot“. „Natürlich spielt es eine Rolle!“, widersprach Nele, „sie kamen mir sofort verdächtig vor..ihr Verhalten, ihre Art alles an ihnen. Sie haben uns mutwillig ins Messer laufen lassen!“. „Ihr Hinterhalt euch an Durza auszuliefern muss von langer Hand geplant gewesen sein...lassen wir es dabei geruhen“, unterbrach Oromis sie behutsam. „Natürlich, Meister“.

In der darauf folgenden Stunde lernten Nele und Eragon die Zwölf unterschiedlichen Arten, jemanden zu töten, ohne dabei auch nur etwas Kraft zu verschwenden. Nachdem sich die beiden auch jeden einzelnen Zauber eingeprägt hatten, wendete sie sich erfreulichen Themen anstelle des Totes zu. „Ich dachte mir, ihr würdet gern einmal selbst ein Fairith erschaffen. Es ist eine exzellente Methode um seine Gedanken zu konzentrieren“, erklärte ihnen Oromis und holte aus der Hütte mehren Holztafeln zu ihnen zurück. „Ihr müsst euch das Bild, welches ihr auf die Tafel projizieren wollt genau vorstellen und sagen: ,Lass das, was ich vor meinem inneren Augen sehen auf der Oberfläche dieser Tafel erscheinen´. Nehmt euch eine“. Oromis reichte Nele und Eragon jeweils eine Tafel und deutete dann über die Lichtung. „Seht euch um und entscheidet euch für etwas, was ihr festhalten wollt“. Neugierig liefen Nele und Eragon los, um ein passendes Motiv zu finden. Die Landschaft der Tel´naeír Felsen war wunderschön und hielt einige Motive bereit. Nele betrachtete eindringlich eine gelbe Blume, bis sie sich doch gegen sie entschied. Eragon konnte sich anfangs auch nicht für ein Motiv entscheiden. Nachdem sie ein paar mal über die Wiesen, vorbei an Oromis, seiner Hütte und dem Bach gelaufen waren, entschied sich Nele für die Trauerendweide bei der sie morgens den Rigmar durchführten. Sie ging um die Weide herum, bis sie den richtigen Winkel gefunden hatte, der die hängenden Äste der Weide aber auch den kleinen Bach zeigten. Dann prägte sie sich das Bild genau ein und sprach den Zauber aus. Die Tinte auf der Tafel begann sich zu verändern, sie erstrahlte hell, verdunkelte sich. Dann erschienen farbige Punkte und Tupfer welche sich dann zu den Motiv welches sich Nele vorstellte zusammen setzten. Die Tinte wurde ruhig und Nele betrachtete ihr Meisterwerk. Verwirrt sah sie auf das verschwommene Abbild der Trauerendweide. Die Abbildung war weit von ihren gedachten Meisterwerk entfernt. Oromis winkte sie zu sich zurück, auch Eragon kam enttäuscht angelaufen. Sein erstes Wunschbild, schien ihn auch nicht zu gefallen. „Zeigt mir eure Tafeln...ah ihr beide unterscheidet euch in eurer Denkweise. Für die meisten Menschen ist es unmöglich sich stark genug zu konzentrieren um überhaupt ein erkennbares Bild zu erschaffen. Du Eragon prägst dir gut ein, was dich interessiert. Jedoch entsteht dabei ein Tunnelblick wie beim meditieren. Du betrachtest eine einzige Sache zu genau und verdrängst dadurch das Umfeld, deshalb ist nur die Mitte deines Bildes scharf und der Rest nicht. Bei dir Nele scheint es beinahe umgekehrt. Dein Bild ist zwar verschwommen aber, zeigt das Umfeld. Dir gelingt der Blick auf dein Umfeld schon besser, jedoch nicht fokussiert genug. Ihr müsst euch entspannen, vergrößert und vertieft euren Blick weit genug um ein Bild entstehen zu lassen. Versucht wahrzunehmen, was euch um gibt, ohne zu urteilen“. Ihr Meister reichte ihnen zwei neue Tafeln und schickte sie erneut fort, um sich ein Motiv zu suchen. Nele entschied sich dieses mal für die rötlichen Blüten eines nicht weit entfernten Baumes. Eifrig suchte sie den passenden Winkel und wirkte erneut den Zauber. Kurz darauf kam die Tafel zu ruhe und Nele konnte ihr deutlich schärferes Bild betrachten. Es war nicht perfekt, man konnte immer noch kleine Unregelmäßigkeiten erkennen. Oromis jedoch lobte die Verbesserung und auch Eragon war ein Bild gelungen, mit dem ihr Meister zufrieden war. Gemeinsam räumten sie die restlichen Tafeln wieder in die Hütte, dann verabschiedete Oromis sie.

Neles zweites Treffen mit der Elfe Saera verlief deutlich ereignisreicher als ihr erstes. Nicht das ihr erstes Treffen Nele enttäuscht hatte. Im Gegenteil, die Erkenntnis, das ihr Geist nicht manipuliert worden war, erleichterte schließlich alle Beteiligten. Die Elfe, die ihr Wissen über den Geist von Lebewesen bis zur Meisterschaft beherrschte, kratze eifrige mit ihrer Feder über leeres Pergament, während Nele begann die gestellten Fragen zu beantworten. In den Händen hielt Nele einen Krug Kräutertee, von den sie zwischendurch nippte, wenn Saera mehr niederschreiben wollte und dafür eine Pause brauchte. Stac lag draußen hinter der Hütte und döste besonnen aber aufmerksam vor sich hin. Bevor Nele zu erzählen begonnen hatte, befürchtete diese nur einmal wieder die Ereignisse herunterzurasseln, welche sich seit Cravahall zugetragen hatten. Sowohl sie als auch Eragon und die Drachendamen hatten ihre gemeinsame Reise schon oft genug in Berichten verpackt. Sei es damals in Teirm bei Jeod, bei Ajihad und Hrothgar in Tronjheim und vor Königin Islanzadi in Ellesméra gewesen. Saera hingegen interessierte sich weniger für diese Berichte. „Ich möchte dich bitten mir von den Momenten zu erzählen, die ihr möglicherweise bei euren Berichten außen vorgelassen habt, verstehst du? Mein Ziel ist es eine Art Muster zu finden oder deine Erinnerungen zu rekonstruieren. Fürs erste einmal, folgendes. Deine erste Erinnerung, solange bist du auf Eragon getroffen bist. Wie hast du dich körperlich und geistig gefühlt? Hattest du Schmerzen? Wie haben sich diese gezeigt und wie lange hielten sie an?“. Bevor wir uns fanden..., summte Stac wehleidig. Nele erzählte wahrheitsgemäß, wie sie Flussabwärts eines Wasserfalls halb erfroren zu sich gekommen war. Wie ihre Kleidung nass, beinah steif gefroren und das ihr furchtbar kalt gewesen war. Die Kleidung die sie trug, war abgetragen und verschmutzt gewesen. Das einige trockene, war ein schwerer Wollumhang der sie bedeckt hatte. Nele deutet mit ihrer Hand die Länge ihrer Haare an. Damals reichten ihre dunkelblonden vollen Haare auf bis auf die Schulter. Trotz des ereignisreichen Jahres, erinnerte sich Nele sehr gut an ihre ziellose Reise durch den Buckel. Selbst Stac lauschte ihrer Erzählung, auch wenn sie die Gedanken und Erinnerungen ihrer Reiterin kannte, hörte sie die zum ersten mal als Geschichte. Nele berichtete Saera von den Kopfschmerzen und der blutigen Stelle am Hinterkopf. Nele wusste jedoch nicht wie viele Tage sie zuvor im Buckel gewesen sein musste. Noch am selben Tag, fand sie die Lichtung auf der Saphiras und Stacs Ei eingeschlagen war. Zu dem Zeitpunkt wusste sie das natürlich nicht. Weder wusste sie, dass Eragon noch ein Tag zuvor genau der selben Stelle gehockt hatte, noch das es Arya gewesen war, die das Drachenei dorthin transportiert hatte, damit es nicht in die Hände des Schatten Durza fiel. „Wie hast du dich gefühlt bevor und nachdem du auf die verbrannte Lichtung gestoßen bist?“, fragte Saera und sah von ihren Gekritzel auf, auch sie nippte kurz an ihren Tee. Nele musste einen Moment überlegen, um die richtigen Wörter zu finden. Sie und Saera sprachen in der Alten Sprache. Die Elfe hatte zuvor klargestellt, dass Nele nicht in der Alten Sprache reden müsse, wenn sie es nicht wolle, sie könne jeder Zeit in ihre Muttersprache wechseln. „Mhn, mein Kopf war sowohl leer als auch voller Fragen. Die Kopfschmerzen waren unerträglich, ich konnte nicht denken. Ich lief nur umher ohne zu wissen wohin und warum. Auf der Lichtung fand ich dann einen Trampelpfand den ich gefolgt bin“. Die Feder in der Hand der Elfe kratzte wieder über das Pergament. „Würdest du im Nachhinein sagen, dass du die Anwesenheit von Magie gespürt hast? Die Verbindung zu den Drachenei zum Beispiel“. Nele schüttele entschlossen den Kopf: „Nein, wie gesagt ich konnte keinen Gedanken fassen, der einzige Gedanke war es – wenn man es einen Gedanken nennen kann, aus dem Buckel zukommen“. Dich nahm ich das erste mal wahr, als Eragon dir unser Ei gezeigt hat. In diesen Moment wart sowohl ihr als auch Saphira und ich an einen Ort. Das war der Moment. Die Elfe notierte auch das, dann fuhr Nele weiter. Sie erzählte wie sie im Buckel übernachtete und dann den Trampelpfad weiter bergab folgte, bis sie in weiter ferne eine Ansammlung von Häusern sah, welche sich als das Dorf Cravahall entpuppten. „Ich wusste nicht einmal meinen Namen..“, schluckte Nele schwer, „erst als ich bei Dämmerung in Cravahall ankam fiel er mir wieder ein. Ich war fremd in meinen eigenen Körper, ohne Namen und ohne Erinnerung. Es war wie diese Gefühl, wenn man aus seinen Tiefschlaf aufschreckt und für einen winzigen Augenblick nicht weiß wo und wer man ist..nur das dieses Gefühl anhält“, Nele verstummte und sah traurig ins Leere. Kleines.. Stac lugte durch das Fenster hinein. Saera hatte aufgehört zu schreiben und betrachtete sie sorgenvoll. „Von diesen Gefühl berichten viele an Amnesie erkrankten, es ist der Vergleich den man wohl am besten benennen kann“. Neles Brust zog sich zusammen, dann versuchte sie überall hinzu sehen, aber nicht zu Saera, die ihr gegenüber saß. „Es ist ein schreckliches Gefühl, gefangen in den winzigen Moment nach dem erwachen, ohne jemals wirklich zu sich zu kommen. Ohne eine Erinnerung...“, flüsterte Nele mit tränenden Augen. Saera legte ihre Unterlagen auf den Tisch und hockte sich vor Nele auf den Boden. Diese starrte immer noch mit tränenden Augen ins Leere. „Der Anfang ist immer schwer, leider kann ich das nicht ändern. Über traumatische Erlebnisse zu reden, wirbelt immer Gefühle auf, die man lange verdrängt und vergraben hat. Ich kann dir nicht versprechen, dass es bei unseren nächsten Treffen anders laufen wird. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass du das schaffen wirst. Du bist schließlich nicht allein. Möchtest du für heute aufhören oder nur eine Pause einlegen?“, fragte Saera einfühlsam. Du bist niemals allein! „Wir denken uns zurück an den Anfang deiner Reise, um dann auf Gedanken und Momente einzugehen, die von Bedeutung sein können, du sie aber nicht als solche erachtet hast. Momente in denen die Amnesie dich zum Beispiel beeinträchtigt oder beeinflusst hat. Ich brauche Anhaltspunkte, bevor wir mir einer geistlichen Untersuchung beginnen können“, fügte die Elfe hinzu. Nele wischte sich beschämt über ihre gezeigte Schwäche die Tränen vom Gesicht. Saera war die Hilfe, auf die Nele so lange gewartet hatte, sie durfte nicht zurückschrecken. „Wir können weiter machen“, ließ sie die Elfe kleinlaut wissen. „Einverstanden“, lächelte Saera. Sie kam aus der Hocke in den Stand und setze sich wieder auf ihren Stuhl. „Meine letzte Frage für heute ist folgende: Gab es für dich – jetzt im Nachhinein, einen Augenblick zwischen deinen Erwachen im Buckel und mhn sagen wir den ersten Tagen in Cravahall, die dir seltsam vorkommen? Mal abgesehen vom Drachenei. Etwas was dir damals möglicherweise nicht aufgefallen war. Wer du jetzt bist, bist du durch das vergangene Jahr. Du bist eine Drachenreiterin und eine Kämpferin. Du hast in einer Schlacht gekämpft, Verletzungen und Verluste erlitten. Selbst wenn du immer noch in den winzigen Moment nach dem erwachen feststeckst, bist du nicht mehr das Mädchen welches im Buckel umher irrt, denn du hast dich weiterentwickelt. Deine Denkweise ist eine andere, also fällt dir etwas ein?“. Der Umfang der Frage erschreckte Nele, wie sollte sie solch eine Frage aus dem Stegreif beantworten? Das ist eine sehr gute Frage, kommentierte Stac. Resignierend schüttelte Nele den Kopf, nicht weil sie keine Antwort wusste, sondern weil sie erst darüber nachdenken musste. „Das kann ich so gar nicht sagen“. Saera legte aus atmend die Feder aus der Hand. „Verschieben wir das dann auf unser nächstes Treffen“, meinte sie freundlich und griff nach ihren Tee. „Wenn du mit mir reden möchtest, habe ich ein offenes Ohr. Ist heute zum Beispiel etwas passiert, was du gern erzählen möchtest?“, fragte sie. Nele trank von ihren Tee. „Über die Ausbildungsinhalte dürfen wir nicht reden..“, erwiderte sie. Ein Lachen entfloh der Elfe. „Das ist mir bewusst, keine Sorge. Ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen. Ich hatte eher den Vorfall von heute Morgen auf den Übungsplatz im Sinn“, sagte sie verschmitzt. Überrascht stellte den Nele den Tee ab. „Woher weist du davon?“, wollte sie wissen. „Es hat sich herum gesprochen. Die jungen Elfen sprechen von nichts anderem heute. Sie sagen, du hast Vanir von der Seite aus das Schwert aus der Hand geschlagen“. „Das hab ich“, sagte Nele, es gab keinen Grund es zu verneinen. Saera schlug die Beine übereinander. „Warum?“. Wie warum?, fragte sich Nele. „Eragon und er hatten eine Meinungsverschiedenheit, ich wollte mich wirklich nicht einmischen aber als Vanir ihn angriff, obwohl Eragon am Boden lag..konnte ich mich nicht zurück halten“. „Ah, nun das verstehe ich natürlich, dennoch muss ich darauf hinweisen, dass Vanir Eragon sicher nur provozieren wollte“. „Das hat Meister Oromis auch gesagt, trotzdem“, Nele verstand nicht, warum sich Saera darüber unterhalten wollte. Versuchte sie sich einfach nur mit Nele zu unterhalten? Saera zuckte mit den Schulter: „Die jüngeren Elfen zu denen Vanir zählten haben eine andere Einstellung zu euch als Drachenreitern, ich nenne es mal einen üblichen Generationenkonflikt“. „Die Elfe Galena, die mit mir übt, scheint diese Ansichten nicht zu teilen. Sie selbst hat sich über Vanir beschwert“, gab Nele zu bedenken. Ein wissendes Lächeln bildete sich auf Saeras Lippen. „Männer! Nicht wahr?“. Dann stand
sie auf, Neles Zeichen, dass ihr Treffen sich den Ende näherte. Nele stellte amüsiert nickend ihren Krug Tee ab und stellte sich ebenfalls hin. „Vielen Dank für deine Hilfe, Saera“, bedankte sich Nele und verbeugte sich zum Abschied. Die silberhaarige Elfe neigte ihren Kopf und deutete zur Tür: „Ich bin für dich da, solltest du reden wollen. Wenn dir außerhalb unserer Treffen etwas einfällt, zögere nicht dich bei mir zu melden. Ansonsten sehen wir uns übermorgen“.

Bevor Nele und Stac überhaupt in der Nähe ihres Baumhauses gelangten, meldeten sich Eragon und Saphira bei ihnen. Orik ist auf einen Besuch vorbei gekommen, er würde euch auch gerne sehen, richtet Saphira belustigt aus. Nele wunderte sich über ihre gute Laune, bis Eragon mit einen Kichern dazwischen funkte. Orik hat Faelnirv mitgebracht! Eigentlich wollten Nele und Stac sich hinlegen, aber wie konnten sie einer Einladung zum gemeinsamen betrinken widersprechen? Behutsam nahm Stac Anflug an die obere ovale Öffnung in Eragons Arbeitszimmer. Nachdem sie mit im Arbeitszimmer gelandet war, kletterte Nele aus dem Sattel und kam dann an der versteckten Holzleiter ins Schlafzimmer hinunter. „Sei gegrüßt Ariahen, muss ich mich für unseren Clan entschuldigen dir keinen Titel verliehen zu haben?“, plapperte Orik drauf los. Das die Elfen Nele als Trägerin eines Blutauges bezeichneten, konnte sie nicht verhindern. Jedoch sollte Orik sich diesen Titel nicht aneignen. Er und Eragon saßen am Fußende des Bettes auf dem Holzboden. Nele grüßte den betrunken Zwerg mit einen kräftigen Handschlag. „Lass nur gut sein, nenn mich beim Namen“. „Meine Stiefschwester!“, verzog der Zwerg seinen Mund. Eragon hielt ihr seine Hand entgegen und Nele streifte sie zur Begrüßung. Sie zog eine Augenbraue hoch: „Hast du keine Stühle?“. Eragons Schultern zuckten. Ein plötzliches Schwanken erschütterte das Baumhaus, denn Stac kletterte aus dem Arbeitszimmer zu ihnen eine Stockwerk tiefer. Ihre scharfen Krallen kratzen über den Baumstamm, bis sie bei ihnen ankam. Saphira die auf ihren Decken lag, machte ihrer Schwester platz. Das Schwanken verging. Guten Abend, Orik. Schön dich zu sehen, ließ Stac ihn durch Nele wissen. „Sei du auch gegrüßt, Eisenzahn! Mögen deine Schuppen wie die deiner Schwester hell glühen“. Obwohl der Zwerg seine Worte aufrichtig meinte, kam Nele die Stimmung betrübt vor. Deshalb keine Stühle... Sie setzte sich zu ihren beiden Freunden. Das Bett war breit genug, so das sie zu dritt nebeneinander sitzen und sich am Bett anlehnen konnten. Schweigen überkam sie, bis Nele nach der Flasche Faelnirv langte: „Ihr habt mir wohl was übrig gelassen?“. Eragon reichte ihr den Schnaps, was Orik zwischen ihnen zum brummen brachte. Er schien wohl Angst zu haben, keinen Schluck mehr ab zubekommen. Nele trank trotzdem einen großen Schluck, die Flüssigkeit glitt ihr die Kehle hinunter wir Feuer. Das Brennen und die plötzliche Hitze, trieben ihr die Tränen in die Augen. Dennoch nahm sie einen zweiten Schluck und reichte die Flasche wieder zu Orik, der sie grunzend in Beschlag nahm. „Ihr habt mich noch gar nicht besucht! Wie konntet ihr mich den Elfen so ausliefern? Sie sind eine so langweilige Gesellschaft, immer nur diese übertriebenen Höflichkeiten. Mein Herr hier, Ja, Nein, mein Herr da. Sie ersticken mich mit ihren höflichen Geschwafel“, grummelte Orik aufgebracht. „Tut uns leid. Wir konnten dich noch nicht besuchen, die Ausbildung ist sehr zeitintensiv“, lächelte Eragon verlegten mit geröteten Wangen. Ob er sich schämte oder die Rötung vom Schnaps war, konnte Nele nicht sagen. Gibt es keine Beschäftigung, der du nachgehen könntest?, ließ Saphira Eragon fragen. „Du schmeichelt mir Schuppenträger!“, erwiderte Orik stolz und schlug sich auf die Brust, „ich bin ein recht guter Schmied. Aber die Elfen würden meine Waffen und Rüstungen nicht wertschätzen. Ich bin hier überflüssig“. Eragon langte nochmal nach der Flasche und trank einen Schluck aus ihr. Stille legte sich erneut über sie, auch wenn sie eigentlich viel zu erzählen hätten. Zu dritt starrten sie ermüdet in die Leere. „Wir sind schon ein trauriger Haufen“, meinte Nele mit verzogenen Gesicht, „sitzen ihr am Boden und betrinken uns schweigend“. Ihre letzten Zusammenkünfte in Tronjheim oder Tarnag waren durch aus amüsanter gewesen. Jedoch sah Nele es ihnen nicht nach, schließlich ging es ihr selbst auch nicht besonders. „Und was macht ihr so auf dieser Lichtung mit euren Lehrmeister?“, fragte Orik plötzlich. Eragon begann von den letzten Tagen, vom Menoa-Baum, seinen Schwertkampf mit Vanir und seinen Rücken zu erzählen. Der Zwerg stöhnte mitfühlend auf. Durch den Schnaps angetrieben, vertraute Eragon ihren Freund Orik seine Gefühle für Arya an. Bildhaft erzählte Eragon davon, wie sie seine Komplimente immer aufs neue abschmettert. Anscheint sehnte sich Eragon nach der Meinung eines anderen Leidensgenossen. Der Zwerg wurde ernst und hob seinen Finger dicht vor dessen Gesicht: „Pass bloß auf, Eragon! Fordere nicht das Schicksal heraus“, dann musste er kichern, „aber wer bin ich um dir Ratschläge zu geben“.
Immer noch kichernd sackte Orik wieder in sich zusammen, bis er betroffen innehielt. „Ich selbst bin ein Narr.. Ihr Name ist Hvedra, die Enkelin meiner Tante Vardrun, Hrothgars Kusine zweiten Grades. Sie ist das hübscheste Zwergenmädchen, das je gelebt hat! Ihr müsstet sie sehen, ihre Haut ist Weiß wie Satin und die Wangen so Rot wie Äpfel“. „Erwiderte sie deine Gefühle nicht?“, fragte Eragon mitfühlend, so wie Arya die seinen nicht erwidern konnte. „Oder liebt ihr euch, dürft es aber nicht?“, fragte Nele säuerlich und griff nach dem Andenken um ihren Hals. Schwer schluckend umfasste sie ihn mit ihren Fingern, der Amethyst war durch ihre Körperwärme warm. Der Zwerg sah mit runden geweiteten Augen zwischen den jungen Drachenreitern hin und her. „Nein, keins von beiden. Wir sind einander versprochen, wir wollten diesen Frühling heiraten“. Die Antwort überraschte die Reiter, sie hatten sich noch nie über Oriks Privatleben Gedanken gemacht. Das ist doch aber schön, ließen die Drachendamen ausrichten. „Wieso bist du deshalb ein Narr?“. Der Zwerg schlug sich mit der Faust selbst aufs Bein. „Weil mich Ahjiad und Hrothgar mich zu euren Aufpasser machten, dann griffen die Urgals an und bevor ich mich überhaupt von Hvedra verabschieden konnte, wurde ich auf diese verdammte Reise geschickt!“. Orik griff verbissen nach dem Schnaps und trank den letzten Schlug aus. „Ich war ein Narr, zu glauben ich könne heiraten und glücklich sein. Aber nichts da! Ich konnte mich nicht einmal von ihr verabschieden..“. Mit einen stumpfen Aufprall landete die robuste Flasche an der gegenüberliegenden Wand und kam dort klirrend am Boden zum erliege. Sie drei starrten auf die Flasche Schnaps, in die Leere vor innen. Orik lag mit seiner Behauptung nicht falsch. „Wir sind wahrhaft Narren, alle samt“, fuhr sich Nele die Haare aus dem Gesicht.

Zuvor:

Tage vergingen ohne den Besuch des Königs. Murtagh hatte in der Zeit kaum geschlafen, wann immer er die Augen schloss, suchten ihn die Trugbilder heim und er schreckte auf. Dann kam der König doch und Murtagh war sich nicht sicher, ob er ihn ein weiteres mal stand halten könne. Galbatorix kam allein, ohne eine Schachtel mit Würmern oder glühen Eisenstäbe, jedoch wurde eine Truhe mit ihn gebracht. Der alte Mann schleppte sich an der schweren, kunstvollen Truhe ab, bis er sie neben den König auf den staubigen Boden abstellte. Galbatorix ließ sich genüsslich auf seinen Stuhl nieder. „Wie fandest du meine Meisterwerke, Murtagh?“, wollte er wissen. „Du kannst nicht verleugnen, ich hätte mir keine Mühe gegeben“. Murtagh biss die Zähne zusammen, er starrte entkräftet an die Decke. Seine Augen brannten und waren schrecklich gereizt. So wie seine Lungen und Magen. Wann hatte er das letzte mal getrunken? Der König stieß einen missmutigen Laut aus. „Aber wenigstes haben ich durch sie eine Reaktion von dir bekommen“. Murtagh schwieg. „Ich wollte dir eine Geschichte erzählen. Eigentlich wollte ich sie dir am meinen Tisch erzählen, nachdem du Einsicht gezeigt und mir die Treue geschworen hast“, begann der König und Murtagh wünschte sich, sein Gehör zu verlieren. Die Stimme des Königs konnte er nicht mehr ertragen, doch er schwieg. „Warum ich mich dennoch dazu entschieden habe, sie dir zu erzählen? Du bist widerstandsfähig, Morzans Sohn. Ob vor Stolz oder Sturheit ist gleichgültig. Die Geschichte, die ich dir nun erzählen werde, wird dir den letzten Stoß geben Einsicht zu zeigen, dessen bin ich mir sicher“.
„Als ich sah, wie es mit den Abtrünnigen zu Ende ging, plante ich den Beginn einer neuen Ära junger Drachenreitern unter meiner Führung. Ich dachte daran, welch ein Spiel das Schicksal mit mir spielte, ich der Vernichter der Drachenreiter würde den Grundstein für die nächste Generation legen. Von höheren Mächten begleitet, wunderte es mich nicht, als eine meiner Konkubinen versuchte das Kind unter ihrem Herzen zu verheimlichen. Als ich sagte Weiber seien Gift, sprach ich aus Erfahrung. Mit Weibern kannst du keine Verträge schließen. Sie versprechen dir alles und hintergehen dich trotzdem. Ich stellte meine Konkubine vor die Wahl, entweder würde sie sich für den Tod oder eine Abmachung entscheiden. Ich war nicht sonderlich daran interessiert, dass sie den Tod wählte, schließlich brauchte ich das Kind. Ich brauchte mein Blut, um mein Vorhaben eine neue Generation Drachenreiter zu erschaffen durchzuführen“. Murtagh blieb nichts anderes übrig als dem König zu zuhören. Entkräftet presste er sich gegen die Fesseln. „Ich gebe zu, sie war damals meine liebste von allen gewesen, seit ihr gab es nie wieder eine wie sie. Siehst du? Weiber sind Gift. Sie vernebeln uns Männer die Sinne. Jedenfalls kam ich ihr innerhalb unserer Abmachung sehr entgegen. Ich schenkte ihr ein neues Heim fern ab von Uru´baen und mein Blut. Ich hielt meinen Teil der Abmachung aber sie nicht den ihren. Ich verlangte von ihr nicht mehr, als mir das Kind zum sechzehnten Namenstag zurück nach Uru´baen zu schicken. Sie wollte ihre Schulden nicht begleichen und dafür musste sie mit ihren Leben bezahlen. Ihre kürzliche Sturheit brachte meine Vorhaben durcheinander und da kommst du ins Spiel“, Galbatorix beugte sich vor, um die prachtvolle Truhe zu öffnen. Murtagh nahm sein flüstern in der Alten Sprache wahr, Worte die er nicht verstand. Langsam wuchs tief in ihn ein schrecklicher Verdacht. Ein Verdacht, der unmöglich wahr sein konnte. „Mein eigen Fleisch und Blut ist entkommen und traf auf den Bauernjungen, alles weitere kennst du schließlich warst du dabei. Du hast sie kennen gelernt. Ich war zu tiefst bestürzt, als mein treuergebener Diener Durza ohne mein mir zustehendes Eigentum zurück kam. Dennoch erkannte ich, die Fäden des Schicksals und wehrte mich nicht mehr gegen sie. Brom und seine Gefährten stahlen mir damals eins von meinen drei kostbaren Dracheneiern. Nie hätte ich erfahren, dass dies ein Zwillingsei war!Wie es die höheren Mächte wollten, schlüpfte es bei meinen Blut und dem Bauernjungen. Es wird mir ein unbeschreibliches Vergnügen sein, sie zu brechen. So wie es sein sollte, so wie es vereinbart war. Das Mädchen wird für die Sturheit ihrer Mutter noch bezahlen. Dazu kommt noch der Bauernjunge! Ich ließ das Schicksal gewähren und bekam zwei Drachenreiter die sich mir unter werfen werden“. Der König verzog erwartungsvoll seinen Mund zu einer Fratze. Murtagh konnte nicht anders als den Kopf schütteln. Sie soll von sein Blut sein? Nein. Niemals. Er belügt ihn. „Ich lüge nicht Murtagh“, lachte der König laut, „hast du vergessen wo wir sind? Ich bin an die Wahrheit gebunden und glaub mir, ich genieße es“. „Es ist nicht wahr“, knurrte Murtagh bitter. Es kann nicht wahr sein. Es gibt keinerlei Ähnlichkeiten zwischen ihnen. Sie war das wunderbarste was er je erlebten durfte und nun soll durch ihr das Blut Galbatorixs fließen? „Sie ist nicht wie Ihr“. Der König lachte lauter: „Wohl wahr, ich sah sie in den Erinnerungen Durzas und der Zwillinge. Äußerlich kommt sie ohne jeden zweifel nach ihrer Mutter, dennoch fließt mein Blut durch ihre Adern“. Vorsichtig ob Galbatorix ein blutrotes Drachenei aus der Truhe und platzierte es auf Murtaghs Schoß. „Du wirst den Anfang machen, Sohn von Morzan. Wenn das Blut deines Vaters durch deine Adern fließt, bist du ein Drachenreiter und wirst als erstes unter meiner Führung stehen. Du wirst dafür sorgen, dass mein versprochenes Kind, der Bauernjunge und ihre Drachen zu mir finden und deinen Beispiel folgen. Ich werde dich jetzt verlassen, sicher hast du einiges worüber du nachdenken möchtest“. Mit den Rücken zu Murtagh, schnippte er mit den Fingern und die Gurte um Murtaghs Gliedmaßen sprangen auf. Der König verließ die Halle der Wahrsagerin. Benommen und unfähig sich zu bewegen, blieb Murtagh liegen. Er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Wie soll sie seine Tochter sein? Weiß sie das selbst überhaupt? Galbatorix sagte er habe ihre Mutter ins Exil geschickt, als wuchs sie ohne Wissen über ihre Herkunft auf. Aber wie? Warum? Der König musste ihn etwas verschweigen. Das Schicksal hat wirklichen einen grausamen Sinn für Humor.., dachte Murtagh völlig leer. Er fühlte nichts und alles zu gleich.
Langsam tastete er nach dem Drachenei in seinen Schoß. Das Junge dürfte bei ihn nicht schlüpfen, bat er. Unter Schmerzen richtete Murtagh sich auf, das Ei auf seinen Schoß faszinierte ihn gegen seinen Willen, augenblicklich. Das blutrot schien zu verschwimmen, ganz langsam wie eine Optische Täuschung. Behutsam stellte Murtagh das Ei ab und stieg dann vorsichtig von der Steinplatte. Seine Muskel waren steif und verkrampft, dennoch versuchte er sich leicht zu strecken. Warum machte Galbatorix ihn los? Befand er Murtagh für so geschwächt, dass er nicht mehr daran glaube er würde versuchen abzuhauen? Langsam schritt Murtagh durch den Raum, in den so so viele Wochen nur die Decke anstarren konnte. Seinen Blick fand jedoch immer auf das Drachenei zurück. Es darf nicht schlüpfen! Würde das Drachenjunge schlüpfen, wäre sein Ende besiegelt. Und noch während er an die fatalen Folgen dachte, hörte ein schicksalhaftes Knacken. Mit weit geöffneten Augen betrachtete er das wackelnde Ei, es wackelte hin und her, bis es noch nochmal knackte. Und noch mal und mit einen Mal war die blutrote Schale entzweit und ein kleiner blutroter Drache drehte und wendete sich ins Freie. Ich bin verdammt.
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