Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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19.01.2020 6.500
 
Teil 49 Neue Lehrmeister

Hallo! Bevor dieses Kapitel beginnt, möchte ich mich für die bisherigen 76 Reviews, 12159 Aufrufe, 58 Favoriten Einträge, 11 Empfehlungen, 1 hinzufügen ins Bücherregal und 3 hinzufügen in die Offline-Bibliothek bedanken! Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und möchte mich auch gleichzeitig für eure Geduld bedanken. Das Kapitel ist auch länger als sonst. - saphirblau23
\\Disclaimer/ Warnung: Gewalt, Folter, Verhör// (Gegen Ende)
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Teil 49 Neue Lehrmeister

Eragon sank auf die Knie, als der goldene Drache wie gleißendes Sonnenlicht vor ihnen am Himmel stand. Der Luftstrom seiner Flügelschläge schlug ihnen mit unaufhörlichen Druck entgegen. Nele hockte sich neben Eragon, umfasst seine Schultern. Der Anblick war überwältigend, Ehrfurcht und Erleichterung durchströmte ihre Körper. Sie waren nicht allein.. Sie trugen nicht allein die Verantwortung im Kampf gegen Galbatorix. Der goldene Drachen war viel größer als Saphira und Stac. Groß genug, um viele hundert Jahre alt zu sein. Sein Hals, die Gliedmaßen und sein Schwanz waren entsprechend mächtig. Der Drachenreiter trug ein weißes Gewand, welches wie Sterne schimmerte. Als der Drache zum landen ansetzte, bemerkten die jungen Drachenreiter die Verletzung am Vorderbein des goldenen Drachens. Ein Schwerthieb muss sein Vorderbein abgetrennt haben, sodass er statt eines mächtigen Beins, nur einen nutzlosen weißen Stumpf besaß. Der weiße Reiter stieg über das gesunde Vorderbein ab und kam mit hinter den Rücken verschränkten Händen auf Nele und Eragon zu. Er war ein Elf mit silbernem Haar, war unbeschreiblich alt und in seinen Augen lag Trauer und grenzenlose Anteilnahme. „Trauernder Weise...ich habe dich gehört und wir sind gekommen, wie Ihr es gewünscht habt“. Nele fuhr ehrfürchtig die Finger an die Lippen: „Atra Esterní ono thelduin“. Der Elf breitete seine Arme aus und umfasste die beiden jungen Drachenreiter, deutete ihnen an sich zu erheben. „Mein Name ist Oromis, Eragon Schattentöter und Nele Argetlam“. „Du wusstest von ihrer Existenz und das es mit nicht gesagt?“, flüsterte Königin Islanzadi verletzt, „du hast mich betrogen“. Ihr Blick brannte wütend. Oromis wandte sich der Königin zu. „Ich konnte nicht sicher gehen, ob sie den Weg zu uns schaffen, deshalb habe ich geschwiegen. Ich wollte dir keine Hoffnung machen“. „Ich hätte Krieger aussenden können! Sie hätten Arya, Eragon und Nele sicher von Farthen Dur nach Ellesméra hergeleitet“. „Ich konnte es nicht riskieren es dir zu sagen. Ich habe es verheimlicht, weil deine Trauer dich blind gemacht hat. Hättest du, wie es deine Pflicht ist, deine Traumsicht über Land schweifen lassen, hättest du das Chaos gesehen, welches sich in den letzten Jahr aufgetan hat“. „Du beleidigst mich“, sprach sie mit blassen Zügen und schlaffen Schultern.
Unser Treff steht unter einen guten Stern, junge Drachenreiter, Ich bin Glaedr, sagte der goldene Drache mit stieß ihnen einen heißen Luftstoß entgegen. Seine tiefe Stimme wallte sich durch ihre Geister, wie eine Lawine. Dann wandte er sich Saphira und Stac zu. Er schnupperte an ihnen. Ihr riecht nach Menschen und alles war ihr über eure Vorfahren wisst, verdankt ihr euren Instinkten. Doch ihr besitzt die Herzen wahrer Drachen. Die Drachen sprachen lautlos, während Orik ehrfürchtig das Wort ergriff: „Ihr übertrefft die kühnsten Vorstellungen, Drachenreiter! Ihr seid eine strahlende Überraschungen in diesen dunklen Zeiten. In Namen meines Königs und Clans, möchte ich eine Frage stellen, wenn es nicht zu anmaßend ist“. Oromis nickte: „sprich, wenn es mir möglich ist, beantworte ich deine Frage“. „Wie kommt es, dass Ihr euch hier all die Jahre versteckt habt? Eure Hilfe wäre von Nöten gewesen!“. „Es gibt viel Leid und nicht helfen zu können, obwohl man es will ist eins davon. Ich konnte es nicht riskieren diesen Ort zu verlassen, weil wir sonst gestorben wären, bevor sich ein neuer Drachenreiter erhebt. Nun leben wir und können gleich zwei jungen Drachenreitern Lehrmeister sein“, antwortete Oromis ruhig. „Das sind die Worte eines Feiglings!“, entbrannte Orik und erntete ein aufgebrachtes Fauchen der Königin. „Wärst du nicht mein Gast“, mahnte sie ihn düster, „wärst du wegen dieser Worte bereits tot“. Oromis breitete schlichtend die Arme aus: „Ach, nein. Ich bin nicht beleidigt. Deine Erregung Orik ist verständlich. Doch weißt du, Glaedr und ich können nicht mehr kämpfen. Glaedrs Beeinträchtigung siehst du ja“, er fasste sich an die Schläfe, „auch ich bin verkrüppelt. Als ich Gefangener der Abtrünnigen war, zerstörten sie etwas in mir. Abgesehen von kleinen Zaubereien, ist es mir nicht mehr möglich Magie zu wirken. Du siehst Orik, in einen Kampf, wären wir leichte Beute gewesen, wenn nicht sogar nutzlos, eine Gefahr und Last. Man hätte uns erneut gefangen nehmen können und als Druckmittel benutzt. Aus diesem Grund, haben wir uns zum Wohle aller im Du Weldenvarden zurück gezogen“. „Ihr müsst mir verzeihen“, sagte Orik betroffen. „Königin Islanzadi, erlaubst du? Wir haben noch einiges zu bereden“, fragte Oromis und deutete auf Nele und Eragon. „Schon gut, geht nur“, entließ sie ihn. „Folgt uns Drachenreiter“, bat Oromis und stieg bei Glaedr in den Sattel. Dieser sprang die steile Klippe hinab und ließ sich mit den Wind empor tragen. „Macht unseren Clan Ehre“, verabschiedete Orik sie und packte einen jeweils am Arm. Als Nele und Eragon auf die Rücken ihrer Drachendamen stiegen, fühlte es sich wie eine weitere Reise ins Unbekannte an. Dann sprangen Saphira und Stac ebenfalls von der Klippe und folgen Glaedr hinterher.

Der rauschende Wind begleitete sie und Eragons Begeisterung steckte Nele an. Sie hatten einen Lehrmeister, welcher die begonnene Ausbildung fortsetzten würden. Sie landeten auf einer weiteren Lichtung, von der ein Pfad zu einer niedrigen Holzhütte führte. Vier Bäume umgaben die Hütte und einer der Stämme bildete eine Brücke über einen kleinen Bach. „Willkommen in meinen Haus“, sagte Oromis und stieg leichtfüßig ab. „Ich bevorzuge die Abgeschiedenheit, deshalb habe ich mich hier auf dem Felsmassiv von Tel´naeír niedergelassen. Fernab der Elfenstädte kann man in Frieden nachdenken und lernen“. Er verschwand in der Hütte und kehrte mit zwei Höckern und zwei gefüllten Wasserkrügen wieder. Nele und Eragon nahmen stumm die Krüge an und bewunderten die herrliche Aussicht über den Du Weldenvarden. Gespannt warteten die jungen Reiter darauf, ob der Elf etwas sagen würde. Doch Oromis betrachtete wie sie nur schweigen die Aussicht. Saphira und Stac wühlten nervös mit ihren Klauen über den Boden. Das Schweigen dehnte sich länger und länger. Nele fühlte, wie sich die anhaltende Aufregung langsam lockerte und einer inneren Ruhe wich. Gemeinsam beobachteten sie, wie die Sonne Stück um Stück sank. Nele gefiel es, sich einfach nur den Sonnenuntergang an zusehen. Bei den Varden in den unterirdischen Tunneln war dies nicht möglich. Schließlich beendete Oromis das Schweigen: „Die Tugend der Geduld ist euch nicht fremd. Sehr gut“. „Man kann kein Wild schießen, wenn man es eilig hat“, erwiderte Eragon, nachdem er seine Stimme wieder gefunden hatte. Oromis stellte seinen Krug ab: „Wahre Worte! Nun lasst mich eure Hände sehen, ich glaube sie verraten viel über einen selbst. Fangen wir mit deinen an Eragon“. Dieser streifte sich die Handschuhe ab und hielt den Elf seine Hände entgegen. Oromis umfasste mit seinen schlanken Fingern Eragons Handgelenk. „Korrigiere mich, aber du hast mehr Felder bestellt, als das Schwert geschwungen. Dennoch bist du mit dem Bogen vertraut“. „Das stimmt“. „Und du hast bisher nur wenig geschrieben oder gezeichnet“. „Brom hat mir in Teirm Lesen und Schreiben beigebracht“. „Außerdem neigst du zu Waghalsigkeit und stellst dein eigenes Wohlerkennen hinten an“. „Wie kommt ihr drauf?“, fragte Eragon und stockte, denn er war sich der Anrede nicht sicher. „In eurer Sprache könnt ihr mich Meister nennen und in der Alten Sprache Ebrithil. Glaedr werdet ihr ebenso diesen Respekt erweisen. Wir sind eure Lehrer und ihr die Schüler“, Oromis Stimme blieb sanft, doch verlangte absoluten Gehorsam. Er entließ Eragon und umfasste behutsam Neles Hände. „Felder hast du keine bestellt. Messer frühst du länger als das Schwert. Aber der Bogen ist auch dir vertraut, wenn noch nicht so lange wie Eragon. An deinen Händen sehe ich, dass du öfter als er eine Feder in der Hand hattest. Hat Brom dich in Teirm auch das Lesen und Schreiben gelernt?“. „Nein hat er nicht, ich konnte es schon vorher“, erklärte Nele beunruhigt. Oromis murmelte unverständlich und betrachtete ihre Hände abermals. „Ihr kommt nicht vom selben Ort, nicht wahr? Deine Hände waren rauen Winden, Kälte und dem Meer aus gesetzt“. Oromis ließ ihre Hände los und Nele knetete diese ineinander. Der Moment vor dem sie sich so fürchtete war nun gekommen. Sie ermahnte sich, es würde keine Konsequenzen haben, doch flüsterte Durzas Stimme das Gegenteil. Hab keine Angst, sprich die Wahrheit. „Ich trage ein Geheimnis mit mir, Meister Oromis. Es ist an Zeit mich davon zu lösen“. Die Augenbrauen des Elfen hoben sich, doch blieb seine Miene freundlich. „Sprich, du musst dich nicht fürchten“. Nele holte tief Luft. „Ich habe einen Gedächtnisschwund erlitten. Meine Erinnerungen sind umgeben von einen Nebel, durch den ich nicht schreiten kann“. Oromis lehnte sich aufmerksam vor. „Welche Erinnerungen betrifft es?“. Ein kehliges Geräusch entfuhr Neles Hals. „Alles. Alles bevor ich in Cravahall Eragon gefunden habe“. „Du erinnerst dich an gar nichts, abgesehen vom vergangen Jahr?“, fragte Oromis ruhig. Nele brach in Tränen aus. Die schwerste Last fiel von ihren Schultern, befreite sie von der Lüge. Die furchtbaren Gefühle und Gedanken brachen an die Oberfläche. Das Gefühl von Einsamkeit, die Aufregung welche sie immer empfunden hatten, als sie ein neues Dorf oder eine neue Stadt betraten. Die unendliche Hoffnung ihr Zuhause wieder zu finden. Die Ernüchterung, jedes mal, wenn sie kein Haus, keine Straße und keine Person wiedererkannte. Die Befürchtung nie wieder nachhause zurück zu finden. Ihr kam jeder Moment wieder hoch, in dem sie selbst, absichtlich ihre Sorgen verdrängte, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten. „Ich konnte nicht zulassen das wir es jemanden erzählen“, schluchzte sie und Eragon strich ihr betroffen über den Rücken. „Ihr habt niemanden davon erzählt?“. „Doch, Brom wusste es. Mein Onkel Garrow auch“, antwortete Eragon für sie. „Sonst niemand?“. „Ich hatte Angst“, weinte Nele. Eragon sprach beruhigten auf sie ein. Oromis ergriff Neles Hände: „Du bist nun in Sicherheit. Hier wird dir niemand etwas tun, du brauchst keine Angst zu haben“. Nele schüttelte den Kopf, ihre Haar fiel ihr ins Gesicht, doch sie brachte kein Wort raus. „Du musst mir deine Geschichte erzählen Nele. Von Anfang an, was ist das erste woran du dich erinnern kannst? Wie hast du dich gefühlt? Warst du verletzt? Und wie es sich während euer Reise entwickelt hat“. Zitterten wischte sich Nele über die Wangen und nach einigen Atemzügen fand sie ihre Worte wieder. Erst kamen ihr die Worte nur schwer und stockend über die Lippen. Doch mit der Zeit verflog die Anspannung. Oromis lauschte ihrer Erzählung über den Buckel, in dem sie halb erfroren zu sich gekommen war. Von den unfassbaren Kopfschmerzen, welche sich so lange hinweg zogen. Eragon half ihr, ihre gemeinsame Reise zu reflektieren. Sie erzählten Oromis von ihrer erfundenen Geschichte, Nele sei die Tochter eines alten Freunden von Garrow, Eragons Onkel. Nele erzählte, von den Kampfübungen mit Brom, bei welchen sie von ihren Instinkten gepackt worden war. Von den Schnitzereien in Dras-Leona, welche aus Narda stammen. Von ihren Schwindelanfall und wie sie aus versehen eine Schnitzerei mit sich nahm, welche nachdem Überfall der Ra´zac verschwunden war. Wie die Kopfschmerzen wiederkamen, als sie mit Murtagh weiterzogen. Den Überfall der Hexer. Davon wie sie fest entschlossen war einen den Sklaven Händler um zubringen, er sich ihrer bemächtigen wollte. Wie nur Eragons Stimme sie wieder zu sich hat kommen lassen. Von der Wut die sie verspürte und von der Angst über sich selbst, nachdem die Wut abgeklungen war. Von ihren Entschluss in der Hadarac-Wüste, erst die Varden aufzusuchen und ihre Vergangenheit hinten anzustellen. Oromis schwieg und seine Augen studierten Nele während sie erzählte. Schlussendlich erzählte sie vom Schatten Durza, wie er sie erkannt hatte und seine Worte an sie. Niemand hatten sie von den Geschehnis mit Durza erzählt und Nele spürte den Horror und die Angst in ihren Körper. Es schlich sich ihren Rücken hinauf, bis in den Nacken. Seine lodernden gelben Augen flammten vor ihren Inneren Auge auf. „Er hat uns das angetan..“, flüsterte sie. Oromis nickte wissend, er wusste es sie Eragons Rücken und ihr Auge meinte. „Ihr müsst ihr mir glauben. Er sagte er kannte meine Mutter und er habe sie umgebracht...warum soll meine Mutter einen Schatten gekannt haben?“, fragte Nele erstickend. Sie erwartete keine Antwort, es schien keine Antwort auf ihre Fragen zu geben, zu minderst fühlte sie sich so. „Nachdem Arya den Isidar Mithrim sprengte und Eragon den Schatten niederstreckte, hörte ich dessen Stimme. Sie drängte sich durch den Nebel zu mir und ich hörte ihn sprechen, doch nicht mit mir. Ich war verletzt und orientierungslos, doch ich weiß das es Erinnerungen waren. Er kannte mich und das macht mir unbeschreiblich Angst. Wer bin? Woher komm ich? Darf ich überhaupt hier sein?“.

Nach einigen Minuten des Schweigens, räusperte Oromis sich. „ Ich danke dir für dein Vertrauen, es muss trotz eurer Freundschaft sehr schwer gewesen sein, solch eine Last mit sich zutragen. Brom Entschluss, diesen Umstand geheim zu halten, ist für mich mehr als nachvollziehbar. Es wäre zu gefährlich gewesen, wäre dies bekannt geworden. Dennoch befürchte ich, tat deinen Geist diese Last nicht gut. Du musstest Sorgen und Ängste verdrängen um euer überleben zu sicher. Dein Geist hat gelitten und leidet noch immer. Ich werde sehen, wie ich dir helfen kann. Jedoch befürchte ich, wird es nicht einfach. Ich kenne eine Elfe, welche sich seit Jahrzehnten mit dem Geist beschäftigt. Ich werde ihr von dir erzählen“. Du hast es geschafft meine Kleine! Das ist die Hilfe auf die wir gehofft haben. Man wird dir helfen. „Ist es den möglich meine Erinnerungen wiederzuholen?“. „Dazu müsste erst untersucht werden, wie diese Amnesie entstanden ist. Saera hat sich schon früh der Studie des Geistes verschrieben und hat schon Forschungen an Elfenkriegern durchgeführt, welche vom Schlachtfeld kamen. Ich werde ihr noch heute schreiben“. Fremde Leichtigkeit umhüllte Nele, da war sie, die Hilfe auf die so gehofft hatte. Endlich ein vager Lichtblick am dunklen Horizont, auch wenn es ihr befremdlich vorkam. Wie untersuchte diese Saera den Geist? Galten ihre Studien nur den Geistern der Elfen oder auch den der Menschen? Wo lag der Unterschied? „Ich danke dir für deinen Mut, Nele. Es war die richtige Entscheidung uns davon zu erzählen. Nun müssen wir aber fortfahren“, sagte Oromis bedacht. Eragon sah besorgt aus, doch Nele nickte. Sie war in Sicherheit, sie wurde verstanden und ihr wurde Hilfe angeboten. Noch nie waren die Gegebenheiten so ideal, also was machte es, noch etwas zu warten? „Hat man euch in Targang ein Geschenk gemacht? Ein Schmuckstück, Edelstein oder Münze?“, wollte Oromis wissen. „Ja“. Eragon griff unter seinen Wams und zog den kleinen Silberhammer hervor. „Gannel hat uns beiden so einen Anhänger geschenkt, der uns, Saphira und Stac vor der Traumsicht schützen soll. Woher wusstet ihr das?“. Eragon nahm die Kette vom Hals und reichte sie Oromis. Nele fischte ebenfalls ihren Silberhammer hervor, er war an Murtaghs Kette gebunden. Schwerfällig nahm sie die Kette ab und reichte die beiden Anhänger Oromis. Dieser Ignorierte den Amethysten. „Weil euch seit kurzem ein schützender Zauber umgibt“. Er murmelte einige Worte in der Alten Sprache und rollte die Hammer zwischen seinen Fingern. „Ich kann auf ihnen keinen anderen Zauber entdecken. Tragt sie immer bei euch! Sie sind wertvolle Geschenk“. Damit gab er ihnen die Ketten zurück. Mit zusammen gelegten Fingerspitzen betrachtete Oromis nun den Himmel über ihnen. „Warum denkt ihr, seid ihr hier?“. Eragon rutschte auf seinen Hocker herum. „Um unsere Ausbildung zu beenden?“. Oromis nickte, dann wandte er sich an Nele. Die sah verwirrt zu ihren Meister. Ihre Augen war durch die Tränen noch gerötet. „Das denke ich auch. Ich vermute wir werden mehr über Magie und übers Kämpfen lernen“. „Und was bringen euch diese Fertigkeiten, wenn ihr sie nicht richtig einsetzt? Galbatorix und Morzan sind abschreckende Beispiel dafür, was passiert, wenn man Macht ohne Moral besitzt. Meine wichtigste Aufgabe ist es, euch und euren Drachendamen die Prinzipien und Konsequenzen eures Handels aufzuzeigen. Ihr müsst mehr über euch selbst lernen, darüber wer ihr seid und was ihr bewirken könnten. Es ist unermesslich wichtig, zu begreifen, welches Chaos ihr erzeugen könnt, aber auch welchen Segen. Ihr müsst euer Potenzial kennenlernen, ebenso wie eure Grenzen“. „Wie soll ich mehr über mich lernen?“. „Dein Umstand erschwert mein Vorhaben. Wir haben ohnehin nicht viel Zeit“. Eragon wollte etwas sagen, doch verkrampfte sich Oromis und begann an fürchterlich zu husten. Der Elf krümmte sich, lief im Gesicht rot an und zitterte. Die Drachenreiter hatten kaum Zeit um zu reagieren, da beruhigte sich der Elf wieder. Er saß immer noch gekrümmt, sein Gesicht war plötzlich blass und eingefallen. „Geht es euch wieder besser?“, wagte Eragon zu fragen. Der Elf stieß einen kehligen Laut aus. „Ich bin krank, meine Gesundheit verlässt mich mit jeden erwachen. Wir Elfen denken wir wären unsterblich, doch es gibt Leiden, vor denen auch wir nicht geschützt sind. Habt aber keine Sorge, es ist nicht ansteckend, es lässt sich aber auch nicht mehr heilen. Meine Zeit ist knapp bemessen, so ist eure Ausbildung. Besonders wenn die Varden eure Hilfe brauchen. Wir werden schon heute mit eurer Ausbildung beginnen. Wir werden zielstrebig arbeiten müssen, denn ihr müsst in Wochen und Monaten das erlernen, wofür die früheren Drachenreiter Jahrzehnte Zeit hatten“. „Wird es mir möglich sein mit meiner..Verletzung?“, Eragon knirschte mit den Zähnen als er das Wort „Verletzung“ aussprach, er schämte sich. „Man ist nur ein Krüppel, wenn man sich auch so fühlt. Ich verstehe deine Sorge, doch du musst zuversichtlich sein. Ich und weitere heilkundige Elfen werden dich untersuchen und sehen ob wir dich heilen können. Doch bis dahin, musst du die Ausbildung so fortfahren, als währst du gesund. Das selbe gilt für dich Nele. Saera wird dich untersuchen, doch müssen wir uns spurten. So leid es mir tut, es beharrt mir nicht, euch absichtlich zu quälen“. Wusste Brom, das Ihr hier lebt, Meister?, wollte Saphira wissen. „Natürlich“, sagte Oromis, „er war mein Schüler in Ilirea. Ich bin froh, das ihr ihn anständig Beigesetzt habt. Er hatte ein schweres Leben und nur wenig Freunde“. „Kanntet ihr auch Morzan?“, fragte Eragon stirnrunzelnd. „Ja, er war vor Brom mein Schüler“. „Und Galbatorix?“, hauchte Nele. „Ich war einer der Ratsmitglieder, die es ihn verwerten einen neuen Drachen zu bekommen, nachdem sein erster getötet worden war. Aber nein, zu meinen Glück war ich nicht sein Lehrmeister, denn er hat sich geschworen, alle seine Lehrmeister eigenhändig umzubringen“. Eragon hielt sich zurück, er hätte gern noch mehr erfahren wollen, doch wollte er ihren Meister nicht mit Fragen löchern. „Nun lasst uns sehen, wie kräftig ihr seid. Steht auf“, bat Oromis sie. Auf Bitte des Elfen zog Eragon sein Hemd aus. Oromis ging langsam um ihn herum, bis er Eragons Rücken sah. „Wurde dir nicht angeboten, die Narbe zu entfernen? Du solltest sie nicht tragen müssen“. Eragon biss die Zähne zusammen: „Doch, aber sie ist nun ein Teil von mir“. Oromis betrachtete ihn ernst, dann nickte er und umkreiste ihn weiter. „Du führst dein Schwert mit beiden Händen“, stellte der Elf fest. „Aus einer Not heraus ja. Ich brach mir in Teirm das rechte Handgelenk und musste lernen mit links zu kämpfen“. „Gut. Das spart uns etwas Zeit. Recht muskulös bist du auch“. Dann wandte er sich an Nele. Diese zog sich auch das Hemd aus, sie trug darunter ein Kleidungsstück der Elfen, welches ihren Oberkörper verdeckte. So wie der Elf Eragon umrundete, lief er nun um Nele. „Deine Statur ist zwar kräftig, wenn auch nicht muskulös wie Eragon. Doch ich sehen dir an, das du mit dem Schwert kämpfst und das auch beidhändig?“. Nele regte ihr Kinn bevor sie antwortete. „Durch Eragons Unfalls, habe auch ich gelernt mit meiner schwächeren Seite zu kämpfe“. Nele erlaubte sich ein Schmunzeln und fügte hinzu: „sonst wäre er, bei unseren Übungskämpfen nicht gegen mich angekommen“. Eragon schnaubte grinsend . Oromis ging nicht auf ihre Bemerkung ein. „Die Körper der Elfen unterscheiden sich unter den Geschlechtern nicht groß, wie ihr schon bemerkt haben solltet. Bei euch Menschen jedoch, sind die Unterschiede gravierender. Ich behaupte nicht, nur weil du eine Menschenfrau ist, fällt dir einiges schwerer, doch darauf müssen wir achten. Eure Körper werden unterschiedlich auf die Ausbildung reagieren“. Die Drachenreiter nickten stumm, bis Oromis näher an Nele heran trat. Mit einen langen und ernsten Blick studierte er ihr verletztes Auge und die Blutergüsse. „Beeinträchtigt es deine Sehkraft?“. „Nicht mehr, nein. Doch es schmerzt“. „Du musst zuversichtlich bleiben, das Blut im Auge wird vergehen, wie die Blutergüsse und wenn es dich nicht beim sehen beeinträchtigt um so besser. Ihr könnt euch wieder anziehen, doch davor, verschränkt bitte eure Hände hinterm Rücken und hebt die Arme“. Die jungen Drachenreiter taten dies, doch konnten die Arme kaum anheben. „Nun beugt euch mit durchgestreckten Beinen nach vorne über. Versucht mit den Händen den Boden zu berühren“. Weder Nele noch Eragon berührten den Boden, sie richteten sich wieder auf. „Wenigstens kannst du dich strecken, Eragon. Das ist mehr als ich gehofft habe, sehr gut. An eurer Beweglichkeit werden wir aber sehr arbeiten müssen. Zieht euch wieder an“.
Oromis wandte sich an die Drachendamen, welche bist jetzt ruhig geblieben waren. „Ich muss sehen, wie beweglich ihr seid“. Er wies sie an, ihre geschmeidigen Körper in jegliche erdenkliche Richtung zu wenden und danach flogen sie unter seiner Anleitung komplizierte Flugmanöver. Bis auf wenige spezielle Manöver, gelangen den blauen Damen alles. Glaedr ergriff das Wort, als die beiden jungen Drachendamen wieder am Boden waren. Ihr habt ein hervorragendes Geschickt entwickelt. „Ihr seid außergewöhnliche Fliegerinnen, auch wenn man euch Vroengard großgezogen hätte. Ihr könnt sicherlich noch verbessern, aber ihr seid schon sehr weit“. Saphira klimperte mit den Lidern und rückte ihre Flügel zurecht. Stac legte den Kopf zwischen ihren Vorderbeinen ab. In der nächsten Stunde, frage Oromis Nele und Eragon in allen erdenklichen Bereichen ihren Wissensstand ab. Im Bereich der Pflanzen und Heilkunde, konnte Nele durch ihre vielen Stunden die sie mit Angela der Kräuterhexe verbracht hatte punkten. Eragon hingegen wusste mehr im Bereich der Holzverarbeitung und Feldkunde. Das bestellen von Felder, beherrschte Eragon vollständig, schließlich war dies sein Leben, bevor zum Reiter wurde. Oromis legte den Hauptteil seiner Fragen auf die Geschichte und die Alte Sprache aus, dort konnten Nele und Eragon gleich auf antworteten.

Am Nachmittag machten sie eine Pause und Oromis bat die Drachenreiter zu sich in die Hütte. Der Elf besaß nur das nötigste wie Lebensmittel, Waschzeug und Material für seine Studien. Über seinen Schreibtisch hing eine goldene Schwertscheide und dazu eine passende bronzefarbene Klinge. Auf der gegenüberliegenden Seite stand die Wand voll mit hohen Regalen, welche Bücher und Schriftrollen beherbergte. Nele betrachtete erstaunt ein riesiges Gemälde, welches eine brennende Stadt im Herbst zeigte. Sie trat näher heran, doch blieben die Striche klar und detailliert. „Wo liegt diese Stadt?“, fragte sie. Über Oromis feines Gesicht huschte ein Zucken. „Was ihr dort seht, war eins die Stadt Ilirea. Sie brannte im Drachenkrieg nieder. Später wurde sie die Hauptstadt des Königreichs Broddring und heute kennt ihr sie als Uru´bean. Ich erschuf dieses Frairith, dieses Wunschbild, in der Nacht, in der ich meine Heimat verlor und floh“. „Ihr habt es gemalt?“, staunte Eragon. „Ich habe es erschaffen, ja aber nicht gemalt. Ein Wunschbild ist eine Vorstellung, die man mittels Magie auf eine polierte, mit Farbpigmenten bearbeitete Holztafel projiziert. Die Landschaft im Gemälde, entspricht genau dem was ich zu Letzt von meiner Heimat sah“. Eragon fragte nachdem Königreich Broddring, was Oromis sehr verwunderte. „Das du als Bauernjunge ohne Kenntnis über dein Erbe aufgewachsen bist, verstehe ich ja. Jedoch kann ich nicht glauben, dass Brom ein so nachlässiger Lehrmeister war und euch es euch gelehrt hat. Jedes Kind der Varden und Zwerge könnte diese Frage beantworten“. „Brom war mehr damit beschäftigt uns am Leben zu erhalten. Er konnte uns nicht alles beibringen!“, gab Eragon verteidigend zurück. Oromis verstummte: „Natürlich, verzeih mir. Ich bin leider so ungeduldig, ich wollte Brom nicht infrage stellen“. Er griff in einen verstecken Vorratsschrank, holte Brot und Schlüsseln mit Früchten heraus und stellte sie auf den Tisch. Bevor er anfing zu essen, hielt er einen Moment inne. Nele und Eragon saßen ihn am Tisch gegenüber und warteten neugierig auf seine Worte. Oromis erklärte ihnen, wie das Königreich Broddring vor dem Untergang der Drachenreiter, das Reich der Menschen war. Wie nachdem Galbatorix Vrael tötete, dieser mit seinen Abtrünnigen nach Ilirea zog, wo er König Angrenost stürzte und selbst den Thron bestieg. Seitdem bildete Broddring das Herzstück seiner Eroberungen. Während der Erzählung aß Nele ein paar Früchte und ein Laib Brot. Sie saßen noch lange am Tisch in der Hütte, womöglich länger als es Oromis geplant hatte, doch schien er nichts dagegen zu haben. Er machte seinen Schülern bewusst, wie wichtig es war im Leben Fragen zustellen und Nele erinnerte es Narí, der zu ihr auf dem Fluss das selbe sagte. Eragon bat Oromis darum, ihnen von damals zu erzählen. Woher kam Brom? Wie war Morzan? Der Elf lachte leise und bedacht, dann erzählte ihnen von Brom, der eins sein Schüler war. Brom war gerade erst zehn, als er die Ausbildung zum Drachenreiter begann. Er stammte aus einer Buchmalerfamilie aus Kuasta und seine Mutter hieß Nelda und sein Vater Holcomb. Morzan war vor Brom Oromis Schüler gewesen, er selbst betrachtete Morzan als seinen größten Misserfolg. Brom hingegen habe ihn verehrt. Morzan wusste davon und nutzte Brom Verehrung schamlos aus. Morzan war arrogant und grausam, doch bevor Oromis Brom von ihn trennen konnte, half Morzan Galbatorix dabei ein frisch geschlüpften Drachen namens Shruikan zu stehlen. Den Teil der Geschichte kannten Nele und Eragon bereits. Durch diese Tat, stürzten Galbatorix und Morzan die Drachenreiter ins Unglück. „Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, welche Wirkung Morzans Verrat an den Drachenreitern auf Brom hatte. Als Galbatorix sich der Welt zeigte und die Abtrünnigen Brom Drachen töteten, richtete dieser all seinen Zorn gegen Morzan“, Oromis hielt traurig inne. „Verliert ein Reiter seinen Drachen, sind der Schmerz und die Trauer allein schlimm genug. Doch am meisten schaden hinterlässt das Gefühl, dass ein Teil des eigenen Geistes, des eigenen Selbst, gestorben ist. Brom verfiel für eine Weile dem Wahnsinn. Nachdem ich meiner Gefangenschaft entkommen war, wollte ich ihn zu mir nach Ellesméra holen. Zu seinen eigenen Schutz, doch er protestierte. Das entstandene Durcheinander war unbeschreiblich. Galbatorix festigte seine Macht, die Zwerge zogen sich in die Berge zurück, Menschen im Südwesten rebellierten und gründeten nach einen blutigen Krieg Surda. Wir Elfen verloren König Evandar in der Schlacht um Ilirea. Brom nutzte die Umstände und gründete mit anderen Heimatlosen und befreiten Gefangenen die Varden, von denen er in den ersten Jahren selbst der Anführer war. Dann überließ er die Position einen anderen, um seine eigene Rache zu planen. Bei seinen Rachefeldzug brachte er drei der Abtrünnigen, darunter auch Morzan um Insgesamt war er noch mitverantwortlich für den Tod von fünf weiteren Verrätern. Leider hatte Brom nur wenig glückliche Zeiten, aber er ein hervorragender Drachenreiter und es macht mich stolz ihn gekannt zu haben“. Nele und Eragon taten sich schwer, all das über Brom in Einklang mit dem Menschen zu bringen, mit dem sie gereist waren. Brom war einst für Eragon nur ein Geschichtenerzähler, für Nele ein Fremder gewesen. Dann lernten sie ihn als Krieger und Magier kennen, schließlich offenbarte er ihnen noch, selbst ein Drachenreiter gewesen zu sein. Auch wenn Eragon glaube, Brom zu kennen, kannte er ihn nicht. Es kommt mir vor, als hätten wir Brom wirklich nicht gekannt.., dachte er traurig. Wir erfahren immer mehr über ihn. „Brom war ein guter Mensch, wir und viele andere verdanken ihn unser Leben“, gab Nele zurück. Eragon stimmte ihr nickend zu und verspeiste noch einige Beeren, bevor Oromis die Mahlzeit für beendend erklärte. Gemeinsam wuschen sie ihre Teller mit Sand ab und verstauten alles wieder an ihren Platz. Dann gingen sie und Oromis wieder nach draußen. Wir haben für euch einen Lehrplan angefertigt, verkündigte Glaedr. „Der Unterricht beginnt morgen früh, eine Stunde nach Sonnenaufgang. Kommt dann wieder hierher“, fügte der Elf hinzu. Bevor er die jungen Drachenreiter entließ, sagte er noch: „Bringt uns morgen bitte die Sattel mit, welche Brom für euch angefertigt hat“. Bis dahin könnt ihr eure Zeit verbringen, wie es euch beliebt. Ellesméra hält unzählige Geheimnisse für Besucher mit wachsamen Augen bereit. „Wie ihr wünscht“, erwiderte Nele und verbeugte sich zusammen mit Eragon. „Bevor wir gehen, möchte ich mich für Euer Verständnis und die Hilfe bedanken, die Ihr mir gewährt“, sprach Nele zögerlich, „ich verspreche, mich der Herausforderung meiner Amnesie zu stellen“. „Auch ich möchte Euch danken Meister, hättet ihr mir in Tronjheim nicht beigestanden, nachdem ich Durza besiegt hatte, hätte ich sicher nicht überlebt. Ich stehe in Eurer Schuld“. Oromis neigte annehmend den Kopf und sah den jungen Reitern dabei zu, wie sie auf ihre Drachendamen stiegen und davon flogen.

„Zweifelst du an ihrer Amnesie, mein alter Freund?“, wollte Oromis wissen. Er spürte die Vibrationen, welche durch Glaedrs riesigen Körper wallte. Nein, doch ich denke an die Folgen oder viel mehr an die Ursachen ihres Leidens. Mich beunruhigt ihre Begegnung mit den Schatten und der Nebel von dem sie spricht. „Saera wird sich ihrer annehmen“. Welches Schicksal muss auf ihnen ruhen, das ein Zwillingsei bei zwei Fremden schlüpft, die sich zufällig trafen? Außerdem verspürt sie Angst, über sich selbst. Was wenn sie mächtiger ist, als wir ahnen und sie es nicht kontrollieren kann? „Nenn es Schicksal, Zufall, Vorsehung oder höhere Macht! Es wird seine Gründe haben, warum Saphira und Stac sich für ihre Reiter entschieden haben, auch wenn sie es selbst nicht wissen. Es liegt nicht an uns die Beweggründe der Urväter infrage zustellen. Ihre Angst betreffend..wir müssen sie ihr nehmen und Macht Glaedr ist nur gefährlich ohne Moral. Ich habe Nele und Eragon bereits die Wichtigkeit der Moral erklärt. Wir werden ihnen lehren, sich an Prinzipien und Moral zu halten. Auf ihnen liegt solch eine schwere Last und es darf nie wieder Misserfolge wie Morzan und Galbatorix geben“.


Murtagh starrte an die Gewölbedecke über ihn, sie war mit Kacheln bedeckt. Das Licht der Fackeln war gerade stark genug um die Form der Zelle zu enthüllen. Seine Kehle war trocken. Mit seinen Handflächen betastete er die Fläche, auf der er lag, sie war kalt, glatt, hart und unangenehm. Er spürte die Kälte durch sein dünnes Hemd und seiner Hose, dass einzige was er trug. Wo bin ich? Die Erinnerung an die Zwillinge und an das was sie ihn angetan hatten kehrten mit einen Schlag zurück. Wie konnte er ihre Gräueltaten vergessen? Ruckartig versuchte er sich aufzurichten um aus dem Alptraum der Erinnerung zu fliehen, doch er konnte sich nicht bewegen. Handgelenke und Knöchel steckten in gepolsterten Fesseln und ein dicker Ledergurt hielt seinen Kopf fest auf die Steinplatte gepresst, was ihn daran hinderte seinen Kopf zu heben oder zu drehen. Obwohl er wusste das es reine Kraft Verschwendung war, kämpfte er gegen die Fesseln an aber wie befürchtet waren sie einfach zu stark. So blieb Murtagh nichts anders übrig als wieder zur Decke empor zu starren und zu versuchen Muskeln und Atmung zu entspannen. Sein Herzschlag dröhnte ihn in den Ohren und Hitze stieg ihn in auf. Er wusste was mit ihn geschehen würde, schon die Zwillinge hatten ihn in den letzten Wochen bestialische Dinge angetan. Dinge die er aus seinen Gedächtnis verbannen wollte aber nicht konnte, weil ihn sein ganzer Körper für immer daran erinnern würde. Wunden, welche noch nicht verheilt waren und für seinen neuen Peiniger ein brauchbares Mittel sein könnten um ihn zu quälen. Die Zwillinge waren verlogene Verräter, Untergebene von Galbatorix und vor vielen Jahren bei den Varden eingeschleust um den Widerstand aus zu spionieren. Murtagh versank in Verzweiflung und Selbstmitleid. Bei den Varden wusste niemand von ihrer hinterhältigen Verrat. Wegen ihnen starben mutige Krieger in der Schlacht um Farthen Dur. Der Hinterhalt in den Ajihad umkam, war ihr Werk und das nur um ihn entführten. Murtagh war sich sicher, dass die Zwillinge Eragon absichtlich nach Tronjheim hinein geschickt hatten. Sie dienten den Schatten Durza. Nur durch sie, haben Nele und Eragon ihre schweren Verletzungen erlitten. Wut brannte in seinen Adern, denn er konnte nichts ausrichten. Er konnte niemanden warnen, nicht die Varden oder seine Freunde. Der brennende Zorn verdrängte für einen Augenblick seine körperlichen Schmerzen, die ihn seit der ersten Peinigung der Zwillinge quälten. Er musste ihn Uru'baen sein, es war der einzige Ort von dem er für immer verschwinden wollte. Ein Stechen durchzuckte qualvoll seine Seite, zog sich gefährlich nahe zu seinen Herzen. Wenn ihn das Schicksal wohlgesonnen war, würde an Herzversagen sterben, doch wusste er würde es nicht so enden. Nicht wenn der König sein Peiniger war. Galbatorix..., Murtagh schloss seine Augen, er hatte gehofft ihn nie wieder zusehen. Wie sollte er gegen das Böse selbst stand halten? Galbatorix war bekannt für seine Gräueltaten, sein Vergnügen an der Folter und seinen..Methoden. Wieder verlor sich Murtagh in Verzweiflung. Für ihn eins der schlimmsten Wahrheiten war, dass er nichts von den, was er sich vorgenommen hat erreicht hatte. Natürlich er hatte es geschafft Tag für Tag zu überleben aber das, so befürchte er wird auch nicht mehr von Dauer sein. Nie würde er Galbatorix entgegenwirken können. „Ich habe versagt.." flüsterte er leise für sich und sah die wenigen Gesichter der Menschen die sein Leben bereichert hatten. Das verschwommene Gesicht seiner verstorben Mutter, an die er sich kaum erinnern kann. Das freundliche aber strenge Gesicht von seinen Lehrer und Freund Tornac, Eragon und Nele, für die er empfand, was er noch nie empfunden hatte. Dann riss er sich zusammen und schob seine Verzweiflung weit fort, denn sie konnte er nicht gebrauchen. Er musste sich nun voll und ganz auf seine Selbstbeherrschung konzentrieren. Das einzige über was er Kontrolle besitzt ist sein Geist und sein freier Wille. Die Zwillinge hatten schon mehrere male verzweifelt versucht in seinen Geist einzudringen, doch er hatte es immer geschafft ihnen nicht nach zugeben. Aber dieses mal wird es schwieriger werden. Murtaghs Augen wurden wurde leer und abermals streifte sein Blick durch die gekachelten Zelle. Sein Zeitgefühl existierte kaum noch, es gab keine Fenster und die einzige Lichtquelle waren die Fackeln. Es konnte mitten am Tag oder tief in der Nacht sein, Murtagh wusste es nicht. Einzig und allein wusste er, dass die Reise der Zwillingen, begleitet von einigen Urgals und ihn als Gefangen mehrere Wochen gedauert hat. Murtagh bemühte sich trotz seiner Kopfschmerzen zu rechnen, Eragon und Nele müssten bei den Varden aufgebrochen sein und womöglich schon bei den Elfen eingetroffen sein um ihre Ausbildung zu beenden. Er ermahnte sich selbst, denn er wusste nicht wo die Hauptstadt der Elfen im Du Weldenvarden war. Er konnte es nicht verraten, selbst wenn es wollen sollte. Die Aussicht auf die bevorstehenden Qualen und Schmerzen drehten ihn den Magen um. Allein die Gedanken waren grausam, noch grausamer wurde es allerdings als niemand zu ihn kam. Murtagh vermutete, dass er mehrere Stunden wach gewesen sein musste, dennoch kam niemand zu ihn. Keine Wache, niemand der ihn Wasser oder Brot brachte und Galbatorix schon gar nicht. Murtagh wurde müde, zu erst kämpfte er dagegen an, denn er wollte nicht einschlafen. Jedoch ließ er den Schlaf doch über sich kommen, denn er musste zu Kräften kommen. Welche Grausamkeiten sich Galbatorix auch für ihn ausgedachte hatte, er würde sie überleben oder dabei sterben. Aber er würde sie nicht verraten und er würde Galbatorix keine Treue schwören.

Das Geräusch der Eisentür ließ Murtagh abrupt erwachen und er versuchte erschrocken seine Augen zu öffnen. Ein Mann mit einen Kupferbecken in den Händen lief an ihn vorbei und stelle es einige Schritte entfernt auf den Boden. Er verschwand wieder aus Murtaghs Blickfeld und kam mit Holzkohle und drei langen Eisenstäben wieder. Die Holzkohle schüttete er in das Kupferbecken, dann steckte er die Eisenstäbe hinein und entfachte ein Feuer. Dann verließ er den Raum wieder und Murtagh konnte nicht anders als die glühende Kohle zu betrachten. Ein rostfarbener Schimmer kroch den Eisenstäbe hinauf, die aus den Kohlenberg ragten. Unwillkürlich verkrampften sich Murtaghs Muskeln, keinen Finger konnte er rühren. Wieder hallten schwere Schritte durch den Flur, die vor der Tür halt machen. Dann betraten zwei Personen die Zelle. „Willkommen zurück in Uru'baen, Murtagh Sohn von Morzan", sprach ein breitschultriger Mann mit tiefer stimme. Murtagh erkannte die Stimme des Königs sofort, viel zu gut hatte sich die Stimme in sein Gedächtnis gebrannt. Die Stimme, welche ihn damals eine wunderbare Welt versprochen hatte. Eine Welt bewohnt von Künstlern, Gelehrten und Drachenreitern. „Es ist mir eine ungemeine Freude dich wieder zu sehen", sprach der König feierlich. Der zweite Mann stand zum Feuer gedreht, Murtagh konnte sein Gesicht nicht sehen und fachte die Glut des Feuers erneut an. „Du hättest nicht fort laufen sollen Murtagh, dessen bist du dir bewusst oder?", fragte der König im spöttischen Tonfall ohne eine Antwort zu erwarten. „Ich werde dir etwas über diesen Ort erzählen: Vor einigen Jahrhunderten, als die Elfen zum ersten mal einen Fuß in dieses Land setzten, fanden sie eine Spalte tief verborgen in einer Steilwand. Sie schätzen diese Steilwand als natürlichen Schutz vor den Drachen- mit den sie damals noch verfeinert waren. Aber eines Tages bemerkten sie durch Zufall wie aus der Spalte Dünste aufstiegen. Wenn man umgeben von diesen Dünsten schlief konnte es gut sein, dass er oder sie einen verschwommenen Blick auf künftige Ereignisse bekommen konnte. So bauten die Elfen diesen Raum über die Spalte und es lebte hier eine Seherin. Sie lebte selbst noch hier als die restlichen Elfen Ilirea- so hieß diese Stadt früher aufgegeben hatten. So träumte sie von Ereignissen die vielleicht sein würden. Mit der Zeit verlor die Luft ihre Kraft und die Seherin verließ diesen Ort. Kein weiß wo sie hinging oder wer sie war, für alle war sie nur die Wahrsagerin. Während ihres Aufenthalt in dieser Raum hat man ihn nach ihr benannt, die Halle der Wahrsagerin und nun Murtagh übernimmst du ihre Rolle und sprichst die Wahrheit", Galbatorix breiten seine Arme aus. „Dies ist ein Ort um die Wahrheit auszusprechen..und zu hören. Ich dulde keine Lügen selbst die kleinste Unwahrheit nicht. Auch ich werde der Wahrheit huldigen. Viele hatten Mühe die Rolle zu akzeptieren, taten es aber letztlich doch. Bei dir wird das nicht anders sein. Wenn du das Blut deines Vaters durch deine Adern fließt, wirst du mir gehorchen, schließlich war Morzan nicht nur treuster Untergebener, er war mein Freund. Ich werde dir auf dieser Reise der Wahrheit bestehen, denn habe ich dich nicht damals bei mir aufgenommen und für deine Erziehung gesorgt? Es schmerzt mir, dir weh tun zu müssen". Mit zusammengebissen Zähnen entgegnete Murtagh: „Ich werde Euch nichts erzählen!". „Wir werden sehen Murtagh Sohn von Morzan! Fangen wir an", befahl Galbatorix mit lauter Stimme. Der unbekannte Mann der am Feuer stand zog einen der glühenden Eisenstab aus den Kohlen und näherte sich Murtagh. „Schwöre mir die Treue und werde der Berater und Anführer meiner Streitmächte, wie es geplant war", befahl der König mit tiefer Stimme. „Nein", entgegnete Murtagh zum zerreißen gespannt und sofort ohne Warnung senkte sich die glühende Spitze des Eisen auf die nackte Haut seines Schlüsselbein. Es sprangen wilde Funken umher, als es die Haut verbrannte. Man hatte ihn zuvor nichts gegeben, worauf er hätte beißen können, daher blieb ihn keine Wahl, er musste schreien.
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