Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
57
191.316
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29.12.2019 4.063
 
Teil 48 Ellesméra

*Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch  ins neue jahr 2020. Ich muss mich einfach dafür bedanken, dass ihr meine FF hier lest. Vielen Dank! - saphirblau23*

„Oh, ich habe dir Unrecht getan“, wiederholte Islanzadi doch Arya schwieg. Arya ist eine Prinzessin?, Eragon war schockiert, den dies bedeutete nur eine weitere Schranke zwischen ihm und der Elfe, es überkam ihn auch ein ungutes Gefühl. Sein Mund fühlte sich an, wie mit Asche gefühlt. Die Kräuterhexe Angelas hatte ihn vorhergesagt, dass er sich in eine Frau adliger Herkunft verlieben würde und das sie nicht sehen könne, ob dies ein gutes oder schlechtes Ende nehmen wird. Nele war ebenso überrascht wie er, dass Arya ihr nicht alles erzählt hatte, hatte sie geahnt. Wir sind mit einer Angehörigen des Königshauses gereist!, meinte Saphira überrascht dann amüsiert. Warum hat sie das geheim gehalten? Es wäre sicher zu gefährlich, gewesen wenn sie es jemanden erzählt hätte. „Ich habe seit deiner Abreise kaum gegessen oder geschlafen. Ich hatte Angst, dich nie wieder zu sehen. Es war ein schrecklicher Fehler dich aus meinen Haus zu verbannen. Kannst du mir verzeihen?“. Die Elfen rauten gespannt auf und regten sich. „Ich habe gelebt, gelitten und getötet ohne ein Wort von dir zu hören. Siebzig Jahre sind eine lange Zeit, selbst für uns Elfen“, entgegnete Arya kühl. „Die Vergangenheit kann ich nicht ungeschehen machen, doch ich kann beeinflussen was die Zukunft für uns bereit hält. Wenn du dich nicht gegen mich entscheidest, möchte ich mit dir versöhnen“. Arya zögerte schrecklich lange, dass die Drachenreiter befürchteten sie würde das Versöhnungsangebot ihrer Mutter ausschlagen. „Ich möchte mich auch versöhnen, Mutter“. König Islanzadi nahm Arya in die Arme und die schwarzhaarige Elfe erwiderte diese Geste, sehr zum gefallen der anwesenden Elfen, welche breit lächelten. „Ich liebe dich Arya. Du bist die einzige Verwandte die ich noch habe“. Daraufhin löste sie sich von ihrer Tochter und wandte sich den Drachenreitern und ihren Drachendamen zu. „Bitte entschuldigt meine Unhöflichkeit! Es gehört sich nicht, so wichtige Gäste warten zu lassen“. Nele und Eragon legten die Fingerspitzen an ihre Lippen. „Atra Esterní ono thelduin“, sprachen sie nacheinander. Königin Islanzadi schien nicht mit der formellen Begrüßung der Drachenreiter gerecht zu haben, denn ihre Augen weiteten sich. „Un du Evarí ono varda“. Nele und Eragon schlossen die Begrüßung mit dem letzten und höflichsten Satz ab: „Mor´ranr lífa unin Hjarta onr“. Im Geiste konnte Nele hören, wie auch die Drachendamen die Königin begrüßten. „Wie heißt ihr?“, wollte diese wissen. Saphira. Stac. „Eragon Schattentöter“. „Nele Argetlam“. Den Elfen entfuhr ein Rauen. Auch die Königin wirkte überrascht. „Du trägst einen mächtigen Namen Eragon Schattentöter...Ich heiße euch in Ellesméra willkommen. Wir haben lange gewartet“. Außerdem grüßte sie Orik. Danach drehte sie sich um und nahm wieder auf ihren Thron platz. Der lange Stoff ihres Umhanges floss ihr wie von Geisterhand hinterher. „Du trägt Broms Ring am Finger Eragon Schattentöter, daraus schließe ich, dass Brom tot und eure Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist. Ich möchte gerne eure Geschichte hören und würde gern wissen wie Brom starb und wie ihr meiner Tochter begegnet seid. Danach möchte ich von dir Arya wissen, was du seitdem du den Du Weldenvarden verlassen hast, erlebt hast“. Während Saphira das Reden übernahm, holte Eragon aus seinen Wams die Schriftrolle, welche Nasuada ihnen mitgegeben hatte. Der Schilderung der Drachendame lauschend, nahm Islanzadi die Rolle entgegen und legte sie ruhig auf ihren Schoss. Nachdem die Drachenreiter ihre Reise zusammen gefasst vorgetragen hatten, öffnete Islanzadi die Schriftrolle und schaute bestürzt auf: „In meiner Trauer war ich töricht, ich hätte den Varden nicht die Schuld an Aryas vermeintlichen Tod geben dürfen. Nasuada und die Varden werden meine gewohnte Unterstützung erhalten und noch mehr, da ihr nun den Schatten und die Urgals besiegt habt“. Sie rollte die Schriftrolle zusammen und platzierte sich wieder auf ihren Schoß, die Hände über ihr verschränkt. „Was ihr berichtet beunruhigt mich, dass so viel in solch kurzer Zeit geschehen kann, ohne das ich davon erfahren..“. „Was ist mir unserer Ausbildung?“, fragte Eragon verstohlen und sah sich um. Könnte Togira Ikonoka, welcher ihn gerufen hatte, hier im Saal sitzen?
„Sie wird zeitnah beginnen, doch glaube ich wird sie angesichts deiner schweren Verletzung erschwert wenn nicht sogar unmöglich. Es tut mir leid, dass ich diese Worte aussprechen muss. Wenn du Eragon Schattentöter den Fluch des Schattens nicht überwinden kannst, bleibt dein Titel nur ein Symbol der Hoffnung“. Eragon wusste, dass die Königin ohne jeglichen Vorwurf sprach. „Zwerg Orik, es ist lange her, dass ein Vertreter deines Volkes in Ellesméra war. Nasuada beschrieb deine Aufgabe. Möchtest du den noch etwas hinzufügen?“, wandte sie sich zu den Zwerg um. „Ich überbringe Königs Hrothgar Grüße und seine Hoffnung das Ihr euch an den Packt zwischen Brom und den Elfen haltet“. „Wir halten alle unsere Versprechen, gleich in welcher Sprache. Ich erwidere König Hrothgars Grüße“. Dann schaute König Islanzadi zu Arya und ihr Blick verriet, dass sie dies schon die ganze Zeit über tun wollte. „Nun erzähl was dir widerfahren ist, Tochter“. Arya berichtete im monotonen Singsang von ihrer Gefangennahme und der anschließende Folter in Gil´ead. Die anwesenden Elfen lauschten stumm Aryas detaillierten Beschreibungen der Folter, die sie über sich ertragen hat lassen. Ihre gleichgültig wirkendes vortragen, machte Eragon wütend. Königin Islanzadi lief eine einzelne Träne über die Wange. Nach Aryas Bericht, erhob sich ein Elf und neigte den Kopf: „Ich kann nicht für alle sprechen, doch mein Herz blutet bei den Torturen die du hast über dich ergehen lassen müssen. Es ist unentschuldbares Verbrechen, für welches Galbatorix bestraft werden muss. Wir schulden dir tiefsten Dank, dafür das du nicht verraten hast, wo unsere Städte liegen. Nur wenige hätten den Schatten so lange stand gehalten wie du“. „Ich danke dir, Däthedr-Vor“. Nach einen Moment der Stille ergriff die Königin erneut das Wort. „Das reicht, der ungeheuerliche Schatten ist tot. Unsere Gäste sind sicher müde und hungrig. Ich möchte solch einen glücklichen Tag nicht weiter mit solch Abscheulichkeiten trüben. Meine Tochter ist zu mir zurück gekehrt, es haben sich Drachenreiter und Drachen erhoben und das muss gebührend gefeiert werden“. Sie erhob sich, groß und schön und klatschte in die Hände. Sekunden später segelten erst wenige dann mehrere Blütenblätter von der Decke auf ihre Köpfe hinab. Rote Rosen und lilafarbene Lilien, vermischten sich zu einen atmend beraubenden Schauspiel. Sie fielen wie dicke Schneeflocken und verströmten einen wunderbaren Duft.

Das Festmahl fand auf einen kleine Hügel statt, von den man am Abend die vielen golden Feuer in Ellesméra brennen sehen konnte. Narí reichte Nele und Eragon einen Kelch mit goldener Flüssigkeit, welcher im Hals brannte. Sie schmeckte nach einer Mischung aus Met und Wein. Der Elf erklärte ihnen das es Schnaps namens Faelnirv war, welcher aus zerstampften Holunderbeeren und destillierten Mondstrahlen gebraut wurde. Die Drachendamen schnüffelten neugierig am Schnaps. „Arya eine Prinzessin“, kam Orik grummelt zu ihnen gelaufen, „wenn ich das doch nur König Hrothgar und Nasuada berichten könnte. Es würde sie sicher interessieren“. Bevor die Drachenreiter etwas sagen konnten, nahm Königin Islanzadi auf ihren hochlehnigen Stuhl platz und klatschte abermals in die Hände. Es ertönte Musik und eine Elfe begann zu singen. Sie sang in der Alten Sprache und selbst wenn Nele und Eragon nicht alle Wörter kannten, verstanden sie die Inhalt des Liedes. Es handelte von einen durstigen Hirsch, der von einer frechen Elster beim trinken am Bach gestört wurde. Die beiden jungen Drachendamen standen im Mittelpunkt der Elfen. Nachdem die Ballade zu Ende gesungen war, kamen mehr Elfen auf den Hügel geeilt. Sie alle wollten die Neuankömmlinge begrüßen. Nele und Eragon führten jede Begrüßung pflichtgemäß durch. Stac und Saphira genossen die Aufmerksamkeit sichtlich und öffneten ihren Geist für alle Anwesenden, um sich mit ihnen unterhalten zu können. Nele empfand es als nicht störend, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Doch Eragon ertappte sich dabei, ein wenig Eifersucht zu empfinden. Diese verflog aber zügig, denn er versuchte das Fest zu genießen. Der Geruch von Speisen lag in der Luft und Elfen brachten große Tablettes und Gefäße mit Köstlichkeiten herbei. Abgesehen von warmen Brotlaibern und Honigkuchen, bestanden die Speisen aus Früchten, Gemüse und Beeren. Fleisch gab es in keiner Art und Weise, wie Fisch noch Geflügel. Im ganzen Königreich galt Fleisch als Symbol für Reichtum, denn nur wer sich es leisten konnte, verzehrte Fleisch. Der Adel aß es zu jeder Mahlzeit. Dennoch verzichteten die Elfen vollständig darauf. Für sie gelten nicht die gesellschaftlichen Regeln der Menschen. Im Gegensatz zu den Menschen, fanden die Elfen einen Weg mit ihre Umgebung im Einklang zu leben, ohne sie zu zerstören. Mit beeindruckender Geschwindigkeit nahmen die Elfen an der Tafel platz. Während sie aßen, löste sich die Stimmung und um Nele und Eragon herum wurde es angenehmer. Die Speisen schmeckten köstlich, auch ohne Fleisch. Im Hintergrund ertönten die sanften Töne einer Harfe. Narí bewegte sich leichtfüßig mit der Musik auf Nele zu, mit seinen beiden Händen hielt er einen Krug. „Nele Airahen! Noch einen Schluck Faelnirv?“, wollte er lächelt wissen und Nele erstarrte innerlich. Königin Islanzadi hatte ihre Verwundung im Gegensatz zu der von Eragon nicht angesprochen. Nun schaute die Königin interessiert zu ihr. Nele gab nach und hob dankend den Krug, damit Narí ihr nach füllen konnte. „Nasuada schrieb von deine Verletzung, Nele Airahen. Welch trefflicher Name“. „Es ist nicht der Rede wert“, versuchte Nele sich aus der Situation zu ziehen. „Es ist ein Verbrechen solch ein Gesicht so zu zurichten. Wir können nur dankbar sein, das du nicht dein Augenlicht verloren hast“, sprach Königin Islanzadi weiter. „Das bin ich“, pflichte Nele ihr bei, „das bin ich.. Der Schatten ist dank Eragon besiegt, auch wenn er dafür einen hohen Preis zahlen musste. Wir leben der Schatten nicht“. Unterm Tisch ergriff Eragon ihre zittrige Hand und drückte sie leicht. „Ihr beide musstet auf euer Reise nach Ellesméra schon viel zu viel zahlen, leider befürchte ich in Zukunft wird euch noch mehr abverlangt“.
Das ist der Preis den du zahlst“, blitze Durzas Stimme in Neles Geist auf, angsterfüllt krampfte sie Eragons Hand. „Du warst tot, doch ein weiteres mal entkommst du mir nicht“. Durzas hasserfüllte gelbe Augen loderten vor Neles inneren Auge. Sie sah seine blutbeschmierte Schwertspitze, welche er ihr unters Kien gehalten hatte. Sie spürte Eragons warmes Blut, welches ihren Hals hinunter floss. Nele begann unkontrolliert zu atmen. Stac umhüllte schützend Neles leidenden Geist. Hab keine Angst, so bald wir Osthato Chetowä, den trauernden Weisen und Togira Ikonoka, den unversehrten Krüppel gefunden haben, werden sie dir helfen. Sie müssen dir helfen...euch beiden. Nele löste sich von Eragons Hand und stimmte ihrer Drachendame zu. Sie hoffte sehr bald auf die beiden zu treffen, welche Eragon in seiner Vision gesehen und gesprochen hat. Sie haben ihre Hilfe angeboten und sie beide brauchten sie. Denn langsam wurde ihr Geheimnis immer unerträglicher und sie musst heraus finden, wer sie war, bevor sie zur Drachenreiterin ausgewählt worden war. Warum musste ihre Mutter sterben und warum sollte sie tot sein? Fragen auf die sie keine Antworten kannte.
Arya hatte bis jetzt kaum gesprochen, sie erwiderte Eragons Blick, der immer noch über ihre wahre Identität verwundert war. „Niemand außerhalb des Du Weldenvarden weiß es. Nur Brom, aber er hat mich hier kennen gelernt, er hat es auf meine Bitte hin geheim gehalten“, erklärte die schöne Elfe. „Hätte es dir aber nicht geholfen es zu sagen?“, fragte Eragon. „Nein wieso? Für meine Aufgabe als Botschafterin zwischen Elfen und Varden, war meine Herkunft nicht von Wichtigkeit. Außerdem wollte ich es nicht erzählen, ich wäre nur auf Grund meines Standes besser behandelt worden, nicht wegen meiner Taten. Ein guter Ruf, kann genau so behindern wie ein schlechter“, beendete sie ihre Erklärung und lugte dabei zu Nele, die immer noch schwer atmete. „Trotzdem hättest du es uns verraten können“, meinte Eragon trotzig. Aryas Augen verfinsterten sich. „Ich muss dir gar nichts sagen. Meine Gedanken gehören mir Eragon und ich entscheide ob und wem ich mich mit mitteile“. Die Elfe wandte sich ihren Teller zu und aß weiter. Eragons Gesicht kühlte knallrot und Nele griff mit geweiteten Augen nach ihren Kelch mit Faelnirv und trank einen großen Schluck. Arys Ansage musste sie nichts hinzufügen, befand sie. Eragons Gefühle für die Elfe brachten ihn dazu in Fettnäpfchen zu treten. Aryas Worte waren unmissverständlich, warum sollte sie eine Elfe, älter als sein Großvater und dessen Vater, warum sollte sie sich einen jungen Menschen anvertrauen. Das Festmahl dauerte noch an, der weiße Rabe von Königin Islanzadi krächzte einige Verse und erheiterte damit die Anwesenden. Doch dann erhob sich Königin Islanzadi und verkündigte: „Ich bin müde und kehre nun in meine Gemächer zurück. Folgt mir Drachenreiter und Drachen, dann zeige ich euch wo ihr schlafen könnt“. Sie deutete Arya an ebenfalls mit zukommen, dann verließ sie die Tafel, Arya folgte ihr. Nele, Eragon und ihre Drachendamen liefen ihnen hinter her.

Sie folgten der Königin auf kunstvollen kleinen Wegen, bis diese vor hohen Bäumen stehen blieb. Um die riesigen Baumstämme schlängelte sich eine Wendeltreppe, bis hoch hinauf zu einen kugelförmigen Baumhaus, welches versteckt zwischen den Ästen lag. „Hier hat der Anführer der Drachenreiter zu seiner Zeit verweilt, wenn er in Ellesméra war. Zur Zeiten der Drachenreiter wurden mehre solcher Baumhäuser gesungen, deshalb kann jeder von euch in ein eigenes ziehen. Für Saphira und Stac ist dort oben ebenfalls Platz. Ihr müsstet nur hinauf fliegen, da die Treppen nicht für Drachen gedacht sind“. Sie deutete zu am nächsten stehenden Baum. „Das sind deine Gemächer Nele Airahen Argetlam“. Bevor sich Nele und Eragon bedanken konnten, liefen die Königin und Arya weiter. Arya sah ihnen über die Schulter zurück, dann verschwanden die Elfen in der Dunkelheit. Kommt! Sehen wir uns unsere Unterkunft an. Saphira stieß sich vom Boden ab und flog kreisend um die Baum in die Höhe. Eragon winkte Nele zu, die erst noch zu den Baum laufen musste, in den ihr Baumhaus war. Die Bäume standen weit auseinander, damit sich die Baumkronen nicht berührten. Ich bin gespannt wie es dort oben aussieht, meinte Stac freudig und stieß ich in die Luft. Hey, warte nimm mich mit!, rief Nele ihrer Drachendame hinterher doch diese verneinte nur amüsiert. Die Treppen waren nicht für Menschen gemacht, erkannte Nele, während sie mühselig die ersten Stufen erklomm. Die Abstände waren höher, da Elfen größer als Menschen waren. Dazu kam, dass die Stufen steiler gingen, als gewöhnliche Treppen. Nach kurzer Zeit brannten Nele die Waden und Oberschenkel. Schwer atmend sah sie zu Eragon hinüber, der genau so mit den Aufstieg kämpfte wie sie. Sie hatte nicht mal die Hälfe der Wendeltreppe geschafft, als ihr ein Gedanke kam. Mit Galgenhumor im Sinn schickte Nele ihren Geist zu Eragon aus. Was machen wir wenn die Türen verschlossen sind? Als Antwort bekam sie ein genervtes schnauben. Ich gehe nicht nochmal runter um nach einen Schlüssel zu suchen ! Nele schnaubte zustimmend und während sie sich auf ihre Atmung konzentrierte, dachte sich wirklich darüber nach, was sie tun würde, sollte oben die Tür verschlossen sein. Die Wendeltreppe war weiter oben von Ästen und Blättern verdeckt, weshalb sie nicht mehr sehen konnte, wie weit Eragon mit seinen Aufstieg war. Oben angekommen, ließ sich die Falltür zu ihre Glück öffnen und mit letzter Kraft kletterte Nele ins Baumhaus. Entkräftet rollte sie sich auf den Rücken und ließ die Beine noch in der Luge baumeln. „Einmal und nie wieder“, hustete sie leise und hörte Stac leise kichern. Hast du dich schon umgeschaut?, hörte sie Eragon fragen. In der Decke sind schöne Muster, ließ sie ihn wissen und damit auch, dass sie noch auf den Rücken lag. Sie konnte förmlich sehen, wie Eragon sein Gesicht zu einer Grimasse verzog. Doch dann richtete sie sich auf und sah sich um. Nele griff nach einer der Laternen, die an der Wand hingen um besser sehen zu können. In der Mitte des Baumhauses stand eine Skulptur, sich ineinander verwirrende aber sich nicht berührende Äste, welche zwei Arme und deren Hände darstellten. Drei Schiebetüren führten aus den ersten Zimmer hinaus. Eine in ein schlichtes Speisezimmer, in dem ein langer Tisch mit zehn Stühlen stand. Die zweite führte in eine kleiner Kammer mit einer runden Ausbuchten im Boden, mit der Nele und auch Eragon nichts anzufangen wussten. Die letzte Schiebetür führte zu einen offenen Schlafzimmer. In der Außenwand klaffte eine Tränen förmige Öffnung, groß genug für einen hereinfliegenden Drachen. Es gab ein großes Bett, von welchen man den Himmel und den Mond beobachten konnte, wenn man auf den Rücken lag. Neben den Bett stand eine schlichte Kommode auf der einen Seite und auf der anderen ein Spiegeltisch mit Hocker. An der einen Wand stand ein Kamin aus grauen Holz der sich anfühlte wie Stahl, ein Stapel Feuerholz war daneben aufgetürmt. Außerdem gab es eine mit Decken bedecktes Podest im Schlafzimmer, auf dem es sich ein Drache bequem machen konnte. Stac kam herein geflogen und landete auf der Kante der Wandöffnung. Durch ihren Flugschlag, wog sich das Baum ein wenig hin und her. Mit leicht eingezogenen Kopf betrat die blaue Drachendame das Schlafzimmer und probierte gleich ihren Schlafplatz aus. Wie eine schläfrige Katz rollte sie sich zusammen und streckte ihre Hals aus. „Hier drüben!“, hörte Nele Eragon rufen und sie folgte der Stimme zum schmalen Balkon der eine atemberaubende Sicht auf den Du Weldenvarden frei gab. Nele lehnte sich etwas über die Brüstung und sah Eragon winken. Sie konnten sich über den Balkon aber auch durch die Öffnung für die Drachen sehen. Nele winkte grinsend zurück. Dann widmete sie sich der Aussicht, dabei bemerke sie wie hoch oben sie eigentlich waren. Vom Baumhaus aus, sah Ellesméra aus wie bunte Farbflecken im unendlichen grün. Auch realisierten die Drachenreiter wie groß die Hauptstadt Elfen war, sie erstreckte sich weit von Westen nach Osten. Mein Respekt für die Drachenreiter wächst immer mehr. Ich hätte nicht gedachte, dass sie so schlicht gewohnt haben sollen, sagte Eragon. Vielleicht liegt das in der Natur der Elfen, erwiderte Nele. Aus dem Schlafzimmer führte noch eine enge Wendeltreppe hinauf, welche Nele und Eragon bei ihren ersten Rundgang nicht aufgefallen war. Nele stieg sie vorsichtig hinauf und fand sich in einen Arbeitszimmer wieder. Auch das Zimmer besaß eine riesige Öffnung in der ein Drache hineinfliegen könnte, ein Schlafplatz für den Drachen, ein Schreibtisch mit Utensilien und ein kleines Bücherregal. Der Baum wankte ihn und her, als Stac sich mit ihren ganzen Gewicht hinauf hangelte. Sieht gemütlich aus aber wie soll man es hier warm halten, wenn überall Öffnungen sind? Ich weiß gar nicht, sagte Nele und untersuchte die Wand neben der Öffnung. Die Wände waren wie die Decke mit einen ungewöhnlichen Muster gemasert, als sie eine Einkerbung entdeckte. Nach leichten drücken, löste sich ein transparenter Stoffvorhang. Nele zog ihn quer über die Öffnung und fand einen Haken, in der sie den Stoff einhaken konnte. Augenblicklich wurde es spürbar wärmer und der Wind wehte leise gegen den Stoff. Dann löste sie den Stoff vom Haken und der Vorhang schnellte von selbst wieder zurück und rollte sich auf.
Unten im Schlafzimmer packte sie ihre Taschen aus. Dabei führten sie zu viert ein angeregtes Gespräch über die Elfen und ihre Geheimnisse. Nele lag ihre Arm-, Beinschienen zurecht. Oriks Helm und Kettenhemd kamen behutsam dazu. Und was ist mit Arya?, fragte Eragon. Was soll mit ihr sein?, fragte Nele zurück. Ihr wisst schon, ihre wahre Identität. Saphira lachte kehlig, Sie hat sich nicht verändert, du nimmst sie jetzt nur anders wahr. Ich stimme Saphira da zu Eragon. Sie ist immer noch die, die sie zuvor war, stärkte Nele die Drachendame. Es war späte Nacht, die Sterne funkelten hell am wolkenlosen Himmel und der Ruf der Eulen wehte durch Ellesméra. Es war friedvoll und still, Nele lag rücklings auf den breiten Bett und genoss die Aussicht in den Nachthimmel. Stac lag mit ausgestreckten Hals eingerollt auf ihren Platz. Trotz der Stille oder gerade deshalb konnte Nele nicht schlafen. Es war absurd, sie lag in einen Bett in der Hauptstadt der Elfen, ein Bett in den ein anderer Drachenreiter vor ihr gelegen hatte. Kurzer Hand schlich sie mit Decke unter Arm zu Stac, welche friedlich summend ihren Flügel anhob, damit Nele hinter kriechen konnte, um sich an ihren warmen Bauch zu kuscheln.

Am nächsten Morgen fanden Nele sowie Eragon ein Bündel Kleidung, Obst und Kümmelkuchen neben der Lücke die hinab zur Wendeltreppe führte. Während die beiden Drachendamen freudig den neuen Tag in der Luft begrüßten und wild umher flogen, lasen die Drachenreiter die handgeschrieben Zettel. Die Elfen baten die Drachendamen ihre Beute nicht mit in die Stadt zu bringen, damit Wasser und Luft nicht mit Blut befleckt würden. Die Kleidung komme von Niduen aus dem Hause Islanzadi. Eragon hatte große Schwierigkeiten die geschnörkelte Handschrift des Elfen zu entziffern. Auch Nele brauchte einige Anläufe um die Wort zusammen zufügen. Sie verputze einen kleinen Kümmelkuchen zum Frühstück und machte sich danach daran, die Kleidung zu bestaunen, die ihr geschenkt worden war. Zwei bräunlich Wämsen, milchfarbige Beinlinge, einen langen braunen Umhang mit großer Kapuze und drei paar Strümpfe. In Neles Bündel befanden sich noch ein Kamm und ein Fläschchen mit Rosenwasser und einen Tiegel Paste für ihre Narbe.Angelas Ringelblumenpaste war bereits aufgebraucht. Die Reiter freuten sich über die neue Kleidung, da ihre die sie von den Zwergen bekommen hatten, sehr unter ihrer Reise gelitten haben. Hemden und den kurzen roten Umhang von Ajihads Beisetzung, waren doch die einzigen Intakten Kleidungsstücke ihn ihren Besitz. Nele zählte ihre Lederhose auch noch dazu, sie war sich aber nicht sicher, ob sie die bei den Elfen tragen sollte. Sie beschloss, sie mit ihrer Rüstung in der Kommode zu verstauen. Nele zog sich voller Vorfreude um und legte die zerschlissenen Kleider ordentlich zusammen. Der frühe Morgenwind zog kühl durch das Baumhaus und so entschloss Nele sich dazu, den neuen Umhang zu tragen. Von Eragon hörte Nele, dass Orik zu ihn ins Baumhaus gekommen ist. Er brachte eine Nachricht von Königin Islanzadi, dass sie die Reiter und Drachendamen erwartete um ihnen etwas zu zeigen. Nele grinste, beim Gedanken daran, wie Orik die Wendeltreppe erklommen haben muss. Gespannt stieg Nele ihre Wendeltreppe hinab und winkte Orik, der mit Eragon ebenfalls den Abstieg angetreten war. Die Drachendamen sausten an ihnen vorbei. Am Fuße der Bäume erwarteten Königin Islanzadi und Arya sie. Nach der Begrüßung bat die Königin ihr zu folgen.
Sie rührte die Gruppe an den Rand Ellesméras, wo nur noch wenige Häuser standen. An einer Anhöhe blieb die Königin schließlich stehen. „Bevor wir auch nur einen Schritt weiter gehen, müsst ihr in der Alten Sprache schwören, dass ihr mit niemanden über das sprechen werdet was ihr gleich zu sehen bekommt. Nicht ohne meine Einverständnis, die meiner Tochter oder einen anderen Würdenträger der Elfen“. „Warum sollten wir das tun?“, frage Orik. Traut ihr uns nicht?, fragte Saphira. „Es ist keine Frage des Vertrauens, sondern eine der Sicherheit. Wir müssen das Wissen um jeden Preis beschützen. Es ist unser wichtigster Vorteil im Kampf gegen Galbatorix. Ein Schwur verhindert, dass ihr jemals jemanden willentlich von diesen Geheimnis erzählt. Du bist gekommen um die Ausbildung der Drachenreiter zu begleiten Orik-Vodhr. Wenn du dein Wort nicht geben möchtest, kannst du dich sofort auf den Weg zurück nach Farthen Dur machen“. Orik zögerte kurz doch dann erklärte er: „Ich denke nicht, dass die Elfen den Zwergen oder Menschen schaden wollen. Ich gehe davon aus, das ich Euer Wort haben, das dies keine List gegen die Zwerge ist. Was muss ich sagen?“. Arya sprach Orik die Worte, welche er aufsagen musste mehrere male vor. Wir haben keine andere Wahl, sagten die Drachendamen, Königin Islanzadi erlaubt keinen Spielraum. Als Orik den Schwur gesprochen hatte, wandte sich die die Königin erwartungsvoll ihnen zu. Eragon sprach den Schwur zu erst, dann Nele und zu Schluss die Drachendamen. „Ich danke euch. Ihr werdet mich verstehen, wenn ihr es seht. Nun kommt“, sprach sie und setzte den Weg fort. Vom höchsten Punkt der Anhöhe aus, sah man auf ein grünes Meer aus Bäumen. Die Felswand auf der sie standen fiel in die Tiefe und der Ausblick weckte das Gefühl, am Rand der Welt zu stehen. Eragon durch zog ein Schauer. „Ich kenne diesen Ort“, hauchte er. Nur Nele die neben ihn stand hörte ihn. „Hier war mir Togira ikonoka erschienen“. Nele griff nach seiner Schulter den Eragon schwankte und bevor sie antworten konnte, erschütterte die Luft. Eine Druckwelle drückte sich ihnen entgegen. Die Reiter und Orik hielten sich die Ohren zu, die Elfen standen regungslos da. Ein Windstoß drückte die Wiese und Blumen zu Boden. Über die den Vorsprung kam ein riesiger goldener Drache in Sicht, auf dessen Rücken ein Drachenreiter saß.
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