Eragon - Das Mädchen ohne Erinnerungen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Arya Brom Eragon Murtagh OC (Own Character) Saphira
07.07.2018
25.09.2020
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18.08.2019 4.585
 
Teil 44 Ein Schwur an Varden und Clan

Das unterirdische Theater füllte sich unaufhörlich mit Varden und Zwergen. Sie alle wollten bei der Verkündung des Ältesten Rates anwesend sein. Eragon sah sich nervös um, bis sein Blick Nele fand, die so eben mit Stac das Theater über den Haupteingang betrat. Varden und Zwerge um sie herum teilten sich, wie Wellen die dem Bug eines Schiffes wichen. Eragon konnte nicht einschätzen, ob die Menge ihr aus Respekt, Ehrfurcht oder Angst auswich. Er fand sie sah gespenstisch aus. Nele war blass, ihr Gesicht beinah so hell wie der Verband, der ihr linkes Auge verdeckte. Ihre Haare tanzten wellig um ihren Kopf und fielen ihr dunkler als sonst über die Schultern. Das Theater war hoch, deshalb wirkte Stac durch ihre aufrechte Haltung bedrohlicher, wie das unendliche blaue Meer, welches ein Schiff umgab. Eragon hob die Hand und Nele sah ihn. Ungehindert steuerte Nele auf die erste Reihe zu, in der er neben Orik, Arya, Nasuada, Hrothgar und den Ältesten Rat saß. Jörmundur stand bereits oben auf der Bühne, er trug wie die meisten Anwesenden die Kleidung von der Beisetzung. Stumm setzte sich Nele zu Eragon. Stac gesellte sich zu Saphira etwas seitlich von der Bühne. Es schwirrten Stimmen und Gespräche durch das Theater, sie alle sprachen über die erst zu Ende geführte Beisetzung ihres vorigen Anführers. Nele wischte sich die Tränen von den Wangen. Sie musste ihre Trauer nun wieder verbergen. Ein grausames Gefühl. Eragon blickte auch zu tiefst betrübt zu ihr und ergriff tröstet ihre Hand. Sie war nicht gespenstisch, beschloss Eragon in diesen Moment. Nur traurig, müde und verletzt. Dankbar nahm Nele seine Hand an und drücke die seine anerkennend. Langsam wurde es still im Theater und Jörmundur trat von der Seite der Bühne in die Mitte. „Volk der Varden. Wir haben uns an diesen Ort das letzte Mal vor fünfzehn Jahren versammelt, um nach Deynors Tod Ajihad zu unseren Anführer zu ernennen. Ajihad kämpfte stärker gegen Galbatorix und sein Imperium als jeder anderer. Er gewann zahlreiche Schlachten gegen überlegende Gegner und beinah wäre es ihn auch gelungen den Schatten Durza zu töten. Doch seine größte Tat für die Varden war es, die Drachenreiter Eragon und Nele und ihre Drachendamen Saphira und Stacy in Tronjheim willkommen zu heißen. Heute müssen wir einen neuen Anführer wählen, jemand dem womöglich noch größere Taten gelingen werden“. Es ertönten vereinzelte Stimmen die Eragon als Nachfolger vorschlugen. Nele spürte den Ruck der durch Eragons Hand zuckte, doch er versuchte nicht auf die Rufe zu reagieren. Jörmundur ließ die Stimmen gewähren, doch hob seine Hand. „Vielleicht eines Tages, aber nicht heute. Eragon Schattentöter und Nele Argetlam haben andere Aufgaben und Pflichten. Der Ältesten Rat hat lange nachgedacht. Wir brauchen jemanden der uns kennt, der mit uns gelebt und gelitten hat. Jemand der versteht wofür wir kämpfen. Jemanden der selbst nicht geflohen ist, obwohl es befohlen wurde“. Nele konnte die schleichende Erkenntnis unter den Anwesenden förmlich greifen. Der Name raute kaum hörbar durch die Reihen, bis Jörmundur ihn selbst laut aussprach: „Nasuada“. Er trat zur Seite und Nasuada trat gefolgt von Arya auf die Bühne. Nasuada trug ihr schwarzes Trauerkleid, doch die Schultern trug sie gespannt und die Brust aufrecht. Jörmundur deutete Arya an das Wort zu ergreifen. Die schwarz haarige Elfe trat vor und ließ ihren Blick über das wartende Publikum schweifen: „An diesen Tag ehren die Elfen Ahjiad. Als Repräsentantin der Elfen und im Namen der Königin Islanzadi billige ich Nasuadas Ernennung. Wir bringen ihr dieselbe Unterstützung und Freundschaft entgegen wie ihren Vater vor ihr. Mögen die Sterne über sie wachen“. Hrothgar trat ebenfalls auf die Bühne und verkündete knapp: „Auch ich begrüße Nasuadas Ernennung, ebenso die Clans“. Nele und Eragon waren nach ihn an der Reihe. „Im Namen von mir und Saphira befürworten wir Nasuadas Ernennung“, sagte Eragon laut und mit fester Stimme. Saphira brummte zustimmend. Nele war die letzte, sie wandte sich dem Publikum zu. In der Masse sah sie wie einige die Köpfte zusammen steckten. Entschlossen ob Nele den Kopf und spannte die Schultern. „Auch wir befürworten die Ernennung Nasuadas“. Hinter ihr brummte ihre Drachendame. Nachdem jeder sein Einverständnis gegeben hatte, nahmen die Mitglieder des Ältesten Rates neben ihnen Stellung. Nasuada trat vor und ging vor Jörmundur auf die Knie. Ihr pechschwarzes Kleid fiel in Wellen auf den Boden. „Aufgrund ihres Geburtsrecht und der damit zusammen gehenden rechtmäßigen Nachfolge, haben wir uns für Nasuada entschieden. Ebenso wegen den Verdiensten ihres Vaters und den Befürwortungen der soeben gehörten Rednern. Nun frage ich euch, Volk. Seid ihr mit unserer Wahl einverstanden?“. Als Antwort brauch das Publikum in tosenden Applaus aus. Es ertönte ein einstimmiges: „Ja!“. „Somit übertragen wir Kraft der dem Rat zugeschriebenen Befugnisse die Rechte und Pflichten Ahjiads seiner einzigen Erbin. Nasuada“. Er setze ihr einen Silberkranz auf den Kopf, hielt ihr seine Hand hin und half ihr auf. „Dies ist unsere neue Anführerin“, verkündigte er nun feierlich. Die Varden und Zwerge brauchen in tosenden Jubel aus. Minutenlang wurde das Theater von ohrenbetäubenden Jubel ertönt. Als sich der Jubel zulegen begann, wurden die Blicke der Rats Mitglieder ernster. „Es ist Zeit eurer Versprechen einzulösen“, befand die Frau mit Turmfrisur drängend. Niemand außer Nele und Eragon konnten sie hören, dafür war es noch zu laut. In ihre Augen brannten Verachtung. Wir werden den Lauf der Geschichte ändern, sagte Eragon nervös. Wir müssen es. Der Ältesten Rat darf Nasuada nicht ausnutzen, meinte Nele, doch in ihr löste der Anblick der Frau Gänsehaut aus. Sie sind falsch, wie die Zwillinge es waren, wiederholte Nele mahnend. Ihr schafft das, halfen die Drachendamen. Denkt nicht an den Fall, denkt an den Flug. Eragon trat mit gezogenen Schwert in die Mitte der Bühne zu Nasuada und Jörmundur. Er beugte sein Knie und hob Zar´roc auf der Handfläche über seinen Kopf. Nele beobachte Jörmundur und die Mitglieder des Rates. In ihren Augen loderte giftiges Überlegenheitsgefühl. Nasuada hingegen sah aus, als trug sie eine Maske, nicht einmal ihren Augen verrieten ihre Gedanken. Für einen Moment war es um Nele herum still, ihre und Eragons Entscheidung sollten die Zukunft beeinträchtigen und verändern. Eragon ob den Kopf und blickte auf zu Nasuada. „In tiefer Ehrerbietung, biete ich Eragon Drachenreiter, Schattentöter und Argetlam dir meine Klinge und meinen Treueschwur bei, Nasuada“. Das Publikum starrte sie verblüfft an. Nele hingegen widmete sich erneut den Gesichtern des Rates. Ihre Überlegenheit schlug um in hilflose Wut. Ihre Augen brannten vor Hass, doch sie konnte nicht eingreifen, nicht vor Publikum. Nele wusste es ebenso wie sie und für einen Augenblick genoss Nele das Gefühl zu wissen den Rat ausgetrickst zu haben. Es ertönte ein Klirren und Nele wandte sich wieder Eragon und Nasuada zu. Diese nahm gerade lächelnd Eragon Zac´roc ab und legte die Schwertspitze wie schon in der Halle des Rates auf sein Haupt. „Dein Entschluss mir zu dienen, ehrt mich Eragon. Ich nehme deinen Schwur an und geben dir damit die Pflichten die diese Position beansprucht. Erhebe dich als mein Vasall und nimm dein Schwert“. Eragon erhob sich, ergriff sein Schwert und neigte den Kopf vor seiner neuen Herrin. Die Zuschauer erhoben sich auch freudig und jubelten, doch bevor sie wieder minutenlang applaudierten, trat Eragon zur Seite um Nele Platz zu machen. Das wird nicht gut ausgehen, winselte Nele plötzlich ängstlich. Die Hasserfüllten Blicke des Rates folgten ihr wütend. Wir machen uns Feinde...sie werden das nicht auf sich sitzen lassen. Sie werden sich rächen! Nele, sie können uns nichts anhaben. Sie können dich nicht verletzten. Um mich sorge ich mich nicht..., gab Nele zurück. Ich darf nicht noch jemanden verlieren der mir etwas bedeutet. Sie atmete tief ein und aus. Entschlossenheit erfüllte ihren Geist.Selbst wenn es bedeuten würde sich neue Feinde zu machen. Nasuada gehört nun zu unseren Verbündeten. Wir müssen sie beschützen. Mit diesen Gedanken sank Nele vor Nasuada auf die Knie und mit einen Schlag verstummten das Publikum. Es schien als hielten sie alle die Luft an. Mit rauschenden Kopf hob Nele ihr Schwert, den Blick empor zu Nasuada. „In tiefer Ehrerbietung, möchte ich Nele Drachenreiterin und Argetlam, dir Nasuada auf Grund der Freundschaft, die zwischen uns gewachsen ist, meine Dienste und meine Klinge dar bieten. Dieser Bund der Freundschaft, soll nicht zerreißen, gleich welch mächtige Kräfte an ihn zerren. Er soll nicht brechen, gleich wie viele Jahre vergehen mögen“. Kaum hatte die Worte Neles Lippen verlassen, schien die Zeit still zu stehen. Die Mitglieder des Rates rissen sich zwar zusammen, doch brannten sie stärker als zuvor aus Zorn. Jörmundur blicke auf Nele, als sehe er einen Geist. Das Publikum brach in erneuten tobenden Jubel aus. Die Zwerge trampelten in Gleichschritt und schlugen rhythmisch mit ihren Äxten auf ihre Schilder. Nele hörte ihren Jubel aus weiter Entfernung, in ihren Kopf rauschte es laut. Somit hatten sie den Lauf ihrer Geschichte geändert. Nele hatte sich, Eragon, ihren Drachendamen und aber auch Nasuada neue Feinde geschaffen. Zwei Drachenreiter, die sich ein und der selben Person auf unterschiedliche Weise verschworen. Eragon
verschwor sich Nasuada als ihren Diener, Nele aus Freundschaft. Doch im Grunde waren ihre Schwüre gleich, sie galten Nasuada und niemanden sonst. Nasuada lächelte auf Nele hinab, geduldig wartete sie auf einkehrende Stille, die jedoch ausblieb. Selbst als sie Nele das Schwert aus der Hand nahm, um auch ihr die Schwertspitze aufs Haupt zu legen, jubelte das Publikum immer noch. „Dein Schwur ehrt mich. Ich nehme ihn und dein Bündnis an. Soll es niemals zerreißen. Nun nimm dein Schwert und erhebe dich Nele Argetlam, wenn auch nicht unbedingt als mein Vasall, aber als Freundin und Verbündete“. Nele erhob sich und nahm ihr Schwert entgegen. Wir sollten am besten sofort mit den Aufbruch nach Ellesméra beginnen. So eher wir aus der Reichweite des Ältesten Rats sind, desto besser.


„Ich werde euch nicht belügen“, sagte Nasuada weder feindlich noch freundlich, „ich habe mich schon seit einigen Tagen mit den Dokumenten der Varden beschäftigt. Wir sind arm, haben keine Rücklagen mehr, die Vorräte gehen zu neige und das gewinnen neuer Rekruten wird immer schwieriger“. Nele und Eragon saßen Nasuada am riesigen Arbeitstisch ihres Vaters gegenüber. Die Anführerin saß aufrecht in ihren Stuhl, die Hände sorgsam auf ihren Trauerkleid ineinander gefaltet. Eine Vase schmückte nun den sonst eher kahlen Tisch, in ihr standen wunderschöne lila und purpur Farbende Blumen. Wo diese aufgetrieben worden wurden, war Nele ein Rätsel. Seid ihrer Ankunft bei den Varden, haben die Reiter keine Pflanzen gesehen. Nur das modrige grünliche Moos, die Pilze die kein Sonnenlicht brauchten um zu gedeihen und Schimmel. Die Blumen waren wie ein Weckruf, ein Ruf der Freiheit der Nele daran erinnerte, das sie unter der Erde gefangen waren. Ein Versprechen, dass es weit über ihren Köpfen noch strahlendes Sonnenlicht, wehende Winde, Gras und Wiesen gab. Je länger sie die Blumen betrachtete, um so größer wurde ihr Verlangen die Natur zu spüren. Sie vermissten den kühlen Wind der ihr mal sanft mal zornig durch die Haare wehte, während sie auf den Rücken ihrer Drachendame saß. Ihr Blick schweifte zu Eragon, denn ihr fiel auf, wir auch er die Blumen betrachtete. „Die Zwerge mussten dieses Erntejahr selbst Verluste hinnehmen und selbst wenn sie wollten, könnten sich uns nicht weiter unterstützen ohne selbst leiden zu müssen. Daher habe ich mich dazu entschlossen, dass die Varden fort gehen müssen. Wir werden nach Surda ziehen. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, aber ich sehe keine andere Möglichkeit um Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem sind wir von Surda aus, näher am Imperium und können es besser angreifen. Ich habe bereits mit Hrothgar über mein Vorhaben gesprochen. Er bietet uns sicheres Geleit durch die unzähligen Tunneln bis nach Orthíad. Dorthin stickt er zuvor eine Streitmacht aus, um die übrigen Urgal Truppen zu vertreiben, dann steht einer sicheren Passage über die Grenze nach Surda nichts mehr im Wege“. Wie mühsam das sein muss!, meinte Eragon überrascht. Das wird Monate dauern die Habseligkeiten der Leute dorthin zu schaffen. Geschweige den die Menschen. „Hieß es nicht König Orrin wagt es nicht sich gegen Galbatorix zu erheben“, sagte Nele. Nasuada lächelte grimmig: „Wagte er auch nicht. Doch da wir die Urgals besiegt und Eragon Durza den Schatten getötet hat, scheint er seine Meinung geändert zu haben. Er gewährt den Varden Unterschlupf, wird uns mit Lebensmittel versorgen und an unserer Seite kämpfen“. Sie hielt ein geschrieben Brief in die Luft. „Seine Antwort erreichte mich heute bei Morgengrauen. Die Zwerge haben im Beor-Gebirge die Möglichkeit Nachrichten binnen eines Tages nach Aberon die Hauptstadt von Surda zu senden. Leider ist selbst das zu langsam, sollte Galbatorix sich dazu entschließen seine Armen zu entsenden. Ich habe den Du Vrangr Gata und Hrothgars Magier bereits darum gebeten, sich eine effektivere Methode auszudenken um Nachrichten schneller zu versenden. Vielleicht fallen euch auch einige Methoden dazu ein, fühlt euch frei diese zu äußern“. Den Brief legte sie wieder auf den Stapel Dokumenten vor sich ab. „Ich möchte euch um einen Gefallen bitten, ihr dürft natürlich auch ablehnen. Um Unterstützung für die Varden zu gewinnen, möchte ich die Kunde verbreiten, dass die Gerüchte über die Wiederkehr der Drachenreiter wahr ist und die beiden Reiter und ihre Drachen sich den Varden im Kampf gegen Galbatorix angeschlossen haben. Mit euer Einwilligung“. Nein, das ist viel zu gefährlich!, wandte Stac ein. Nele stimmte ihr zu. Das Imperium weiß doch aber ohnehin schon von uns. Das die Varden die Urgals besiegt und das der Schatten tot ist, wird sich auch ohne unsere Einwilligungs verbreiten. Dann können wir auch gleich zu stimmen, meinte Eragon. Es geht um Galbatorix selbst! Erinnerst du dich daran was Brom mal sagte? Der König kann uns nicht töten, weil er nicht weiß wie er sich verhalten soll. Er hat uns bis jetzt nur noch nicht versucht zu töten, weil er denkt uns auf seine Seite ziehen zu können, Nele spürte wie ihr Plus schneller ging. Wenn wir jetzt öffentlich verkünden, dass wir uns den Varden angeschlossen haben..wird Galbatorix nicht mehr so nachsichtig sein. Du fandest ihn bis jetzt nachsichtig?, fragte Eragon unglaubwürdig. Nele schwieg. Sie hat nicht unrecht Eragon. Durza wollte euch nicht töten, im Gegenteil. Er wollte Nele mit sich nehmen. Keiner unserer Verfolgte hatte die Absicht euch wirklich zu töten. Eragon glaubte seinen Ohren nicht. Selbst wenn, die Zeit ist gekommen sich zu positionieren!, sagte er aufgebracht. Ich habe Durza getötet, wir haben den Oberhaupt der Varden die Treue geschworen. Wir haben uns schon längst für eine Seite in diesen Krieg entschieden. Nein, wir haben unsere Wahl getroffen. Wir vier haben das. Ich muss heraus finden woher Durza mich kannte.., begann Nele, doch Eragon unterbrach sie. Das wirst du, aber dafür müssen wir ins Licht treten. Nele hasste diesen Moment, es gab so viel zu beachten, so viel was sie nicht wusste und doch musste sie weiter gehen. Sie brauchte Zeit um sich zu sortieren, doch die Zeit gab es nicht. „Wen es den Varden hilft, geben wir unser Einverständnis“, erklärte sie stattdessen laut und Nasuada dankte ihnen. „Nun müssen wir über euren Aufbruch nach Ellesméra sprechen. Selbstverständlich wird euch Arya begleiten. Nach ihrer Gefangennahme haben die Elfen den Du Weldenvarden abgestottert. Keine unserer Kontaktaufnahmen gelang. Arya muss persönlich zurück und Königin Islanzadi und ihr von ihrer Befreiung und den Geschehnissen der letzten Monate berichten“, während sie sprach fischte Nasuada eine Schrifttrolle mit Wachssiegel auf einen der Fächer. „Gibt diese Schriftrolle nur König Islanzadi, ich habe auf ihr unsere Lage und Vorhaben nieder geschrieben. Gelangt sie in falsche Hände hätte das schlimme Folgen für die Varden. Wer von euch sie bei sich trägt ist mir gleich, ich vertraue euch beiden gleichermaßen. Ich hoffe sehr, dass Königin Islanzadi die diplomatischen Verbindungen zu uns wieder aufnimmt. Ihre Gunst könnte über Sieg oder Niederlage entscheiden. Arya weiß dies und wird sich vor ihrer Königin für uns aussprechen“. Eragon nahm die Schriftrolle an und steckte sie sich unter seinen Wams. „Wann werden wir aufbrechen?“. „Gleich morgen früh“. Nasuada rang mit ihren Händen. „Ihr solltet wissen, das König Hrothgar gern einen Repräsentanten der Zwerge mit zu den Elfen schicken möchte. Eure Ausbildung betrifft schließlich auch sein Volk. Er schickt Orik mit euch, ich hoffe damit seid ihr einverstanden“. Das fesselt uns am Boden, entgegnete Eragon. Er hatte gehofft den Weg nach Ellesméra fliegen zu können. So mussten die den langen Weg am Boden nehmen, eine Reise die Wochen dauern würde. Es ist schlau von König Hrothgar Orik mit zu schicken, erklärte Nele ihn. Das könnte das Band zwischen Varden, Zwerge und Elfen stärken. Außerdem ist es auch gut, wenn uns jemand begleitet der unser Freund ist. Nele lächelte kurz: „Wir sollten König Hrothgars Anliegen nachkommen. Oriks Mitkommen wird uns zwar aufhalten, aber wir begrüßen diese Entscheidung“. Nasuada nickte. „Gibt es von euch noch Fragen? Ansonsten seid ihr von mir entlassen und könnt euch auf die morgige Abreise vorbereiten“. Ich habe eine Frage, meinte Saphira und Eragon gab die Frage seiner Drachendame laut wieder. „Sie fragt, woher du dir sicher sein kannst, ob Galbatorix nicht selbst in die Schlacht gegen uns zieht und uns einfach auslöscht“. „Galbatorix wird selbst nicht aufs Schlachtfeld ziehen, nicht so lange Uru´baen nicht selbst bedroht ist. Sollten wir es schaffen, bis vor seine Tore zu gelangen...Ich möchte euch nicht belügen, unsere Streitmacht wird sicher erschöpft und verkleinert sein. Es wäre ein leichtes für ihn uns dann zu besiegen“. Wäre es dann so klug ihn jetzt schon an zugreifen?, wollte Saphira wissen und Eragon sprach für sie. „Ja“, erklärte Nasuada scharf, „wir haben seine Urgal Armee besiegt und Eragon hat Durza getötet. Er hat sicher nicht damit gerechnet. Wir können ihn unvorbereitet treffen. Die Varden haben lange genug im Schatten gelebt, es wird Zeit gegen ihn und sein Imperium zu kämpfen“. Wir müssen auf ihr Urteil vertrauen. „Wirst du in Sicherheit sein, wenn wir fort sind? Ich denke an unsere Schwüre, unsere Pflicht ist es dich zu beschützen“, fragte Nele. „Dazu besteht keine Sorge. Ich werde gut bewacht. Leider, ist dies aber auch ein Grund warum ich mit den Varden nach Surda will. Ich kenne König Orrin seit vielen Jahren und er hat mir Schutz angeboten. So lange ich meine Führung nicht unter Beweis gestellt habe, wird der Ältesten Rat versuchen mich zu kontrollieren. Das werde ich nicht zulassen. Nun geht aber, sattelt eure Pferde, besorgt euch Proviant und seid mit Morgengrauen am Nordtor“.

Der Tagesanbruch war noch eine halbe Stunde entfernt, dennoch machten sich Nele, Eragon, ihre Drachendamen mit den Pferden auf den Weg zu Nordtor. Schneeweiß und Cadoc waren frisch gestriegelt, gefüttert und neu beschlagen worden. Ihre Satteltaschen waren prall gefüllt mit Proviant. Die Pferde wieherten auf, als sie Stac und Saphira sahen. Obwohl sie an die Drachendamen gewöhnt waren, hatten sie nun eine weile keine Drachen gewittert. Die Nervosität legte sich schnell, während Nele ihrer Schimmel Stute an den Hals klopfte. Eragon betrachtete die prunkvollen Verzierungen und Rillen an den Säulen. Kurz darauf kam Orik zu ihnen geschlendert. Er trug einen Rucksack auf den Rücken und ein Bündel unterm Arm. „Möchtest du den Weg nach Ellesméra etwa laufen?“, grüßte Eragon ihn schmunzelt. „Nein, nicht ganz. Wir werden in Tarnag Halt machen – eine Zwegenstadt nördlich von hier. Von da aus geht es mit einen Floß den Az Ragni nach Hedarth hinunter. Hedarth ist der einzige Handelsposten mit den Elfen. Bis dorthin brauchen wir keine Reittiere, deshalb werde ich zu Fuß gehen“, erklärte Orik und ließ darauf hin das Bündel fallen, es kam klirrend zu Boden. Orik öffnete es und präsentierte den Reitern die reparierten Rüstungen. Nele staunte erneut über die Stärke des Zwerges. Auch wenn sie um die Stärke der Zwerge wusste, verblüffte es sie, wie leicht er mit den Bündel angelaufen kam. Ihre Schilder wurden übermalt und Kratzer und Dellen waren verschwunden. Darunter lagen die Kettenhemden, Arm- und Beinschienen, Handschuhe, Hauben und Helme. An Eragons Kettenhemd gab es keine Spur mehr von den Riss, den Durza ihn am Rücken zugefügt hatte. „Unsere besten Schmiede haben sie repariert“, er wandte sich den neugierigen Drachendamen zu, „eure Rüstungen wurden ebenfalls repariert, doch werden wir sie nicht mit nach Ellesméra nehmen. Die Varden werden sie sicher für euch verstauen und ihr werdet sie bei eurer Rückkehr bekommen“. Sprecht ihn unseren Dank aus, baten sie. Nele und Eragon richteten es aus und verstauten abgesehen von den Arm und Beinschienen die Reste in ihren Satteltaschen. Als Nele diese anlegte spürte sie das neuwertige Leder. Eragon griff nach ihren Helmen doch Orik stoppte ihn. „Bevor du den Helm aufsetzt muss du dich entscheiden, ihr beide müsst das“. Abrupt ließ Eragon den Helm sinken, Nele bückte sich um ihren aus dem Bündel zu fischen. Auf ihren Helmen war der Hammer und die Sterne von Hrothgars und Oriks Clan, der Ingietum eingraviert worden. „Mein König Hrothgar, bat mich euch diese Helme als Zeichen der Freundschaft zu überreichen. Es ist ein Geschenk und er bietet euch auch an ihn den Dugrimst Ingietum aufgenommen zu werden. Ihr wärt damit ein Teil seiner Familie“, verkündigte Orik in förmlichen Ton. Verblüfft starrten Nele und Eragon die Helme an. Heißt das wir unterwerfen uns damit König Hrothgar? Es ist eine Ehre aber wir sollten Acht geben, wenn wir so weiter machen und unsere Treue versprechen sind wir bald Handlungsunfähig. Es ist nur ein Geschenk, ihr seid nicht verpflichtet es anzunehmen, mahnte Saphira sie. Und riskieren das wir König Hrothgar beleidigen?, fragte Nele verunsichert. „Wie oft ist das schon vorgekommen?“, wollte Eragon von Orik wissen. Dieser war nun auch verblüfft: „Das einen Menschen diese Ehre zu Teil kommt? Noch nie. Mein König musste einen ganzen Tag und eine ganze Nacht mit den Familien des Ingietum diskutieren“, er sah auf den Boden, „besonders Nele dieses Geschenk zu kommen zu lassen, brauchte viel Geschick“. Sie verstand nicht. „Warum?“. Orik trat von einen Bein aufs andere. „Versteh mich bitte nicht falsch. Natürlich ist nur selbstverständlich euch beiden dieses Geschenk zu machen, doch...“. „Sie mögen mich nicht“, schlussfolgerte Nele verwundert. Warum? Ich habe ihnen gar nichts getan.. „Nein, nicht unbedingt. Sie verstehen dein Verhalten nur nicht. Du hast öffentlich gezeigt, dass du dich nicht unterordnest und verpflichtest, nicht wie es Brauch ist. Von den einen wird das bewundert, von den anderen gefürchtet. Sie befürchten, dass du die falsche Entscheidung getroffen hast oder du sie sogar hintergehen könntest. Auch wenn ich mir sicher bin, dass sie sich gewaltig irren“. Wie bitte? Sie denken ich könnte die Varden hintergehen? Wieso nur wir? Wir haben genau so gekämpft wie Eragon und Saphira. Ist das der Dank dafür? Beruhige dich meine Kleine, es wird immer Leute geben die schlecht von einen denken, sagte Stac. „Sie irren sich“, stelle Nele scharf fest. Ihr Herz schlug schneller. „Dessen bin ich mir bewusst, Argetlam. Es gibt immer Neider und Leute die es einen schwer machen. Mein König konnte sie davon überzeugen, dass ihre Befürchtungen unbegründet sind. Sie stimmen deiner Aufnahme zu“. Ich sollte das Geschenk nicht annehmen, fand Nele, wenn sie mir nicht vertrauen, brauche ich ihre falsche Höflichkeit nicht. Doch, widersprach Stac ihr. Gerade deshalb solltest du es auch annehmen. Wenn du ablehnst verstärken sich ihre Befürchtungen gegen uns. Beweise ihnen das sie falsch liegen. Gib ihnen keinen Grund dich zu hassen. Nele zuckte. Das hat mir Murtagh auch gesagt... Tut mir leid, Kleines. Das wollte ich nicht. Nele ballte die Fäuste. Sag nie wieder ich müsste beweisen auf wessen Seite ich stehe! Nicht du...bitte. Damit verschloss Nele ihren Geist, bevor Stac antworten konnte. Eragon stupste sie an. Er und Orik betrachteten sie fragend. Nele war zu lange still geblieben. Eragon trug seinen Helm bereits. Während sie die Gravur auf ihren Helm studierte, blinzelte sie die Tränen aus ihren Auge und beruhigte ihren Atem. „Auch ich fühle mich geehrten den Ingietum beizutreten. König Hrothgar und die Familien des Ingietum werden ihre Entscheidung nicht bereuen“. „Sehr gut, nun nehmt jeweils diese Steinherzen in eure Hand und ritzt euch mit der anderen in eine Ader. Ein Tropften Blut genügt, benetzt nun das Herz mit euren Blut und sprecht mir nach“. Es folgte eine lange Rede in der Zunge der Zwerge und obwohl Nele und Eragon kein einziges Wort dessen verstanden, sprachen die Orik Wort für Wort nach. Nachdem sie fertig waren, heilten die Reiter ihre Schnitte am Handgelenk. „Nun gehören wir drei zum gleichen Clan, normaler weise wird solch eine Zeremonie gebührend gefeiert. Bitte entschuldigt die Umstände. Wir werden die Feierlichkeiten nachholen, solltet ihr wieder in Fahrten Dur sein. Dann wird getrunken, getanzt und unzählige Schriftstücke unterzeichnet um euren Beitritt fest zu halten. Wir sind nun Stiefgeschwister!“, grinste Orik. „In dieser Reihenfolge“, erwiderte Nele mit erhobener Augenbraue. „Wir freuen uns auf diesen Tag“, meinte Eragon. Hinter ihnen nährten sich Nasuada, Jörmundur und Arya, die ebenfalls ein Rucksack bei sich trug. Eragon erschrak und drehte sich zu Nele, sie trug den Helm nun auch. Hätten wir nicht Nasuada zu erst um Erlaubnis fragen müssen? Was wenn sie unseren Beitritt zum Durgrimst Ingietum nicht billigt? Nele musste schlucken, denn Eragons Bedenken waren nicht unbegründet. Selbst Arya war unfassbar sauer gewesen, als Nele und er ihr von ihren Gespräch mit den Ältesten Rat erzählt hatten. Ein weiser Mann sagte eins, bitte lieber um Verzeihung als um Erlaubnis. „Wie ich sehen hab ihr es angenommen“, grüßte Nasuada ruhig. „Ich war mir wirklich nicht sicher, ob ihr es tun würdet. Auf der einen Seite hat es sein Gutes, wenn nun alle drei Völker mit euch verflochten sind. Die Elfen werden euch ausbilden und euch formen. König Hrothgar zählt euch nun selbst zu seiner Familie und den Menschen habt ihr die Treue geschworen“, sie lächelte seltsam, dann drücke sie erst Nele dann Eragon jeweils ein kleinen Münzbeutel in die Hände. Jörmundur reichte ihnen die Hand: „Habt eine gute Reise und gibt auf euch Acht!“. Damit trat er zurück und stellte sich neben Nasuada. „Wir sollten aufbrechen“, ergriff Arya das Wort und traf damit genau den Nerv Oriks, der sich schon einige Schritte entfernt hatte und mit einer roten Laterne zu ihnen blickte. Doch Nele blickte nochmal zu Nasuada, diese erwiderte und trat lächelt vor. Ihre Umarmung dauerte einige Sekunden. Nasuada in Gefahr zurück zulassen, widerstrebte Nele. „Pass auf dich auf“, sagte sie und löste sich von Nasuada. „Pass du auch auf dich auf. Passt auf euch vier auf. Ich wünsche euch eine gute Reise, möge sie sicher verlaufen. Ihr habt meinen und den Segen der Varden. Alle unsere Hoffnungen ruhen auf euch“. „Wir werden euch nicht enttäuschen“, versprach Eragon. Er griff die Zügel von Cadoc und führte ihn Arya hinter her. Nele hob zum letzten Mal die Hand zum Abschied und führte dann Schneeweiß zu ihrer kleinen Reisegesellschaft. Stac und Saphira stupsten Nasuada zum Abschied sacht an und schlossen dann mit ihnen auf. Orik führte sie über die breite Straße immer weiter auf das Tor zum, hinter dem nicht wie am Wasserfall offenes Land lag. Sie würden ihren Weg nach Tarnag unterirdisch fortsetzten. Drei Wachen der Zwerge standen am Tor, sie verbeugten sich und öffneten die Steintüren. Der Stein kratzte über den staubigen Boden und gab die Sicht auf tiefe Dunkelheit preis. „Nun wird es dunkel“, sagte Orik. Nele starrte unsicher in die unendliche Nacht vor ihr. Auch Eragon blieb unruhig neben ihr stehen. Dunkelheit beunruhigte die Reiter nicht, sie haben schon viele Nächte auf ihren Weg zu
Varden um nicht entdeckt zu werden ohne Lagerfeuer verbracht. Doch verschluckte die Dunkelheit sie, es gab keine Lichtquelle. Jeder von ihnen hatte eine Laterne, sollten sie kaputt gehen müssten sie den Weg in völliger Dunkelheit zurück legen. Außerdem tauschten sie die wenigen Dinge an die sich bei den Varden gewöhnt hatten wieder gegen das Unbekannte ein. Alles gut?, fragten die Drachendamen. Nein. Doch sie holten tief Luft und traten in den dunklen Tunnel, der sie augenblicklich verschlang.

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