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Im Kriminalfall des Sweeney Todd

GeschichteKrimi, Thriller / P12 / Gen
06.07.2018
16.08.2018
5
3.719
 
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06.07.2018 765
 
(Bitte macht mich auf Rechtschreib- und Grammatikfehler aufmerksam)

Der Tag an dem ich meinen ersten eigenen Fall bekam war ein wolkenverhangener Dienstag. Den Vortag hatte ich mit Papierarbeit und dem Einrichten meines Schreibtisches, der mir nach dem Tod meines ehemaligen Partners, am vorherigen Samstag, zugewiesen wurde, verbracht. Ich ordnete meine Stifte gerade linear zur Tischkante, als mein Chef zu mir kam. ,,Mr. Turner“, sagte er. ,,Mr. Turner, ich habe einen Fall für sie.“ Meine Hände wurden schwitzig und ich brachte nur stammelnd hervor:,,A-Aber sind Sie sich sicher, dass … dass ich dem schon bewachsen bin, Mr. Williams?“
Mein vorgesetzter Mr. Williams war ein Mann von beeindruckender Körpermasse mit erstaunlich wenig Kopfhaar, aber dafür einem stattlichen Schnauzer. Und als dieser füllige Herr nun auf seinen Füßen hin und her wippte, schien der ganze Boden mit zu schwingen und dieses Gefühl trug nicht dazu bei, dass meine Nervosität sich legte — im Gegenteil. Nun fühlte ich auch noch, wie sich kleine Schweißperlchen an meiner Schläfe bildeten.
Mr. Williams öffnete seinen, unter dem Schnauzer winzig zu scheinenden, Mund und fuhr in seiner Baritonstimme fort:,,Nun Mr. Turner, sie arbeiten nun schon seit vier Jahren hier bei uns. Sie haben sich stets als zuverlässig, geduldig und unnachlässig erwiesen. Sie sind eine große Bereicherung für die Polizei in London und Mr. Daniels kann sich glücklich geschätzt haben, sie als Partner zu haben. Sie leisten herausragende Arbeit und aus diesem Grund traue ich ihnen den Fall zu.“ Ich fühlte mein Gesicht vor Scham rot anlaufen. Mr. Williams mochte ein angsteinflößendes Äußeres haben, doch er war ein sehr freundlicher und angenehmer Mensch. Mein Vorgesetzter ließ seine fleischigen Finger knacken und sagte:,,Die Dame um die Sie sich kümmern werden sitzt draußen. Ihr Name lautet Mrs. O´Malley und so weit ich weiß geht es um einen Vermisstenfall.“
Er händigte mir einen bräunlichen Umschlag, mit den Unterlagen der ersten Bestandsaufnahme, aus. Dann nickte er zum Abschied und wir wünschten einander einen guten Tag, bevor er ging und in sein Büro zurückkehrte.
Aufgeregt und nervös über meinen ersten Fall schlug ich den Braunen Ordner auf und las mir die Details durch.

Nach einigen Minuten stand ich auf und verließ den Arbeitsraum und betrat den kleinen Warteraum, indem ich auch nur eine Person vorfand. ,,Mrs. O´Malley?“ Die Mitte zwanzig Jährige stand rasch auf und kam auf mich zu. Als sie direkt vor mir stand, konnte ich die dunklen Ringe unter ihren rot geweinten Augen erkennen. Sie schniefte leicht und drückte das weiße Stofftaschentuch etwas zusammen als sie mit zitternder Stimme sagte:,,Vielen Dank, Sir, für Ihr Bemühen.“ Ich nickte leicht und erwiderte:,,Mein Name ist Henry Turner.“ Ich nahm ihre Hand und deutete einen Kuss auf ihren ebenso weißen Handschuh an. ,,Bitte folgen Sie mir.“
Ich führte Mrs. O´Malley zu meinem Schreibtisch und deutete ihr an gegenüber von diesem Platz zu nehmen. Ich setzte mich und beobachtete, wie sie ihr Kleid zurecht machte und sich setzte.
,,Nun, Mrs. O´Malley, zu Beginn muss ich noch einmal die Fakten überprüfen, die ich erhalten habe. Sie müssen mit einem ganz einfachen ,ja´ oder ,nein´ antworten. Haben Sie das verstanden?“
Mein Gegenüber gab ein fast tonloses ,,Ja“ zurück. Dann klappte ich die Akte auf und fragte:,,Ihr Name ist Elizabeth Grace O´Malley, geboren Smith. Ist das korrekt?“
,,Ja, das ist korrekt.“
,,Sie sind 23 Jahre alt.“
,,Ja.“
,,Ihr Ehemann ist Thomas O´Malley.“
Mrs. O`Malleys Stimme erzitterte und ich befürchtete sie würde wieder zu weinen beginnen, als sie meine Frage bejahte.
,,Können Sie mir bitte erläutern, was genau vorgefallen ist.“
Mrs.  O´Malley holte tief Luft und begann zu erzählen:,,Gestern Abend wartete ich, wie jeden Abend, auf meinen Gatten. Ich saß am Kamin und strickte und auf dem Herd kochten Kartoffeln. Normalerweise gehrt Thomas immer sieben Uhr abends heim, doch gestern blieb er fort. Ich dachte, dass es vielleicht einen Rechenfehler an der Kasse gab, so etwas ist schon mal vorgefallen müssen Sie wissen, doch als mein Tommy um neun Uhr immer noch nicht daheim war, begann ich mich zu sorgen, da er auch keinen Boten geschickt hatte und am Frühstückstisch hatte er ja auch nichts besonderes erwähnt. Ich konnte beim besten Willen nicht essen, also gab ich den Kartoffelauflauf unseren Nachbarn. Und heute morgen, wo er ja immer noch nicht aufgetaucht ist, bin ich schließlich her gekommen, um ihn vermisst zu melden.“
Ich schrieb schnell ihre Worte in meine Unterlagen.
,,Wo arbeitet ihr Gatte?“
„Ihm gehört das Schuhgeschäft zwei Straßen weiter.“
,,Hmm. Arbeiten noch andere Leute in dem Laden?“
,,Nur James.“
,,Vielen Dank Mrs. O´Malley. Ich werde sofort mit den Ermittlungen beginnen.“
,,Ich muss Ihnen danken, Officer Turner.“
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