Tigerbaby

von nanaschiK
GeschichteDrama, Familie / P16 Slash
Otabek Altin Victor Nikiforov Yuri Katsuki Yuri Plisetsky
06.07.2018
02.06.2019
8
19409
14
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Yuri hatte es geschafft. Er hatte beim Grand Prix Finale der Alphas und Betas endlich Gold gewonnen. Als Omega hätte er gar nicht antreten dürfen. Laut dem internationalem Sportverband war es erstens zu gefährlich, da es keine extra Umkleideräume geben würde und zweitens, würden Omegas aufgrund ihrer fragilen Körper so oder so keine Chance gegen Alphas oder Betas haben.
'Von wegen', dachte Yuri. Aus Sicht des Verbandes wäre es wohl auch besser, wenn Omegas gar keinen Sport machten und stattdessen zu Hause sitzen und sich nur darum kümmern, dass ihre Alphas genug Orgasmen bekommen.
Yuri würde es ihnen allen zeigen.

Yuri präsentierte als Omega im Sommer, nachdem er zum zweiten Mal Junior Grand Prix Final Champion wurde. Er hatte es erst nicht glauben können, aber er wusste, dass er es gegen die Alphas schaffen würde. Also hat er etwas Riskantes getan, er besorgte sich Suppressors vom Schwarzmarkt und verheimlichte seinen Status vor allen, bis auf seinen Großvater, der zwar nicht unbedingt damit einverstanden war, aber Yuri vertraute und ihn unterstützte.
"Yura.", hörte er plötzlich eine Stimme hinter sich.
Er schloss den Spind hinter sich und lächelte seinen besten Freund an: "Hey."
"Du warst unglaublich.", meinte der Alpha.
Er und Yuri waren nicht lange befreundet, trotzdem hatte Yuri das Gefühl, ihm vertrauen zu können. Er war witzig, klug, ein guter Zuhörer, ein Künstler durch und durch. Er machte nicht nur seine Choreografien selbst, sondern arbeitete auch als DJ und bearbeitete die Songs, zu denen er performte, selbst. Und er roch unglaublich gut.
'Warte', was dachte Yuri da? Seine Wangen wurden rot.
Er versuchte den Gedanken abzuschalten: "Ich weiß.", meinte er scherzhaft: "Du warst auch gut. Unglaublich, dass du keine Medaille gewonnen hast."
Otabek zuckte mit den Schultern: "Nächstes Jahr."
"Yuri!", kam Yakov strenge Stimme aus Richtung der Tür: "Beeil dich gefälligst!"
Er seufzte: "Ich muss los."
"Klar. Wir sehen uns beim Bankett?"
"Sicher.", meinte Yuri. Er wollte Otabek umarmen, ließ es aber lieber. Körperkontakt bereitete ihm immer Sorgen. Er wusste zwar, dass die Suppressors sehr stark waren, trotzdem wollte er kein Risiko eingehen: "Wir sehen uns."

Während der Fahrt zurück zum Hotel, hielt Yakov ihm eine Standpauke darüber, dass er vorsichtiger sein sollte, aber Yuri hörte nicht zu. Er hatte fürchterliche Kopfschmerzen. Im Auto war es stickig und furchtbar heiß aber Yakov wollte nicht, dass er das Fenster öffnete. Er wollte nur noch in sein Zimmer zurück und schlafen.

Bevor er in sein Zimmer gehen konnte, erinnerte Yakov in noch, dass er ihn um 7Uhr für das Bankett abholen würde und ließ in dann endlich allein.
Sofort fiel er auf sein Bett.
Stunden später wachte er auf, ohne sich besser zu fühlen. Im Gegenteil: Ihm war furchtbar heiß und er war ganz feucht vor lauter Schweiß, vor allem an den Beinen.
Er schreckte auf, 'Nein', dachte er, 'nein nein nein.'
Das konnte nicht sein. Die Suppressors sollte es doch verhindern.
Er musste schnell handeln. Niemand durfte erfahren, dass er in Heat war.
So schnell wie möglich, stand er auf und lief ins Badezimmer. Er schnappte sich ein Handtuch und drückte es gegen den unteren Türspalt des Hotelzimmer. Danach versprühte er den Scentblocker, der in jedem Hotel vorrätig war.
Letztendlich nahm Yuri sein Handy und wählte Yakovs Nummer.
"Yuri.", kam die strenge Stimme durch das Telefon: "Ich war gerade auf dem Weg zu deinem Zimmer."
"Ja.", er versuchte nicht zu stottern, obwohl er fühlen konnte, wie sich die erste Welle durch seinen Körper zog: "Hör zu, ich fühl mich nicht gut."
"Nicht gut?", wiederholte Yakov.
"J-Ja.", entgegnete er und atmete tief durch: "Ich hab Kopfschmerzen. Und ich will dir nicht noch mehr Schwierigkeiten bringen, als sonst."
Er hörte Yakov seufzen: "Na schön, bleib in deinem Zimmer."
"Danke, ich schulde dir etwas.", und schon legte er auf.
***
Yuri hatte keine Ahnung wie spät es war.
Das war schlimmer als seine erste Heat. Damals hatte er wenigstens seinen Großvater.  Auch wenn dieser ein Beta war und wenig davon verstand, hatte er sich trotzdem liebevoll um ihn gekümmert, hatte darauf geachtet, dass er trank, aß und hatte ihm sogar ein Spielzeug besorgt. Auch wenn das furchtbar peinlich war, half es trotzdem.
Jetzt war er allein an einem fremden Ort und hatte nur seine Finger, um sich Befriedung zu verschaffen. Es half nicht viel, sie kamen kaum an die Stelle, die er brauchte.
Ein Klopfen war zu hören. Zuerst dachte Yuri, er würde sich das nur einbilden aber dann kam eine Stimme durch die Tür: "Yura."
"Beka.", stöhnte er auf, nur um sich sofort die Hand, die nicht gerade beschäftigt war, vor den Mund zu schlagen.
"Yakov meinte du fühlst dich nicht wohl. Ich wollte nach dir sehen."
Yuri wusste, dass es nicht gut war, dass er hier war. Gleichzeitig wollte sein Körper nichts anderes, als den Alpha, der nach frischem Gras, Regen und Freiheit roch, in sein Zimmer vor allem aber in sein Bett lassen.
"Yuri, ich werden nicht gehen, bevor ich weiß, dass es dir gut geht."
Das Gefühl, dass der Alpha sich um ihn sorgte, erfüllte ihn mit Glück, was ihn wiederum laut zum Stöhnen brachte.
"Yura, mach die Tür auf."
Yuri hatte Otabek noch nie in diesem Ton sprechen hören: scharf, unterstützt mit einem Knurren, ein Befehlston. Trotzdem konnte er immer noch die Sorge heraus hören.
Yuri's Körper spielte verrückt. Zum ersten Mal in seinen Leben, schaffte er es nicht, gegen seine Instinkte anzukämpfen. Er rannte förmlich zur Tür und öffnete sie.
Kaum war die Tür geöffnet, traf Otabek auch schon der verführerisch süße Duft eines Omegas in Heat. Er sah ihn geschockt an: "Yuri."
Der Omega sagte nichts, schlang seine Arme einfach um die Schultern des Alphas und atmete seinen Geruch tief ein.
"Du...ich wusste nicht...ich...", stammelte Otabek vor sich hin. Er schon Omegas in Heat gerochen: seine Mutter, wenn sie sich von ihm und seinen Schwestern verabschiedete und  sie zu ihrer Tante schickte. Auch eine seiner Schwestern präsentierte als Omega, als er einen Sommer zu Hause verbracht hatte. Aber dieses Mal war es anders. Er wusste nicht, ob es daran lag, dass Yuri der erste Omega war, der nicht mit ihm verwandt war oder einfach nur daran, dass es Yuri war.
Otabek hatte schon vor einiger Zeit bemerkt, dass Yuri, abgesehen von seinem sehr dick aufgetragenem Deo, nach nichts roch. Er hatte gedacht, dass es daran lag, dass Yuri noch nicht präsentiert war, zumindest stand das in den offiziellen Daten des Sportverbandes.
Doch nun sprang ihn der Geruch förmlich ins Gesicht. Der Geruch von Katzenminze und Zartbitterschokolade, er roch wie ein gemütlicher Tag zu Hause, ohne jegliche Verpflichtungen.
Yuri drückte seine Lippen auf die des Älteren und schlang seine Beine um dessen Hüfte.
Otabek erwiderte den Kuss sofort, trat einige Schritte nach vorne und schloss die Tür hinter sich.
Sie küssten sich solange, bis sie beide keine Luft mehr bekamen.
Er wusste, dass er gehen musste. Sein Körper fing an, ihm nicht mehr zu gehorchen. Lust war das einzige, was er fühlte... was er fühlen wollte. Er wusste, dass es schlecht war, dass er gehen sollte aber er wollte nichts sehnlicher, als in Yuris Geruch zu versinken. Nein, das durfte er nicht: "Ich sollte..."
Doch Yuri legte seine Hand über seine Lippen: "Bleib, bitte. Alpha."
Ein animalisches Grollen verließ Otabeks Hals. Er spürte, wie sein ganzer Körper anfing zu beben, wie sein Kopf anfing, sich von allen Gedanken zu leeren... alle Gedanken außer die an  Yura.
Der Duft des Alpha breitete sich im Raum aus: Rut. Yuris Heat hatte seine Rut ausgelöst.
Yuri lächelte, Otabek stieß ihn aufs Bett. Wieder küssten sie sich fieberhaft. Beide dachten nicht, konnten nicht denken, nur ihre Instinkte handelten.
Yuri konnte sich kaum an etwas erinnern. Er war wie in Trance. Er fühlte Otabek, seine Hände, seine Zunge auf seiner überhitzten Haut. Noch nie hatte er sich so gut gefühlt, wie in diesem Moment. Er fühlte sich sicher, gewollt aber vor allem fühlte er Lust.
Otabek wollte nur in Yuris Geruch eintauchen, wollte ihn halten und spüren, wollte, dass er ihm gehört. Er vergrub sein Gesicht in Yuris Hals und wollte nichts sehnlicher, als ihn zu beißen.
"Beka.", stöhnte Yuri auf.
Er löste sich von Yuris Haut, nur um ihm ins Gesicht zu sehen. Das Bild, dass sich ihm bot, war wunderschön: Yuris blonde Haare lagen kreuz und quer auf der Matratze, seine Wangen gerötet aber wie immer waren seine Augen am beeindruckendsten. Die wunderschönen türkisblauen Kreise glitzerten, wie Diamanten. Vor allem aber, waren sie direkt auf ihn gerichtet, gerade so, als ob es nichts anderes auf der Welt gebe würde.
Auf seltsame Weise, verschafften sie Otabek einen Augenblick Klarheit. Er musste an ihre erste Begegnung denken, daran, wie Yuri ihn nicht eine Sekunde lang angesehen hatte, sondern sich lieber auf seine Aufgabe konzentrierte und wie sehr ihn das beeindruckt hatte. Er konnte diesen Jungen nicht beißen, dieser Junge sollte frei sein und das tun, was er liebte.
"Beka.", hörte er wieder Yuris Stimme. Eine von Yuris Händen wanderte auf Otabeks Wange.
Wieder umhüllte ihn der Geruch des Omegas. Otabek schoss die Augen und legte seine Lippen auf die von Yuri.
***
Stunden waren vergangen und langsam verging Yuris Heat und Otabeks Rut.
Letztendlich lagen sie schwer atmend nebeneinander im Bett und realisierten langsam, was sie getan hatten.
Yuri zog sich die Decke bis zur Nasenspitze hoch, sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
Beka traute sich, zuerst etwas zu sagen: "War das deine erste..."
"Nein.", gab Yuri zu: "Ich weiß es schon länger."
Er setze sich auf und vergrub sein Gesicht in den Händen: "Omegas sind genauso gut im Sport, wie Alphas und Betas...ich wollte nur.", er seufzte: "Ich wollte es allen beweisen. Nach den olympischen Spielen, wäre ich an die Öffentlichkeit gegangen. Aber ich denke, das ist  jetzt gelaufen."
Er spürte eine starke Hand auf seiner Schulter: "Yuri, sieh mich an."
Der Omega schüttelte den Kopf.
Otabek schlang die Arme um ihn und drückte einen Kuss auf seine Stirn: "Yuri."
Langsam bewegte Yuri seine Hände aus dem Gesicht. Er sah Beka mit geröteten Augen an, er würde nicht weinen.
Er strich langsam durch seinen blonden Haaren: "Ich finde, du bist furchtbar mutig."
Yuri sah ihn verwirrt an.
"So etwas zu tun, ist unglaublich. Niemand hat sich zuvor getaut, so etwas zu tun.", nochmal küsste er Yuris Stirn: "Du bist wirklich ein Soldat, Yura."
Vor lauter Freunde fingen Tränen an, über seine Wangen zu laufen. Wieder vergrub er sein Gesicht an Otabeks Hals und schlief langsam ein.
***
Während Yuri schlief, konnte Otabek kein Auge zumachen. Immer wieder dachte er daran, was er getan hatte und mit wem er es getan hatte. Immer noch konnte er Yuri deutlich riechen, obwohl seine Heat verflogen war, roch er immer noch unglaublich. 'Noch besser', dachte er, den er roch nicht nur nach Yuri, sondern auch nach ihm.
Er blickte auf Yuris Hals, der zwar mit Knutschflecken übersät war aber er hatte keinen Matingbite.
Sie waren viel zu jung für Mating. Otabek war 18, Yuri war 16 und Mating war etwas fürs Leben. Er war froh, dass er sich wenigstes in dieser Hinsicht zurück gehalten hatte. Es war zumindest in kleiner Trost, den er sich selbst einzureden versuchte. Er war nicht traurig.
Langsam blickte er auf den Wecker, der 20 Minuten vor 6 Uhr abends anzeigte und Otabek erinnerte sich, dass Yuri ihm davon erzählt hatte, dass er einen Nachtflug zurück nach St.Petersburg hatte. Yakov würde hier auftauchen, leichte Panik stieg in ihm auf.
Sein Blick wanderte wieder zu Yuri, der Omega war immer noch an ihn gekuschelt und schlief unglaublich ruhig. Wieder strich er durch das lange blonde Haar.
"Yura.", rauchte er mit sanfter, leiser Stimme in dessen Ohr.
"Mhm.", murmelte er, während er langsam wach wurde.
"Yakov wird dich bald abholen, du musst aufstehen."
Plötzlich wurde ihm die Realität bewusst. Er war immer noch nackt, roch nach Sex und Heat und Omega.
Er sprang sofort auf und rannte ins Bad, ohne Otabek noch einmal anzusehen.
Er duschte lange und benutzte viel von der Scentblocker-Seife. Bevor er das Bad verließ, nahm er noch 2 Tabletten aus seinem Kulturbeutel.
Als er wieder ins Zimmer kam, war Otabek gerade dabei, das dreckige Laken im Schrank zu verstecken.
"K-Kannst du es noch riechen?", fragte er unsicher, das Ganze war ihm furchtbar peinlich.
"Nein.", murmelte er und klang dabei leicht enttäuscht.
"Gut."
Es dauerte nicht lang, da klopfte Yakov auch schon an die Tür.
"Also dann.", sagte Yuri verlegen, er schaffte es nicht, ihn anzusehen.
Er sah zu, wie Yuri auf die Tür zu ging. Er konnte ihn nicht so ohne weiteres gehen lassen. "Hör zu, wenn du reden willst, ich bin immer für dich da."
Der Omega nickte.
Kurz bevor er das Zimmer verließ, nahm er kurz all seinen Mut zusammen und drehte sich noch einmal um.
"Otabek.", er seufzte: "Danke f-für alles."
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