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Des Einhorns rosaroter Traum

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Cpt. Sean Renard Det. Hank Griffin Det. Nick Burkhardt Eddie Monroe Juliette Silverton
05.07.2018
07.09.2018
12
41.732
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
29.08.2018 4.142
 
Vor lauter Loki-Masturbation hätte ich jetzt glatt vergessen ein neues Kapitel zu posten :E

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Nukeboy führte sie in die ehemalige Eingangshalle des kleinen Krankenhauses. Überall waren Fackeln an den Wänden, doch ansonsten sah es aus wie nach einem Bombeneinschlag. Staub bedeckte fast alle Oberflächen. Kaputte Wände und Mauern verursachten unwillkürlich ein destruktives Empfinden und man musste schon ein Faible für die morbiden Dinge des Lebens haben, um diese Atmosphäre genießen zu können. Zerbrochene, uralte Möbelstücke, alte, mottenzerfressene Besuchersessel und Sitzbänke  standen und lagen überall herum und es roch wie ein Grab. Unter allem lag aber auch noch der Desinfektionsgeruch, der immer noch in der Nase stach. Eine seltsame, leise Musik ertönte von irgendwo. Sie klang treibend aber auch irgendwie deprimierend.
Nukeboy klatschte drei Mal laut in die Hände und aus verschiedenen Richtungen kamen vier vermummte Gestalten auf ihn zu.
„Das sind eure Führer, die euch nun zum Ausgangspunkt, dem Startraum bringen werden. Auch sie mögen die Anonymität, wie die meisten von euch auch.“ Er sah Sean mit verengten Augen an, ließ jedoch gleich seinen Blick zu dem Typ mit Gasmaske weiterhuschen.
„Denkt daran Leute, jeder Raum hat ein spezielles Rätsel, mit dessen Lösung man die Tür ganz einfach öffnen kann. Wendet Gewalt bitte nur untereinander an und lasst das Inventar in Ruhe, es hat euch nichts getan. Falls ihr die Tür doch mutwillig aufbrecht, seid ihr disqualifiziert. Ich würde euch empfehlen, dass Spiel als das zu sehen, was es ist: Ein Spiel. Spielt es, habt Spaß, habt Sex, genießt das sicherlich einzigartige Ambiente und die die exklusiven Gerätschaften, die euch zur Verfügung stehen. Im allerletzten Raum wird euch übrigens eine sehr besondere Überraschung erwarten. Wer bis morgens 6 Uhr nicht bei mir ist, wird geholt. Keine Sorge, wir lassen hier niemanden zurück. Und denkt an den Preis: Ein fantastisches Wochenende zu zweit in einem Luxus 5-Sterne-Hotel mit allem Drum und Dran! Letzte Frage: Gibt schon jetzt jemand auf?“ Man murmelte durcheinander, doch niemand sprach laut.
„Dann wünsche ich viel Spaß!“ Wieder klatschte er in die Hände und auf Nick und Sean kam ein bulliger Typ zu.
„Folgt mir!“, sagte er dumpf und Nick konnte sich gut vorstellen, dass so einer arme Wesen in seinen Lieferwagen zerrte, nachdem er sie bewusstlos geschlagen hatte. Sean wohl auch, denn er sah ihn vielsagend an. Aber sie folgten vorerst schweigsam.


Der Keller des alten Krankenhauses war eigentlich noch viel schlimmer, als die Eingangshalle. Bis auf die einzelnen Fackeln an der Wand war es sehr dunkel, denn es gab hier unten keine Fenster. Überall lag uraltes Gerümpel, standen alte Krankenhausbetten mitten im Flur und es roch verwesend und beißend. Super Ambiente, dachte Nick trocken, verspürte aber dennoch eine absurde Aufregung, die dem Anlass nicht wirklich angemessen war. Vielleicht war es, weil er Sean die ganze Zeit auf das Hinterteil starren musste, dachte er beunruhigt und nahm sich zusammen.
Sie kamen an einer Radiologieabteilung vorbei, an einem Raum, auf dem in schwarzen, dickem Buchstaben Röntgen stand und liefen bis zu einem Raum, der mit Kreißsaal-B gekennzeichnet war.
Der bullige Typ mit der Sturmmaske öffnete den Raum wortlos und zeigte hinein.
„Das ist euer Startraum. Die Tür, die ihr öffnen müsst, ist auf der östlichen Seite. Die nächsten Räume sind alle miteinander verbunden. Alles was ihr zum Lösen des Rätsels braucht, ist in diesem Raum. Ich werde hier im Flur bleiben, falls ihr versucht durch diese Tür zur fliehen. Wenn ihr Panik bekommt, ruft ihr laut „SUICIDE“, dann lasse ich euch raus. Das Spiel ist damit natürlich verloren. Alles klar?“
„Ja, Sir!“, sagte Nick bissig und merkte Seans leichten Schubs, der ihm bedeuten sollte es nicht zu übertreiben.
Sie gingen in den Raum, der hinter ihnen sofort abgeschlossen wurde. Sean riss sich die Maske vom Gesicht, als hätte er unter Atemnot gelitten. Er erklärte nichts, obwohl Nick ihn fragend ansah, sondern steckte die Maske wieder in seine Jackentasche.
„Hätten wir nicht mit dem Typen oder Nukeboy ‚sprechen‘ sollen?“, fragte Nick, als sie allein waren.
„Tun wir noch. Keine Sorge, die laufen so schnell nicht weg. Hast du auch ein merkwürdiges Gefühl? Sprechen deine Grimm-Sinne an?“ Sean sah sich um, während er sprach.
„Ein wenig“, sagte Nick, mäßig überzeugt, denn er war sich ganz und gar nicht sicher, ob seine Sinne auf Sean und sein Wesen oder auf etwas ganz anderes ansprachen.
Im ersten Moment war es ziemlich dunkel im Raum, doch nach und nach gewöhnten sich die Augen an das Licht der Kerzen, die überall standen. Also eines musste man dem Veranstalter lassen, die Idee war schräg und sie zog sicherlich eine Menge Interessenten an. Vermutlich gab es eine große Anzahl verrückter Typen, die genau auf so was standen und locker 250 Mücken dafür hinblätterten. In der Mitte des Raumes stand dieser typische Stuhl aus der Gynäkologie, der hier mit speziellen, dicken Ledermanschetten ausgestattet war. An Handgelenken und Fußgelenken wurde man an diesen Stuhl gefesselt, wenn man wollte und dann …



Nick schluckte und sah sich weiter im Raum um. Es gab einen großen Metalltisch, der vermutlich früher zu Operationen genutzt wurde. Auf dem lagen ausgebreitet alle möglichen Folterinstrumente und gynäkologische Utensilien. Über Skalpell, Scheidenspekula, Nadelrad, und Stacheldraht war alles dabei. Nick sah sogar Desinfektionslösung, alles für Einläufe und Mullbinden in Massen. Sean war zur Tür gegangen, die sie öffnen mussten, um in den nächsten Raum zu kommen und besah sie sich.
„Lust auf Schmerzen?“, fragte Nick dünn und nur, um überhaupt etwas zu sagen.
„Nein, ganz und gar nicht. Die Tür ist aus Sicherheitsstahl und ich befürchte mit brachialer Gewalt, selbst, wenn wir es zusammen tun, werden wir sie nicht aufbekommen. Aber lass es uns versuchen. Vielleicht ist es einfacher als es aussieht.“
Nick zögerte und besah sich weiterhin die Instrumente, die Schmerzen aber auch Lust zufügen konnten, wenn man wollte. Wollte er? Besser ablenken.
„Sollten wir die Gelegenheit vielleicht wahrnehmen und über das sprechen, was zwischen uns geschehen ist, Captain?“, sagt er ganz beiläufig, während er sich eines dieser kleinen Wartenbergräder nahm. Nick fand, der Ort war nicht so abwegig, um über die bizarren Ereignisse zu plaudern, die zwischen ihnen vorgefallen waren.
„Jetzt? Hier?“
„Na ja, wir haben ein wenig Zeit, die wir zusammen verbringen müssen. Wir wollen uns nicht foltern, deswegen könnten wir reden, auch wenn ich zugeben muss, dass es durchaus einer Folter gleich kommen könnte. Oder hattest du ernsthaft vor als Erster durchs Ziel zu laufen, um zu gewinnen? Willst du das Wochenende für uns beide gewinnen, Tiger?“
„Lass den Sarkasmus, Nick und geh von dem verdammten Stuhl runter!“ Mit einem listigen Grinsen hatte sich Nick auf den Stuhl gesetzt und beobachtete den Captain neugierig. Sean fühlte sich unbehaglich, doch das war verständlich. Auch er war wenig begeistert und doch reizte ihn an der Situation etwas. Und als er Sean so betrachtete, der düster von der Tür zu ihm und wieder zu Tür schaute, wusste es, dass es genau diese skurrile Situation war. Hier allein mit ihm, in dieser Umgebung, die sie irgendwie zusammengebracht hatte und dazu animierte hatte, sich ihre Wünsche einzugestehen, gab alledem einen übergeordneten Sinn.
Renard wirkte allerdings gesprächsunwillig und distanziert, wie es so typisch für ihn war. Woher kam der hitzige Kuss von eben?


„Los, fessele mich, vielleicht hat es was mit der Lösung zu tun!“, befahl Nick.
„Das ist doch Unsinn, Nick. Wie soll dieser Stuhl etwas …“
„Tue es einfach. Du kannst mich ja wieder losmachen, wenn ich mich irre.“ Sean zögerte und betrachtete ihn skeptisch, während Nick sich die ganze Zeit mit dem Nadelrad über die Handfläche fuhr, ohne allzu viel zu spüren. Der Grimm zu sein, hatte viele Vorteile. Einer davon war eine hohe Schmerzgrenze.
„Das ist lächerlich. Aber wenn du unbedingt willst.“ Widerwillig kam Sean zu ihm und machte die dicken Ledermanschetten fest, ohne ihm dabei ins Gesicht zusehen. Nick fühlte sich sofort ausgeliefert, grinste aber immer noch über dieses groteske Szenario.
„Und jetzt?“ Es war kaum möglich, aber Seans Gesicht war noch finsterer geworden, als er Nick verstimmt betrachtete.
Wartend legte er ein wenig den Kopf schief, weil der Grimm nicht antwortete, sondern ihn nur aufmerksam ansah. Nicks Augen wanderten von seinem Gesicht immer weiter runter und auch wenn Sean sich dazu anhielt gelassen zu bleiben, so verursachte doch allein dieser Blick ein heißes Gefühl in ihm, was ihn steif machte.
„Das Skalpell, Nick?“, fragte er belegt, um ihn von seiner intensiven Betrachtung abzulenken.
„Nein, deinen Mund!“
„Das … das hier ist real … Hast du das vergessen?“, flüsterte Sean rau und wusste nicht ganz, ob es angebracht war auf die Beule in Nicks Hose zu starren. Er riss seinen Blick los und sah zu dem Tisch, auf dem die Folterinstrumente lagen.
„Habe ich nicht vergessen. Es fühlt sich nur nicht so an als wäre es real. Würdest du mir jetzt die Ehre geben, Tiger oder ist das Folter in deinem Sinne mich auf deine Lippen warten zu lassen?“ Nicks Stimme war kratzig und er sah ihn aus halbgeschlossenen Augen an.

Sean musste durchaus zugeben, dass die Atomsphäre prickelnd und wirklich exzentrisch und aufreizend war. Sie waren allein und das nach ihren heißen Gedankenspielen, die nach mehr geradezu laut brüllten. Trotzdem wollten sie hier doch etwas erfahren, was sie der Lösung ihres Falles näher brachte. Küssen gehörten sicherlich nicht dazu, geschweige denn andere Dinge in Betracht zu ziehen. Er betrachtete Nicks feuchte und leicht geöffnete Lippen und merkte selbst gar nicht, wie er seine Unterlippe zögernd zwischen die Zähne zog. Was war schon ein verdammter Kuss?
„Sollten wir das nicht besser auf virtueller Ebene lassen?“, murmelte er belegt, als er sich zu ihm beugte.
„Können wir das später besprechen?“, flüsterte Nick zurück und hob seinen Kopf dann sogar an, um ihm entgegen zu kommen. Seine Lippen zitterten unmerklich, als sie Nicks warmen Mund berührten.
Unwillkürlich legte sich seine linke Hand an Nicks Wange. Der Grimm hatte die Augen geschlossen und saugte gerade seine Unterlippe in seinen Mund, weil er sich schon wieder losmachen wollte.
„Wir sollten sehen, dass wir hier rauskommen, Nick. Wirklich.“
„Nein, mache weiter. Ich kann spüren, dass uns das der Lösung näher bringt!“ Seans Gesicht war ganz nah an seinem, sodass er dessen Bedenken aber auch die Erregung in den Augen sehen konnte. Nick hatte wirklich das Gefühl, dass das, was sie taten eine Tür öffnete. Die Frage war, welche Tür?
„Das ist … totaler Blödsinn …“


Trotzdem näherten sich seine Lippen wieder und küssten ihn. Nick seufzte leise und versuchte Seans Berührung mit denen einer Frau zu vergleichen. Es war unmöglich, denn es war vollkommen anders, obwohl sich ihre Zungen berührten und ihre Lippen miteinander spielten, wie Nick es kannte.
Seans Hand, die bisher an seiner Wange lag, strich über seinen Hals, bis zu seiner Brust. Es war sehr real und doch auch wieder nicht. Nick kam sich vor wie in einer Zwischenwelt. Halb waren es seine romantischen, sehnsüchtigen Wünsche, die er Bestie gegenüber im Chat äußerte und dabei anonym bleiben konnte. Halb war das hier die knallharte Wirklichkeit, denn Seans Hand, die sich weiter über seinen Körper schob, war sehr wirklich. Ein dunkles, verlangendes Stöhnen entwich dem Captain, als er es spürbar vermied Nicks harte Männlichkeit zu berühren und stattdessen seine Hand auf den Oberschenkel schob. Er verließ kurz Nicks Mund und sah ihn erschüttert an.
„Falsche Richtung, Tiger!“, keuchte Nick und hob ihm wieder seinen Kopf entgegen, weil er wollte, dass die warme Berührung seiner Lippen nicht endete. Wieder gab Sean ein leidendes Stöhnen in seinen Mund, bewegte aber seine Hand nun tatsächlich in Richtung seiner Erektion. Unwillkürlich drückte sich Nicks Unterleib seiner Hand entgegen. Dabei entwich Nick selbst ein begehrliches Keuchen. Wie konnte es sein, dass er derart hart und gierig wurde? Bis zu diesem Zeitpunkt war er eigentlich sogar immer stolz auf seine Selbstbeherrschung und sein mäßiges Verhalten gewesen. Und jetzt, unter Sean Hand, verlor er den Fokus wie ein Halbwüchsiger bei seinem ersten Pornofilm.
Es wäre eine Schande, wenn es ihn nicht so anmachen würde.


Angestrengt versuchte Sean das Beben seines Körpers zu unterdrücken. Nicks geschwollene Männlichkeit unter seiner Hand war ein apartes Gefühl, dass er mit nichts vergleichen konnte. Die gut fühlbare Lust erregte ihn so sehr, dass sich sein Zauberbiest befreien wollte. Aber das konnte er nicht zulassen, denn dann würde er ganz sicher die Kontrolle über die Situation verlieren. Ein gefesselter, williger Grimm, der ihn wollte, würde ihn um den Verstand bringen. Mit leichtem Druck rieb er über Nicks Männlichkeit, die sich unter dem Stoff seiner Hose seinen Berührungen entgegen drückte.
Er war nur noch ein paar Zungenschläge davon entfernt zu wogen und riss sich endlich los.
Nick gab sofort einen frustrierten Schrei von sich und riss an seinen Fesseln.
„Nein, komm zurück und mach weiter! Du kannst mich jetzt hier nicht so liegen lassen!“, fauchte er und war wirklich aufgebracht. Sean verstand das gut. Auch seine sexuelle Erregung würde sich nun am liebsten in Wut verwandeln, doch einer sollte bei klarem Verstand bleiben. Besser er ging noch einen Schritt von Nick weg. Irgendwo über ihnen erklangen nun Schreie. Sie hörten sich lustvoll und leidend an.
„Nick, wir sollten uns wirklich besser darum kümmern hier raus zu kommen. Verschieben wir das andere.“ Auf nie, fügte Sean in Gedanken unheilvoll an. Doch Nick riss wieder an seinen Fesseln.
„Nein, komm wieder her und …“ Erneut erklang ein wirklich zorniger Grimm-Schrei und wieder riss Nick an den Fesseln. Plötzlich öffnete sich die Tür wie von Zauberhand und sie sahen sich beide erstaunt an.
„Jetzt sag nicht, dass du das wirklich wusstest …“, kam Sean wieder zu Nick zurück. Immerhin hatte dieses überraschende Ereignis Nick soweit runter gekühlt, dass er nur verdutzt den Kopf schüttelt, dann aber sagte:
„Nein. Ich wollte nur, dass du weitermachst.“ Er klang ein wenig resigniert und rieb sich über sein erhitztes Gesicht, als Sean ihm die Fesseln geöffnet hatte.
„Das war doch ganz einfach, oder?“, fragte der Captain hörbar erleichtert und betrat nach Nick den nächsten Raum.
„Nicht wirklich, nein“, murmelte Nick noch ganz in Gedanken an sein gieriges Verlangen, welches sich schon in den Chatspielen angedeutet hatte. Aber das Ganze derart hautnah zu erleben, erschütterte ihn nun ziemlich.



Auch der nächste Raum war düster. Fast noch mehr, wie der, aus dem sie nun kamen.
In der Mitte des Raumes stand ein rundes Bett, auf dem ein schwarzes Latexlaken war. Wieder war der Raum nur mit Kerzen erhellt. Diesmal befand sich an der Wand ein kleines Regal, in dem eine große Auswahl von Peitschen, Paddeln, Knebeln, Fesselutensilien und Vibratoren aller Art ordentlich aufgereiht waren. Auch an dem Bett gab es wieder Fesselmöglichkeiten. Nick war zu dem Regal gegangen und hob fragend eine riesige Flasche Öl hoch? Sean verdrehte nur die Augen und besah sich aufmerksam den Rest des Raumen. Dabei  musste Nick feststellen, dass Renard immer den größtmöglichen Abstand zu ihm einhielt. Recht hatte er und doch verspürte Nick eine dezente Enttäuschung. Wenn sie sich hier nicht näher kamen, wo sollten sie es sonst tun?
Bei ihm zu Hause, wenn Juliette nicht da war? Undenkbar!
Bei Sean zu Hause? Auf die Gefahr hin seinem Zauberbiest ausgeliefert zu sein? Ebenso undenkbar.
Aber Nick begriff auch, dass sie sprechen mussten, um einen weiteren Schritt zu gehen.
Deshalb warf er sich mit Schwung auf das große Bett und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Der Captain sah ihn missmutig an.
„Könntest du mir helfen? Ich würde dieses abartigen Ort wirklich so schnell es geht verlassen. Und auch du solltest das wollen, Nick!“
„Du hast also Gefühle für mich, Sean?“ sagte Nick, anstatt ihm zu antworten. Ganz bewusst benutzte er nun seinen Vornamen. Renard sah ihn auch sogleich schockiert an und hörte auf das Regal von der Wand wegzerren zu wollen.
„Das ist wirklich nicht der beste Ort für solche Gespräche!“, brummte er und sah ihn streng mit gerunzelten Brauen an.
„Doch, weil das hier nur halb real ist. Und du weißt das ebenso wie ich. Also sprich mit mir darüber, dann haben wir es hinter uns und können uns anderen Dingen widmen.“
„Dingen wie Sex?“ fauchte Sean verächtlich und riss eine der Schubladen auf.
„Wenn du das möchtest, auch darüber.“
„Sei nicht so gönnerhaft, Nick. Du warst derjenige, der mir von Mr Big erzählt hat. Falls du dich erinnerst, habe ich mich sehr zurückgehalten …“
„Und doch zugeben, dass du leidest, weil du unglücklich verliebt bist.“
„Das hast du nur raus lesen wollen, weil es dir in den Kram gepasst hat. Es hat so gut zu deiner eigenen Befindlichkeit gepasst, dass du das großzügig impliziert und auf mich übertragen hast, oder nicht?!“ Nick sah Sean aus halbgeschlossenen Augen an. Renard hatte sich nun gegen das Regal gelehnt und beinah störrisch die Arme vor seinem Körper verschränkt. Er sah ihn finster und abweisend an, wovon Nick sich allerdings schon längst nicht mehr täuschen ließ.
„Vielleicht war es wirklich so. Aber seit ich es weiß, verstehe ich auch dein distanziertes Verhalten mir gegenüber. Du bist in Portland wegen dem Grimm. Solltest du da nicht ein wenig freundlicher zu mir sein? Solltest du nicht mit allen Mitteln versuchen mich auf deine Seite zu bringen? Solltest du nicht ein Verhalten an den Tag legen, dass mich für dich eingenommen macht? Selbst wenn deine Freundlichkeit gelogen wäre. Aber was machst du? Du verärgerst mich ständig, intrigierst, manipulierst, hältst mich auf Distanz wie man es schlimmer kaum tun könnte und gehst mir aus dem Weg, wo immer du kannst. Wenn wir nicht zusammen arbeiten würden, was würdest du dann tun?“
„Mich verstecken. So wie ich es schon immer getan habe, Nick. Außerdem will ich anmerken, auch wenn du das starrköpfig ignorierst, dass ich nie zugegeben habe, dass ich in dich verliebt bin.“
„Dafür braucht es nicht immer Wort, Tiger…“, sagte Nick leise und ließ Sean nicht aus den Augen. Er wirkte deprimiert und wehrlos.
„Lass uns nach einem Ausweg suchen …“, sagte er nur lustlos und begann sich wieder das Regal anzusehen. Nick sprang auf und packte ihn fest am Arm.
„Ich habe eine bessere Idee und keine Widerrede. Zieh deine Jacke und dein Hemd aus. Na los, mach schon!“ Er wartete gar nicht erst, bis Sean begann sich freiwillig auszuziehen, sondern schob ihm die Jacke über die Schultern.


„Was soll das werden?“, fragte er beunruhigt, als Nick seine warmen Hände unter sein Shirt schob und es nach oben zog.
Sean zuckte bei dieser unerwarteten Berührung zusammen. Er hätte sich gern mental auf diese Art Kontakt vorbereitet, doch Nick nahm darauf keine Rücksicht, sondern schob sein T-Shirt so hoch, dass er es über den Kopf musste. Wie war das? Er hatte zu ihm geschrieben, dass er derjenige sein sollte, der ihn zwingen müsste. Nichts anderes tat Nick nun.
„Leg dich mit dem Bauch auf das Bett! Los!“ Er schob ihn resolut dahin und ließ nicht zu,  dass er auswich. Würde er es dennoch tun, würde es unweigerlich zu Handgreiflichkeiten kommen. Und keiner der beiden wollte das in diesem Moment.
„Das ist wirklich keine gute Idee, Nick!“, jammerte er und tat trotzdem, was der Grimm wollte.
„Erinnerst du dich an unserer eines Spiel?“, flüsterte Nick ihm ins Ohr, während er sich breitbeinig über ihn kniete und seine warmen Hände in seinen verspannten Nacken legte. Sean errötete, doch das konnte man zum Glück nicht sehen. Natürlich erinnerte er sich an jedes verfluchte Detail.
„Hm“, machte er dumpf und befürchtete Nicks Händen würden seine Haut verbrennen. Wieder ertönten von irgendwoher heisere Schreie, doch passten die sich fast wundersamerweise in die Musik ein.
„Dann versuche dich ein wenig zu entspannen. Ich würde ja auch gern mein Shirt ausziehen, doch ich befürchte, dass das unmöglich ist“, flüsterte Nick rau und klang dabei kein bisschen ironisch, eher bedauernd.
Seine warmen, kräftigen Hände verursachten ein wohliges Gefühl in Seans Körpermitte. Nicks Kraft und sein Feingefühl beruhigten ihn tatsächlich so sehr, dass er sich merklich entspannte.
„Und es ist viel besser als virtuell …“, raunte Nick plötzlich heiser in sein Ohr, während er weiterhin seine Finger wissend in seine Muskeln drückte. Gleich darauf legten sich Nicks Lippen an seinen Hals. Seans Unterlippe blutetet, so fest drückte er seine Zähne hinein, um nicht aufzustöhnen. Nicks Mund liebkoste ihn. Mal feucht und weich, mal spürte er seine Zähne im Nacken. Gemächlich zog der Grimm seine Spur über seinen Nacken und begann sich dann die Vertiefung seiner Wirbelsäule nach unten zu küssen. Inzwischen waren seine warmen Hände links und rechts an seinem Oberkörper. Umso weiter sein Mund sich nach unten küsste, umso weiter schob Nick seine flachen Hände unter seinen Körper. Schon längst bebten seine Bauchmuskeln in Erwartung von Nicks Händen, die sich noch tiefer schieben würden.
Inzwischen waren Nicks feuchte Lippen in der letzten Vertiefung seiner Lenden angekommen und Sean konnte ein sehnsüchtiges Keuchen nicht mehr zurückhalten, als Nick seine Beine ein wenig auseinander schob und sich dazwischen kniete. Seine Hände schoben sich nun von dort unter seinen Unterleib.
Unwillkürlich und mit heißem Gesicht, hob er Nick sein Becken ein wenig entgegen und drückte anschließend seine harte Männlichkeit verlangend in Nicks Hände. Sein Zauberbiest wogte hoch und er konnte nichts anderes tun, als sein Gesicht in das kühle Latexlaken zu pressen und dort seinen Schreck hinein zu stöhnen, als sich Nicks Hände gegen sein steifes Glied drückten.
„Vertraust du mir?“, fragte Nick nun leise und Sean wusste genau, was nun kommen würde. Er zwang sein Biest nach unten und drehte sich schließlich mit erheblichem Zittern zu Nick um. Der kniete neben ihm und sah ihn aufmerksam an. Auch seine Wangen waren leicht gerötet und in seiner Hose war eine unübersehbare Ausbeulung. Schnell packte ihn Sean am Arm und zog ihn neben sich. Er legte sich halb mit seinem Oberkörper auf ihn, schob seine linke Hand in Nicks Haare und sah ihn ernst an.


„Das hier ist kein Spiel, Nick. Kein anonymer Chat. Das, was wir hier tun, wird ganz definitiv Konsequenzen haben. Ich weiß, du bist nicht dumm. Trotzdem will ich dich daran erinnern, denn einerseits bewundere ich deine Flexibilität, die dich auszeichnet. Andererseits ist sie in diesem heiklen Zusammenhang nicht unbedingt von Vorteil. Du verstehst, was ich meine!“
Nick verstand Sean sehr gut. War er meistens vernünftig, war Renard ein Kontrollfreak und ein sehr vorrausschauender Mann. Was grundsätzlich gut war, Nick im Moment aber nicht wirklich in den Kram passte. Zu gut hatte er Renards Lust und sein Verlangen wahrgenommen und zu genau wusste er, dass sie vielleicht nie wieder eine ähnliche Chance bekommen würden sich so nahe zu sein. Zärtlich aber abwartend sah der Captain ihn an. Er erwartete eine Antwort von ihm.
„Dann mach es auch richtig, Captain!“
„Was zur Hölle meinst du? Ich werde garantiert nicht hier mit dir Sex haben, Nick! Hast du den Verstand verloren?!“
Aufgebracht stand Sean auf und zog sich sein Shirt und seine Jacke an. Natürlich wollte er Nick, aber nicht hier. Nicht an einem so unsicheren Ort und nicht so. Demonstrativ genervt seufzend stand Nick nun auf und sah sich wortlos die Tür an, die sie zu öffnen hatte.
„Ein Zahlenschloss mit einer 4-stelligen Kombination. Du bist gefragt, Chef!“, sagte Nick düster.
„Warum ich?“, fragte Sean und besah sich das Schloss trotzdem. Nick war gekränkt und er war es auch und trotzdem konnte er von seiner Einstellung nicht abweichen. Wenn er mit Nick zusammen war, dann an einem anderen Ort. Wenn Nick das nicht konnte, dann würde er ganz darauf verzichten, auch wenn es ihm mehr als schwer fallen würde. Er hatte nicht Nicks Leichtfertigkeit und dessen Anpassungsfähigkeit.
„Hier im Raum müssen Hinweise sein. Wir müssen uns nur vorstellen, was Paare normalerweise hier tun würden, vielleicht kommen wir dann drauf …“ Nick klang bissig und Sean wich seinem Blick besser aus. Aber der Grimm hatte recht. Er stellte sich vor, was man hier normalerweise tat. Dabei sah er sich selbst nackt mit ihm auf dem ölverschmierten Laken hin und her rutschen, während sie ineinander verschlungen waren wie Brezel. Seine Männlichkeit wurde wieder hart und er holte tief Luft.
Er ging zum Regal und nahm die Ölflasche. Großzügig ließ er das Öl auf das Laken klatschen und Nick, der verstanden hatte, verteilte es mit den Händen. An einigen Stellen veränderte sich die Farbe des schwarzen Lakens und wurde gräulich.
„Es braucht Wärme. Hilf mir, Captain!“ Wenn sie nicht noch an diesem schwierigen Thema zu knabbern hätte, wäre das nun fast ein lustiger Augenblick. Beide schrubbten wie verrückt mit ihren Händen auf dem Latexlaken herum, bis sich 4 Ziffern aus dem Schwarz heraus schälten.
„6012“, las Nick und stürzte zum Zahlenschloss. Natürlich war es nicht die richtige Reihenfolge und er stieß erneut einen frustrierten Schrei aus. Seine Hände waren glitschig und er rieb sie an seiner Hose ab.
„Benutze deine Grimm Sinne!“, empfahl Sean nachdrücklich, blieb aber etwa einen Meter von ihm entfernt stehen. Wütend starrte er den Captain an und schloss dann die Augen, um sich zu sammeln.
0126 gab Nick dann ein und die Tür sprang auf.
Ein erleichtertes Geräusch kam aus Seans Richtung und Nick wusste, dass es nicht mit der Tür zu tun hatte, sondern damit dieser Situation entkommen zu können. Aber noch war es nicht vorbei.
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