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Des Einhorns rosaroter Traum

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
Cpt. Sean Renard Det. Hank Griffin Det. Nick Burkhardt Eddie Monroe Juliette Silverton
05.07.2018
07.09.2018
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41.732
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07.09.2018 3.098
 
So, weil ich am Wochenende keine Zeit habe, poste ich dann mal schnell das letzte Kapitel.
Lasst mir bitte eure Meinung da, bzw. ein Sternchen, wenn euch die Geschichte gefallen hat.


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Der Captain sah auf einen schnellen, ersten Blick aus wie immer. Doch das stimmte nicht, sah Nick auf dem zweiten Blick. Er trug zwar eine helle Leinenhose, aber sie war eher leger und sein Hemd war kurzärmlig und die Krawatte fehlt. Sein oberster Hemdknopf stand sogar unanständig offen, sah Nick erheitert.
„Ich sehe, du hast dich kleidungstechnisch an die Upperclass angepasst …“, witzelte Nick.
„So wie du es nicht getan hast. Ach, Nick, immer diese Modesünden …“ Nick lachte, denn es stimmte. Er selbst war ganz in schwarz. Unbewusst hatte er diesen Kleidungsstil gewählt und dass er mit seiner Wahl recht hatte, sah er nun in Renards Augen. Sie waren dunkel, umwölkt und wurden dann fast schwarz, als er grob in seine Haare packte und seinen Kopf festhielt, um ihm einen hitzigen Kuss zu geben, der ähnlich dem vor dem Krankenhaus war.
„Hast du mich vermisst?“, fragte Nick atemlos, als Sean kurz seinen Mund verließ.
„Du hast keine Ahnung wie sehr …“
„Leider beginnt unser Kurs in einer Stunde, Tiger!“, Nick wollte sich spielerisch los machen, doch Renard packte ihn an den Schultern und ließ gleichzeitig sein Zauberbiest wogen.
„Danke dafür, dass du mich gezwungen hast hierher zu kommen, Nick. Doch ich glaube, ich bin jetzt dran …“
Nick schluckte. Er war sofort hoch erregt und konnte nicht herausfinden, ob es an Sean, seinem Wesen, der Situation oder seinen eigenen Erwartungen und Sehnsüchten lag.
„Eine Stunde reicht. Jetzt knie dich, Grimm!“, forderte das Zauberbiest rau und Nick fand keine Worte, um zu widersprechen. Starke Hände drückten ihn nach unten und wenn er sich dagegen gewehrt hätte, hätten sie kämpfen müssen. Und zwar auf Leben und Tod. Sean wollte nicht, dass das hier für Nick ein Witz oder ein Spaß war und das machte er gerade deutlich. Nick verstand und kniete sich. Sein Puls war so hoch, dass das Blut in seinen Ohren rauschte, während er seine Hände nun wirklich auf Seans Beine legte, einfach, um nicht überwältigt zusammenzusinken. Er fühlte die harten Muskeln unter dem dünnen Stoff und bewegte seine Hände langsam nach oben. Noch immer hatte Nick seine Augen aber gesenkt, weil er versuchte, über seine plötzlich aufschießende Lust Herr zu werden, die einem wogenden Wesen schon sehr nahe kam. War das vielleicht mal wieder eine dieser abartigen Besonderheiten eines Grimms? Reagierten Grimms mitunter lustvoll auf Wesen? Ach, das war letztlich egal, denn es gefiel ihm, was geschah. Die Hände des Captains hatten sich besitzergreifend in seine Haare geschoben und endlich konnte Nick den Kopf heben. Das Zauberbiest sah ihn an und der Körper unter seinen Händen schien zu glühen. Sean hatte recht. Sie beide waren etwas Besonderes und als solches stand ihnen das Recht zu anders zu sein.


Unwillkürlich drückte Nick sein heißes Gesicht an seine Mitte, die sich schon gut spürbar verhärtet hatte. Nick ließ dabei seine Hände nach hinten gleiten und er umfasste Seans Hinterteil, um sich wie ein weinender, kleiner Junge an ihn zu pressen. Weil er nicht wollte, dass er je wieder ging. Weil er wollte, dass es für immer so war. Was sagte er Renard immer? Loslassen?! Ja, das galt auch für ihn. Nick ließ seine menschliche Identität los, in der er „nur“ ein Detective beim PD war und eine hübsche Freundin hatte und ein gewöhnliches Leben führte.
Hier und jetzt rieb er sein Gesicht an der harten Männlichkeit eines mächtigen Wesens und es erregte ihn so sehr, dass er leise seufzte, als Sean seinen Kopf gegen sich presste.
„Zieh mich aus, Hörnchen!“, befahl er gedämpft und Nick beeilte sich seine Wünsche zu befolgen. Seine Finger waren dabei ungeschickt und nichts an dieser grotesken Situation kam ihm bedenklich vor. Seans Hose glitt zu Boden, ebenso seine weißen Shorts. Hatte er es nicht ein wenig mit seiner Unschuld übertrieben oder wollte er ihm damit etwas sagen, dachte Nick verschwommen.
Jetzt streichelten Nicks Hände über heiße, nackte Haut, die sanft erzitterte. Diesmal stöhnte Sean unterdrückt auf, als Nicks Lippen seine Haut berührten. Er hatte keine Ahnung, woher er das Wissen nahm, doch Nick tat es, ohne darüber nachzudenken. Seine Lippen arbeiteten sich nach oben und stülpten sich schließlich über die empfindliche Spitze. Er hatte diesen leicht salzigen Geschmack im Mund und schob ihn bis ganz nach hinten in seinen Rachen. Alles war so einfach und so unmittelbar wie Seans Zittern. Noch immer war sein Zauberbiest anwesend und Nick begriff in diesem Moment, dass es für den anderen Mann so ultimativ war. Hätte Sean Mensch sein müssen, hätte er eine Seite in sich unterdrücken müssen. So wie Nick der Grimm war, so war Sean das Zauberbiest, was nun dunkel stöhnte, als Nick seine Hände um den prallen Schaft legte. Seine Zunge kreiste ein paarmal um die Spitze, bevor er die Männlichkeit wieder tief in den Mund nahm. Von sich selbst wusste Nick, dass die Anspannung unerträglich wurde, umso langsamer alles geschah. Deshalb ließ er sich unendlich viel Zeit. Seans Finger hatten sich in seine Haare gekrallt und er versuchte so die Kontrolle über Nicks Bewegungen zu bekommen, um alles zu beschleunigen.
Nick ließ los und es war erstaunlich einfach Sean die Kontrolle zu überlassen. Noch immer gab das Zauberbiest eher gedämpfte Laute der Lust von sich, doch plötzlich stöhnte es tief und unmenschlich. Nick legte seine Hände gegen Seans Hüftknochen, um sich abzustützen und ließ zu, dass er seine pulsierende Lust tief in seinen Mund schob. Nick merkte das heiße Sperma in seinem Rachen und schluckte es, ohne eine Wahl zu haben.


Abrupt ließ Renard ihn los und sah ihn erschrocken an. Sein Zauberbiest war weg und seine Augen waren immer noch verhangen. Er sagte nichts, doch Nick sah das Schuldbewusstsein in seinen Gesichtszügen.
Er wischte sich den Mund ab und lächelte dann.
„Keine Reue, Tiger. Alles ist gut. Können wir jetzt eine Runde Golf spielen?“
Nick stand auf und konnte nicht mehr aufhören zu grinsen, während Sean ihn immer noch ziemlich fassungslos ansah.
„Was war das gerade, Nick?“, fragte er heiser und zog sich endlich seine Hose hoch.
„Ein Kontrollverlust, würde ich sagen. Und das war erst der Anfang. Aber das Wochenende ist lang.“


Sie machten ihren Kurs und hatten unerwartet viel Spaß dabei. Weder Nick, noch Sean nahmen das ernst. Nick alberte herum und brachte seinen Chef dann doch tatsächlich zum Lachen. Die Sonne schien und es war angenehm warm. Sie aßen Mittag im clubeigenen Restaurant und machten dann einen ausführlichen Spaziergang, um zu reden, wie Nick forderte. Sean war zwar einverstanden, aber er sprach nicht. Wie auch immer Nick versuchte in ihn zu dringen, ihn zu reizen oder auch unter Druck zu setzen, Renard gab kaum irgendwas über sich preis. Bis Nick verstand. Dieser Mann musste sich und vielleicht auch sein Wesen ein Leben lang verstecken und das würde sich so schnell nicht ändern. Deshalb wollte er alles oder nichts. Weil er die Sicherheit brauchte, um sich überhaupt zu öffnen. Wenn Nick etwas über ihn erfahren wollte, müsste er den finalen Schritt wagen und mit ihm irgendwann eine ernsthafte Beziehung eingehen, in der es um alles oder nichts ging. Ansonsten würde er niemals erfahren mit wem er es hier zu tun hatte.


Sean genoss die Zeit mit Nick, weil er der Meinung war, dass es einmalig war. Nick würde merken, dass es nicht funktionierte, weil ihre Ansichten über ein Zusammensein nicht deckungsgleich waren. Nick brauchte Hintertüren und er konnte das verstehen, denn ein Grimm zu sein, war eine harte Sache. Sich dazu noch auf ein Zauberbiest einzulassen, machte Nicks Leben nicht einfacher. Aber sie beide funktionierte zusammen, dass hatte diese spontane Lustauslebung eben deutlich gezeigt. Ja, Nick war flexibel. Flexibel genug für ihn?
Weil sie ganz allein über das Feld liefen, griff Sean nach seiner Hand. Nick ließ sie ihm und sah ihn nur fragend an. Er erklärte nichts und so liefen sie wortlos aber nicht schweigend zum Ressort zurück. Es wurde dunkel und sie gönnten sich noch ein leichtes Abendbrot.



„Landluft macht müde …“, seufzte Sean und hatte sich auf das Bett geworfen.
„Ich hoffe, nicht zu müde?!“, drohte Nick spielerisch und war seinem Chef eine Papiertüte zu.
„Was ist das? Ich hoffe, keiner dieser absurden Vibratoren? Das schwarze Ding hat mir echt Angst gemacht …“, sagte Sean erheitert, während er eine Tube Gleitgel auspackte und es mit gerunzelter Stirn ansah.
„Oh, schon wieder ein Hauch von Humor, Tiger. Kaum zu fassen. Als Belohnung ziehe ich schon mal mein Shirt aus, um dir Arbeit abzunehmen …“
„Oder einfach, damit ich dich schon mal küssen kann, richtig?“
„Richtig …“
„Ich sollte dir etwas sagen, Hörnchen.“ Nick hatte sich neben ihn gelegt und hatte jegliche Scheu verloren. An diesem Ort war es ein wenig wie in ihrem Chatraum. Sie waren Sean und Nick und doch irgendwie losgelöst von ihrem sonstigen Leben. Das machte es im Moment einfacher aber auf lange Sicht schwieriger.
„Du bist schon verheiratet?“, fragte Nick gespielt erschrocken.
Sean musste unwillkürlich lachen.
„Nein. Aber …“ Er wurde wieder ernst und legte sich dann halb auf Nick, um ihm die Haare aus der Stirn zu streichen und ihm in die Augen zu sehen.
„Ich habe das hier noch nie mit einem Mann getan. Ich hatte bisher nur Sex mit Frauen und wenn du davon ausgegangen bist, ich hätte Erfahrung, so will ich dir jetzt lieber die Wahrheit sagen. Ich habe keine Ahnung, was wir hier tun und ob das richtig ist.“
Auch Nick war ernst geworden. Zum ersten Mal konnte er spüren, dass der andere Mann ihm etwas sehr Intimes mitgeteilt hatte. Sean hätte lügen können oder einfach nichts sagen können und Nick hätte es noch nicht mal gemerkt, weil er vermutlich viel zu sehr mit seiner eigenen Unerfahrenheit beschäftigt gewesen wäre. Aber Renard wollte, dass er etwas über ihn wusste und das berührte ihn.
„Dann lass uns einfach einen Schritt nach dem nächsten machen, Tiger.“ Noch ein paar Augenblicke sah ihn der Captain intensiv an, dann küsste er ihn sanft und hörte auch eine lange Zeit damit nicht mehr aus. So lange, bis beide nackt waren. Nick war so erregt, dass er mühsam die Augen aufriss, um sich mit irgendwas abzulenken, damit er nicht schon allein davon kam, dass Seans Körper auf seinem lag. Sie beließen es noch immer dabei sich an jeder erdenklichen Körperstelle zu berühren und zu küssen. So lange, bis Nick das Gefühl bekam gleich zu explodieren. Er wollte Sean auf den Rücken drücken, damit er sich auf ihn setzen konnte, so wie sie es schon virtuell getan hatten, doch das Zauberbiest, was jäh wogte, ließ das nicht zu. Sattdessen drehte Sean ihn mit einem harten und schnellen Griff auf den Bauch, sodass Nick in einer Mischung aus Verlangen und Überraschung aufstöhnte.
„Alles oder nichts, Nick?“, raunte ihm die Bestie ins Ohr und Nick flüsterte dunkel:
„Alles!“


Sean zögerte keine Sekunde. Er griff sich dieses Gleitgel, nahm eine große Portion und verteilte sie zwischen Nicks geöffneten Lenden und auf seiner Männlichkeit. Es gab kein Zurück. Das hatte er zu Nick gesagt und das bekam er nun selbst zu spüren. Der Grimm war mehr als willig. Er sehnte sich so sehr nach ihm, dass er fast widerstandslos in ihn gleiten konnte. Nick stöhnte lustvoll und da Seans Hände auf seinen Hüften lagen, konnte er gut dessen Erbeben wahrnehmen. Wie Nick ihn heute Vormittag langsam und aufreizend verwöhnte hatte, so bewegte er sich nun auch behutsam und aufmerksam. Sean konnte nirgendwo anders hinsehen, als auf Nicks kräftigen Rücken und seine feuchte Öffnung, die wie perfekt für ihn und sein hartes Verlangen geschaffen war. Das hier war Sex und doch war es viel mehr. Der Grimm zollte ihm Respekt und Demut. Er erkannte sein Wesen und dessen Macht an und Nick tat es, weil er ihn – Sean Renard – mochte.
Ich liebe dich, Nick … dachte Sean, während er sich bewegte. Ob er das jemals laut aussprechen würde, war eine ganz andere Sache. Nick schob sich ihm entgegen, stützt sich auf seine Hände und machte ein Katzenbuckel. Sean hielt die Luft an, sein Zauberbiest fauchte und schob einen Arm unter Nicks Brustkorb. Er zwang Nick nach oben und augenblicklich legte sich eine Hand an seine Kehle. Der Grimm keuchte, hatte die Augen geschlossen und seine Brust hob sich schnell. Noch immer war Sean tief in ihm, doch er bewegte sich kaum, weil er sich darauf konzentrierte Nicks steifes Glied zu umfassen und es zu reiben. Nicks Stöhnen wurde dunkler und klang fast so animalisch wie sein Wesen. Seine Muskeln zogen sich zusammen und schon krümmte sich der Grimm in seinen Armen wehr- und schutzlos wie ein Rehkitz zusammen. Heiße Lust spritzte aus ihm heraus, Nicks Hände krallten sich dabei in seinen Unterarm und es tat Sean so weh, dass auch er vor Schmerz stöhnte. Nicks Muskel zog sich rhythmisch und sehr fest um seine Männlichkeit zusammen und massierte damit einen Rausch aus ihm heraus, der ihn ängstigte. Wie fest er seine Hand um Nicks Hals hatte, merkte er erst, als sein Ekstase abklang. Nick keuchte und riss endlich seinen Arm weg, um nach Luft zu schnappen. Benommen sah Sean auf Nicks verschwitzten Rücken und dann auf seinen Unterarm, auf dem deutliche rote Abdrücke von Nicks Händen waren, die sicher beeindruckend blaue Flecke werden würden.
Bewegungslos lag Nick auf dem Bauch und rang immer noch um Atem.
„Es … tut mir so leid, Nick …“ Sean versagte fast die Stimme vor Beschämung über seinen eklatanten Kontrollverlust.
„Muss … es nicht. Leg dich auf mich …“
„Was?“, fragte er verwundert.
„Tu es! Sofort!“ Gehorsam legte er sich auf Nick und sah dann sein Lächeln. Eine ganze Weile lagen sie so schweigend aufeinander, bis sich ihr Atem einigermaßen beruhigt hatte.
„Dir muss es nicht leid tun, Tiger. Ich habe damit gerechnet, keine Sorge. Offenbar stehe ich auf diese Art … Gewalt“, sagte Nick dann leise und mit durchaus ernstem Unterton.
„Du bist …“
„Pass auf, was du sagst, Sean!“, flüsterte Nick vergnügt.
„… besonders …“, sagte Sean. Er rutschte dann von Nick runter, angelte sich die Zudecke und legte sie über Nick und sich. Als sich der Grimm zu ihm drehte und es ihm erlaubte ihn zärtlich in die Arme zu nehmen, wünschte sich das Zauberbiest in ihm sehnlichst, dieser Moment würde nie enden. Aber der Mensch Sean Renard glaubte zu wissen, dass der Augenblick sehr wohl enden würde und zwar bald.


Das Wochenende neigte sich in der Tat dem Ende zu. Am Sonntagnachmittag fuhren sie wieder getrennt zurück nach Portland. Sie hatten kein Agreement getroffen. Nick hatte sich ein wenig Bedenkzeit erbeten und Sean hatte eingewilligt, weil er keine Wahl hatte. Er hatte noch ein paar Tage Urlaub und Nick bestand darauf, dass sie sich weiterhin im Chat trafen, wenn es passte.
„Wozu?“, hatte Sean gefragt.
„Weil du mir da am ehesten etwas über dich mitteilst, Tiger“, hatte Nick geantwortet und ihm einen liebevollen Abschiedskuss gegeben.
Der Grimm hatte recht und trotzdem sah Sean, dass auch Nick sich davor fürchtete ihm bald wieder als Captain begegnen zu müssen. Aber auch damit würden sie umgehen müssen.
Und es wurde einfacher als gedacht.




Am Donnerstag betrat Sean Renard das PD wie gewohnt. Er grüßte alle reserviert und mit tendenziell ernstem Gesicht, wie es seine Art war, ließ sich im Vorbeilaufen über ein paar Fälle berichten und verschwand dann erst mal in seinem Büro.
Hank sah Nick demonstrativ neugierig an.
„War das etwa ein Knutschfleck an seinem Hals?“, fragte Hank, eindeutig an Klatsch interessiert. Nick durchflutete es heiß, denn dafür war er verantwortlich. Dafür und an anderen Blessuren, die das Zauberbiest davon getragen hatte, als sie sich liebten. Aber auch sein Hals tat immer noch weh, dachte er, schon wieder erregt und vermied es seinem Partner in die Augen zu sehen. Aber Hank wartete auf eine Antwort.
„Na, vielleicht hat er ja doch eine arme Römerin abgeschleppt …“, sagte Nick lahm und tippte etwas in seinen Rechner um Hanks Fragen zu entkommen.
„Er sieht jetzt nicht unbedingt erholt aus. Zumindest nicht so, als wenn er in einem netten Straßencafe gesessen, aufs Meer gesehen und Pasta gegessen hätte. Wer weiß, was er dort getrieben hatte …“, seufzte Hank und Nick antwortete nicht, um ihm keine Nahrung zu geben.
Es dauerte nicht lange und Renard rief sie beide ins Büro, um über den Fall der vermissten Jungs zu sprechen.
„Ihr habt also einen alten Vermisstenfall aufgeklärt. Glückwunsch!“ Nick beobachtete ihn genau und er hoffte, dass Hank diese kaum hörbare Ironie in Seans Stimme nicht vernahm.
„Eher Nick, ich hatte eine Lebensmittelvergiftung, während wir den Fall des Kopfkissenraubes aufgeklärt haben.“
„Setzt euch und erzählt mir von den Fällen“, forderte der Captain und Nick begriff schlagartig, dass es Renard zufrieden machte und reichte dieses Geheimnis zu haben, was zwischen ihnen war. Es schien Seans „Alles“ zu sein, was er von ihm gefordert hatte: Das Zugeständnis seiner Zuneigung. Doch es müsste nicht öffentlich gemacht werden. Noch nicht zumindest. Und als Nick da so saß, Hank vom Kopfkissenraub erzählte und er nur schweigend zuhörte, verstand er mit einem Mal, dass das der Weg war, den er und Sean gehen vorerst beschreiten sollten. Mussten, wenn es funktionieren sollte. Sean hatte das vor ihm begriffen, das sah er am erheiterten Glitzern in seinen Augen. So einfach war es? Schweigen und genießen?!


Dann forderte der Captain Nick auf von seinem Fall außer der Reihe zu erzählen. Er tat es, wählte seine Worte sorgfältig und vermied alles, was in Hanks Ohren merkwürdig klingen könnte und ihn dazu animieren würde nachzufragen.
„Und mit dem warst du da?“
„Monroe hat mir geholfen.“
„Das gute, alte Blutbad. Grüß ihn von mir.“
„Mache ich. Wie war der Urlaub in Rom?“ Nick konnte es nicht lassen wenigstens eine klitzekleine Provokation anzubringen.
„Ungewöhnlich heiß“, sagte der Captain trocken und sah sie dann auffordernd an. Hank wirkte irritiert und blinzelte fragend zu Nick.
„Was? Sind euch die Fälle ausgegangen, Detectives? Ich glaube nicht …“
Beide erhoben sich gehorsam und verließen sein Büro. Nick vermied einen letzten Blick, weil er dann nur dämlich gegrinst hätte. Ja, so einfach war es.
Schweigen und genießen. Vielleicht war es nur eine Phase, vielleicht entwickelte sich daraus mehr. Immerhin hatte es gerade erst begonnen und ein Ende war nicht in Sicht. Sie würden sich vielleicht heute Abend im Chat treffen, vielleicht trafen sie sich auch irgendwo, um ihr Verlangen auszuleben.
Es gab nun wirklich keinen Grund die Dinge zu überstürzen, denn Nick existierte zusammen mit der Bestie in einer Welt, in der weder seine Freunde, noch Juliette eine Rolle spielten.

Vielleicht war es irgendwann mal möglich beide Welten zusammenzubringen. Vielleicht würde dieses Ereignis aber auch niemals stattfinden.
Bis dahin war Nick ein Einhorn und saß zusammen mit der Bestie auf einer rosaroten Wolke in einer Traumwelt.
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