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Das Ende der Strecke

von LilysEyes
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Ashley Dinah Greaseball Pearl
05.07.2018
03.10.2018
18
41.220
3
Alle Kapitel
25 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.07.2018 1.065
 
Hier noch mal zwei kleine Kapitel. Vielen Dank fürs Lesen und herzlichen Dank an meine Korrekturleserin - Maxine-

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Stumm deutete Caboose zu dem von Graß bewucherten
Hügel, hinter dem Pearl sich verborgen hatte. Sie hatten kaum Zeit, dahinter zu verschwinden, als zwei Gestalten in ihr Blickfeld rollten. Eine recht groß und dunkel gekleidet, die Andere etwas kleiner und in heller Kleidung. Die Kleinere gestikulierte nervös und als sie näher kamen, konnte Pearl sie sprechen hören. Sie konnte zwar die Worte nicht ausmachen, aber die Stimme war ihr definitiv bekannt.

„Buffy!“, hauchte sie, nicht wenig verwundert.

Dann sprach auch die andere Gestalt und Pearl erkannte sofort Ashleys rauchige Altstimme.

„Und Ashley!“, flüsterte sie.

Der Bremser legte als Antwort nur einen Finger gegen die Lippen.

„Was machen die denn hier?“, mimte sie nun lautlos.

Caboose zeigte nur auf das Tor von Greaseballs Depot, wo die beiden Wagons nun zum Stehen kamen.

Pearl sah mit großen Augen, wie der Rauchwagon eine Hand hob und mehrmals laut anklopfte.

„Er ist nicht da“, konnte sie Buffy nach einer Weile murmeln hören.

„Vielleicht ignoriert er uns nur“, erwiderte Ashley leise.

„Huuhuuu, Greaseball, wir sind’s, Ashley und Buffy!“, rief sie plötzlich, „ lass’ uns doch rein. Wir sind heute Abend sooo gelangweilt und allein.“

„Ash – leeey!“ Buffy klang bestürzt.

„Was?“, fragte Ashley unschuldig.

Der Buffetwagon schüttelte nur stumm den Kopf.

„Nun ja, wenigsten wissen wir jetzt, dass er wirklich nicht zu Hause ist“, bemerkte Ashley nach einer Pause.

„Wahrscheinlich nicht“, sagte Buffy. „Das würde er sonst gehört haben, selbst wenn er bewusstlos, taub und  tot wäre.“

Ohne weiteren Aufhebens zog Ashley eine Haarnadel aus ihrer aufwendigen Frisur und begann zu versuchen, das Tor damit zu öffnen.

Pearl und Caboose tauschten einen verblüfften Blick.

„Ich glaube nicht, das ich es aufkriege“, hörten sie sie ein paar Momente später flüstern.

„Aber du hast doch gesagt, du hättest das schon mal gemacht.“ Buffy klang jetzt sehr unruhig.

„Habe ich auch...am Schloss von meinem Makeup-Köfferchen.“

„Vielleicht kann ich euch helfen!“

Der Bremser war so plötzlich aus seinem Versteck gerollt, dass die beiden Personenwagons synchron zusammenzuckten und ihre Hände vor ihre Münder flogen.

Ashley erholte sich zuerst von dem Schreck.

„Caboose, ich wusste ja gar nicht, dass du jetzt als Greaseballs Wachhund arbeitest“, sagte sie säuerlich.

„Und ich wusste gar nicht, dass du neuerdings einen Nebenjob als Einbrecher hast“, erwiderte der Bremser.

„Ich hatte nicht vor, etwas zu stehlen!“ Der Rauchwagon klang ehrlich beleidigt.

„So? Was wolltest du denn tun?“, fragte Caboose und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Das geht dich wohl kaum etwas an“, sagte Ashley ruppig und imitierte seine Haltung.

„Leute, bitte lasst uns das nicht zu einem Streit werden lassen, hm?“

Pearl hatte nun endlich auch ihren Platz im Schatten des Hügels verlassen.

Ich habe bestimmt kein Interesse daran, einen Streit anzufangen“, verteidigte der Bremswagon sich.

„Pearl!“ Buffy, die bis jetzt nur schweigend der Diskussion zwischen Ashley und Caboose gefolgt hatte, fand endlich ihre Stimme wieder.

„Oh, hallo, Pearl“, grüßte der Rauchwagon sie überrascht.

„Hallo“, antwortete Pearl etwas verlegen. „ Ähm, ich meine nur, wir sollten nicht streiten, weil, na ja, weil ich denke, dass wir Alle aus demselben Grund hier sind.“

Die beiden anderen Wagons tauschten einen unbehaglichen Blick.

„Sind wir das?“, fragten sie gleichzeitig.

„Ja, ich denke schon“, fuhr Pearl nun etwas selbstbewusster fort. „ Ich denke, wir sind alle hier, weil wir uns Sorgen machen, dass etwas nicht stimmt damit, was Greaseball uns erzählt hat.“

„Na, es ist schon etwas seltsam“, stimmte Buffy leise zu.

„Und ihr wisst noch nicht einmal wie seltsam“, sagte Caboose grimmig.

„Warum? Was ist denn passiert?“, wollte Buffy, in deren Stimme jetzt wieder deutliche Unruhe mitschwang, wissen.

„Es sind Blutflecken auf dem Stück von Dinahs Kleid, das Caboose gefunden hat.“ Pearl konnte die Worte kaum über die Lippen bringen.

„Blut? Wie soll denn das auf ihr Kleid gekommen sein?“, der Buffetwagon klang nun geradezu entsetzt.

„Und du bist sicher, dass du dich nicht täuschst?“, fragte Ashley, sie wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

„Ja“, bestätigte Caboose nur.

„Oh, Starlight, was, wenn Dinah einen Unfall hatte?“, ächzte Buffy.

Der Bremswagon schüttelte den Kopf.

„Glaubst du nicht, dass wir davon längst erfahren hätten?“

„Dann sag uns doch, was glaubst du denn, was passiert ist?“, wollte Ashley wissen.

„Wahrscheinlich dasselbe, was ihr Alle hier wohl mindestens vermutet, oder ihr wärt nicht hier.“

Die Wagons starrten ihn schweigend an, keine von ihnen wollte als Erste sprechen.

„Ich denke, dass Dinah herausgefunden hat, das Greaseball sie betrogen hat“, fuhr er fort. „Vielleicht ist es zu einem Streit gekommen und ...er hat sie verletzt.“

„Glaubst du, dass er...dazu fähig wäre?“, wisperte Pearl.

„Ehrlich gesagt, es gibt nicht Vieles, das ich ihm nicht zutrauen würde.“

Pearl wusste nicht, was sie darauf antworten sollte.

„Okay, Greaseball kann ein richtiger Bastard sein, das wissen wir Alle“, sagte Ashley. „Aber ich glaube, dass er trotzdem, auf seine eigene, seltsame Weise, wohl etwas für Dinah empfunden hat, was immer das auch sein mag. Und es ist ja auch nicht so, dass sie sich nicht auch schon vorher..“, Ashley atmete lange aus, „..gestritten hätten. Aber bis jetzt haben wir keinen Grund zur Annahme, dass er sie jemals dabei verletzt hätte... also körperlich, meine ich.“

Caboose fuhr mit der Hand über seine Augen und seufzte. Pearl glaubte nicht, dass sie ihn jemals so jung hatte ausschauen sehen.

„Nun, ich sage ja nicht, dass es absichtlich passiert sein muss. Ich sage ja nicht, dass er es geplant haben muss. Aber ich denke, er hat es getan. Und... ich glaube nicht, dass Dinah jemals wieder zurückkommt.“

Pearl wandte sich ab und legte eine Hand über den Mund.

„Das will ich nicht glauben“, flüsterte sie, den Tränen nah.

„Aber es klingt nicht vollkommen implausibel“, gab Buffy genau so leise zu.

„Weißt du, das ist eine ganz schöne Anschuldigung, die du da machst“, sagte Ashley nach einer Pause. „ Obwohl, natürlich, wie du gesagt hast, ja, ich glaube auch, dass hier etwas nicht stimmt.“

„Ich mache keinerlei Anschuldigungen...noch nicht“, antwortete der Bremser. „Im Moment habe ich euch nur gesagt, was meiner Ansicht nach geschehen ist.“

„Was machen wir denn dann jetzt?“, fragte Pearl verzweifelt. „Wenn das, was du glaubst, wirklich geschehen ist, dann haben wir doch überhaupt keine Beweise. Wir können Greaseball wohl kaum einer solch furchtbaren Tat bezichtigen, allein auf Grund von irgendwelchen Vermutungen.“

„Ich schlage vor, dass ihr mich mal probieren lasst, ob ich das Tor aufkriege“, sagte Caboose.
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